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eines Friedrich Karl-Denkmats beschloß endgilrig die Ausstellung des Denkmals in Görlitz nach dem Entwürfe des Bildhauers Ochs-Wilmersdorf und die Enthüllung im August 1891.

Bremen, 8. September. Wißmann, der gestern hier eintraf, begab sich nach einem Besuch der Ausstellung zu dem Diner im Parkhause, woselbst der Oberbürgermeister Buff ihn als Pionier der deutschen Interessen in Afrika feierte. Wißmann dankte und hob die Wichtigkeit eines Dampfers aus dem Nyassa - See hervor, wobei er in erster Linie auf Bremen rechne. An die Fürsten Bismarck und Hohenlohe- Langenburg wurden Begrüßungstelegramme gesandt.

Hamburg, 8. September. Der Chef in der ostafrikani­schen Schutztruppe, Freiherr von Gravenreuth, ist heute Nachmittag hier eingetroffen, Major Lieb ert hat sein Kom­men abgesagt.

Hamburg, 8. September. An dem Abends zu Ehren Wißmanns veranstalteten Festmahle nahmen 300 Personen Theil. Bürgermeister Mönckeberg brachte das Kaiserhoch aus, Senator Oswaldt toastete auf Wißmann, letzterer auf die Stadt Hamburg, der Präsident der Handelskammer, Hinrichsen, aus Gravenreuth und Bumiller, Gravenreuth aus das Wachs- thnm des Ansehens Deutschlands in überseeischen Ländern. Der Secretär der Geographischen Gesellschaft, Friedrichsen, drückte der Reichsregierung den Dank für die lebhafte Unter­stützung der Bestrebungen der geographischen Wissenschaft aus. Wörmann toastete aus den Fürsten Bismarck, an den eine telegraphische Begrüßung gerichtet wurde. Wißmann forderte auf, die Bestrebungen für Ostafrika durch Stiftung eines Dampfers auf Victoria Nyanza zu unterstützen. Sofort wurden bedeutende Summen gezeichnet. Fabri toastete schließ­lich auf Peters.

Paris, 8. September. Die türkische Botschaft Hierselbst bezeichnet die Zeitungsnachricht von einer angeblichen Er­schütterung der Stellung des Großveziers für unbegründet.

Paris, 8. September. Bei dem heutigen Duell zwischen Mermeix und dem Journalisten La Bruyere wurde letzterer leicht am Arme verwundet.

St.Etienne,8. September. Durch schlagende Wetter ^wurden im Adrienne-Schacht vier Arbeiter schwer verletzt.

Gibraltar, 8. September. Drei englische Offiziere Ivurden gestern, als sie von einem Picknick zurückkehrten, von Spaniern, mit denen sie in Streit gerathen waren, miß­handelt und durch Dolchstiche verwundet. Die englische Militär­behörde leitete eine Untersuchung ein.

Lüttich, 8. September. Der katholische Congreß zur Förderung der socialen Reform wurde durch den hiesigen Bischof Doutreloup eröffnet, welcher in seiner Ansprache her­vorhob, daß die Katholiken sich die Weisungen des Papstes, der allein das moralische und materielle Wohl der Arbeiter verbessern könne, zu eigen machen sollten. Telegramme wurden an den Papst und an König Leopold gesandt. Der Congreß ist zahlreich besucht- Deputirte aus Frankreich, Deutschland, Italien, Oesterreich, Schweiz und Holland sind anwesend.

Madrid, 8. September. Gestern wurden weitere süns- zehn Cholera-Todesfälle aus der Stadt Valencia gemeldet, während die Seuche in den Provinzen stetig abnimmt.

Der Kriegsminister bereitet einen Gesetzentwurf über die allgemeine Wehrpflicht vor.

Sofia, 8. September. In fast allen Bezirken wurden die Regierungs-Candidaten erwählt. Stambulow wurde in Sofia, Tirnowa, Philippopel, Eskizagra, der Minister Tontchew in Sofia, Rustschuk, Carlvwa, der Minister Shiwkow in Sofia und Tirnowa gewählt. Ueberall im Lande herrscht großer Jubel. Stambulow empfing zahlreiche Glückwunschtelegramme.

Sofia, 8. September. Bisher ist das Ergebniß von 2 5 0 Wahlen bekannt. Nur in Selvi und Radomir drangen die Candidaten der Opposition durch. Aus Lostscha liegen noch keine Nachrichten vor.

Konstantinopel, 8. September. Dem Vernehmen nach sind im Dorfe Bagtschedanik unweit Jsmid drei Zaptiehs von Armeniern ermordet worden. Der gestrige Minister­rath beim Sultan, welchem der Großvezier, der Minister des Aeußern und der Justizminister beiwohnten, soll über diese Angelegenheit berathen haben.

Buenos-Ayres, 8. September. (Meldung des Bureau Reuter). Der Congreß nahm die Gesetzentwürfe, betreffend die Emission von Schatzbillets im Betrage von 60 Millionen Dollars, sowie eine neue Emission von Cedulas für fünfzehn Millionen Dollars an.

Ein Regiment Artillerie mit 50 Kanonen ist nach Entre Rios abgeschickt worden.

Die Regierung befahl, daß alle Schiffe in dem neu erbauten Hasen Madero löschen sollen.

£$caU» nnb provinzielle».

Gießen, 9. September.

Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 11. September 1890, Nachmittags 4 Uhr:

1. Legat des Freifräulein Minka von Haxthausen zu Gießen zu Gunsten der Armen. 2. Feier des 90. Geburts­tages des General - Feldmarschalls Grasen Moltke. 3. Ge­such des Bauunternehmers Georg Koch um Erlaubniß zur Anlage eines Ladegeleises im Anschluß an das Bahngeleise der oberhessischen Eisenbahn zum Betrieb eines Ziegel- und Thonwaarenwerks. 4. Gesuch desselben um käufliche Ueber- lassung städtischen Geländes zu gedachtem Zweck. 5. Gesuch desselben um Erlaubniß zur Vornahme von Bohrungen im Stadtwalde. 6. Gleiches Gesuch des L. Petri II. 7. Ueber- Lassung eines Weges nach dem Hardtberg seitens des Oeco- rwmen Schlenke an die Stadt. 8. Wegschießen der der Land- wirthschaft schädlichen Vögel. 9. Verwerthung der Kaldaunen- .

abgänge im Schlachthaus. 10. Veräußerung von Grabengelände hinter der Brücher'schen Hofraithe in der Ostanlage. 11. Her­stellungen an der Straßenkreuzung der Ludwig- und Bleich­straße. 12. Herstellung einer Gosse und Bepflanzung .des Banketts auf der Westseite der Löberstraße. 13. Bean­standung des Baugesuchs des Theodor Vogt. 14. Verpfleg­ungskosten der Elise Seubert von Marktheidenfeld.

Das 2. Großh. Hess. Infanterie-Regiment Nr. 116 ist gestern Morgen zu den Manövern der Großh. Hessischen (25.) Division von hier ausgerückt. Die Manöver haben so­fort begonnen und zwar in der Gegend von Münzcnberg, allwo gestern der Brigade-Stab Quartier bezog. So viel verlautet, werden Biwacks im Wetterthal zwischen Griedel und Muschenheim bezogen, denn für das dritte Bataillon Nr. 115, das zweite Bataillon Nr. 116 nebst Drago^ler- Abtheilungen waren Nothquartiere in Rockenberg, Münzen­berg, Trais-Münzenberg vorgesehen. Dienstag den 9. Sep­tember zieht sich das Manöver in der Richtung Reichelsheim, Mittwoch ist Ruhetag, am 11. September nach Lindheim und trifft am 12. September bei Büdingen mit der 50. Jnsanterie- Brigade zusammen. Von hier aus manöverirt die Division in der Richtung Wächtersbach, Birstein, Schlüchtern, Steinau, Elm, aus welch letzterer oder benachbarten Stationen die Rückkehr der Truppen zwischen dem 20. und 23. September in den Garnisonsorten zu erwarten steht.

lieber die in diesem Herbste stattfindenden Hebungen von Reservisten wird uns im Anschluß an unsere frühere Notiz folgendes mitgetheilt: Behufs Ausbildung mit dem neuen Gewehre gelangen in diesem Herbste die gesammten übungs­pflichtigen Reservisten und die Landwehrmannschaften ersten Aufgebots des jüngsten Jahrganges der Infanterie und Jäger zur Einziehung. Die Hebung dauert 10 Tage. Leute ge­nannter Kategorien, welche mit dem neuen Gewehr bereits ausgebildet sind, werden zur Hebung nicht herangezogen. Für die Division sind drei Hebungsperioden festgesetzt, auf welche die einzuziehenden Mannschaften vertheilt werden und zwar vom 29. September bis 8. October, vom 13. bis 22. October und vom 27. October bis 5. November.

Falsche preußische Thalerstücke mit der Jahreszahl 1866 sollen im Hmtauf sein. Ihr Klang ist gut, aber die Farbe etwas matt, bleiern. Der Spruch aus dem Rande Gott mit uns" fehlt. Auch falsche Zwanzigpfennigstücke sind verausgabt worden. Ebenso sind falsche Einmarkstücke mit dem Münzzeichen F und der Jahreszahl 1874 im Hmlauf. Es ist daher bei Annahme von Geld Vorsicht geboten.

Wie wir hören, wird die neue Haltestelle Odenhausen- Friedelhausen am 1. October dem öffentlichen Verkehr über­geben.

Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Todt- geborenen, betrug in der Woche vom 17. bis 23. August in Mainz mit Castel 53, in Darmstadt 20, in Offenbach 16, in Worms 11 und in Gießen 10, zusammen 110, darunter 51 im ersten Lebensjahre. Die Todesursache anlangend, verstarben an Masern und Rötheln 1 (Darmstadt), an Rachen­bräune 1 (Darmstadt), an Halsbräune 1 (Offenbach), an Keuchhusten 3 (Mainz 2, Darmstadt 1), an Diarrhoe und Brechdurchfall 18, (Mainz 11, Offenbach 3, Worms 2, Darmstadt und Gießen je 1), an Lungenschwindsucht 19 (Mainz 8, Darmstadt und Offenbach je 4, Gießen 2, Worms 1), an entzündl. Krankheiten der Athmungsorgane einschließlich Influenza 7 (Mainz 5, Worms und Gießen je 1), an Gehirn-Apoplexie 6 (Mainz und Darmstadt je 3), gewaltsamen Tod 6 Personen (in Mainz 5, in Gießen 1).

Erledigte Stellen für Militäranwärter im Bezirk des 11. Armee-Corps. Station Lampertheim, Specialdirection der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschast Mainz, Weichen­wärterposten Nr. 14, Strecke Biblis-Mannheim, Hauptbahn- Hos Lampertheim, auf einmonatliche Kündigung, 700 Mk. Gehalt und ca. 130 Mk. Vergütung für Nachtdienst jährlich. Mainz, Großh. Oberstaatsanwaltschaft Darmstadt, Werk­meister am Großherzogl. Gesängniß in Mainz, auf Widerruf, 1500 Mk. Gehalt. Mainz, Landgericht, Canzleigehilfe, auf einmonatliche Kündigung, 650 Mk. per Jahr.

Friedberg, 7. September. Auch hier und in Nauheim wurde Fürst Bismarck am SamStag Abend gelegentlich seiner Durchreise aufs Herzlichste begrüßt.

Friedberg, 7. September. Am 4. September wurde die Decanatssynode des Decanats Friedberg in der Burgkirche abgehalten. Nach einem liturgischen Altargottesdienste, bei welchem die Zöglinge des Schullehrerseminars mitwirkten, hielt Pfarrer Wahl von Nieder-Florstadt die Predigt über 1. Cor. 15, 58, in welcher er nach Inhalt dieses Textwortes die Arbeit am Werke des Herrn behandelte und zuerst die Festigkeit in demselben in einer recht erbaulichen Weise nach­wies. Nach daraus erfolgter Eröffnung der Synodalverhand­lungen durch den Vorsitzenden, Decan Meyer, trug derselbe den Rechenschaftsbericht über die kirchlichen und religiös sitt­lichen Zustände des Decanats im Jahre 1889 vor. Wenn auch aus diesem ausführlichen und von einer tiefen Sach- kenntmß zeugenden Berichte sich ergab, daß im Allgemeinen im verflossenen Jahre keine besonders auffälligen Rückschritte in dieser Beziehung stattgefunden hatten, so konnten doch auch keine besonderen Fortschritte aus demselben in dieser Richtung ersehen werden und mußte namentlich in Betreff des Kirchen­besuches mehr oder weniger allgemein eine wesentliche Besserung als nothwendig erachtet werden. Sodann erstattete Pfarrer Schrimpf von Butzbach das ihm übertragene Referat über die Katechismuslehre, in welchem er in einer ausführlichen Weise eine Darstellung des gegenwärtigen Standes dieses altehrwürdigen, christlicben Instituts im Decanate gab, das gerade in der Gegenwart zur Erhaltung und Förderung echt evangelischer Gesinnung von hoher Bedeutung ist. Die an dieses Referat sich anschließenden sieben Thesen gaben Ver­anlassung zu einer recht lebhaften Discussion, welche zu dem Resultate führte, daß man nicht allein die Fortentwicklung desselben in den einzelnen Gemeinden in der bisherigen ob­servanzmäßigen Weise anerkannte, sondern auch seine Förderung

und Kräftigung von Seiten der Geistlichen durch die ihnen zu Gebote stehenden Mittel, sowie auch durch die weltlichen Kirchenvorstandsmitglieder durch Mitbetheiligung an demselben durch Wort und That in geeigneter Weise allgemein aner­kannte. Endlich wurde noch die Wahl eines Stellvertreters des Abgeordneten zur Landessynode vorgenommen und fiel dieselbe mit großer Stimmenmehrheit auf Pfarrer Walz zu Bad-Nauheim. Ein gemeinsames Mittagessen im Hotel Trapp hielt dann den größten Theil der Synodalen noch längere Zeit in freundlichem Verkehr zusammen.

Grünberg, 8. September. Nach einer demGr. Anz."' gewordenen Zuschrift wird die landwirthschastliche Winterschule für Oberhessen zu Alsfeld am 27. October, Vormittags 10 Hhr, ein neues Semester be­ginnen, dessen Schluß voraussichtlich kurz vor Ostern nächsten Jahres erfolgen wird. Obgleich sich die Heberzeugung mehr und mehr Bahn bricht, daß in erster Linie ein rationeller Wirthschaftsbetrieb, der nicht aus handwerksmäßiger, sondern auf wissenschaftlicher Grundlage beruht, unserer Landwirth- schaft bessere Zeiten zu bringen im Stande ist, so lassen doch noch eine Menge Landwirthe, die in der Lage hierzu wären,, die Gelegenheit unbenutzt, ihren Söhnen durch den Besuch einer landwirthschaftlichen Hnterrichtsanstalt eine entsprechende Ausbildung zu Theil werden zu lassen. Wir wollen daher nicht unterlassen, den Besuch der obengenannten Anstalt unseren jungen Landwirthen in ihrem eigenen Interesse zu empfehlen.

U. Schotten, 7. September. Der landwirthschastliche Bezirksverein und der Verein für die Zucht der reinen Vogels­berger Rindviehrasse des Kreises Schotten werden, nach einer Bekanntmachung Großh. Kreisamts, Montag, den 6. Oc­tober d. Js: dahier auf dem Viehmarktplatze eine Aus­stellung von Zuchtvieh, verbunden mit einer Vie h- preisvertheilung veranstalten. An der. Ausstellung können sich nur die im Kreise Schotten wohnenden Viehzüchter mit ihren Zuchtthicren, Viehhändler ausgenommen, betheiligen.

* Königsberg, 7. September. Da die Fleischthenerung zunimmt, haben 30 Stadtverordnete beantragt, durch geeignete Vorstellungen auf eine gänzliche oder zeitweilige Eröffnung der Grenze für Rinder und Schweine hinzuwirken.

* Der Rath der Stadt Oschatz macht bekannt, daß Per­sonen, die nicht angemessen gekleidet sind, und Kinder unter 10 Jahren, soweit sie nicht zur Trauerversammlung gehören, bei Begräbnissen von dem Friedhöfe fortgewiesen werden sollen. Wenn man bedenkt, daß oft eine lediglich von Neu­gierde zur Stelle geführte Menschenmenge die Trauerversamm­lung umsteht und die Grabhügel beschädigt, und viele der Leute in Alltagskleidern und mit schreienden Kindern er­scheinen und die Trauerfeierlichkeiten stören, wird man eine derartige Verfügung nur billigen können. (Ein derartiges Vorgehen dürste sich auch für andere Städte empfehlen.)

* Wie man vor Zeiten Soldaten mißhandelte, dafür ist eine historische Anecdote von dem General von Ramin, ehe­maligen Commandanten von Berlin, characteristisch. Dieser Edle ließ allen Rekruten ausnahmslos bei der Vorstellung fünfundzwanzig aufzählen, und wenn die armen Menschen dann winselten, daß sie doch nichts verbrochen hätten, so sagte er ihnen wohlwollend:Merkt Euch das, Kinder! Diesmal fünfundzwanzig, weil Ihr nichts gethan habt. Was wird nun erst kommen, wenn Ihr was gethan haben werdet?!"

* Ein dreijähriger Knabe ist in Aue dadurch «ms Leben gekommen, daß, während derselbe den Mund unter den Aus­fluß der auf dem elterlichen Hofe befindlichen Pumpe hielt, ein größerer Knabe dieselbe in Bewegung setzte, sodaß der volle Wasserstrahl dem Kleinen in die Luftröhre schoß. DaS Kind ist aus der Stelle tobt zusammengesunken.

Universität» - 2Zad? richten.

Marburg, 8. September. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht, den bisherigen Prtvatdocenten an der Friedrich- Wilhelms Universität zu Berlin Dr. Wilhelm Uhthoff zum ordent­lichen Pros.ssor in der medicinischen Facultät der Universität Marburg zu ernennen.

Verkehr, £ateö» uttb otk»wirthschoft.

Gietzerr, 9. September. (Marktbericht). Auf dem heutigen Wochemnarkt kostete: Butter pr. Pfd. X. 1,051,18, Hühnereier 1 St. 2 St. 1113 4, Enteneier 1 St.--4, 2 St. - 4,

Käse pr. St. 48 4, Käsematte pr. St. 3 4, Erbsen vr. Liter 17 4, Linsen pr. Liter 30 4, Tauben pr. Paar JL 0,500,70, Hühner pr. Stück JL 0,901.20, Hahnen pr. St JL 0,500,90, Enten pr. Stück 1,401,70, Ochsenfleisch pr. Pfd 7074 4, Kuh- und Rindfleisch 60-64 4, Schweinefleisch 68-70 4, Hammelfleisch 50-68 4, Kalb­fleisch 60 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,007,00, Weißkraut pr. St.--4, Zwiebeln per Centner X 6,007,00, Milch per

Liter 12-18 4-

AuS Obeicheffen, 7. September. (Landwirthschastliche Winke und Rathschläge.) Ein sonderbarer Jahrgang ist der 1890er, und zwar in vieler Beziehung. Im Januar sendet er die Influenza, wirst die Menschen buchstäblich nieder wie die Mücken und sendet gewaltige Gewitter und Hagelwetter dazu.^ Im Juni gibt es Eis; Ende August, wenn sonst die Unwetter vorüber sind denn nach Bartholomäi (24. August) sind Gewitter selten folgen sich fürchterliche Orkane und electrische Entladungen und Anfang September gibt es große Ueberschwemmungen und Wassersnoth! Ist das nicht sonderbar! ja mitunter geradezu toll? In derselben Weise ist der Landwirth mit seinen Arbeiten herumgewirbelt worden. Seit das Wetter im Frühlinge aufging bis zum heutigen Tage ist der Landmann (um ein Bild zu gebrauchen) mit gespanntem Hahne dicht am Feinde auf Vorposten gewesen. Er mußte dem Wetter die in Aussicht stehende reiche Ernte immer und immer wieder abringen, sie ihm förmlich aus den Zähnen reißen. Nun ist die Ernte saft glücklich unter Dach; aber damit ist die Sorge und der Kampf um diese noch nicht beendigt. Es drohen Nachtheile und Gefahren, an die der Arglose gar nicht denkt, die ihm aber die Freude an dem schönen Resultate sehr verbittern können. Daher einige Winke und Ralhschläge. Vor einiger Zeit verkaufte ein Freund einen größeren Posten Gerste; es war schöne Waare, ich sah sie selber. Kurz nach der Lieferung wurde sie zur Verfügung gestellt; die Gerste ist nicht nach Muster, sie ist trüb und daher wenig qualificirt. Merke

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