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Potsdam, 23. October. Der Kaiser ist Nachmittags [ 2j/2 Uhr zu den Jagden in Blankenburg abgereist.

Blankenburg im Harz, 23. October. Der Kaiser traf hier um 51 /2 Uhr Nachmittags ein und wurde vom Prinz­regenten von Braunschweig herzlich bewillkommnet. Die Ausfahrt erfolgte durch in Tannengrün, Flaggenschmnck und Illumination prangende Straßen, in welchen die Vereine Spalier bildeten.

Schweidnitz, 23. October. Der Landrath und die Kreis- deputirten des Kreises Schweidnitz begeben sich anläßlich der Geburtstagsfeier Moltkes zur Gratulation nach Berlin. Gestern überreichte die Ritterschaft des Kreises Waldenburg und Schweidnitz durch eine Deputation ein Album mit den Ansichten ihrer Herrensitze.

München, 23. October. DieAllg. Ztg." erfährt, daß Moltke vom Prinzregenten eine besondere Auszeichnung zugedacht sei. Der frühere Kriegsminister Verdy erhielt das Großkreuz deö Bayerischen Militärverdienstordens.

Augsburg, 23. October. Der Verbandstag der schwäbisch enDar le hnskassen-Ve reine beschloß eine Petition an den Reichstag um eine Revision und Verschärfung des Wuchergesetzes.

Speyer, 23. October. Am nächsten Sonntag finden in allen größeren Orten Festlichkeiten zu Ehren Moltkes statt, an denen die Milirärverwaltungsbehörden und zahlreiche patriotische Vereine sich betheiligen werden.

Trencfin (Ungarn), 23. October. Auf telegraphischen Befehl begab sich eine Deputation aus vier Offizieren des 71. Infanterie-Regiments nach Berlin, um Moltke, dem Inhaber des Regiments, zu seinem Geburtstage die Glück­wünsche des Regiments zu überbringen.

Paris, 23. October. Der Mmisterrath sprach sich für die Nothwendigkeit aus, ein neues telegraphisches Kabel zwischen Frankreich und Dänemark herzustellen, um den häufig jetzt vorkommenden Verkehrs-Unterbrechungen ab­zuhelfen.

Paris, 23. October. DasXIV. Sieclc" veröffentlicht eine Erklärung Boulangers, welche die Beschuldigungen der Coulisses du jßoulangisme6 widerlegen soll. Boulanger bestreitet, vom Nätionalcomite Subsidien erhalten zu haben - er habe im Gegentheil seine Ersparnisse (10,000 Francs) zu- gesetzt. Beim Austritt aus der Armee bot ihm Dillon die riöthlgen Summen für den politischen Feldzug an- außerdem erhielt er von verschiedenen Personen ungefähr 260,000 Fr., ferner vom Buchhändler Rouff 100,000 Fr. für fein Buch Die deutsche Invasion". Seine persönlichen Ausgaben be­trugen mit dem Secretariat -jährlich 75,000 Frcs., die ersten Kosten seiner Wahl 25,u00 Fr. Der Aufenthalt in Brüssel kostete monatlich 10,000 Fr.- für Unterstützungen von Comits- mitgliedern, für die Presse und die Wahlagitation wurden 200,000 Fr. verausgabt. Die Subsidien der Herzogin Uzes und des Barons Mackau habe er nicht in Anspruch genommen. Er habe seine Pension, 100,000 Fr. vom Buchhändler und das Anerbieten von einer Million für Vorlesungen geopfert, um den letzten Wahlkampf zu unternehmen.

Madrid, 23. October. Die Commission für die Revision des Zolltarifs empfiehlt der Regierung die Kündigung sämmtlicher Handelsverträge für den Februar des nächsten Jahres und die Einführung eines neuen Tarifs auf mindestens 5, längstens 10 Jahre.

Petersburg, 23. October. DerRegierungsbote" ver­öffentlicht ein Bulletin über den Großfürsten Nicolai Nico lajewitsch den Aelteren. Eine andauernde Krank­heit der Kinnlade und die Influenza im November 1889 hätten die Gesundheit des Großfürsten derangirt und eine heftige Nervenerschütterung hervorgerufen. Das warme Klima und Ruhe hätten Hoffnung auf Genesung gegeben, aber eine plötzliche Complicaüon habe eine schroffe Verschärfung der Krankheit verursacht. Hartnäckige Schlaflosigkeit und trübe Stimmung quälen den Kranken. Die Nacht auf den 22. ds. habe der Großfürst unruhig verbracht.

Cecotes tmO provinzielles.

Gießen, 24. October.

Sitzung der Stadtverordneten am 23. October. An­wesend : Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Langsdorff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Georgi, Grüneberg, Habenicht, Homberger, Heyligen- staedt, Hoch, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schiele, Schmall, Schopbach, Simon, Dr. Thaer und Wallenfels.

Unter den vom Stifter verfügten Bedingungen wird die Vergebung einer vacanten Pfründe aus der Löber-Stistung vorgenommen. Die vorliegenden drei Gesuche um Ertheilung der Concession zum Wtrthschaftsbetrieb sollen, da es sich um Fortführung bestehender Wirtschaften handelt, hinsichtlich der Bedürfnißfrage befürwortet werden. Herr Ehr. Bieker beabsichtigt, die Wirthschaft in seinem Hause (Restauration Bramm) selbst zu betreiben, Herr Konrad Müller die Ed. Riemer'sche Wirthschaft an der Wolsstraße, Herr Fr. Schächer die Wirthschaft zur Germania zu übernehmen. Herrn Schlossermeister Martin Dörr war auf Grund des § 18 des Ortsbaustatuts die Errichtung einer Feuerungs­anlage in einem Nebenbau seines Hauses an der Nordanlage untersagt worden - das dieserhalb von Genanntem an Großh. Ministerium gerichtete Gesuch um Dispensation von den Be­stimmungen des angezogenen Paragraphen soll befürwortet werden. Das Gesuch der Garnison-Verwaltung Gießen um Erlaubniß zur Anlegung einer Rohrleitung von dem zwischen der Zeughauskaserne und dem Wagenschuppen dezw. Exercierhause an der Ostanlage gelegenen Turnplätze nach dem Schoorgraben wird genehmigt. Gemäß des am 18. Sept. d. I. gefaßten Beschlusses, den Bewohnern der Sand­gasse die Entnahme von Wasser aus dem Brunnen des alten Arre st Hauses durch Anlage einer geschleiften Pumpe zu ermöglichen, ist Voranschlag über die entstehenden Kosten im Betrage von 240 Mk. vorgelegt worden. Die Versammlung

genehmigte den Voranschlag. Die Anlagen i in P hi lo- ? sopheuwald betreffend theilt Großh. Obersörsterci mit, daß die Reinhaltung der Wege in denselben mit verhältniß- mäßig hohen Kosten verbunden sei, die erspart werden könnten, wenn sich die Stadt damit einverstanden erklärte, daß Herrn Balser in Rödgen die Reinigung der Wege, zu der er sich gegen kostenlose Ueberlassung des Laubes bereit erklärte, übertragen würde. Die Versammlung ist mit dem hierüber von Großh. Oberförsterei vorgelegteti Protokoll einverstanden. Herr Löber wünscht, um den Philosophenwald anziehender zu machen, Umwandlung des vorderen Thcils desselben in einen Waldpark und Bepflanzung des Wiesenweges dahin mit Linden oder Kugelakazien. Herr Wallenfels spricht sich dagegen ans- dem Philosophenwald möge der Character als Wald bewahrt werden, in Gießen fehle es an Spazierwegen nicht. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, daß Herr Löber Vor­schläge machen möge, wie er sich die Umwandlung vorstelle. Herr Löber sagt eine diesbezügliche Vorlage für eine spätere Sitzung zu. Herr Eduard Engler hat die Vogel'sche Bleiche zwischen Löberstraße und Ludwigstraße pachtweise übernommen und ersucht um Belassung eines über die Wieseck führenden, lediglich beim Spülen der Wäsche benutzten Steges, gegen welche der Pächter der rechtsseitigen Wieseckböschung Einspruch erhoben hat. Es wird beschlossen, dem GesuchsteÜer die Anlage des Steges zu gestatten, sofern der Steg gegen das rechte Wieseckufer abgeschlossen und bei drohendem Hoch­wasser entfernt wird - außerdem soll Herr Engler eine jähr­liche Pacht von 2 Mk. entrichten. Mitbestimmend für diesen Beschluß war, daß das Bestehen einer Bleiche in dieser Gegend, als im öffentlichen Interesse liegend, nicht erschwert werden solle. Das Gesuch des Herrn L. Huhn um Erdauffüllung in der Goethestraße, wird genehmigt. Herrn I. Bern­hardt soll die Erlaubniß zur Beseitigung eines entbehrlich gewordenen städtischen Grabens in der Schwarzlach gestattet werden, sofern Gesuchsteller das betr. Grabengelände käuflich erwirbt, lieber die Festsetzung der Grabengrenze wird später Beschluß gefaßt. Der Vorstand der israelitischen Religionsgesellschaft hatte vor Jahresfrist um weitere Ueberlassung von Gelände neben dem bereits im Besitz der Gesellschaft befindlichen Begräbnißplatze auf dem Friedhöfe, reff). Reservirung des Geländes für später nachgesucht. Dem Gesuche war nach einem Beschlüsse der Stadtverordneten vom 18. April d. Q.. unter der Bedingung stattgegeben worden, daß die israelitische Religionsgesellschaft 8 Mk. pro Quadrat- Meter Gelände entrichtet, mit Zahlungsfrist bis 1. April 1893. Das neuerdings eingelegte Gebot von 5 Mk. pro Quadrat- Meter soll nicht acceptirt, sondern auf dem früheren Beschlüsse beharrt werden. Das Kaufgesuch des Herrn Ehr. Haubach I. (es handelt sich um ein in Flur 2 Nr. 75/76 an der Lahn gelegenes Grundstück) wird abgelehnt. Die Wiesen hinter den Eichen sollen auch für .kommenden Winter dem Eisverein ohne Entschädigung zur Anlage einer Eis­bahn überlassen werden, nachdem der Eisverein wieder, wie im Vorjahre, die Ueberlassung von 2000 Tageskarten an fleißige Schüler und Schülerinnen der Stadtschulen in Aus­sicht gestellt hat. lieber die Ueberlassung eines Weges nach dem Hardtberg Seitens des Herrn Gutsbesitzer Sch lenke ist schon in einer früheren Sitzung verhandelt worden. Herr Schlenke hatte sich erboten, die ihm gehörende Wegstrecke zwischen der Valentin'schen Besitzung und dem Hardthofe unentgeltlich an die Stadt abzutreten, wenn dieselbe den Ausbau und die Unterhaltung der Straße bis zur Landes­grenze gegen Gleiberg hin übernimmt. Die Stadtverorbneten- Versammlung hatte sich mit der Uebernahme der Straße einverstanden erklärt, vorbehaltlich der späteren Uebernahme auf den Kreis. Der Kreisausschuß hat sich zur Uebernahme der Straße bereit erklärt und nur einige Ausstellungen in Betreff der Steigungsverhältnisse bezeichneten Weges gemacht, wodurch die auf 19400 Mk. veranschlagten Kosten sich um 450 Mk. erhöhen würden. Da indeß Herr Schlenke sich bereit erklärt hat, neben der auf über 1900 Mk. bewertheten Geländeabtretung die Anfahrt und das Brechen der zum Bau der Straße zu verwendenden Hardtsteine (veranschlagt zu 500 Mk.) ohne Entschädigung ausführen zu taffen, so ermäßigen sich die Kosten auf 19 350 Mk. Es wird Eingehen auf das Project und Einstellung der Kosten in den nächsten städtischen Voranschlag beschlossen. Mit Herstellung dieses Weges wird eine bessere Verbindung für Fuhrwerke nach dem Gleiberg erreicht. Der Antrag Großh. Steuer-Commissariats auf Erneuerung des Namens-Verzeichnisses zum Grundbuch der Gemarkung Gießen wird vertagt, da über das Ergebniß der Zusammenlegung der Grundstücke, die womöglich in einem neuen Verzeichniß mit berücksichtigt werden soll, noch Erheb­ungen anzustellen sind.

In der gestrigen Stadtverordnetensitzung wurde ge­legentlich der Vergebung der Lober'schen Stiftungszinsen auf die Thatsache hingewiefen, daß die Zahl der Bewerber um die Stiftung, von denen nur ein Gesuch berücksichtigt werden konnte, eine ziemlich große sei, während für die zur Zeit vacanten drei Pfründen aus der Plock'schen Stiftung keine Bewerbungen eingelaufen seien. Die Gründe, warum so wenig von Seiten der Hülssbedürftigen um Unter­stützung aus der Plock'schen Stiftung eingekommen wird, liegt wohl in der Scheu vor dem Hospital, die zwar er­klärlich, aber nicht in dem Maße gerechtfertigt ist, wie angenommen wird. In den die Plock'sche Stiftung betreffenden Verhandlungen der Stadtverordneten ist schon mehrfach bemerkt worden, daß der Ertrag einer Pfründe eine im Verhältniß zu den übrigen Hospitaliten bessere Verpflegung und Unter­bringung (die Plock'schen Pfründner erhalten ein besonderes Zimmer) im Hospitale ermögliche und sonach keine Veran­lassung für die Hülssbedürftigen vorliege, von einer Bewerbung um Mitgenuß der Stiftungszinsen abzusehen. Eine Uebersicht über Diejenigen, die sich um den Mitgenuß einer anderen Stiftung beworben, aus der die Unterstützung in baarem Gelde erfolgt, belehrt offenbar, daß besonders die mit einem Leiden behafteten oder sonst gänzlich erwerbsunfähigen l Personen wohl am besten im Hospital aufbewahrt sind.

Der Plock'schen Stiftung droht auf der einen Seite eine vom Stifter nicht beabsichtigte Capilalanhäusvng, während anderer­seits die Armenkasse zwecklos belastet wird infolge Unter­stützung solcher, die eine Pfründe aus dem oben angeführten Grunde ausschlagen. Zweck dieser Zeilen ist, Angehörige und Bekannte von hier geborenen und unbescholtenen Hilfs­bedürftigen beiderlei Geschlechtes auf die durch die Plock'sche Stiftung gebotene Hülfe aufmerksam zu machen.

Eine Versammlung von Bürgermeistern solcher Städte des Großherzogthums, in denen die Städteordnung eingeführt ist (Darmstadt, Mainz, Gießen, Offenbach, Worms, Bingen und Alzey) findet nächsten Montag in Mainz statt. Es sollen communale Angelegenheiten beroorragenber Bedeutung zur Berathnng kommen.

Butzbach, 21. October. Der-Gutspächter Johannes Heil von Dorheim, der sich nebst seiner Frau auf dem vor einigen Jahren in der Nähe von Würzburg verunglückten Eisenbahnzug befunden hatte, wurde so schwer verletzt, daß sein Leben monatelang in Gefahr schwebte. Das Schlimmste wurde zwar abgewendet, doch war seitdem seine Gesundheit ernstlich erschüttert. Jetzt erlag er in Darmstadt, wo er die letzten Jahre verlebt hat, seinen langjährigen Leiden. Von der Eisenbahngesellschaft hat er eineJabrespension von 5000 Mk. bezogen.

§ Herchcnhain, 22. October. Nächsten Sonntag findet die feierliche Einweihung unseres Schul Hauses statt. Dasselbe wurde schon seit vorigem Jahre von der Schule benutzt, doch mußte die Einweihung bis jetzt hinausgeschoben werden.

§ Grebenhain, 23. October. Der Forstwart Jäger von hier erntete heute eine gewöhnliche Erd-Kohl rabe, welche das respectable Gewicht von 25 Psund hatte.

Verm-ischtes.

* Darmstadt, 21. October. Zu dem Zwecke der defini­tiven Constituirung einesEvangelischen Pfarrvereins für das Großh erzogthum Hessen" findet im Lause des Monats November in Frankfurt a. M. eine Versamm­lung sämmtlicher hessischen evangelischen Geistlichen statt. In einer dieser Tage in Gießen abgehaltenen Versammlung wurde hervorgehoben, daß der Verein weder eine Oppositions­partei, noch ein Antisemitenclub, noch eine Strebe- und Agi­tationsgesellschaft fein wolle, der Verein wolle lediglich unter steter Berücksichtigung der Lebensbedingungen und Lebensauf­gabe der evangelischen Kirche die berechtigten Anliegen des geistlichen Standes vertreten, und zwar in den Grenzen und mit den Mitteln, wie sie durch die Eigenart einer, freien Vereinigung bedingt und gegeben seien.

* Mainz, 20. October. Am Samstag war ein hiesiger Dachdeckermeister mit seinem Sohn auf dem Dach eines Hauses beschäftigt. Während der Sohn sich auf einen Augen­blick entfernt hatte, wurde der Vater von einem Schlag­anfall getroffen und blieb sofort tobt. Die Leiche kollerte das Dach herab, blieb aber im Kändel hängen. Es kostete den Berufsgenoffen keine geringe Mühe, die Leiche des auf dem Dach verstorbenen Dachdeckers herunter zu schaffen. Die Hinterbliebenen des Verstorbenen, der erst am 3. d. M. der Mainzer Sterbekasse beigetreten war, erhielten von der­selben 827 Mk. 10 Pf.

* Worms, 21. October. ImCafe Weiß" Hierselbst findet am 30. October eine Versammlung des Lanbesaus- fchuffes zur Abschaffung der'Wein st euer in Hessen statt. Zugleich soll dabei auch die sogen.Bedürfnißfrage" einer eingehenden Erörterung unterzogen werden.

* Berlin, 23. October. In einem Hause der Jahnstraße hat der frühere Landwirth Gast, offenbar in Folge von Nahrungssorgen, sich selbst und seine 5 Kinder von 14 bis 2 Jahren vergiftet. Er brachte den Kindern das Gift in Abwesenheit der Mutter durch Zuckerwerk bei, Gast und drei Kinder wurden tobt aufgefunben- zwei Kinber, bie bas Gift nicht vollstänbig verschluckt und zum Theil ausgebrochen hatten, sind am Leben und außer Gefahr.

* Frankfurt, 23. October. Der Portefeuiller Hahn, der am Montag das Attentat auf seine Geliebte Kaltwaffer verübte, hat in der vergangenen Nacht in dem Untersuchungs- gefängniß seinem Leben ein Ende gemacht - er wurde heute Morgen tobt an einem Thürpfosten hängend aufgefunben. Der im Heiliggeistspital aufgenommenen Kaltwaffer geht es verhältnißmäßig gut, sie wirb in kurzer Zeit roieber her- gestellt sein.

* Frankfurt a. M., 23. October. Bei sämmtlichen hiesigen Verkaufsstellen berVolksstimme" hat die Polizei gestern Haussuchung nach den mit Beschlag belegte« Nummern ohne Erfolg vorgenommen.

* Vor dem Militärbezirksgericht in München wurde gegen einen Unteroffizier verhandelt, der einem Soldaten eine Ohr­feige gegeben, weil er zu der Zeit noch im Stalle zu thun hatte, in der er vom Unteroffizier zur Vorstellung wegen unsauberer Säbelscheide besohlen' war. Der Unteroffizier er­hielt drei Tage Mittelarrest. Der geohrseigte Soldat erhielt indessen ebenfalls drei Tage Mittelarrest, und zwar deshalb, weil er die Ohrfeige nicht sofort zur Anzeige gebracht hatte.

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- Umtausch von Postwerth-eichen. Um dem Publikum die Benutzung der mit eingesUmpellem Postwertbzeichen versehenen Postanweisungen zu 20Psg. zu erleichtern, ist aeftattet, diese Formu­lare, falls sie in den Händen des Publikums verderben, ohne Weiteres einzeln oder in größerer Zahl gegen gleichwerthtge neue Formulare kostenfrei umzutauschen. Nicht so bei Postkarten und Streifbänder» mit eingedrucktem Werthstempel. Diese sollen im Allgemeinen nicht umgetauscht weiden, sondern, wenn verdorben, zu Lasten des Besitzers verfallen. Um indessen auch hierbei unnötbige Härten auszuschließen, ist neuerer Zeit nachgegeben worden, daß Postkarten und gestempelte Streifbänder, wenn unbenutzt verdorben (verschrieben, beschmutzt rc.), in Mengen von mindestens je 100 Stück umgetauscht werden können, doch soll in jedem Falle zuvor die Genehmigung des Reich^poftamts eingkhoit werden. Eine Verwendung der aus Postanweisunge», Postkarten oder Streifbändern ausgeschnittenen Werthstempel bekanntlich unter keinen Umständen statthaft.

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