Einzelbild herunterladen

s dea 19. d.Mtt., ngaib,

er-kchch 24 H,

Stiele, 1 Au-ziehtisch, fi. Spiegel, 1 Cmiolchm, rot mit MamorauMen, >chen (eingelegte Arbeit), d zweithürige Kleiderschriinke, rüftäudige Betten, ein üchenschrank mit Glasausiatz, >e, Bilder, Nippes, Bücher, ig, Frauenkleider, Küchen- und astände,

on Schmechten *M

bhaber:

eiderhcker), 1 eleganter en mit ausgestopsten seltenen kitzchen. 1 Plüschteppich für Oberförster: 1 Hirsch- r u. f. w

chaftl. Auftrag:

henberger,

iaxator.__-

MS« Sl'SÄ®

» .ilt«'. . jW

V

*#f frS8

*x

mrttet Stock in utttiiemHause, ff unb **>«»»= ,nb dM 1 he»ieJS.«6e 11.

jTW8 1U 27., n°°h"ung

srWBBU

kir-i:

«#* S tB*fa: tage mttnes H ^nntttheru

Rr. 218.

Der

Hi«tze»er Anzeiger nid)eint täglich, wH Ausnahme de- Montags.

Die Gießener

9»6«rtte«ßtLi<er

Hebert dem Anzeiger ßsTchentlich dreimal beigelegt

Freitag den 19. September ^^^"*"*****' i'l,J|i" rl * "»>. >..< ....... -. -- 11 iiiairlUJBiim h»iiii

Meßmer Anzeiger

Kenerat-Anzeiger.

1890

öiernljahriger ASonnemeals-rel^s 2 Mark 20 Pfg. Bringerlohn.

Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.

Nebacnon, ExpedNis» irttb Druckerei:

-chutstratze Ar.r, Fernsprecher 51

Amts- ttnb Anzeigeblatt für bettKreis (Sieben.

An nähme von Anzeigen zu der Nachmittag- für ben stgenben Tag erscheinenden 9himmer bi- Sonn. 10 Uhr.

chratisöeikage: Hießmer JamitienökäLLer.

l----lix_. ..wuütv,1

Alle Annoncen-Bureaux de- In» unb Auslandes nehm« Anzeigen für benGießener Anzeiger" entgegen.

Amtlicher» Theil.

Bekanntmachung.

Der landwirthichaftliche Bezirksverein des Kreises Gießen wird

Montag den 22. September 1890 in Hungen auf dem Viehmarktsplatze eine Ausstellung von Zuchtvieh, verbunden mit einer Viehpreisverthellung veranstalten.

An derselben können sich alle im Kreise Gießen wohnenden Viehzüchter mit ihren Zuchtthieren mit Ausnahme der Vieh­händler betheiligen.

Prämien werden nur für Zuchtthiere der Vogelsberger Raffe (Reinzucht) und der Simmenthaler Rasse (Reinzucht und Kreuzung) erthellt.

An Geldpreisen hat der landwirthschastliche Provinzial­verein zur Prämiirung von Simmenthaler Vieh 300 «X und der landwirthschaftliche Bezirksverein zur Prämiirung von Simmenthaler und Vogelsberger Vieh 500 JL zur Disposition gestellt. Die Stadt Hungen hat noch wettere 200 zur Verfügung gestellt. ' Dieser Betrag kann auch zur Prämiirung von außerhalb des Kreises Gießen gezüchtetem Vieh verwendet werden.

Preise werden bewilligt:

1) für Bullen im Alter von einem Jahre und darüber, 2) für Rinder im Alter von einem Jahre ab und für Kühe jeden Alters

Nur preiswürdiges Vieh wird prämiirt. Sämmtliche auszustellende Thiere müssen bis Morgens 9 Uhr auf dem Marktplatz zu Hungen aufgetrieben sein. Bullen im Älter von 1 Vr und mehr Jahren müssen an einem Nasenring geführt und an demselben auf dem Ausstellungsplatz; angebunden werden.

Gelegentlich der Thierschau kann die Ankörung sprung­fähiger Bullen- durch die Körcommission stattfinden. Es finden daher Gemeinden und Bullenhalter daselbst günstige Gelegen­heit zum Ankauf von Gemeindebullen

Gießen, den 6. September 1890.

Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Jost, Regierungsrath.

4-olttische Uebevsicht.

Gießen, 18. September.

Kaiser Franz Zosef von Oesterreich ist am Mittwoch Nachmittag zu dem angekündigten Besuche unseres Kaisers auf Schloß Rohnstock bei Striegau eingetroffen und von seinem

erlauchten Gastfreunde in herzlichster Weise bewillkommnet worden. Den äußern Anlaß dieser abermaligen Begegnung zwischen den beiden so eng befreundeten und verbündeten Monarchen bildet die Theilnahme Kaiser Franz Josefs an den preußischen Manövern in Schlesien, aber offenbar geht die Anwesenheit des österreichischen Monarchen bei den Truppen­übungen in Schlesien über die Bedeutung eines bloßen Manöverbesuches weit hinaus. Hierfür spricht nicht nur der Umstand, daß sich der deutsche Reichskanzler v. Caprivi und der österreichische ungarische Minister des Auswärtigen Graf Kalnoky in der Begleitung ihrer Souveraine befinden, sondern auch das innige persönliche Verhältniß zwischen den beiden Herrschern und der feste politische Bund ihrer Reiche. Daß die Kaiserzusammenkunft von Rohnstock besondere politische Abmachungen und Verabredungen zeitigen sollte, ist allerdings schwerlich anzunehmen, denn es liegt hierzu in der gegen­wärtigen europäischen Constellation kein erkennbarer Anlaß vor. Dennoch wird der jetzigen Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef sicherlich nicht eine hohe politische Bedeutung abzusprechen sein und zwar liegt sie im Sinne der Befestigung und Kräftigung der von ihnen so er­folgreich vertretenen Friedenspolitik. Außerdem dürfte es den beiden Monarchen und ihren ersten Berathern während ihres Beisammenseins trotz der anscheinenden Stille, welche in der hohen Politik schon seit längerer Zeit vorherrscht, nicht an bedeutsamem Verhandlungsstoffe gefehlt haben und braucht man hierbei bloß des erst vor einigen Wochen stattgefundenen Besuches Kaiser Wilhelms beim Kaiser von Rußland zu ge­denken. Jedenfalls darf aber schon jetzt als feststehend be­trachtet werden, daß auch die jüngste persönliche Aussprache zwischen den Herrschern Deutschlands und Oesterreich-Ungarns nur aufs Neue die völlige Uebereinstimmung der auswärtigen Politik der zwei mitteleuropäischen Kaiserreiche ergeben und somit abermals die unerschütterliche Allianz derselben be­siegeln wird.

Kaiser Franz Josef hat sich direct von den ungarischen Manövern nach Schlesien begeben. Auf der preußisch-öster­reichischen Grenzstation Oderberg wurde der hohe Reisende vom Prinzen Heinrich von Preußen und dem Herzog von Ratibor begrüßt- hier schloß sich auch Minister Gras Kalnoky dem Gefolge seines Souverains an. In Breslau traf der Kaiser am Mittwoch Mittags gegen 1 Uhr ein, auf dem Bahnhof von den Spitzen der Militär- und Civilbehörden ehrfurchtsvoll empfangen. Nach zweistündigem Aufenthalte reiste der österreichische Monarch über Königszelt und Striegau nach Rohnstock weiter.

Zu den mancherlei seltsamen Nachklängen, welche der

Feuilleton.

Ein ungelegener Besuch.

Von M. Laue.

(Schluß.)

Endlich wird mit so viel herzlichen Worten Abschied ge­nommen, als gelte es eine Trennung für lange Zeit. Noch einmal wird auf der Treppe Station gemacht und um bal­digen Gegenbesuch gebeten, dann noch treppab viele gute Wünsche für einen angenehmen Nachmittag draußen, immer nach oben plaudernd, nickend und den Kleinen Kußhand zu­werfend. Die arme junge Frau oben gleichfalls nickend mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen und Aerger im Herzen und voller Angst, daß die andere noch einmal zurück­kommen, daß ihr nochetwas einfallen" könnte. Jetzt ist sie aber bei der nächsten Wendung der Treppe ihrem Blick ent­schwunden. Gottlob! Gottlob! Was nun zuerst, was zuletzt thun! Da stürzen sie schon von allen Seiten auf sie ein

//Aber, Ella, es wird ja viel zu spät mit dem Essen, ich bin nun schon seit einer Viertelstunde zu Hause sagtest Du denn nicht, daß wir mit dem Zweiuhrzug fahren wollen? Ließest Du denn nicht merken, wie ungelegen"

//Gewiß, lieber Mann, ich sagte, daß wir die Partie beabsichtigten, und jeder anderen hätte ich gezeigt, daß ich wie aus Kohlen saß- aber durfte ich das hier? Mußte ich nicht gegen die Frau Deines Chefs die Liebenswürdige, Höf­liche spielen, so schwer es mir wurde?"

Mama, welche Stiesel soll ich anziehen?"

Mama, bitte, gib mir meinen Sonntagsanzug." Mama, kann ich nun mein weißes Kleid nicht .

Ach, das weiße Kleid, welches sie soeben zu plätten be­gann, als der Besuch kam, kann nun natürlich nicht mehr vollendet werden. Wie gern hätte sie ihr Töchterchen damit geschmückt! Brummend zieht nun Anni ihr blaues Wollkleid

an, das sie schon so und so lange allsonntäglich trug. Ihre Freundin Else, die mit ihren Eltern auch hinfahren wird, trägt ein neues weißes Kleid mit breiter schottischer Schärpe, und sie hat nicht einmal ein gewaschenes.

Unterdessen wirthschaftet Frau Ella für zwei in der Küche unter den so lange sich selbst überlassenen Töpfen umher urch befördert dann die Mahlzeit in möglichster Schnellig-

Wir kommen doch nicht mehr mit, es ist besser, wir sparen uns den Weg zum Bahnhof," sagt der Vater mit ver­haltenem Aerger.

Den Kindern ist bei dieser Eröffnung das Weinen nahe und auf den Vorschlag der Mutter, vom Thore ab die Pferde­bahn zu benutzen, bricht man in Eile auf. In welcher Eile, das beweist die Toilette der Frau- sie, die sonst immer wie aus der Lade genommen, hat den Kleiderrock schief an, den Hut hinten am Kopse hängen, und als sie jetzt unterwegs ihre Handschuhe anziehen will, hat sie für die rechte Hand einen schwarzen, für die linke, o Grauen, einen braunen ge­griffen. An der vor ihr' herlaufenden Anni entdeckt sie zu ihrem Schrecken eine losgegangene Masche im Strumpf- aus Erfahrung weiß sie, wie rapide aus dieser winzigen Oeffnung ein großes Loch entstehen wird. Ihr Mann mit seinen Luchs­augen wird das Loch und ihre Handschuhe ... ach, da ists zu spät mit der Pferdebahn!

Jetzt heißt es rasch auf Schusters Rappen, natürlich kann die kleine Emma nicht so schnell mit, Papa muß sie aus den Arm nehmen. Wie böse er dazu dreinschaut! Die arme Frau fühlt sich so schuldig, aber sie kann doch nichts dazu. Kam der ungelegene Besuch nicht, so kamen sie in aller Gemüthsruhe weg. Ihr Mann entschließt sich so schwer zu einer solchen Partie, er ist so schwierig darin - bald hat er keine Zeit, bald ist das Wetter nicht gut genug. Heute ist ein so sonnig schöner Tag, die Kinder freuten sich schon so lange aus diesen ersten Sommerausflug, wenn sie nur noch früh genug zur Abfahrt des Zuges kommen!

Besuch Kaiser Wilhelms in Rußland gefunden hat, gehört auch die sensationelle Meldung, es habe sich bei dem am 10. August stattgesundenen Dejeuner ein höchst bemerkenswerther Zwischen­fall ereignet. Der Czar habe nämlich zuerst einen Toast auf Kaiser Wilhelm und die deutsche Armee ausgebracht, was der kaiserliche Gast durch einen Trinkspruch gjif den Czaren und das russische Heer erwidert hätte. Dann sei vom Czaren auch ein Toast auf den Kaiser von Oesterreich anläßlich des Namenstages desselben ausgebracht worden, aber in ganz kurzer Weise und habe sich der Czar sofort wieder nieder­gesetzt, auch sei bei diesem Toast das übliche Hurrahrufen seitens der Anwesenden unterblieben. Die Nachricht trat so bestimmt und mit noch andern Einzelheiten ausgeschmückt auf, daß sie in der Presse vielfach Glauben und natürlich ent­sprechende Commentare fand. Jetzt weiß aber dieNordd. Allg. Ztg." zu versichern, daß diese ganze Meldung unrichtig sei, schon deßhalb, weil bei dem betreffenden Dejeuner gar nicht auf die deutsche und die russische Armee getrunken worden sei, sondern nur auf das Wohl der Kaiser.

Deutsche- Reich.

Darmstadt, 17. September. Die Zweite Kammer wird voraussichtlich im November einberufen werden. Nach Vornahme der Wahl des Präsidiums, sowie der einzelnen Ausschüsse werden die letzteren zunächst ihre Arbeiten be­ginnen. Das Plenum der Kammer dürfte erst im Januar oder Februar zu einer längeren Sitzungsperiode, in welcher das Budget berathen wird, zusammentreten.

Berlin, 16. September. Heute Abend fand in Berlin (Ost) eine große Volksversammlung statt, die sich mit dem Austritt aus der Landeskirche beschäftigte. Stadt­verordneter Vogtherr (Socialist) begründete vor zweitausend Männern und vereinzelten Frauen die Nothwendigkeit der Religionslosigkeit. Die Rede war wenig tief angelegt, erregte aber trotzdem Beifallsstürme. Tischler Krause betonte drastisch die Widersprüche der religiös sein wollenden Bourgeosie. Oanä. theol. Regehly widersprach, von theilweisem Zischen unterbrochen, muthig den Vorrednern. Als bei Erwähnung Jesus Christus, als des Stifters des Christenthums, ein Tumult ausbrach, löste der Polizeilieutenant aus Grund des allgemeinen Landrechts die Versammlung auf.

-T-' ir « y»! _f> .! -1 . .-------iiw.Mntiin»>^nn - n lr1- |[| .. _r

Neueste Nachrichten.

Wolfs- telegraphisches Torrespondenz-Bureau.

Berlin, 17. September. Die Kaiserin ist um IO1/» Uhr Abends mit Sonderzug in Station Wildpark eingetroffen.

So jagen sich die Gedanken in Frau Ellas Köpfchen, das zum Springen ist, so schmerzts, so glüht ihre Stirn, so pochts in ihren Schläfen. Jetzt sind sie sogleich da ein Pfiff ertönt, vielleicht kommen sie doch noch mit. Der Mann ist eine Strecke voraus, jetzt setzt er Nesthäkchen hin und stürzt zur Billetausgabe, da wieder ein Pfiff und dahin saust das unbarmherzige Ungeheuer!

Der arme, abgehetzte Familienvater, wie ihm die Schweißtropfen auf der Stirne stehen, als er jetzt mit den Seinen den Rückweg antritt, für Frau Ella ein wahrer Martergang.

Das kommt davon," brummt der Mann unwirsch in den Bart,wenn zwei Plappertaschen kein Ende finden können. Du hast auch Schuld- wenn Du mal eine Pause in der Unterhaltung eintreten ließest, wenn Du nicht gerade so ergiebige Thematas,. wie Kochen, Kleider, Moden und Kinder auf das Tapet brachtest, so wäre sie wohl früher gegangen."

Du lieber Gott," denkt die ungerecht beschuldigte Frau,sie ließ mir wohl Zeit, etwas auf das Tapet ru bringen."

An dieser Abhetzerei habe ich für den ganzen Sommer genug," fährt der Gatte fort,nun laßt Euch nur den Appetit auf fernere Partien vergehen."

Die unglücklichen Gesichter, welche die Kinder bei diesen Worten machen, thun der Mutter wehe- aber sie weiß doch, daß es Väterchen nicht ganz so böse meint.

Wie haben Sie sich denn gestern Nachmittag amüsirt?" fragt Frau Director, als sich die beiden Damen am andern Morgen auf dem Markte treffen.

B "^X nicht in N. gewesen, wir kamen zu spät zur

Doch hoffentlich nicht durch meine Schuld? Mein Be­such hielt Sie doch nicht zu lange auf?"

O nein, bewahre," sagt die andere mit freundlichem Lächeln. _____________