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Cours vom 9./VIII. 16./VIII.
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leihe übernommen hatte unter Vertheilung des Restbetrags an die Mttslieder ur Auflösung gekommen ist. Es steht zu erwarten, daß damit nun diese ftanot m Rückgänge ein Ende haben. Italiener waren am Freitag; beträchtlich besser aus Partner Käufe, die anscheinend im Tausch Segm 3«/g Franzosffche Rente ausgefuhii wurden. Russen sehr sest, namentlich die Valutaanleihen. Man hegt dre.außn- ordentlichften Hoffnungen über die Entwicklung des russischen Exportes, b^ondal seitdem die Ernteberichte aus Amerika ungunst ger lauten, und Angesichts n Steigerung der Valuta gehen einzelne Berliner Blätter so ^it. ernftltch dte W. führung der Goldwährung in Rußland zu besprechen. Oesterreichisch-Ungarischi Renten, Türken und Egppter erzielten mäßige Avancen.
Die Bewegung der Kohlenactien wurde bereits beruhtt. Reben diesen war« Eisenwerthe sehr fest wegen der Besserung der Glasgower Warrantcourses. Lam< gewannen 4%, wobei zu bemerken, daß Berlin meist erheblich hoher als 9ranffui nottrt. Der übrige Jnduftrteactienmarkt bietet bis auf eine größere Coursbesserun der Höchster Farbwerke nichts Bemerkenswerthes. Privatdiscont 3 /8.
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Es liegt wieder eine Woche recht fester Börsentendenz hinter uns, und wenn , die Eourse trotzdem nur mäßige Besserungen aufzuwetsen haben, so ist daS nicht die Schuld der Börse, die sich redlich Mühe gab, dieselben hinau zusetzen. Freilich, die Zett so starker Steigerungen, wie sie das vergangene Jahr brachte, wird auf lange hinaus vorüber sein, wie sehnlich sie auch die Börse wieder herbeiwunschen mag. ES ist häufig genug an dieser Stelle darauf hingewiesen worden, wie wenig die allgemeine Lage den Optimismus der Börse rechtfertigt. Der wahrhaft erschreckende Rückgang des deutschen Exports, die weiteren^Verluste, welche in dieser < Hinsicht durch die argentinische Krisis und.amerikanische Zollmaßnahmen bevorstehen, , dazu der Rückgang des Eonsums innerhalb des deut chen Zollgeb ets das Alles sind , Factoren von hoher wirthschaftlicher Bedeutung, die früher oder später an der Bör e : Beachtung finden müssen, und man braucht kein Pesstmist zu sein, um darin ernste Gefahren für die deutsche Industrie zu erblicken. Selbst n den industriellen Kreisen die heute in der Bildung von Eartellen die Sicherung ihrer Existenz erblicken, ist man sich klar bewußt, daß der inländische Consum allein nicht hinreicht, um den bestehenden Werken und Fabriken dauernd lohnende Beschäftigung zu gewahren; wie man aber die kommenden Verluste ertragen wird, ob die Cartelle Stand halten werden, wenn die Beschäftigung zu mangeln beginnt, darüber bestehen nur Hoffnungen. Andere Kreise erblicken aber gerade in der Bildung von Cartellen e ne Gefahr, weil sie die Producenten verleiten, über den hohen inländischen Preisen ausländische Absatzgebiete zu vernachlässigen, weil wie die Erfahrung lehrt, man selten versteht Matz zu halten in der Normirung der Preise, dadurch den Import begünstigt und die Lage nur noch mehr verschlechtert. So kommt es, datz die Leute nicht eiten sind, die, weit davon entfernt, in der Bildung von Preisrtngen ein «oomssemotio zu erblicken, jeder Actie, deren Prosperität auf eine Pretscoalition oder WALS ßeprünbdift, bte Kauswürdigk-it °b!pr-»-n. Di« Mrf° ist nichf so vorsichtig, nicht so weitschauend. Sie greift nur das Nächstliegende, für sie bedeuten die Cartelle das Aushören einer ruinösen Concurrenz, höhere Preise und eine erhöhte Prosperität, und mit ihr, die ihre Günstlinge morgen fallen lassen und vergessen kann, mit ihr wird man nicht wegen oberflächlicher Beurtheilung rechten können. Anders der Capitaltst, seine Sicherheit gebietet^, datz er weiter ausschaut, für ihn sind die angedeuteten Verhältnisse von größter Wichtigkeit, und er muß sie bet allen seinen Anlagen in Rechnung ziehen. ,, J . u .
Immerhin könnte doch die Haltung der Börse gegenüber den der Industrie drohenden Verlusten einigermaßen befremden, wenn nicht ein, anderer Factor in den vorzüglichen Ernteergebnisseli entgegenwirkte. Wer die Große der landwtrth- schaftlichen Interessen in Deutschland zu schätzen vermag, wird verstehen, wie eine günstige Ernte die ungünstige Lage der Industrie theilweise »u paralpstren vermag. Die ungeheuren Summen, die durch den Verkauf der landwirthschaftlichen Erzeugnisse alljährlich realisirt werden, und die bann in tausend Verkebrscanäle vertheilt überall befruchtend wirken und neue Thätigkeit erwecken, sie sind diesmal doppelt groß und die Börse weiß dies zu würdigen. Seit Monaten sind die Ernteaussichten ihr Ltebltngsthema, von Tag zu Tag .malt sie sich die Wirkung der reich ichen Ernte in helleren Farben und eScomptirt sie in den Coursen. Unschatzbar ist in ihren Augen der Vorthetl, welchen Handel und Verkehr aus dem Erntesegen ziehen wird, unschätzbar ist auch die Summe der Hoffnungen, welche jetzt schon in den Coursen ausgedrückt ist, und je mehr der Maßstab verloren geht, um so mehr erwärmt sich die Börse. Alles erscheint ihr nur unter diesem einen Gesichtswinkel, die Valuten der exportircnden Länder steigen ins Ungemessene, ungeachtet der Export noch kaum begonnen hat, desgleichen die Course der Getreidebahnen, die Steigerung der Valuten wirken zurück auf unzählige, wirthschaftliche Verhältnisse; neue Anregungen erwachsen der Börse, und darüber vergißt man einen prüfenden Blick vorwärts oder rückwärts zu senden, oder auch nur über bi* Berechtigung der vor- liegcnben Besserung nachzubenken. Das ist Börsenart unb sollte eigentlich nicht mehr in Erstaunen setzen, benn „aprös nous la dölugo“ war von jeher Borsenbevise.
Die Grünbung der Verkaufbureaus für bie verschiebenen Kohlenreviere schreitet wacker vorwärts, unb bemgemäß ist bte Festtgkett im Montanmarkt groß. Man erwartet jebeufalls, baß bie Verkaufsveretne bte Preise nicht nur halten, sonbern sogar steigern werben, unb thatsächlich kamen auch bereits aus Oberschlesien Melbungen über bk Erhöhung ber bortigen Verkaufspreise. Jnbessen entbehrt bte 9tachricht ber Begrünbung, sie entsprang bem Kopfe eines allzuetfrtgen Speculanten. Angesichts bieser fortschretteirben Verstänbigung ber Zechen macht nur eine Kohlen« submission in Cöln, bie ganz außerorbentlich bivergirenbe Offerten brachte, einen etwas überraschenben Einbruck, unb trotz ber Geringfügigkeit ber ausgeschriebenen Posten wirb man hiernach geneigt, ben stänbigen Versicherungen über den Beitritt sämmtlicher Zechen sceptischer als bisher zu begegnen. Heber Argentinien ist es still ge,vorben Die Stachrichten von bort, über Notenemission, Anleiheverhanblungen unb Fallenlassen berselben spiegeln sich kaum merkbar in den Coursen der betreffenden Werthe, auf den Markt haben sie allen Einfluß verloren, nur hin und wieder übt indirect London einen leichten Druck.
Der Bankenmarkt lag fest, doch fehlt ihm noch viel von seiner früheren Beweglichkeit. Er ist bei Weitem nicht mehr das empstndliche Barometer der Börse, an dem früher jede leise Stimmung zum Ausdruck kam. Die Course bleiben schwerfällig auch bei sehr festen Börsen. Handelsgesellschaft, Darmstadter und Dresdener Bank gewannen je 2%. Disconto kaum 1%. Wien neigte für seine Banken zu Realisationen, nur Credit konnten auf Bilanzgerüchte weiter avanciren.
Von deutschen Bahnen sind die Ostpreußischen Werthe besser in Verbindung mit den russischen Getreideexporten. Mainzer wurden gedrückt durch eine Nachricht, nach welcher 2 Spediteure ihre Contracte mit der Bahn gekündigt hätten. Die Nachricht ist richtig, falsch ist nur die Berechnung eines ungeheuren Schabens, welcher ber Bahn baraus erwachsen soll, unb beshald hat sich auch ber anfängliche Verlust halb mieber ausgeglichen. Die Mehrzahl ber österreichischen Bahnen litt gleichfalls unter Realisationen unb von ben bebeutenberen Werthen zeigten nur 7f Lombarben eine sehr bemerkenswerthe Festigkeit. Schon in ber Vorwoche hatte Paris große Posten ber Actien aus bem Markte genommen unb bie Kaufe wurden in dieser Woche fortgesetzt. Maßgebend für dieselben sind nicht allein die Transportchancen der Bahn, sondern zum nicht geringen Theil die Minderbelastung, welche in diesem Jahre aus dem Fall des GoldcourseS im Wiener Markte resultirt. Schweizer Bahnen fest bis auf Gotthard, die sich nicht erholen können, namentlich
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