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An dem Bau des neuen Garnisonslazareths hier ereignete sich gestern Nachmittag ein schwerer Unglücksfall. Ein Maurer stürzte von dem Gerüste herab und verletzte sich dabei das Rückgrat derartig, daß an ein Auskommen nicht mehr zu denken ist. Bei dem gestrigen Gewitter schlug ein kalter Blitzschlag in das Verwaltungsgebäude der hessischen Ludwigsbahn, ohne indeß sonderlichen Schaden anzurichten.

* Mainz, 15. Juni. In Ergänzung eines bereits bestehenden Reglements haben sich die hiesigen Stadtverord­neten nächster Tage mit einer Vorlage zu beschäftigen, durch welche den Hunden auf den Leib gerückt werden soll. Eine gewisse Gattung Hunde soll nur noch an der Leine geführt werden dürfen und das Mitnehmen aller Hunde in Wirth- schaften ganz verboten werden. Da die Hunde in den letzten Jahren derart zugenommen, daß sie zu einer wahren Plage geworden, findet die Vorlage allseitigen Anklang.

* Vom Rhein, 15. Juni. Die allen Rheinreisenden wohlbekannte Bremserburg bei Rüdesheim ist von dem Fiscus sammt den dazu gehörigen Grundstücken um den Preis von 200 000 Mk. in den Besitz der Weingroßhandlung I. B. Sturm übergegangen.

* Bensheim, 13. Juni. Die Großh. Taubstummen­anstalt zu Bensheim beging vorgestern das Fest ihres 50jährigen Bestehens. Einige Hundert frühere Zöglinge der Anstalt beiderlei Geschlechts betheiligten sich an der Feier.

Frankfurt a. M., 14. Juni. Heute Vormittag, prä- cise 9 Uhr 40 Minuten, traf der Kronprinz von Italien mit dem von Berlin kommenden Schnellzug aus dem hiesigen Hauptbahnhof ein. Zum Empfange hatten sich auf dem Perron u. a. eingesunden: der commandirende General des XI. Armee­corps, Excetlenz v. Grolmann, Divisionscommandeur Excell. v. Lindequist, Stadtcommandant v. Stülpnagel, Oberpräsident Staatsminister Graf zu Eulenburg, Oberbürgermeister Dr. Miquel, Ober-Regierungsrath Heinsius aus Wiesbaden als Vertreter des Regierungspräsidenten, Polizeipräsident Freiherr v. Müffling, der italienische Generalconsul v.Neusville und viele andere. Aus dem Bahnhofe hatte eine Compagnie des 81. Jnsant.-Regiments mit Fahne und Musik Ausstellung genommen. Als der Kronprinz dem Wagen entstieg, intonirte die Musik die italienische Königshymne, das Publikum brach in Hochrufe aus. Der italienische Thronerbe, welcher die Uniform der Bockenheimer Husaren trug, dankte mit ernstem Antlitz nach allen Seiten. Nach der Vorstellung einiger

Osficiere und Abnahme des Parademarsches fuhren die Herr­schaften nach der Taunusanlage, woselbst die Parade des Husarenregiments stattfand. Der Kronprinz nahm den Parade­marsch des Husarenregiments zu Pferde ab, bestieg dann einen Wagen und machte dem Palmengarten einen Besuch, )otoie eine Rundfahrt durch die Hauptstraßen der Stadt. DaS Frühstück wurde im südlichen Wartesaal II. Classe servirt. An demselben nahmen 45 Personen Theil. Zur Rechten des hohen Gastes saß bei der Tafel General v. Grolmann, zur Linken Divisionscommandeur v. Lindequist. Dem Kronprinzen gegenüber saßen Oberstlieutenant v. Bissing und Prinz Bern­hard von Sachsen-Weimar. Um 121/a Uhr war das Früh­stück beendet, die Musik ertönte und der Kronprinz trat aus dem fürstlichen Zimmer und schritt auf den planmäßigen Zug zu. Der Abschied war kurz aber herzlich. Ein prachtvolles Bouquet wurde dem italienischen Thronerben in den Wagen gereicht, das zahlreich anwesende Publikum brach in enthusi­astische Hochs aus, dann ertönte das Pfeifchen des Zugführers und das Dampfroß entführte den jugendlichen Gast unseres Kaisers nach den sonnigen Gefilden Italiens. Aufmerksame Beobachter wollen gefunden haben, daß Kronprinz Victor Emmanuel bei seiner Abreise weniger ernst ausgesehen habe und ziehen daraus den Schluß, daß er von dem kurzen Auf­enthalt in der alten Mainstadt recht befriedigt war. Sie mögen Recht haben, denn mit ehrlicher Herzlichkeit ist der Prinz hier empfangen worden.

* Die Eisenbahn-Katastrophe aus dem Bahnhof Dirschau wird jetzt auf folgende Ursache zurückgesührt: Einer der Bahnwärter, der infolge eines Blitzschlags längere Zeit be­wußtlos krank darnieder gelegen, jetzt aber sein volles Be­wußtsein wieder besitzt, will vor dem ihn betroffenen Schlag deutlich wahrgenommen haben, wie der Locomotivsührer Hennig vom Mitze getroffen, in die Arme seines Heizers ge­sunken ist. Hiermit stimmt auch der Leichenbefund überein, indem an dem Körper des getödteten Locomotivsührers Henning die Spuren von Brandverletzungen gefunden sind, welche man damals nur widerwillig auf das Herausschleudern von glühen­den Kohlenstücken zurückzusühren zu müssen glaubte. Nimmt man nun noch hinzu, daß bei diesem Vorgang auch der Heizer in Mitleidenschaft gezogen worden ist, dann kann die tolle Fahrt der führerlos gewordenen Locomotive auch nicht Wunder nehmen.

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Bremen, 14. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Saale, Eapt. H. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 4. Juni von Bremen und am 5. Juni von Southampton abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen.

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