Ausgabe 
10.8.1890 Erstes Blatt
 
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treten sein wird, §11 einer Hossestlichkeit nach Potsdam. Der Extrazug fuhr um 5 Uhr ab.

Berlin, 8. August. Beim Garteu-Coucert im Neuen Palais, das heute zu Ehren der Mitglieder des mediei- nischen Congresses gegeben wurde, vertrat Prinz Friedrich Leopold den Kaiser; außerdem wohnten der Reichskanzler und die Minister v. Goßler, Herrfurth, Miquel, v. Wedell, Staats- fecretär Frhr. v. Maltzahn und v. Oehlenschläger der Ver­anstaltung bei. Die Musik wurde von den Capellen des 1. Garde-Regiments und der Gardes du Corps ausgesührt. Der Prinz unterhielt sich mit allen Gruppen und verabschiedete sich um 7 Uhr Abends. Hieraus wurde ein kaltes Buffet im Saale servirt. Sodann fuhren die Gäste in Equipagen nach der Wildparkstation. Die Rückkehr nach Berlin erfolgte Abends 9 Uhr mittelst Sonderzuges.

Berlin, 7. August. Der Minister für Handel und Ge­werbe hat die Ober-Bergämter beauftragt, Ermittelungen über den vorhandenen Kohlenreichthum in den preußischen Bergbaubezirken zu pflegen und die Resultate je nach Teufen von unter 700, zwischen 700 und 1000 und über 1000 Meter getrennt zusammenzustellen. Es sollen hierbei nicht blos die zur Zeit betriebenen Gruben berück­sichtigt werden, sondern auch die Kohlenfelder derjenigen Zechen, welche jetzt nicht in Betrieb sind. Hoffentlich wird dadurch eine befriedigende Beantwortung der Frage, wie lange der nach den bisherigen Ausschlüssen vorhandene Kohlen­reichthum Preußens noch Vorhalten kann, ertheilt werden, als es bisher möglich war.

Stralsund, 8. August. Die Kaiserin ist um 12^ Uf)r hier eingetroffen und am Bahnhose von einer zahllosen Menge enthusiastisch begrüßt worden. Die Schiffe im Hafen und zahlreiche öffentliche und private Gebäude waren reich be­flaggt. Nach halbstündigem Aufenthalte setzte die Kaiserin die Reise nach Heiligendamm fort.

Heiligendamm, 8. August. Die Kaiserin traf Nach­mittags ein und wurde von einem zahlreichen Publikum herz­lichst begrüßt.

Schneeberg, 8. August. Das obere sächsisch - böhmische Schwarzwasserthal wurde Nachts durch Regengüsse über­schwemmt. Der Eisenbahndamm ist mehrfach durchbrochen, Straße und Brücke sind weggeriffen, die Station Erlabrunn ist unter Wasser.

München, 8. August. Der 4. deutsche Gabel s- berger'sche Stenographentag hat im alten Rath hause seine Beratungen begonnen. Nach der Begrüßung der Dele- girten durch den Bürgermeister Borscht wurden zu Vor­sitzenden Senator Eggert, Rechnungsrath Uhl - Berlin und Landgerichtsrath Seelig-München, zu Schristsührern Langbein- Nürnberg, Jung-Jnnsbruck und Küßner-Königsberg gewählt. Anwesend sind gegen 400 Vertreter Gabelsberger'scher Steno­graphenvereine, darunter solche aus Oesterreich - Ungarn, Seandinavien, Spanien und den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Der vom Direetor Pupetz - Prag über einen Zeitraum von 6 Jahren erstattete Bundesbericht hebt beson­ders die höchst erfolgreich betriebene Propaganda hervor.

Helgoland, 8. August. Die Großherzogin von Sachsen-Weimar ist heute Nachmittag 3 Uhr hier ein­getroffen und im Schweizerhause abgestiegen.

Helgoland, 8. August. Alle Hände sind mit der Aus­schmückung der Insel beschäftigt. Zwischen der Brücke und dem Strandpavillon werden netzgeschmückte Boote mit Fischeremblemen ausgestellt. Vor der Brücke und zwischen dem Konversationshaus errichtet man Ehrenpforten. Die Treppenstraße, die Treppe, Falrn und der Weg bis zum Couvernements-Gebäude sind besonders reich deeorirt. Den Kaiser werden sechszehn Helgoländerinnen in der National­tracht empfangen und ihm einen Blumenstrauß in den Helgo­länder Farben überreichen, mit Blumenanker und Schlüssel als Emblemen. Wie es heißt, treffen zehn deutsche und vier österreichische Kriegsschiffe ein, deren Offizieren der Kaiser ein Frühstück gibt. Das Gefolge des Kaisers kommt morgen. Telegraph und Post werden Sonnabend von der Reichs­verwaltung übernommen, deren Beamte eingetroffen sind. (Fr.Z.)

Helgoland, 8. August. Der Leichnam des jüngst bei einer Bootpartie ertrunkenen Consuls Rohlfen ist heute Morgen in der Mähe der Unglücksstelle aufgefunden worden.

Wien, 8. August. Eine amtliche Liste zählt bei dem Eifenbahn-Unfall bei Blowitz 4 Todte, 10 Schwer- und 32 Leichtverletzte. Ein offieielles (Kommunique der Generaldireetionen der Staatsbahnen gibt das Resultat der Untersuchung betreffend die Eisenbahnunfälle bei Voels (Inns­bruck) und Blowitz (Pilsen) und eonstatirt, daß lediglich elementaren Ereignissen, keineswegs aber der Außerachtlassung von Vorsichtsmaßregeln ober Dienstvorschriften die Schuld an den Katastrophen beizumeffen (et.

Prag, 8. August. Aus verschiedenen Theiletl Böhmens werden Wolkenbrüche gemeldet, die theilweise größere Ver­heerungen angerichtet haben.

London, 8. August. Eine Anzahl Bedienstete eines zwischen London und Chatham verkehrenden Eisenbahnzuges weigerten sich, zur Arbeit anzutreten, indem sie Vorgaben, daß ihr Dienst ein übermäßig anstrengender fei; hierauf ver- barrikadirten sich dieselben in den Magazinräumen des Bahn­hofs, ergaben sich jedoch schließlich. Zwanzig von ihnen sind zu einem Monat Gesängniß verurtheilt worden.

Portsmouth, 8. August. Nach dem Dejeuner wohnte gestern Kaiser Wilhelm den Schießübungen bei Whale Island bei und betheiligte sich an einigen mit Erfolg. Dann fanden Hebungen der Torpedoboote statt. Abends kehrte der Kaiser nach Osborne zurück, wo Familientafel stattfand, wozu auch Lord Salisbury geladen war. Bei einbrechender Dunkel­heit wurden die Schiffe und Dachten in der Bucht glänzend erleuchtet. In West-Cowes wurde zu Ehren des Kaisers ein prächtiges Feuerwerk abgebrannt. Nachmittags um 4 Uhr erfolgt die Abreise des Kaisers von Osborne.

Cowes, 8. August. Nach dem gestrigen Diner in Os­borne unterhielt sich der Kaiser fast ausschließlich mit Lord

Salisbury. Auf Ersuchen des Prinzen von Wales wird das österreichische Geschwader morgen von Spithead nach Cowes segeln.

Turin, 8. August. Eine Feuersbrunst zerstörte die Seidenweberei Faleo und ergriff äuch die benachbarten Häuser. Der angerichtete Schaden ist bedeutend.

Petersburg, 8. August. Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Hessen ist gestern Abend in Peterhof eingetroffen; er wurde vom Kaiser und anderen Mitgliedern des kaiserlichen Hauses am Bahnhofe empfangen.

Pretoria (Transvaal), 8. August. Der Volksraad ratijkirte mit 20 gegen 10 Stimmen die Vereinbarung zwischen England und Transvaal klüglich des Swazilandes.

Kairo, 8. August. Die egypnsche Regierung beschloß, an allen Punkten des Rothen Meeres, wo die Ausschiffung von choleraverdächtigen Pilgern zu gewärtigen ist, Militärdetachements aufzustellen und Militärposten zu errichten, ferner einen besonderen Kreuzer im Suezeanal zu stationiren, um die etwaige Landung von Pilgern aus Mekka u. f. w. zu verhindern. Inzwischen rafft die Cholera in Djeddah täglich Hunderte von>Personen dahin.

Cocaki ui* provinzielles.

Gießen, 9. August.

* Auch dieses Jahr soll, wie voriges Jahr auf dem Auerbacher Schloß und vor zwei Jahren auf der Ludwigs­höhe in Edenkoben, ein großer Parteitag der national­liberalen Partei von Baden, der Pfalz, Hessen und Frankfurt abgehalten werden und zwar soll derselbe am 31. August auf dem Heidelberger Schloß stattfinden. Die Großh. Badische Domänen-Direetion hat bereits die Räume des Schlosses, Landhaus und Keller, zur Verfügung gestellt. Die fünf Hauptreden, auf den Kaiser, die Bundesfürsten, das Vaterland, auf Bismarck und das deutsche Heer (90jähriger Geburtstag Moltke's) werden Redner von Heidel­berg, Mannheim, aus der Pfalz, Darmstadt und Karlsruhe übernehmen.

Berichtigung. Der Bahnzug für den Ausflug des Männerturnvereins Gießen am Sonntag Mittag nach Kloster Arnsburg geht nicht, wie im gestrigen Inserat angegeben, 1 Uhr 25 Min., sondern 1 Uhr 20 Mitt.

-r. Lich, 8. August. Sonntag den 10. d. Mts. feiert der hiesige Turnverein fein Stiftungsfest. Aus dem ausgestellten Programm können wir mittheilen, daß sich Nach­mittags ein Festzug durch die Straßen der Stadt nach der Turnhalle bewegen und hierauf Schauturnen auf dem Turn­plätze stattfinden wird, während dessen die Grüninger Musik- capeQc(concertirt; für Abends ist Tanzunterhaltung festgesetzt. Seit heute werden in hiesiger Stadt Beiträge zur Deckung der Kosten des diesjährigen Sedanfestes gesammelt.

§§ Schotten, 8. August. Nächsten Montag den 11. und Dienstag den 12. d. Mts. findet dahier der weitbekannte Sommermarkt statt. Da in den letzten Monaten die Maul- und Klauenseuche in der Provinz aufgetreten und der Viehhandel gehemmt war, wird unser Sommermarkt voraus­sichtlich stark besucht werden. Man nimmt an, daß ea. 4000 Stück Rindvieh, ea. 1000 Stück Schweine und einige 100 Fohlen aufgetrieben werden. Bereits heute bringen die Bahnzüge große Viehherden. Auf dem hiesigen Sommer­markt wird ein enormes Geld umgeschlagen und zwar nicht bloß von den Viehhandelsleuten, sondern weil die Landwirthe der Umgegend, die Geschäftsleute und Handwerker die Zahl- und Pachttermine auf den Schottener Sommermarkt verlegen. Anch für Unterhaltung wird gesorgt. Wer ein Stück Volks­leben des Vogelsberges sehen will, der hat auf dem Schottener Sommermarkt Gelegenheit dazu.

Gedern, 7. August. Kürzlich holten drei Fuhrleute aus Zahmen am hiesigen Bahnhof Steine und stellten ihre Pferde bei Gastwirth Becker ein. Als der erste derselben anspannen wollte, fand er das eine Pserd in der Kette verwickelt; wie er näher kam, um zu helfen, bekam er einen so heftigen Huftritt, daß er ohnmächtig unter die Pferde fiel und im ersten Augenblick für tobt gehalten wurde. Niemand wagte sich bei das etwas scheue Pserd, bis endlich einige beherzte Gederner Bürger den Muth faßten, den verunglückten Fuhr­mann aus seiner gefährlichen Lage zu befreien. Ein herbei­gerufener Arzt erklärte die Verletzungen für ungefährlich und nachdem Herr Becker etwas Wein verabreicht hatte, erholte sich der Bewußtlose wieder. Dieser Vorfall erregte in unserem sonst so ruhigen Städtchen einen großen Straßen- auflans. Die Fuhrleute aber entfernten sich ohne ein Wort des Dankes.

Dermifcbte».

* Darmstadt, 5. August. Postpersonalnachrichten. Versetzt wurde der Postassistent Jochim von Deutsch-Avri- court nach Darmstadt.

A Mainz, 8. August. Bei den schweren Gewittern, die gestern in hiesiger Gegend niedergingen, 'hat, nach hier eingelaufenen Nachrichten, der Blitz in der Umgegend mehr­fach eingeschlagen. In Schierstein fuhr der Blitz in den Schornstein der Cementsabrik und zertrümmerte denselben. Auf dem Schornstein war ein Blitzableiter angebracht, doch befand sich derselbe in einem mangelhaften Zustande; zwischen Erbenheim und Kastel zündete der Blitz einen Haufen Korn, der vollständig in Flammen aufging. Vor der Lohmühle bei Mosbach schlug der Blitz in ein einzelstehendes Gehöfte, zer­trümmerte die Umfassungsmauern und zündete einen Stall, aus welchem mehrere Stück Vieh getöbtet würben.

Einiges Aussehen erregte bie unfreiwillige Seereise, die ein junger hiesiger Geschäftsmann Anfangs bieser Woche angetreten hat. Derselbe hat vor kaum Jahresfrist die Tochter eines sehr reichen Rentiers geheirathet und hierauf ein großes Modegeschäft gegründet. Das Geschäft ging statt vorwärts rückwärts und mußte der Herr Schwiegerpapa

große Summen ausbringen. Schließlich entschloß sich der Letztere, Hßs Geschäft auszugeben und für seinen theuren Schwiege^ohn ein frequentes altes Geschäft zu kaufen, das derselbe am 1. Juli übernehmen sollte. Inzwischen hat der Schwiegersohn seine auf die Neige gehenden Mittel auf nicht sehr legalem Wege zu vermehren gesucht, so daß die Schwieger­eltern eine rasche Auswanderung desselben geboten erachteten. Gegen die Unterschrift, daß er mit der Ehescheidung einver­standen sei, wurde der Schwiegersohn mit reichen Geldmitteln ausgestattet und dampfte ab.

* Mainz, 6. August. Das Beschmutzen der Häuser durch ungezogene Buben wurde schon mehrfach gerügt. Jetzt hat sich auch das Polizeiamt der Sache angenommen und die Schutzleute angewiesen, gegen diesen Unfug mit aller Energie einzuschreiten, so daß die Betroffenen Verhaftung und empfindliche Bestrafung und die Eltern Haftbarmachnng für den Schaden zu gewärtigen haben. Aber auch an bas Publikum richtet bas Polizeiamt bas Ersuchen, die Polizei zu unterstützen und bei Ermittelung und Habhastwerdung der Schuldigen mitwirken zu wollen. Sache der Schule wäre es insbesondere, immer wieder die Jugend darauf aufmerk­sam zu machen, daß das Beschmutzen der Häuser durch Kohle, Kreide und sonstige Dinge ein Unfug ist, der die Hausbesitzer schädigt und ihnen die Lust benimmt, ihre Häuser im schmucken Zustartde zu erhalten. (Eine derartige Warnung dürfte sich auch für Gießen empfehlen. Red.)

* Marburg, 8. August. Die Ausstellung hessischer Drucke im hiesigen Rittersaale ist gestern geschlossen worden. Zu diesem Zwecke hatte sich der Ausstellungs-Ausschuß voll­zählig sowie eine Anzahl Mitglieder des hessischen Geschichts­vereins in den Ausstellungsräumen versammelt, woselbst Herr Archivrath Dr. Könnecke einen vorläufigen kurzen Bericht über den Besuch und das Resultat der Ausstellung gab. Demselben war zu entnehmen, daß die Ausstellung sehr stark und zwar insgesammt von etwa 910000 Personen besucht wurde, sodaß sich, da die Ausstellung 40 Tage geöffnet blieb, hiernach der tägliche Besuch auf etwa 250 Personen berechnet.

* Frankfurt a. M., 8. August. Auf dem königlichen Amtsgericht wurde gestern ein Hausbesitzer, welcher Miether alsbrav" bezeichnet hatte, die sich bei seinem Nachfolger alsfaul" erwiesen, d. h. ihre Miethe nicht zahlten, zuns Ersatz des Schadens verurtheift, der durch seine Auskunft dem Kläger entstanden war. _____

* Dresden, 8. August. SItct am 4. Juni vom königl. Schwurgericht wegen Mordes zum Tode verurtheilte Hand­arbeiter Paul Hermann Hannas wurde gestern früh 5 Uhr mittelst Fallschwertes im Hose des königlichen Justizgebäudes auf der Pillnitzerstraße enthauptet. Der 32 Jahre alte Verbrecher hatte am 13. Januar d. I. auf Batzdorfer Flur in der Nähe von Meißen seine Ehefrau mittelst Erwürgen (Aufhängen) ermordet und den Leichnam am übernächsten Tage in die Elbe geworfen.

* Jügesheim im Rodgau, 7. August. In unserer Ge­meinde herrscht noch die Unsitte, selbst die Kindtanssfeierlich- keiten durch Abgabe von Freudensalven zu verherrlichen. Der Bursche Peter Josef Werne, welcher am 15. Juni gelegent­lich einer solchen Feier aus dem ersten Stockwerke der Jakobi'schen Winhschaft einen Gewehrschuß abgab, war habet so unglücklich, die 17jährige Kath. Clara Rückert an den Weichtheilen des linken Schulterblattes zu treffen und eine jetzt noch nicht ausgeheilte Wunde zu' verursachen. Das Seligenstädter Schöffengericht verurtheilte heute den leicht­sinnigen Schützen wegen fahrlässiger Körperverletzung in eine vierwöchige Gefängnisstrafe und zur Tragung der sehr er­heblichen Kosten. (N. H. V.)

* Hamburg, 6. August. DieHamb. Nachrichten" ver­öffentlichen ein Schreiben Schliemanns an den Fürsten Bismarck, datirt aus Troja vom 22. Juli, in welchem der Gelehrte über den Stand der Ausgrabungen berichtet. Er theilt viele Einzelheiten mit. Die Mauern von Pergamos sind danach ganz ansgegraben, ihre Hohe hat 20 Meter be­tragen. Es wurden vier große Thore darin aufgedeckr. Von der unteren Stadt konnte man, obgleich siebzig Mann und drei Eisenbahnen fortwährend an der Fortführung des Schuttes arbeiteten, bisher nur wenig aufdecken, da die Schuttmassen bis dreißig Meter tief sind. Die Ausgrabung, Reinigung und das Photographien der Hausmauern hat viel Zeit ver­langt. Schliemann stellte die Weiten am ersten August ein und nimmt dieselben am ersten März 1891 wieder auf; er bezeichnet die schätze, mit denen er die nach dem neuen Museum in Berlin kommende trojanische Sammlung bereichern werde, alsherrliche".

Für reiselustige Damen ist es häufig das größte Hinderniß, daß es ihnen an orts- und reisekundiger Be­gleitung fehlt, und in ihrer Aengstlichkeit verzichten sie lieber ganz auf eine Reise, als daß sie dieselbe allein machen. Zumal Berlin gilt ihnen in dieser Beziehung als ein Ort des Schreckens. Wenn es so früher war, jetzt ist dies nicht mehr und alle Damen, welche nach Berlin reisen wollen, aber keine Begleitung dahin ober keinen willigen Führer dort haben, werden mit Vergnügen erfahren haben, daß eine mit den Berliner Verhältnissen auss Beste vertraute Dame, Frau Hedwig Angyalfi, Friedrichstraße 123, ein Unternehmen ins Leben gerufen hat, welches der Führung von Damen, die Berlin besuchen, dient. Daß dieses Unternehmen einem that- sächlich in weiten Kreisen gefügten Bedürsniß entspricht, brauchen wir nicht erst besonders anzuführen. Ist es schon für einen Mann, der eine fremde Stadt besuchen will, eine Annehmlichkeit, einen Bekannten dort zu haben, der ihn herumsührt, so ist dies für eine Dame geradezu Bedürsniß, zumal in dem großen Berlin.

* Zur Nachahmung empfohlen. In Elberfeld ist dieser Tage ein jungerHerr" abgesaßt worden, der mit dem neuesten Pariser Spielzeug^Pst Pst" die Leute zum Narren hielt. Nachdem ihm das Spielzeug von einem Schutz- manne abgenommen und er wegen Verübung groben Unfugs zur Bestrafung notirt war, konnte er feiner Wege gehen.

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