Ausgabe 
19.2.1890
 
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durch die verhältnißmäßig geringe Zahl der Verunglückungen {16 gegen 29 im Vorjahre) und der tödtlichen Körper­verletzungen (1 gegen 3) bedingt. Die Zahl der Selbst­morde ist die gleiche geblieben (15), ein Unterschied in der Häufigkeit derselben zwischen Stadt und Land ist nicht zu conftatiren; dagegen variirt die Art des gewählten Todes insofern, als aus dem Lande 5mal Erhängen und 3mal Er­tränken, in der Stadt dagegen 4mal Erhängen, Imal Er­tränken, 2mal Erschießen vorkam.

Unbekannt blieb die Todesursache in 92 Fällen oder in 6,5 °/o aller Todesfälle. Dieses Verhältniß ist in den letzten 5 Jahren immer kleiner geworden, in gleicher Weise haben die nur durch Leichenbeschauer bestätigten Todes­ursachen abgenommen, zwei Momente, welche die Zuverlässig­keit der aufgestellten Statistik gegen früher entsprechend erhöhen.

Daß die Zahl der Todesfälle in Gießen selbst keinen unmittelbaren Rückschluß auf die gesundheitlichen Verhältnisse der Stadt zulassen, wurde bereits in früheren Berichten her­vorgehoben und auch im vorstehenden bei den wichtigeren Krankheiten gezeigt. Es sind im Berichtsjahre 477 Personen gestorben, darunter 79 Kinder vor Vollendung des ersten Jahres und 97 Kinder im 2. bis 15. Jahre- die Zahlen des Vorjahres waren 451 bezw. 73 bezw. 103; die dies­malige Sterblichkeitsziffer berechnet sich aus 23,6 %0 aber fast genau 33% sämmtlicher Todesfälle (157) fallen aus Ortsfremde, die krank hierher gebracht wurden, ein Verhält- niß, wie es sicher in keiner anderen Stadt Hessens wieder­kehrt. Demnach ist Gießen vom gesundheitlichen Standpunkte aus doch günstiger zu beurtheilen, als es an der Hand der Mortalitärsstatistik aus den ersten Blick scheinen möchte. Allerdings ist in Gießen noch manches zu thun, bis die Stadt den Forderungen der öffentlichen Gesundheitspflege entspricht, allein die städtische Verwaltung ist sich dieser Auf­gabe vollkommen bewußt, vieles ist nach der beispiellosen

Passivität von früher in vechältnißmäßig kurzer Zeit ge­schehen, für das schwierigste Problem, die Canalisation der Stadt, sind die Vorarbeiten im Gange. Die Erfolge dieser Mühen und Ausgaben werden nicht fehlen, wenn sie sich auch in der ersten Zeit weniger in einer Verminderung der Zahlen in den Sterblichkeitstabellen als in einer Erhöhung der Behag­lichkeit für die Lebenden geltend machen.

Großherzogliches Kreisgesundheitsamt Gießen.

Vermischtes.

* Berlin. Am Stammtisch erzählte eines Abends einer aus der Tafelrunde, er habe sich ein Blumenbrett am Fenster angebracht und in verschiedene Kästen und Töpfe allerlei Blumensamen gesäet, der sehr bald zu keimen und zu sprossen begonnen habe. Der Erzähler forderte nun seine Freunde auf, zu rathen, was zuerst gekommen sei, und der eine rieth Tulpen", der andereHyacinthen".Falsch", sagte der Blumenliebhaber,wer zuerst kam, war ein Schutzmann, der mir befahl, das Blumenbrett wieder abzunehmen."

Verkehr, Land- unö Volkswirtschaft.

Gietzen, 18. Februar. (Marktbericht). Auf dem heutigen Wochemnarkt kostete: Butter pr. Pfd. -* 0,901,05, Hühnereier 1 St. 5-6, 2 St. H, Enteneier 1 St. 6-7 H, 2 St. - H, Gänseeier 1011 H, Käse pr. St. 58 4, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 19 Linsen vr. Liter 30 4, Tauben pr. Paar AL 0,700,00, Hühner pr. Stück X 1,301,80, Hahnen pr. St- «AL 1,602,00, Enten pr. Stück «AL 2,002,30, Gänse pr. Pfd 5060 H, Ochsenfletsch pr. Pfd 6672 H, Kuh- und Rindfleisch 5660 Schweinefleisch 60-70 H, Hammelfleisch 56-68 Kalb­fleisch 56-68 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo «AL 4,004,50, Weißkraut pr. St. 68 Zwiebeln per Centner «AL 10,0012,00, Milch pr Liter 12-18 L.

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t Gieße«, 18. Februar. Seit Mitte Januar d. I. hat die Einfuhr von Schweinen aus Italien einen größeren Umfcmg angenommen, weshalb zur Weiterbeförderung der von dort uvtt Basel etogesührten Schweine seit 1. Februar ein Sonderviehzug nach einem eigens vorgesehenen Fahrplan eingelegt worden ist. Dieter Sonderoiehzug, welcher nach Bedarf Beförderung findet, passtrt ote hiesige Station 26 Nachm. ____________________________

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825

Wöchentliche Ueberstcht der ToderMe in Gietzen.

7. Woche. Vom 9. Februar bis 15. Februar 1890.

Einwohnerzahl: 20 500 (incl. 1600'Mann Mllitär).

Sterblichkeitsztffer: 22,8

Kinder

Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom

1. Lebensjahr: 2.15. Jahn

Diphtherie 1 1

Lungenschwindsucht 3 3

Luftröhrenentzündung 1 1

Gehtrnschlagfluß 1 1

Gehtrnabceß 11

Nierenentzündung 1 (1) 1 (1)

Darmentzündung 1_______1__"_________

Summa: 9 (1) 7 (1) 2

Anm. Die in Klammern gesetztm Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen

Bekanntmachung.

In der General-Versammlung des Vorschuß- u. Kredit-Vereins zu Langs­dorf (Eingetragene Genoffenschast mit unbeschränkter Haftpflicht) vom 30. Ja­nuar l. Js. sind als Vorstandsmit­glieder gewählt worden:

1.H ein rich Roth llr, als Director, L.Hetnrich Köhler llr, als Ren­dant,

Z.Heinrich Köbler lOr, als Con- troleur und Schriftführer,

4. C h r i st i a n Köhler 4r, als Stell­vertreter des Directors,

5.Johannes Köhler 4r, Bürger­meister,

sämmtlich zu Langsdorf.

Eintrag in das GenoffenfchaftS- register ist erfolgt.

Lich, den 15. Februar 1890. . GroßherzogUches Amtsgericht Lich.

Langermann. 1421

Bau- u. Brennholz- Vcrsteigerung.

M onrag den 24. Februar e., Morgens 1U Uhr, werden in dem Privat - Wald der Frau Wittwe Sktwarzentraub zu Hof Bubenrod folgende Holzsortimente verkauft:

1) Distriet Kohlgrund»

j0Kiefern-AbschnittIII.Kl --4,06kw,

Buchen-Nutzholz (Felgen) 1,5 rm, Buchen-Scheitholz 58,0 Buchen-Knüppel 62,0 Buchen-Stockholz 33,0 Buchen-Oberholzreiser 175,0

1 Hausen Eichen-Rutzstangen 6,7

2) Distriet Rauer Strauch,

recht- der Schwarzbach.

16 Fichten-Stangen 0,96 fm, Buchensorstreiser II. Kl. 55,0 rm, do. III. 340,0

Fichtenputzreiser IV. 234,0 12 Haufen Kiefern - und

Fichten-Nutzreiser 74,0

8) Distriet Nauer Strauch,

links der Schwarzbach.

18 Fichten-Abschnitt III. Kl. 7,70 fm, 24 do IV. 4,65 18 Kiefern-AbschnittIV. 3,41

Fichten-Scheit u. -Knüppel 2,0 rm, Kiefern-Nutzholz 2,0 Fichten-Stockholz 11,0

5 Haufen Kiefern-Rutzreiser 35,0 10 do. FichteN'Oberholz-

reiser 75,0

Versammlung auf dem Hof.

Hof Bubenrod, 17. Februar 1890.

1420 Verwalter Paul.

Frankfurter Würstel empfiehlt

Carl Schwaabs

1298 Delicateffenhandlung.

Holzversteigerung

im Gießener Stadtwalde.

Montag den 24. Februar 1890, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Di- strtcten Katharinenhütte und Lange- Schlag nachverzeichnetes Holz ver­steigert werden:

A Bau-, Werk- und Nutzholz.

39 Eichenstämme mit 6,20 Festmtr., 333 Fichtenstämme m. 134,09 Festmtr., 391 Fichten-Derbstangen m.51,76Fest- meter.

B. Brennholz.

Scheith. Kuüppelh Stockh. Reish. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen. Eichen- 18,5 3 270

Radel- 125,2 345,4 159,5 3800

Die Zusammenkunft ist an der Schiffenberger Chauffee, 2. Schneise.

Gießen, am 18. Februar 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth. 1416

Holzversteigerung

im Allendorfer Stadtwalde.

Freitag den 21. Februar d. Z, von Morgens 9 Uhr an, sollen im hiesigen Stadtwalde, Districten Langebruch und Läusköppel rc. nachverzeichnete Holzsortimente ver­steigert werden: ca- 34 Eichenstämme mit 15,20 Fm-, 195 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 38 Eichen-

15 Radel-

91 Buchen-Knnppel,

46 Eichen-

207 Radel rc.-

36 Hdt. Wellen Buchen-Reisholz, 7% Hdt. Wellen Eichen-

821/2 Radel-

54 Rmtr. BucheN'Stöcke, 16 Eichen-

Die Zusammenkunft ist auf der Heerstraße.

Mendorf a. d. Lumda, am 15 Februar 1890.

Großh. Bürgermeisterei Allendorf.

_________Rein.________1415

Holzversteigerung.

Freitag den 21. d. MtS», von Morgens 9 Uhr an, sollen im Hachborner Jntereffenten-Wald, Schlag Kinsbach, am Weg nach Wolfshausen, 15 Minuten von der Frankfurter Straße entfernt:

112 Stück Eichen - Abschnitte, von 7 bis 17 Meter lang, von 20 bis 42 Ctmtr. Durchmesser

an Ort und Stelle meistbietend ver­kauft werden.

Hachborn, am 17. Februar 1890 Der Waldvorstand:

1413 Preiß.

1273] Ein tranSport. GartenhüuS- che« billig zu verkaufen. Neuenweg 20.

Holzversteigerung in der Königlichen Ober­försterei Krofdorf.

Frische Bratbückinge i«§ Carl Schwaabs Delieatessenhandlg.

1417

Müller.

1418

Große Goldene Medaille. Köln 1887.

Pepsin-Wein und Pepsin-Magenbitter,

von dem ersten vereidigten Chemiker Herrn Dr. 6 J. Schulte als

Verlag von Becker 8? Laris, Gießen und Berlin.

Der kleine Holzberechner für den Holz-Handel und -Verkehr.

Von Eugen LariS, Redacteur desHandelsblatt für Walderzeugnisse."

Dieses Büchlein, welches in den interessirten Kreisen sich schnell Eingang verschaffte, hat folgenden Inhalt:

Cubiktabelle zur Bestimmung des Cubik-Jnhaltes runder Hölzer. Tafel zur Verwandlung rheinischer Cubckfuß in Cubikmeter. Erläuterung der metrischen Maß- und Gewichtseintbeilung. Tafel zur Verwandlung von Cubikmetern in rheinische Cubikfutz. Kreisflächentafel. Verhältnißzahlen Tafeln zur Be­stimmung des Cubikinhaltes der gangbarsten Brettersorten, Balken und Kanthölzer. Wichtige Zahlen und Formeln zur Körper- und Flächen-Berechnung. Tafeln zur Verwandlung von Metern in rheinische Fuß. Tafel zur Verwandlung rheinischer Fuß in Meter und Zoll in Centimeter. Tafel zur Bestimmung der Dtmensionsverhältnisse beim Rundholz-Beschlag. Tabelle zur Maß- und Gewtchtss Vergleichung in den deutschen und außerdeutschen Staaten- Verhältnißzahlen Kurze Notizen über die Einheitsmaße im Holzhandels-Verkehr zur See. Preis­vergleichungs-Tabelle zwischen dem rheinischen Cubtkfuß und Cubikmeter. Preis­vergleichungs-Tabelle zwischen dem Cubikmeter und dem Quadratmeter (Bretter). Preisvergleichunqs-Tabelle zwischen Fuß (rhein ) und lauf. Meter; Ruthen und lauf. Meter und lURuthen und lauf. Meter. Preisvergleichungs-Tabelle zwischen dem Quadratfuß und Quadratmeter. Preisvergleichungs- Tabelle zwischen dem Schock und dem lauf. Meter; Bretter, Latten rc. Tabelle zur Ablesung des Cubik-Jnhaltes eines Schock rc

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Krofdorf, den 17. Februar 1890.

Der Königliche Oberförster:

DienStag den 25. Februar er.» -----

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