bürg, Torgau, Zeitz, Erfurt, Suhl, Fulda, Frankfurt a. M., Lkassel, Göttingen, Hildesheim, Hannover-Linden, Minden i. W., Paderborn, Herford, Bielefeld, Münster i. W., Essen (Ruhr), Elberfeld, Düsseldorf, Lennep, Remscheid, München-Gladbach, Köln (Rhein), Neuwied, Coblenz, St. Johann und Saarbrücken unter geeigneten Vorsichtsmaßregeln widerruflich gestattet worden. Diese Maßregeln werden von den Polizeibehörden, in deren Verwaltungsbezirk die genannten Städte liegen, öffentlich bekannt gemacht werden.
Ausland.
Bern, 23. November. In Basel-Stadt wurde in heutiger Volksabstimmung die Einführung des proportionalen Wahlverfahrens für die Wahlen in den großen Rath mit 3955 Nein gegen 2685 Ja abgelehnt.
Amsterdam, 24. November. Der amtliche „Staats- couranr" veröffentlicht die Proclamation der Königin Emma; der Erlaß gibt den Tod des Königs Wilhelm III. kund und die Uebernahme der Regierung durch die Königin Wilhelmine unter der Regentschaft der Königin Emma. Die Proclamation ist von allen Ministern gegengezeichnet.
Luxemburg, 24. November. Die Vorbereitungen, die hier getroffen werden, lassen auf die Ankunft des Großherzogs Adolf am Mittwoch schließen. Osficiell ist noch nichts bestimmt, bis Staatsminister Eyschen aus Frankfurt a. M. hierher zurückgekehrt sein wird, was man für morgen erwartet. Der Stadtrath hat in seiner heutigen Sitzung einer Proclamation des Schöffenrathes zugestimmt. Der Bürgermeister widmete alsdann dem König-Großherzog einen Nachruf, worauf die Sitzung aufgehoben wurde. Der Staatsrath wurde heute zur Berathung versammelt.
Neueste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Torrespondenz-Burean.
Berlin, 24. November. Der „Reichsanzeiger" meldet: Zur Feier der 250. Wiederkehr des Tages, wo der Große Kurfürst die Regierung antrat, was für Brandenburg- Preußens Geschicke von so hoher Bedeutung war, bestimmte der Kaiser, daß am 1. December alle öffentlichen Gebäude flaggen sollen.
Berlin, 24. November. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde die Einkommensteuer-Vorlage weiter berathen. Der Abg. von Eynern erklärt sich bereit, an der Vorlage mitzuarbeiten und mit der Regierung sich über die Declarationspflicht zu verständigen- gegen den Vorsitz des 'Landraths in der Einschätzungscommission müsse er sich aussprechen. Abg. Rickert spricht sich gegen die Erbschaftssteuer aus. Der Finanzminister Dr. Miquel vertheidigt die Erbschaftssteuer als nothwendige Ergänzung des Steuersystems- durch sie würde ein stärkeres Heranziehen des sundirten Einkommens ermöglicht. Der Abg. Dr. Sattler bekämpft Richter, der dem großen Gedanken der Heranziehung jedes Einkommens nicht gerecht werde, und ist für die Erbschaftssteuer, wenn Erbschaften bis 10000 Mk. steuerfrei bleiben. Abg. Graf Kanitz erklärt sich als entschiedenster Freund der Declarationspflicht. Die Grundsteuer habe gegenwärtig keine Existenzberechtigung- auch die Gebäudesteuer sei ungerecht. Die Ermäßigung der indirecten Steuern ohne Deckung für den Ausfall sei unmöglich. Gegenüber der geforderten Abschaffung der landwirthschastlichen Zölle fordere er Abschaffung der Jndustriezölle. Abg. von Hammerstein will Beseitigung der Ueberweisungen und völligen Erlaß der Grund- und Gebäudesteuer. Abg. Richter bemerkt, ein versöhnlicher Ton zwischen den einzelnen Parteien sei Wünschenswerth, dem Verwischen politischer Gegensätze ziehe er einen frischen, fröhlichen Kamps vor. Der Finanzminister Dr. Miquel spricht die Hoffnung aus, Richter werde bezüglich des Tons dahin gelangen, wo er (Redner) immer gestanden habe. lieber fein' Reformwerk habe er mit Männern aller Parteien gesprochen, auch der freisinnigen. Die Geneigtheit Richters dazu habe er aber infolge der Ausführungen der „Freisinnigen Zeitung" nicht
meiner freiwilligen künstlerischen Leistungen zu thun.- Ich denke, eine halbe Reichsmark für den zweiten und süns- undsiebzig Pfennige für den ersten Platz werden den hiesigen Verhältnissen vollkommen angemessen sein" — der Bürgermeister nickte — „und damit ich die Concertbesucher der Mühe enthebe, erst an der Kaffe ein Billet zu lösen, möchte ich den Vorschlag machen, daß irgend eine vertrauenswerthe und ortskundige Persönlichkeit sich der leichten Aufgabe unterzieht, die von mir schon sertiggestellten Billets bei den Honoratioren der Stadt und der Umgegend zu präsentiren - die Herrschaften brauchten sich dann einfach in die beigegebene Liste einzuzeichnen, wenn sie es nicht vorziehen, dem Boten direct den geringfügigen Betrag mitzugeben."
Herr Schnauzler erklärte sich mit Allem einverstanden und seine Vorliebe für den fremden Künstler wuchs noch um ein Beträchtliches, als dieser einige viereckige Pappstückchen, welche die Inschrift aufwiesen: „Cello - Concert von Leonhard Kratzer, I. Platz", aus seiner Brusttasche zog und sie dem Bürgermeister mit den Worten einhändigte:
„Es ist selbstverständlich, Herr Bürgermeister, daß ich Sie nebst den werthen Ihrigen ersuche, bei dem Concert mein Gast zu sein und wollen Sie gütigst schon jetzt diese Billets entgegennehmen . . . o, bitte, bitte, die Ehre ist ganz aus meiner Seite ... so, und wäre es mir höchst angenehm, wenn Sie mir noch Jemand bezeichnen können, der sich der Mühe des Ausrragens der Subscriptionsliste und der Billets unterzöge, natürlich gegen eine entsprechende Vergütung Meinerseits."
„O, da wollen Sie sich nur an den Rathsdiener Zippert wenden," rief der Bürgermeister, „Sie treffen ihn jetzt ganz sicher unten in der Rathscanzlei, der besorgt Ihnen Alles auss Beste."
(Fortsetzung folgt.)
vorausgesetzt. Für den, der sich durch Gründe nicht überzeugen laffe, bleibe nur die Ueberzeugung durch Stimmenmehrheit. — Das Haus verwies die Vorlage an eine 28gliederige Commission. — Morgen Vormittag 11 Uhr beginnt die Berathung der Erbschaftssteuer.
— Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht den Wortlaut der Privilegien wegen Ausfertigung von fünfprocentigen Jn- Haber-Obligationender deutsch-ostafrika nischen Gesellschaft im Betrage von 10,556,000 Mk.
Berlin, 24. November. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts II. begann heute die Verhandlung gegen vierzehn Angeklagte wegen des Köppenicker Krawalls vom 20. März, bei dem der Gensdarm Müller getödtet wurde. Die Anklage lautet aus Landfriedensbruch und Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg. Der Angeklagte Reuter ist als Rädelsführer bezeichnet. Vorsitzender ist Landgerichtsrath Voigtel, Staatsanwalt Dr. Müller.
Berlin, 24. November. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die Unterhandlungen des Reichspostamts mit dem Generalpostmeister der Vereinigten Staaten wegen Herstellung schwimmender Postbureaux, welche an Bord der Postdampfer die Post auf der Oceanfahrt bearbeiten sollen, sind nunmehr abgeschlossen. Zur Regelung der technischen Details reist der Director Sachse in den nächsten Tagen nach Washington und New-Dark.
Berlin, 24. November. Anläßlich des Jubiläums des 150jährigen Bestehens des reitenden Feldjägercorps fand heute im festlich geschmückten Kasernement desselben eine Feier statt, bei welcher Deputationen ehemaliger Feldjäger prachtvolle silberne Tischgeräthe und eine broncene Jagdgruppe überreichten. Heute Abend findet im Hotel Kaiserhos eine Begrüßung der Gäste in Gegenwart des Chefs des reitenden Feldjägercorps, Generalseldmarschall Graf Blumenthal, statt. Morgen wird im Lichthofe des Zeughauses ein großer Appell stattfinden.
Köln, 24. November. In Folge von Dammrutschungen und Brückenüberfluthungcn mußte der B a h n b e t r i e b zwischen der Friedrich-Wilhelmshütte und Beuel, aus der Strecke- Kupserdreh-Langenberg, und zwischen Opladen und Düsseldorf, Strecke Dülken-Brüggen gesperrt werden.
Köln, 24. November. In Folge des mehr als vierundzwanzigstündigen Regens und Sturmes steigen Rhein und Nebenflüsse sehr stark. Bei Opladen erreichte die Wupper eine außerordentliche Höhe, die Straßen sind überschwemmt, auch die Flüsse Emsche und Ferne sind ausgetreten. Hier ist der Rhein innerhalb 24 Stunden von 1,40 aus 4,17 Meter gestiegen- auch das Siegthal ist überschwemmt.
Elberfeld, 24. November. Die „Elberf. Ztg." meldet: Ein großer Theil Barmens ist ebenfalls überschwemmt, das Barmer Theater ist geschlossen. In Elberfeld ist der Pserdebahnverkehr eingestellt. Das Wasser steigt. In den Fabriken des Vollmethals bei Hagen kann des Hochwassers wegen nicht gearbeitet werden.
Elberfeld, 24. November. Die Wupper hat Hochwasser, das die anliegenden Stadttheile meterhoch überschwemmt. Das Wasser steigt noch, an der Hauptbrücke wurde das Gerüst für den Neubau weggeschwemmt.
Elberfeld, 24. November. Die „Elberfelder Zeitung" meldet: Das Wasser steigt bei anhaltendem Schneeregen fortwährend. Die Straßen in ostwestlicher Richtung, wie die Hofauerstraße und die Königstraße, sind fast sämmtlich überschwemmt. Mehrere dem Einsturz drohende Häuser an der Wupper wurden polizeilich geräumt. Die Feuerwehr bringt ihre Gerätschaften aus dem Hochliegenden Neumarkt in Sicherheit. Die Theater und die Vergnügungslocale wurden geschlossen. Die Tagesblätter sind meist nicht erschienen. Von den Hauptstraßen sind nur die Hoskamperstraße, die Louisenstraße und der Neumarkt wasserfrei.
Bonn, 24. November. Die Sieg ist stark angeschwollen. Die Bahnstrecke Buel-Friedrich-Wilhelmshütte ist gesperrt.
Münster i. Westf., 24. November. Durch U e b e r- schwemmung der Ems wurde der Bahnbetrieb zwischen Lippstadt und Wiedenbrück gestört.
Schmalkalden, 24. November. Ein furchtbares Hochwasser hat ganze Stadttheile überschwemmt und schrecklich verwüstet. Ebenso den Kreis und das Werrathal. Mehrere Häuser sind eingestürzt. Der Bahnverkehr auf der Strecke Wernshausen-Schmalkalden wird wegen eines Dammbruchs voraussichtlich auf drei Tage gesperrt bleiben.
Schmalkalden, 24. November. Die Wassersnoth in Westthüringen ist allgemein. Zahlreiche Dammbrüche sind zu melden. Furchtbare Verwüstungen, Viehverlufte und Häusereinsturze sind fast allerorten vorgekommen.
Dortmund, 24. November. Die Gronau-Enscheder Bahn hat den Betrieb eingestellt, da das Hochwasser die Brücke weggerissen hat.
Kaffel, 24. November. Es werden Ueberschwemmungen aus der Umgegend hierher gemeldet. In Kassel selbst hat das Ahna-Flüßchen die Gasfabrik unter Wasser gestellt, die städtische Beleuchtung mußte daher allgemein eingestellt werden. Die Calamität ist groß. Im Theater und Circus sind die Vorstellungen ausgefallen.
Dresden, 24. November. Die Elbethalbewohner Sachsens treffen gegen das H o ch w a sser Vorsichtsmaßregeln. Die Elbe steigt stark in Böhmen, und hier sind bereits einige Häuser und Brücken bedroht.
Dresden, 24. November. Auch hier liegt erneuerte Hochwassergefahr vor, da aus Böhmen rascher Wasserwuchs gemeldet wird; auch in Sachsen sind alle Elbzuflüsse bereits beträchtlich angeschwollen. Der Regen ist jetzt mit Schnee vermischt und hält an.
Ulm, 23. November. Der heutige Katholikentag war aus Ulm und Umgegend von etwa 3000 Personen besucht. Den Vorsitz führte Graf Rechberg-Rotenlöwen. Die dem Katholikentage vorzulegenden Resolutionen fordern zur Bekämpfung der Socialdemokratie die Freiheit der Kirche, die volle Unabhängigkeit des Papstes inbegriffen, die Erhaltung
der consessionellen Schule, die Unterstützung der katholischen Presse, die Gründung von katholischen Vereinen, die Ueber- mittelung eines Antrages an die württembergische Staats- regierung aus Zulassung aller Männerorden und auf Aushebung der für weibliche Orden bestehenden Beschränkungen, sowie endlich die Bitte an den Reichstag um Aushebung des Jesuitengesetzes.
Rudolstadt, 24. November. Von Scheibe wird großes Hochwasser gemeldet. Es besteht Gefahr sür das ganze Schwarzathal.
Eisenach, 24. November. Der Regen hält an, das Wasser steigt. Dem Vernehmen nach wurde der Eisenbahnbetrieb nach Friedrichroda eingestellt.
Koburg, 24. November. Bei anhaltendem Regen ist hier Hochwasser eingetreten, das den Verkehr nach allen Richtungen hin gestört hat.
Erfurt, 24. November. Großes Unwetter herrscht in Thüringen und bewirkt vielfach Ueberschwemmungen.- Die Ilm ist aus den Usern getreten, in Ilmenau wurde die Feuerwehr durch die Glocke zusammengerusen, da aus der Schleusinger Straße mehrere Häuser eingestürzt und andere gesährdet sind. Der Sturm wüthet fort.
Erfurt, 24. November. Das Unwetter dauert an. Die Bahnstrecken Waltershausen-Schnepfenthal, Wutha-Ruhla sind gesperrt. Arnstadt, Gräfenroda und Ohrdrufs stehen unter Wasser. Erfurt ist sehr bedroht.
Prag, 24. November. Aus zahlreichen Gegenden sind Meldungen über Hochwasser eingelaugt. Im böhmischen Landtage erklärte der Statthalter, die Regierung habe alle Vorkehrungen gegen die Wassergefahr getroffen. In Karlsbad trat die Tepl aus und überfluthete die alte und neue Wiese, den Marktplatz und die Mühtbrunngasse. Alle Holzbrücken sind weggerissen - mehrere eiserne Brücken und das Haus zum Caffeebaum sind eingestürzt, die Gas- und Wasserleitung zerstört. Bürgermeister Knoll ist aus Schreck in Folge eines Herzschlages gestorben. Die schönsten Theile der Stadt sind dort verwüstet. Aus den Hotels „Kaiser von Oesterreich", „Goldner Schlüssel" und „Merkur" wurden die Curgäste durch die Feuerwehr gerettet. Der Schaden beziffert sich aus Millionen. Die Gefahr hat inzwischen nachgelassen, ist aber noch unbefestigt.
Prag, 24. November. Aus dem Annaschacht in Tschautsch, Eigenthum der Brüxer Bergbau-Gesellschaft, verbunden mit der Aussig-Teplitzer Bahnstation Brüx, erfolgte heute ein Wassereinbruch. Menschenleben sollen gefährdet fein. Man fürchtet, daß 50 Bergleute von der Katastrophe überrascht wurden, doch fehlen noch Details. Der Annaschacht war der leistungsfähigste unter den Brüxer Schachten. Die Gesellschaft förderte etwa 120 Wagen täglich. Früher gehörte der Schacht dem Hause Erlanger.
Prag, 24. November. Fünfzig Mann von der Belegschaft des Annaschachtes sind gerettet. Das Schicksal der übrigen ist ungewiß, und die Zahl der Verunglückten dürfte groß sein. Es wyrden bereits mehrere Leichen zu Tage gefördert. Die Wassereinbrüche erfolgten durch den Niedergang eines Abbaues von auf den Wiesen angesammelten, durch zweitägigen Regen vermehrten Stauwasser.
Prag, 24. November. Drohende Ueberschwemmungen werden von der Moldau und ihren Nebenflüssen sig- nalisirt. Der Egerfluß ist 95 Zentimeter gestiegen. Da in Karlsbad eine Katastrophe befürchtet wird, entsandte der Statthalter dahin 25 Pioniere. Die Bahnstrecke Zdic-Prv- tiroin ist überschwemmt. Aus Pilsen und Deutschbrod komm: die Meldung eines gefahrdrohenden Steigens der Radbufa und Sazawa.
Paris, 24. November. Unter dem Namen „afrikanischfranzösisches Comite" bildete sich ein Comite, das, jeder Parteipolitik fernstehend, die weitere Entwicklung des französischen Handels in Afrika anstrebt. Zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten der Armee, des Parlaments und des Handels sind beigetreten.
Luxemburg, 24. November. In der heutigen Sitzung des Obergerichts Hoss hielt der Oberprocurator Chome eine Ansprache, worin er die Verdienste des Heimgegangenen Fürsten würdigte und das Vertrauen der Behörde und des Volkes zu seinem Nachsolger betonte. Zum Zeichen der Trauer wurde die Sitzung aufgehoben.
Luxemburg, 24. November. Sämmtliche Tagesblätter erscheinen schwarz umrändert und enthalten Nachrufe für den verstorbenen König-Großherzog. Die „Luxemburger Zeitung" schließt ihren Artikel mit folgenden Worten: „Wir hoffen und haben alle Gründe, zu glauben, daß das neue Regiment zum Vorlheil des Landes ausschlagen wird und die Geschicke des Großherzogthums unter seinem nunmehrigen Fürsten nach der Trennung von Holland, das uns seit Jahren nur widerwillig als eine unbequeme Last nachzuschleppen schien, nur gewinnen können."
Gießen, 25. November.
— Großes Wasser haben die letzten Regentage fast allen Gegenden Deutschlands gebracht und die Ströme, Flüsse und Bäche über ihre Ufer getrieben. Auch unsere heimathlichen Flüsse vermögen die Wassermassen nicht mehr zu fassen. Die Lahn, schon gestern sehr hoch gehend, ist weiter gestiegen und hat die städtischen Bleichen, die Lahnstraße, die Krof- dorfer Straße, den Viehmarkt, das Neustädter Feld und das Gelände hinter dem Schlachthause überschwemmt. An ein Fallen des Wassers ist wohl im Augenblick, obschon der Regen aufgehört, nicht zu denken, denn die oberhalb Gießens in die Lahn mündenden Nebenflüsse führen derselben noch große Wassermaffen zu. Auch die Wieseck hat das von ihr durchschnittene Gelände zum großen Theile überschwemmt. Die städtische Pumpanlage an der Westanlage arbeitet unausgesetzt, um die Ansammlung des Waffers in der Stadt zu verhindern.
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