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1890

Dienstag den 13. Mai

Nr. 110

Amts- unb Anzeigeblertt für den Kvcb Gieren

Anrttichev Theil

bürg eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lörbach, an

Alle Annoncen-Bureaux des In« und Auslandes nehm« Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Die Verständigung zwischen den Deutschböhmen und den Altczechen macht erfreuliche Fortschritte, was sich auch in dem zwischen beiden Theilen abgeschlossenen Compromiß für die Delegationswahlen zeigt. Die deutschböhmischen Reichs­rathsabgeordneten erhalten demzufolge vier Mandate für die Delegationen und sind als Candidaten für dieselben die Ab­geordneten Plener, Ruß, Baernreither und Stöhr, mit dem Abgeordneten Siegmund als Ersatzmann, ausgestellt worden.

In Paris scheint wieder einmal eine kleine Scandal- affaire im Anzuge zu sein. Die Verwaltung des großen Geldinstitutes, des Credit foncier, wird von den Boulangisten schmutziger Geschäfte beschuldigt und kam es hierüber in der französischen Deputirtenkammer in voriger Woche zu erregten Verhandlungen. Dieselben endeten mit dem Beschlüsse, daß die Kammer auf die Wachsamkeit der Regierung gegenüber dem Credit foncier zähle und sind nunmehr die Finanzinspec- toren Massat, Jacquin und Jely zu Regierungscommissaren ernannt worden, mit dem Auftrage, die Untersuchung der Geschäftsführung des Credit foncier vorzunehmen.

Gegenüber den immer wieder auftauchenden Zeitungs­meldungen von einer vermehrten Thätigkeit bulgarischer Emi­granten in Serbien und einer von denselben demnächst beab­sichtigten Action gegen Bulgarien erklärt eine officöse Belgrader Meldung, es sei hiervon nichts bekannt und gäben die tat­sächlichen Verhältnisse zu keinerlei Besorgnissen Anlaß.

demselben Tage wurde dem Schullehrer Franz Joseph Bernd zu Herbstein eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Klein- Krotzenburg , an demselben Tage wurde dem Schullehrer Johann Philipp Dörsam zu Löhrbach die Lehrerstelle au der Gemeindeschule zu Aschbach, am 22. April wurde dem Schul­verwalter Richard Karner zu Heidesheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wackernheim, an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Karl Palzer aus Gabsheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gau-Algesheim, an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Adam Krämer aus Böllstein die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Haister- bach übertragen- an demselben Tage wurde der Johannes Hildenbeutel zu Darmstadt zum Steuercommissariatsgehilsen ernannt- am 24. April wurde dem Schulamtsaspiranten Jos. Uihlein aus Castel eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Heidesheim, an demselben Tage wurde dem Schulamts­aspiranten Johannes Etling aus Ober-Breidenbach die Lehrer­stelle an der Gemeindeschule zu Bannerod, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Aloys Müller zu Offenbach eine Lehrerstelle an der Gememdeschule zu Herbstein, an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Knabenschuh aus Butzbach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Allmen­rod, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Heinrich Vonderheit zu Leeheim eine Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zu Hergershausen, am 26. April wurde dem Schul­amtsaspiranten Karl Brendel aus Fürfeld eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Ingelheim, an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Mink aus Kessel­bach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Engelrod über­tragen - am 27. April wurde der provisorische erste Lehrer und Dirigent der höheren Bürgerschule zu Pfungstadt Gustav Magel, unter Verleihung der Rechte eines definitiv angestellten Volksschuttehrers zum ersten Lehrer und Dirigenten der ge­nannten Schule, mit Wirkung vom 1. Mai an, ernannt.

Nachweis der Befähigung zur Uebernahme eines Kirchenamtes.

Ueber den Besitz der nach Art. 1 und 4 des Gesetzes vom 5. Juli 1887, die Vorbildung und Anstellung der Geist­lichen betreffend, zur Uebernahme eines Kirchenamtes noth- wendigen Eigenschaften ist der Nachweis erbracht worden be­züglich der Candidaten der evangelischen TheologieOtto Schreiber aus Gießen, Valentin Brück aus Alzey, Julius I Diefenbach aus Eudorf, Emil Mahr aus Framersheim, Karl Michel aus Ostheim, Hermann Schmidt aus Friedberg und Gustav Weißgerber aus Gießen, sowie bezüglich der Alumnen der katholischen Theologie: Franz Joseph Hinkel aus Heppen­heim a. d. B. und Johann Adam Jöst aus Löhrbach.

Concurrenzeröffnung.

Erledigt ist: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende 5. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Höchst mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalte von 10001150 Mk.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den filzenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr.

Dienstnachrichten.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aller- gnädigst geruht: Am 11. April dem Pfarrverwalter Eugen Schönfeld zu Hofheim und Nordheim die evangelische Pfarr­stelle zu Hofheim, am 19. April dem zweiten Pfarrer Eduard Eckstein zu Nidda die evangel. Psarrstelle zu Alsbach zu über­tragen- am 20. April den an der erweiterten Volksschule zu Rimbach i. O. in der Kategorie der Volksschullehrer ange­stellten Dirigenten und ersten Lehrer Conrad Grein zum Lehrer an der Realschule zu Alsfeld, an demselben Tage den an der erweiterten Volksschule zu Homberg a. d. O. in der Kategorie der Volksschullehrer angestellten Dirigenten und ersten Lehrer Dr. Heinrich Pitz zum Lehrer an dem Real­gymnasium und der Realschule zu Gießen zu ernennen.'

Am 28. März wurde dem Schullehrer Christ. Bangert zu Battenfeld eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bingenheim übertragen- am 5. April wurde der an dem Gymnasium Fridericianum zu Laubach in der Kategorie der Volksschullehrer angestellte Lehrer Adolf Bergheimer nach Uebernahme dieses Gymnasiums als staatliche Lehranstalt zum Lehrer an dieser Anstalt, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer, mit Wirkung vom 1. April an, ernannt- am 14. April wurde dem Schullehrer Philipp Jacob Filz zu Gießen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Allen- dors a. d. Lda., an demselben Tage wurde dem Schulamts­aspiranten Andreas Eck aus Heppenheim a. d. B. eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Klein-Winternheim, an demselben Tage wurde der Lehrerin Katharina Weber zu Münster eine Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Mombach, am 19. April wurde dem Schulamtsaspiranten Adam Schmidt aus Oppershofen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Sulzheim, an demselben Tage wurde dem Schullehrer August Lenz zu Stammheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Ramstadt, an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Weitzel aus Düdelsheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ulrichstein, an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspi­ranten Conrad Renker aus Friedberg eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Astheim übertragen- an demselben Tage wurde der von dem Herrn Grafen zu Stolberg- Wernigerode-Gedern aus die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Glauberg präsentirte Schulamtsaspirant Heinrich Henkel aus

Vierteljähriger Avonnemeutsprels: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg.

Redactton, Expeditiov und Druckerei:

Schxtstraße Ar.7.

Fernsprecher 51.

Gießen, am 12. Mai 1890.

Betr.: SterblichkeitS - Uebersicht.

Das

Grotzh. Kreis-Gesundheitsamt Gießen

an die Großh. Bürgermeistereien de- Kreises.

Diejenigen unter Ihnen, welche mit der Einsendung der Todeszeugnisse und Sterbesallszählkarten für März und Aprll d. I. noch im Rückstände sind, erinnern wir an die Erledigung dieses Geschäftes binnen 3 Tagen.

I. V.:

Dr. Balser.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 9. Mai. Das Großh. Regierungs­blatt (Beilage Nr. 10) enthält u. A.:

Bekanntmachung Großherzoglicher Brandversicherungs- Commission, die Ausbringung des Bedürfnisses der Groß- herzoglichen Landes - Brandversicherungs - Anstalt für 1889 betreffend.

Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern und der Justiz für das Jahr 1. April 1890 bis 1891 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal- bedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Darmstadt.

Der

Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS.

Die Gießener A.mittenötSlter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.

politische lUberftdH.

Gießen, 12. Mai.

Bei dem am vorigen Freitag stattgefundenen Empfang des neuen Reichstagspräsidiums durch den Kaiser hat sich der Monarch namentlich über die Militärvorlage ausgelassen, deren Wichtigkeit er hervorhob, betonend, daß die in ihr er­hobenen Forderungen aus die dringendsten Bedürfnisse beschränkt seien. Der Kaiser schloß seine Ausführungen mit dem Hin­weise darauf, daß die Vorlage das Ergebniß langer und Wohlerwogener Berathungen der Generale bilde und daß sie -lediglich im Interesse der Aufrechterhaltung des Friedens ein­gebracht sei. Alsdann unterhielt sich der Kaiser mit den einzelnen Herren in leutseligster Weise und entließ sie schließ­lich huldvollst.

Das preußische Herrenhaus führte am Freitag die Be- rathung des Etats zu Ende und nahm denselben im Ganzen an. Der weitaus größte Theil der Sitzung war indessen der Berathung des vom Grafen Pfeil beim Cultusetat ge- stellten Antrages gewidmet, die Regierung um Erwägung von Maßregeln zur Beseitigung der Uebelstände zu ersuchen, welche sich aus der Ueberzahl jüdischer Schüler auf preußischen höheren Lehranstalten dadurch ergeben haben, daß infolge dieser Ueberzahl eine Veränderung des Lehrplanes an jüdischen Sabbathen und Feiertagen hat stattfinden müssen. Graf Pfeil begründete den Antrag durch statistische Belege über die Ueberfüllung der öffentlichen höheren Lehranstalten Preußens mit jüdischen Elementen, durch welchen Mißstand die Mög­lichkeit einer christlich-nationalen Entwickelung des deutschen Volkes in Frage gestellt werde, und plaidirte schließlich für Errichtung besonderer jüdischer Schulen. CultuSminister Dr. v. Goßler zeigte sich in seiner Erwiderung ziemlich reservirt gegenüber dem Anträge Pfeil, er wies darauf hin, daß die jüdischen Schüler lediglich wegen ihrer Confession nicht von den staatlichen Schulanstalten zurückgewiesen werden könnten und legte im Weiteren die technischen Schwierigkeiten dar, welche der Durchführung des Planes getrennter Schulen ent­gegenstehen. Entschieden gegen den Antrag Pfeil und seine Tendenz sprachen sich die beiden Oberbürgermeister Dr. Miquel und Bötticher aus, dagegen verwandten sich für denselben ebenso entschieden die Herrenhausmitglieder v. Kleist-Retzow And G^af v. d. Schulenburg-Beetzendorf vom christlich-ger­manischen Standpunkt aus. Auf denselben stellte sich auch die Mehrheit des Herrenhauses, denn dasselbe genehmigte den Antrag Pfeil gegen die Stimmen einer Anzahl von Herren­hausmitgliedern; unter letzteren befand sich auch Graf Moltke. Angesichts der Erklärungen des Cultusministers ist schwerlich anzunehmen, daß der Antrag eine besondere practische Wirkung haben werde.

Die socialpolitischen Debatten im österreichischen Abge- ordueteuhause, zu denen die Erörterungen verschiedener Etats- positionen führte, sind noch immer nicht abgeschlossen. Auch in der Freitagssitzung kam es zu einer hervorragenden social- Politischen Discussion, die sich beim Etat des Ackerbauministe­riums entspann. Minister Graf Falkenhayn verbreitete sich ausführlich über die sociale Frage und wandte sich hauptsäch­lich gegen die vorgeschlagene politische Organisation der Ar­beiter, welche den socialen Kamps zu einem dauernden ge­stalten würde; auch von den Arbeiterkammern wollte der Minister nichts wissen. Weiler vertheidigte er das Capital gegen die vorgebrachten Angriffe, betonte aber, daß das Ca­pital nicht zum goldenen Kalbe werden dürfe und deßhalb sei es auch nothwendig, die Religion zu schützen. Der deutsch­liberale Abgeordnete Plener griff den Minister wegen dessen Auslassungen über das Capital scharf an und als Gras Falkenhayn nicht minder scharf erwiderte, erklärte zwar Plener, die Stelle über das goldene Kalb falsch verstanden zu haben, hielt aber trotzdem seine Angriffe zum Theil aufrecht.

ießener Anzeiger

Aenerat-Unzeiger.

Berlin, 10. Mai. Der Bundesrath ertheilte in der am 8. dss. Mts. unter dem Vorsitze des Vice-Präsi­denten des Staatsministeriums, Staatssecretärs des Innern Dr. v. Boetticher, abgehaltenen Plenarsitzung dem Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Abänderung von Bestimmungen des Strafgesetzbuchs, und dem Anträge Sachsens, betreffend die Verlängerung des Privilegiums der landständischen Bank des Königlich sächsischen Markgrafthums Oberlausitz zur Aus­gabe von Banknoten, die Zustimmung. Der vom Reichstage dem Reichskanzler zur Erwägung überwiesenen Petition der Actiengesellschaft für Bergbau-, Eisen- und Stahl-Industrie Union" zu Dortmund wegen Erstattung von Roheisenzoll und einer Eingabe wegen Errichtung eines Schlachthauses an der österreichischen Grenze beschloß die Versammlung keine Folge zu geben. Eine Eingabe, betreffend die Einfuhr von Schlachtvieh aus Oesterreich, wurde dem Vorsitzenden des Bundesraths, die Petition des Vorstandes des elsaß-loth­ringischen Thierschutzvereins zu Strgßburg wegen Ausführung des Gesetzes über den Schutz der Vögel in Elsaß-Lothringen der elsaß-lothringischen Landesregierung überwiesen. Den zuständigen Ausschüssen wurden zur Vorberathung übergeben die Vorlagen, betreffend die Aenderung der Postgebührensätze für Drucksachen, und wegen Abänderung des § 27 der Bahn­ordnung für deutsche Eisenbahnen untergeordneter Bedeutung vom 12. Juni 1878. Von Seiten der Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen und für Rechnungswesen wurde über die ............ i gemeinschaftlichen Einnahmen an Zöllen, Tabak-, Rnbenzucker-, Gedern für diese Stelle bestätigt- am 20. April wurde dem Salz-, Branntwein- und Brausteuer, sowie aus der Ueber Schulamtsaspiranten Philipp Präsried aus Echzell eine Lehrer- gangsabgabe von Branntwein und^Bier,ferner^er b'e Cm- stelle an der Gemeindeschule zu Dornheim, am 21. April nahmen aus dem Spielkartenstempel für das Etats,ahr 188

I wurde dem Schullehrer Friedrich Schachner zu Klein-Krotzen- bis 1887 Bericht erstattet. Endlich wurde über mehrere | ^rg eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lörbach, an I Gesuche um Zulassung zur Schlfierprüsung Beschluß gefah.