Ausgabe 
19.7.1890
 
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anläßlich der Aushebung des Salzmonopols in Serbien richtig­stellend, sagt dasFremdenblatt" gegenüber dem Wunsche desGlas Crnagorza", dieses Ungemach möge die Serben ihre häuslichen Zwistigkeiten vergessen und allesammt zur Vertheidigung ihres Herdes vereinigen lassen- die Consolidirung der serbischen Verhältnisse entspreche den Wünschen und Interessen Oesterreichs, denn sie böten eine Gewähr für die Erhaltung und Pflege guter nachbarlicher Beziehungen, welche durch Parteileidenschaften sehr erschwert seien.

Paris, 17. Juli. Der deutsche Botschafter Graf Münster ist nach London abgereist. Den Morgenblättern zufolge befürwortete der höhere Handelsrath eine Herabsetzung der Taxen des Durchgangstarifs.

London, 17. Juli. DerTimes" wird aus Buenos Ayres über den Aus st and der Salpeterarbeiter in Chile gemeldet: Da die Truppen von Antofagasta nach Jquique abrückten, erzwangen die Aufständischen in Antofa­gasta von den wehrlosen Arbeitgebern eine Lohnerhöhung.

London, 17. Juli. Unterhaus. Smith erklärte, er werde die zweite Lesung der Helgolandbill nicht vor nächsten Donnerstag, vielleicht erst später, beantragen. Die Verhand­lungen mit Frankreich betreffs Zanzibar würden beiderseits durchaus in freundlichem Sinne geführt- er könne zwar nicht versprechen, daß darüber schon gelegentlich der zweiten Lesung der Helgolandbill eine Erklärung thunlich sei, doch werde jede Information, welche ohne Nachtheile für die Staatsinteressen ertheilt werden könne, gemacht werden. Fergusson erklärte, der Regierung sei keine Mitteilung darüber zugegangen, daß Harrison geäußert hätte, er halte es sür die Pflicht der Unionstaaten, die englischen Seehundsfischer im Behringsmeere künftighin summarisch zu behandeln. Die Vorlagen betr. die Volkszählung in England, Irland und Schottland wurden in erster Lesung angenommen.

Kopenhagen, 17. Juli. Die Erbprinzessin-Wittwe von Anhalt reiste heute Morgen via Gjedser ab. Das Königspaar geleitete sie bis zum Bahnhof.

Kopenhagen, 17. Juli. Die Mannschaften der acht dänischen Dampfer, welche am letzten Samstag in New­castle bei den dortigen Arbeiterunruhen die Ladungen selbst ge- löscht haben, erhielten von den betreffenden Rhedereien tausend Kronen. *

Nordsfjordeid, 17. Juli. Der Kaiser ist gestern Abend um 6 Uhr von einem achtstündigen Ausflug nach dem Brix- dalgletscher unter strömendem Regen im besten Wohlsein an Bord desHohenzollern" zurückgekehrt.

Brussel, 17. Juli. DemJournal de Bruxelles" zu- : tge spricht sich der Bericht Nothombs über die Congo- : orlage lebhaft für die Fortführung des afrikanischen Unternehmens aus und nimmt die eventuelle Uebernahme des ongostaates durch Belgien in Aussicht- der Bericht führt weiter aus, daß die Vorlage die Interessen des Landes sicher­stelle, und weist bestimmt nach, daß die Vorlage keinesfalls das Land verpflichte- er legt alle Vortheile dar, welche Belgien aus der Uebernahme des Congoftaates erwachsen würden.

Rom, 17. Juli. Der Senat genehmigte den Gesetz­entwurf betreffend die Maßregeln zu Gunsten der Stadt Rom in der Fassung der Deputirtenkammer und vertagte sich sodann.

Rom, 17. Juli. Der König empfing Casati.

Neapel, 17. Juli. Hassan, der Gefährte Emms, ist hier angekommen.

Sofia, 17. Juli. Die Regierung ordnete gegen Pro­venienzen aus Spanien Quarantäne in Burgas, Varna und Baltschik an. In Küstendil haben vorgestern Wolken­brüche beträchtliche Schäden angerichtet.

Konstantinopel, 17. Juli. DerAgence de Constanti- nople" zusolge hätte die Cholera-Epidemie in Kleinasien gegen den Wansee in der Richtung aus Diarbekir Fortschritte gemacht. Die türkischen Behörden träfen verschärfte Vorsichts­maßregeln.

kann ich daran denken, in welchen Abgrund er mich beinahe gerissen hätte, wenn Du mir nicht zur rechten Zeit zur Hilfe gekommen wärest. Vater, mein guter, treuer Vater, kannst Du mir jemals vergeben, was ich an Dir verbrochen, wärest Du im Stande, von ganzem Herzen Deinem Kinde zu ver­zeihen, wenn ich Dir bei dem Andenken meiner Mutter aufs Heiligste versichere, daß kein Mahel auf meiner Ehre ruht und daß es nur durch die listigsten Vorspiegelungen und durch die feste Versicherung, daß Dein Segen uns nicht ausbleiben würde, dem Schändlichen gelungen ist, mich zur Flucht mit ihm zu bewegen?"

Der alte Herr wischte sich eine Thräne der Rührung aus den Augen. Inniger preßte er seine Tochter an sich und erwiderte mit bewegter Stimme:

Bestraft bist Du schwer genug durch die bittere Er­fahrung, welche Du gemacht hast. Wo aber das eigene Kind so hart gebüßt hat und noch leidet, da kann das Herz des Vaters nur mehr verzeihen. Die Liebe der Eltern'ist eine grenzenlose, sie dulden unsäglich, wenn sie sehen, wie ihr Kind aus Irrwege geräth, und daher sind sie auch nicht im Stande, dem reuig zu ihnen zurückkehrenden ihre Verzeihung zu verweigern. Doppelt theuer bist Du mir in Zukunft, meine Sophie, da ich Dich beinahe verloren, aber noch recht­zeitig wiedergefunden habe- Du dagegen wirst die Liebe Deines Vaters von jetzt an um so mehr zu schätzen wissen, als Du es kennen gelernt hast, wie trügerisch und haltlos zuweilen dasjenige im Leben zu sein pflegt, was man mit dem NamenLiebe" bezeichnet, welches aber häufig nichts als eine selbstsüchtige Leidenschaft ist oder anderen Absichten als Deckmantel dient."

Sophie, die ihre Augen zu ihm emporgehoben hatte und seinen Kuß auf ihrer Stirn verspürte, konnte nicht sprechen. Aber der verklärte Ausdruck auf ihrem Gesichte sowohl wie aus demjenigen des Herrn Steiner verrieth, daß auch die Herzen von Vater und Kind sich verstanden und wieder- gesunden hatten.

£o<aU» uwö Provinzielle-.

Gießen, 18. Juli.

Sitzung der Stadtverordneten am 17. Juli. An­wesend : Herr Bürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Langsdorff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Georgi, Dr. Gutfleisch, Habenicht, Hoch, Hornberger, Jughardt, Löber, Petri, Dr. Ploch, Schmall, Schopbach, Simon, Prof. Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels.

Unter Anwesenheit des Herrn Pfarrer Dr. Naumann und des jeweiligen Familienältesten, Herrn Hast, wird über diejenigen 10 Personen abgestimmt, an welche nach dem Wortlaut der Ha st'schen Stiftung am Abend des 28. Juli die Zinsen eines Capitals von 3000 fl. vertheilt werden sollen. Die Entscheidung über einen zum Bau der zweiten evangelischen Kirche bestimmten Bauplatz mußte vor ca. einem Jahre deshalb verschoben werden, weil man noch nicht über die Wahl des Platzes für die neue Knabenschule, für welchen die Stadt sich das Vorkaufsrecht an dem zwischen der Südanlage und dem Seltersweg gelegenen Schmidt'schen Garten gewahrt hatte, schlüssig geworden. Nachdem mit endgiltiger Wahl des Platzes für die Stadt- knabenschule an der Nordanlage die Kirckbau - Commission sich für den Schmidt'schen Garten als für die neue Kirche geeignet erklärt hatte, wurde dieses Grundstück zum Preise von 25 000 Mk. von der Stadt angekauft mit der Bestimmung, 3000 Quadratmeter davon der evangelischen Gemeinde zum Preise von 5 Mk. pro Quadratmeter zu überlassen. Die Uebergabe des betreffenden Geländes an die Kirchbau- Commission war aber aus dem Grunde nicht möglich, weil über die Richtung der künftigen Verbindungsstraße zwischen Seltersweg und Südanlage nicht entschieden werden konnte, o lange die Verhandlungen über die Erwerbung des alten Narnison-Lazareths bezw. des Metzger Meister'schen Hauses chwebten. Nachdem nun auch dfe Richtung dieser neuen Ver­bindungsstraße bestimmt ist, konnte der Uebergabe des zum 'Kirchenbau erforderlichen Geländes näher getreten werden, was um so nöthiger erscheint, als die Kirchbau-Commission demnächst ein Concurrenzausschreiben auf Ausarbeitung von Plänen für die neue Kirche erlassen will. Die Baudeputation hat hierzu beantragt, für den 3000 Quadratmeter umfassenden Platz 15000Mk. zu fordern und außerdem die Ueberwölbung des Schoorgrabens aus die Länge des Platzes in Aussicht zu stellen - ferner sollen für die Privatbauten an der neuen Ver­bindungsstraße 5 Meter breite Vorgärten vorgesehen werden, so daß die Zierde, die eine Kirche an dieser Stelle abgeben würde, nicht durch mißständige Bauten beeinträchtigt werden könne. Herr Schmall beantragt, den Platz der evangelischen Gemeinde, die ja 9/10 der Bevölkerung ausmache, unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, da man anderen Religions­gemeinden beim Bau ihrer Gotteshäuser ebenfalls behilflich gewesen sei. Diesem Anträge wird von Herrn Bürgermeister Gnauth und Herrn Dr. Gutfleisch widersprochen, indem Ersterer auf das Befteuerungsrecht der evangelischen Gemeinde aus­merksam macht, durch welches die Gemeinde die Mittel zur Erlangung ihrer Bedürsnisse mittelst Umlage von den Gemeinde­angehörigen beschaffen , könne - wollte die Stadt den Platz unentgeltlich hergeben, so müßte die politische Gemeinde die Mittel beschaffen und zwar ebenfalls nur durch Ausschlag auf die Gemeindeangehörigen. Der Unterschied liege nur darin, daß im letztern Falle den Angehörigen anderer Confessionen ein Beitrag zu den Kosten der evangelischen Kirche zugemuthet würde, was aber vermieden werden solle. Herr Dr. Gut- fleisch hält es auch für bedenklich, eine religiöse Gemeinde vor der anderen zu bevorzugen, die andern Gemeinden würden dann ebenfalls mit Forderungen an die Stadt herantreten, er habe es für einen großen Fortschritt angesehen, als man s. Z. die Ablösung der Beitragspflicht zu den Kosten der evangelischen Kirche beschloß und somit die religiöse von der politischen Gemeinde trennte. Er schlägt weiter vor, mit der Kirchbau-Commission vertragsweise festzufetzen, daß der neue Kirchenplatz nicht eingefriedigt, sondern durch Hereinziehung in die Anlage dem öffentlichen Verkehr erhalten werde. §err Pros. Dr. Thaer bemerkt, daß der Kirchenvorstand den Bau­platz nicht geschenkt haben wolle und zwar mit Rücksicht aus die Gleichberechtigung der anderen Consessionen, dagegen werde man es im Kirchenvorstand jedenfalls freudig begrüßen, wenn die Stadt die Unterhaltung der Anlage um die Kirche über­nehme. Er ersucht Herrn Schmall um Zurücknahme seines Antrages aus kostenlose Ueberlassung des Geländes. Herr Schmall zog hieraus seinen Antrag zurück, den er deshalb gestellt habe, weil ihm angesichts des früher alljährlich ge­leisteten Zuschusses der Stadt von ca. 10 000 Mk. die Ab­lösungssumme von 110000 Mk. zu niedrig erschienen sei. Es wird, nachdem von verschiedenen Rednern noch eingehend über die beabsichtigte, aus die ganze Breite des Kirchbau­platzes sich erstreckende Ueberwölbung gesprochen (Herr Bürger­meister Gnauth veranschlagt die von der Stadt zu tragenden Ueberwölbungskosten auf ca. 8000 Mk.) nach dem Anträge der Baudeputation und unter Einfügung der von Herrn Dr. Gutfleisch beantragten Bedingung, daß sich die Stadt Einfluß über die Stellung des Kirchbaues wahrt, beschlossen. Dem mangelhaften Zustande des Klingelflusses soll vorläufig durch Ausbesserung der schadhaften Stellen und Reinigen abgeholfen werden, nachdem sich ergeben, daß eine dauernde Beseitigung der Uebelstände nur durch Melioration aller hierbei in Frage kommenden Grundstücke zu erzielen sei, auf die aber, in Rücksicht auf die bei Zusammenlegung des Neustädter Feldes gemachten Erfahrungen, vorläufig noch ver­zichtet werden soll. Für den Caldaunendünger im Schlachthaufe haben sich bei der letzten Versteigerung Lieb­haber nicht gesunden, so daß für die Wegfchaffung desselben pro Fuhre 1 Mk. von der Stadt bezahlt werden muß. Es soll deshalb die Anlage von Compostgruben in Erwägung gezogen werden und über hierfür vorgeschlagene Plätze Augen­scheinseinnahme stattfinden. Herrn Heinr. Engel sollen die auf seinen Antheil entsallenden Pflasterungskosten eines Hofes an seinem inzwischen in Besitz der Stadt übergegangenen Hause an der Bahnhofstraße erlassen werden.- Das Gesuch

der Garnison-Verwaltung um Abgabe von Kies zur Ver­besserung des von der Licherstraße nach der Kaserne führenden Weges wird genehmigt. Die Abgabe des Kieses soll, da die Wegverbesserung auch im Interesse der Civilbevölkerung liegt, unentgeltlich erfolgen. Die auf 530 Mk. veranschlagten Kosten für die Erneuerung des Fußbodenbelages im Sitzungssaale der Stadtverordneten werden be­willigt, gleichzeitig spricht sich die Versammlung für Anbringung von Jalousien an den Fenstern des Sitzungssaales aus.

Wie wir erfahren, wird die von der Bürgermeisterei und dem Stadtvorstand in die Hand genommene Sammlung von Beiträgen für ein Kaiser-Friedrich-Denkmal am 20. Juli geschlossen.

Herr Kreisamtsgehilse Peter Allendorf wurde mit Wirkung vom 1. August d. I. auf fein Nachsuchen, behufs Uebernahme der Stelle eines ersten Bureaugehilfen bei der Bürgermeisterei Gießen, seines Dienstes entlassen.

Bei Anwesenheit Sr. Kgl. Hoheit des Groß­herzogs in Gießen anläßlich der Enthüllung des Liebig- Denkmals und der Einweihung der neuen Kliniken am 28. Juli werden die Kriegervereine der Provinz Oberheffen sich hier versammeln, um in Paradeausstellung Se. Kgl. Hoheit zu begrüßen. ____________

Butzbach, 17. Juli. Mit Allerhöchster Genehmigung wurde durch Verfügungen Großh. Ministeriums der Finanzen vom 13. Juni und 12. Juli d. I. der Kreisbaumeifter des Kreisbauamts Dieburg, Freiherr Wilhelm v. Riesel, von der commissarischen Leitung der Großh. Baubehörde für die Zellenstrafanstalt Butzbach enthoben und die Leitung der ge­nannten Baubehörde dem Kreisbauasseffor Hermann Daudt commifsarisch übertragen.

K. Alsfeld, 17. Juli. Seit vergangenem Sonntag ist endlich nach dreiwöchigem kühlem und regnerischem Wetter Sonnenschein und Hitze eingetreten, zum Tröste für Land« wirthe und Nichtlandwirthe. Nach der afrikanischen Hitze von gestern hatten wir heute Morgen zwischen 1 und 2 Uhr mehrere starke Gewitter mit Regengüssen. In unseren Nachbar­gemeinden Schwabenrod und Heidelbach hat, wie ich höre, der Blitz eingeschlagen, ohne jedoch nennenswerthen Schaden an­zurichten, dagegen wurde in dem früheren kurhessifchen Dorfe Hattendorf einem Bauern, dem vor etwa 10 Jahren eben­falls durch Blitzschlag das Haus eingeäschert und mehrere Stück Rindvieh getödtet tporden waren, ein Rind vom Blitz erschlagen.

*** Büdingen, 17. Juli. Die amerikanische Hitzwelle scheint nun wirklich bei uns in Mitteldeutschland angekommen zu sein, denn die Temperatur hat eine solche Höhe erreicht, daß sie ansängt, recht drückend zu werden. Gestern gegen Abend zogen von allen Seiten Wetterwolken zusammen, die Schwüle wurde immer drückender. Gegen 10 Uhr wurde es aber wieder helle und nur fernes Wetterleuchten deutete darauf hin, daß electrische Entladungen stattfanden. Um Mitternacht zog sich aber auch ein Wetter über unserem Thale zusammen. Es begann mit solcher Heftigkeit zu donnern und zu blitzen, daß minutenlanges Rollen und Erzittern der Häuser stattfand und die Wohnräume tageshell von den ununter­brochen herniederzüngelnden Blitzen erleuchtet waren. Plötzlich fuhr ein mächtiger Feuerball aus die Stadt herab, es knatterte und prasselte unmittelbar darauf, Jedermann wußte, daß es irgendwo eingeschlagen haben müsse. So war es auch. Der Blitz fuhr in den Schornstein des Herrn Metzgermeisters L., lief dem Wasserleitungsrohr entlang weiter, sprang auf den Feuerherd über und verschwand im Boden. Zwar wurde ein großer Durcheinander verursacht und ein entsetzlicher Schrecken unter den Hausbewohnern hervorgerufen, aber der Schlag war ein sog. kalter und so lief alles verhältnißmäßig gut ab. Ein gewaltiger Platzregen rauschte hernieder, der aber nach kurzer Zeit aufhörte. Heute haben wir wieder prächtiges Sommerwetter. Im Begriffe, meinen Bericht abzusenden, erfahre ich soeben, daß die Blitzschläge auch in der Umgegend Schaden angerichtet haben. In Aulen - Diebach schlug der Blitz in eine Scheuer, diese gerieth in Brand und brannte nieder. In den hochgelegenen Wäldern der Umgegend sind einige Bäume vom Blitze getroffen worden.

§ Freiensteinau, 12. Juli. Vergangenen Tages war ein hiesiger, in mittleren Vermögensverhältnissen lebender Orts­bürger plötzlich fortgegangen. Als man nach ihm suchte, sand man denselben in seinem Grasgarten an einem Baume er­hängt. Die Ursache zu dieser schrecklichen That läßt sich bis jetzt noch nicht seftstellen.

§ Vom höchsten Vogelsberg, 14. Juli. Jetzt scheint end­lich das Ende der Regenperiode gekommen zu sein, denn heute war der Himmel ganz wolkenlos. Jetzt freut sich der Landmann wieder innerlich, daß es ihm vergönnt ist, fein Heu einzuheimsen. Man sieht auch heute Jung und Alt draußen im Feld und Wiesen in voller Thätigkeit. Das Thermometer zeigte heute 28 Gr. R. Warme.

E. Queckborv, 17. Juli. Unser neues Schulhaus wird am nächsten Sonntag den 20. Juli, Nachmittags 2 Uhr, seierlichst eingeweiht.

Stumpertenrod, 17. Juli. Nach der tropischen Hitze des gestrigen Tages zog um die verflossene Mitternacht ein schweres Gewitter mit heftigem Regen und starken elee- trischen Entladungen herauf. Dabei schlug der Blitz in die Wohnung des hiesigen Landwirths Dietz, ohne glücklicher Weise zu zünden. Der Strahl traf die Giebelspitze, zer­schmetterte das Giebelfenster, fuhr am Fachwerk herab, schleuderte die Tuffsteine desselben weithin, splitterte mehrere Balken und drang in den zweiten Stock. Ohne erhebliche Verheerungen hierin anzurichten, drang er wieder heraus und fuhr der Wasserrmne hinab zur Erde. Statt Abkühlung ist dem Gewitter heute noch eine größere Hitze gefolgt.

Bobenhausen, 17. Juli. Die Pferde des Brot­händlers Groh von Lauterbach scheuten gestern hier aus einer unbekannten Ursache und gingen durch. Sie stürzten in rasender Eile einem Brückengeländer zu. Dasselbe zer­brach und ein eiserner Pfahl drang dem Sattel-Pferd so tief in den Leib, daß man dasselbe auf der Stelle tödten mußte.

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