treten, das Land wäre ungesund, wo es Wasser hat und wo es gesund ist, habe es kein Wasser. Die Gegend ist paradiesisch schön, fruchtbar und reich bevölkert. Die Auffassung Dr. Fischers erklärt sich aus dessen krankhaftem Zustande, er war leberkrank und verärgert. — Major Wißmann hat ein Meisterwerk gethan; seine Truppe ist eine Mustertruppe. In welchem Respect sie bei den Arabern steht, geht aus einer Aeußerung hervor, die ein Araber mir gegenüber machte: Die Deutschen machen erst ein großes Feuer, dann setzen sie sich Hörner aus (die Seitengewehre), nehmen dann den Kops zwischen die Beine, brüllen wie die Büffel und kommen aus uns los. (Heiterkeit.) Um sanitäre und bauliche Einrichtungen in Bagamogo, Bangani, Dar-es-Salam hat sich Wißmann sehr verdient gemacht. Emin Pascha ist zwar nicht Soldat, aber ein stiller, ernster Gelehrter, der im Verkehr mit den Negern erfahren ist. Ein weiterer Cultursactor sind die Missionen, von denen die evangelischen noch keine Gelegenheit gehabt haben, Erfolge zu erreichen, da sie noch zu neu sind.
Abg. v. Bennigsen (nl.) polemisirt gegen den Abg. v. Vollmar. Wollte man aus Furcht vor etwaigen Verwickelungen jetzt die Colonialpolitik aufgeben, so würde das als ein unwürdiges Zurrickweichen, als ein Zeichen von Schwäche empfunden werden. Weder Herr v. Vollmar noch Dr. Bamberger haben ein Wort der Anerkennung für den Bundes- Commissar Wißmann gehabt- erst Herr Dr. Windthorst hat die Anerkennung im Einverständniß mit dem ganzen Hause aussprechen können. Unlogisch war es auch, wenn Herr Bamberger einen Unterschied construirte zwischen der persönlichen Haltung des Reichskanzlers und der Regierung in der Colonial- politik- solcher Unterschied ist nicht vorhanden und wäre auch unverständlich. Wenn man den Werth afrikanischen Colonialbesitzes beurtheilen will, so wird man dies am Besten können, wenn man die Eifersucht anderer Nationen auf solchen Besitz in Afrika beobachtet. Alle Nationen haben solchen Besitz zu erwerben gesucht. Auch die Gebeine deutscher Forscher, ich nenne Pogge und Flegel, bleichen in dem dunklen Continent. Eine große europäische Ausgabe steht in Afrika vor uns und es wäre ein schlechtes Zeugniß für die deutsche Nation, wenn sie jetzt sich zurückzöge. Volkswirthschaftliche und civilisatorische Vortheile werden ebenfalls nicht ausbleiben. Chauvinismus kann man uns wahrlich nicht vorwerfen. Deutschland hat es unter Kaiser Wilhelm I. verstanden, den chauvinistischen Lockungen Frankreichs zu widerstehen und wird in solchen Fehler bei der Colonialfrage nicht verfallen. Von einer Unterdrückung der Sclaverei ist in den Verträgen nicht die Rede, es handelt sich um Beseitigung des Sclavenhandels und der Sclavenjagden. Diese Ausgabe ist nicht von ausschließlich humanitärer, sondern von handelspolitischer Bedeutung, denn ohne ein weites fruchtbares Hinterland ist ein ergiebiger Handel an der Küste nicht denkbar. Die anfänglichen Befürchtungen über die Gefahren der Colonialpolitik haben sich als übertrieben erwiesen. Sobald die Ruhe in Ostafrika hergestellt ist, wird die Frage der Verpflichtung der Ostafrikanischen Gesellschaft zum Ersatz der aufgewendeten Kosten zu erörtern sein und damit zugleich die Frage der Ersatzpflicht des Sultans von Zanzibar. Für die Besetzung des Colonialgebietes wird stets nur eine besondere Colonialtruppe zu verwenden sein, nicht aber deutsche Heerestheile. In dem Rahmen, in welchem der Reichskanzler die Colonialpolitik als zweckmäßig geschildert hat, billigen auch wir sie und werden die Regierung in der Durchfiihrung unterstützen.
Abg. Dr. Barth (dfr.): Patriotisch-nationale Empfindungen in der Colonialpolitik sind eine bedenkliche Sache, das hat Herr Jules Ferry in Frankreich erfahren und wir können vielleicht Aehnliches erleben, wenn schon jetzt Herr Peters als ein neuer Columbus gefeiert wird. (Heiterkeit.) Wir sind erfreut, daß der Reichskanzler keine Colonialpolitik unterstützen will, die nicht genügend sundirt ist. Auch wir verlangen nicht, daß Deutschland einfach Ostafrika aufgibt , wohl aber kann man auf die Ausgangspunkte des Unternehmens zurückgehen. Die Schilderungen des Majors Siebert beweisen, wie fascinirend der Anblick tropischer Gegenden wirkt. (Heiterkeit.) Legen wir der Ostafrikanischen Gesellschaft die Verpflichtung aus, die vom Reiche aufgewendeten
„Ich habe mich so daran gewöhnt, verehrter Herr Bornemann, Sie als unsere Vorsehung zu betrachten," endete sie ihre Erzählung, „daß ich mir auch diesmal keinen anderen Rath weiß als den, Sie um Ihren Beistand zu bitten. Sie kennen den jungen Mann ja noch besser als wir und haben ihn uns oft als einen ehrenwerthen und tüchtigen Menschen geschildert. Martha aber hält auf Keinen so viel als aus Sie, und Ihr Zureden würde gewiß viel größeren Eindruck auf sie machen als alle meine Bitten. Morgen Mittag will der Bewerber sich die entscheidende Antwort holen, und da ich bei unseren beschränkten Verhältnissen und bei Marthas zweiundzwanzig Jahren diese Heirath als ein großes Glück für uns ansehe, so werden Sie mirs gewiß nicht verweigern, chr vorher recht ernst und eindringlich ins Gewissen zu reden. Ich bitte Sie darum von ganzem Herzen."
Steis wie eine Bildsäule hatte Herr Hans Bornemann während dieser Auseinandersetzungen dagesessen, sein ehrliches, keineswegs unschönes Gesicht war merkwürdig ernst geworden und als er es nun nicht mehr länger vermeiden konnte, der bekümmerten Wittwe irgend eine Antwort zu geben, da würgte und räusperte er wie Jemand, dem ein fremder Gegenstand in der Kehle steckt, ehe es ganz fremd und heiser über seine Lippen kam:
„Ich weiß wirklich nicht, ob ich mir anmaßen darf, Fräulein Martha in einer so delicaten Angelegenheit einen Rath zu geben, ehe sie ihn erbeten hat."
„£), sie würde niemals den Muth dazu haben- aber ich bin gewiß, daß sie Ihnen später von Herzen dankbar sein wird. Und da sie Sie wie einen väterlichen Freund verehrt, haben Sie ja beinahe die Pflicht, sie vor einer Uebereilung zu bewahren."
(Fortsetzung folgt.)
Gelder zurückznzahlen, so wird kein Mensch dieser Gcsettfchaft noch einen Pfennig geben. Die christlichen Missionen können nicht concurriren mit dem Islam. Die Bibel wird dort niemals die Verbreitung erlangen, wie der Koran, das hat schon Döllinger überzeugend nachgewiesen. Die Sclaverei kann man nur beseitigen, wenn man die ganzen Verkehrsverhältnisse in Afrika ändert und die gesammten Culturver- hältnisse hebt. Daher rührt auch wohl die Idee von dem Bau einer Eisenbahn von der Meeresküste nach den inneren Seen - diese Bahn würde allerdings den Sclavenhandel hemmen - aber in solche Kosten uns zu stürzen, sind wir nicht Willens - wir wünschen deshalb, daß sich das Reich aus Afrika herausziehe und die Sache Privaten überlasse; wir werden deshalb gegen die geforderten Summen stimmen.
Abg. v. Kardorfs (Rp.) sucht durch Verlesung von früheren Verhandlungen des Hauses die Richtigkeit seiner gestrigen Behauptung zu beweisen, daß der Abg. Liebknecht zum Kriege gegen Rußland ausgeforderr habe.
Abg. Fürst Ferd. R a d z i w i l l (Pole) erklärt sich bereit, um der großen Ziele willen die Colonialpolitik zu unterstützen - dieselbe werde dazu beitragen, Cultur und Civilisation zu verbreiten, die Nationen einander zu nähern und auszusöhnen. Die Ostafrikanische Gesellschaft wird für die in ihrem Interesse aufgewendeten Summen Sicherheit bieten müssen - vielleicht kann dies geschehen durch die Eintragung einer Grundschuld aus ihre ostafrikanischen Ländereien.
Abg. Dr. Windthorst ((Str.): Wir werden nimmermehr zugeben, daß das Deutsche Reich in seiner Flagge beleidigt wird. Für große Kreise des deutschen Volkes sind die ethischen und civilisatorischen Ausgaben der Colonialpolitik die Hauptsache, alles Andere aber Nebensache. Redner widerlegt dann die Ansicht, daß der Koran in Afrika verbreiteter sei als die Bibel und vertheidigt die Thätigkeit der Missionare.
Abg. v. Vollmar (Soc.) will sich im Sinne des Abg. Windthorst als Heide bekennen - er bestreitet, daß das Christen- thum die Sclaverei beseitigen werde- das ist in Europa und Südamerika nicht geschehen und wird auch in Afrika nicht geschehen. Die christliche Religion ist eine Religion der Liebe, aber wir sehen ja in dem Anträge Stöcker, daß die Herren fürchten untereinander sich in die Haare zu geraden und die Einteilung von Jagdgehegen von der Regierung erwarten. Was man für die Arbeiter gethan hat, ist geringfügig gegenüber den Lasten, die man ihnen durch directe Steuern auferlegt hat. Man kann sich für Mifsionsgesellfchaften und Colonialgesellschaften interessiren und doch Gegner der staatlichen Unterstützung solcher Unternehmungen sein. Diese Unternehmungen mögen Private unter staatlicher Aufsicht machen. Während wir Millionen nach Afrika schicken, schlüpft unserer heimischen Industrie ein Markt nach dem anderen durch die Finger. Die Colonialpolitiker glauben zu schieben und sie werden geschoben. Ist ein Fehlgriff in der Colonialpolitik gemacht, so kann uns der nicht verpflichten, nun weitere Fehltritte mitzuthun. Wir sind nach wie vor gegen die Forderung.
Abg. Dr. Windthorst ((Str.) verlangt, daß man den Missionaren das Recht gestatte, die Heiden zu belehren.
Die Debatte wird geschlossen.
Nach persönlicher Bemerkung des Abg. Liebknecht (Soc.), welcher conftatirt, daß Herr v. Kardorff den Beweis für feine Behauptung nicht erbracht habe, Liebknecht habe zu einem Kriege mit Rußland aufgefordert, wird der Nachtragsetat an die Budgetcommission zur Vorberathung verwiesen.
Hieraus vertagt sich das Haus.
Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr. Tagesordnung: Militär-Vorlage.
Schluß 4*/4 Uhr.
Neueste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 13. Mai. Dem „Reichsanzeiger" zufolge ist dem Minister v. Crailsheim das Großkreuz des Rothen Adlerordens verliehen worden.
Hamburg, 13. Mai. In der vergangenen Nacht durchzog eine größere Stenge, die teilweise mit Laternen versehen war, die Steinstraße und beroarf die vorübersahrenden Pferdebahnwagen mit Steinen, wodurch zahlreiche Fensterscheiben zertrümmert, auch einige Personen leicht verletzt wurden. Die Straßenlaternen waren bereits erloschen. Der Polizei gelang es, die Menge auseinander zu treiben, ohne von der Waffe Gebrauch machen zu müssen. Bis heute Mittag befand sich in dem Leitungsnetz noch kein Gas.
Wirschkowitz, 13. Mai. Der Kaiser ist um 10 Uhr 50 Minuten nach Königsberg abgereift. Er erlegte bei der heutigen Jagd acht Stück Hochwild.
Braunschweig, 13. Mai. Die Regierung beantragte beim Landtag für das Herzog Friedrich Wilhelm- Den km a l aus dem Schlachtfelde von Quatrebras 14200 Mk. zu bewilligen. Durch freiwillige Beiträge sind 35 000 Mk. gezeichnet.
Bern, 13. Mai. Um die Einschleppung von Viehseuchen wirksam verhindern zu können, schlug der Bundesrath der österreichisch-ungarischen Regierung eine sofortige Revision der Vertragsbestimmungen über die Vieheinfuhr in die Schweiz vor.
Prag, 13. Mai. Eine Arbeiterschaar, welche Vormittags durch die Hauptstraßen zog, wollte vor der Statthalterei demonstriren, wurde jedoch von der Polizei zerstreut, die im Ganzen 18 Verhaftungen vornahm. — In der Maschinenfabrik Danek wurde die Arbeit heute Mittag vom Fabrikchef wieder eingestellt, weil die Fabrikleitung die Verantwortung für weitere Bedrohungen der einzelnen Arbeiter nicht übernehmen wollte.
Prag, 13. Mai. In Karolinenthal, Lieben und Hollechowitz herrschte die Nacht hindurch Ruhe. In Lieben lagerte die ganze Nacht hindurch ein Zug Dragoner vor dem Schlosse. Heute srüh ist eine Compagnie Jäger dahin abge
gangen. Vor öen einzelnen Fabriken patrpiiilliven Siche r- Heils w a chtlente mit aufgepflanztem Bajvnet. Tausende von Strikenden durchziehen in Sonntagskleidern die Straßen von Prag.
Königinhos, 13. Mai. In allen Fabriken hier und in der Umgegend striken etwa 3000 Arbeiter. Ueberall haben gewaltsame Verhinderungen der Arbeit ftattgefunben. Verhandlungen über eine Verständigung find bisher ohne Resultat geblieben. Militärische Hülfe ist erbeten worden.
Paris, 13. Mai. Nach Meldungen aus Kotonn sind dort die fr ei g e g eb en en Agenten und Missionäre sämmtlich wohlbehalten eingetroffen. Bis zum letzten Augenblick hatten die Behörden von Wyddah gezögert, dieselben herauszugeben, aber in Folge der energischen Intervention des Lieutenants des portugiesischen Forts konnten sich alle ein- fchiffen.
London, 13. Mai. Im Unterhause erklärte Unterstaats- secretär F e r g u f f o n, die Regierung wisse nichts von einer der deutschen Regierung zugegangenen Mittheilung, wonach England beschlossen hätte, vorläufig die Ausführung der Zuckerprämien-Convention verschieben zu wollen.
London, 13. Mai. Die Botschafter Rußlands, Italiens und Oesterreichs sind heute Abend 7 Uhr zum Besuche der Königin in Windsor eingetroffen.
London, 13. Mai. Bei dem heutigen Bankett zu Ehren Stanleys, welches der Lordmayor in Guild-Hall veranstaltete, wurde Stanley auf das Stürmischste begrüßt. Der Lordmayor überreichte ihm eine kunstvoll ausgeführte Adresse.
Brussel, 13. Mai. Auf dem internationalen Ar- beitercongrejj in Jolimont am 20. d. M. werden anwesend sein: 30 Delegirte aus Deutschland, 10 aus Frankreich, 5 aus Oesterreich- die Zahl der Delegirten aus Spanien, Portugal, Italien und Amerika ist noch nicht festgestellt. Die Dauer des Congresses ist auf 8 Tage berechnet. Den einzelnen Delegirten steht es frei, Anträge zu stellen- doch wird der Congreß hauptsächlich drei Fragen erörtern: den Achtstundentag, den Minimallohn und die Gründung einer internationalen Föderation sämmtlicher Bergleute.
Lissabon, 13. Mai. Behufs Herbeiführung des vollständigen Gleichgewichts im Budget schlägt der Finanzminister eine sechsprozentig e Erhöhung der Steuern vor, wovon indeß die kleinen Steuerzahler, sowie die Titres der öffentlichen Schuld ausgenommen fein sollen. Die Erhöhung der Tabakregiepacht soll 1400 Contos, die Reform der Stempelsteuer und Hafenabgaben 500 Contos Mehrertrag liefern, die Zölle nach Maßgabe der letzten sechs Monate und andere regelmäßige Eingänge sollen 100 Contos Mehrertrag, ^andere Einkünfte 1400 Contos mehr ergeben. Einige der vorgeschlagenen Maßnahmen, wie die Spiritussteuer, werden dem Parlamente zur Prüfung unterbreitet werden.
Belgrad, 13. Mai. Das Ministerium ist nunmehr completirt. Tauschanovich übernimmt definitiv das Portefeuille des Handels und Ackerbaues, Staatsrath Nikolics das des Cultus und Unterrichts und Staatsrath Gjaja das des Innern.
Bukarest, 13. Mai. Der Senat hat heute das von der Kammer angenommene Pensions - Gesetz für Civi 1- beamte einstimmig angenommen. Die Deputirtenkarnrner vertagt die Verhandlung betreffs der Interpellation über die auswärtige Politik bis zur Herbstsession.
Konstantinopel, 13. Mai. Die „Agence de Constanti- nople" meldet, daß die Zusammenstöße zwischen Drusen und Maroniten nicht im Libanon, sondern im Hauran statt- gesunden hätten Der ganzen Angelegenheit werde keine große Bedeutung beigelegt.
Zanzibar, 13. Mai. Nach einem Bombardement durch die deutschen Kriegsschiffe ist der berüchtigte Sclavenplatz Lin di am 10. dss. Mts. von den Truppen des Reichscom- missars Major Wißmann genommen und besetzt worden.
Newyork, 13. Mai. Nach einem Telegramm aus Rio de Janeiro wird der republikanische Congreß nunmehr in Bälde den Präsidenten wählen. Die Constitution soll noch vor August veröffentlicht werden.
Washington, 13. Mai. In der heutigen Senatssitzung hielt Jones zur Begründung der Vorlage zur Silberbill nochmals eine Rede, worin er die Vortheile einer vollständigen Wiederherstellung der Silberwährung darzuthun suchte.
Cocate* «nd provinzielles.
Gießen, 14. Mai.
— Die Sitzungen des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen für das zweite Vierteljahr 1890 nehmen am Montag öen 16. Juni d. I., Vormittags 9 Uhr, ihren Anfang. Den Vorsitz führt Herr Landgerichtsrath Dr. Linkcnh eld.
— Sitzung der Stadtverordneten vom 13. Mai. Anwesend : Herr Bürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Langsdorff, Seitens der Stadtverordneten die Herren Adami, Georgi, Grüneberg, Habenicht, Hornberger, Jughardt, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schiele, Schopbach, Simon, Prof. Dr. Thaer und Vogt.
Infolge des unterm 16. November v. I. gefaßten Beschlusses der Stadtverordneten, behufs Verbesserung des Feldschutzes die Ausübung der Feldpolizei auf die Bürgermeisterei überzuführen, ist unter Genehmigung des betr. Beschlusses Großh. Bürgermeisterei von den vorgesetzten Behörden das Ersuchen zugegangen, Angaben über die Art und Weise der Verbesserung des Feldschutzes zu machen. Die Landwirthschastliche Commission hat unter Zugrundelegung der ihr gemachten Vorschläge auf Heranziehung von Oeconomen zur Ueberwachung der Feldpolizei beantragt, als Vertrauensmänner der Bürgermeisterei in Ueberwachung des Feldschutzes für die ganze Gemarkung Gießen 12 Oeconomen zu ernennen, die je zu 2 einem der sechs Schutzbezirke vorzugsweise ihre Thätigkeit zu widmen, d. h. dieselben zu überwachen hätten. Es soll hierbei vorzugsweise auf die Ernennung kleiner Land- wirthe, die selbst im Felde beschäftigt sind, Bedacht genommen


