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Die feste Tendenz, welche die vergangene Woche auszeichnete, hat auch noch nach den Feiertagen angehalten. Die vollständige Beilegung der Strtkes wirkte günstig auf die Course der Montanwerthe und führte Steigerungen herbei, welche |tch namentlich für die tonangebenden speculatioen Werthe als sehr erheblich darstellten. Hierdurch wurden auch Banken günstig beeinflußt, und gute Einnahmeausweise der Bahnen thatcn das ihrige, um auch dieses Gebiet zu heben. Mehr als dies schien jedoch die augenscheinliche Erleichterung des Geldmarktes zu stimu- liren. Die zur Auszahlung gelangenden Dividenden, verbunden mit dem an sich schon starken Eouponstermin, scheinen dem Markt beträchtliche Mittel zugeführt zu haben. Der Prioatdtscont sank schnell und die Rentencourse stiegen wie nur in den besten Zetten der Hausse. Man scheint sich viel von dem nun folgenden Rückfluß zu versprechen; demgegenüber muß aber immer von Neuem zu Besonnenheit und ruhigem Vorgehen ermahnt werden. Jede speculattve Uebertretbung wird den Markt nur in neue Verlegenheit stürzen, deren Folgen sich bei der gegenwärtigen Lage bei Weitem schärfer fühlbar machen müssen als bisher. Das Vertrauen auf eine günstige Weiterentwicklung ruht noch immer auf schwachen Füßen, es währt genau so lange als die Course steigen und die weniger festen Börsen können darüber nicht hinweg täuschen, daß in der düsteren Beleuchtung fallender Course der Pessimismus, der jedem Vorfall eine ungünstige Seite abzugewinnen weiß, stets wieder schneidend hervortritt. Daß die Course sehr leicht wieder ins Wanken kommen, hat auch diese Woche gezeigt. Ausgehend von der Krisis in Argentinien, oder auch diese nur zum Vorwand nehmend, entwickelte sich eine Reaction, welche anfänglich nur die nächstbetheiligten Werthe und Dieconto Commandit, in der Folge aber sämmt- ltche Maiktgebtete in Mitleidenschaft zog. Zahlreiche Gerüchte über die ungünstige Laae des Etsenmarktes, Ermäßigung der Walzeisenpreise, neue Fallimente in Italien um) nicht zum wenigsten die Kritik deS neuesten Bankausweises verschlechterten die Stimmung. Der SlaluS ist sehr geringfügig gebessert. 11 Millionen Lombards wurden zurückgezahlt, 5 Mill. Wechsel kamen zur Einlösung, aber gleichzeitig sind auch von den Dispositen 7 Millionen zurückgezogen worden, so daß die Notenreseroc nur um 5 Millionen gestiegen ist. Man muß allerdings in Berücksichtigung ziehen, daß nach den Bestimmungen der Bank die Ultimodartehen erst nach 14 Tagen zurückgezahlt werden können, trotzdem dar» man sich nicht zuviel von dem Rückfluß versprechen. ES ist wahrscheinlich, daß der Einfluß der Dividendenzahlungen sich zum großen Theil nur in einer Verschiebung deS Bankstatus geltend machen wird, in der Weise, daß, wie die Dividenden zur Auszahlung gelangen, sich zwar die Lombards, auf der andern Seite aber auch die Depositen vermindern. Eins scheint bei der Vergleichung deS Ausweises mit dem der vorjährigen Parallelwoche bereits festzustehen, daß es nämlich der Bank nicht möglich sein wird, unter ihren gegenwärtigen Satz von 4o/o herabzugehen. Die Bank von England hat ihre Rate nach langem Zögern um Vi % ermäßigt, nicht zur Befriedigung der Börse, die schon feil Langem eine Herabsetzung auf 3Vo erwartet. Die Reactton hat trotz der Unzahl der Gerüchte keine allzugroße Dimensionen angenommen, da am Freitag die Nachricht von dem definitiven Abschluß der Türkischen ConversionSanleihe dem Rückgang der Course Einhalt gebot.
Banken sind ungefähr auf das vorwöchentliche Niveau wieder zuruckgesunken, nur Darmstädter Bank zeigen 2%, Deutsche Bank is/«o/o Besserung. Bei letzteren war der Gewinn anfänglich bedeutend höher, aber durch einen ungünstigen Artikel über die Finanzlage der Stadt Rom wurden gerade diese Actien stark gedrückt. Bahnen erscheinen meist etwas gebessert, namentlich die böhmischen, welche durch den glänzenden Aufschwung, welchen der Braunkohlenverkehr nimmt, sehr günstige Betriebüresultate aufzuweisen haben. Es gewannen Böhmische Worbbalm 1 fl., Weftbahn 2 fl, Bufchtherader 3 fl., Duxer verloren 11 fl. Dagegen find Graz- Köflacher-Lemberg-Czernowitzer Staatsbahn und Nordwestbahn wieder 1—2 fl. btffer. Gotthard haben eine anfängliche Steigerung nicht behauptet. Mitteimeerbahn hoben sich circa 2 0/0.
Renten haben unter der Reactton am wenigsten gelitten, und konnten sich am Freitag bereits wieder so kräftig erholen, daß die Schtußcourfe nicht hinter den höchsten Coursen der Woche zurückbleiben. Beträchtlich ist die Steigerung der Italienischen Rente mit »/<°/0, welche hauptsächlich erfolgte unter Hinweis auf die Bildung eines neuen großen Finanzconsortiumö deutfcher Firmen, welches die Gründung einer neuen Bodencreditbank beabsichtigt. In österreichischen Valuta anlethen vollziehen sich viele Meinungskäuse immer in der Hoffnung auf die baldige Durchführung der Valutaregulirung. Die Meldung über den endgültigen Abschluß Der türkischen Conoersionsanlethe ftimulirte namentlich ist Paris, während die deutschen Börsen eher zu Abgaben neigten. In wie wett der Türkei aus der neuen Anleihe ein Vorlheil erwächst, der auch den anderen Anleihen zu Gute kommt, kann aus den immerhin noch spärlichen Meldungen nicht geschlossen werden. Argentinier sind niedriger, da der Goldcours sich spiungweise weiter steigerte und trotz der ungeheueren Höhe von 293 o/g gegenwärtig eine neue Notenemission geplant wird.
Der Jndnstrieactienmarkt weift einzelne CourSbesserungen auf; so sind namentlich Deutsche Verlags- und Straßburger Verlagsanstalt je ca. 7 % höher. Außerdem sind Chem. Fabrik Weiler, Dampfkornbrennerei, Trambahn, Glasindustrie Siemens und Türkische Tabaksactien um mäßige Procentsätze gebessert. Gelsenkirchener zeigen eine kleine Verschlechterung, während Laura durch die schon erwähnten Gerüchte von einer Ermäßigung der Etsenpreife nicht unbeträchtlich geworfen wurden.
I
Course der Frankfurter Börse.
Gtaatsantethe«.
Coor* vom
4./IV.
ll./IV.
Cour* vom
4./IV.
ll./IV.
40/0 Hessische Obligation.
104 —
104.—
4VL0/oPortug.-A. 88 u.89
9620
96.10
„ Bauern ....
105.90
105.90
5% ainort. ©erb. Gold-
„ Baden.....
104.05
104.10
Rente ....
84.25
85.30
3o/o Sächsische Rente. .
93.30
94.05
5°/o SerbischeEisenbahn -
3V,°/o BremerStaatsanl.
—,—
Hpp.-Obl. L. A. .
87.—
86.95
„ Hamb.Staatsrente
100.50
100.40
4o/gSchwed.Oblig.l880r
102.—
102.20
40/gOeftr. Goldrente
94.55
95.15
l°/o Türken conv. .
18.40
18 45
„ GriechischeMonopol-
5°/o priv. Egypter. . .
104.95
104.55
Anleihe . . .
75.60
75.80
„ Argent. Gold - Anl.
60/0 Rumänische Rente .
98.—
98.10
0. 1887 ...
85.75
86-
4V-°/o Russische Anl.. .
101.80
101.40
ßttsenbahn-PrtoritLten.
40/0 Pfälz. LudwigSbahn
5% Südbahn Lombarden
102.75
103 20
(Bexbach) . . .
102.90
102 70
4% do. do.
98 60
9R 90
„ Hessische Ludwigsb.
3% do. do.
63.30
80.70
68/69 garant. .
102.60
102.60
4o/o Prag-Duxer Gold .
101.—
101.05
„ Elisabethb. steuerfrei
„ Rudolf Gold (Salzk.)
100.70
100,85
Gold ....
101.60
101.70
„ Franz-Josef Silber
83.45
83.30
5o/o Oestr. Staatsbahn.
106.45
107.20
3% staatl. garant. Jtal.
40/0 do. do.
100.50
101.20
Eisenbahn . .
56.90
57.20
3% do. do.
30/0 Livorneser . . .
64 45
64,95
I.—VHI.Emiss.
82.40
82.45
4o/g Ruff. Südw Eisenb.
92.10
92.25
3% do. Ergänzungsnetz 5°/o Nordwestbahn Gold
80.—
106.80
80.05
108.50
40/g Wladikawkas garnt.
4% gar. e>ai din.See.stfr.
91.50
83.50
91.80
86.70
«isenbahn-Aetie«.
Ludwigshafen-Bexbach.
226.80
226.50
Lübeck-Büchner . . .
169.85
171.-
Hessische Ludwigsbahn.
115.60
118.60
Mecklenburger . . .
163.70
164.20
Pfälzische Nordbahn .
114.20
115.70
Gotthardt.....
162.40
163.20
Marienburger-Mlawka.
55.50
57.20
Jtal. Mitlelmeer . .
106.80
108.10
Bank Actien.
Deutsche Reichsbank .
137.30
138.15
Dresdener Bank. . .
147 90
148.50
Berlin. Handelsgesellsch.
158 50
161.20
Mitteldeutsche Creditb. .
110.50
113.-
Deutsche Bank . . .
165.—
165.—
Wiener Bank-Verein .
100.75
100.87
DentscheGenoffenschftsb.
-IBürttemb. Vereinsbank
122.25
124.50
v.Soergel,ParristusLCo.
129.70
130 50
Jndnftrie-Papiere.
Binding-Brauerei . .
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