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Insel Helgoland. Für morgen ist eine Fahrt nach Helgo­land projectirt.

Bem, 23. September. Die Berathung der Tessiner Angelegenheit im Nationalrath ist aus nächsten Freitag sestgesetzt.

Bem, 23. September. Der Nationalrath beschloß ein­stimmig für die Bundesverfassung eine neue Bestimmung, wonach zum Verlangen einer Volksabstimmung über Revision der Bundesverfassung oder Aufnahme eines neuen Artikels in dieselbe eine Stimmenzahl von 50000 erforderlich sein soll.

Bem, 23. September. Der Ständerath stimmte folgender Motion Wirz zu: Der Bundesrath solle erwägen, ob nicht aus dem Wege internationaler Unterhandlungen die Sonntagsruhe sür die bei den öffentlichen Transport­anstalten Angestellten, insbesondere durch thunlichste Einstellung Les Güterzugsdienstes an Sonntagen, weiter gefördert wer­den könne.

Wien, 23. September. Der Botschafter Reuß gab gestern zu Ehren des Gesandten v. Schlözer ein Diner - es nahmen Theil die Minister Kalnoky und Szögyenyi und der Nuntius Galimberü. v. Schlözer ist heute zum Diner bei Kalnoky geladen- er reist morgen nach Rom zurück.

Troppau, 23. September. In drei Kohlengruben bei Dombrau ist ein Strike ausgebrochen. 2000 Arbeiter ver­weigern die Einfahrt- sie ziehen längs der Montanbahn nach Ostrau. Bisher sind keine Ruhestörungen vorgekommen. Militär ist nach den Kohlengruben beordert.

Budapest, 23. September. Competenterseits wird ver­sichert, daß die Verhandlungen betreffend Regelung der serbischen Schweineeinfuhr noch beim Ackerbau­ministerium in Schwebe sind.Nemzet" hält daran fest, es handle sich nicht um die Aushebung des Einfuhrverbots, sondern um Einführung von Erleichterungen. DerPester Lloyd" characterisirt letztere als leichte Uebergangsbestimm- ungen.

Paris, 21. September. Herr Tisserand, Director der Abtheilung für Ackerbau im Ministerium, machte über die Ernte in Frankreich folgende Mittheilung: Von 18601870 betrug unsere Ernte, Elsaß-Lothringen mit ein­begriffen, im Durchschnitt 98 Millionen Hectoliter. Von 18701880 108 Millionen. An ^diesem Fortschritt haben sicherlich die seit 56 Jahren auf allen Punkten des Landes eingerichteten Versuchs- und Musterstationen großen Antheil gehabt. Es existiren derselben augenblicklich 18 000. Sie haben uns 150000 Francs gekostet- aber wie viel Millionen haben sie eingebracht.

Paris, 23. September. Die Opfer an Menschenleben bei den jüngsten Senegal-Ueberschwemmungen werden aus 3000 geschätzt. Die Eingeborenen von Kayes und aus der Umgegend sind von allen Lebensmitteln entblößt und die Situation am Senegal ist sehr kritisch.

Calais, 23. September. Gegen 3000 Tüllarbeiter beschlossen, die Anträge des Vermittlungscomites abzulehnen. Delegirte der Trades Unions von Nottingham wohnten der Versammlung bei und versprachen den Strikenden die mora­lische und pecuniäre Hilfe aller englischen Arbeitersyndicate. Der allgemeine Ausstand dauert fort.

Saint Etienne, 23. September. Eine Versammlung von Delegirten der Bergleute forderte von der Gesellschaft von Firminy eine Erhöhung des Tagelohns um einen Franc und gewiffe Unterstützungen im Erkrankungsfalle, widrigenfalls sie für den 25. September zu striken drohen.

Rom, 23. September.Capitan Fracassa" meldet: Der gestrige Ministerrath beschäftigte sich mir den allgemeinen Wahlen. Herr Crispi besprach auch den Austritt Seismit- Dodas, alle Minister billigten die Art der Lösung. Der Ministerrath beschäftigte sich ferner länger mit dem Budget.

Rom, 23. September. Dem militärischen Fachblatte Esercito Jtaliano" zufolge verhandelte der gestrige Minister­rath über die in allen Ministerien, auch im Kriegsministerium durchzusührenden Ersparungen. Der Kriegsminister soll beabsichtigen, alles Mögliche zu thun, um die Militärausgaben herabzumindern, ohne jedoch dadurch die Solidität der Armee­organisation zu verringern; diesbezügliche Studien habe er bereits in Angriff genommen.

Florenz, 23. September. Auf der kürzlich eröffneten electrischen Trambahn Florenz-Fiesole hat sich ein Unfall ereignet. Man zählt 6 Todre und 12 Verwundete.

Sansibar, 23. September. Der deutsche Reichsangehörige Künzel, welcher mit acht Deutschen kürzlich in Lamu gelandet war, gerieth am 15. September in der Stadt Witu mit den Einwohnern in Streit. Hierbei wurden Künzle und sieben seiner Gefährten getödtet- einer entkam. Die Untersuchung ist angeordnet.

Bombay, 23. September. (Meldung des Bureau Reuter.) In Cambay (Provinz Guzerate) ist in Folge einer neuen Vermessung des Grund und Bodens eine kleine Revolte erfolgt. Die aus Wunsch des Nabab vom englischen politischen Agenten gesandten Truppen stießen mit der bewaffneten Menge zusammen, wobei 13 Unterthanen des Nabab getödtet und 20 verwundet wurden.

Sydney, 23. September. (Meldung des Bureau Reuter.) Die vereinigten Dampfschisfsrheder schlossen nach einer Conserenz Hierselbst mit Maschinisten der Marine einen drei­jährigen Contract zu erhöhten Lohnsätzen, wodurch dieselben sich verpflichteten, unter keinen Umständen dem Ausstande sich anzuschließen. ---

XL Jahresversammlung des Deutschen Vereins für Armenpflege und Wohlthätigkeit.

Frankfurt a. M., 23. September.

Die laufende Woche ist für Frankfurt vom Anfang bis zum Ende eine socialpolitische. Mit der Versammlung des Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke hat sie be­gonnen, mit den Verhandlungen des Vereins für Socialpolitik

wird sie schließen und in der Mitte liegen die Berathungs- tage des Vereins, den die Rubrik bezeichnet.

In derLoge Sokrates" wurde heute Vormittag kurz nach 9 Uhr die erste Hauptversammlung des Deutschen Ver­eins für Armenpflege und Wohlthätigkeit durch den Abgeord­neten Seyffardt-Creseld eröffnet. Namens der Regierung begrüßte Oberregierungsrath Steinsius-Wiesbaden in Vertretung des Regierungspräsidenten die Versammlung, Namens der Stadt Frankfurt hieß Bürgermeister Dr. Heussen- stamm und Namens des Freien Deutschen Hochstifts Pros. Dr. Valentin die Anwesenden willkommen.

Nach mehreren geschäftlichen Mittheilungen, aus denen hervorgehoben sein mag, daß der Verein bei 7000 Mk. Ein­nahme einen Ueberschuß von 1300 Mk. zu erzielen hofft, und verschiedenen Einladungen zu den in Aussicht genommenen Besichtigungen und Vergnügungen, referirte Kalle-Wies­baden über den StanddesHaushaltungsunter richt s. Den Ausführungen ist zu entnehmen, daß die Frage des Haus­haltungsunterrichts im verflossenen Jahre wesentliche Fort­schritte gemacht hat. 100 derartige Anstalten sind neu ge­gründet worden. Es wird dahin gestrebt, den Haushaltungs­unterricht in die Volksschulen einzusühren, wie es im Badi­schen bereits mehrfach der Fall ist. Vom Zustandekommen der Gewerbenovelle wird gehofft, daß sie das Jnslebentreten einer größeren Anzahl solcher Schulen bewirkt. Die Frage des Haushaltungsunterrichts wird übrigens aus der nächst­jährigen Versammlung Gegenstand eingehenderer Berathung sein.

Bürgermeister Dr. Münster berg-Iserlohn berichtete hierauf über die Krage des Land ar men wese ns. Seine Ausführungen gipfelten in folgenden Thesen:

1) Die geltende Armengesetzgebung wird als reform­bedürftig anerkannt.

2) Als wesentlichster Bestandtheil dieser Reform ist die ausgedehntere Betheiligung der größeren Communalverbände an den Lasten der Armenpflege, sowie die Bildung leistungs­fähigerer Ortsarmenverbände im Sinne der von dem Deut­schen Verein für Armenpflege und Wohlthätigkeit im I. 1886 ausgestellten Thesen zu betrachten.

3) Eine alsbaldige Aenderung der geltenden Armen­gesetzgebung ist in folgenden Richtungen erwünscht:

a. Herabsetzung der für den Erwerb und Verlust des Unterstützungswohnsitzes maßgebenden Altersgrenze auf das 21. Lebensjahr (§§ 10 und 27 des U.-W.-G.) -

b. Aufnahme einer Bestimmung in den § 14 Abs. 2 des U.-W.-G., wonach auch der von dem verpflichteten Armenverbande gestellte Antrag auf Uebernahme des Unterstützten die Frist unterbricht-

c. Ausdehnung der Bestimmungen des § 29 des U.-W.-G. aus Fabrik- und gewöhnliche Lohnarbeiter, sowie Privat­beamte, deren Einkommen den Betrag von 2000 Mk. jährlich nicht übersteigt, und Erstreckung der dem Dienst- bezw. Arbeitsorte hiernach obliegenden Fürsorgepflicht von 6 auf 13 Wochen -

d. Ergänzung des § 3 unter b des U.-W.-G. durch fol­genden Zusatz:Kann nicht ausgemittelt werden, ob und wo der Unterstützte einen Unterstützungswohnsitz hat, so trifft die Verpflichtung zur Kostenerstattung den Land­armenverband nur dann, wenn der fordernde Orts­armenverband darthut, daß er sorgfältig bemüht gewesen ist, den richtigen Unterstützungswohnsitz zu ermitteln"- e. Übertragung der letztinstanzlichen Entscheidung in allen Armenstreitsachen an das Bundesamt für Heimath- wesen-

f. Ergänzung der Reichs- bezw. Landesgesetzgebung durch Artikel 1114 des preußischen Gesetzes vom 21. Mai 1855 entsprechende Vorschriften, sowie event. entsprechende Abänderung von §361 Ziff. 3, 4, 5, 7 u. 8 des R.- Str.-G.-B.

4) Im Uebrigen ist nach den vorgenommenen Erhebungen ein dringendes Bedürfniß, mit einer Aenderung der Grund­lagen der gegenwärtigen Gesetzgebung über das Landarmen­wesen und den Unterstützungswohnsitz schon jetzt vorzugehen, nicht anzuerkennen. Die Entscheidung über eine Aenderung dieser Grundlagen ist jedenfalls bis zu dem Zeitpunkte aus­zusetzen, wo die Ergebnisse der vorbezeichneten Reformen und der socialpolitischen Gesetzgebung des Deutschen Reiches voll­ständig vorliegen werden.

5) Es ist erwünscht, daß die Regelung der Fürsorge­pflicht der öffentlichen Verbände in Bayern und Elsaß-Lothringen mit der Reichsgesetzgebung in Einklang gebracht werde.

Die Thesen wurden in der vorstehenden Fassung nach einer lebhaften Discussion angenommen, in welcher namentlich von Städten des Rheinlands gegen die Aussicht, welche ein Beamter des rheinischen Landarmenverbandes ausüben würde, Einspruch erhoben wurde. Andere Redner sprachen sich für das Aufsichtsrecht aus.

Die Frage im deutschen Armenwesen läuft darauf hinaus: Heimathsrecht oder Unterstützungswohnsitz?" Es ist eine Enquete angestellt worden und von den eingelausenen Ant- Worten erklären sich 70 sür die Beibehaltung der jetzigen gesetzlichen Bestimmungen, 30 sür die Rückkehr zum Heimaths­recht und 20 sür Uebertragung der Armenlasten aus noch größere Verbände.

Nach 2 Uhr schloß die heutige Sitzung. Für morgen stehen: die Wohnungsfrage und die Grenzen der Wohlthätig­keit aus der Tagesordnung.

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Gießen, 24. September.

D-y. In der Nacht vom 22. zum 23. d. M. ent­schlief dahier Fräulein Caroline Henry im 86. Lebensjahre. Unsere Gemeinde betrauert in ihr eine Dame, die, so an­spruchslos und still ihre Lebenszeit verlief, durch ihr un­gewöhnlich langes und unermüdliches Wirken als Lehrerin an der höheren Mädchenschule, sowie durch ihre gemeinnützige, reichgesegnete Thätigkeit in der Geschichte unserer Schulen

wie unserer Wohlthätigkeitsanstalten und damit in der Ge­schichte eines wesentlichen Theils der Entwickelung unserer Stadt in dem letzten halben Jahrhundert einen bleibenden Namen verdient. Ihr einfaches, in treuer Berufsarbeit dahin- gehendes Leben, ihr durchaus selbstständiger, origineller Character, ihr zielbewußtes, selbstloses, mit voller Hingabe verbundenes Streben, ihr in mancherlei Selbstverleugnung, Geduld und Ergebung bewährter christlicher Sinn, ihre wunder­bare Geistesfrische, die sie bis an ihr Ende im Dienste ihrer Mitmenschen zu verwerlhen suchte, sichern ihr die Dankbar­keit ihrer ungemein zahlreichen, nach Tausenden zählenden Schülerinnen, wie aller Derer, die solche Gaben zu würdigen wissen. Seit mehr denn 50 Jahren ganz alleinstehend, hat sie an mancher gemeinnützigen Unternehmung thatkräftig mit­gearbeitet. Daß sie bei der Gründung und Entwickelung von Kleinkinderschule und Frauenverein thätig war, ist in weiten Kreisen bekannt. Hier soll nur besonders aus das hingewiesen werden, was in den letzten Monaten, man kann sagen, der Inhalt ihrer Gedanken und Wünsche sür ihre Stadt aus­machte, aus den Plan der Gründung einer Heimstätte für alleinstehende ältere Damen. Sie hatte diesen Gedanken mit frischer Begeisterung erfaßt und unter Freunden an­regend und ermunternd besprochen. Sollte sie seine Aus­führung auch nicht mehr erleben, so durfte sie doch noch einen frischen Anfang der Unternehmung schauen, indem sie aus Anregung einiger ihrer Schülerinnen durch eine Sammlung unter Mitschülerinnen zu ihrem jüngsten Geburtstage mit der zwar noch bescheidenen, aber für die Kürze der Zeit nicht unerheblichen Summe von circa 1500 Mk. die sich seither noch vergrößert hat als erste Grundlage einer Henry- stiftung zum Besten eines Frauenheims überrascht wurde. Wie glücklich und dankbar sie für dieses Zeichen der Liebe zu ihr, wie des Verständnisses für ihren Plan war, haben Diejenigen wahrnehmen können, welchen es vergönnt war, mit ihr über diese Angelegenheit zu reden und zu be- rathen. Am 25. August d. I. durfte sie jenen Tag feiern. Gerade ein Monat später schließt sich über ihrem irdischen Theil der Grabeshügel. Wie aber die dankbare Erinnerung an die Entschlafene bleiben wird, so möge auch die Weiter­führung der Henrystiftung in ihrem Sinne bei allen Freunden gemeinnütziger Wirksamkeit stets hilfbereite Herzen und Hände finden und der Tag bald kommen, wo ihr in der Eröffnung des Frauenheims ein bleibendes, segenstiftendes Denkmal ge­fetzt wird.

Die obligatorische Fortbildungsschule wird in sämmt- lichen Gemeinden des Großherzogthums spätestens am 3. No­vember eröffnet, sie darf vor 4 bis 5 Monaten nicht ge­schlossen werden.

§ Klein Linden, 23. September. Nachdem in unserer nicht vereinsarmen Gemeinde.vor einem Jahre nach dem Beispiele einiger Nachbargemeinden auch hier ein Turnverein ins Leben getreten ist, feierte derselbe verflossenen Sonntag sein erstes Stistungssest. Dasselbe war mit einem Preis- und Schau­turnen verbunden und lieferte nicht geringe Resultate, indem die Mehrzahl der Betheiligten Preise errangen. Nach der Preisvertheilung verschönerte der GesangvereinArion" dieses Fest durch einige wohlgelungene Gesangsvorträge. Möge der junge Turnverein auch in dem folgenden Vereinsjahre seine Kräste so ausbilden, daß sie zur Zeit der Nothwendigkeit zum Heile des Vaterlandes herangezogen werden können.

-ck. Appenrod, 23. September. Eine unserer Einwohner- schast und allen Theilnehmern unvergeßliche Feier, die Ein­weihung unserer neu erbauten Kirche, fand am verflossenen Sonntage statt. Bekanntlich war die Kirche nebst der Schule dem großen Brande, der vor fünf Jahren fast das ganze Dorf einäfcherte, zum Opfer gefallen. Schon dieses Bewußtsein, das sich mit dem Gefühl des Dankes für den verhältnißmäßig sehr raschen Wiederaufbau des Gottes­hauses verschmolz, sowie der einzig prächtige Herbstsonntag versetzte alle Festtheilnehmer in eine weihevolle Festesstimmung. Um 10 Uhr Morgens nahm der Festzug seine Ausstellung am Schulhause und begab sich hiernach nach der Kirche. Den hübschen Zug eröffnete eine Musikcapelle, dann folgte die Schuljugend, hiernach die weißgekleideten Festjungsrauen, sodann die Ehrengäste, worunter Herr Prälat Dr. Habicht- Darmstadt, Herr Kreisrath v. Grolmann-Alsseld, Herr Decan Müller-Alsseld u. a., dann folgte der Kirchenvorstand und den Schluß machend die übrigen Festgäste. An der Kirche angekommen, machte der Zug Halt- vor ihrem Portale ge­dachte Herr Kreisbaumeister Schnitzel-Grünberg in warmen, gefühlvollen Worten des großen Brandunglücks vor fünf Jahren, das die alte Kirche in Asche legte, sodann rühmte er die Wohlthätigkeit der Christenmenschen/die Opserbereitschast der Gemeinde, das Entgegenkommen des Kreisamts und der Kirchenbehörde, wodurch es allein möglich geworden, daß des neuen Baues Thurm so bald wieder zum Himmel rage und übergab den Schlüssel Herrn Kreisrath von Grolmanu, der in kurzen, markigen Worten denselben dem Herrn Prälaten Habicht überreichte. Nachdem dieser in kurzer Ansprache tief ergreifende Worte zur Festversammlung gesprochen, erfolgte der Aufschluß der Thore. Nun aber ein Gedränge! Jeder wollte zuerst in die Kirche, Jeder wollte sich ein Plätzchen sichern und Viele sahen schon von vornherein ein, daß das eben nicht möglich, weil die wohl geräumige Kirche doch un­möglich eine solche Anzahl Gäste fassen konnte. Schön und stimmungsvoll leitete der Kirchengesangverein Appenrod unter der tüchtigen Leitung des Lehrers Maurer die eigentliche Weiheseier ein mit dem LiedeMacht hoch die Thüre, die Thore weit". In vollendet klaren, tief fesselnden Worten

sprach hieraus Herr Prälat Habicht die Weihrede: Altar, Kanzel, Orgel und Glocken weihend. Mit Spannung hatte man schon im Anfang der Feierlichkeit dem Vorführen der neuen Orgel aus der rühmlichst bekannten Orgelsabrik des Herrn Bernhardt aus Gambach entgegengesehen. Jetzt nach dem Weihspruch fiel die Orgel ein. Mächtig erbrausten ihre ! Töne unter der Meisterhand des als Orgel-Techniker an-

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