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Brrweirdrrrr- »er «renrrügel. (Nachdruck verbeten.) Nur zu häufig fieht man bei den Lanbwirthen noch die alte unver­ständige Einrichtung, zwei Pferde mit einem Zügel zu lenken. Einmal ist dieses aus dem Grunde unpractisch, weil ein Lenken viel schwieriger, dann wird ein Zucken und Zerren an der Leine noth- wendtg, welches eine Quälerei für die Thiere ist. Verständige Pferde­besitzer werden nur Kreuzzügel benutzen.

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Gehöfe mit 2 Stück Rindvieh. Im Kreise Darmstadt wurden in Pfungstadt seit dem 7. April acht Gehöfte mit 51 Stück Rindvieh, 6 Ziegen und 21 Schweinen und in Eberstadt am 9. April zwei Gehöfte mit 2 Rindern, 2 Ziegen und 8 Schweinm als verseucht angezeigt. Im Kreise Heppenheim wurde in Siedelsbrunn am 8. und in Unter-Schönmattenwag am 19. April je ein Gehöfte mit 2, bezw. 3 Stück Rindvieh verseucht befunden. In Reinheim, Kreis Dieburg, ist die Seuche seit 17. April in fünf Gehöften mit 50 Stück Rindvieh, 2 Ziegen und 34 Schweinm anfgetreten. In Vendersheim, Kreis Oppenheim, wurde sie am 25. April in einem Gehöfte mit 6 Stück Rindvieh festgestellt. In Siedelsbrunn und Unter-Schön- mattenwaag ist die Seuche bereits wieder erloschm. Auf dem Vieh- Hofe in Mainz wurde am 5. April der Ausbruch der Seuche bei einem Transport von 17 Stück Rindvieh festgestellt, welche am 31. März von Frankfurt a. M. oahtn mit der Bahn verbracht worden waren.

Der Bläschenausschlag unter dem Rindvieh in Uden­heim im Kreise Oppenheim, Bieben und Udenhausen, Kreis Als­feld, Ober-Kleingumpen, Kreis Dieburg, und^ Gadern, Kreis Heppen­heim, ist erloschen. In Stangenrod, Kreis Gießen, und in den Orten des Kreises Schotten: Laubach, Götzen, Betzenrod und Stein­berg herrscht die Seuche noch fort.

Festgestellt wurde die Seuche am 3. April in Lörzweiler, Kreis Oppenheim, am 18. in Bönstadt im Kreise Friedberg, und am 22. in Blofeld, Kreis Büdingen, und in Uetzhausen, Kr. Lauterbach.

Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in Dorn- Assenheirn im Kreise Friedberg, in den Orten des Kreises Büdingen, Gelnhaar, Bergheim und Usenborn.

Das Vorkommen von Viehseuchen in Hessen

während des Monats April 1890.

Milzbrand wurde festgestellt in Leihgestern, Kreis Gießen, am 17., in den Orten des Kreises Friedberg Södel am 11., Rendel am 21. und Rieder-Mörlen am 23. April, jedesmal bei einem crepirten Rindoiehftücke, und im Schlachthaus in Mainz am 22. April bei einem geschlachteten Schwein.

Rotz. Das in Offenbach seither befindliche rotzverdächtige Pferd wurde am 2. April auf polizeiliche Anordnung gelobtet und frei von Rotz befunden. Die Maßnahmen über die der Ansteckung verdäch­tigen Pferde wurden daraufhin aufgehoben.

Die Maul- und Klauenseuche in Gau-Algesheim und Heidesheim im Kreise Bingen, in Hillesheim im Kreise Oppenheim, sowie in den Orten des Kreises Büdingen: Nidda, Geiß-Nidda, Wallernhausen, Büdingen und Lorbach ist erloschen.

Festgestellt wurde die Seuche in den Orten des Kreises Groß- Gerau: Bischofsheim am 7., Stockstadt am 11. und Gernsheim am 15. April, und zwar im Laufe des Monats April in Bischofsheim in zehn Gehöften mit 38 Stück Rindvieh, 13 Ziegen und 33 Schweinen, in Stockstadt in fünf Gehöften mit 13 Stück Rind­vieh, 4 Ziegen und 10 Schweinen und in Gernsheim in einem

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Meisten. Und doch fehlen die heilkräftigen Pflanzen, wenn fie gebraucht werdm. Da gibt eS nun ein sehr gutes Mittel, um dm nöthigen Bedarf trotz Ernte zusammmzubringen; Kinder eignen sich nicht zum Sammeln, dmn sie bringm zu viel Hundscamille mit nach Hause wohl aber alte Frauen, die ja schon die Tradition mit dem WorteKräuter" verbwdet. Alte, arbeitsunfähige Frauen gibt es auf jedem Gute, in jedem Dorfe, und wenn sie auch sonst sich zu jeder Arbeit zu schwach fühlen zum Aehrmlesen sind sie sofort auf dem Felde. Da empfiehlt es sich nun, das Aehrenlesm nur denen zu gestatten, die vorher vier große Gebunde guter Arznei- camillen abgeliefert haben, selbstverständlich gegen Bezahlung, denn es ist nicht unsere Absicht, anzurathen, für Auflesen der abgebrochenen oder mit dem Halm auf dem Felde liegen gebliebener Aehren von Seiten armer Leute Geld bezahlen zu lassen. Aus diese Weise erhält man mühe- und kostenlos eine Menge dieser nützlichen Pflanzen und kann bei eintretendem Bedarf auch noch seinen leidenden Mitmenschen davon abgehen. Wie segensreich wirken oft Bäder von Camille durch ihre krampfstillende Eigenschaft bei kleinen Kindern und wie oft muß dies einfache Mittel unterbleiben, weil keine Camillen zur Hand sind. Gleichzeitig sei noch einer anderen Heilpflanze gedacht, des Wermuth ober bitteren Beifuß (Arthemisi» Absinthium), bie aber letber nur sehr selten in unserem engeren Vaterlanbe wilb wächst. Die guten Eigenschaften bes Wermuth sinb bekannt, ein kalter Auf­guß auf bie gebörrten Blätter wirkt belebenb und stärkend auf bie Verbauung von Mensch und Vieh Leuten, bie an Appetitlosigkeit litten, hat schon oft dieser bittere Trank vorzügliche Dienste geleistet und unsere Schäfer gebrauchen bie Blätter nebst einem Gemisch von Theer unb Salz mit Vorliebe als Arzneimittel gegen Verhüten unb sonstige Verbammgsstörungen ber Schafe. Ganz benfelben Dienst leistet bie Pflanze im Schweine- unb Kuhstall, wo man sie in ber Tränke reichen kann. Die Pflanze ist winterfest unb perennirenb, man braucht also nur einmal ein Beet anzulegen, bann hat man für lange Zeit genug gethan. Sarnen erhält man in jeber Samen- hanblung. Die Büsche sinb vor ber Blüthenentwicklung abzuschneiben, in kleine Bünbel zu binben unb wie bie Camille auf einem trockenen Boden aufzuhängen.

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