Ausgabe 
19.2.1890
 
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Conserenz, sie wünsche lebhaft durch weitere geeignete Maßregeln den Arbeitern eine bessere Lage bereiten zu können und werde gerne an einer Conserenz zu solchen Zwecken theilnehmen.

Rom, 17. Februar. König Humbert hat für ein der Familie Cairoli in Pavia zu errichtendes Denkmal 10,000 Fr. gespendet.

Rom, 17. Februar. DerRisorma" zufolge ist der Papst seit Samstag bettlägerig. Heute befindet er sich etwas besser, ließ jedoch gegen seine Gewohnheit die Fasten­prediger durch den Cardinalvicar empfangen. Nach einer Meldung desOsservatore Nomano" dagegen empfing der Papst heute früh drei Bischöfe. Dasselbe Blatt erklärt die kürzlich im Auslande veröffentlichten Unterredungen eines deutschen Correspondenten mit hohen Persönlichkeiten der römischen Geistlichkeit für wenig wahrscheinlich oder doch sehr- wenig der Wahrheit entsprechend.

Brüssel, 17. Februar. In der Untersuchungssache wtzgen der Explosion der Pulverfabrik bei Antwerpen ist von dem Appellhof das Strafmaß gegen den Hauptangeklagten Corvilain von 2 Jahren aus 5% Jahre Gefängniß erhöht, ebenso sind die allen Geschädigten zugesprochenen Entschädigungen hoher bemessen worden.

Zanzibar, 17. Februar. Meldung des Bureau Reuter. Anläßlich der Flaggen hissung findet bei dem neuen Sultan heute großer Empfang statt, dem sämmtliche Euro­päer anwohnen.

Fiume, 18. Februar. Graf Julius Andras sh ist um 3 Uhr Nachts auf Schloß Bolosca gestorben.

Locales und provinzielles.

Gießen, 18. Februar.

Diejenigen Studirenden des Finanz- und Forstfachs, welche sich zu Anfang des Sommersemesters 1890 der Fach­prüfung zu unterziehen beabsichtigen, haben ihre Meldungen, unter Beifügung der im § 6 der Ordnung der Hochschul­prüfungen im Finanz- und Forstfache in Gießen vom 25. Juni 1889 angeführten Belege, bis zum 19. April bei dem Vor­sitzenden der cameralistischen Prüfungs-Commission, Herrn Prof. Thaer in Gießen einzureichen.

Die Gesuche der Studirenden der Rechtswissenschaft um Zulassung zu der im Frühjahr 1890 stattfindenden Facultätsprüfung sind spätestens bis zum 26. April mit den erforderlichen Belegen dem Decan der juristischen Facultät der Landes-Universität, Herrn Dr. Kretschmar in Gießen, einzureichen.

Der zweite Vortrag von Fräulein Dr. E. Mensch fand Samstag den 15. Februar in der Realschule statt. Vor einer sehr gewählten Zuhörerschaft behandelte die Rednerin in ausführlicher, klarer und dabei objecriver Weise die historischen und Gesellschastsdramen Ibsens, dabei 'die ganze Richtung, welcher der Dichter angehört, scharf characterisirend. Der nächste Vortrag, welcher erst am 1. März stattfindet und Ludwig Anzengruber zum Gegenstände haben wird, bringt mm im Gegensatz zu der düsteren Schroffheit Ibsens den Einblick in die frische, kräftige Hochgebirgsttgtur der bayrisch-österreichischen Landbevölkerung. Auch zu diesem Vor­trage werden Tageskarten A 1.50 Mk. ausgegeben.

Bad-Nauheim. Zu unseren acht dahier ständig anwesenden Aerzten werden sich im Lause dieses Sommers noch fünf weitere niederlassen. Drei davon, Dr. Stoll von Gladenbach, Dr. Bruck von Berlin und Dr. Baur von Falkenstein haben bereits Wohnungen dahier gemiethet.

Gesundheitszustand und Sterblichkeitsvrrhättnisse im Kreise Gießen im Jahre 1889.

Der Gesundheitszustand im Kreise Gießen war während des Jahres 1889 ein recht günstiger, insbesondere zeichneten sich die Monate August, September und October durch einen so geringen Krankenbestaud aus, wie er seit Jahren nicht beobachtet worden war. Auch blieb der Kreis bis unmittelbar vor Jahresschluß von ausgebreiteten Epidemien verschont - von Infektionskrankheiten erlangten nur Diphtherie und Scharlach erheblichere Bedeutung, aber auch sie suchten nur einen beschränkten Bezirk, vorwiegend den nördlichen und nordöstlichen Theil des Kreises, heim und zeigten nur an einzelnen Orten einen bösartigen Character. Masern erschienen erst im letzten Vierteljahr in Gießen, außerdem wurde ihr Auftreten nur noch von Rodheim bei Hungen bekannt; Keuch­husten kam jedenfalls nur in außerordentlich geringem Um­fange im Kreise vor. Dagegen wurde Unterleibstyphus etwas häufiger wie in den Vorjahren constatirt. Die umfang­reichste Epidemie, welche der Kreis feit Menschengedenken gehabt hatte, brachte uns in der zweiten Hälfte des December die Influenza,- doch fällt der Höhepunkt derselben erst in den Beginn des folgenden Januars.

Diese günstigen Verhältnisse finden ihren entsprechenden Ausdruck in einer relativ geringen Sterblichkeit, welche im Berichtsjahre mit 1412 Todesfällen den niedrigsten Stand während des verflossenen Jahrzehntes erreichte. Gegenüber dem Vorjahre bedeutet diese Zahl eine Verminderung der Gesammtsterblichkeit um 146 Todesfälle, gegenüber dem Durchschnitte des Decenniums eine solche um 133. Die Sterblichkeitsziffer berechnet sich demnach für das Berichts­jahr die Einwohnerzahl deS Kreises auf 72 500 veran­schlagt auf 19,40/^, d. h. von je 1000 Einwohnern starben im verflossenen Jahre 19 bis 20. Das ist eine relativ niedrige Zahl, wie die Gegenüberstellung der vor­jährigen Ziffer 21,6 °/00, welche dem 10jährigen Durchschnitt grade entspricht, beweist. Die Sterblichkeitsziffer für das ganze Großherzogthum stellt sich nach langjähriger Beobachtung durchschnittlich auf 24,4 °/00.

Da Maseru und Keuchhusten fast ganz zurücktraten und Brechdurchfall erfahrungsgemäß verhältnißmäßig wenig Opfer

im Kreise fordert, so ist von vornherein auf eine geringe Sterblichkeit unter den Kindern, insbesondere unter denen im 1. Lebensjahre zu schließen. Die Zahl von 216 Todes­fällen, welche im Berichtsjahre auf die letztgenannte Alters­klasse fallen, stellt in der That nur den 6,5. Theil der Gesammtsterblichkeit dar, oder, anders ausgedrückt, unter 100 Gestorbenen waren nur 15 Kinder, während im all­gemeinen deren Betheiligung aus 30 angenommen werden kann. Absolut starben im Berichtsjahre 35 Kinder weniger als im Vorjahre, welches sich ebenfalls durch eine geringe Kindersterblichkeit auszeichnete und 76 Kinder weniger als im Jahresdurchschnitt des Decenniums.

Auch unter den Kindern vom 2. bis 15. Lebensjahre wurde während des ganzen Decenniums keine so niedrige Mortalität beobachtet als im Berichtsjahre; dasselbe weicht mit 252 in dieser Altersklasse Gestorbenen zu seinen Gunsten von der entsprechenden Zahl des Vorjahres um 65 Todes­fälle und von der 10jährigen Durchschnittszahl um 51 Todes­fälle ab. Jnsgesammt starben 471 Kinder 33,4% der Gesammt-Sterblichkeit gegen 38,5 % im erwähnten Durch­schnitt.

Die Sterbezahl der Erwachsenen bewegt sich im Gegensatz zu derjenigen der Kinder überhaupt in engeren Grenzen - im Berichtsjahre entfallen auf diese Altersklasse 941 Todesfälle, 49 weniger als im Vorjahre, doch nur 9 weniger, als nach dem Durchschnitt des Jahrgehalts auf ein Jahr gerechnet werden müssen.

Von den einzelnen Quartalen nimmt nach der Zahl der in ihnen vorgefallenen Todesfälle das dritte mit 327 Ge­storbenen die günstigste Stelle ein, entsprechend dem vorzüg­lichen Gesundheitszustand im August und September, dann folgen in absteigender Reihe das zweite (342 Todesfälle), das vierte (356 Todesfälle), endlich das erste mit 387 Todes­fällen. Im ersten Halbjahre sind demnach nur 46 Personen mehr gestorben als im zweiten, da das vierte und das zweite Quartal ihre gewöhnliche Stelle mit einander vertauscht haben. Von den Monaten zeichnete sich diesmal der Juni durch die geringste Sterblichkeit aus (96 Todesfälle), während der durchschnittlich günstigste Monat September erst an zweiter Stelle kommt (101). Dann folgen August (102) und Oetober (104). Die meisten Personen starben, wie regel­mäßig, im März (138), doch auch im December stieg die Zahl der Verstorbenen auffällig hoch (135). Für die Kinder im 1. Lebensjahre war, der Regel entsprechend, der Juli der gefährlichste Monat.

Die vorstehenden Krankheiten betheiligten sich an der Mortalität des Berichtsjahres in folgender Weise:

An Jnfeetionskrankheiten starben zusammen 133 Personen, 3 mehr als im Vorjahre - demnach von 10000 Lebenden 18,3 gegen 22,2 im Durchschnitt des Jahrzehnts. Weitaus die meisten Todesfälle dieser Kategorien fallen wie gewöhnlich den Bräunekrankheiten, Diphtherie und Croup, zur Last- ihre Zahl (80) ist der vorjährigen gleich und bleibt gegen den Durchschnitt der 80er Jahre um 9 zurück. Ein zusammenhängendes Verbreitungsgebiet fanden Diphtherie und Croup in der Rabenau bis nach Grünberg und Reiskirchen hin- auf diesen Bezirk kommen von den 39 Todesfällen im Landkreise allein 24. In Heuchelheim (6 Todesfälle), wo bereits zu Anfang des Jahres Diphtherie mit tödtlichem Ausgange vorgekommen war, ferner in Langgöns häuften sich im November, mehr noch im Deeember die Erkrankungen - im übrigen Landkreise aber wurde Diphtherie nur in ver­einzelten Fällen conftatirt. Unter den 41 in Gießen an Diphtherie Gestorbenen sind 29 ortsfremde Kinder, von welchen die Mehrzahl nicht im Kreise gewohnt hatte.

Sch ar lack hatte sich bereits gegen Ende 1888 stärker in Gießen bemerklich gemacht, doch gewann es hier erst im Frühjahr 1889 weitere Verbreitung (8 Todesfälle), übrigens verschwindet Scharlach selten für längere Zeit völlig aus Gießen. Mit besonderer Hartnäckigkeit setzte sich die Krankheit im benachbarten Wieseck fest, wo sie fast das ganze Jahr hindurch herrschte (5 Todesfälle). Weiter verbreitete sie sich nach Großen-Buseck und einige Orte der Rabenau, in welchen sie zum Theil zu gleicher Zeit mit Diphtherie auftrat. Die Zahl von 21 Todesfällen ist als mittlere zu betrachten, namentlich in Anbetracht des heimtückischen Charaeters von Scharlach, sie übertrifft allerdings diejenige des Vorjahres um 8.

Von Masern wurden 7 Todesfälle aus Gießen (fämmtlich bei Kindern unter 2 Jahren) und 1 aus Rodheim gemeldet.

Keuchhusten war überhaupt nur in zwei vereinzelten Fällen als Todesursache angegeben worden (in Gießen und Muschenheim).

Von den 11 Todesfällen an Unterleibstyphus fallen 8 nach Gießen- davon treffen jedoch 7 auf Personen, welche im Kreise nicht ansässig waren- der erste Todesfall ereignete sich bei der Garnison. Erwähnenswerth ist eine Typhus- Epidemie, welche unter den Kindern im Rettungshause des Klosters Arnsburg im Juli plötzlich ausbrach - trotz sorg­fältiger Nachforschung konnte die Jnfectionsquelle nicht entdeckt werden. Die Epidemie verlief gutartig, ohne Todesfall und blieb völlig localisirt. In Langgöns kamen im Juli 3 Er­krankungen an Typhus vor, ohne daß ein Zusammenhang unter denselben nachgewiesen werden konnte, sie führten zur Genesung, während aus Villingen 2 Todesfälle gemeldet wurden, aus Allendors a. d. Lda. einer.

An Krankheiten des Wochenbetts starben 15 Frauen, darunter an Wochenbettfieber 7. Eine durch­schnittliche Berechnung ergibt, daß in den letzten Jahren im Kreise etwa von 200 Wöchnerinnen eine gestorben ist, viel­leicht ist auch das Verhältniß noch ungünstiger, da leicht ein hierher gehörender Todesfall sich in eine andere Rubrik verirrt. Hoffentlich gelingt es, die Zahl der im Wochenbett gestorbenen Frauen, in welcher sich viel menschliches Unglück und Elend widerspiegelt, immer mehr herabzudrücken dadurch, daß unsere Hebammen mit den Vorschriften des antiseptischen Verfahrens immer vertrauter werden. Die ungeahnten

Erfolge unserer modernen Chirurgie und operativen Gynäko­logie, der totale Umschwung in den Gesundheitsverhältnissen unserer Entbindungsanstalten beruhen einzig auf der Ein­führung der Antisepsis, es wäre beschämend für unsere öffent­liche Gesundheitspflege, wenn wir den Segen dieses Fort­schrittes nicht auch unseren Wöchnerinnen konnten zu Theil werden lassen. Ein bedeutender Schritt zur Erreichung dieses hohen Zieles ist in Hessen durch die Herausgabe der neuen Dienstanweisung für Hebammen gethan worden - die Erfolge werden nicht ausbleiben, wenn die Hebammen den gegebenen Vorschriften entsprechend handeln und von Aerzten und Publikum auf die Befolgung dieser Vorschriften gedrungen wird. Nur diejenige Hebamme ist heutigen Tages zu brauchen, welche die antiseptische Methode kennt und ausübt. Ein großer Vorzug unseres Kreises, der auch schon in früheren Berichten gebührend hervorgehoben wurde, besteht in der geringen Verbreitung des Brechdurchfalles unter den Säuglingen. Allerdings ist jedesmal die Zahl der hier­her gehörenden Todesfälle zu klein angegeben im Berichts­jahre wurden 38 gemeldet da manches Kind, welches an­geblich an Krämpfen gestorben ist, oder bei welchem, weil es nicht ärztlich behandelt wurde, die Todesursache unbekannt blieb, in Wirklichkeit dem Brechdurchfall erlegen ist- allein die durchgängig mäßige Säuglingssterblichkeit des Kreises beweist, daß der Brechdurchfall hier nicht als der Würgengel unter den kleinen Kindern haust, wie in vielen anderer! Be­zirken. Denn der wesentlichste Factor für die Sterblichkeit unter den Kindern im 1. Lebensjahre ist der Brechdurchfall- in unserem Kreise aber sind von 100 in einem Jahre Ge­borenen im gleichen Zeiträume durchschnittlich nur 13,5 ge­storben , während im Allgemeinen 20 % als mittleres Verhältniß gilt. Immerhin ist cs möglich, auch in unserem Kreise, in welchem die Beschaffung guter Milch nirgends auf Schwierigkeiten stößt, den Brechdurchfall noch mehr einzu- schränken dadurch, daß bei der Ernährung derjenigen Kinder, welche zum künstlichen Auffüttern verurtheilt sind, überall die nöthige Sorgfalt auf das Kochen der Milch und auf die peinlichste Reinigung der Saugflasche und des Saughütchens verwandt wird und den Kindern vor Vollendung des ersten Vierteljahres weder Zwiebackbrei noch Kindermehl gereicht wird. Wir müssen auf das verweisen, was in vorjährigen Berichten in dieser Hinsicht gesagt wurde - es kann nicht nach­drücklich genug betont werden.

Auch bezüglich der Verbreitung der Lungenschwind­sucht ist unser Kreis im Verhältniß zu anderen Bezirken nicht ungünstig gestellt. Durchschnittlich sind im verflossenen Jahrzehnt von 100 Gestorbenen 14 der Lungenschwindsucht erlegen, das ist etwas weniger als der 7. Theil, während im Allgemeinen % als mittlere Zahl angesehen werden kann. Immerhin sind während des genannten Zeitraumes von 10 000 Lebenden im Jahre 28,8 durch Schwindsucht weggerafft worden, also erheblich mehr als durch alle Jn- fectionskrankheiten zusammen. Im Berichtsjahre wurden 207 Todesfälle an dieser Krankheit gezählt, säst genau so viel als der 10jährige Durchschnitt beträgt und 18 mehr als im Vorjahre, welches die geringste Sterblichkeit an Lungen­schwindsucht während des Jahrzehnts aufwies.

Erfreulich ist, daß unsere Fabrikorte nicht ausfällig durch Schwindsucht zu leiden haben. In Heuchelheim z. B. fällt noch etwas weniger als % der Todesfälle im Jahrzehnt der Schwindsucht zur Last, in Klein-Linden %, in Wieseck aller­dings der 6,5 Theil. Die Schädlichkeiten, denen die Arbeiter in den Tabaksfabriken durch das unvermeidliche Einathmen des Tabakstaubes ausgesetzt sind, mögen dadurch compensirt werden, daß diese Leute durch den täglichen Marsch von und nach Gießen den hinreichenden Genuß frischer Luft sich ver­schaffen müssen - andernfalls ist anzuerkennen, daß die meisten unserer Fabriken derart eingerichtet sind, daß die erwähnte Schädlichkeit auf das möglich geringste Maß beschränkt ist. Uebrigens ist neuerdings Einrichtung und Betrieb der Tabaks­fabriken, soweit dabei die Gesundheit der Arbeiter in Be­tracht kommt, durch ein besonderes Neichsgesetz geregelt. Durch die geringste Sterblichkeit an Lungenschwindsucht zeichnet sich unter den Orten des Kreises Hungen aus (nur 9,5 % fämmtlicher Todesfälle im Jahrzehnt, während Alten-Buseck (18,50/0) und Garbenteich (23,3 %) am ungünstigsten fituirt ist. In Gießen selbst fallen 16,7 % der Todesfälle auf Schwindsucht, doch sind dabei die vielen Ortsfremden, die in der Klinik an dieser Krankheit starben (im Berichtsjahre unter 76: 20) mitgezählt.

Der Lungenschwindsucht stehen an Bedeutung kaum nach die acuten entzündlichen Erkrankungen der Athmungsorgaue, durch welche 11,2 % der Todesfälle durchschnittlich bedingt wurden. Im Berichtsjahre starben au diesen Krankheiten (Lungenentzündung, acutem Luftröhren­katarrh, Brustfellentzündung) 149 Personen, 24 weniger als im 10jährigen Durchschnitt und 88 weniger als im Vorjahre, welches in eigenthümlichem Gegensätze zu der Sterblichkeit an Schwindsucht den höchsten Stand der Mortalität an den genannten Affectionen während des Decenniums erreicht hatte. Von den einzelnen Monaten bietet fast ausnahmslos der März die höchste Zahl der Todesfälle sowohl an Schwind­sucht als auch an acuten entzündlichen Erkrankungen ber Athmungsorgane dar, der September dagegen die geringste- durch dieses Zusammentreffen kommt es, daß der März in unserem Kreise in gesundheitlicher Beziehung die ungünstigste, der September die günstigste Stellung einnimmt.

Von namentlich aufgeführten Krankheiten sind ferner zu erwähnen: 50 Todesfälle an Gehirn schlagfluß, 8 an Gelenkrheumatismus, 4 an Rose. Ein Unterschied in der Häufigkeit des Gehirnschlagflusses zwischen Stadt und Land, wie er in einem anderen Kreise festgestellt wurde, existirt bei uns nicht.

An allen übrigen bekannten Krankheit en zusammen starben im Berichtsjahre 695 Personen, eine Zahl, welche dem 10jährigen Durchschnitt genau entspricht.

Durch gewaltsamen Tod kamen 32 Personen ums Leben. Die Differenz gegen das Vorjahr ( 15) wurde