fortdauernde „Schuldenmacherei" im Reiche und äußerte die Befürchtung, daß hierdurch das preußische Budget ungünstig beeinflußt werden könnte. Entschieden sprach sich Herr v. Huene gegen die Aushebung der landwirthschaftlichen Zölle aus, begrüßte sympathisch die signalisirte Reform der Einkommensteuer und bekundete schließlich auch seine Sympathie für die geplante Beamtengehaltserhöhung. Der freiconser- vative Redner, Herr v. Zedlitz, erklärte sich für befriedigt von dem Finanzzustande Preußens, doch meinte er, unter Berührung der mißlichen Verhältnisse im Osten, daß dieselben für die künftige Gestaltung des Etats nicht gleichgülrig sein könnten. Herr v. Zedlitz entwickelte dann specieller seine steuer- und wirthschaftspoliüschen Anschauungen und sprach er sich in ihrem Verlaufe für eine rationelle und durchgreifende Steuerreform aus. Schließlich befürwortete er eine entschiedene Ausbesserung der Lage der Beamten. Vorwiegend vom oppositionellen Standpunkt aus waren die Rickert'schen Ausführungen gehalten, obwohl der freisinnige Redner ebenfalls 'eine Befriedigung über die Finanzlage in Preußen äußerte. Scharf wandte sich Herr Rickert gegen die Steuerpolitik der Regierung, speciell gegen den jetzigen Modus der Steuerein- chätzung. Alsdann ging er zu breit angelegten Angriffen ruf das gesummte Wirthschaftssystem des Reichskanzlers über, rrörterte weiter die Lage der Elementarlehrer und schloß mit der Aufforderung an das Haus, seine Aufgaben unter gleichzeitiger Berücksichtigung des Freiheitsbedürfnisses des Volkes und der scharf angespannten Steuerkraft des Landes zu lösen.
Zur Beurtheilung der erneuten und weitgehenden Forderungen der deutschen Bergleute ist die Veröffentlichung der preußischen Denkschrift über die Bergarbeiter - Verhältnisse gerade zurecht gekommen. Sie läßt, soweit sie eben zur Veröffentlichung gelangt ist, die hauptsächlichsten Wünsche und Forderungen der Bergleute und weiter im Allgemeinen deren wirthschaftliche und sociale Lage erkennen und es geht aus den Mittheilungen der Schrift hervor, daß die Arbeiter in verschiedenen Punkten gerechte Veranlassung zu ihren Klagen hatten und wohl auch noch haben. Aber anderseits bekundet die Denkschrift auch, daß namentlich die jetzt erhobene Forderung der Bergarbeiter einer 50 procentigen Lohnerhöhung durch die bestehenden Verhältnisse keineswegs gerechtfertigt erscheint, und derartige auf die Spitze getriebenen Forderungen müssen aus die allgemeinen Sympathien für die Bergleute ebenso abkühlend wirken, wie die sich in ihren Reihen immer schärfer ausprägende socialdemokratische Strömung. Uebrigens sind jetzt auch die sächsischen Bergarbeiter mit ähnlichen Forderungen wie ihre preußischen Kameraden hervorgetreten.
Die russischen Kosaken-Regimenter haben eine neuerliche Verstärkung erfahren, indem ein Ukas des Czaren die Zahl der im Kriegsfälle von den Don'schen Kosaken zu stellenden Ersatz-Regimenter um vier erhöht.
— Der Bericht über die gestrige Reichstagsfitzung ging uns so verspätet zu, daß wir denselben in vorliegender Nummer nicht mehr aufnehmen konnten; derselbe wird in der nächsten Nummer veröffentlicht werden. Redaction.
Neueste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Darmstadt, 22. Januar. Wegen des Ablebens Seiner Durchlaucht des Fürsten zu Schwarzburg-Rudolstadt ist aus Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer von acht Tagen angeordnet worden, welche mit der zur Zeit bestehenden getragen wird.
Berlin, 22. Januar. Der Kaiser fuhr Morgens am „Hotel Petersburg" vor, um sich nach dem Befinden v. Franckensteins zu erkundigen. Um 11 Uhr meldete Frhr. v. Huene dem Kaiser das erfolgte Ableben. Morgen früh ist ein Trauergottesdienst in der Hedwigskirche, worauf der Sarg nach Schloß Ullstadt übergeführt wird.
— Für den Herzog v o n A o st a legt der Hof vierzehntägige Trauer an.
— Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die bereits in ihren wesentlichen Theilen bekannte Acte der Samoa- Conferenz in deutscher und englischer Sprache.
Berlin, 22. Januar. Das „Armeeverordnungsblatt" veröffentlicht einen Erlaß des Kaisers, wonach die Cavalleric nach Maßgabe der verfügbaren Mittel mit Stahlrohrlanzen auszurüsten ist und die leichte Cavallerie fortan Lanzenflaggen nach den für die Kürassier- und Ulanenregimenter festgesetzten Proben zu führen hat.
Hamburg, 22. Januar. Der „Corresp." meldet über den Strike der Trimmer und Feuerleute: Der größte Theil der Antwerpener Ersatzleute ist wieder abgereist, nachdem er von den Strikenden mit Lebensmitteln reichlichst versehen worden. Die Abreise verlief ruhig. Wie verlautet, kommen heute Abend 30 Leute von Stettin für die Packet- sahrt an, welche für diese Gesellschaft bereits daselbst verpflichtet wurden.
Paris, 22. Januar. Im gestrigen Ministerrathe legte der Finanzminister Rouvier den Entwurf zur Abänderung der Grundsteuer vor. Derselbe beabsichtigt, den Mehrertrag von 45 Millionen aus der neuen Vermessung der bebauten Grundstücke zur Steuererleichterung des unbebauten Grundes zu verwenden. Das Budget für 1891 enthält auch eine Reform der Thür- und Fenstersteuer? Zur Beseitigung des Minderertrages der Zuckersteuer sind 10 Fr. Uebertaxe aus 100 Kilo unbesteuerren Zuckers beantragt. Endlich wird auch eine Verbesserung des Katasters vorgeschlagen.
London, 22. Januar. Ein Tagesbefehl des Kriegsministers bringt die Beileidsdepesche des Kaisers Wilhelm an den Herzog von Cambridge anläßlich des Todes Napiers zur Kenntniß der ganzen englischen Armee.
Birmingham, 22. Januar. Eine Versammlung von Deputirten der Bergleute, welche ungefähr 100000 Ar
beiter vertraten, wurde heute unter Vorsitz des Deputirten Pickard abgehalten. Schließlich beauftragte man die Deputirten Pickard, Cunnigham und Graham im Unterhause eine Bill einzubringen, wonach die Arbeitszeit auf acht Stunden beschränkt werden soll.
Rom, 22. Januar. Den heute aufgetauchten Gerüchten über den Tod des Papstes gegenüber versichert die „Agencia Stefanie", daß der Papst vollkommen wohl sei und heute mehrere Bischöfe empfangen habe.
Turin, 22. Januar. Das Leichcnbegängniß des Herzogs von Aosta fand heute Nachmittag statt. Dem Sarge voran schritten die Deputationen zahlreicher militärischer Körperschaften, welchen der Herzog angehörte, ferner eine Deputation des hessischen Husarenregiments Nr. 14. Ein höherer Offizier, den Säbel des Verstorbenen tragend, schritt hinter dem mit rothem Sammet bedeckten Sarge her, welcher auf einer Kanonenlaffette ruhte und von acht Pferden gezogen wurde. Der Sarg war mit den Kränzen der italienischen und auswärtigen Fürstenhäuser bedeckt. Dem Sarge folgten zu Fuß der König, der Kronprinz, die Söhne des Verstorbenen, der Herzog von Genua, die Prinzen Jerome Victor und Louis Napoleon, Prinz von Hohenzollern, die Minister, die Spitzen der Behörden, verschiedene Körperschaften, Studenten, Vertreter der Presse, Vereine mit 200 Fahnen rc. In den Straßen und an den Fenstern harrte eine zahlreiche Menschenmenge. Gegen Mittag langte der Zug auf die Piazza Gran Madre de Dio. wo die Geistlichkeit die Leiche einsegnete. Der königliche Wagen, von Cavallerie escortirt und viele Andere geleiteten den Sarg nach St. Perga.
Madrid, 22. Januar. Das Befinden des Königs ist andauernd ein gutes.
Liffabon, 22. Januar. Die „Gazette du Portugal" erklärt sämmtliche Sensationsnachrichten der fortschrittlichen und republikanischen Blätter, die daraus hinausliefen, die öffentliche Meinung zu beunruhigen, für unbegründet. Das Blatt fügt hinzu, daß es diese Erklärung deshalb abgegeben habe, um die Gemüther zu beruhigen, damit man den anläßlich des Zwischenfalles mit England verbreiteten Erfindungen keinen Glauben beimesse.
Sofia, 22. Januar. In der katholiscken Kirche wurde ein Requiem für den Herzog von Aosta abgehalten, welchem Fürst Ferdinand und seine Mutter, Prinzessin Clementine, beiwohnten. Die Minister, sowie das diplomatische Corps hatten Vertreter entsandt, desgleichen die hiesige und Philippopeler italienische Colonie.
Locater nnd LrovinzieLes.
Gießen, 23. Januar.
— Wie man uns mittheilt, hat der Vorstand des nationalen und liberalen Vereins beschlossen, als Candidaten für den 1. hessischen Wahlkreis, Gießen-Grünberg, Herrn Gutsbesitzer Schlenke auf dem Hardthof einer demnächst abzuhaltenden Vertrauensmänner-Versammlung vorzuschlagen.
— Theater. Wie schon angekündigt, wird Freitag (morgen) die lang erwartete Bencfizvorstellung für Frau Anni Reiners erfolgen. Allen Theaterbesuchern wird die Gelegenheit, der hochverehrten Künstlerin zeigen zu können, wie dankbar man ihr für die zahlreichen von ihr gebotenen künstlerischen Genüsse ist, hochwillkommen sein. Bei der großen Zahl ihrer gleichmäßig entzückenden Darstellungen ist es unmöglich, eine oder die andere besonders hervorzuheben. Für Freitag ist zur Aufführung „Gretchens Polterabend" vorgesehen. Das Stück, das zu den lustigsten Schwänken Kneisels gehört und namentlich für Frau Anni Reiners reichlich Gelegenheit bietet, . den ganzen Reiz ihrer Persönlichkeit und ihres Spieles zu entfalten, ist mit ganz ausnehmender Sorgfalt einstudirt und inscenirt. Besonders hat auch die Direction keine Kosten gescheut, um eine große Anzahl prächtiger neuer Costüme herzustellen.
— Einem Artikel der „Neuen Hessischen Volksblätter" aus Starkenburg entnehmen wir folgendes:
Es ist eine allgemein verbreitete Thatsache, daß Tausende von Menschen an Sprachstörungen leiden und dadurch nicht nur in ihrem Berufe gehindert werden, sondern auch sich selbst infolge ihres qualvollen Leidens äußerst unglücklich fühlen. Thatsache ist ferner, wenn auch nicht allgemein bekannt und geglaubt, daß derartige Nebel durch spracherziehliche Einwirkung sicher beseitigt werden können. Was liegt da nun näher als eine Bekämpfung durch die Schule? In verschiedenen Zeitungen wurde in letzter Zeit auf die Einrichtung und die Erfolge der in Braunschweig bestehenden besonderen Abtheilungen für Sprachleidcnde hingewiesen. Sollten sich derartige Einrichtungen in den größeren Städten unseres engeren Vaterlandes nicht auch bewähren können? Wenn in Braunschweig etwa 3/4 der Stotterer von ihrem Leiden befreit wurden und bei den übrigen Besserung eintrat (s. Berkhan, Störungen der Sprache, Seite 42), so wiegt dieser Erfolg, das wird gewiß Jedermann zugeben, die entstehenden Kosten voll und ganz aus. Man errichtet ja jetzt allerorts, und das mit vollem Rechte, Anstalten für verwahrloste Kinder, man bringt die Idioten, die geistig Zurückgebliebenen in besondere Anstalten — sollte hier nicht auch Abhilf- möglich sein? Bereits ist Gießen mit gutem Beispiele vorangegangen. Dort besteht eine besondere Abteilung für Schwachsinnige- auch sind dort vor einiger Zeit bereits erfolgreiche Versuche betr. Heilung des Stotterns gemacht worden. Gewiß sind diese dem dortigen Schut- und Stadtvorstande zu großer Ehre gereichenden Bestrebungen fortgesetzt und immer mehr von Erfolg begleitet worden. Ließen sich derartige Einrichtungen nicht auch an anderen Orten schaffen?
Sichere Erfolge wären zu erwarten, wenn der Unterricht für Stotterer, Stammler rc. wie in Gießen bei den Schwachsinnigen, ein dauernder wäre, täglich eine Stunde, das ganze Jahr hindurch. Gewiß ist überall ein Lehrer zu finden, der sich die für den speciellen Unterricht noth- wendige Vorbildung verschafft und denselben gegen angemessene
Vergütung ertheilt. Eine solche Einrichtung würde für den Schulorganismus gar keine Störung im Gefolge haben.
Ist dies nicht möglich, so richte man besondere Curse ein wie in Braunschweig. Ein solcher Cursus dürfte bei täglich einstündigem Unterrichte ungefähr 4—5 Monate dauern. Im ersten Monate wären etwa die Uebungen des Athmens und der Stimme, im zweiten die Sprech- und Leseübungen und im dritten und vierten die freien Redeübungen vorzunehmen.
Wünschen wir solch segensreichen Einrichtungen die weiteste Verbreitung!
— Vorträge im Localgewerbverein. Unter den, im verflossenen Winter von dem hiesigen Gewerbverein veranlaßten öffentlichen Vorträgen war der Cyclus der drei, durch Herrn Universitätsamtmann Dr. Dietz gehaltenen, über die neuen Versicherungsgesetze, nämlich über das Krankenkassengesetz, das Unfallversicherungsgesetz, das Bauunfallversicherungsgesetz und über die Unfall- und Krankenversicherung der land- und forst- wirthschaftlichen Arbeiter nicht nur für die Mitglieder des Gewerbvereins, sondern auch für weiteste Kreise von hervorragendem Interesse. Im Anschluß an diese Vorträge des vorigen Winters wird Herr Dr. Dietz in der nächsten Zeit — voraussichtlich in nächster Woche — in dankenswerther Bereitwilligkeit einen weiteren Vortrag im Gewerbverein über das seitdem zum Abschluß gelangte, wichtigste und eingreifendste der Versicherungsgesetze, das „Gesetz über die Jnvali- ditäts- und Altersversicherung", hatten, der, wie die früheren, auch Nichtmitgl^dern des Gewerbvereins zugänglich ist und woraus wir Alle, die sich für diese wichtigen Gesetze interessiren, einstweilen aufmerksam machen.
t Wie wir bereits mitgetheilt haben, erleiden die Winterfestlichkeiten des hiesigen Turnvereins diesmal eine Einschränkung, indem nur der übliche Jahres-Ball abgehalten werden soll. Die Theilnehmer-Liste für diese am 1. Februar stattfindende 'Festlichkeit liegt noch einige Tage in der Turnhalle, sowie bei Herrn Otto Schmidt, Marktstraße, offen und wollen wir nicht verfehlen, im Interesse der Mitglieder, denen sich seither Gelegenheit zur Einzeichnung nicht bot, hierauf aufmerksam zu machen.
Vermischtes.
* Marburg, 21. Januar. Ein hier sehr bekannter Schuhmacher aus dem benachbarten Orte Schröck, welcher zu denjenigen Leuten zählt, die gern einmal in der Lotterie gewinnen möchten und deshalb auch in der Preußischen Klassenlotterie spielt, erhielt dieser Tage durch die Post ein aus Berlin datirtes Schreiben mit dem Poststempel Marburg, in welchem ihm bekannt gegeben wird, daß auf feine Loos-Nummer ein Gewinn von 800 Mk. gefallen, zu dessen Auszahlung die Lotterie-Einnahmestelle in Marburg bereits angewiesen worden sei. Unser Schuhmacher hatte nun nichts Eiligeres zu thun, als einen großen Lederranzen umzuhängen und nach Marburg zu marschiren, wo er dann bei dem amtlich bestellten Einnehmer erfuhr, daß er das Opfer eines Witzboldes geworden war. Da der Geprellte aber auch noch die Unvorsichtigkeit beging, seinem Aerger über das erlittene Mißgeschick in verschiedenen Wirthschaften durch kräftige Worte Luft zu machen, so wurde die Sache alsbald im Dorfe bekannt und soll derselbe zu seinem Schaden nun auch für Spott nicht weiter zu sorgen gehabt haben.
* Berlin, 20. Januar. Verhungert. Unter dieser Spitzmarke wird von einer hiesigen Local - Correspondenz Folgendes berichtet: Einen entsetzlichen Tod fand der früher in der Landsbergerstraße wohnhafte Techniker Heinrich Briep- nitzer. Der 35jährige Mann, ein fleißiger, braver Arbeiter, war wegen mangelnder Aufträge aus der Fabrik, in welcher er zuletzt längere Zeit thätig gewesen, am 1. December entlassen worden, und es wollte ihm, trotz aller Bemühungen, nicht gelingen, weder in seinem Fache noch sonst irgend welche andere Arbeit zu finden. Seine kleinen Ersparnisse hatte B., der auch noch seine alte Mutter in der Provinz unterstützte, bald aufgezehrt/ und nachdem er alles Entbehrliche versetzt, blieb dem Unglücklichen, der im Laufe der letzten Wochen nur von etwas trockenem Brode gelebt, nichts weiter übrig, als die Mildthätigkeit seiner Mitmenschen in Anspruch zu nehmen. Am letzten Freitag begab sich B., nachdem er seit vier Tagen keinen Bissen Nahrung zu sich genommen, nach Tegel, um hier sich um eine Stellung zu bewerben, er wurde aber abgewiesen, weil er „gar zu krank und elend" aussehe. Vom Hunger gepeinigt, bat B. bei mehreren Familien im Dorfe um ein Stückchen Brod, wurde jedoch überall abgewiesen, weil er jung sei und noch arbeiten könne! So blieb dem Bedauernswerthen nichts anderes übrig, als in verzweiselter Stimmung den Rückweg nach Berlin anzutreten, aber der Entkräftete schleppte sich nur langsam vorwärts und brach am Samstag Morgen gegen 7 Uhr bewußtlos an der Grenze Berlins zusammen. So fanden ihn eine Stunde später vorübergehende Arbeiter, die ihn nach dem nächftbelegenen Polizcibureau schafften. Anfänglich wurde B. für betrunken gehalten, dann aber erzählte der Unglückliche seine Leidensgeschichte, was seine sofortige Ueberführung nach der Charite zur Folge hatte. Dort verschlimmerte sich trotz sorgfältigster Pflege der Zustand des B. derartig, dast er am gestrigen Morgen an Entkräftung gestorben ist.
* Berlin, 21. Januar. Wie die „Freis. Ztg." mittheilt, ist die Lungenentzündung des Abg. v. Franckenstein durch das Verschlucken einer Fischgräte beim Diner im „Kaiserhof" entstanden.
* Beseitigung des Geruchs von denaturirtem Spiritus. Der üble Geruch des zu gewerblichen Zwecken gebrauchten denaturirten Spiritus hat schon vielfach Klagen der dabei betheiligten Arbeiter laut werden lassen. Ein Berliner Fachblatt empfiehlt nun, solchem Spiritus einen geringen Zusatz von Weinsäure oder auch von Oxalsäure zu geben. Diese Säuren besitzen nämlich die Eigenschaft, das Verdunsten der Pyridinbasen, welche zum Denaturiren des Spiritus verwendet werden und den üblen Geruch erzeugen, zu verhin-


