Ausgabe 
21.2.1890 Zweites Blatt
 
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Im Religionsunterricht ist die ethische Seite desselben hervorzuheben und das Hauptgewicht daraus zu legen, daß die Zöglinge in Gottesfurcht und Glaubensfreudigkeit zur Strenge gegen sich, zur Duldsamkeit gegen andere erzogen und in der Ueberzeugung befestigt werden, daß die Bethätigung der Treue und Hingabe an Herrscher und Vater­land gleichwie die Erfüllung aller Pflichten aus göttlichen Geboten beruht.

Der Geschichtsunterricht muß mehr als bisher das Verständniß für die Gegenwart und insbesondere für die Stellung unseres Vaterlandes in derselben vorbereiten. Demzufolge wird die deutsche Geschichte, insbesondere die der neueren und neuesten Zeit, stärker zu betonen, die alte Geschichte und die des Mittelalters aber vornehmlich in dem Sinne zu lehren sein, daß der Schüler durch Beispiele auch aus jenen Epochen für Heldenthum und historische Größe empfänglich gemacht wird, sowie eine Anschauung von den Wurzeln und der Entwicklung unserer Cultur gewinnt.

Die Erdkunde, die politische wie die physikalische, hat, aus der untersten Stufe von der Heimath ausgehend, zunächst den geschichtlichen Unterricht aus den verschiedenen Lehrstusen zu ergänzen und zu unterstützen. Das weitere Ziel des geographischen Unterrichts ist, daß der Schüler mit seinem Vaterlande und dessen Eigenart aufs Innigste vertraut wird, aber auch das Ausland verstehen und würdigen lernt.

Das Deutsche wird Mittelpunkt des gesummten Unter­richts. Der Schüler ist in jedem Lehrgegenstande zum freien Gebrauche der Muttersprache anzuleiten. In den deutschen Lehrstunden selbst, gleichwie im Literatur-Unterricht ist bei Auswahl der Lesestücke, Vorträge und Aufsätze neben dem klassischen Alterthum, seiner Sagen- und Culturwelt, auch den germanischen Sagen, sowie den vaterländischen Stoffen und Schriftwerken ganz besondere Berücksichtigung zuzuwenden, der Schüler aber auch mit dem geistigen Leben der anderen wichtigen Culturvölker der Gegenwart durch Einführung in einzelne Meisterwerke ihrer Literatur bekannt zu machen.

Im Unterricht der neueren Fremdsprachen ist von den ersten Stufen an die Anregung und Anleitung der Cadetten zum practischen Gebrauche der Sprachen im Auge zu behalten.

Inwieweit Ich für jetzt eine theilweise Aenderung der Lehrpläne des Cadettencorps geboten erachte, wird Ihnen durch das Kriegsministerium demnächst bekannt gegeben werden.

Ich habe durch Vorstehendes den zur Erziehung und Unterweisung der Cadetten berufenen Organen weitere Auf­gaben zugewiesen, welche an ihre Einsicht und Thätigkcit erhöhte Anforderungen stellen; Ich halte Mich aber überzeugt, daß es ihrer bewährten Hingebung und Pflichttreue gelingen wird, diese Aufgaben in Meinem Sinne und zu Meiner vollen Zufriedenheit zu losen.

Mit Ihren Vorschlägen über die Art und Weise, wie die militärische Jugend auch auf den Kriegsschulen für die erziehlichen Ausgaben ihres Berufes vorzubereiten ist, bin Ich einverstanden.

Ich will, daß diese Meine Ordre zur allgemeinen Kenntniß der Armee gelangt und habe Ich dieserhalb an das Kriegsministcrium verfügt.

Berlin, den 13. Februar 1890.

Wilhelm.

An den General-Jnspector des Militär-Erziehungs- und Bildungswesens."

II. Betreffend die Bestrafungen wegen Miß­handlung Untergebener:

Ich habe aus den Mir von den commandirenden Generalen eingereichten Nachweisungen über die Bestrafungen wegen Mißhandlung Untergebener ersehen, daß die Bestimm­ungen der Ordre vom 1. Februar 1843 noch nicht durchweg in dem Geiste aufgefaßt und gehandhabt werden, in dem sie gegeben worden sind. In Meiner Armee soll jedem Soldaten eine gesetzliche, gerechte und würdige Behandlung zu Theil werden, weil eine solche die wesentlichste Grundlage bildet, um in demselben Dienstfreudigkeit und Hingebung an den Berus, Liebe und Vertrauen zu den Vorgesetzten zu wecken und zu fördern. Treten Fälle von fortgesetzten systematischen Mißhandlungen Untergebener hervor, so haben Mir die commandirenden Generale bei Einreichung der Nachweisungen zu berichten, welchen Vorgesetzten die Verantwortung mangel­hafter Beaufsichtigung trifft und was ihrerseits gegen denselben veranlaßt worden ist. Sie haben hiernach das Erforderliche zu veranlassen und den commandirenden Generalen auch die Bemerkungen, zu welchen Mir die letzten Nachweisungen Anlaß gegeben haben, zugehen zu lassen.

Berlin, den 6. Februar 1890.

Wilhelm.

An den Kriegsminister."

Neueste Nachrichten.

Wolff« telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Prag, 19. Februar. Die deutschen Mitglieder der Handels­kammer erklärten sich bereit, an den Bestrebungen für das allgemeine Gelingen einer Jubiläumsausstellung Böhmens theilzunehmen. Die Kammer wählte hieraus 6 Deutsche und 10 Czechen in das Ausstellungscomite.

Bern, 19. Februar. Die luxemburgische Negierung sagte ihre Theilnahme an der Arbeiterschutzconferenz in Bern zu und bezeichnete ihre Delegirten.

Paris, 19. Februar. DerTemps" sagt: Frankreich könne gegenüber der Conserenzeinladung sich weder isoliren, noch übereifrig zeigen. Das Unternehmen des deutschen Kaisers müsse der Einmüthigkeit aller Industriemächte begegnen. England sei dabei die zunächst betheiligte Macht, wenn Eng^ land annehme, sei die geplante Conserenz möglich.

Paris, 18. Februar. An dem gestrigen politischen Diner bei dem deutschen Botschafter nahmen Theil die Minister Tirard, Constans, Spuller und Rouvier, der Nuntius

Notelli, die Gesandten Leon y Castillo und Reid, sowie das Personal der deutschen Botschaft.

Paris, 19. Februar. DemPetit Journal" zufolge findet heute eine Unterredung statt zwischen dem Grafen Münster und dem Minister Spuller über die kaiserlichen Erlasse und die Berliner Conserenz- Spuller werde jedoch eine bestimmte Antwort noch nicht geben. Ueber gewisse Punkte, namentlich die Beschränkung der Arbeitszeit auf acht Stunden, sei die französische Regierung schon jetzt entschlossen, keine Abmachungen einzugehen. DasJourn. des Debats" zollt den Absichten des Kaisers Anerkennung und erklärt, die Republik müsse dem Grundgedanken der Conserenz zustimmen, jedoch sich die endgiltige Antwort Vorbehalten, bis es die näheren Umstände der Conserenz vollständig kenne. Die kühne Initiative des Deutschen Kaisers hinsichtlich der Losung der Arbeiterfrage sei das bemcrkenswertheste internationale Ereigniß, das seit Langem sich vollzogen. ODer Kaiser sei durchdrungen von seiner socialen Mission und von dem Wunsche beseelt, sie zu erfüllen. Diese Thatsache allein ge­reiche dem Kaiser zur Ehre. Die Frage anlangend, ob die Regierung der Republik die Einladung zur Conserenz an­nehmen solle, bemerkt dasJournal": Die französische Re­gierung habe sich immer mit der Arbeiterfrage beschäftigt - wie könnte sie also zugeben, daß diese Fragen auf einer internationalen Conserenz behandelt würden ohne ihre Theil­nahme? Zahlreich seien die politischen und ökonomischen Probleme, welche der Kaiser ausgestellt. Jede Regierung müsse zunächst noch gewisse Aufklärungen von Berlin erhalten und sich der Bereitwilligkeit der anderen Mächte versichern. Eine Einmüthigkeit sei unerläßlich- aber wenn die anderen Negierungen ihre Mitwirkung zusagen, könne Frankreich dem Friedenswerke seinen Beistand nicht versagen.

London, 19. Februar. Das Unterhaus lehnte/den Adreßantrag Parnells, welcher die irische Politik der Regierung tadelt, mit 307egcgeit 240 Stimmen ab.

Christiania, 19. Februar. Der Nordfahrer Nansen hielt in der geographischen Gesellschaft einen Vortrag üb/r die geplante Nordpolexpedition. Er beabsichtigt en^starkes Schiff mit eingebogenen Seiten zu bauen, um von dLm Eise nicht zerdrückt, sondern gehoben zu werden. Die Fahrt soll durch die Behringstraße mit Benutzung eines günstigen Stromes nach den neusibirischen Inseln und von dcfnach dem. Nordpol gehen, wohin der Strom wahrscheinlich führe.

Rom, 19. Februar. DemMoniteur Rom/" zufolge unterzeichneten die Mitglieder der Preußischen historischen Station Rom, zumeist Protestanten, eine Erklärung, worin sie gegen die Anklage protestiren, welche Dölling/r gegen die Art und Weise erhoben, wie der Vatikan seine/Archive zur Disposition des Publikums stelle. /

Nevers, 19. Februar. In einer Kohlenmmc bei Decize erfolgte eine Explosion schlagender Wetter. Bi/ heute Abend wurden 34 Leichen zu Tage gefördert. /

St. Etienne, 19. Februar. Eine in d/r Arbeitsbörse abgehaltene Versammlung der Grubenarbeiter »beschloß für die Gruben der hiesigen Kohlengesellschaft einen allgemeinen Ausstand und beauftragte Delegirte, die^n Beschluß den Grubenarbeitern und den anderen Gesellschaften des Kohlen­gebiets mitzutheilen. Man befürchtet big Ausdehnung des Ausstandes auf alle Werke des Kohlenreviers.

Bukarest, 19. Februar. Der Senat b^ann die Berathung des Gesetzentwurfs betreffend die Trennung des Pionierdienstes von der Artillerie und die Organisirunm eines Specialcorps für denselben. Der Thronfolger nahm 2heil an der Sitzung. Der gestrige Hosball war sehr glämcnd.

Petersburg, 19. Februar. Das Bezirksgericht Witebsk begann gestern den Proceß gegen sieben Juden, die angeklagt sind, einen Menschen ermordet zu hab/n, um dessen Tod zur Erlangung der Versicherungsprämie vch 50,000 Rubel aus­zubeuten. Die Einwohner von WitVsk sind derart erregt, daß das Gerichtsgebäude militärisch /bewacht werden muß. Der Urtheilsspruch wird binnen drei Tagen erwartet.

Locale» «nd PropinjiclU-».

Meßen, 20. Februar.

Se. Konigl. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 13/d. M. den Oberstlieute­nant Beck, Commandeur des Geuarrmeriecvrps, zum Oberst und den Major Frhr. v. Folttnius, Commandeur des Gendarmeriedistricts Rheinhessen,/zum Oberstlieutenant be­fördert. Oberst Beck und Ob/cstlieutenant v. Follenius waren früher Commandcnre btp hiesigen Gensdarmerie diftricts. /

Militärisches. Herrn .Hauptmann Ritsert vom 116. Regiment wurde mit Penfton und der Regimcntsuni- sorm der Abschied bewilligt. /

Im Saale des Cafe fand gestern Abend eine von der deutschfreisinnigen /Partei einberufene Wähler­versammlung statt. Nach eiuttitenden Worten des Herrn Fabrikanten L. Georgi, in/welchen derselbe die Gründe darlegte, aus denen der Cangdat der Partei, Herr Rechts­anwalt Dr. Gutfleisch, eg abgelehnt, persönlich für seine Wahl thätig zu sein, erhielt Ha.r Landtagsabgeordneter Rechts­anwalt Metz das Wort. In S^ftünöiger, häufig von Bei­fall unterbrochener Rede erging sich Herr Metz in Betrach­tungen über die Thätigkeit^es letzten Reichstages, speciell über diejenigen Vorlagen unh Beschlüsse, an deren Zustande­kommen die Hauptgegner der freisinnigen Partei im hiesigen Wahlkreise, die Nationalliboralen, sich betheiligt. Die Ver­längerung der LegislaturpMioden von 3 aus 5 Jahre stehe z. B. mit der Versicherung dtr Natioualliberalen, an der Ver­fassung des Reiches und d^n Rechten des Volkes nicht rütteln zu wollen, in Widersprucü desgleichen die Bewilligung von Ausgaben für Garnisonki/chen, Osfiziercasinos rc. mit dem versprochenen Eintreten für größtmöglichste Sparsamkeit im Reichshaushalte. Ueberhappt seien die Nationalliberalen groß im Versprechen, aber nictzt in der Lage, das Versprochene halten zu können. Jetzt werde die Abschaffung der directen

Besteuerung der Einkommen unter 3000 Mk. versprochen die directen Steuern in Hessen seien aber zur Bestreitung der Bedürfnisse des hessischen Staatshaushaltes nöthig, da­rüber habe das Reich nicht zu verfügen- wenn der national­liberale Candidat des hiesigen Wahlkreises für eine Abschaffung der Einkommensteuer eintreten wolle, so möge er sich erst in den Landtag wählen lassen u. s. w. Nachdem Herr Metz die Bestrebungen und das Verhalten der nationalliberalen Partei sowohl während der verflossenen Reichstagsperiode wie während des jetzigen Wahlkampfes (mit specieller Erwähnung der Vor­gänge im hiesigen Wahlkreise und der in demselben ver­breiteten nationalliberalen Flugblätter) einer längeren Kritik unterzogen und betont hatte, daß aus diesen Gründen ein freisinniger Mann Herrn Schlenke nicht wählen könne (ob­wohl Redner selbst, wenn es zur Stichwahl zwischen Schlenke und Bocket kommen sollte, wenn auch mit schwerem Herzen, für Ersteren stimmen werde), ging er zur Characterisirung des zweiten Candidaten des Wahlkreises, Dr. Bocke l, sowie seiner Anhänger über. Er gab hierbei, nachdem er die Ziele der Antisemiten beleuchtet, denjenigen hiesigen im Gefolge Böckels thätigen Studirenden, Assessoren und Accessisten den Nath, ihre Theilnahme an der Agitation dieses Mannes nur als Fastnachtsscherz zu betrachten. Die Ziele der Social­demokratie, als deren Vertreter für den hiesigen Wahlkreis Herr Orbig in Betracht komme, seien bekannt, Redner werde deshalb aus dieselben heute um so weniger eingehen, als diese Partei heute ebenfalls eine Versammlung halte, in­folgedessen wahrscheinlich Angehörige derselben hier nicht er­schienen seien. Nach eingehender Erläuterung des Programms der deutschfreisinnigen Partei schloß Herr Metz unter dem Beifall der den Saal vollständig füllenden Wähler mit der Aufforderung, bei der Wahl für Herrn Dr. Gutfleisch zu stimmen. Herr Georgi machte, nachdem er ebenfalls- Herrn Dr. Gutfleisch zur Wahl empfohlen, die Mittheilung, daß. die freisinnigen Wähler morgen (Donnerstag) Abend um 8 Uhr im Saale des Cafe Leib sich versammeln, und über den Ausgang der Wahl berichtet werden würde. Mit einem Hoch aus das deutsche Vaterland wurde die Versammlung, aus deren Mitte noch ein begeistert aufgenommenes Hoch auf Dr. Gutfleisch ausgebracht wurde, geschlossen.

Die auf Veranlassung des Wahlcomites der Arbeiter- Partei gestern Abend in Steins Garten abgehaltene Wähler­versammlung war recht zahlreich aus allen Schichten der Be­völkerung besucht. Der Candidat der Arbeiterpartei, Herr Schreinermeister Orbig aus Gießen, wies in seiner sachlich gehaltenen, nahezu 2 stündigen Rede auf die Nothwendig- keit einer Organisation der Arbeiter gegenüber der immer mehr zunehmenden Ausbeutung derselben durch die Besitzen­den hin und besprach dann der Reihe nach die bekannten For­derungen des socialdemokratischen Parteiprogramms. Die Ausführungen des Vortragenden ernteten während und am Schluffe der Rede den Beifall der Versammelten. Da weitere Redner sich nicht zum Worte gemeldet hatten, wurde die Versammlung geschlossen, woraus dieselbe in bester Ordnung auseinander ging.

Das nächstjährige XIX. Mittelrheinische Turnfest dürfte wahrscheinlich Hanau übernehmen, wo im Jahre 1868 das letzte Turnfest mit großem Glanze gefeiert wurde- Wenigstens sind sämmtliche Hanauer Turnvereine gewillt, das Fest im Jahre 1891 zu übernehmen, wenn der am 13. April in Mainz znsammentretende Mittelrheinische Turntag hierfür seine Zustimmung gibt.

8. Verspätet. Die Gedächtnißseier, welche zu Ehren unseres großen Bayreuther Meisters durch das vom Wagner- Verein angeregte und von der Capelle des 116. Jnf.-Regts. so vorzüglich durchgesührte Concert am Todestage Richard Wagners (13. Februar) gehalten wurde, hatte solche Dimen­sionen angenommen, daß die großen Räume der Stein'schen Localitäten überfüllt waren. Das Programm brachte in Folge der Bedeutung des Tages grvßtentheils Wagner'sche Compo- sitionen. I. Theil: Kaiser-Marsch. Ouvertüre (Rienzi). Prolog, (Trauermarsch a. d. Götterdämmerung). 3. Satz a. d. drama­tischen SinfonieKönig Lear" (L. Heidingsseld). II. Theil: Wagner - Ouvertüre: Tannhäuser. Vorspiel zu Tristan und Isolde. Siegfried-Idyll. Fantasie a. d. OperDie Meister­singer. III. Theil: Ouvert. Ruy Blaß (Mendelssohn). Alle- gretto a. d. 8. Sinfonie (Beethoven). Ungarische Rhapsodie (An Hans v. Bülow) Liszt. Fantasie a. Wagners Lohengrin. Es war das Ganze eine Musterleistung unserer so vorzüg­lichen Regimentsmusik- sämmtliche Piecen gaben Zeugniß von dem feinen Studium, welches Herr Musikdirector Krauße angelegt hatte und jede Nummer erntete daher ihren wohl­verdienten Beifall, der sich nach Beethovens herrlichem Alle- gretto a. d. 8. Sinfonie so steigerte, daß dasselbe da capo gespielt werden mußte. Herrn Musikdirector Krauße wurde aus ehrender Anerkennung von Seiten des Wagner-Vereins ein prächtiger Lorbeerkranz überreicht. Hoffen und wünschen wir, daß der Wagner-Verein uns noch öfter Gelegenheit bietet, solch interessante Concerte zu hören.

Das am nächsten Sonntag im Clubsaale stattfindende Concert des Akademischen Gesangvereins verspricht nach jeder Richtung hin großen Genuß. Zumal dürste dem Hauptwerk des AbendsZlatorog" ein ungetrübter Erfolg sicher fein. Ueber die prächtige Dichtung lassen wir zwei Urtheile be­rufener Kritiker folgen und meinen, daß mehr denn zwanzig Aufführungen der Thierfeld'schen Musik den Beweis liefern, wie würdig der Componift dem Dichter ist.

Paul Lindau sagt in derGegenwart": . . Bei ihm ist alles heiter und licht:Frühling ist eingezogen, Freude ist überall." Eine reizende Munterkeit und Frische zieht durch dieseL. e. f. G.", ein voller urwüchsiger Humor. Es ist ein ausgezeichnetes, hervorragendes und liebens­würdiges Talent, das uns da entgegentritt, ein Talent, das noch Vielen Freude bereiten wird........

In B.'s Gedichten finden wir manche Scheffel'schen Anklänge. Aber wenn Scheffel auch der Lehrer gewesen ist, der fahrende Schüler hat sich ganz selbstständig entwickelt. Die paro-