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lichen Tone sei einmal wohl schlechte Erziehung und weiter- j hin auch die Art der behandelten Gegenstände, jene Detail- | krämerei. In dieser Hinsicht erscheine besonders lehrreich I der Sport mancher Philologen, die verschiedenen Partikeln I u. dgl. bei einem Schriftsteller nachzuzählen, hübsch in Tabellen I einzutragen und daraus dann etliche Schlüffe zu bauen. I Früher sprachen die großen Männer ihre allgemeine An- I schauung über das Alterthum aus. Die kleinen Geister

zählten dann nach, ob es auch richtig sei. Heute zählen I sie alle." Die Vielschreiberei sei besonders zu be­klagen. Bei manchen Schriftstellern rühme man die licht- I volle Kürze und es zeige sich hernach, daß sie ihre Ge- I danken geschickt in ein vortheilhastes Dunkel versetzt

hätten. Die weitaus meisten aber schrieben über die un- I bedeutendsten Sachen die dicksten Bücher. Bezeichnend sei in dieser Richtung die Differtationenwirthschast. Die Arbeiten I dieser Art umfaßten jetzt hundert Seiten, obwohl sie nichts I als eine Zusammenstellung bereits Gesagten böten, um dem- I nächst selber wieder ähnlichen Zwecken zu dienen. Die Rück- I sicht auf die Promotion hindere den Studenten nur zuerst an seiner allseitigen fachmännischen Ausbildung. Bedauerlich sei I fernerhin das Recensionenwesen. Früher hätten die Kritiken Werth gehabt, weil sie von Kennern ausgegangen ] seien. Neuerdings, wo man ganze Zeitschriften mit Recensionen fülle, reichten die größeren Leute nicht aus und man lasse darum die kleinen Geister mit meist ungenügender Kenntniß der betreffenden Gebiete aus neue Arbeiten los. Ein Mangel liege in dem Fehlen tüchtiger Handbücher vor. Was in der Art vorhanden sei, besitze meist eine zu große Liebhaberei für Details und subjective Sentiments und sei zu voluminös. Daher komme es, daß bei lexikalischen Arbeiten die Artikel unterA" veraltet seien, wennZ" erscheine. Hier vor Allem thue Entsagung, Kürze, klare Disposition und dergl. noth. Der Mangel an Handbüchern sei um so beklagens- werther, als sie die Grundlage für jedes philosophische Studium bilden müßten. Der Professor wähle seine Vorlesungen nach I der Art seiner Neigungen und Studien und darum sei jede philologische Ausbildung, die lediglich auf den Collegien basire, mangelhaft. Was der Docent geben könne und müsse, sei seine individuelle Auffassung, die Art, wie er das Alterthum anschaue. Eine solche Individualität besitze jeder fertige Mann,einerlei, ob er klein ist, oder groß sich dünkt".

Umverfitatsfeier. Die gestrige Mittheilung über die von der juristischen Facultät zuerkannten Preise ist dahin zu berichtigen, daß der mit der einen Hälfte des Preises Aus­gezeichnete nWt Busch, sondern Carl Pusch aus Darm- n.ibt heißt.

Sitzung der Stadtverordneten am 10. Juli. An- - »send: Herr Bürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Vangsdorff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Georgi, Grüneberg, .Habenicht, Heyligenstaedt, Hoch, Hom- berger, Jughardt, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Schmall, Schopbach, Simon, Vogt und Wallenfels.

Die Verhandlungen mit Großh. Staatsregierung wegen einer directen Verbindung der Bahnhöfe mit dem südlichen Stadttheile am Seltersberg derart, daß vom Ackermann'schen Hause an der Frankfurter Straße bis zur Hollergaffe ein fahrbarer Weg angelegt, dann die Geleise der Oberhessischen Eisenbahnen in der Richtung nach dem Hotel Lenz überbrückt würden, sind zum Abschluß gelangt. Es ist der Bürgermeisterei vom Kreisamte nunmehr die Ver­fügung zugegangen, in Rücksicht auf die Eröffnung der neuen Kliniken die projectirte Verbindung herzustellen. Es wird beschlossen, mit dem Bau dieses Verbindungsweges, sobald bas erforderliche Gelände erworben ist, zu beginnen. Ob die Verbindung noch in diesem Jahre sertiggestellt werden kann, hängt von den Brückenbauarbeiten ab. Die Kosten I dieses Verbindungsweges einschließlich Ueberführung an den Oberhessischen Eisenbahnen und Anlage einer Auffahrtsrampe I und einer Treppe für Fußgänger soll mit 26 000 Mk. in den nächstjährigen Voranschlag eingestellt werden. Die Ueber­führung wird eine lichte Fahrbahn von 2 Meter erhalten, so dcch Handkarren, Krankenwagen u. s. w. dieselbe passiren können. Infolge wiederholter Beschwerden über die Ge­fahren, den die Besucher der Lahn-Badeanstalten beim Passiren des Viehmarktes durch in die Schwemme getriebene Pferde ausgesetzt, wurde s. Z. die Anlage eines P/2 Meter breiten gepflasterten Fußpfades innerhalb der südlichen Barriere des Viehmarktplatzes in Erwägung gezogen. Die Ausführung. | dieses Projectes verzögerte sich indeß dadurch, daß von Herrn Prof. Dr. Winckler eine Veränderung der Viehstände vor­geschlagen wurde, durch die es ihm als untersuchenden Veterinärarzt ermöglicht werde, das auf dem Markt bcfind- liche Vieh besser besichtigen zu können. Die Stände sollten parallel zur Rodheimerstraße angebracht und in Rücksicht auf leichtere Reinigung und Desinficirung in Eisen hergestellt werden. Ferner sollte im Interesse des die Badeanstarten besuchenden Publikums an der Böschung der Rodheimerstraße, kurz vor der Brücke, eine Treppe angelegt werden, damit das Publikum direct an der der Lahn zugekehrten Seite des Vieh­marktes diesen umgehen könne. Die inzwischen aufgetauchte Frage der Verlegung des Viehmarktes aus das jenseitige Lahnuser (hinter dem Schlachthaus) hatte auch dieses Project nicht zur Ausführung kommen lassen. In Rücksicht darauf, daß die Verlegung des Viehmarktes nur eine Frage der Zeit ist und wahrscheinlich mit Eröffnung des neuen Güterbahn- hoses und der durch die Ueberbrückung der Wieseck auf der Westseite des Bahnkörpers ermöglichten Verbindung nach der Hammstraße eintrttt, hat die Baudeputation beantragt, alle auf dem jetzigen Viehmarktplatze nöthcgen Veränderungen nur provisorisch aussühren zu lassen. Sie empfiehlt daher, die Viehstände in ihrer jetzigen parallelen Richtung zur Lahn zu belassen, dagegen weitere Barrieren an den Ständen zu errichten, so daß zwischen den aufgestellten Viehreihen ein abgesperrter Gang frei bleibt, an der Südseite des Vieh­marktes zum Schutze des Publikums vor zur Schwemme ge­triebenen Pferden Ausweichestellen zu errichten und an der Lahnbrücke eine die Umgehung des Viehmarktes ermöglichende

Treppe anzulegen. Die Versammlung erhebt den Depu­tationsantrag zum Beschluß. Dem Gesuche des Turn­vereins um Austausch von Gelände an der Westanlage wurde in der vorigen Stadtverordnetensitzung insoweit entsprochen, als der Turnverein sich verpflichten würde, die Kosten einer provisorischen, in der Flucht der Steinstraße liegenden Ueberbrückung der Eingerinnschleuse an der Euler- schen Schneidemühle zu tragen. Hierzu hat der Turnverein ein weiteres Gesuch des Inhalts eingereicht, daß die Stadt die fragl. Ueberbrückung ausführen lassen und den vom Turn­verein zu leistenden Beitrag in Rücksicht auf das für die Stadt später wieder verwendbare Baumaterial, eiserne Träger und Schienen, aus 350 Mk. herabsetzen wolle. Der An­trag der Baudeputation geht dahin, in Anbetracht des bis zum definitiven Ausbau der Straße entstehenden Minder- werthes des zur provisorischen Ueberbrückung verwendeten Baumaterials als Beitrag zu den Baukosten vom Turnverein 500 Mk. zu fordern. Der Antrag wird angenommen. Der infolge des beschlossenen Anbaues für den Hochbehälter der Wasserleitung erforderliche Credit wird aus 26,000 Mk. festgesetzt. Verschiedene Verbesserungen und Neuerungen, die gestiegenen Baumaterialpreise u. s. w. ergeben nach Ansicht der Baudeputation die Wahrscheinlichkeit, daß mit dem ursprünglichen Voranschlag in Höhe von 23,000 Mk. nicht auszukommen sei. Dem Gesuche ver­schiedener Bewohner des Selterswegs um Wiederherstellung des Brunnens im Bürgerhospital soll stattgegeben werden, jedoch wird die Wasserentnahme nur aus die Zeit beschränkt, während welcher das Hospital geöffnet ist. Es kann also während der Nachtzeit Wasser aus dem Brunnen nicht entnommen werden.

Bei der vom 28. bis 30. Juni in Wiesbaden statt- 1 gehabten Geflügelausftellung erhielt Herr Carl Schwan jr. hier für ausgestelltes Geflügel zwei erste, zwei zweite, vier dritte Preise, sechs lobende Anerkennungen und einen Ehren­preis.

E. Butzbach, 10. Juli. Die Bürgermeisterwahl ist ver­schoben worden; sie findet neueren Bestimmungen zufolge am Donnerstag den 17. Juli statt.

E. Grimberg, 10. Juli. Das Bezirkssest des Krieger­vereinsbezirks Grünberg findet nächsten Sonntag den 13. Juli in Lindenstruth statt. Mit dem Bezirksfeste wird die Fahnenweihe des Kriegervereins Lindenstruth verbunden.

)( Hungen, 10. Juli. Allgemeines Aufsehen erregte in hiesiger Stadt die plötzliche Verhaftung des Gasthaus­besitzers Karl K. Derselbe, ein schon älterer Mann, wurde wegen an Schulmädchen verübter Sittlichkeitsvergehen gestern nach langer Vernehmung verhaftet und heute Morgen in das Untersuchungsgefängniß nach Gießen verbracht.

d. Schotten, 10. Juli. Das allgemein bekannte und stets vielbesuchte Fest aus dem Altenburgskops (bei Schotten) wird in diesem Jahre nicht wie sonst am dritten Montag dss. Mts. (21. Juli), sondern anläßlich des an diesem Tage in Schotten stattfindenden Gauturnsestes viel­mehr Montag den 18. August gefeiert werden.

U. Schotten, 10. Juli. Nach einer Bekanntmachung Großh. Kreisamts Schotten ist die Maul- und Klauen­seuche in zwei Gehöften der Gemeinde Helpershain aus­gebrochen und soll mit Rücksicht hierauf der aus den 14. bis 16. l. Mts. angesetzte Viehmarkt zu Ulrichstein (sog. Jacobi- markt) vorerst unterbleiben. #

E. Schotten, 10. Juli. Der Zwei gv er ein Sch otten des Vogelsberger Höhen-Clubs hat an die Nachbar-Zweig­vereine folgendes Schreiben gerichtet:Da das gestrige Hoherodskopffest völlig verregnet und eine schwache Bethei­ligung aufzuweisen hatte, gestatten wir uns, um einen kleinen Ersatz für diesen Ausfall zu bieten, alle verehrlichen Mit­glieder und Freunde des Vereins nebst den verehrlichen Damen zu recht zahlreicher Theilnahme an dem nächsten Samstags­ausflug 12. Juli freundlichst einzuladen. Schotten, den 7. Juli 1890."

vermischter.

* Die kleinste Schule im Großherzogthum Heffen befindet sich gegenwärtig in der Gemeinde Neunkirchen, Kreis Dieburg. Dieselbe zählt im Ganzen 9 Kinder, 6 Knaben und 3 Mädchen, welche in drei Abtheilungen unterrichtet werden,- die erste Abtheilung zählt 6, die zweite 2 Kinder und die dritte nur 1 Kind. Am Schluffe des künftigen Jahres werden 4 Kinder entlassen und voraussichtlich nur zwei ausgenommen, so daß die Schule alsdann nur noch 7 Kinder hat.

* Mainz, 10. Juli. Das nächste Deutsche Bundes- sch i eßen wird im Jahre 1893 in Mainz abgehalten werden.

*---Frankfurt a. M., 10. Juli. Kaiserin Friedrich beabsichtigt dem Vernehmen nach einen Theil des Jahres in unserer Stadt zu verweilen. Es sollen, wie die hiesigen Blätter übereinstimmend melden, Verhandlungen im Gange sein, eine Villa aus der Bockenheimer Landstraße für die hohe Frau anzukausen. Die Kaiserin fühlt sich nach Frankfurt hingezogen, wo, wie sie jüngst selbst geäußertin keinem Hause das Bildniß ihres Mannes fehle." Und in der That dürste Kaiser Friedrich kaum in einer Stadt des Reiches mehr Verehrer gehabt haben, und sein allzu srühes Hinscheiden aufrichtiger betrauert worden sein als in unserer Mainstadt. Gelegentlich des Banketts des ehemaligen Oberbürgermeisters Dr. Miquel mit Magistrat und Stadtverordneten imFrank­furter Hof" soll Dr. Miquel erwähnt haben, Kaiser Friedrich habe sich dahin geäußert, er möchte wenigstens einen Theil des Jahres hier in Frankfurt zubringen. Dr. Miquel hat auch die Gründe mitgetheilt; die Presse schweigt aber darüber. Man wird sich erinnern, daß das Bankett und die dabei gewech­selten Reden vertraulich behandelt werden sollten. Hoffentlich wird der Ankauf der Villa perfect und die Gemahlin des

unvergeßlichen Kaisers Friedrich ist alljährlich für einige Monate hier anwesend.

* Frankfurt, 9. Juli. Eine angenehme Ueberraschung bereitete gestern ein Wirth in^ der Börnestraße seinen Stamm­gästen.Heute Abend großes Militärconcert, Eintritt frei", so verkündigten große selbstgeschriebene Anschläge an der Wirthschaft, und die ganze Nachbarschaft freute sich aus den seltenen Genuß, eine Militärcapelle in dieser Gegend zu hören. Der Abend kam,- durch die Ankündigung verlockt, sanden sich außer den Stammgästen auch zahlreiche andere Trinker zu dem Ohrenschmause ein, und der Wirth hielt in der That sein Versprechen. Bei freiem Eintritr hörten die Gäste zwar nicht die Militärcapelle, welche mancher er­wartet hatte, wohl aber einen Einundachtziger, welcher Ziehharmonika spielte, und das war doch zweifellos ein Militärconcert. So kann man sich und seinen Nebenmenschen ein billiges Vergnügen bereiten.

* Koblenz, 9. Juli. Die Tage des 18. Mittelrheini - schen Kreisturnfestes, das, wie sicher zu erwarten ist, viele Tausende rheinische Turner und Turnsreunde hier zu­sammenführen wird, rücken allmählich heran. Die Vorfeier, bestehend in einem Schauturnen der Coblenzer Turnerschast, großem Fackelzug und darauffolgendem Commers in der Fest­halle, findet bereits am 27. ds. Mts. statt. Die eigentlichen Festtage sind der 3., 4. und 5. August. Die Vorarbeiten nehmen guten Fortgang und verbürgen ein volles Gelingen des Festes. Dem Centralausschuß sind die Spitzen der Civil- und Militärbehörden (der Oberpräsident der Rheinprovinz, Nasse, der commandirende General des 8. Armeecorps, Frhr. von Loe, Regierungspräsident von Puttkamer u. s. w.) beigetreten. Das vom Centralausschuß genehmigte Gesammt- budget weist in Einnahme und Ausgabe 25 100 Mark auf. Der geschästssührende Ausschuß hat sich an die Turner des Mittelrheinkreises, deren es rund 36 000 in 414 Vereinen gibt, mit einem Aufruf gewandt.Die Feststadt Coblenz", so heißt es dort,wird, dessen sind wir gewiß, in den August­tagen ihre Schuldigkeit thun. An Euch ergeht der Ruf: Thut auch Ihr Eure Schuldigkeit und kommt recht zahlreich zur alten Confluentia!" Für die Festzeitung, die im Verlage der Hosbuchhandlung von W. Groos zum Preise von 1 Mark (5 Nummern) erscheinen wird, haben namhafte Schriftsteller Beiträge zugesagt. Wir nennen: Dr. Angerstein in Berlin, Johanna Baltz in Arnsberg, Felix Dahn in Breslau, Gymnasialdirector Dr. Eilner in Görlitz, Professor Dr. Euler in Berlin, Dr. Th. Georgii in Eßlingen, Karl Kallen­berg in Lindau, Emil Rittershaus in Barmen, Ober­turnlehrer Zettl er in Chemnitz. Mit den Festbauten auf dem Clemensplatze hat man in diesen Tagen begonnen. Die Festhalle wird, nachdem der ursprüngliche Bauplan noch eine Erweiterung erfahren hat, 6000 Personen fassen. Die Groß- herzogliche Direction der Oberhessischen Eisenbahnen hat die Gültigkeitsdauer der Rückfahrkarten bis zum 9. August ver­längert. Die Köln - Düsseldorfer Dampfschifffahrtsgesellschaft gewährt den das Fest besuchenden Turnern aus eine einfache Fahrkarte freie Rückfahrt innerhalb 10 Tagen.

* Ein lustiger Studentenstreich, welcher sich auf einer- süddeutschen Universität abspielte, wird von einem Blatte er­zählt: Acht lustige akademische Bürger der Universitätsstadt 3E. befanden sich eines Abends zu vorgerückter Stunde von der Kneipe aus dem Heimweg. Singend zogen sie die von ehr­samen Bürgern längst verlassene Straße hernieder, bis ihnen plötzlich in Gestalt einer aus der Straße befindlichen Um­zäunung ein energisches Halt geboten wurde. Es wurden daselbst irgend welche Baulichkeiten ausgesührt, zu deren un­gestörterer Ausführung das Terrain umzäunt worden war. Zum Ueberflusse befand sich am Eingänge des Bretterzaunes eine an einem Pfahl befestigte Tafel mit dem warnenden Ruf: Eintritt bei Strafe verboten!" Die Musensöhne betrach­teten das Zeichen stadtpolizeilicher Autorität mit liebenden Augen und beschlossen, dasselbe als Erinnerung an den schönen Abend dem Mutterboden zu entfremden. Bald war das Pfählchen herausgerissen, der Längste nahm es auf die Schulter und weiter ging es wie im Siegesmarsche. So zogen sie durch die Hauptstraßen des Städtchens, bis sie schließlich vor­der alterthümlichen Universität Halt machten. Endlich war eine würdige Stelle für die Warnungstafel gefunden! Durch gemeinsame Anstrengung wurde der Längste emporgehoben und befestigte die Tafel gerade über dem Haupteingange der Uni­versität. Am nächsten Morgen sollen gar viele Hörer der Alma mater zugeströmt sein, doch als sie am Haupteingange lasen:Eintritt bei Strafe verboten!", sind sie eiligst um­gekehrt. Ob sie den Inhalt glaubten oder nicht, jedenfalls war das Gewissen beruhigt und eine Entschuldigung für den Frühschoppen gefunden."

* Berlin, 9. Juli. Die hier versammelten Schützen aus aller Welt leisten nicht nur im Schießen Bedeutendes, sie verstehen auch wacker einzuhauen. Für das Banket, welches sie am Sonntag abhielten, wurden verbraucht: 40 Centner Rinderbraten, 16 Ctr. Lachs, 2000 Hühner, 40 Scheffel Gemüse, 35 Scheffel Kartoffeln und 1500 Köpfe Salat. Zur Zubereitung der Erdbeerspeise wurden 300 Pfund Erdbeeren und 200 Liter Sahne verbraucht. Die Gesammtzahl der zahlenden Personen, welche am Sonntag den Festplatz be­sucht haben, ist bisher schätzungsweise auf 110,000 sestgestellt worden.

* Hamburg, 4. Juli. Es wird immer besser. In der vorletzten Nacht wurde eine an der Wexstraße wohnende Herrschaft durch heftiges Läuten an der Hausglocke aus dem Schlafe aufgeschreckt. Als man öffnete, übergab ein Bote ein an das Dienstmädchen gerichtetes Telegramm. Da man glaubte, daß das Telegramm irgend eine Trauernachricht oder sonst eine Mittheilung von einem plötzlich eingetretenen er­schütternden Ereigniß enthielt, weckte man, ohne die Depesche erst zu lesen, die Dienstmagd, welche sodann nach Durchlesung der Depesche erklärte, dieselbe sei von ihrem Bräutigam, welcher bei ihr ansrage,ob sie ihm noch treu sei!"

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