stimmt, daß unter gewissen Voraussetzungen Gewerbegerichte errichtet werden können. Ein Antrag Auer u. Gen. (Soc.) beantragt zu setzen: sind Gewerbegerichte zu errichten. Ein anderer Antrag Eberty u. Gen. (dfr.) wünscht in § 1 den Zusatz: Die Genehmigung des Ortsstatuts darf nur versagt werden, wenn dessen Bestimmungen den Anforderungen des Gesetzes nicht entsprechen. Abg. Dresbach (Soe.) hält die Vorlage für unvollkommen, wenn man die Gewerbegerichte nicht obligatorisch macht. Die Gemeindebehörden haben sich mehrfach der neuen Einrichtung gegenüber ablehnend verhalten und in andern Fällen, so z. B. in Mannheim und- Berlin, haben die Gemeindebehörden sich Jahre lang vergeblich um die Einrichtung von Gewerbegerichten bemüht, die oberen Verwaltungsbehörden sind ihnen ablehnend entgegengetreten. Entweder sind die Gewerbegerichte eine Notwendigkeit, dann mache man sie obligatorisch, oder sie sind nicht obligatorisch, dann lehne man die Vorlage ab. Mit der Vorlage schafft man Confusion int Rechtsleben. Wie soll ein Arbeiter, der heute hier, morgen dort beschäftigt ist, diese Unterscheidungen machen? Selbst Juristen sind darüber zweifelhaft. Gewerbegerichte sind für alle Arbeiter von gleicher Wichtigkeit- wir hoffen, auch ländliche Arbeiter für diese Einrichtung zu gewinnen. Nehmen Sie deßhalb den Antrag Auer an. Abg. Eberty (dfr.): Für den Antrag Auer liegt kein Bedürfniß vor, da die Vorlage genau angibt, unter welchen Voraussetzungen die Gewerbegerichte eingerichtet werden sollen. Nehmen Sie den Antrag meiner Freunde an, so ist auch jede Willkür der oberen Behörden ausgeschlossen und die Bedenken meiner Vorredner sind dann ganz beseitigt. — Abg. Kurtz (cons.): Im Princip kann man den obligatorischen Gewerbegerichten zustimmen und dennoch der Vorlage beitreten aus Zweckmäßigkeitsgründen. Ob ein solches Gericht zu schaffen ist, muß man nach den örtlichen Verhältnissen beurtheilen. Die Commissionsvorschläge rechtfertigen sich aus Zweckmäßigkeitsrücksichten. — Minister Bötticher: So lange man an dem Grundsatz sesthält, daß die Gewerbegerichte durch Ortsstatut eingesetzt werden sollen, können Sie die Communalaufsichtsbehörden nicht so beschränken, wie es der Antrag Eberty will. Es ist doch leicht denkbar, daß eine kleine Gemeinde den Entschluß saßt, die Gewerbegerichte in eine Form zu kleiden, die offenbar fehlerhaft ist- wollen Sie da die Remedur ausschließen? Wir wünschen, daß von der Vorlage ein möglichst weiter Gebrauch gemacht werde- aber für den Antrag Auer ist kein Bedürfniß vorhanden. Weigert sich eine Gemeinde, auf den Wunsch der Arbeiter oder der Arbeitgeber ein Gewerbegericht einzurichten, so wird auf eine Beschwerde die vorgesetzte Behörde die Sache in die Hand nehmen. — Abg. Frhr. v. Pfetten- Arnbach (Ctr.) ist gegen die Anträge. Es ist zu bedenken, daß kleine Gemeinden durch diese Einrichtung der Gerichte schwer belastet werden könnten. Abg. Singer (Soe.): Durch diese Art der communalen Selbsthilfe wird den Arbeitern -nicht geholfen werden - es muß von Staatswegen zu Gunsten Ser Arbeiter eingetreten werden. Die Vorlage kann nur dann segensreich für die Arbeiter wirken, wenn unser Antrag angenommen wird. — Abg. Dr. v. Cuny (ntl.) ist gegen die Anträge Auer und Eberty. Gegen letzteren sprechen nicht blos Zweckmäßigkeits-, sondern prineipielle Gründe. Wo es sich um ein Gericht mit Zwangsbesugnissen handelt, da muß dem Staate ein freies Erwägungsrecht gesichert werden. — Abg. Harmening (dfr.): Von dem Wohlwollen des Ministers kann man eine so wichtige Einrichtung nicht abhängig machen- das Wohlwollen kann mit dem Minister schwinden. Man soll den Gemeinden das Recht sichern, Gewerbegerichte schaffen zu können. Im Gegensatz zu meinem Freunde Eberty stimme ich für obligatorische Gewerbegerichte. Sollte aber der Antrag Eberty nicht die Mehrheit finden, so beantrage ich, die Versagung der Genehmigung nur dann zu- Massen, wenn das Statut gegen die Gesetze verstößt. Ich glaube, diese Forderung ist eine sehr bescheidene. — Abg. Heine (Soe.) befürwortet die Nothwendigkeit der Einführung von Gewerbegerichten, namentlich für ländliche Arbeiter, wo die große Mehrzahl der Arbeiter noch als Gesinde arbeitet. An den nöthigen Kräften zur Besetzung der Stellen im Ge-
mir aber sagen, ich möge morgen wiederkommen, wenn ich ihn zu sprechen wünsche. Da nun aber, was ich ihm zu sagen hatte, ebenso gut ungesprochen bleiben konnte, setzte ich meinen Ritt durch Blida fort, nachdem mir einer der Ordonnanzen gesagt, der General speise eben bei seinen Frauen im Harem. Wer hätte ihn da stören wollen!
In großen Massen waren inzwischen immer neue Truppentransporte eingetroffen, die Küste bis Burgas war bedeckt von ihnen, aber bei ihrer Unfertigkeit und der Nothwendigkeit, die schweren Belagerungsgeschütze herbeizuschaffen — denn St. Arnaud hatte es gleich aus Sebastopol gemünzt — kam es zu keiner That. Meine Lage ward inzwischen auch eine schwierige.
Schon gleich nach meinem Eintreffen war ich ins österreichische Consulat gegangen, das zugleich die Agentur der Lloyd-Dampfer, um eine hier erwartete Geldsendung in Empfang zu nehmen. Meine Kleidunsgstücke waren in einem traurigen Zustande - die Leibwäsche war dem Ungeziefer zum Opfer geworden, das uns in den türkischen Lagern furchtbar geplagt- die Reitstiefel hingen schon zerrissen von den Knieen herab - kein Wunder wars also gewesen, wenn das hübsche, schwarzäugige junge Mädchen, die Tochter des Hauses, die eben in der offenen Speisehalle damit beschäftigt, die silbernen Löffel zu den Couverts zu legen, bei meinem Anblick das Silberzeug vorsichtig wieder in ihre Schürze that, ehe sie ging, um dem Papa meine Karte zu bringen.
(Schluß folgt.)
* Müller: „Es ist doch merkwürdig, in den meisten Berufszweigen haben die Juden etwas geleistet, blos als Feldherren haben sie sich nicht hervorgethan." — Schulze: „No? Un der alte Dessauer?"
Werbegerichte fehlt es aus dem Lande nicht. Abg. Dr. Meyer- Berlin (dfr.): Die Hereinziehung der ländlichen Arbeiter würde mindestens das Zustandekommen des Gesetzes verzögern. Die Annahme des Antrages Eberty ist zu empfehlen. — Abg. Dr. Windthorst (Ctr.) kann nur für die Cvmmissiosvorlage stimmen. Gegen den Antrag Auer fei er, weil ein Bedürfniß für diesen nicht nachgewiesen ist- ebenso hat er Gründe für den Antrag Eberty nicht finden können, ist aber bereit, für den Antrag Harmening zu stimmen. — Abg. Eberty (dfr.) zieht seinen Antrag zu Gunsten des Antrages Harmening zurück. — Minister v. Bvetticher: Auch gegen den Antrag Harmening liegen dieselben Bedenken vor, wie gegen den Antrag Eberty. Uebrigens ist es an den östlichen Provinzen Preußens gemeines Recht, daß Ortsstatuten der Bestätigung der Regierung erhalten. — Abg. Eberty (dfr.): Die Städteordnung steht dem Anträge Harmening nicht entgegen. Es handelt sich hier darum, ob man Bevormundung oder Rechtsordnung will. — Die Debatte wird geschlossen. — Der Antrag Auer wird abgelehnt gegen die Stimmen der Soeialdemokraten. Bei der Abstimmung über den Antrag Harmening wird Auszählung nöthig. Es stimmen 76 Abgeordnete mit Ja, 69 mit Nein. Das Haus ist nicht beschlußfähig. — Nächste Sitzung Montag 1 Uhr: Schweizer Niederlassungsvertrag (dritte Lesung), Gewerbegericht. — Schluß 4*/, Uhr.
Neueste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Correjpondenz-Bureau.
München, 15. Juni. Das Befinden des Freiherrn v. Lutz war während der letzten Nacht sehr befriedigend. — Der Statthalter von Elsaß-Lothringen, Fürst von Hohenlohe, ist hier eingetroffen.
München, 15. Juni. Die Bayerische Staatsbahn wird am 1. August einen neuen Gütertarif zur Gleichstellung mit dem Tarif der Preußischen Staatsbahnen einführen. Zu demselben Termine steht auch die Einführung eines neuen Gütertarifs für den Loealverkehr bevor.
Petersburg, 15. Juni. Eine Meldung der „Samarkander Zeitung" zufolge sind in Taschkent einige Cholerine-Fälle vorgekommen. Es sind daher Vorbeugungsmaßnahmen gegen den Ausbruch der Cholera getroffen worden.
Bukarest, 15. Juni. Die Regierung hat in der Depu- tirtenkammer eine Creditvorlage, betreffend die örganifirung des Güterverkehrs auf der Donau, namentlich für Salz, eingebracht.
Bukarest, 15. Juni. In Folge der Obstruetionspolitik der Opposition im Senat mußte die Session des Parlaments bis zum 21. Juni verlängert werden.
Valencia, 16. Juni. Nach amtlichen Berichten sind in Puebladerugat am Sonntag neun weitere choleraverdächtige Erkrankungen vorgekommen, wovon vier tödtlich verliefen. Die Behörden Puebladerugats und Mvntichelves verlangten telegraphisch ärztliche Hilfe und Arzneimittel. Von Albaita wird der gleichartige Tod einer von Puebladerugat eingetroffenen Person gemeldet. Der Civilgonverneur von Valencia erkrankte gestern in beunruhigender Weise, erholte sich jedoch sofort.
Cocates und prooiitiieUei.
Gießen, 16. Juni.
][ Den diesjährigen Herbstübungen der Grobherzoglichen (25.) Division ist dem Vernehmen nach folgende Zeiteintheilung zu Grunde gelegt worden:
I. Regiments-Exerciren:
1. Großh. Ins.- (Leibgarde-) Regt. Nr. 115 vom 23. bis 29. August bei Darmstadt, 2. Großh. Jnf.-Regt. (Groß- Herzog) Nr. 116 vom 25.—30. August bei Gießen, 3. Großh. Jnf.-Regt. (Leib-Regt.) Nr. 117 vom 19.—25. August bei Mainz, 4. Großh. Jnf.-Regt. (Prinz Carl) Nr. 118 vom 18.—26. August bei Darmstadt, 1. Großh. Drag.-Regt. (Garde-Drag.-Regt.) Nr. 23 vom 11.—20. August bei Darmstadt, 2. Großh. Drag.-Regt. (Leib-Drag.-Regt.) Nr. 24 vom 21. August bis 2. September bei Darmstadt.
II. Brigade-Exerciren:
49. Infanterie-Brigade vom 1.—6. September bei Gießen, 50. Infanterie-Brigade vom 28. August bis 2. September bei Darmstadt.
III. Detachements-Uebungen mit gemischten Waffen.
Die 4 9. Brigade übt vom 8.—12. September bei Staden. Dieser Brigade werden die 2., 3. und 4. Escadron des 24. Dragoner-Regiments, sowie die erste Abtheilung des Großh. Feld-Artillerie-Regts. Nr. 25 (Großh. Artillerie- Corps) und die nöthigen Pionier- und Train-Abtheilungen zugewiesen.
Die 5 0. Brigade übt vom 6.—10. September bei Langenselbold- ihr werden die Leib- und 5. Escadron des 24. Dragoner-Regts. und die 2. Abtheilung des 25. Feld- Art.-Regts. zugetheilt - ebenso eine Pionier-Abtheilung vom 11. Pionierbataillon und eine Abtheilung der Großh. Traincompagnie. Das 1. Großh. Dragoner-Regt. (Garde-Drag.- Regt.) Nr. 23 nimmt an den Manövern der Großh. (25.) Division in diesem Jahre nicht Theil, vielmehr ist das genannte Regiment vom 5.—12. September an den Manövern bei Metz, vom 16. —18. September bei St. Avold betheiligt.
IV. Die eigentlichen Divisionsmanöver finden vom 14.—20. September zwischen Wenings und Schlüchtern statt. Am letzten Manövertag werden die Fußtruppen per Eisenbahn in ihre Garnisonen zurückbesördert, während die Cavallerie und Artillerie per Fußmarsch dahin zurückkehren.
Unmittelbar nach dem Eintreffen der Truppen in den Garnisonen erfolgt die Entlassung der Reserven und Dis- positionsurlauber.
— Die Großh. Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein hat ein Preisausschreiben behufs Gewinnung »euer Muster für Schnitzereien in Elfenbein und verwandten
Materialien, sowie für Holzbildhauerei erlassen, gleichfalls in der Absicht, die Erfinder derartiger Muster in ihren Bestrebungen zu unterstützen. Als Bewerber können Verfertiger der Entwürfe und nicht Auftraggeber auftreten. Die Entwürfe sind durch vollständige Zeichnungen darzustellen, sodaß nach denselben ohne Weiteres gearbeitet werden kann. Zu Preisen sind im Ganzen 500 Mk. ausgesetzt und zwar zwei Preise von 150 bezw. 100 Mk. für die besten bezw. zweitbesten Entwürfe von Schnitzereien in Elfenbein und zwei Preise von 150 bezw. 100 Mk. für die besten bezw. zweitbesten Entwürfe zu Holzbildhauerarbeiten. Zeichnungen und Modelle sind bis 1. November 1890 an die Großh. Centralstelle in Darmstadt einzusenden. Die Entwürfe werden nach der Preisvertheilung in Darmstadt öffentlich ausgestellt. Als Preisrichter werden fungiren: Bildhauer Barth in Mainz, Hermann Müller, Professor an der Landesbaugewerkschule zu Darmstadt, Julius Bach, Elsenbeingraveur in Gießen, Fr. Hartmann, Elfenbeinschnitzer in Michelstadt und Fr. Eick Pfeifensabrikant in Erbach i. O.
— Die auf einer Kunstreise nach Bremen befindliche Capelle des in Darmstadt garnifomrcnben 2. Großh. Hess. Dragoner-Regiments Nr. 24 (Leib-Dragoner) wird morgen Dienstag in Steins Garten conccttiren. Die Leistungen dieser Capelle, welche während der im vorigen Jahre stattgehabten Ausstellung in Hamburg in derselben längere Zeit mit vielem Beifall Concerte gab, sind als hervorragend bekannt- insbesondere erzielt dieselbe mit den in jedes Programm eingestellten Saxophon-Solis und Quartettvorträgen überall den besten Erfolg. Einige genußreiche Stunden werden den Besuch des Concertes lohnen.
— Das für gestern auf dem Feldberg angesetzte Wett- turnen konnte wegen allzu ungünstiger Witterung nicht abgehalten werden und wurde auf Sonntag den 17. August cr. verlegt.
— Die gestrige Gauturnfahrt, verbunden mit der 25 jährigen Jubelfeier der Turngemeinde Wölfersheim, war von Seiten der Gauvereine sehr zahlreich besucht. Die Gemeinde Wölfersheim hatte zur Feier des Tages ein Festtagsgewand angelegt- es gab kein Haus, welches nicht einen besonderen Schmuck aufwies. Von allen Seiten der Wetterau war man herbeigeströmt, um damit der Turnsache das Interesse zu bekunden. Die Zahl der Festplatz-Besucher dürfte auf Tausende zu schätzen sein- von Seiten der Gauangehörigen waren allein über 300 Turner anwesend, wovon 127 sich zum Wettturnen angemeldet und 104 bis zum Schluß mitgeturnt hatten. Nachdem Morgens 10 Uhr eine Sitzung des Kampfgerichts und um 1 Uhr ein gemeinschaftliches Mittagessen stattgefunden, bewegte sich ein imposanter Festzug durch die Ortsstraßen nach dem Festplatz. Hier begrüßte Herr Bürgermeister Heyer die Festgäste und übergab Herrn Pfarrer Menke das Wort zur eigentlichen Festrede, deren Sinn den Turnern wie aus dem Herzen gesprochen war. Nachdem noch der Gauvertreter Herr Carl Demuth-Gießen im Namen der Turner des Gaues Hessen für die Einladung, Begrüßung und herzlichen Empfang gedankt und hierbei auch die herzlichste Gratulation zur Jubelfeier übermittelt hatte, wurde der Turngemeinde Wölfersheim von Frauen und Jungfrauen eine prachtvoll gestickte Fahnenschleife überreicht. Nunmehr begann das Wettturnen, welches bis gegen 8 Uhr Abends dauerte. Währenddem entwickelte sich auf dem Festplatz ein ächt volkstümliches Treiben, welches bis gegen Mitternacht gedauert haben dürfte. Schreiber dieses, wie alle auswärtigen Turner mußten, um wieder rechtzeitig in die Heimath zu kommen, zwischen 9 und 10 Uhr die Rückreise antreten. Bei dem Wettturnen vertheilten sich die Preise wie folgt: 1. Preis PH. Hadermann, stud. jur., (A. T. V.) Marburg, mit 39 Punkten. 2. Preis Carl Bär, stud. jur., (A. T. V.) Marburg, Jacob Diehl, Wetzlar, Leonhard Metznerdorf, Lauterbach, mit 36 Punkten. 3. Preis Carl Decher, Alsfeld, Wilhelm Evers, Gießen (T. V.) mit 35 Punkten. Im Ganzen vertheilen sich die Preise unter die Vereine: Alsfeld 2, Anspach 1, Bad-Nauheim 4, Butzbach 3, Gießen (M. T. V.) 3, Gießen (T. V.) 4, Heuchelheim 3, Hungen 2,
Lauterbach 2, Lich 2, Lollar 1, Marburg (A. T. V.) 4,
Schotten 2, Usingen 3, Wetzlar 6, Wieseck 3, Wölfersheim 2.
— Indem wir diesen Bericht schließen, können wir nicht
umhin, der Turngemeinde Wölfersheim für ihre Leistungen nochmals zu danken, und hoffen, daß der gestrige Tag der Turnsache in der Wetterau nutzbringend sein möge.
n. Trais-Horloff, 15. Juni. Zwei Arbeitern, welche auf der hiesigen Brcmnkohlen-Grube und Brikett-Fabrik Friedrich arbeiten und daselbst in Logis sind, wurde gestern Abend ihre Baarschast, bestehend in 90 Mark, die sie zusammen in einem Beutel verschlossen in einen Koffer gethan hatten, vermittelst Nachschlüssel entwendet.
§ Ortenberg, 14. Juni. Ein trauriger Unglücksfall hat sich hier ereignet. Der sehr brave unb allgemein beliebte Fuhrmann Wilhelm Wißner von hier fuhr heute Morgen in den oberhalb unseres Orts gelegenen Steinbruch, um einen Wagen Sandsteine zu holen. Aus dem Heimweg in der sogenannten Breitenhaide führt der Weg sehr steil bergab. Plötzlich brach grabe an biefer gefährlichen Stelle bie Hemmvorrichtung. Bei bem Versuche, die Pferde sammt dem arg ins Rollen gekommenen Wagen zu halten, kam Wißner zum Fallen und der Wagen ging über die Brust, die förmlich eingedrückt wurde, so daß der Tod augenblicklich eintrat. Der Wagen ging dann mit den Pferden bie Böschung hinunter in eine Sandgrube, ohne daß bie Pferbe erhebliche Verletzungen davontrugen.
Dermifdytes*
*△ Mainz, 14. Juni. Durch Gouvernementsbefehl ist den Soldaten der Garnison Mainz-Castel das Halten unb Lesen ber „Mainzer Nachrichten" verboten worben. Das Blatt war früher parteilos, ist aber vor Kurzem osficielles Organ der hiesigen Arbeiterpartei geworden.


