Ausgabe 
13.7.1890 Erstes Blatt
 
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selben befindet sich ein Abwurf für die schmutzige Wäsche, der in das Kellergeschoß führt- von hier aus wird die Ab­fuhr bewirkt, nichts wird über die Treppen getragen, auch die Speisen nicht. Von dem besonderen Küchenbau aus ge­langt das Essen in eine für je zwei Pavillons gemeinsame Vertheilungsküche und von da durch einen Speiseaufzug in das betr. Stockwerk, um an die Kranken vertheilt zu werden. So sind die Räume für die Kranken außerordentlich bequem eingerichtet und dabei doch so gegliedert, daß, wer 7s ber ganzen Anstalt kennt, sich in jedem anderen Theil ebenso zurechtfinden kann, was bei dem zahlreichen Hilfspersonal von großer Bedeutung ist. Daß für reines Wasser und seinen Abfluß reichlich gesorgt ist, versteht sich von selbst, ebenso, daß Staubbildung, sowie Staubansammlung nach Kräften verhütet ist.

Der Mittelbau wird durch einen breiten, schönen Cor- ridor in eine vordere und Hintere Hälfte getheilt. In der ersteren nach der Straße ist der freundliche hohe Treppenbau mit drei Freitreppen, zu seinen Seiten links die Räume für den Director, rechts die für die Poliklinik. Der Hintere Theil ist tiefer ausgebaut und enthält im ersten Stock die Arbeitsräume für das Laboratorium, nämlich einen großen Saal mit zehn chemischen Arbeitstischen und vier für mikro­skopische Zwecke- die kleineren Zimmer sind für besondere Arbeiten Vorbehalten.

Ueber dem Arbeitssaal liegt das außerordentlich Helle und geräumige Auditorium für wenigstens 80 Hörer, die durch verschiedene Eingänge zu ihren treppenartig angeord­neten Sitzen gelangen können- die vorzustellenden Kranken können im Bett aus dem Krankensaal unmittelbar in das Auditorium gefahren werden, ohne dabei unterwegs den Studenten zu begegnen. Die Nebenräume dienen hier als Vorbereitungsräume für den Unterricht. Da ist das Dienst­zimmer des Assistenten, die Bibliothek, die Jnstrumenten- sammlung u. dgl.

Die Zimmer im Vorderraum des Mittelstocks sind für einzelne Kranke bestimmt. Der Mittelraum wird in beiden Stockwerken von den Pavillons durch Glasthüren getrennt, so daß die Studenten und das in dem Hause verkehrende poliklinische Publikum mit den Kranken gar nicht in Be­rührung kommen.

Das ganze Haus wird, wie alle anderen Gebäude, von der Centralstelle aus geheizt durch ein complicirtes Dampf- Luftheizungssystem, das mit einer Anzahl von Ventilations­einrichtungen verbunden ist, durch die die Ventilation an den Fenstern unterstützt wird. Außerdem , dient das Central­kesselhaus zur Speisung aller Gebäude mit Electricität sür die Beleuchtung. Gas wird nur als Kochgas verwendet.

Da das Haus auf einem sanft ansteigenden Hügel liegt, so ist für die nordwestliche Hälfte des Mittelbaues und den ganzen daranstoßenden Seitenflügel noch ein Erdgeschoß ge­wonnen. Hier befinden sich die Räume für die Assistenten und unter dem Auditorium ein großer Speisesaal sür die Reconvalescenten. Hier ist der Mittel- und Glanzpunkt aller humanitären Bestrebungen der Anstalt. Setzen wir den Fall, ein Schwerkranker ist nach wochenlangem Liegen so weit hergestellt, daß er wieder im Hause und bei gutem Wetter auch im Freien umhergehen darf, aber er kann noch nicht zu den Seinen entlassen werden. Die fortschreitende Genesung, die Wiederkehr der alten Kraft äußert sich auch in dem Bedürsniß, alte Gewohnheiten wieder aufzunehmen. Rauchen darf er nicht im Krankensaal, auch nicht aus der freien Veranda. Nun nimmt er seine Zuflucht zu dem Bier- und Rauchsaal, einem elegant und bequem eingerichteten Raum, dessen gewölbte Decke aus Säulen ruht. Hier findet er Ge­sellschaft von anderen Genesenden. Hier kann er rauchen, er findet Spiele verschiedener Art, um die Zeit zu kürzen und auch ein Glas Bier ist gestattet. In der ganzen Stadt findet er kein so schönes, gemüthliches Kneipzimmer, als hier im Krankenhaus der Hochschule. Auch die gemeinsamen Mahlzeiten der Genesenden werden hier eingenommen, nicht in den Krankensälen selbst, denn für die meisten ist es un­angenehm und peinlich, jhre Mahlzeiten in Räumen einzu­nehmen, wo nebenan Schwerkranke liegen.

Wie die ganze Anlage in Bezug aus die möglichst zweckmäßige Vertheilung des Raumes, so ist auch jeder ein­zelne Theil der Emrichtung bis ins kleinste genau durchdacht- die Größe eines Tisches ist nicht dem Zufall oder der Will­kür des Schreiners überlassen worden, sondern alles und alles nach strengster Zweckmäßigkeit durchaus nach Bedürf- niß hergestellt. Ueberall hat der Director der Anstalt die Einrichtung selbst angegeben, er hat während des Klinikbaues nicht nur sein schweres und verantwortungsvolles Amt als Arzt und Lehrer, er hat auch noch vielmehr die Ausgaben eines Baumeisters erfüllt- aber nur so war es möglich, daß auch nun ein Gebäude beendigt worden ist und demnächst dem Gebrauche übergeben werden wird, das seiner doppelten Auf­gabe als Lehr- und Krankenhaus aufs vollkommenste ent­sprechen wird.

Cocafc* nnö provinjicUc».

Gießen, 12. Juli.

Sicherem Vernehmen nach steht es nunmehr fest, daß Se. Kgl. Hoheit der Großherzog das am 28. Juli hier zu feiernde Doppelsest der Einweihung der neuen Kliniken und der Enthüllung des Liebig-Monu­ments mit Seiner Gegenwart verherrlichen wird. Die An­kunft unseres Landesherrn erfolgt am Festtage gegen 3/410 Uhr Vormittags. Um 10 Uhr findet dann die Feier in den Kli­niken, um 12 Uhr die Enthüllung des Liebig-Denkmals statt und um 2 Uhr wird die Stadt Gießen den Festtheilnehmern ein Essen in den Räumen desClub" geben.

Friedberg, 10. Juli. Als Reinertrag des letzten Kirchen- concerts des Musikvereins können dem Stadtkirchenbauverein Mk. 105.64 überwiesen werden.

Friedberg, 10. Juli. DerOberhess. Anz." schreibt: In dem Halbeinuhrschnellzuge von Frankfurt kam eine Frau, die sich nach dem Entbindungshause in Gießen begeben wollte, zwischen Friedberg und Bad-Nauheim in die Wochen. Anstatt nun die arme Person die halbe Stunde kurzer Hand weiter bis nach Gießen mitzunehmen, wo ihr ausgiebige Hülse hätte geleistet werden können, wurde dieselbe in Bad-Nauheim bei dem schauderhaften kalten Regen ausgeladen und sammt dem Kinde auf den offenen Bahnsteig gesetzt. Bis zum Abgang des anderen von Gießen kommenden Zuges, also während einer Zeit von 5 bis 10 Minuten, konnte gar nichts für die Frau geschehen. Später wurde dieselbe mit einem Wagen zu der hiesigen Hebamme gebracht und von da dann doch noch mit der Bahn nach Gießen.

Friedberg, 10. Juli. Wie so viele andere Corporationen, hat auch seit einigen Wochen der Vorstand des Landwirth- schaftlichen Vereins sür Oberhessen mit der Lebensversicherungs­und Ersparniß-Bank in Stuttgart einen Vertrag zum Zweck der Versicherung seiner Mitglieder abgeschlossen. Unter den 50 in Deutschland wirkenden Lebensversicherungs-Gesellschaften wurde diesem Institute wegen seiner absoluten Sicherheit, verbunden mit größter Billigkeit, der Vorzug zuerkannt.

Aus dem Decanate Gießen, im Juli. Ein erhebendes Fest durfte der Gießener Zweigverein der G u st a v - Adolf- Stiftung am 5. Sonntage nach Trinitatis (6. Juli) zu Kirchberg feiern. Leider tonnte die ziemlich große Kirche nicht alle Festbesucher aufnehmen, obgleich dieselbe bis an die Stufen des Altars in allen Gängen und aus allen Treppen dicht besetzt war. Nach Verlesung des Altardienstes durch den Ortsgeistlichen, Herrn Pfarrer Heintze, durchdrang das LutherliedEin' feste Burg" gewaltig das Gotteshaus. Hierauf bestieg Herr Pfarrer Adolf von Watzenborn die Kanzel und wußte, auf Grund von I. Petr. 3, 15, in einer klaren, gedankenreichen Predigt, die gerade eine Stunde dauerte, die andächtig lauschende Festversammlung bis zum letzten Worte in gespannter Anfmerksamkeit zu erhalten. Ein Gesangverein von Lollar, unter Leitung des Herrn Lehrers Korell, leitete sodann über zur Begrüßung der Versammlung durch den Präsidenten des Zweigvereins, Herrn Decan Wahl von Wieseck, nachdem ein anderer Verein unter derselben Leitung die Festtheilnehmer schon beim Betreten des Gottes­hauses begrüßt hatte. Nachdem noch der Schlußvers bef Hauptliedes gesungen und der ausführliche Rechenschafts­bericht durch den Secretär des Vereins, Herrn Professor Stamm-Gießen, vorgetragen worden war, schloß der Orts­geistliche unter Gebet und Segen den Festgottesdienst. Die reichliche Collecte von über 87 Mk. wurde der Gustav-Adolf- Gemeinde Herbstein überwiesen. (D. Z.)

Ortenberg, 10. Juli. Der am 13. l. Mts. hier statt­findende Verbandstag der freiwilligen Feuerwehren Ober­hessens wird unserem freundlichen Städtchen zahlreiche Be­sucher von nah und fern zuführen. Aus allen Theilen der Provinz sind Anmeldungen eingegangen und auch einige Wehren aus Preußen werden uns mit ihrer Anwesenheit erfreuen. Es sind die entsprechenden Vorkehrungen getroffen, um selbst im ungünstigen Falle schlechter Witterung unsere Gäste in dem neu, erbauten Allendorf'schen Etablissement gut unterzu­bringen und zu unterhalten. Herr Capellmeister Krauße aus Gießen wird während des Festes mit seiner renommirten Capelle des 116. Regiments concertiren.

Aus Oberheffen, 8. Juli. Der landwirthschastliche Pro­vinzialverein zählte Ende 1889 sechs Bezirksvereine mit ins- gesammt 1412 Mitgliedern gegen 1380 Mitgliedern zu Beginn des Vereinsjahres 1889. Im Lause des Jahres sanden 2 Hauptversammlungen und 6 Ausschußsitzungen statt. 1/3 der Vereinsbeiträge wurden mit insgesammt 1989 Mk. 87 Psg. auf die Bezirksvereine verwendet. Die Aachener-Münchener Feuerversicherungsgesellschaft leistete 1230 Mk., die theils (720 Mk.) dem Provinzialverein, theils (480 Mk.) den Be­zirksvereinen zuflossen.

Nidda, 10. Juli. Gestern starb nach schwerem Leiden Stations-Assistent Vogel, erst 46 Jahre alt.

Vom Vogelsberg, 11. Juli. Als sich in den gestrigen Nachmittagsstunden der Himmel vollständig aushellte, die Luft von der bekannten Negenrichtung SW nach NW umsprang und das Barometer sich anschickte zu steigen, da glaubte Jedermann, die Regenperiode hätte ein Ende und besseres Wetter würde endlich eintreten. Diese Hoffnung schien um so berechtigter, als das in der vorgestrigen Nacht und am gestrigen Morgen unaushaltsam herabströmende Regenwetter als ein in der That würdiges Finale gelten konnnte. Schwollen doch die Bäche so hoch an, daß das Wasser den Uferrand bestrich und jeden Augenblick eine Ueberschwemmung drohte! Leider aber zeigt uns der heutige Nachmittag, daß wir noch nicht am Schluß der Regenperiode sind, daß diese vielmehr nur eine Pause gemacht und jetzt wieder frisch ein­setzt. Der Landmann macht ein bedenkliches Gesicht hierzu. Und wer will's ihm verdenken angesichts dieses trostlosen Wetters! Das Heu auf den Wiesen ist zu Grunde gegangen, taugt höchstens noch zur Streu, der Wintersamen (Raps) lagert aus den Aeckern und fällt aus, und dem Korn, welchem aus Peter und Paul", wie die Kalenderregel besagt,wird die Wurzel faul", droht auch, wenn dieses Wetter so weiter anhält, Halm und Aehre faul zu werden. Hoffentlich bringt dieamerikanische Hitzwelle" auch heiteren Himmel mit.

Ulrichstein, 11. Juli. Unser dreitägiger, weit und breit bekannter Jacobimarkt, der mit dem 14. d. M. seinen Anfang nehmen sollte, muß bis aus Weiteres unter­bleiben, da in dem benachbarten Helpershain in zwei Stal­lungen die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist. Auch ist durch kreisamtliche Verfügung das Feilbieten von Schweinen im Umherziehen bis aus Weiteres im ganzen Kreis Schotten verboten.

§ Rupertenrod, 11. Juli. Ein Stromer, angeblich von Rodheim,' bei dem es im Oberstübchen nicht klar scheint, da er verworrenes Zeug redet, suchte gestern und heute mehrere ' Stück leinen Tuch von der Bleiche zusammenzurollen und

fortzuschleppen. Gendarm Seum arretirte den Vaganten und führte ihn nach Grünberg in Sicherheit.

Lauterbach, 10. Juli. Se. Königliche Hoheit der Groß­herzog hat den Steuercontroleur Albert Nispel zu Groß- Umstadt, mit Wirkung vom 1. Juli d. I. an, zum Steuer- commissär des hiesigen Steuercommiffariats ernannt.

Schlitz, 10. Juli. Se. Majestät der Kaiser haben dem Director der Großh. sächs. Kunstschule zu Weimar, Standes- herrn Grafen Emil von Schlitz, genannt von Görtz, aus Schlitz in Hessen, den Königl. Kronen-Orden zweiter Klasse mit dem Stern verliehen.

In Angersbach wurden am 8. und 9. dss. Mts. beim Ausgraben der Baustellen der Schul - Retiraten sieben Menschenschädel nebst Knochenresten aufgefunden. Während ein gmerhaltenes Scelett, an welchem der Schädel noch mit Haaren vollständig bedeckt war, in einem Sarge lag, ließ sich zu den übrigen Knochenresten jedoch kein Sarg mehr finden. Ringsum lagen Steine, bei einem derselben fand man, wenig von Rost angegriffen, einen Säbel, einen Steigbügel, ein Pferdegebiß und zwei Hufeisen. Es rühren diese Ueberreste von Soldaten her, welche in der Kirche zu Angersbach verstorben sein sollen. Nicht unwahrscheinlich ist es, daß es Soldaten aus dem 7jährigen Kriege sind, welche in Angersbach in Quartier lagen.

Wetzlar, 12. Juli. Neuerdings hat die Kgl. Regierung in Coblenz angeordnet, daß vom 1. October d. I. ab in den Schulen auf dem Lande eine landwirthschastliche Buchführung einge­übt werden soll. Dieselbe-soll enthalten Inventar und Kassa­buch in Einnahme und Ausgabe. Das Schema zu einer solchen Buchführung ist von Herrn Kreisschulinspector Klein- Boppard eingereicht worden. Den Schulinspectoren ist aus- getragen worden, bis zum 1. October n. I. über die neue Einführung zu berichten.

* Königshütte (Oberschlesien), 5. Juli. Die russische Regierung hat jetzt den Kindern derjenigen deutschen Familien, welche jenseits der Grenze wohnen und ihre Kinder in deutsche Schulen in die auf dieser Seite gelegenen Ortschaften schicken, verboten, deutsche Schulbücher nach Hause mitzubringen. Diese deutschfeindliche Maßregel legt den Änterricht so ziem­lich lahm, da ein gedeihliches Fortschreiten in der Ausbildung nicht gut denkbar ist, wenn die häuslichen Schularbeiten nicht gefertigt werden können.

* Meißen 7. Juli. Eine gemüthliche und billige Hochzeitsfeier wurde hier gestern veranstaltet: Ein soeben getrautes Ehepaar kam aus der Kirche, wo die jungen Gatten während der Rede hungrig geworden sein mochten- denn die Neuvermählte ging schleunigst in einen Fleischerladen, kaufte eine Schnur warmer Würstchen und ließ sich mit dem Gatten zu Füßen derSaxonia" auf dem Theaterplatze nieder. Die Frau legte den duftenden Hochzeitsstrauß einstweilen bei Seite, der Mann holte beim nächsten Bäcker Semmeln und begann auf dem nassen Steinstufen den Hochzeitsschmaus!

* Schwerin a. W., 7. Juli.Eine Schwerinötherin." Sehr häufig hat man gehört, daß Miethern, welche viele Kinder hatten, gekündigt worden ist- daß aber ein Miether ziehen mußte, weil er keine Kinder hat, ist doch gewiß ein Curiosum. Dies ist hier am 1. Juli tatsächlich vorge­kommen, und zwar aus dem Grunde, weil die Wirthin sehr oft die Kinder zumGänge gehen" braucht und sie solche stetsbei der Hand" haben muß.

* Eine neue Modethorheit hat sich der Pariser Damen­welt bemächtigt. Die Damen parfümiren jetzt nämlich nicht nur ihre Kleider und ihr Haar ober ihre Haut, sonbern ihr Fleisch und Blut, unb zwar burch Einspritzen ber stärksten Essenzen unter bie Haut. Die Sache würbe burch eine ber Berühmtheiten bes Boulevarbs entbeckt, welche sich häufig Morphium-Einspritzungen machte unb eines Tages nach An- wenbung einer ungewöhnlich starken Menge bemerkte, baß ihr Körper sehr deutlich nach Morphium duftete. Aus Neugierde lud sie nun ihre Spritze mit einigen Tropfen Patschuli unb sofort strömte sie einen so starken Patschuligeruch aus, baß selbst ihre Leibwäsche banach buftete. Die Dame war ent­zückt über bie Entbecknng, welche sie geheim hielt. Eines Tages jeboch kam ihr Kammermäbchen hinter bas Geheimniß, unb balb baraus war bie Sache Mobe geworben. Damen ber großen Welt nahmen bie Mobe auf, unb gegenwärtig fehlt biesubcutane Parfümspritze" aus keinem Toilettentische. Die Mobe hat bie merkwürbigsten Folgen. Einige Damen bleiben einem Parfüm getreu, anbere wechseln mit bemselben. Einegrande dame duftet z. B. bei der Tafel nach Rosen, in der Oper nach Jasmin und auf dem Ball nach Veilchen. Indessen ist diese Mode gefährlich, weil durch chemisch nicht reine Parfüms das Blut vergiftet wird, während gewisse Extracte an und für sich giftig sind. Mehrere Damen sind schon gefährlich erkrankt, und die Aerzte wollen auf dem Wege der Gesetzgebung diesem Unsinn zu steuern versuchen.

*Sagen Sie, wie heißt doch der wunderbar feurige Wein, der da unten am Fuße des Vesuv gewonnen wird? Mir ist der Name entfallen."Ach, Sie meinen wohl Glühwein,!"

Eingesandt.

P. Gießen, 12. Juli.

Die Fleischer-Innung zu Gießen hat am 9. ds. Mts. ihre dritte ordentliche Generalversammlung für das laufende Jahr abgehalten. Auf der Tagesordnung standen u.A.: Krankenkasse, Schlachtvieh-Versicherung, Schlachtgebühr auf Rinder und Stiere u. s. w. Anschließend an die Verhandlungen des Be­zirksvereins beider Hessen und Nassau in Kassel schlug der Vorstand der Generalversammlung die Gründung einer eigenen Krankenkasse vor. Die Innungen zu Kassel, Frankfurt und Mainz haben hiermit recht schone Erfolge aufzuwetsen. Aus dem Bericht der Innung zu Mainz geht hervor, daß bet ungefähr anderthalbjährigem Bestehen ihrer Krankenkasse, trotz des sehr geringen Beitrags von 50 Pf. für Gesellen und 25 Pf. für die Lehrlinge, ein Reservefond von über 200 Mk. erwachsen ist. Die Generalversammlung stimmte einstimmig dem Anträge des Vorstandes zu. Die strenge Handhabung der Fleischbeschau im Gießener Schlachthause hält viele Landleute ab,

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