Ausgabe 
13.7.1890 Erstes Blatt
 
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Ford. Harnlekei.

5441

oder läßt fie ungern schlüssig werden, Vieh nach hier zu verkaufen. Hierdurch werden die hiesigen Metzger erheblich in ihren Einkäufen geschädigt. Diesem Uebelstande soll durch Gründung einer Schlacht­vieh-Versicherung möglichst abgeholfen werden. Im April 1889 ist von der Stadtoerordneten-Versammlung der Beschluß gefaßt worden, die Schlachtgebühr für Rinder und Stiere auf 3 Mk. zu ermäßigen. Dieser Beschluß ist bis jetzt, trotz wiederholter Anfragen, noch nicht zur Ausführung gekommen. Bei den gegenwärtig enorm hohen Vieh­preisen ist die seitherige Abgabe eine wahrhaft drückende zu nennen; kommt dock zuweilen bet dieser Viehgattung auf das Prund verkauf­baren Fleisches 1,8 Pf. Schlochtgebübr, während nur 2/3 Pf. vorge­sehen waren. In einer erneuten mottvirten Eingabe an Großherzogl. Ministerium soll die Sache nochmals angeregt und um baldige Ab­hülfe bzw. Bestätigung des Stadtoerordnetenbeschlusses gebeten werden. Der Innungs-Vorstand wurde mit Einleitung der erforderlichen Schritte betraut.

verkehr, Land» rind vslkrwirthscbaft.

Gießen, 12. Juli. Auf dem am 8. und 9. d. M. dahier abgehaltenen Vtehmarkte waren aufgetrieben 1 Pferd und 843 Stück Rindvieh. Bei lebhaftem Handel fand der Markt für Käufer und Verkäufer einen befriedigenden Abschluß.

Nächster Markt Dienstag den 22. und Mittwoch den 23. d. M., am letzteren Tage auch Krämermarkt.

Zu haben in den Colonial-, Delicatesewaaren- und Drögen- Geschäften, Apotheken etc. 207

5879] Junge Leute von 14 bis 16 Jahren finden Beschäftigung.

F» Habenicht, Lampenfabrik.

Juli.. Die russische 'n deutschen Familien, chre Kinder in deutsche en Ortschaften schicken, Hause mitzubringen. 'n Unterricht so ziem- en m her Wu$bilbun$ in Schularbeiten nicht

Der luftige Baedeker. Band VI. Vollständiger humo­ristisch-poetischer Führer durch Wiesbaden. Herausgegeben von Karl Brüning. Jllustrirt von V. Thomas. Mit Stadtplan. Preis Mk. 1.

Wir haben vor Kurzem auf die bei Levy & Müller in Stutt- gart erscheinendeBibliothek humoristisch-poetischer Reiseführer" hin­gewiesen. Damals ist uns der Band Berlin vorgelegen. Run hat auch Wiesbaden seinenLustigen Baedeker" gesunden. Das Merk­chen ist von Karl Brünmg, Jnsptcient und Bibliothekar am Kgl. Theater in Wiesbaden, verfaßt und von dem trefflichen Münchener Künstler Thomas illustrirt worden. Die in ihrer Schlagfertigkeit außerordentlich erheiternden Verse bieten eine Beschreibung von Wiesbaden, die jeden andern Führer entbehrlich macht. Es scheint, daß derLustige Baedecker" beim Publikum rasch Eingang findet. Gewährt uns doch dieser heitere Reiseführer neben seinen knappen und zuverlässigen Aufschlüssen über die örtlichen Einrichtungen, die wir in erster Linie zu wissen benöthigen, in seinen humoristischen Versen nicht nur eine angenehme Reiselectüre, sondern auch kurzweilige Erinnerungsblätter, an denen wir noch lange unser Vergnügen haben können, um so mehr, als die reichlich eingestreuten drolligen Feder­zeichnungen den Eindruck doppelt lebendig gestalten. Es sinv bis jetzt imLustigen Baedecker" folgende Städte (ä M. 1.) erschienen: München, Dresden, Frankfurt a. M., Stuttgart, Berlin, Nürnberg und soeben Wiesbaden.

Temperatur der Lahn und der Lust am 12. Juli, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 13, Lust 12 Gr.

Rübsamen.

Selbstverschuldete Schwäche der Männer, Pollut., sümmtl. schlechtSkrankh. heilt sicher n 25jähr. pract. Erf. Dr. Mentzel, nicht appro- birter Arzt, Hamburg, Kielerstraße 26. Ausw. briefl. [1836

! Pianos zu vermiethen-

Monatliche Mietpreise: 3, 4, 5, 6 Mk. und höher. Freie Stimmung.

Aut einzelne Tftge zu Hochzeiten, Conoerten, Tanzunterhaltungy^Sfl*

6, 7, 8, 9 Mk. und höher (einschliesslich der Transportkosten). 143

Wl I b.Rudolph, Pianohandlung, Neuenweg S.

Auszug aus den Stanöcsamtsregifteru

der &tabt Gießen.

Aufgebote. \

Juli: 5. Dr. Friedrich Emil Theodor Conrad Christian Ferdinand Landmann, Realgymnasiallehrer dahier, mit Adelheid Johanna Emilie Ottilie Sophie Charlotte Kehrhahn zu Stralsund. 5. Heinrich Jacob Ernst Schäfer, Zimmermann zu Frankfurt a. M., mit Kunigunde Schießer daselbst. 8. Ludwig Schmidt, Taglöhner zu Alten-Buseck, mit Katharine Becker, geb. Werner zu Gießen. 11. Heinrich Carl Semmler, Kaufmann dahier, mit Theodore Luise Katharine Gimbel Hierselbst.

Eheschließungen.

Juli: 10. Johannes Wahl, Vtcefeldwebel dahier, mit Eleonore Koch von Wiederstein. 11. Christian Grünewald von Nieder-Breiden- bach, Schlosser dahier, mit Anna Kraft von Ulrichstein. 11. Dr. jur. Karl Faul, Rathsassessor zu Dresden, mit Johannette Marte Friederike Wittich von hier, König!. Hofopernsängerin zu Dresden.

Geborene.

Juni: 29. Dem Schuhmacher Heinrich Lepper eine Tochter. 30. Dem Schneider Heinrich Loos ein Sohn, Karl. Juli: 1. Dem Hauptmann und Comp.-Chef Wilhelm Müller eine Tochter. 2. Dem Maschinenwärter Christoph Kartenkamp eine Tochter, Marie Elisabeth. 3. Dem Realgymnasiallehrer Johann Wilhelm Geiger eine Tochter, Katharina Karoline. 4. Dem Schreinermeister Johannes Lenz IX. ein Sohn, Richard Paul. 4. Dem Metzger Heinrich Simon ein Sohn, Karl Heinrich. 4. Dem Postillon Johannes Trank eine Tochter. 5. Dem Schriftsetzer Peter Muth eine Tochter. 7. Dem Fuhrmann Michael Hetdmann ein Sohn, Karl. 8. Dem Hilfsbremser Johs. Stehling ein todtgeborenes Kind männlichen Geschlechts.

Gestorbene.

Juli: 5. Heinrich Kipp von Matzhausen, 25 Jahre alt, Kellner dahier. 6. Elisabethe Stamm, geb. Vogel, 60 Jahre alt, Wtttwe von Ztmmermeister Johann Balthaser Stamm dahier. 7. Johann Heinrich Wolf, 5 Jahre, Sohn von Schutzmann Johann Heinrich Wolf dahier. ____________

Auszug aus den Mecheubüchevu

der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Getraute.

Den 10. Juli. Johannes Wahl, Vicefeldwebel zu Gießen, und Eleonore Koch, Tochter des Johann Wilhelm Koch zu Wiederstein.

Den 11. Juli. Christian Grünewald, Schlosser zu Gießen, und Anna Kraft, Tochter des Maurers Carl Kraft zu Ulrichstein.

Getaufte.

Den 6. Juli. Ein Sohn des am 11. April 1890 zu Bacharach verstorbenen Districtsarztes Dr. Carl Dietz, Carl Eduard Emil Ludwig Wilhelm, geboren am 7. Mai.

Denselben. Dem Kutscher Heinrich Kempf eine Tochter, Marie Henriette Luise Margarethe, geboren am 13. Juni.

Denselben. Dem Taglöhner Christoph Wagner ein Sohn, Georg Carl, geboren am 18. Mai.

Denselben. Dem Taglöhner Heinrich Hopp ein Sohn, August Heinrich, geboren am 26. April.

Denselben. Dem Schreiner Berthold Goß ein Sohn, Max Ludwig, geboren am 11. Mai.

~ D*Ä^en. Dem Hilfsbremser Johann Hofmann eine Tochter, Justina Elsa Caroline Dina Bertha, geboren am 21. Mai.

Denselben. Dem Taglöhner Konrad Maus eine Tochter, Caroline Bertha, geboren am 9. Mai.

Denselben. Dem Wagner Ferdinand Löffler ein Sohn, Otto Johann Eduard, geboren am 5. Juni.

Den 11. Juli. Dem Rangtrmeister Bathasar Becker ein Sohn, Johannes Heinrich Konrad, geboren am 3. Mat.

_ Beerdigte.

Den 5. Juli. Mathilde Lang, geb. Dieterichs, Wtttwe des Oberförsters Ludwig Lang, alt 54 Jahre, starb am 2. Juli.

Denselben. Heinrich Schraner, Küfer, alt 39 Jahre, starb am 3. Juli.

Den 8. Juli. Elisabeth Stamm, geb. Vogel, Wtttwe des Ztmmermeisters Balthasar Stamm, alt 60 Jahre, starb am 6. Jult.

Literatur und Kunft.

»Akademische Erinnerungen", Culturgeschichtliche Bei­träge unD Erörterungen von Dr. jur. Ernst Kle tn (früher Hof­gerichtsrath in Gießen). Verlag von Oscar Ehrhardt in Marburg. Mit größtem Interesse haben wir von dem Inhalt dieses 56 Setten umfassenden Merkchens Kenntniß genommen. Als Angehörtger des CorpsTeutonia" schildert Verfasser Selbsterlebtes und lieber liefertet aus dem Studentischen Leben der Universität Gießen, spectell aus dem Corps- und Studentenleben der bewegten Jahre 1839 und 1848 (Carcersturm am 28. Juli 1839) und Auszug der Gießener Studentenschaft auf den Staufenberg (7.-9. August 1848). Des Verfassers Meinung über Duelle und Schlägermensuren, sowie seine Erörterungen über modernes Fechten und Pauken und über schäd­liche moderne Gebräuche und Gewohnheiten der Corps möge Jeder lesen, der sich für das akademifche ßtben interessirt. Er wird gewiß Mtt hoher Befriedigung das Weikchen aus der Hand legen. Zu beziehen ist das Merkchen (Preis 1 J4) von der Ferber'schen Uni­versitäts-Buchhandlung hierfelbst.

Restauration Karnickel

(Brauerei Röhrle).

Einem geehrten hiesigen wie auswärtigen Publikum bringe ich meine schönen Localitäten in empfehlende Erinnerung.

Wie bekannt, verzapfe ich das beliebte Pilsener von Gebr. Röhrle; auch führe ich neben anerkannt guter Küche reingehaltene Weine.

Mein ausgedehnter Biergarten mit gedeckter Halle bietet gerade im Sommer einen äusserst angenehmen Aufenthalt.

Hochachtungsvoll

Schlffrrrachptchten.

Der PostdampferBelgenland" derRed Star Line" in Ant­werpen ist laut Telegramm am 9. Juli wohlbehalten in Phila­delphia angekommen.

liche und billige poltet: Ein soeben wo die jungen Gatten ein mochten; denn die Fleischerladen, lauste ß sich mit dem Gatten aterpW nieder. Die einftwiten bei Seite, Semmeln und begann tsschmaus!

ne Schwennötherin." iethern, welche viele raß aber ein Miether t ist doch gewiß em li tatsächlich vorge- weil die Wirthin sehr ^ucht und sie solche

erst erfolgen müsse, ehe die Abtretung stattzufinden habe. Das Rich­tige ist wohl, daß das Eine Correlat des Andern ist. Windscheid $481, Note 8. Dernbura § 80, Note 7, 8. (Entscheidung Großh. Oberlandesgerichts vom 17. Mai 1890 in der Sache U. 42/89.)

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Gießen, 12. Juli. (Marktbericht). Auf bem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. 0,850,90, Hühnereier 1 St. 5-6, 2 St. - H, Enteneier 1 St. 6- H, 2 St. - 3,, Käse pr. St. 57 H, Käsematte pr. St. 3 Sy, Erbsen pr. Liter 17 Linsen pr. Liter 28 Sy, Tauben pr. Paar JL 0,600,90, Hühner pr. Stück v* 0,90130, Hahnen pr. St. A 0,70-1,20, Enten pr. Stück JL 1,501,80, Ochsenfleisch pr. Pfd. 6872 Kuh- und Rindfleisch 6062 Sy, Schweinefleisch 6070 H, Hammelfleisch 5668 Sy, Kalb­fleisch 52-60 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 5,00-5,50, Weißkraut pr. St- 68 A, Zwiebeln per Centner JL 12,0000,00, Milch per Liter 1218 S>, Kirschen per Pfd. 1620 Sy.

Ausftellungs-BerLoosung veranstaltet vom Gewerbeverem za Heppenheim a. d. B- 640 Gewinne i. W. v. ca. Mark 15,000.

Erster Hauptgewinn i. W. Mark 1200* Ziehung 17. Sept. d. I. Rückkauf der ersten Gewinne gegen Nachlaß. 1 Loos 1 Mark.

Generalvertrieb der Loose:

5639] Hch. Hil-dorf in Darwstadt, Ernst-Ludwigstraße 9.

Gerichtliche Entscheidttngen.

Die Frage, ob die Bürgschaft dann erlischt, wenn der Haupt­schuldner weggefallen und einen ^allgemeinen Rechtsnachfolger nicht hinterlassen hat, ist zu verneinen. Wenn es auch richtig steht, daß die Verbindlichkeit des Bürgen aufhört, wenn die Verbindlichkeit des Hauptschuldners weggefallen ist, und daß es keinen Unterschied be­gründet, ob die Verbindlichkeit des Hauptschuldners direct aufgehoben oder nur eine Einrede gegen dieselbe begründet wird Windscheid SS 477, 1b, so ist dieses doch nicht auf den Fall auszudebnen, wo die Forderung an und für sich odjectiv besteht, Einreden bezüglich derselben nicht erhoben werden könnten und nur der subjective Be­stand dadurch altertrt ist, daß der Schuldner weggefallen ist. Gegen solche Ereignisse soll gerade die Bürgschaft dem Gläubiger einen Schutz gewähren. Dies ist ausdrücklich für den Fall bestimmt, daß der Schuldner gestorben und weder ein Erbe noch ein sonstiger Rechtsnachfolger vorhanden ist. 1. i. § 14 D. depositi 16, 3. Um so mehr muß dies gelten, wenn der Schuldner ein künstliches Rechts- subject (Handelsgesellschaft) ist, welches durch Beschluß seiner Mit­glieder. obrigkeitliche Verfügung, Beendigung der Zeit, für welche es geschaffen ist, und aus anderen Gründen aufgehoben werden kann, ohne daß dem Gläubiger irgend ein Mittel gegeben ist, dm Fortbestand herbetzuführen. Es läßt sich sehr wohl denken, daß in einem solchen Falle weder ein Rechtsnachfolger noch Vermögen vorhanden ist; ein Grund, warum hier der Bürge frei werden sollte, ist ebensowenig ersichtlich, als etwa angenommen werden könnte, daß Hypotheken oder sonstige Sicherungen erlöschen wüten. Das beneficium cedendaram xotionum hat nicht den Sinn, daß der Gläubiger dafür zu sorgen hat, daß solche Klagen bestehen bleiben und mit Erfolg geltend gemacht werden können, sondern nur den, daß der Gläubiger diejenigen Klagen, welche er hat, abzutreten verpflichtet ist, und daß der Bürge dann frei wird, wenn durch Nachlässigkeit des Gläubigers die Klagen er­loschen sind oder zu keiner Befriedigung führen können. I. 46, S 11, D. de solut 46, 3. Windscheid, § 478, Note 18.

Daß die Abtretung der Klagen an die zahlenden Bürgen vor der Zahlung oder gar vor der Klage bezw. Verurtheilung erfolgen Ulüsse, ist aus 1. 21 C. de fidejuss 7, 8. 41 nicht zu deduciren. Man konnte eher aus 1. 36 D. de fidejuss 46,1 folgern, daß die Zahlung

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Landrvirthschaftliche Umschau.

Aus Oberheffen, 11. Juli.

Eine harte Geduldsprobe hat der Monat Jult mit seinem Aprilwetter dem Landwtrthe auf ei legt und wie es den Anschein hat, will die Geduldsprobe noch länger währenEs gießet unendlicher Regen herab, von den Bergen stürzen die Quellen", sagt der Dichter. Ohnehin sind alle Menschen des Regenwetters bald satt; wie es aber dem fleißigen Landwtrthe zu Muthe tu, wenn er unmittelbar vor einer schönen Ernte steht und er muß rath- und thatlos zusehen wie die Stürme und Regengüsse die Früchte seines Fleißes dectmtren, das ist den Stadtbewohnern schwer zu schildern. Wteoiele Mühen und Plagen, Sorgen und Schweißtropfen an den schönen Gemüsen und Früchten aller Art hängen, bis sie auf die Tische gelangen, das stellen sich die Wenigsten vor. Nun sehen wir einmal zu, wie sich die landwirthschastltchen Verhältnisse seit meinem letzten Berichte Ende Juni gestaltet haben.

Die RapSernte hatte in den südlichen, warmen Lagen begonnen und es konnte angenommen werden, daß die Einheimsung überall in ganz wenigen Tagen vollendet sein würde. Der Raps hatte gut verblüht und die Schoten haben schwer geladen. Was hilft aber das Alles bei schlechter Witterung! Die Körner liegen draußen auf den Aeckern und was nicht trocken nach Hause kam, wird schimmelig, leidet also bedeutend an der Qualität. Noch schlimmer ergeht es den hohen, späten Lagen mit der Heuernte. Während die frühen, marinen Lagen schon drei Wochen fertig sind und ein vorzügliches Futter geerntet haben, ist dasjenige der späteren Lagen zu Grunde gegangen und taugt vielleicht noch als Streu. Während der zweite GraS- und Kleeschnitt durch die überreichliche Feuchtigkeit wenigstens oorangehen konnte, verlieren die späten Lagen auch in dieser Beziehung.

Gehen wir zu den Getreidearten über, so findet man, daß diese durch die anhaltende Nässe glücklicherweise noch keinen sonder­lichen Schaden genommen haben. Das Korn ist reif zum Schneiden, wir dürften nur warmes, trockenes Wetter bekommen. Der anhaltende Regen hat massenhafte Vogelwicke zum Keimen gebracht, welche die Frucht niederzieht. Es ist für die Qualität der ersten Brodstucht zu fürchten, wenn die Witterung nicht bald günstiger wird. Der Weizen ist langsam weiter Dorangegangen, ohne daß ihm bis dato Schaden zugefügt wurde. Da sich die Ernte aber schon jetzt um 14 Tage verspätet har, neue Früchte also vor Ende Juli nicht zu erwarten sind, so haben die Preise auf allen Gebieten angezogen. Dies spricht sich besonders bei den Kartoffeln aus. Vor 14 Tagen fragte Niemand mehr darnach; eben werden sie so theuer bezahlt wie zu Martini, denn was bei der jetzigen Witterung aus den neuen werden wird, ist nicht abzusehen. Bis jetzt sehen sie noch gesund und vielversprechend aus. Von den sogen. Sommerfrüchte«, Gerste und Hafer, läßt sich das Gleiche sagen; ihnen Hal die Feuchtigkeit, da Lagerung nicht erfolgte, nur genützt. Geradezu beffer sind die Aussichten hinsichtlich der Obsternte geworden. Das feuchte Wetter hat das Wachsthurn der Früchte ungemein gefördert und man muß, wenn keine Astbrüche entstehen sollen, schon jetzt mit Stützen kommen. Sieht man aber genauer zu, so findet man bei Bäumen, die man für ganz leer hielt, innerhalb und unter dem Schutze der Aefte eine ganz hübsche Partie von Früchten, welche man vorher ihrer Kleinheit wegen nicht bemerken konnte. Der Sturm in der Nacht vom ö.^bts 6. Juli hat an den Aesten und Früchten nicht unbedeutenden Schaden angerichtet. In Bezug auf die Dickwurzeln läßt sich berichten, daß sie gut aussehen. Das Behacken wäre aber, weil seither unmöglich, sehr nothwendig, wenn das Unkraut nicht Alles überwuchern soll. Das Unkraut diese Plage des Landwirths feiert bei dem.'jetzigen feuchtwarmen Wetter feine höchsten Triumphe. Den Zuckerrübe« hat die Feuchtigkeit bis hierher genützt, nun aber müßte es für sie warm und trocken werden, denn wenn Zucker entstehen soll, einerlei ob in der Traube, im Obste ober in der Rübe, ist Sonnenschein, viel Sonnenschein von Nöthen. Die Fehlstellen, welche durch Jnsecten- fraß (Engerlinge) verursacht wurden, haben manche Oeconomen mit Gemüsepflanzen ausgefüllt. Hierbei streife ich die Gartengewächse, die fast überall, wo der Boden nicht zu naß und schwer ist, sehr gut aussehen.

Das nasse Wetter hat für den Landwirth aber noch einen in- directen Nachtheil, nämlich er kann seine Arbeits- und Zugkräfte nur sehr unvollkommen ausnützen. Die Gespanne stehen zu Haus und das Dienstpersonal thut wenig. Hacken und Pflügen lassen sich nicht vornehmen; Holz, Dung, Compost u. s. w. sind gefahren; die Jahres­zeit rückt vor und zuletzt drängt sich Alles zusammen. Nichts gleicht sich mehr aus, als das Wetter. Im Mai und Juni war es über­mäßig trocken, der Juli bringt den Ausfall an Feuchtigkeit wieder ein. Hoffentlich oerbhbt sie die schöne Ernte nicht.

Im Begriff, meinen Bericht zu schließen, sehe ich, daß es wieder anfängt zu regnen. Der ganze Himmel ist mit schweren Regen­wolken verhängt. Die Geduldsprobe, von der ich zu Anfang sprach, ist also wirklich noch nicht beendigt und die heiße Luftwelle aus Amerika scheint auszubleiben. Trotzalledem und alledem sieht es hoffnungsreich in Feld und Flur aus; ganz ohne Störung pflegt kein Jahr vorüber zu gehen. Für Brunnen, Quellen, Bäche und Flüsse war der seitherige Regen sogar sehr erwünscht, weil der Wafferstand tief gesunken war. Sehen wir mit Geduld der Zukunft entgegen!

MijL Regierung in ü' ab in den Schulen Buchführung einge- 11nventar und Kassa- ls . Schema zu einer isschulinspector Klein- ulmspectoren ist auf; n- I. über die neue

364] Die berühmten WieSbaderrerHauS- «racher srudel« v. C. Weiner, keine sog Fabriknudeln, empfehlen W. Schomber, Neuen Bäue 10 u. C. Roth, Wallthorftr. 5.

5894] MöblirteS Zimmer (Frank- furierftrafje ober bereu Nähe) von einem Herrn gesucht. Offerten mit Preis unter A. 1 an bte Expeb. b. Bl._______________

5891] Gesucht ein tüchtiger Lackirer, ebenso ein tüchtiger Weißbinder. Näh. Restauration C. Abel, Neustabt._______

5882] Einen Lehrling sucht

Ludwig Faber, Schlossermeister, Großen-Linben.__________

5881] Eine hiesige Frau (Wittwe) em- pfiehlt sich im MafchirrennLhen, Klicken u. s. w. in unb außer bem Hause; auch ist btefelbe bereit, Hausfrauen in Häusl. Arbeiten Dorf. Falls auszuh. Näheres Bahnhofstraße 24, 2. Hinterh., II. St.