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Mittwoch den 10. September
Nr. 210
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Kenerat-Unzeiger
Amts- irnd Anzeigeblatt für den Areis Gieren.
1 Gratisbeilage: Gießener Ilamikienökatter lüHiH watBMweBBMi i> wir ^ntfpgmwu
Amtlicher Theil
Cocreoom 30./VHI. 32./1X.
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kann auch zur Prämiirung gezüchtetem Vieh verwendet
43/4 Uhr im Jagdanzug an der Landungsbrücke ein und im offenen Zweispänner zum Schlosse, woselbst um 8
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Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borur. 10 Uhr.
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bei Friedrichsort ein Segelboot, drei ertrunken.
Gravenstein, 8. September.
Die Gießener Wamilien Stäiltr «erden dem Anzeiger -»Hchentlich dreimal deigelegt.
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Commandanten des Manövergeschwaders seinen lebhasten Dank für die Manöverleistungen desselben aussprach. Ebenso gab der Kaiser seine volle Zufriedenheit mit den Leistungen der Torpedoflotte zu erkennen und verlieh er zum Schlüsse der bestimmten Hoffnung Ausdruck, die deutsche Flotte werde im Stande sein, jede noch so ernste ihr gestellte Aufgabe ruhmvoll zu lösen. Der commandirende Admiral Freiherr v. d. Goltz erwiderte mit einem Trinkspruche auf den Kaiser, in welchem der Redner dem Monarchen für die der Marine bewiesene gnädige Gesinnung dankte und versicherte, die Marine werde bestrebt sein, sich dieser kaiserlichen Huld und Gnade allzeit würdig zu zeigen.
Am Sonntag Vormittag fand auf dem Herzogshügel bei Gravenstein Feldgottesdienst statt. Bei demselben waren das Kaiserpaar und die an den Manöver« theilnehmenden Fürstlichkeiten, Generalfeldmarschall Graf Moltke mit der gesammten Generalität, der Generalstabschef Graf Waldersee und der Kriegsminister Verdy du Vernois, ferner die Admiralität und weiter die Offiziercorps des österreichischen Geschwaders und der deutschen Manöverflotte zugegen. Vom 9. Armeecorps waren 3000 Mann, von der Marine 1000 Mann zu der gottesdienstlichen Handlung versammelt, welche, begünstigt von schönem Wetter, einen erhebenden Verlaus nahm. An die Feier schloß sich Parademarsch der 4000 Mannschaften vor dem Kaiser an. Nachmittags wohnten die Majestäten und die anwesenden Fürstlichkeiten dem von der Provinz Schleswig- Holstein im „Strandhotel" zu Glücksburg gegebenen Diner bei.
Aus fast allen Theilen des mitteleuropäischen Ueber- fchwemmungsgebietes wird endlich ein Zurückgehen des Hochwassers gemeldet, wodurch anderseits freilich der durch die entfesselten Fluthen angerichtete Schaden um so mehr her- vortrittt Derselbe ist an den meisten Punkten sehr erheblich und dürfte er allenthalben ein hilfreiches Eingreifen der betreffenden Landesregierungen zu Gunsten der Wassercalami- tosen nöthig machen. Ein derartiges Vorgehen wird bereits aus Oesterreich gemeldet, woselbst die Regierung durch kaiserliche Verordnung ermächtigt worden ist, zwei Millionen Gulden aus Staatsmitteln zur Bestreitung der erforderlichen Ausgaben anläßlich der Ueberschwemmungen in Böhmen, Nieder- und Oberösterreich, Schlesien und Vorarlberg zu verwenden. Allerdings wird man die genannte Summe angesichts der Größe des durch die Wasserkatastrophe angerichteten Schadens wohl nur als eine erste Hilfe in der Roth betrachten dürfen.
Den Urhebern des jüngst in Triest wiederholt betriebenen Petarden > Unfuges scheinen die dortigen Behörden endlich aus der Spur zu sein. Wie aus genannter Stadt berichtet wird, ist ein gewisser Coritti, aus Triest gebürtig und daselbst wohnhaft, als der Herstellung explodirter Petarden verdächtig verhaftet und dem Landgerichte übergeben worden. Hoffentlich gelingt es, ihn wie seine muthmaßlichen Helfershelfer zu über-
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Aietzener Znzeiger erscheint täglich, Mit Ausnahme des Montag».
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Sin vergebliches Opfer.
Der Herr Dr. F. saß einst in seinem Zimmer bei der Zeitung, als seine Gattin zu ihm eintrat:
„Herzens-Männchen, mache heute einen längeren Spaziergang als gewöhnlich; ich möchte einmal das Haus ordentlich säubern und unser Bettzeug auslüsten lassen. Du liebst ja nicht, daß es geschieht, wenn Du zu Hause bist."
„Es sind ja erst ein paar Tage her, seit Du die Fußböden des ganzen Hauses mit Wasser überschwemmen ließest und uns allen eine Erkältung an den Hals brachtest," wandte
führen und wird dann sicherlich eine exemplarische Strafe nicht ausbleiben. Denn die Petardenspielereien, welche als eine politische Demonstration der „Jtalianissimi" gelten sollen, haben bekanntlich ganz unbetheiligte Personen an ihrer Gesundheit schwer geschädigt und es wäre endlich hohe Zeit, diesem verwerflichen Treiben energisch zu steuern.
Die österreichisch-ungarische Regierung hat die serbische Regierung eingeladen, an den Feierlichkeiten anläßlich des Beginnes der Regulirungsarbeiten am „Eisernen Thor", dem bekannten Felsenpaß an der unteren Donau, theilzunehmen. Serbischerseits ist dieser Einladung entsprochen worden und werden der Ministerpräsident Gruic und der Minister der öffentlichen Arbeiten, Josimovitsch, die serbische Regierung bei der erwähnten Feier vertreten. Der Vorgang ist, politisch betrachtet, nur erfreulich, denn er bekundet aufs Neue, daß die officiellen Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien durch die „Schweinefrage" keine Trübung erlitten haben.
Bei der bevorstehenden Einweihung des Victor-Emanuel- Denkmales in Florenz wird Ministerpräsident Crispi, wie verlautet, eine große politische Rede halten. Dieselbe dürfte sich zu einer bedeutsamen Ergänzung der letzthin vom Unterstaats- secretär Damiani in Trapani gehaltenen Banketrede gestalten, in welcher Herr Damiani ein so lebhaftes Bild von den Erfolgen der auswärtigen und colonialen Politik Crispis entwarf.
* Ein salomonisches Urtheil. In einem Eisenbahnwagen entstand zwischen zwei Damen Streit um das Oeffnen des Fensters. Die Eine behauptete, sie würde den Tod davon haben, wenn der Schaffner das Fenster aufmache; die andere erklärte, sie werde vom Schlage getroffen, wenn das Fenster nvch längere Zeit geschlossen bleibe. Der von beiden Parteien als Schiedsrichter angerusene Schaffner wußte sich weder zu rathen, noch zu helfen, als ein Mitsahrender auf einen rettenden Gedanken verfiel. „Machen Sie das Fenster nur aus," sagte er, „dann stirbt die eine. Nachher mache« Sie es wieder zu, dann stirbt auch die andere. Auf diese. Weise bekommen wir Ruhe."
gestellt. Die Stadt Hungen hat Verfügung gestellt. Dieser Betrag von außerhalb des Kreises Gießen werden.
Preise werden bewilligt:
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Gatte ein. „Das viele Reinmachen ist eine Schwäche
1) für Bullen im Alter von einem Jahre und darüber, 2) für Rinder im Alter von einem Jahre ab und für Kühe jeden Alters
Nur preiswürdiges Vieh wird prämiirt. Sämmtliche uuszustellende Thiere müssen bis Morgens 9 Uhr auf dem Marktplatz zu Hungen aufgetrieben sein. Bullen im Alter von 1V2 und mehr Jahren müssen an einem Nasenring geführt und an demselben auf dem Ausstellungsplatze angebunden werden.
Gelegentlich der Thierschau kann die Ankörung sprungfähiger Bullen durch die Körcommission stattfinden. Es finden daher Gemeinden und Bullenhalter daselbst günstige Gelegenheit zum Ankauf von Gemeindebullen.
Gießen, den 6. September 1890.
Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Jost, Regierungsrath.
verein zur Prämiirung von Simmenthaler Vieh 300 «X und der landwirthschaftliche Bezirksverein zur Prämiirung von Simmenthaler und Vogelsberger Vieh 500 «X zur Disposition noch weitere 200 «X zur
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von Dir. Unterlasse es nur heute! Ich bleibe zu Hause." „Es ist vielleicht eine Schwäche, lieber Mann," entgegnete die Frau mit freundlicher Stimme, „aber gerade deßwegen mußt Du ausgehen und mich das Haus reinmachen lassen."
„Was soll das heißen?" fragte der Doctor.
„Weißt Du es nicht," fuhr seine Gattin fort, „daß der Mann die Schwäche seiner Frau in Liebe tragen soll?"
„Da hast Du Recht," entgegnete dieser, indem er die Wahrheit der Worte vollkommen einsah, nahm Stock und Hut und machte einen Morgenspaziergang, der etwa eine Stunde währte, und lenkte dann seine Schritte heimwärts.
Als er, in der Hoffnung, daß das Reinmachen zu Ende sei, die Treppe seines Hauses hinaufsteigen wollte, begegnete ei einem ärmlich gekleideten Manne, der mit einer blau- g estreisten Bettdecke die Treppe herunterkam.
Der Unbekannte mit der Bettdecke bleibt vor dem Doctor Hetzen, entblößt ehrerbiettg seinen Kopf und spricht mit weh- rmlithiger Stimme:
ein kleines Diner stattfindet.
Köln, 8. September. Die große Maschinenhalle der Kriegskunstausstellung ist Nachts abgebrannt. Die anderen Gebäude blieben unbeschädigt.
Halle a. d. Saale, 8. September. Die städtischen Behörden beschlossen, die Gesellschaft der deutschen Naturforscher und Aerzte zu ihrer nächsten Generalversammlung im Jahre 1891 nach Halle einzuladen.
Görlitz, 8. September. Das hier unter dem Vorsitze des Hofraths Guerard-Berlin tagende Comite für Errichtung
„Hochgeehrter Herr Doctor, entschuldigen Sie meine Dreistigkeit. Ich komme eben von Ihnen her. Hätte so gerne mit dem Herrn Doctor gesprochen, aber das Mädchen sagte, Sie seien ausgegangen."
„Was wünschen Sie, mein Freund?"
„Ich habe einen Sohn," begann der Unbekannte, „der nächstens confirmirt werden soll, und weiß keinen Ausweg zu einer Kleidung für ihn. In meiner großen Noth nahm ich meine letzte Bettdecke und wollte Sie, Herr Doctor, nun fragen, ob Sie nicht so barmherzig sein wollten, mir dieselbe abzukausen und mich so in den Stand zu setzen, meinem Sohne Confirmationskleider anschaffen zu können."
„Armer Mann!" rief der Doctor gerührt aus. „Sie wollen sich Ihrer letzten Bettdecke berauben, um Ihren Sohn confirmiren zu lassen? Ich will Ihnen herzlich gern aus der Noth helfen."
Der Doctor zog sein Portefeuille hervor- der Unbekannte wischte sich einige Thränen aus den Augen.
„Hier haben Sie zwei Zehnmarkstücke," sagte der Doctor und reichte Jenem das Geld. „Kaufen Sie dafür Ihrem Knaben eine Kleidung."
„So will ich die Bettdecke hinaus zu dem Herrn Doctor tragen!" ries in überschwenglicher Freude der arme Mann.
„Nein, nein," entgegnete der Doctor, „behalten Sie nur die Bettdecke, ich nehme sie nicht."
„Tausend Dank, innigen Dank, Herr Doctor!" brach der Unbekannte aus. „Das Schicksal lohne Ihnen Ihre Güte!"
Und nach diesen Worten verschwand er vergnügt mit Geld und Bettdecke.
Der Doctor stieg langsam die Treppe hinauf und trat in den Corridor, wo er Hut, Stock und Ueberrock ablegte.
Neueste Nachrichten.
WolffS telegraphisches Torrespondenz-Bureau.
Berlin, 8. September. Der bekannte Bildhauer K a s f- sack und der Maler Weimar fanden gestern Nachmittag bei einer Lustfahrt aus dem Wannsee durch Leckwerden des Bootes ihren Tod.
Kiel, 8. September. Gestern Nachmittag kenterte
Vierteljähriger Avonne«e«ts»rer»H 2 Mark 20 Pfg.
Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.
Redaction, Expedttir» und Druckerei:
Fernsprecher 51.
politische Uebsrsicht.
Gießen, 9. September.
In Schloß Gravenstein, dem kaiserlichen Hauptquartiere für die Manövertage in Schleswig-Holstein, sand am Samstag Paradetafel für die Marine statt. Der Kaiser brachte hierbei einen längeren Trinkspruch auf die Marine aus, in welchem der kaiserliche Kriegsherr den versammelten Admiralen und
Bekanntmachung.
Der landwirthschaftliche Bezirksverein des Kreises Gießen wird
Montag den 22. September 1890 in Hungen auf dem Viehmarktsplatze eine Ausstellung von Zuchtvieh, verbunden mit einer Viehpreisverthellung veranstalten.
An derselben können sich alle im Kreise Gießen wohnenden Viehzüchter mit ihren Zuchtthieren mit Ausnahme der Viehhändler betheiligen.
Prämien werden nur für Zuchtthiere der Vogelsberger Rasse (Reinzucht) und der Simmenthaler Raffe (Reinzucht und Kreuzung) ertheilt-
An Geldpreisen hat der landwirthschaftliche Provinzial-
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Piag-Luxer Gold. Rubel! Gold (Salzk.) Frenz-Joses Silber Mil. gaumt. Jltl.
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Als er daraus die Thür des Wohnzimmers öffnete, fuhr ihm die Gattin höchst bestürzt entgegen.
„Denke Dir, Mann! Welch ein Unglück!"
„Was ist denn geschehen?" fragte der Mann.
„Unsere beste Bettdecke, denke Dir, Mann, ist uns vor wenigen Minuten gestohlen worden!"
„Ach," rief der Doctor, und kratzte sich ärgerlich hinter dem Ohre, „so bin ich dem Diebe ja aus der Treppe begegnet."
„Du bist ihm auf der Treppe begegnet und nahmst ihm die Decke nicht ab?" rief die Gattin außer sich vor Verdruß.
„Nein, liebe Frau," antwortete der Doctor mit Resignation, „ich ließ ihn lausen sammt der Bettdecke und gab ihm obendrein noch zwanzig Mark."
Wie versteinert stand die Frau Doctor jetzt da und es dauerte einige Minuten, ehe sie Worte sand, indem sie sagte: „Nun, künftig gehe aber nicht mehr am Reinemachetage aus."
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