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der Herren rechts zu zweckmäßigen Bestimmungen führen. Die Sittlichkeit ist durch das Zusammenarbeiten der Geschlechter viel weniger gefährdet, als durch männliche Vorgesetzte bei weiblichen Arbeitern. Wir haben die Errichtung von Arbeiter­kammern vorgeschlagen und die Einrichtung eines Reichs­arbeitsamtes, wo Arbeiter und Arbeitgeber gemeinsam Streit­fragen schlichten können, die heute einseitig durch das Unter- nehmerthum gelöst werden. Die Kosten dafür sind gegenüber den Militärsorderungen sicher nur gering. Die Zahlung des Arbeitslohnes an die Eltern Minderjähriger und an die Gemeindebehörden ist durchaus unannehmbar und undurch­führbar. Warum schlägt man denn nicht ähnliche Bestimm­ungen für Studirende vor? Gegen den Frühschoppen der Studirenden und ähnliche Dinge sagt Niemand etwas, sobald aber Arbeiter im Spiele sind, dann spricht man von der zuchtlosen Jugend. Eine strengere Bestrafung des Contract- bruchs läuft auf eine Ausrottung des Coalitionsrechtes hinaus. Während man mit hohen Gefängnißstrasen gegen die Arbeiter wegen öffentlicher Verrufserklärung vorgeht, bleiben die Arbeitgeber, die ganz dasselbe thun, unbehelligt. Die Arbeiter sind genöthigt, öffentlich aufzutreten, die Fabrikanten brauchen das nicht und entgehen so der Bestrasung und da spricht man noch davon, daß die Arbeiter vor dem Gesetze günstiger gestellt feien als die Arbeitgeber! Wo die Arbeiter organisirt sind, wird es zu keinen Exceffen kommen, wie wir sie in Schlesien gesehen haben. Arbeitgeber thun dasselbe, vielleicht heimlich "und nicht in so schroffer Weise. Wenn junge Leute heute vielfach an die Spitze der Bewegung treten, so liegt der Grund darin, daß diese Leute am wenigsten zu verlieren haben, was bei der hervorragenden Position immer zu be­fürchten ist. Bei solchen Angriffen aus die Coalitionsfreiheit der Arbeiter dürfen wir uns nicht hinter den Schützen ducken, sondern müssen erklären: Den Unternehmern gehört Eins aus den Kopf! Setzen Sie den Hebel an bei dieser Vorlage, Sie können hier viel Gutes leisten für die Arbeiter und für die Erhaltung des socialen Friedens.

Abg. Frhr. v. Stumm (Reichsp.): Nach den von mir genau geführten Tabellen ist die Lohnsteigerung in den letzteren Jahren eine viel bedeutendere gewesen, als die Steigerung der Lebensmittelpreise- auch weiß ich, daß viele Unternehmer ihre Fabriken nur betreiben, um ihre Arbeiter zu beschäftigen, ohne selbst Verdienst zu haben. Ich begrüße die Vorlage mit Freuden. Mit dem Socialistengesetz hat die Vorlage nichts HU thun, vielleicht entwickeln sich aber nach dem 1. October Zustände, die auch den Abg. Schrader nöthigen werden, für ein Socialistengesetz zu stimmen. Die Vorlage ist die logische Entwickelung unserer socialen Gesetzgebung. Hätten die Herren links sich früher schon entschließen können, dem zuzu­stimmen, was Centrum, Reichspartei und Conservative vor­schlugen, so wäre der wesentlichste Theil der Vorlage bereits Gesetz. In Oesterreich steht die ganze Arbeiterschutzgesetz­gebung nur auf dem Papier. In England, wo die Trades unions den Arbeitern ihre Festigkeit und ihren Halt geben, wird dieses Joch von vielen Arbeitern sehr lästig empfunden, namentlich seit die Socialdemokraten sich der Mtung dieser Trades unions bemächtigt haben. Bei uns beginnt sich eine ähnliche Erscheinung zu entwickeln,- auch unsere Fachvereine sind Organe der Socialdemokratie geworden. Die Organi­sation, welche die Vorlage vorschlägt, ist nicht zweckmäßig, sondern verkehrt. Die Regelung der Sonntags- und Frauen­arbeit ist zweckmäßig; Wünschenswerth wäre, daß die Betriebe, in denen die Kinder- und Frauenarbeit ausgeschlossen sein soll, bestimmt bezeichnet werden. Es wäre doch am Besten, wenn der Theil der Vorlage über Sonntags-, Frauen- und Kinderarbeit baldmöglichst Gesetz würde und der Rest der Vorlage bis zum Herbst vertagt wird, denn sonst lausen wir Gesahr, bis mitten in den Sommer zu sitzen und schließlich gar nichts zu Stande zu bringen, weit wir uns über die anderen wichtigen Punkte der Vorlage nicht einigen können. Der Maximalarbeitstag kann nicht bemessen werden nach der Zeit allein, er muß bemessen werden nach der Arbeitslast. Die Strafbestimmungen der Vorlage sind gerechtfertigt- aus­gedehnt könnten sie noch werden auf solche Durchstechereien, die zwischen Arbeitern und Werkführern, sowie zwischen Berg­leuten und Steigern vorzukommen pflegen und die in Ge­währung von Vortheilen durch die Arbeiter an jene bestehen. Zum Segen für die Bevölkerung kann die Vorlage nur werden, wenn das persönliche Verhältniß zwischen Arbeiter und Arbeitgeber nicht gelockert, sondern gefestigt wird.

Abg. Cegielski (Pole) erinnert daran, daß die Polen gemeinsam mit dem Centrum für die Forderungen der Vor­lage eingetreten sind. Das Wichtigste der Vorlage ist die Bestimmung über die Sonntagsruhe. Kinder und jugend­liche Arbeiter sollen der Zucht der Familie unterstellt werden. Ueber die Contractbruchstrafe kann sich Redner heute noch nicht äußern. Der Maximalarbeitstag für erwachsene Arbeiter kann nicht einheitlich geregelt werden, namentlich ist die For­derung eines Achtstundentages undurchführbar und würde alle Verhältnisse umwälzen. In Polen wird die Vorlage nur dann von Erfolg sein, wenn die Regierung die Germani- sirung der Volksschule in den polnischen Landestheilen unter­läßt, wodurch bei uns allerdings jene zuchtlose Jugend er­zogen wird, von der der Reichskanzler neulich sprach. Vor einigen Jahren wurde mit Bezug auf das den Polen zu­gefügte Unrecht hier von mir gesagt:Chercbez le chanzelier. Möge der gegenwärtige Kanzler dafür sorgen, daß dies Wort auf ihn im entgegengesetzten Sinne wie früher auf seinen Vorgänger angewendet werde.

Abg. Win ter er (Els.) steht der Vorlage sympathisch gegenüber. Die Sonntagsarbeit ist die wichtigste zu regelnde Materie, demnächst die der Frauen-Nachtarbeit. Warum hat man sich aus den Normalarbeitstag für Frauen beschränkt und ihn nicht auf die Männer ausgedehnt? Der acht­stündige Arbeitstag ist nicht durchführbar und wird nur geltend gemacht, um die Arbeiterbewegung im Fluß zu er­halten. Unter den heutigen Verhältniffen muß man das kleinere Uebel nehmen, die der Schule entwachsenen Kinder in die Fabrik eintreten zu lassen statt der Mutter. Dem

Arbeitsbuch für jugendliche Arbeiter und der Lohnzahlung an die Eltern stimmen wir bei. Die Strafbestimmungen wegen Contractbruches scheinen zu hart, die wegen unterlassenen Besuchs der Bildungsanstalten verwerfen wir.

Abg. Hähnle (Volksp.) anerkennt die Ziele der Vor­lage, wünscht aber die Interessen der Production stärker zu berücksichtigen und die Befugnisse der Polizei zu beschränken.

Hieraus vertagt das.Haus die weitere Debatte bis morgen Dienstag 1 Uhr.

Es steht außerdem noch die Strafgesetznovelle (Strafen für Beschädigung von Telegraphen) auf der Tagesordnung.

' 'Schluß 51/2 Uhr.

Neueste Nachrichten.

Wolff? telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 19. Mai. Die Fusion der Witugesellschast mit der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft wurde in der heutigen Generalversammlung beider Gesell­schaften genehmigt.

Spandau, 19. Mai. Eine Anordnung an die Staats­fabriken verbietet den darin beschäftigten Arbeitern, Geld­sammlungen für sinkende Arbeiter zu veranstalten.

Hamburg, 19. Mai. DieHamb. Nachr." veröffent­lichen eine ihnen von Major Liebert zugegangene Berichtig­ung, worin Liebert die ihm in einer Correfpondenz der Nachrichten" vom 16. Mai zugeschriebenen Aeußerungen über englische Offiziere entschiedenst dementirt. Es fei thatsächlich unrichtig, daß er Aeußerungen über die Unbeliebt­heit englischer Offiziere in Afrika gemacht habe, er müsse als deutscher Offizier Verwahrung dagegegcn einlegen, daß ihm eine derartige unerhörte und unzutreffende Kritik gegen eine uns eng befreundete Nation und Armee unterstellt werde. Die Nachrichten fügen hinzu, sie fänden den Unmuth des Majors Liebert vollkommen gerechtfertigt, theilten denselben und bedauerten, daß die redactionell beanstandete Correspondenz versehentlich abgedruckt wurde.

Hamburg, 19. Mai. Eine Lloyd-Depesche aus Suez vom 18. Mai meldet, daß der PostdampferDacca" von der Britisch-Jndia-Gesellschaft am 16. Mai aus dem sogenannten Dädalusriff gescheitert und sofort untergegangen ist. Die Passagiere und die Mannschaft sind an Bord des Dampfers Palamcotta" in Suez angekommen. Der DampferDacca" war auf der Reise nach Australien.

Wien, 19. Mai. Ein Berliner Bericht derPolitischen Correspondenz" kommt auf die Meldung des WienerTimes"- Correspondenzen über eine angeblich beabsichtigte Annäherung Rußlands an Deutschland zurück und äußert sich.über die in maßgebenden Berliner Kreisen herrschende Anschauung folgendermaßen: Deutschland halte unverbrüchlich an dem aus der gemeinsamen Friedensliebe hervorgegangenen Dreibunde fest- es könne mit anderen Staaten Verträge nicht anders schließen als gemeinschaftlich mit beiden Verbündeten- wollte Rußland sich Deutschland nähern, so müßte ersteres sich klar sein, daß letzteres einen Pakt nur als Mitglied des Dreibundes zu schließen vermöchte. Dies würde nicht nur eine Aenderung der derzeitigen Gruppirung der Mächte, sondern den Hinzu­tritt Rußlands zu der Friedensliga bedeuten.

Bern, 19. Mai. Der preußische Gerichtsaffessor Spieß- hardr erhielt das Exequatur als deutscher Berufsconsul in Basel.

St. Gallen, 19. Mai. In Balg ach im Rheinthal sind gestern Nachmittag 28 Häuser und 16 Ställe nieder­gebrannt.

London, 19. Mai. Im Unterhause erklärte Fergusson in der Verantwortung einer diesbezüglichen Anftage, daß die Einflußsphären Englands und Deutschlands in Ostasrika noch nicht geographisch definirt seien. Es sei ihm jedoch nichts davon bekannt, daß die Ueberlassung des Landes südlich vom Aequator an Deutschland bei den Besprechungen in Berlin erwogen werde. Die Besprechungen zwischen Anderson und Krauel beträfen die Fragen Ost- und West-Afrikas und seien durchaus vertraulich. In jeder die Interessen der britischen Colonien in Afrika berührenden Abmachung werde den An­sichten der betreffenden Colonien volle Rechnung getragen. Auf Anordnung der Negierung gingen am 2. Juni zwei Kanonenboote mit niedrigem Tiefgang nach Afrika ab und nähmen im Zambesifluße Station.

Helsingfors, 19. Mai. Unweit der Eisenbahnstation Kaipiais flog eine Pulverfabrik in die Lust. Fünf Per­sonen wurden gelobtet, der die Fabrik umgebende Wald wurde in Brand gesetzt, ein Pulvermagazin im Walde ist stark ge­fährdet.

Kopenhagen, 19. Mai. Eine Versammlung sämmtlicher Schisfsrheder beschloß einstimmig die von den Heizern und einer größeren Anzahl von Matrosen gestellten Forderungen abzulehnen und an den bisherigen Lohnbedingungen festzu­halten.

Kopenhagen, 19. Mai. Der König reift wahrscheinlich am Donnerstag nach Wiesbaden ab.

Rom, 18. Mai. Bei dem Schlüsse des ersten nationalen Schützenfestes verteilte das Königspaar die Preise. Crispi äußerte sich beifällig und er meinte, diese Probe, welche eine Waffenprobe gewesen sei, erscheine als ein Pfand des Friedens und der Liebe zwischen der italienischen und den anderen Nationen.

Peterwardein, 19. Mai. Anläßlich der Jubiläumsfeier des den Namen des Kaisers Alexander führenden In f an ter ie- regiments traf eine Depesche des Czaren ein, welche in den huldvollsten Worten das musterhafte Regiment begrüßte. Er sei stolz, der Inhaber desselben zu sein. Bei dem Diner toastete der Oberst Hofmann auf den Czaren und hob her­vor, daß das Regiment mit Stolz erfüllt sei über die Worte des Czaren, welche zwischen dem Regiment und dessen In­haber ein neues Band bildeten. Der Militär - Attachs der russischen Botschaft erwiderte mit einem Toast auf den Kaiser von Oesterreich.

Yokohama, 19. Mai. Im Ministerium von Japan sind Veränderungen vorgenommen worden. Ernannt

sind Saigo für das Innere, Joshikowa für den Unterrichts Kabayama für die Marine, Mustu für den Ackerbau, Oyama für den Krieg, Marsukata für die Finanzen und Goto für das Verkehrswesen.

Nio de Janeiro, 19. Mai. Die Regierung beschloß, daß. die Zölle vom 1. Juli ab bis zum Mindestbetrage von 20 pCt. in Gold gezahlt werden müssen.

Cocetes «nd provinjiclles»

Gießen, 20. Mai.

Die nächste Prüfung der Caudidaten der evangelischen Theologie wird Dienstag den 26. August, Vormittags 8 Uhr, in dem Amtslocale Großh. Ober-Consistoriums zu Darmstadt beginnen. Zu derselben werden nur diejenigen Caudidaten zugelassen, welche sich hierzu angemeldet und ihre Probe­arbeiten in genügender Weise spätestens drei Wochen vor Beginn der Prüfung eingeliefert haben. Dem Gesuche um Zulassung ist eine in deutscher Sprache ausgearbeitete Dar­stellung des Lebenslaufs und Studiengangs des sich anmeldenden Caudidaten beizuschließen.

Steins Garten. Es wird wohl gewiß Viele unserer werthen Leser intereffiren, daß Herr Stein den Platz vor dem großen und kleinen Saal nach der Stadt zu als Terrasse und davor ein geschmackvolles Blumen- und Grasbeet mit Bassin und Springbrunnen hat anlegen lassen - hierzu noch das überaus üppige frische Grün der ganzen übrigen Garten­anlage mit ihren schattigen Bäumen und lauschigen Sitzplätzen. Es dürfte sich kaum ein schönerer Platz zur Erholung bei einem frischen Trünke auf Weit und Breit finden.

* Ruttershausen, 20. Mai. Se. Kgl. Hoheit der Groß­herzog haben mittelst Allerh. Entschließung vom 4. l. Mts. dem Bürgermeister Ludwig Klinket zu Ruttershausen bei seinem Ausscheiden aus dem Amte das Allgemeine Ehren­zeichen für langjährige treue Dienste zu verleihen geruht.

«x Aus der Wetterau, 19. Mai. Es ist erfreulich, daß unsere Landwirlhe, sowohl die größeren Oekonomen, wie die kleinen Bauern immer mehr die birecten wie bie inbirecten Vortheile schätzen lernen, bie ber Zuckerrübenbau im Gefolge hat. Das vergangene Jahr 1889 hat mit seiner vortrefflichen Witterung viel zu bieser Erkenntniß beigetragen unb bas laufenbe Jahr scheint in bie Fußtapsen bes Vor­gängers eintreten zu wollen. Im April nämlich, als die Saaten vorgenommen wurden, herrschte hierzu ein günstiges Wetter. Das Keimen und Ausgehen erfolgte gleichsam pro­grammmäßig und gleich darauf begann die erste Behackung. Der ausgezeichnete Mai, der Wärme mit genügender Feuchtig­keit spendete, läßt an den jungen Pflanzen ein ununterbrochenes Wachsthum erkennen, so zu sagenwie es im Buche steht". Man hat deshalb an vielen Orten mit der zweiten Behack­ung und Lichtstellung begonnen. In verschiedenen Gemeinden wird über Engerlingfraß berichtet, der stellenweise so bedeutend ist, baß manche Stücke umgepflügt werden. Von diesem Falle abgesehen, versprechen die Zuckerrüben für das laufende Jahr wieder einen sehr guten Ertrag. Die zweite Behackung kann gegenwärtig, wo eine Pause im laudwirthschastlichen Betriebe eingetreten ist, mit Ruhe und Sorgfalt vorgenommen werden.

/X Elus dem Kreise Schotten, 19. Mai. Wenn die Bauern­regel:Viele Maikäfer - ein gutes Jahr" Recht behält,, bann haben wir gewiß ein gutes Jahr zu erwarten, benn an Maikäfern fehlt es eben Heuer nicht. Wie bie- Schneeflocken, hängen sie am zarten Laub ber Walbbäurne unb Abeubs bei ber jetzigen warmen Temperatur schwirrts unb brummts nuf so in ber Luft von lauter Maikäfern. Es wäre sehr zu empfehlen, wenn seitens ber Gemeinbe-Verwaltungen mehr zu ihrer Vernichtung geschähe, als es in der That geschieht, trotz der daraus bezüglichen Verfügungen der Kreisämter. Auch aus Rh einh essen und Starkenburg berichtet man über das massenhafte Auftreten der Maikäfer, wie man sie dort in gleicher Menge noch nie wahrgenommen habe. Werden die Maikäfer nicht vertilgt, so haben wir in 4 Jahren eine vielleicht noch größere Maikäferplage zu erwarten. Darum vernichtet sie!

Mucke, 19. Mai. Der neue Bahnhof geht seiner Vollendung entgegen und dürfte im Juli dem öffentlichen Verkehr übergeben werden. Wenn man ihn mit dem eben­falls bald sertiggestellten neuen Postgebäude vergleicht, so fällt dieser Vergleich nicht zu seinen Gunsten aus. Das letztere ist in der That ein stilvolles Prachtgebäude unb finbet allseitige Anerkennung - gar einfach unb unscheinbar nimmt sich dagegen ber neue Bahnhof aus, dazu in einer Umgebung (dicht an dem vorbeifließenden Seenbach), die alles andere als reizend ist. Mit seiner Fertigstellung hoffen wir, daß man dem reisenden Publikum seitens der maßgebenden Ver­waltung durch die Anlegung eines Fußpfades nach der Staatsstraße ostwärts entgegenfommt, da hierdurch der Weg nach dem Bahnhofe bedeutend verkürzt würde.

T Büdingen, 19. Mai. Der hessische Hauptverein der Gustav-Adolf-Stiftung hält die diesjährige Haupt­versammlung am 8. und 9. Juli hier ab.

Geilshausen, 16. Mai. Heute Morgen machte ber hiesige Schäfer Sauer seinem Leben durch Erhängen ein Ende.

Vermischtes.

Franksurt, 19. Mai. Auf dem Staats-Güterbahn- hos gerieth gestern Nachmittag der Hilfsbremser Johann Faß« benber aus Oberlahnstein zwischen bie Puffer unb würbe tobt gedrückt. Der Verunglückte war erst 29 Jahre alt, verheirathet und Vater von 4 Kindern.

Im Frankfurter Walde scheint es seit der Er­mordung des Technikers Elsner noch kein bischen sicherer geworden zu sein. Der heutige Polizeiberichr meldet wenigstens, daß gestern eine junge Dame im Walde von einem Menschen angegriffen, zu Boden geworfen unb ihrer Uhr beraubt