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Erfurt, 26.November. DaS EisenbahnbetriebSamt meldet: i Die Strecke Naumburg-Kleinjeua (auf der Linie Naumburg- i Artern) ist wegen Hochwassers un fahr bar. Die Dauer der Störung ist unbestimmt.

Berge-Borbeck, 26. November. Die Pumpstation der Wasserwerke von Schalke und Mülheim ist in Folge des Hoch­wassers außer Betrieb.

Wien, 26. November. DiePolitische Correipondenz meldet aus Belgrad, daß das serbische Budget für 1891 mit 57 Millionen Dinars balancirt. Das unbedeckte Deficit beträgt 2 526 000. Unter den Ausgaben stgnriren die Er­fordernisse der Staatsschuld mit 19 Millionen und das Knegs- bndget mit 9 800000. ,

Wien, 26. November. DasFrcmdeublatt" erblickt m den Ergebnissen der italienischen Wahlen den Beweis außerordentlicher Uebermacht, welche die Idee der gemäßig­ten, friedliebenden, klaren und zielbewußten Politik in der italienischen Wählerschaft besitze. Crispi sei jetzt der Ver­trauensmann des Königs und der Nation. Die Niederlage der Radicalen sei für Italien ein Glück und eine Ehre. Die Wahlen bedeuteten, daß Italien einig über die Grundzüge seiner Politik nach Außen nnd nach Innen sei.

Wien, 26. November. Der Bürgermeister entsandte den Stadtphysicus Kammerer und den Primararzt Pfleger nach Berlin, um dort Kochs Heilverfahren zu studiren.

Fnnfkirchen, 26. November. Die Aerzte constaNrten den Ausbruch einer Thphnscpidemie. Die Krankenzahl be­trägt über 2000 Personen - besonders grassirt die Krankheit unter den Schulkindern.

Agram, 26. November. Heute Morgen 5i/2 U()r wurde hier ein schwaches Erdbeben gespürt.

Paris, 26. November. DasJournal des Debats", die italienischen Wahlen besprechend, bemerkt, Crispi wisse, daß die Geschicke Italiens in seiner Hand ruhen. Ein solche 'Verantwortlichkeit sei wohl geeignet, mäßigend zu wirken. Die französische Negierung habe noch größere Wahlsiege er­rungen ; seit zwanzig Jahren verfügte sie über keine solche Macht wie jetzt, ihr Sieg war aber das Signal zur inneren und äußeren Beruhigung. Warum sollte dasselbe nicht in Italien der Fall sein? Koch richtete ein Dankschreiben an Pasteur für dessen Glückwunsch, indem er ihm gleich­zeitig Jmpfproben sandte.

Belgrad, 26. November. Die von der Majorität der Skupschtina beschlossene Adresse auf die Thronrede spricht Genngthuung darüber aus, daß die Beziehungen Serbiens zu allen Staaten zufriedenstellende und freundschaftliche seien, sowie daß die nationale Politik Serbiens die Zustimmung aller Mächte fände. Indem die Skupschtina den Mächten hierfür danke, fühle sie sich verpflichtet, dem erhabenen Kaiser des russischen Brudervolkes den immerwährenden Dank des serbischen Volkes auszusprechcn- der Kaiser habe, wie immer, so auch in neuester Zeit Beweise seines Wohlwollens für Serbien und das serbische Volk gegeben.

Rio de Janeiro, 26. November. Die Regierung ernannte eine Commission, welche sich zum Studium der K v ch'schen Entdeckung nach Europa begeben soll.

Cocalss und prwhtjielkf.

Gießen, 27. November.

Der auf heute Abend anberaumte Fackclzug der Studentenschaft zu Ehren Sr. Königl. Hoheit des Erbgroß- herzogs findet aus besonderen Gründen interner Natur nicht statt.

Gießener Theater-Verein. Wenn etwas einem in unserer mächtig ausblühenden Stadt lange empfundenen Be- dürsniß entsprach, so war es die gestern Abend unter zahl­reicher Betheiligung aller Kreise erfolgte Gründung des Gießener Theater-Vereins". Das provisorische Comite, unter Vorsitz des Herrn Provinzialdirector Freiherrn v. Gagern, war bereits in der Lage, der Versammlung einen Statnten- Entwurs vorzulegen, woraus zu entnehmen, daß die Beiträge für ordentliche Mitglieder auf 5 Mk. jährlich, für außer­ordentliche Mitglieder auf 1.50 Mk. halbjährlich bemessen sind. Aus der lebhasten Discussion, die sich über die Statuten und über das der Versammlung vorgelegte Programm des Vereins entspann, wollen wir nur hervorheben, daß nach hierher gelangten Mittheilungen sich die Darmstädter und Wiesbadener Hofbühnen, sowie das Frankfurter Stadttheater bereit erklärt haben, in Gießen Vorstellungen zu veranstalten und daß gleich die erste Aufführung, mit welcher der Theater- Verein ins Leben treten will, durch Heranziehung namhafter Schauspielkräfte einen außerordentlichen Kunstgenuß verspricht. In den nächsten Tagen werden Listen circuliren, welche die Bewohner unserer Stadt zur Theilnahme an diesem für die geistigen Interessen Gießens nicht zu unterschätzenden Unter­nehmen auffordern. Es liegen ferner Subscriptionslisten aus bei den Herren Ernst Challier, Ferd. Drebes, Emil Fischbach, Daniel Heil, Wilh. Fritsch (Westanlage). Auch den Studirenden an unserer Hochschule ist für einen ermäßigten Beitrag Gelegen­heit geboten, sich am Theater-Verein zu betheiligen. Dem­nächst findet eine weitere Versammlung statt, welche die Wahl des Vorstandes vollziehen und über die erste Veranstaltung Beschluß fassen wird.

p. Theater. Was ist die Ehre? DaS ist die schwere Frage, auf die Minna von Barnhelm in Lessings Lustspiel keine andere Antwort zu geben weiß, als die ebenso einfache wie unbefriedigende: die Ehre ist die Ehre. Wir heut zu Tage sind weiter vor und vermögen auf jene heute mehr als jemals mit hastiger Betonung aufgeworfene Frage einige Dutzend Antworten zu geben, jeder Stand hat seine besondere bereit: denn ein Jeder hat ja eine besondere, von allen anderen verschiedene Ehre, die nur das Eine mit diesen Anderen gemein hat, daß sie mit dem inneren Menschen wenig oder nichts zu thun hat, sondern mehr den Eindruck eines äußeren Attributes einer mehr oder weniger glänzenden socialen Stellung macht. WaS Sudermann in seiner Ehre predigt ist nichts mehr und nichs minder, als ein Manchester­

thum aus sittlichem Gebiete,herzloses" Manchesterthum, das ( man lange genug geschmäht hat und jetzt wieder auch in 5 weiteren Kreisen hervorsucht, weil man nur mit dieser Lebens- l anschauung gewappnet den sozialpoltitischen Irrlehren unserer Tage zu begegnen im Stande ist. Und wer es von der 1 Bühne herab seinem Volke verkündigt, ist feit langer Zeit \ wieder ein Mat ein ganzer Dichter auf dramatischem Gebiete, < der die Richtigkeit seiner Ideen nachweist, indem er mit einer ganz einzigen poetischen Gestaltungstracht und in er­schütternder Wahrheit ein Bild des Lebens entrollt, nicht wie es in den Köpfen von Idealisten sich malt, sondern in der rauhen Gestalt der Wirklichkeit. Was die Aus­führung anlangt, so kann diese, wenn man über die kleinen Mängel, die jeder Premiere anzuhasten pflegen, hinwegsieht, im Ganzen als höchst gelungen bezeichnet werden. Ganz überrascht' hat uns namentlich Herr Biebrach in der nach äußerem Umfange, wie geistigem Gehalte gleich außerordent­lichen Rolle des Robert Heineke. Wir haben von dem strebsamen Schauspieler seither fast ausnahmslos komische Darstellungen gesehen und nur neulich ein Mal Veranlassung gehabt, sein wirksames Spiel in einer sentimentaleren Rolle hervorzuheben, ohne darum schon zu glauben, daß er auch in Partien von nahezu tragischem Character seinen Mann stellen werde. Unsere Erwartungen sind weit überholt. Denn wenn Herr Biebrach auch noch Manches an seinem Robert, unter Anderem in Bezug ans gewisse Äußerlichkeiten, nachzubessern haben wird, so stehen wir doch nicht an, seine Leistung im Ganzeu als trefflich zu characterisiren, namentlich im Hinblick auf sein Spiel im dritten Act, wo er wiederholt seinen höchsten Trumph ausgespielt zu haben schien, aber doch jedes Mal noch einen stärkeren Accent zu finden im Stande war und so in wirklich ausgezeichneter Weise die Steigerung des Effektes zum Ausdruck brachte. Uebrigens wäre es unseres Erachtens für Herrn Biebrach von großem Vortheile gewesen, wenn er von vornherein seinen Ton vielleicht eine Nuance tiefer gewählt hätte. Nächst ihm nennen wir Fräulein Ida Unger, die in zu Herzen dringender Weise die einfache schlichte Mutter mit dem engen Gesichtskreis und dem großen Herzen voll Liebe verkörperte. Geistreich und fein spielte Fräulein Bischoff, die vom Dichter mit wenig genialen Strichen so ungemein sympathisch gezeichnete Leonore, sie war in der That die von dem Lichte voller Seelenreinheit und vornehmster Denkart umflossene Jungfrau mit dem männlich festen und doch mllden Wesen, wie sie dem Dichter vorschwebte. Ebenso verstand es Frau Anui Reiners, ihre Alma mit dem gewinnendsten Liebreiz in Erscheinung und Bewegung und derjenigen naiven Unbefangenheit und Unkenntniß ihres Vergehens auszustatten, die uns dieses Mädchen menschlich näher bringen und mit dem, wa§> uns nach unserer Ansicht an ihr anstößt, versöhnen. Gut characterisirt waren der Mühlingk des Herrn Winolt und der alte Heinecke des Herrn Reiners, wenn wir auch gerade von diesen beiden Herren annehmen möchten, daß sie zum zweiten Mal noch mehr aus ihren Rollen zu machen verstehen werden. Herr Max Jaskowski hatte mit großer Liebenswürdigkeit die Rolle des Grafen Traft übernommen, die er, wie nicht anders zu erwarten, mit bekanntem Geschick in wirksamster Weise durchführte. Darüber ließe sich vielleicht streiten, ob man der Auffassung des Herrn Jaskowski im Einzelnen beipflich­ten möchte oder nicht. Unseres Ermessens hätte er dem Grasen Traft vielleicht einen noch ruhigeren Ton geben und besonders jene überlegene Ironie und ewig scherzbereite Art in seinem Wesen mehr hervortreten lassen können. Als Curt Mühlingk war Herr Goullou der Erscheinung nach recht vortheilhast, aber sein im Allgemeinen ja recht gewandtes Spiel war zu matt und hätte entschieden einen höhnischeren und eynischeren Character aufweisen müssen. Sehr gut wurde endlich das Ehepaar Michalsky von Frl. Martin und Herrn Schreiner dargestellt, während dem Brandt des letz­teren ein noch mehr anmaßender und schnarrender Ton nur hätte nützen können und umgekehrt Herr Rupp in feinem kleinen Röllchen doch etwas gar zu plump carricirte.

Theater. Freitag den 28. November geht abermals eine der lustigsten Novitäten, welche bisher erschienen, am Neuen Theater in Scene, nämlichDie Strohwittwe", Lustspiel in 3 Acten von Misch und Jakoby, dieselbe Firma, ans deren Feder auch der hier vor Kurzem mit großem Erfolg aufgeführte SchwankDas Schützenfest" stammt, welcher damals leider so schlecht besucht war. Wünschen wir daher der Strohwittwe mehr Erfolg.

Ein angeblich in England getrautes Ehepaar machte die Rheingegend, Frankfurt usw. seither durch allerlei Schwin­deleien unsicher. Im Besitze des Mannes, der nebst feiner Frau gestern Abend hier verhaftet wurde, befand sich ein an­geblich von der Freimaurer-Loge in Budapest ausgestellter Paß, der dazu diente, die Logenbrüder in den von dem Ehepaar besuchten Städten zu brandschatzen.

Bewegung der Bevölkerung im Großherzogthum Hessen im Jahre 1889. Die Zahl der Eheschließungen belief sich in dem genannten Jahre auf 7512, die Zahl der Geborenen auf 31,958, von denen 16,414 männlichen und 15,544 weib­lichen Geschlechts waren. Unter diesen befanden sich 28,443 lebendgeborene eheliche Kinder, 14,560 Knaben und 13,883 Mädchen und 2286 uneheliche Kinder, 1178 Knaben und 1108 Mädchen. Todtgeboren waren 1119 eheliche und 110 uneheliche Kinder, davon 676 männlichen und 553 weiblichen Geschlechts. Die Zahl der im Berichtsjahre Gestorbenen betrug 21,653, davon 11,095 männlichen und 10,558 weib­lichen Geschlechts. Die Zunahme der Bevölkerung betrug da­her im Ganzen 10,305 Personen. Die männliche Bevölkerung nahm um 5319, die weibliche um 4986 Köpfe zu. Von den einzelnen Provinzen weist die größte Zunahme, 4336 Köpfe, die Provinz Starkenburg auf, es folgt Rheinhessen mit . 3306 Köpfen und Oberhessen mit nur 1872 Köpfen.

i Alsfeld, 26. November. Auf vorherige Einladung ' Großh. Kreisamts versammelten sich am gestrigen Nachmittag die Bürgermeister des Kreises nebst vielen Gemeinde-

Einnehmern dahier imDeutschen Hause" zum Zweck einer Besprechung über die Ausführung des Reichsgesetzes vom 22. Juni 1889 über die Jnvaliditäts- und Altersversicherung. Das Referat hatte Herr Amtmann Rach übernommen. In klarer, leicht verständlicher Weise beleuchtete er die Haupt- punkte des für alle Arbeitsklassen wichtigen und humanem Gesetzes. Den geschickten Ausführungen des Referenten folgte die Versammlung mit gespannter Aufmerksamkeit.

Aus dem Kreise Alsfeld, 23. November. Während die Dlaul- und Klauenseuche in anderen Kreiien noch immer herrscht und noch stete Verbreitung nimmt, kann mit Freuden conftatirt werden, daß diese leidige Seuche in sämmtlichen Gemeinden unseres Kreises erloschen ist. Hiernach hebt Großh. Kreisamt die für eine Reihe von Gemeinden an- georbneten Beschränkungen auf.

X X Stockheim i. d. W., 26. November. Die Berathung, welche die Interessenten am Rinderbügener Bergwerke (Mittel­deutsche Crcditbank, Bankier Herz) zu Frankfurt abhielten, hat eine große Vorwärtsbewegung in die Bahnangelegenheit der Zeche Hedwig gebracht. Man hat eingesehen, daß man selbst Hand anlegen muß und nicht auf den Staat warten kann. Dis nur die Gelder für die Vorarbeiten (von Privaten gesteuert) zufammenkommen, vergehen Monate. Dann leidet der Bergwerksbetrieb so schwer, daß man mit den Verlusten eine schmalspurige Bahn nahezu bauen könnte.. Die Gesellschaft will diese bauen; wahrscheinlich wird sie int Sommer 1891 im Betriebe fein. Der Kreis kann etwas thun, weil seine Straßenbaukosten dadurch sehr vermindert werden. Seine Durchlaucht der Fürst zu Isenburg-Büdingen ist lebhaft bei der Sache intereffirt und beweist das größte Entgegenkommen. Nach Büdingen, wo Arbeits- und Waffer- kräfte vorhanden sind, beabsichtigt die Gesellschaft eine Briquett- fabrik zu stellen, denn Briquetts haben die Zukunft für sich. Die oberhessische Eisenbahn wird einen wesentlichen Zuwachs an Güterverkehr erhalten. Da die Straße nach Rinder­bügen bereits wieder sehr gelitten hat und die erforderlichen Kohlen für die hiesige Fabrik von der Zeche Hedwig nicht herbeigefchafft werden können, bezieht man jetzt Kohlen von dem Bergwerke Trais-Horloff bei Hungen.

/\ Ans der Wetteran, 26. November. Schon wiederholt ist in dieser Zeitung auf die excessiven Witterungs- erfcheinungen und die plötzlichen Uebergänge in der Witterung während des laufenden Jahres 1890 hingewiesen worden. Seit drei Tagen haben wir wieder eine solche Er­scheinung zu verzeichnen. Am 16. October trat, nach 50 herr­lichen Sommertagen, ein starker Sturm mit wolkenbruchartigem Regen auf und heute, da wir dies schreiben, ist die Erde bei 6° Kälte bereits steinhart gefioren, nachdem ebenfalls ein starker Sturm mit Wolkenbrüchen vorhergegangen ist. Vom 16. October bis heute sind es 40 Tage - Mitte October hatten wir Neumond, heute haben wir Vollmond. Der ge­waltige Sturm Ende August, der auch bei uns so verheerend wirkte, fand um die Zeit des Neumonds statt. Die Mond- constellationen scheinen doch einen bedeutenderen Einfluß auf die meteorologischen Erscheinungen der Erde auszuüben, als mitunter angenommen wird.

*** Büdingen, 26. November. Ein bedauerlicher, ganz plötzlicher Todesfall ist heute hier vorgekommen. Herr Rentner G., welcher völlig gesund in seinen Weingarten ging und sich dort beschäftigte, sank plötzlich lautlos nieder. Man rief einen Arzt, aber die Hülse kam zu fpät; Herr G. war an einem Gehirnschlage verschieden.

Permifd?te».

* Worms, 22. November. DerHeurige". Chemiker Peters von hier gibt in einer Zuschrift an die hier erscheinendenLandwirthschaftlichen Nachrichten von und für Rheinhessen" Untersuchungsergebnisse über diesjährige Moste bekannt, deren er eine sehr große Anzahl aus circa 40 ver­schiedenen Gemarkungen in seinem Laboratorium untersucht hat. Er sagt:Auf Grund der Untersuchungsergebniffe läßt sich vom diesjährigen nicht viel Lobenswerthes berichten." In Qualität sei der diesjährige Wein im Allgemeinen hinter dem 1889er zurückgeblieben, namentlich in Bezug auf den Zucker­gehalt. Jrn vorigen Jahre betrug das durchschnittliche Most­gewicht 8590 Grad nach Oechsle, in diesem Jahre nur 6065 Grad. Bezüglich des Säuregehaltes sei etwa das Ergebniß des Vorjahres zu verzeichnen (911 pro Mille). Zuckerverwendung sei diesmal unbedingt nothwendig. Würde dieselbe unterbleiben, so bekämen wir einen Wein mit so ge­ringem Alkoholgehalte, daß von einer Haltbarkeit nicht die Rede sein könnte, ganz abgesehen von dem in den meisten Fällen zu hohen Säuregehalte. Von den untersuchten Mosten zeigte der schlechteste die folgende Zusammensetzung: Gewicht nach Oechsle 45 Grad, Zuckergehalt 8,5 pCt., Säure 14,25 pro Mille.

* Frankfurt a. M., 26. November. Beim königlichen Eifenbahnbetriebsamt Frankfurt a. M. sind folgende Ver­kehrsstörungen gemeldet: Auf der Rheinischen Strecke ist die Linie Friedrich-Wilhelmshütte-Beuel bis auf Weiteres unfahrbar. Die Moselzüge werden über Hochseld-Köln-Cob- . lenz geleitet. Die Strecke Düsseldorf-Emmerich wird durch

> Wendezüge befördert. Auf Strecke Oberkasfel-Niederlahnstei«

' verkehren nur noch die Personenzüge, die Schnellzüge werden , von Niederlahnstein nach Coblenz (Mosel) abgelenkt und be­ginnen in umgekehrter Richtung in Coblenz (Mosel). Schnell­züge Elberfeld-Frankfurt a. M. endigen und beginnen in Köln. Sämmtliche Posten Berlin-Bebra-Franksurt sind feit gestern Abend ausgeblieben, und der Postverkehr wird nur über Cassel geleitet.

* Köln, 26. November. Die Bahnstrecke Siegburg- Derschlag konnte dem Verkehr wieder übergeben werden, da f das Hochwasser sich zu verlausen auschickt. In Barmen sind fünf Männer ertrunken, darunter zwei Feuerwehr­leute. In Ueberruhr bei Steele konnte ein Schleusen- 3 Wärter mit acht Angehörigen nur durch die Deutzer Pioniere 3 gerettet werden, fein Haus war schon halb eingestürzt, als - ihm Rettung kam. Die meisten Nebenflüsse des Rheins

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