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den Bäumen, sondern auch deren Schädigern, namentlich aus der Jniectenwelt zu gute und diese verderben dann wieder, was die Gunst des Klimas förderte. Man darf kühn behaupten, daß sert einer längeren Reihe von Jahren verschwindend wenig in der Vertilgung der Jnsecten gethan wurde, diese kaum gekannt sind. Im letzten Frühjahre waren die Ernteaussichten infolge der massigen^ Blulhen- entwickelung die denkbar besten, die Blüthen der Apfelbäume sind aber von b>n Jnsecten, von den Apfelblüthftechern, total vernichtet worden, wie meine Untersuchungen in den verschiedensten Gemarkungen ergeben haben. Die eingetretene Ealamität wurde bald dem Höhenrauch oder wie manche sagten, dem Mehlthau zugeschoben, trotzdem von demselben keine Spur vorhanden war. In einigen Gemarkungen bat es etwas Obst gegeben, aber nur dort, wo die Bäume im vorigen Herbst und Winter etwas besser gereinigt worden sind. Das Reinigen der Bäume muß eben obligatorisch werden; dieses sprechen alle jene Baumbesitzer aus, die sich Mühe mit ihren Bäumen geben, aber durch die lässige Nachbarschaft stets wieder in Mitleidenschaft gezogen werden. „ ., e ,
Ganz furchtbar waren in einigen Gemarkungen die kaum belaubten Bäume von Raupen zerfressen, sowohl von den Raupen des Goldafters als auch der massenhaft auftrelmden Raupen des Ringel- sptnners. Wäbrend zu richtiger Zeit die Vertilgung mit geringer Mühe durchzuführen ist, wartet man gewöhnlich damit bis es zu spät ist; haben sich die Raupen erst über den Baum verbreitet, so ist ihnen schwer beizukommen. Auch gegenwärtig finden sich in manchen Gemarkungen die Nester des Goldafters massenhaft vor; das Absuchen derselben müßte bis Ende Februar durchgeführt werden.
Die Blutlaus findet sich in jeder Gemarkung, besonders ge- sährlich erscheint sie dann, wenn die jungen Zweige damit besetzt sind. Meistens findet sich die Blutlaus an den Wunden der Stämme und der Aeste. Werden solche Wunden aber gehörig gereinigt und mit Kalkmörtel ausgestrtchen, so können die Blutläuse sich nicht
Die Aussichten auf eine Obsternte sind die denkbar günstigsten.
Aepfel- wie Btrnenbäume, nicht minder Zwetschen- wie Kirschen- bäume, zeigen reichlichen Blüthenknospenansatz. An der Bevölkerung liegt es nun, durch emsiges Schaffen und Reinigen an den Bäumen die reichen Aussichten zur Erfüllung zu bringen, denn das große Heer der schädlichen Jnsecten und Vernichter der Blüthen wird sich wiederum, wie im vergangenen Jahre, allem Anscheine nach, auch in diesem Frühjahr verderblich zeigen. Die Raupen des Goldafters sitzen massenhaft in Nestern an den Bäumen, der Apfelblülhstecher, der böseste Verderber der Blüthen, ist in Mengen hinter der Rinde verborgen und warten diese nur des wärmenden Lenzhauches, ihr Zerstörungswerk von Neuem zu beginnen. Vereinte Kräfte im Kampf gegen die Schädiger unserer Obstbäume führen endlich zum Sieg und zu reichen Obsternten.
Limburg, 19. Februar. (Fruchtmarkt). Rother Weizen JL 16.90, weißer Weizen JL 16.70, Korn JL 13 70, Gerste JL 12.15, Hafer 8.25, Erbsen JL 00.00, Kartoffeln JL 0.00.
Frankfurt, 19. Februar. Erbsen ganze per Pfd. 14—18
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Fr. Seibel.
Nniversitäts - Nachrichten.
— Professor Dr. Wilhelm Meyer, Docent für romanische Sprachen an der Universität Jena, hat eine Berufung an die Wiener Universität als außerordentlicher Professor erhalten, welcher er zu Ostern Folge geben wird.
Jena, 17. Februar. Die Kinder des verstorbenen Geheimraths v. Hase haben zum Andenken an ihre Eltern der Stadtgemeinde Jena zu einer Stiftung für Wohlthätigkeitszwecke ein Kapital von 10000 Mk. zur Verfügung gestellt.
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— Dem Bericht des Obstbautechnikers des Wetterauer Odst- bauvereins E. Metz zu Friedberg entnehmen wir die nachstehenden auf die Reinigung der Bäume von fchädigenden Jnsecten bezüglichen Bemerkungen. Wir hoffen, datz d?e darin enthaltenen Mahnungen Seitens oer Oostbauenden die dringend nöthige Beachtung finden werde».
Durch sorgfältigere Pflege der Obstbäume muß der Gunst des Klimas entgegengekommen werden. Dieselbe kommt ja nicht allein
: Engeren I e" Gründ.?' B»*1
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Friedberg, 18. Februar. Bei recht günstigem Wetter cntsaltete sich auf dem heutigen Pferdemarkt in den Morgenstunden schon ein bewegtes Treiben. Waren doch fümmtliche städtische Stallungen sowohl als auch diejenigen der Wirthe von den Pferdehändlern, die diesmal in vermehrter Zahl erschienen waren, geradezu überfüllt. Trotz dieser Concurrenz saßen die Pferdehändler aus dem hohen Gaul, wie man zu sagen pflegt, und verlangten für ihre Waare, meist norddeutschen Schlags, wie auch sonstiger schweren Arbeitspferde, ganz enorme Preise. Die Zahl der von diesen Händlern zum Markte gebrachten Pferde belief sich auf nahezu 150 Stück, nicht minder waren von Seiten der Landwirthe re. aus der Umgegend auf unserem schönen vmd sehr geeigneten Marktplatze Pferde verschiedener Art zum Verkaufe gestellt. Es sind der Commission über 100 Abgeschlossene Verkäufe gemeldet worden und wurden für- schwere Arbeitspferde Preise von 500 — 1300 Mk. gezahlt. Auch in geringerer Waare wurden wie immer Geschäfte abgeschlossen, Luxuspserde wurden nicht verlangt. Die Commission hat die zur Verloosung bestimmten zwölf Pferde in schönster Waare angekaust, nur war dieselbe in Folge der hohen Preise gezwungen, 700 Mk. über den Voranschlag zu verausgaben, was gewiß ein Beweis dafür ist, daß das Pserdemarktcomite die Interessen des Pferdemarkts zu berücksichtiget! versteht. Werfen wir einen Blick zurück auf den ersten Frühjahrspserdemarkt, welcher am 18. Februar 1878 stattsand, so können wir zu unserer Freude eonstatiren, daß
vermischte-.
*△ Mainz, 19. Februar. Heftige Feuersignale chreckteu heute Morgen gegen 5 Uhr die letzten Carnevals- gäste in den Wirthshänsern und Cafes hier auf. In einer Wirthschaft in unmittelbarer Nähe der bekannten Bierbrauerei Schöfferhof-Dreikönigshof war Großfeuer ausgebrochen und verbreitete sich so schnell, daß das Haus sammt Hintergebäude alsbald nahezu vollständig in Asche gelegt wurde. Während des Ausbruchs des Brandes war der Hauseigenthümer und dessen Frau in einer anderen Wirthschaft, was in Verbindung mit dem Umstande, daß das Feuer gleichzeitig in mehreren Stockwerken wahrgenommen, den Verdacht einer Brandstiftung nahelegte und sich die Polizei veranlaßt sah, den Wirth und seine Frau alsbald zu verhaften.
*△ Mainz, 19. Februar. Ein von den Mitgliedern der socialdemokrauschen Partei neuerdings in den Wahlkreisen Mainz-Oppenheim und Bingen-Alzey verbreitetes Wahlflugblatt wurde polizeilicherseits verboten und die vorhandenen Exemplare confiscirt. Die bei dem Verleger des Flugblattes, einem Schuhmacher von hier, vorgenommene Haussuchung verlies vollständig resultatlos, obwohl die Durchsuchung sehr minutiös vorgenommen wurde und sich sogar auf die Lagerstätte eines erkrankten Kindes des Schuhmachers erstreckte. Im Kreise Oppenheim wurden mehrere Socialdemokraten verhaftet, die ungeachtet des von dem Kreisamt erlassenen Verbots das früher erschienene Wahlflugblatt weiter verbreiteten.
— Bei dem gestern zum Besten der Mainzer Armen veranstalteten närrischen Jahrmarkt gingen annähernd 5400 Mk. ein. Welche Summen im Allgemeinen bei dem Mainzer Carneval umgesetzt wurden, läßt sich .aus der That- sache entnehmen, daß die beiden Maskenbälle am Fastnacht- Montag und -Dienstag der „Narrhalla" über 25,000 Mk. einbrachten.
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ristischen Aventiuren: „Lohengrin" und „Siegsrieds Tod", die unter dem Titel „Traurige Folgen des Wassertrinkens" berichtet wird, haben einige Verwandtschaft mit dem „schwarzen Wallfisch zu Askalon" und der „Schlacht der Cherusker". Es sind ganz prächtige Schenklieder in diesem kleinen Buche und unter den modernen Dichtern kenne ich außer Hornsek kaum einen, der so überzeugungsvoll das weise behagliche Zechen besungen hätte, wie dieser prächtige Baumbach. Diesem gesunden, liebenswürdigen Talent den besten Gruß zum Willkommen!
R. Hamerting im „Heimgarten": .... Hier begegnen wir Gedichten, die, wie das Lied vom „Ahasver", oder das vom „schlauen Abt", den beliebtesten Sachen Scheffels ebenbürtig sind. Daß erst^nach Erscheinen dieses Büchleins die Kritik angesangen, zu ^hren des „Zlatorog"- Dichters ihre Böller zu lösen und ihre Freudenfeuer anzu- ZÜnden, liegt wohl darin begründet, daß eine Hauptrolle in dieser kleinen Sammlung das Zechlied spielt, jene lustige Kneiplyrik, die eben in unseren Tagen zu einer so großen Beliebtheit gelangt ist und durch welche V. Scheffel namentlich zum Idol der studirenden Jugend geworden. Gott erhalte sie uns, diese fröhliche Lyrik mit dem Roth der Gesundheit aus den Wangen: sie hat Berechtigung, Werth und Bedeutung der pessimistischen Stimmung unserer Tage gegenüber.
— Der erste Preis der Friedberger Pferdemarkt-Lotterie ist in die Collecte des Herrn Julius Wallach hier zesallen.
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