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er. Nachdem in unserer nicht t Jahre nach dem Beispiele ein Zurnbetein ins Leben ffenen Sonntag sein erstes einem Preis- und Schau- : geringe Resultate, indem eise errangen. Nach der esangverein „Arm" dieses sangsvorträge. Möge der laenden Vereinsjahre seme . Zeit der Nothwendtgkeit gezogen werden können.
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wesenden Herrn Seminarlehrers Schmidt-Friedberg. War Las schöne Orgelspiel an und für sich reizend, so entzückte nicht minder die prächtige Instrumentation der Orgel, die zarte Klangfarbe der einzelnen Töne, die excrcte Intonation der einzelnen Register alle Zuhörer. Nach dem Vorführen der Orgel begann der erste Gottesdienst im eingeweihten Gotteshaufe mit dem von der Gemeinde gesungenen Liede „Komm heiliger Geist". Hieran schloß sich eine schön ausgeführte Liturgie durch den Ortsgeistlichen unter Mitwirkung des in der That gut geschulten-Kirchenchors- sodann hielt Herr Pfarrer Traudt die eigentliche Festrede. Aus dem Herzen kam sie, zu allen Herzen drang sie. An den letzten Vers des Hauptliedes schloß sich sodann die erste Abendmahls- jeier im neuen Haufe, durch Herrn Decan Müller-Alsfeld «celebrirt. Während des Abendmahls ertönte auf dem sanft- zarten Salcional der Orgel ein liebliches Adagio von Peter Müller, dem sel. Vater des Decans, ausgeführt von Herrn Seminarlehrer Schmidt, gewiß eine feine Courloisie des letzteren Herrn. Hiermit war die Feier beendet und nun erschallte in mächtigen Tönen der Schlußgefaug der Gemeinde: „Nun danket alle Gott". — Nach der in würdigster und schönster Weise verlaufenen kirchlichen Feier begaben sich die eingeladenen Gäste mit den Vertretern der Behörden zur gemeinsamen Mittagstafel und Nachfeier in den wirklich prachtvoll hergerichteten Saal des Ortsbürgermeisters Herrn Wolf und diese Nachfeier verlief in gleich gelungenster Weife. Die Reihe der Toaste bei der opulenten Tafel eröffnete Herr Kreisrath von Grolmann in zündenden Worten mit einem Hoch auf Se. Majestät unseren Kaiser Wilhelm II. und Se. König!. Hoheit unfern Großherzog Ludwig IV. Herr Prälat Habicht toastirte auf das Wohl und Gedeihen der Gemeinde Appenrod, Herr Decan Müller auf den tüchtigen Baumeister der Kirche, Kreisbaumeister Schnitzel und letzterer, hierauf antwortend, auf das Wohl des Orgelbauers, des Glockengießers und aller übrigen Arbeiter an der neuerbauten Kirche. Möge Gott von der neuerbauten Kirche ein ähnliches Geschick, wie der alten widerfahren, für alle Zeiten gnädig abwenden! Was den Bau der Kirche selbst betrifft, so macht derselbe seinem Erbauer, Herrn Kreisbaumeister Schnitzel-Grünberg, alle Ehre. Stilvoll im Aeußeren, damit harmonische Verbindung und sehr zweckvolle Einrichtung im Innern, das sind die Vorzüge der schönen Kirche.
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A Mainz, 23. September. Die gestern geschlossene Aus- stellung des Landwirthschastlichen Vereins war von 30000 zahlenden Personen besucht, von welchen eine Einnahme von 22 500 Mk. erzielt wurde. Das Resultat übertrifft alle Erwartungen, indem der Festausschuß nur eine Einnahme von den Eintrittskarten in der Höhe von 5000 Mk. vorgesehen hatte. Das vielseirs befürchtete Deficit tritt demnach nicht ein.
Von hiesigen Mitgliedern der Centrumspartei ist be- .absichtigt, zur Bekämpfung der socialdemokra- tischen Bestrebungen hier einen Verein zu gründen, der sich hauptsächlich mit der Herausgabe und Verbreitung geeigneter Schriften befassen soll. Eine Vorbesprechung unter hervorragenden Parteimitgliedern hat bereits stattgefunden, und ist für die nächsten Tage eine öffentliche Versammlung in Aussicht genommen, in welcher die Constituirung des Vereins vorgenommen werden soll.
Mit Beginn des kommenden Jahres — den 23. Januar — feiert das hier garnisonirende hessische Infanterie-Regiment Nr. 118 den hundertjährigen Gedenktag seines Bestehens. Zu diesem Gedenktag sind größere Festlichkeiten in Aussicht genommen, an welchen mit Rücksicht darauf, daß das Regiment sich aus Rheinhessen rekrutirt, voraussichtlich auch die Civil- bevölkerung der diesseitigen Provinz lebhaften Antheil nehmen wird.
* Mainz, 21. September. Ein Bauer, dessen Ochse preisgekrönt wurde, umhängte den Hals des Ochsen mit dem farbigen Bande, sich selbst aber steckte er die Schleife an und zog so durch die Stadt und in fein Heimathsdors.
* Frankfurt a. M., 23. September. Heute früh 6 Uhr wurde im Rondell vor dem Zoologischen Garten die Leiche eines neugeborenen ausgewachsenen Kindes weiblichen Geschlechts ohne jede Umhüllung ausgefunden und nach dem Sachsenhäuser Friedhof verbracht. Das Kind scheint erst in der verflossenen Nacht geboren zu sein.
* Berlin, 21. September. Abermals hat die ungeschickt gesteckte Hutnadel einer Dame einen schweren Unfall herbeigeführt. In einem Coupöe eines von Grünau nach Berlin fahrenden Zuges hatte sich vorgestern während der Fahrt eine junge Dame an das Fenster gestellt, um hinauszublicken. Als der Zug hinter Johannisthal in schnellerem Tempo eine Curve passirte, verlor in Folge des plötzlichen Rucks die Dame das Gleichgewicht und fiel der Bank zu. Sie stieß hierbei gegen einen Herrn und traf ihn mit ihrer Hutnadel so unglücklich in das linke Auge, daß die Nadel sich tief einbohrte. In Berlin eingetroffen, ward der Verletzte zunächst in der Sanitätswache auf dem Görlitzer Bahnhofe verbunden und dann nach der Universitätsklinik übergeführt, doch dürfte das Auge verloren fein.
* Berlin, 22. September. Wieder hat sich ein ungewöhnliches Brand Unglück gestern hier ereignet. Bei einer Hochzeitsfeier in einem Hause der neuen Hochstraße bei einer Familie Zeidler ist in einem Zimmer, in dem sich 30 Personen befanden, eine hängende Petroleumlampe durch einen Zufall herabgefchleudert worden und explodirt. Die Möbel des Zimmers und 10 Personen wurden in Brand gesetzt, von denen eine, ein junges Mädchen, anscheinend tödtliche, noch drei andere Gäste schwere, die Uebrigen leichte Brandwunden davongetragen haben.
* Berlin, 22. September. Daß Vater und Sohn gleichzeitig eine Schule besuchen, ist gewiß ein seltenes Vorkommniß. Auf einem im Centrum der Stadt gelegenen Gymnasium macht ein 32jähriger Mann fein Abiturienten- Examen, während sein 6 jähriges Söhnchen die unterste Vorschulklasse derselben Lehranstalt besucht. Herr S., der früher
Procurist eines Bankhauses war, ist durch eine bedeutende Erbschaft in den Stand gesetzt, daß er seinen Lieblingswunsch, Medicin zu studiren, erfüllen kann. Er versucht jetzt, das Abiturienten-Examen nachzuholen und so kommt es, daß Vater und Sohn, die Büchermappe unter dem Arm, tagtäglich zu gleicher Zeit die Schule besuchen.
* Berlin, 21. September. Die Troika, ein Geschenk ^des Zaren an den Kaiser Wilhelm, belebt jetzt täglich die Straßen von Potsdam. Schon von Weitem hört man das Schellengeklingel, und namentlich sind es die prachtvollen drei Füchse, die das Entzücken der Kenner erregen. Bei den täglichen Ausfahrten handelt es sich darum, die Pferde einzufahren und dem Kutscher, einem Armenier von Geburt, Localkenntnisse von Potsdam und der Umgebung zu verschaffen. Der Wagen führt außer ihm einen Diener auf dem Bock und zwei Marstallbeamte mit sich, die im Fond Platz nehmen.
* Marburg, 22. September. Eine von hier gebürtige junge Frau, welche vor Kurzem aus dem Auslande zurückkehrte, stürzte sich gestern Morgen mit einem 3 Wochen alten Kinde am Wehrdaer Weg in die Lahn. Das Verhalten der Frau in den letzten Tagen berechtigt zu der Annahme, daß die That nicht im Zustande voller Zurechnungsfähigkeit begangen worden ist.
* Fulda, 20. September. Eine beunruhigende Massenerkrankung hält gegenwärtig die Gemüther der Einwohner von Fulda und Umgegend in Aufregung. Von den Theil- nehmern an der vom 19. bis 21. Juli dort stattgehabten Generalversammlung des „Verbandes hessischer Bienenzüchter- Vereine" find mehr als dreißig unter ganz gleichen Symptomen: gastrischem Fieber mit typhösem Uebergang erkrankt und bereits vier von diesen, lauter Männer in kräftigem Alter, gestorben; unter ihnen der um die Verbreitung und Weiterbildung der Bienenzucht im Rhöngebiete hochverdiente Vorstand des Rhöner Bienenzüchter-Vereins, Pfarrer Nicolaus Füller in Eichenzell, und der Realgymnasiallehrer Mänz von Cassel, früher Assistent an der Sternwarte in Berlin, ein hochbegabter Mathematiker. Von den übrigen Erkrankten liegt noch ein großer Theil schwer darnieder, und es scheint daher nur natürlich, daß in ärztlichen Kreisen und im Publikum über die Ursache dieser Erkrankungen mannigfache, auf jene Festlichkeiten zurückleitende Vermuthungen laut wurden, deren Richtigkeit oder Grundlosigkeit zu ermitteln und festzustellen voraussichtlich unserer oberen Sanitätsbehörde gelingen wird.
Görlitz, 22. September. Der königl. Musikdirector Philipp, der soeben aus dem Manöver, wo ihm der Kaiser das goldene Ehrenzeichen verliehen hatte, mit der Regimentscapelle hierher zurückgekehrt war, stürzte durch Unvorsichtigkeit kopfüber aus einem Fenster seiner im dritten Stock gelegenen Wohnung und war sofort tobt.
* Das Einladungs-Inserat des Ausstellungs-Comitvs für die landwirthfchaftliche Ausstellung in Coburg ist in der „Zeitung" in Coburg folgendermaßen unterzeichnet:
Das Ausftellungs-Comite:
KandwiNhschaftliche Umschau.
△ «us Oberhelsen, 21. September.
Herbsttag- und Nachtgleiche ist herangekommen! Nun eilt die Sonne rasch ihrem tiefsten Stande zu; ihre Strahlen fallen schräger zur Erde nieder und büßen an Kraft ein. Die Nächte werden kühler und länger, feuchte Nebel lagern früh Morgens über den Fluren, es wird frischer. Drum rüste, wackrer Landwtrth, daß Du Deine noth- wendigen Arbeiten alle gut und sorgfältig beendigst, ehe der Nordwind die weiße Decke über Mutter Erde ausbreitet und Dir Deine Werkstätte, Flur und Feld und Wiese, verschlossen wird.
Wie wett sind wir nun bis jetzt gekommen und wie stehen wir? fragt sich heute, am Herbstanfange, ganz gewiß mancher denkende Landwtrth. Vor allem anderen ist er dankbar für den rrnvergleich- lichen September, den der heilige Aegidius (1. September) in fo gediegener Weife inaugurirt hat. Wir lernen auch daraus, daß sich nichts mehr ausgletcht als das Wetter. Der Monat Mai war fchön, Monat Juni war es theilweise, Juli und August ließen viel zu wünschen übrig. Nun kommt der wackere September und heilt fast alle Wunden. Welch herrliche Grummeternte hat er uns be- fcheert. Wagen um Wagen werden eingescheuert; grün und duftig präsentirt es stch wie chinesischer Thee und daneben ein schönes Quantum. „Man möchte selber htneinbeißen, so köstlich sieht eS aus," sprach ein begüterterter Oeconom zum Schreiber dieser Zeilen, als drei hochbeladene Wagen vorüberfuhren. „Und wissen Sie," fuhr er fort, „mit dem Heu war ich frühe daran, damit die Halme nicht verholzen und daS Futter nicht an Qualität einbüßt; zugleich tra ich gutes Wetter, erst später trat Regen ein. Mit dem Grummet bin ich später dran, erhalte dadurch besser ausgewachsenes Gras und traf wieder ausgezeichnetes Wetter. So vieles und so vorzügliches Futter hatte ich, seit ich das Gut vom Vater übernahm, nicht im Hause." — Man kann annehmen, daß dies in der ganzen Provinz, mehr oder weniger, je nach feuchter oder trockener Lage zutrtfft.
Die Obsternte rückt näher heran. Es wird hiermit driugenb vor zu frühem Abnehmen gewarnt. Wir sind gegen das Vorjahr um drei Wochen zurück. Der herrliche September hat davon etwa acht Tage wieder eingebracht. Das andere Manko bliebe noch zu ersetzen. Wer das Obst zu frühe abmacht, schadet sich in der Qualität ganz enorm. Der Sonnenschein bildet gerade jetzt im Obste, in der Traube, in der Rübe fleißig Zucker und die milden Nächte unterstützen den Veredelungsproceß in effectvollster Weise. Aber wenn hie und da ein Unkluger anfängt, Obst abzumachen, werden zehn andere mit fortgerissen und Zureden hilft nicht mehr. Leider steht es ja richtig, daß das Obst unzähligen Gefahren von Menschen und Thiererr ausgesetzt ist. Man verschärfe und verdoppele die Aufsicht und das Personal und lasse möglichst lange hängen. Wer hat nicht schon eine Zwetsche, einen Apfel, eine Birne im November von Bäumen, wo sie aus Versehen hängen blieben, abgenommen und verzehrt, dabei aber mit Staunen und Verwunderung den köstlichen Geschmack gefunden gegenüber den früher abgemachten Früchten. Durch völliges Ausreisen wird das Obst haltbarer und preiswürdiger.
Der rationelle Landwirth muß heutzutage darauf hinarbeiten, nicht etwa große Massen geringwerthiger Producte zu erzeugen, sondern er muß — wie in Kunst und Industrie — Feines, Werth- volles erzielen, was am meisten gesucht und am besten bezahlt wird.
Bei dem Obste kommt noch dazu, daß das Abmachen des reifen Obstes dem Baume bei Weitem nicht so sehr schadet, wie das Abmachen des unreifen. Ich habe kürzlich bei der Zwetschenernte und dem Abnehmen der halbreifen Früchte von den Nachtheilen ?c. ge-
prochen, weßhalb hier nicht wetter darüber gehandelt werden soll. Nur noch so viel: In Norddeutschland würde es Niemand so leicht roagen, mit langen Stangen und Prügeln auf den beladenen Obstbäumen herumzuhauen, wie es bei uns geschieht. Die Nachbarn würden mit Fingern auf die Unvernünftigen hinzeigen und ihnen sogar Vorhalt machen. Man läßt dorten das Obst tüchtig ausreifen, bricht mit der Hand und mit dem Obstbrecher, was zu erreichen ist und schüttelt das Uebrige vorsichtig ab. Von Hauen und Prügeln weiß man nichts.
Ueber die Obstpreise kann ich nun auch schon Einiges berichten. Man hat Frühzwetschen zu 5«x pro Eentner abgegeben, konnte aber den Preis nicht halten, denn manche Gegenden habm eine Unmasse Zwetschen zu erwarten. Birnen zum bereiten von Latwerge (Honig) werden mit 6 bis 6 50 H bezahlt. Aepfel
habm noch keinen rechten Preis. Wer klug ist, wartet noch einige Zeit zu.
Der treffliche September hat seine Wirkung besonders auch auf das Gemüse erstreckt. In günstigen Lagen und regelrecht behandelten Aeckern gibt es Weißkrauthäupter, die factisch so groß wie Pflugräder geworden sind. Manche Häupter springen sogar wegen übergroßer Stärke auf. Wirsing, Blumenkohl, Rosenkohl, Rotbkraut, weiße und gelbe Rüben, Zwiebel, Schwarzwurzel und wie sie alle heißen mögen, haben durch die warmen vierundzwanzig Tage sämmt- lich an Qualität und Quantität gewonnen. Die Stangenbohnen haben von Neuem angefangen zu blühen und Früchte zu bringen, ein feltener Fall um diese Zeit.
Mit dem Ausmachen der Kartoffeln hat man an den meisten Orten begonnen. Der September hat Krankheit und FLulniß zum Stillstände gebracht. In trockenm warmen Lagen hat es eine Unmasse von Kartoffeln gegeben; Sack reiht stch an Sack; man halt es fast nicht für möglich, daß die Knollen alle in der Erde gewachsen sein könnten. In nassen schweren Lagen ist dies natürlich nicht zutreffend: aber so viel ist gewiß, daß es viele und gute Kartoffeln gibt und daß sie nicht hochpreisig werden können.
Nebm diesen Resultaten nimmt sich die Ansicht eines biederen Bauern nicht übel aus, den ich gestern sprach. „Na, mein Werthefter", sagte ich, „es gibt viele und gute Früchte, Obst, Kartoffeln, Futter und Gemüse. Alle diese Sachen, besonders aber das Vieh, haben hohe Preise; gewiß seid Ihr dieses Jahr recht zufrieden?" — „Ha naa! atch glaab nält!" war die Antwort. — „Und warum nicht?" — „Wisse Se, e rechter Bauer is nie nit ganz un goar zesriede, er Hot immer noch ebbes zu wünsche übrig."]
Die Antwort ist so ursprünglich aus dem Leben gegriffen, daß ich mir nicht versagen konnte, sie hier folgen zu lassen.
Universität» « Nachrichten.
— Das studentische Eomits in Berlin zur Veranstaltung des Moltke-Eommerses, welcher zur Feier des 90.Geburtstages des greifen General-Feldmarschalls daselbst stattfinden soll, hat soeben beschlossen, einen Wettbewerb aller Studirenden deutscher Hochschulm zur Abfassung eines Festliedes zu veranstalten. Die Einreichung der mit einem Motto versehenen Zuschriften hat bis zum 23. October d. I. an Herrn atud. jur. 2Bilfe, Plan-Ufer 8, zu erfolgen. Als Preisrichter bienen die Mitglieder des Comit6s. Das gewählte Lied wird durch eine preiswürdige Dedication und Namensnennung des Dichters gekrönt werden.
Literatur unO Unnst.
— Allen Jagdliebhabern dürfte die Mittheilung von hohem Interesse und gewiß sehr erwünscht sein, daß soeben ein Blatt zu erscheinen beginnt, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, das bisher wenig gepflegte große Gebiet des deutschen Jägerhumors den Interessenten in ansprechender, in unserer heimischen Literatur noch nichts vertretenen Form zugängig zu machen. Waidmännifche Fliesende Blätter nennt sich dieses neue, im Verlage der bekannten Firma Haasenstein u. Vogler A.-G. erscheinende Unternehmen , das sich, nach der uns vorliegenden Probenummer zu urtheilen, sicherlich bald der Sympathien der beteiligten Jägerkreise erfreuen wird, denen es hiermit bestens empfohlen fei.
Gerichtliche Entscheidungen.
— Mutz -Nordhäuser Branntwein" aus Nordhause« sein- Von nicht zu unterschätzender principieller Bedeutung für die Nordhäuser Branntwein Industrie sind zwei neuerdings von verschiedenen Gerichten gefällte Erkenntniffe. In beiden Fällen hatten Verkäufer von Branntwein nicht von Nordhausen stammenden, anderweitig hergestellten Branntwein als „Nordhäuser" verkauft, und fand dieserhalb wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz vom 14. Mai 1879 Bestrafung statt. Beide Urtheile gehen von der Auf- faffung aus, daß „Nordhäuser" Branntwein unbedingt aus Nord- Hausen bezogen sein muß. Aehnliche Urtheile liegen übrigens aus den letzten Jahren betreffs des bayerischen Bieres vor.
verkehr, Land- und volkswirthschaft.
— Die kaiserl. Oberpostdirection in Berlin hat den Mietheru von Fernsprechapparaten mitgetheilt, daß nach einer kürzlich ergangenen Bestimmung des Reichspostamts künftig für die Ueberlaffung von FernsprechZwischeustellen die Gebühr von 150 JL jährlich erhoben werden soll, während bisher für einen solchen Nebenapparat nur eine jährliche Vergütung von 20 JL zu entrichten war. Die Interessenten sollen sich alsbald erklären, ob sie im gegebenen Falle die weitere Gebühr von 150 entrichten wollen. Bei einem Verzicht würde der Nebenapparat mit dem 1. Januar 1891 eingezogen werden.
— Die Kosten der elektrischen Beleuchtung der Eisendahnwagen werden in einer durch die Blätter gegangenen Notiz aus der Fachzeitschrift Prometheus als so hoch hingestellt, daß aus diesem Grunde eine Einführung derselben vorläufig unmöglich sei. Der Hauptgrund dürfte jedoch, wie eine Eorrespondenz von eisenbahn- technischer Seite erfährt, der sein, daß durch allgemeine Einführung der electrischen Beleuchtung auf den Bahnen die mit großen Kosten seitens der Betriebsverwaltungen errichteten Fettgasanstalten ent- werthet werden würden. Bei den Versuchen, welche die Maschinenfabrik Eßlingen schon im Jahre 1886 auf der Strecke Stuttgart-Hall mit electrischer Beleuchtung der Wagen unternahm, stellten sich die Kosten pro Glühlicht auf ca. 3 H in der Stunde, die der Fettgaslampe betragen dagegen 3,5—4,8 H in demselben Zeitraum. Auch die Einrichtungskosten der electrischen Anlage sind nur um wenig theurer als die der Fettgasbeleuchtung, und dieser Umstand wird auch wieder ausgewogen durch die Ersparniß an Bedienung bei der electrischen Zugbeleuchtung, welche man als eine fast vollkommen selbsttätige bezeichnen kann. Im Uebrigen sei daran erinnert, daß im Auslande verschiedentlich die electrische Beleuchtung der Eisenbahnwagen durchgeführt ist.
Lauterbach 20. September Fruchtpreise. Es waren angefahren 150 Kilo Weizen (^t 19.— pr. 100 Kilo), 6750 Kilo Korn (vM 18.85), — Kilo Gerste (<X 850 Kilo Hafer
12.90, 225 Kilo Erbsen 17.50), — Kilo ßinfen G* — — Kilo Wicken 975 Kilo Kartoffeln (Jt 5—).
' Frankfurt, 22. September. Viehmarkt. Es waren angetrieben 390 Ochsen, 20 Bullen, 420 Kühe, Stiere und Rinder, 280 Kälber, 170 Hümmel und 260 Schweine. Die Preise stellten sich für Ochsen 1 Qual, auf JC 72—74 pr. Ctr Schlachtgewicht, 2. Qual. JL 66—68, Bullen JL 52—54, Kühe und Rinder 1. Qual. JL 64—66, 2. Qual. JL 52-54, Kälber 1 Qual. 68—70 H, 2. Qual. 58—60 H, Hammel 1. Qual. 64—66 2. Qual. 48—50 H per
Pfd«, Schweine 68—70 H pr. Pfd. Schlachtgewicht.
Unter Freunden wird der oor»ügliche Holländ. Tabak allseittg empfohlen, 10 Pfd. fco. 8 Mk. nur direct bei B. Becker in Seese« a. Harz. 156


