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deckens), bei welche« die Injektion von Koch'schcr Lymphe den Harn verbesserte und die Eitermenge verminderte.

Neueste Nachrichten.

Wetfst telegraphische- Lorrespondenz-Vurcau.

Berli», 15. December. Dem gestrigen Diner im königlichen Schlosse zu Ehren deö Erbgroßherzogs von Luxem­burg wohnren Caprivi, Moltke, die StaatSminisler Bötticher, Maybach und Goßler, Staatssecretär Marschall und andere distinguirte Persönlichkeiten bei. Der Kaiser toastete aus daS Wohl des Großherzogs von Luxemburg- der Erbgroßherzog erwiderte dankend.

Berli», 15. December. Die ständigen und nichtständigen Mitglieder der Commission für die zweite Lesung des deut­schen bürgerlichen Gesetzbuchs trat heute unter Vor­sitz des StaatssecretärS Oehlschläger im Retchsjustizamt zu­sammen, um über rein geschäftliche Fragen, insbesondere über Geschäftsordnung und Vertheilung des Berathungsmaterials zu beschließen.

Königsberg i. Pr., 15. December. Die Schiffahrt ist infolge des starken Frostes wieder geschloffen.

Berli», 15. December. DerReichsanzeiger" berichtet über den Schluß der Samstagssitzung der Schulfragen- conserenz: Uhlhorn beantragt, im Falle die Reifeprüfung überhaupt bestehen bleiben soll, müsse dieselbe auch die Prüf­ung über die Religion umfassen. Jedenfalls sei im Reife- zeugniß arzch ein Zeugniß über Religion wie bisher aufzu­nehmen. v. Bodelschwingh beantragt, bezüglich der Prüfung in der Religion für die evangelischen Abiturienten an Stelle der mündlichen Prüfung eine schriftliche Arbeit zu setzen, die eine tüchtige Kenntniß und inneres Verständniß der heiligen Schrift, sowie Bekanntschaft mit de« vorzüglichsten Ereignissen uud Personen der Kirchengeschichte und des evangelischen Kirchenliedes voraussetzt. Die Directoren Schlee und Matthias beantragen, in der schriftlichen Ergänzungsprüsung der Abitu­rienten der Realgymnasien nur Arbeiten wie Gymnasial- Abiturienten zu machen- in der mündlichen Prüfung fällt alte Geschichte fort. Der Antrag Frick enthält Forderungen, welche aus der Auffassung der Maturitätsprüfung als Ver­setzungsprüfung aus Oberprima hervorgehen. An der De­batte betheiligten sich Uhlhorn, Frick, v. Bodelschwingh,' Schlee, Fürstbischofs Kopp, Schrader, Rehrma»n, Kruse, Dei­ters und Paulsen. Der Commissar des CultuSministeriumS, Höpfner, wies aus die hohe Bedeutung des Religionsunter­richts hin. Die Abstimmung wird bis zur Formulirung der zur Abstimmung bestimmten Fragen ausgesetzt. So­dann wurde die Frage erörtert: Welche Aenderungen sind bezüglich der wissenschaftlichen Ausbildung der künftigen Lehrer an den höheren Schulen erforderlich? Hierzu sprechen Klix, Tobler und der Commissar des Cultusministeriums Stander, welcher hervorhob, daß der Lehrerstand nach der heutigen Ausbildung auf einer hohen Stufe der Entwicklung stehe, gleichzeitig aber auf die Rothwendigkeit der Ergänzung der akademischen Ausbildung hinwies und im Einzelnen die Mittel hierzu zeigte. Der Commissar sprach ferner über die Fortbildung der Lehrer durch die Errichtung von Ferien- eursen. An der Discussion betheiligten sich noch Schiller, Uhlig, Hartwig und Kropatschek.

Genf, 15. December. Gestern fanden hier mehrere Anarchisten-Versammlungen statt. In einer derselben wurde die Ermordung Seliwerstows von einem Anarchisten als eine ruhmreiche That gepriesen und dem muthmaßlichen Mörder Padlewski höchste Anerkennung gezollt. Die Anar­chisten Brenard und Stojanow hielten Schmähreden gegen die Schweiz und ihre Institutionen.

Wien, 15. December. DieReue Freie Presse" ver­öffentlicht eine Zuschrift Billrot Hs, in der derselbe alle Gerüchte, daß er die Behandlung mit Köchin sistirt habe, als völlig grundlos erklärt. Er setze systematisch die Behandlung fort und hoffe im Lause eines Jahres eine bestimmte Ansicht über den therapeutischen Werth der Behandlungsmethode Kochs zu gewinnen. Er halte die Entdeckung Kochs nach wie vor

für eine der größten des Jahrhunderts und er warne vor nicht von ihm gezeichneten Mittheilungen aus seiner Klinik.

Sharleville, 15. December. Der Strike der Eisen- Hüttenarbeiter in Nevin scheint größere Dimensionen anzu­nehmen- etwa 1000 Mann striken- Gendarmerie und Militär sind nach Revin abgegangen.

Brüssel, 15. December. In Lalouviöre fand gestern ein Congreß von Bergarbeiter-Delegirten statt. Jnsgesammt waren 74 belgische Arbeitervereine vertreten. Es wurde mit 60 gegen 12 Stimmen beschlossen, den all­gemeinen Strike zu beginnen, falls sich die Kammer nicht in der gegenwärtigen Session mit der Verfassungs­revision beschäftigte oder die Kammer die Revision ver­werfen sollte.

Paris, 15. December. Ein Telegramm meldet aus Bona: Während des Sturmes gestern Nacht wurde ein italienisches Korallenschiss an den Hasendamm ge­schleudert- sechs Matrosen ertranken.

Loudon, 15. December. Die aus heute anberaumte Ent­hüllung deö Standbildes des Kaisers Friedrich ist verschoben worden.

Rom, 15. December. DieRisorma" erklärt, die von derTimes" aus Philippopel gemeldeten Differenzen zwischen der bulgarischen und der italienischen Regierung reichten mehrere Monate zurück, seien rein administrativ und keineswegs so bedeutend, daß die Beziehungen zu Bulgarien gestört würden, welchem Italien kürzlich noch seine Sym­pathien kundgegeben habe. DieRisorma" fügt hinzu, Italien habe Sorge getragen, daß den Reclamationen der an dem Rechtshandel betheiligten italienischen Unterthanen Folge ge­geben werde.

Madrid, 15. December. Ein junger Mann, der am vergangenen Montag im hiesigen Hospital mit der Koch- schen Lymphe behandelt wurde, starb in der vergangenen Nacht nach mehrtägigen Athmungßbeschwerden und Pulsstörungen. Die Autopsie ergab die gewöhnlichen Schwindsuchtserschein­ungen und Herzsellanschwellung. Mehrere andere Fälle Koch- scher Behandlung, insbesondere zwei Lupusfälle, sind günstig verlausen.

Petersburg, 15. December. Die neuen Gürertarise für den internationalen Eisenbahnverkehr Rußlands wurden heute veröffentlicht. Sie werden angewendet für die directe Verbindung Moskaus mit dem Auslande über die russischen Nordhäfen, für die Grenzorte Wirballen, Grajewo, Mlawa, Alexandrows, Sos»owicc und treten in Kraft am 1. Januar 1891 n. St.

Petersburg, 15. December. In Helsinsorö und Abo fanden Setzer st rikeS in mehreren Zeitungsdruckereien statt, weshalb die Blätter in kleinerem Umfange unregelmäßig er­schienen. Die Strikenden rotteten sich zusammen und durch­zogen die Umgegend.

Eine höhere Anordnung gestattet der Universität Helsinfors die Aufnahme weiblicher Studirenden. Jede Aufnahme bedarf die Genehmigung des Vorstandes der Universität.

Warschau, 15. December. Das Petrokower Bezirks­gericht verurtheilte auch den Auswanderungsagenten Mergel aus Lodz wegen unerlaubten gemeinschädlichen Geschäftsbetriebs zu einjähriger Gefängnißstrase.

tzelfingforß, 15. December. Ein kaiserlicher UkaS be­stimmt, daß die Einführung deS neuen finnische« Straf­gesetzbuches, welches am 1. Januar 1891 in Kraft treten sollte, bis zum Zusammentritt deS finnischen Landtags am 8. Januar zu verschieben sei.

Koustautinopel, 15. December. Cvntreadmiral Schröder, Commandant des deutschen Sch ul ge s ch waders, ist gestern an Bord des AvisoPfeil" mit fünf Offizieren zur Begrüßung deS Sultans eingetroffen.

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Gieße», 16. December.

Aus dem Verwaltu»gsbericht der Großh.Bürgenueisterei

Gießen. Für die öffentliche Armenpflege wurden im Jahre

kleinen Hügel, dann gingen sie dem Wärterhäuschen zu, wort­los, eins dicht an das andere geschmiegt, in überseligem Ent­zücken, daß sie den Weg zu einander gefunden hatten.

Im Bereiche der hellbrennenden Lampe sah Hanna erst die Verwüstung, die im Aeußeren deS Mannes vorgegangen war. ES blieb ihr aber nicht viel Zeit, darüber zu grübeln, denn Franz wurde, kaum in die Wärme zurückgekehrt, von einem Schüttelfrost überfallen, der nur der Vorläufer einer schnüren Krankheit sein sollte.

Tagelang und viele Nächte wich Hanna nur dann von sein in Lager, wenn die Pflicht, die sie für Franz übernommen, hinauSries. Und schien es auch anfangs, als sollte er dem grinsenden Sensenmanne zur Beute fallen, spottete das Fieber auch allen Mitteln deS Arztes, der aus der Stadt täglich hinaus kam, so war doch nach zwei Wochen ein leichter Fort­schritt bemerkbar- die Gewalt deS FicberS war gebrochen, in den erschöpften Körper trat Ruhe nach den unaufhörlichen Beängstigungen, die ihn gepeinigt, und ein langer, wohl- thuender Schlaf, der nur durch da» Einflößen stärkender Mittel unterbrochen werden mußte, brachte ihn der Genesung entgegen.

An seinem Lager sitzend, den wirren Phantasien lauschend, durchlebte Hanna noch einmal daS vergangene, so aussprech lich leidvolle Jahr. Jetzt erst ermaß sie voll und ganz, was sie verschuldet, jetzt begriff sic erst, was den ehemals so eisen- festen Körper ihres Franz so heruntergebracht. O, waS mußte er gelitten haben, daß selbst jetzt, nachdem doch alles zum guten Ende gelangt war, daS Erlebte so nachwirken konnte! Und als der erste Hoffnungsstrahl durch die dunkle Nacht der Verzweiflung brach, als der alte, menschenfreundliche Arzt ihr Muth ^usprach, da zog eS sie unaufhaltsam aus die Knie nieder und während sie die matte unruhige Hand deS Geliebten mit

der ihrigen umfaßte, da stieg das Gelöbniß in ihrem Herzen zu dem Höchsten empor, daß sie fortan nur den einen Ge­danken hegen wolle, den, ihn zu lieben, ihm zu dienen und ihn daS schwere Leid vergessen zu machen.

WaS sie selbst geduldet unter der selbftgeschaffenen Qual, trat vor der großen, heiligen Aufgabe, die sie sich gestellt, weit in den Hintergrund zurück, und nur, wenn sie im Spiegel ihr Bild betrachtete und den breiten Silberstreiseu, die vielen Fäden sah, die ihr glänzendes Haar durchzogen, wurde sie daran erinnert, daß die vergangene Zeit auch an ihrem Aeußeren nicht spurlos vorübcrgegangen war. Und doch, was bedeutete dies alles gegen die Gewißheit, ganz mit ihm eins zu sein, mehr noch, als vor Hansi's Tod gewesen?

Als das Weihnachtsfest zum drittenmale anbrach, stand der Mond am Himmel. Mehr und mehr neigte er sich der Erde zu, und war es Neugierde, daß er versuchte, in die ycllerleuchteten Fenster des Bahnwärterhäuschens zu schauen oder freute er sich mit Franz und Hanna an den traumhaft großen Kinderaugen, die unverwandt in daS helle Licht der aufstrahlenden Kerzen an dem Tannenbäumchen schauten? Nun sah er, wie Franz, der zu voller Kraft und Ge­sundheit erblüht war, den Säugling von der Mutter Arm nahm, ihn freudestrahlend in die Höhe hob, küßte und ihn Hanna wieder zurückgab. Dann aber holte Franz eine un­scheinbare roihe Mütze und legte sie unter daS brennende Bäumchen und wahrend sich ihre Augen mit Thränen füllten, sanken sie sich stumm in die Arme. . . .

Der neugierige Mond aber zog einen Schleier Über sein Gesicht, um seine Rührung zu verbergen.

1889/90 verausgabt: AuS eigenen Mitteln der Armenkasse 26 708 Mk. 35 Pfg., auS Mttteln der Plockischen Stiftung 3 900 Mk., Zuschuß aus der Stadtkasse 37 900 Mk., zu­sammen 68 508 Mk. 35 Pfg. Die Durchschnittszahl der ständig Unterstützten betrug 210. Aus Kosten der Armenkasse waren im Durchschnitt 38 Kinder in Privatpflege gegeben, darunter 33, deren Eltern bezw. Mütter hier nicht heimathS- berechtigt waren. Im städtischen Hospital haben sich 11 Män­ner und 7 Frauen befunden. Im Landeshospital Hofheim waren 10 Personen, in der Landes-Irrenanstalt Heppenheim 6 Personen, in der Taubstummenanstalt zu Homberg, h» Reichswaisenhaus zu Lahr, in der Anstalt für Epileptische in Bethel je 1 Person, in hiesigen Lehrstellen 3 Personen unter­gebracht, während in Besserungsanstalten 16 Kinder erzogen werden. Aus der Armenlifte stehen 487 Familien bezw. ein­zelne Personen verzeichnet, die aus Grund bestehenden Ver­trages freie ärztliche Behandlung, Verpflegung und Medika­mente in den Universitätskliniken erhalten. Im Berichtsjahre waren 124 Personen mit 3193 VerpflegungStagen in den Kliniken untergebracht. Daneben wurde die bisher mangelnde Fürsorge für arme Wöchnerinnen derart getroffen, daß die erwachsenen Hebammenkosten auf die Armenkasse übernommen werden. 62 ortsfremde Personen mit zusammen 1756 Ver- pflegungstagen mußten aus Grund des Unterstützungswohnfitz- gesetzes in das akademische Hospital und 26 Personen mit 130 Verpflegungstagen wegen Platzmangel in die Herberge zur Heimath eingewiesen werden. Von der Plockischen Stiftung wurden 10210 Mk. 71 Pfg. verausgabt, darun­ter 3 900 Mk. Zuschuß zur Armenkaffe für Bestreitung von 13 Pfründe» im städtischen Hospital. An neuen Stif­tungen sind zugegangen: Die Curschmann-Stiftung mit 2 394 Mk., die Heichelheim'sche Stiftung mit 50000 FreS., daß Legat des verstorbenen Herz Schulhof, über dessen Höhe zur Zeit noch die Auseinandersetzung mit den Miterben schwebt. Der Allgemeine Verein für Armen- und Krankenpflege hat bei einer Thätigkeit von 5, zeit­weise 6 Schwestern zusammen 805 Tagpflegen, gegen 5000 Pflegbesuche, 566 Nachtwachen, 740 Massagen, wovon aus die Armenpflege bei insgesammt 192 Familien 365 Tag­pflegen und über 3100Pflegebesuche fallen, leisten lassen- er hat in 229 Familien Unterstützungen verabreicht, 17 kranke Kinder und Erwachsene zur Badekur in daS ElisabethenhauS zu Bad-Nauheim geschickt. Die gesummten Aufwendungen des Vereins und laufenden Ausgabe« haben im Berichtsjahre 13085 Mk. 10 Pfg. betragen. Der Verein für Krankenpflege hat im Jahre 1889/90 siebe« Schwester» beschäftigt, die Aufwendungen des Vereins betrugen 2 634 Mk. 66 Pfg. Die Ortskrankenkasse verzeichnete an Sm- nahmen 22 305 Mk. 15 Pfg., an Ausgaben 19 580 Mk. 80 Pfg. Außer der Ortskrankenkasse bestehen in Gieße» noch 14 Fabrikkrankenkasse n.

Gießener Soncertverein. (Zweites Concert). DaS zweite Concert des Gießener Concertvereins war, wie auch das entsprechende vorjährige, der Kammermusik gewidmet. Voriges Jahr hatte man zum ersten Mal den Versuch ge­macht, an Kammermusikabenden durch Einführung von Ge- sangSvorträgen das Programm auch für weitere Kreise an­ziehender und unterhaltender zu gestalten, weil mau die Er­fahrung gemacht hatte, daß diejenigen Concerte, in denen lediglich Streichquartette zur Ausführung gelangten, von jeher bei einem größeren Publikum eine geringere Beliebtheit ge­nossen. Dieses Mal hat man den Versuch unterlassen, viel­leicht weil der geringe praktische Erfolg im vorigen Jahre seine Wiederholung nicht räthlich erscheinen ließ, vielleicht auch, weil man überzeugt war, daß der Namen des Künstler­quartettes, das zur Aufführung deS Concertes gewonnen worden war, jedem Musikkenner ausreichende Gewähr für die Höhe deS zu erwartenden Kunstgenuffes leisten werde. In der That war das Publikum das sich allerdings nicht in der gewöhnlichen Anzahl eingesunden hatte, für die Gaben der abftractcn und darum oft so schwer verständlichen Quartettmusik in einer Weise empfänglich und dankbar, wie dies hier seit einer geraumen Zeit nicht mehr vorgekommen ist - wir erinnern nur an die kühle Ausnahme, die in der vorigen Saison die trefflichen Leistungen des Künstlerquar­tettes Gustav Holländer, Josef Schwarz, Carl Körner und Louis Hegyesi hier gefunden haben. Ganz anders, dies Mal, wo zu dem großen Erfolg des Abends wesentlich auch die vorzügliche Wahl des Programm- mit beigetragen haben mag. Zur Aufführung gelangten daS Quartett für zwei Violinen, Viola und Violoncell von I. Haydn in D-dur, das Schumann'sche Quintett für Pianoforte und Streichinstrumente in Es-dur op. 44 und zum Schluffe das B c e t h o v e n'sche Quartett in F-dur op. 59. Die ausführenden Künstler waren der kgl. Hosconcertmeister Henri Petri aus Dresden (1. Violine), Hjalmar von Damek (2. Violine), Bernhard Unken­stein (Viola) und Kammervirtuos Alwin Schröder (Vio­loncell), die letzteren drei aus Leipzig. Dem Quartett war ein bedeutender Ruf vorausgegangen, der in dem gestrigen Concerte nur eine neue glänzende Bestätigung erhalten hat, indem die Ausführung des Programms in ihrer außerordent­lichen Exactheit und technifchen Vollendung und mit ihrem geist- und temperamentvollen Eingehen auf die Intentionen des Tondichters in Wahrheit eine künstlerische Leistung ersten Ranges bedeutete. In dem Schumann' scheu Quintett war die schwere Pianofortepartie Fräulein Sophie GrooS von hier anvertraut. Wir haben die hohe technische Fertigkeit der Dame, sowie ihre verständnißvolle Auffassung ihrer Vor­lagen schon gelegentlich der Zlatarogausführung und sonst hervorgchoben. Auch vorgestern zeigte sich Frl. Groos mit der wirklich künstlerischen Bewältigung ihres Partes ihrer Aus­gabe völlig gewachsen, waS dem prosessionsmäßigcn Quar­tette gegenüber alS ein besonders großer Erfolg angesehen werden muß. Der lebhafte Beifall gerade nach den einzel­nen Sätzen des Quintettes galt darum auch nicht zum kleinsten Theile Fräulein GrooS.

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