Die Wahlprüfungscommission beantragt durch ihren Referenten, Abg. Vc'iel (natl.), das Mandat des Abg. Dr. Websky (natl.) für gültig zu erklären. Die angestellten Erhebungen haben ergeben, daß die behaupteten Unregelmäßigkeiten bei der Wahl theils nicht erweisbar, theils unerheblich sind.
Abg. Gröber (Ctr.) tritt für Ungültigkeitserklärung der Wahl ein. Lasse sich auch nicht zahlenmäßig beweisen, daß die erforderliche Stimmenzahl sich auf Dr. Websky vereinigte, so fei dies doch sehr wahrscheinlich. Es handle sich um 101 Stimmen, die Websky mehr erhielt, als fein Gegen- candidat Eberty. Es ist höchst wahrscheinlich, daß die zur Urne geführten Arbeiter in dieser Anzahl in ihrer Freiheit bei der Wahl beschränkt worden sind. Eine solche Wahl muß cassirt werden.
Abg. Hegel (cons.): Auf Schätzungen kann man sich bei Wahlprüfuugen nicht einlassen, zumal die große Mehrzahl der angegebenen Fälle sich als unbegründet erwiesen hat. Redner bittet den Commissionsantrag anzunehmen.
Abg. Rickert (dfr.): Die Praxis der Wahlprüsnngs- commission ist in der letzten Zeit eine gegen früher erheblich schlechtere geworden und es wäre bedauerlich, weun dieser Reichstag als seine letzte That dieses Mandat für gültig erklärt. Der Kreisschulinspector Gregorovius hat allein 170 Schreiben an die Lehrer versendet. Die Schreiben würden allein genügen, um die Wahl für ungültig zu erklären. Das Verfahren des 2c. Gregorovius habe die bedauerlichsten Folgen gehabt. Für die freisinnige Partei gäbe es kein besseres Ägitationsmittel als die Annahme des Commissionsantrages. Man werde dem Ansehen des Reichstages einen Dienst erweisen, wenn man die Wahl cassirt.
Abg. Veiel (natl.) bestreitet, daß die Commission in dem vorliegenden Falle von anderen Grundsätzen ausgegangen fei als früher.
Abg. Singer (Soc.): Diese Wahl ist typisch für die 1887er Wahlen überhaupt. Rur durch diese Dreiheit: Amtliche Wahlbeeinflussung, Druck der Arbeitgeber und Verletzung des Wahlgeheimnisses, war es möglich, die gegenwärtige Mehrheit in den Reichstag zu bekommen. Wenn der Commissionsantrag auch angenommen werde, so wird Herr Websky doch sicherlich bei der nächsten Legislatur-Periode diesen Wahlkreis nicht wieder vertreten.
Abg. Ku l em an n (natl.): Die Wahl ist unanfechtbar. Mit Gefühlen und Gemüthsstimmungen kann man nicht über die Gültigkeit einer Wahl entscheiden. Redner bittet die Gültigkeit der Wahl auszusprechen.
Abg. Dr. Windthorst (Ctr.): Die hier stattgehabten Wahlmanöver muß man im Interesse aller Parteien ver- urtheilen, namentlich sollten das die Nationalliberalen thun, denn sie wollen doch liberal sein. Die Wahl ist ungültig, weil sie unter dem unzulässigen Druck der Behörden und der Arbeitgeber zu Stande gekommen ist.
Das Haus beschließt mit schwacher Mehrheit die Wahl des Dr. Websky für ungültig zu erklären.
Nächste Sitzung Mittwoch 2 Uhr. Initiativanträge.
Schluß 5 Uhr.
Neueste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Corrcspondenz-Bureau.
Berlin, 14. Januar. Die Kaiserin empfing Mittags das Reichstagspräsidium, das die Theilnahme des Reichstags anläßlich des Todes der Kaiserin Augusta aussprach. Die Kaiserin antwortete tiefbewegt und gedachte rühmend der segensreichen Thätigkeit der Verstorbenen auf allen Gebieten.
Hannover, 14. Januar. Der Ausschuß für den Rhein- Weser-Elbe-Canal beschloß unter Vorsitz des Landesdirectors Hammerstein die Absendung einer Deputation an den Minister der öffentlichen Arbeiten, um die Fortsetzung des Dortmund-Ems-Canals nach Weser-Elbe einerseits und den Rhein andererseits anzustreben. Die Deputation wird bestehen aus Vertretern der vom Canal berührten größeren
„Am 14. December brachen wir von Altenburg auf und gingen nach Kirchhain bei Marburg. Es war mir angenehm, diesen schönen Musensitz Deutschlands näher kennen zu lernen. Die Professoren Marburgs nahmen mich mit auszeichnender Gefälligkeit auf. Lehrer nnd Lernende find von einem patriotischen Enthusiasmus beseelt, welcher sie unter der vorigen Regierung oft in Gefahr brachte. Itzt eilt Alles, was von Studirenden hier ist, selbst von den Schulen, zu den Waffen. Die Stadt zählt 6- bis 7000 Einwohner, sie liegt in einem halben Kranze an einem steilen Berge, auf dessen Gipfel das Schloß oder die alte Residenz der Landgrafen majestätisch pranget. Die Natur hat die umliegenden Berge mit unendlicher Anrnuth geschmückt,- ein weites Thal eröffnet sich nach Südrn und Norden, durch welches die Lahn sich malerisch schlängelt. Die Elisabeth- kirche mit den Gräbern fürstlicher Personen ist ein prachtvolles Werk der gothischeu Baukunst. Den silbernen Sarg der heiligen Elisabeth hat der König Hieronimus nach Cassel trausportiren lassen, um sich der Edelsteine zu bemächtigen, mit welchen er ausgeziert war. Das Volk ist über diesen Kirchenraub bis zur Wuth aufgebracht. Die Kirche ist ein Simultaneum von protestantischem und katholischem Gottesdienst. Der durch seine Bibelübersetzung bekannte Professor Van Eß predigt darin." (Schluß folgt.)
* Dem „Wiesb. Gen.-Anz." ging von einem Abonnenten Folgendes zu: Ein Lehrer in der Bleichstraßenschule fragte die Schüler seiner Klasse, wer noch nicht die Influenza gehabt habe. Eine geringe Anzahl schnellt empor. „Auch du noch nicht?" fragt er den im Lernen nicht sehr eifrigen Karl. ^Nein!" antwortet er traurig, „ich wollte am Samstag nsangen, aber meine Mutter ließ mich nicht!"
Städte, sowie solchen auS Hannover, Bremen, Magdeburg, Berlin.
Merfeld, 14. Januar. Die Stadt Elberfeld beschloß die Errichtung einer Stiftung von 1OO,OOO Mk. zur Verbesserung der W o h u u n g s v er h ält n iss e der arbeitenden Klassen als Zeichen bleibender Erinnerung an die verewigte Kaiserin-Königin Augusta.
Chemnitz, 14. Januar. Bei der heutigen Landtagswahl wurde für den verstorbenen Abgeordneten Clauß der gemeinsame Candidat der Conservativen, Nationalliberalen, des deutsch-freisinnigen Vereins und der Vereinigung der Neichstreuen, der hiesige Fabrikbesitzer Esche mit 3796 Stimmen gewählt. Socialist Zeißig erhielt 3174 St.
Stuttgart, 14. Januar. Oberhofprediger Carl Gerok ist heute Mittag gestorben.
Wien, 14.' Januar. Die Ausg teichs-Conf erenz berieth heute die Frage der Errichtung einer Handels- und Gewerbekammer im östlichen Böhmen. Die nächste Sitzung indet morgen um 1 Uhr statt.
P-st, 14. Januar. Der „Nernzet" dernentirt das Gerücht, bei dem seitens des Kriegsministers geforderten Na ch- tragscredits handle es sich nur um die Frage, ob Austausch oder Umwandlung des Elfmillimetergewehrs in das Achtmillimetergewehr. Der Austausch erfordere 4%, die Umwandlung eine Million. Es würden bezügliche Verhandlungen geführt.
— Staatssecretär Berzevicry wurde im 8. Pester Bezirke zum Abgeordneten gewählt.
Paris, 14. Januar. Die neue Session der gesetzgebenden Körperschaften wurde heute eröffnet ohne eine Ansprache vom Altersvorsitzenden. Der Senat vertagte sich alsbald bis zum Donnerstag. Die Kamm erwählte Floquet mit 215 von 225 Stimmen zum Präsidenten. Die Wahl des Vicepräsidenten verlies resultatlos, weil die Kammer nicht mehr beschlußfähig war.
Paris, 14. Januar. Die Zeitungen tadeln fast ein- timmig das schroffe Verfahren Englands gegenüber Portugal als eine Verletzung des Protocolls der Berliner C o n f e r e n z.
Rom, 14. Januar. „Eseroito" meldet: Eine Commission höherer Generale trat heute zum ersten Male unter dem Vorsitze Cialdinis zusammen, um die Commandanten der Cadres und Armeecorps für den Kriegsfall festzustellen. Die Arbeit dürste 5—6 Tage beanspruchen.
Brüssel, 14. Januar. In der Kammer brachte Janson einen Antrag ein, wonach den Arbeitern gemeinsam mit den Arbeitgebern das Recht der Ueberwachung der Arbeit in den Bergwerken zustehen soll.
London, 14. Januar. Die „Times" veröffentlicht den Wortlaut des britischen Ultimatums. Darnach ist letzteres durch ein Telegramm des britischen Consuls in Mozambique veranlaßt worden, demzufolge Serpa Pintos Expedition im Mokolololande die besetzten Punkte befestige und mit Besatzungen versehe. Daraufhin forderte Salisbury peremptorisch die Räumung des Schire-Gebiets, des Makololo- und des Maschowalandes.
London, 14. Januar. Der Feldmarschall Napier os Magdala, geboren 1810 auf Ceylon, ist heute Nachmittag gestorben.
Madrid, 14. Januar. Nach einer Meldung von 3 Uhr 15 Min. früh lag der König in ruhigem Schlaf. Die Athmung war leicht und regelmäßig. Die Minister, welche bis dahin unausgesetzt im Königspalaste geweilt hatten, begaben sich in ihre Wohnungen.
Belgrad, 14. Januar. Die Meldungen mehrerer Blätter von dem Abbruch der Handelsvertragsverh a n d l u ng e n mit Bulgarien sind unbegründet. — Der in Folge seiner Erkrankung nach hier zurückgekehrte serbische Delegirte Stefan ovic begiebt sich nach seiner Wiederherstellung nach Sofia zurück. Der ehemalige Gesandte in Wien, Bogicevic, der ehemalige Gesandte in Paris, Marinovic, und der bisherige Gesandte in Berlin, Christic, sind pensionirt, der Gesandte in Bukarest, Kalzevic, in Disponibilität versetzt, der Generalconsul in Uesküb, Popovic, entlassen.
Kairo, 14. Januar. Stanley, Dr. Parke, Jeph- son und Stairs trafen heute Nachmittag am Bahnhofe ein, von Vertretern des Khedive und dem diplomatischen Corps empfangen. Stanley stattete alsbald dem Khedive einen Besuch ab.
Baltimore, 14. Januar. Der der Northern Central Eisenbahn gehörige Getreide - Elevator im Werthe von 300,000 Dollar ist mit 75O,OOO Bushels Getreide nieder- gebrannt. Der englische Dampfer „Sacra Basco", welcher in der Nähe der Werft lag, wurde von den Flammen ergriffen und ist ebenfalls verbrannt.
Locales nnd 4-roVinzrelles.
Gießen, 15. Januar.
k. Theater. Zunächst haben wir mit einigen Worten auf die Sonntagsvorstellung zurückzukommen. Gegeben wurde „Robert und Bertram", die bekannte lustige Posse, die schon ost den lauten Beifall eines auimirteii Publikums gesunden hat und sicherlich noch lange nicht vom Repertoir schwinden wird. Auch am Sonntag kannte die Heiterkeit kaum Grenzen, besonders dem famosen Spiele des Herrn Director Reiners zufolge. Auch Herr v. Gallas hat sein redliches Theil zum Gelingen der Vorstellung beigetragen und bewiesen, daß er in anerkennenswerther Vielseitigkeit auch in solche Rollen sich trefflich zu finden weiß. — Am Dienstag erfolgte die Aufführung des „Erbonkel", eines feinen und recht netten, nur etwas zu harmlosen Lustspieles. Die Palme des Abends kommt zweifellos bei Weitem Frau Anni Reiners zu. Sie erfreute uns mit einer allerliebsten Verkörperung ihrer an und für sich schon sehr sympathischen Rolle. Die herzige, kindlich unbefangene Art, wie sie mit ihrem Onkel verkehrt und fortwährend ihre Liebe, deren sie sich selbst noch nicht bewußt ist, verräth, ihr Schmerz darüber, von Curt so
ganz verkannt zu werden, und daun die reizende Bereitheit,, sofort wieder Alles zu vergessen, gelangen ihr entzückend- natürlich und schön. Gegen Frau Anni Reiners kam Herr von Gallas (Curt Holm) gestern nicht recht aus. Wir lassen unentschieden, ob die Schuld daran, daß er den rechten Ton weniger gut als noch neulich in den „Starken Mitteln" traf, darin liegt, daß er sich in seine Rolle nicht ganz zu finden wußte und namentlich Frau Anni Reiners gegenüber einen schweren Stand hatte, oder hauptsächlich in Aeußerlich- feiten, namentlich in seiner unvortheilhaften Maske (häßlicher Bart, Zwicker) zu suchen ist. Wenig glücklich war dann Apcrr Ullrich (Assessor Saalfeld), der nach wiederholten Anläufen zu routinirterem Spiel gestern wieder nicht recht aus sich herausging und vor Allem zu sehr declamirte. Dagegen waren Frau Marie Jas ko w s ki als unglaublich mund- fertige Amalie Rehberg und in seiner kleinen, aber dankbaren Rolle Herr Rei n er s von vorzüglicher Wirkung. Die Fräulein Maas und N e u s ch i l l i n g wurden den Anforderungen ihrer Partien in völlig befriedigender Weise gerecht. Von den übrigen kleinen Rollen verdient nur diejenige des Westermeyer infolge der Wiedergabe durch Herrn Jaskowski Erwähnung.
— Nach einer Verfügung des Eisenbahuministers werden künftighin alle Eiseubahnarbeiter, die 25 Jahre in Diensten der Bahn gestanden und sich tadellos geführt haben, au ihrem Jubiläumstage eine Gratification von 30 M. und solche, die 35 Jahre bei der Eisenbahn beschäftigt waren, eine einmalige Lohnerhöhung von 60 M. erhalten.
— Interessante Angaben über den für Eisenbahn- reisende vorhandenen Luftraum in den neuen Durchgangswagen der preußischen Staatsbahnen enthält der soeben versandte stenographische Bericht über die Verhandlungen der XV. Generalversammlung des Deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege in Straßburg i. E. (Braunschweig, Fr. Vieweg u. Sohn, 1890, 174 S.). Danach stehen dem einzelnen Reisenden zur Verfügung in der I. Klasse 2,24 Cubik- meter, in der II. Klasse 1,50 Cubikmeter, in der III. Klasse 1 Cubikmeter und in der IV. Klasse 0,80 Cubikmeter. Tritt schon hier eine große Verschiedenheit zu Tage, so wird diese Verschiedenheit noch weit großer, wenn man die Frequenz, der verschiedenen Klassen in Betracht zieht und daraus berechnet, wie viel Luftraum durchschnittlich für den einzelnen Reisenden in jeder Klasse vorhanden ist. Berücksichtigt man,, daß in der I. Klasse nur durchschnittlich 8,9% der Plätze benutzt werden, so erhöht sich in dieser Klasse der Luftraum für den einzelnen Passagier auf 25,17 Cubikmeter/ in der II. Klasse werden durchschnittlich 20,5% der Plätze benutzt, der Luftraum für den einzelnen Passagier erhöht sich dementsprechend auf 7,32 Cubikmeter- in der III. Klasse werden durchschnittlich 21% der Plätze benutzt, der Luftraum für den einzelnen Passagier erhöht sich demgemäß auf 4,76 Cubikmeter - in der IV. Klasse werden durchschnittlich 31% der Plätze benutzt, dementsprechend erhöht sich der jedem einzelnen Passagier zur Verfügung stehende Luftraum auf 2,58 Cubikmeter. Es steht demnach dem Passagier I. Klasse fast genau ein 10 mal so großer Luftraum zur Verfügung als dem Passagier IV. Klasse, ein Verhältniß, das vielleicht durch andere Construction der Wagen etwas zu Gunsten der auch sonst wenig Bequemlichkeit bietenden IV. Klasse geändert werden könnte. .
— Vor dem Studium der Thierheilkunde warnt die „Allg. Deutsche Universitäts-Zeitung". Während die Zahl der Studirenden an den Universitäten sich in den letzten 20 Jahren verdoppelte, hat sich diejenige der Zöglinge der thierärztlichech Bildungsanstasten in demselben Zeitraum vervierfacht. Sie betrug in Deutschland 276 im Jahre 1.869, 962 im Jahre- 1888. Im laufenden Halbjahr ist die Zahl abermals gestiegen. Sie beträgt in Berlin einschließlich der Militär- Roßarzt-Eleven 471, in Hannover über 200, in Dresden 130, in Stuttgart 84 und in Gießen etwa 25, zusammen- 1100 Studirende. — Der badische Oberschulrath warnt iw einem eigenen Erlaß vor diesem Studium.
— In letzter Zeit wurden in verschiedenen Gemeinden des> Großherzogthums wiederholt Personen des Beurlaubtenstandes welche sich jahrelang der militärischen Controle entzogen hatten, durch Recherchirungen der Controlbehörden ermittelt. In einer Gemeinde des Kreises Friedberg wurde neuerdings ein Mann aufgegriffen, der sogar schon im Herbste 1886 von seinem Truppentheile desertirte. Derartige Control- resp. Dienst-Entziehungen konnten nur dadurch ermöglicht werden,, daß die zuständigen Bürgermeistereien das Militärverhältniß der betreffenden Personen zu prüfen versäumten. Vereinzelte Verwaltungsbehörden nahmen deßhalb kürzlich Veranlassung, auf ergangene Beschwerden Seitens der Bezirks-Commandos die Bürgermeistereien an ihre desfallsigen strengen Verpflichtungen zu erinnern und die Nichtbeachtung mit Disciplinar- ftrafen zu bedrohen.
Hungen, 14. Jan. Auf Veranlassung des Localgewerbevereins wird Sonntag, den 19. d. Mts., Nachmittags um 3 Uhr, im Gasthaus „Zur Traube" Herr Ingenieur Brockmann aus Offenbach einen Vortrag halten, über: Neuere Werkzeuge für das Kleinhandwerk mit Erklärungen und unter Vorlage verschiedener Muster hiervon. Da dieses Thema auch für unsere Umgegend von besonderem Interesse sein wird und der Zutritt Jedermann unentgeldlich gestattet ist, so steht zu erwarten, daß dieser populär gehaltene Vortrag recht zahlreich besucht wird.
-r- Betienhauseu, 14. Januar. Der Taglöhner Louis Seipp von hier hat sich heute auf dem Speicher feines Wohnhauses erhängt. Seipp war dem Trünke sehr ergeben- er hinterläßt eine Wittwe mit sechs Kindern.
r. Herbstein, 12. Januar. Die leidige Gewohnheit, zur Besorgung von Angelegenheiten, die man am besten und sichersten selbst besorgt, dritte Personen zu benutzen, hat dieser Tage einen Schuhmacher aus H. in Schaden gebracht. Derselbe ersuchte einen ihm wohlbekannten Mann aus E., eine Summe Geldes, welche er nach E. schuldete, dem betr.


