Ausgabe 
10.8.1890 Erstes Blatt
 
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Hutner C. F. M; oQinad)t§urtunben beharr- t» U Jtitt mein Client zu 1 Earung sich veranlaßt, l: °on lbm dem Rentner M/sertW fleweienen mch Widerruf längst er- 'd daß Rentner C F. Walz echtigt ist, meinen Clienten, atsbesitzer I. May in. in >wie zu verpflichten oder Zertreten.

(Hessen), 24. Juli 1890. oollmächtigte des Guts- May HI. in S.aden.

Sejd, echtsanwalt. 6548

uche aus Michaeli oder stiges Mädchen für Küche L

u Rechtsanwalt Lauer.

deknecht gebucht.

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lahme bei dem to imb Schwagers

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outen die traurige Schwiegermutter,

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Nr. 184. Erstes Blatt. Sonntag den 10. Llugust

1890

Der Hietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.

Die Gießener -amilienVlLtler werden dem Anzeiger «üchentlich dreimal beigelegt.

Meßmer Anzeig er

Kenerat-Mnzeiger.

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i;» chratisöeicage: Hießmer K-mitimölätter.

Anrtlichsv Cdeil.

Bekanntmachung.

Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Bataillone des Großh. Infanterie-Regiments Nr. 116 in dem Gelände südwestlich Treis a. d. Lda. am 15. und 16. August l. I., an beiden Tagen um 7 Uhr Morgens beginnend, ihr gefechtsmäßiges Abtheilungsschießen abhalten werden. Die Schußlinie läuft in südöstlicher Rich­tung gegen das Oberseilbacher Feld hin. Es wird daher gewarnt, das Gelände zwischen folgenden Wegen: Daubringen Alten-Buseck, Alten-BuseckBeuern, BeuernClimbach, ClimbachTreis a. d. Lda., Treis a. d. Lda.Mainzlar, MainzlarDaubringen (besonders auch nicht die an oben genannten Orten in das Gelände führenden Wald- und Feld­wege, sowie die von Großen-Buseck nach Daubringen, Treis d". d. Lda. und Climbach führenden Wege) an den beiden genannten Tagen von 5 Ubr-^ rügens ab zu betreten. Das Betreten der Wege £rei-'> 'te R^a.Beuern, Treis a. d. Lda. Climbach, Climbachs-Beuern und des directen Weges Alten-BuseckBeuern wird für die genannten beiden Tage untersagt, dagegen können die Straßen Treis a. d. Lda. Mainzlar, MainzlarDaubringen, DaubringenAlten- Buseck , Alten-BuseckGroßen-BuseckBeuern betreten werden. \

Gießen, den 8. August 1890.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

J.V.:

I o st, Regrerungsrath.

Gießen, den 8. August 1890. Betr.: Schießübungen des Infanterie-Regiments Nr. 116. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien Daubringen, Alten-Buseck, Beuern, Climbach, TreiS a. d.Lda.

und Mainzlar»

Sie wollen die vorstehende Bekanntmachung alsbald in Ihrer Gemeinde ortsüblich publiciren lassen.

I. V.:

Jost, Regierungsrath.

Bekanntmachung,

Maßregeln gegen die Maul- und Klauenseuche (des Rind­viehes, der Schafe, Ziegen und Schweine) betr.

Die Maul- uud Klauenseuche ist in den Gemarkungen des Kreises Schotten erloschen.

Die Großh. Bürgermeistereien des Kreises sind ermächtigt, bei der Verbringung von Schlachtvieh, d. h. von Vieh, welches zum Schlachten bestimmt ist und ohne wesentliche Verzögerung nach dem Orte der Schlachtung verWacht wird, Bescheinigungen des Inhalts auszustellen, daß der Ort und das Gehöft, aus dem das Vieh stammt, seuchenfrei sind und daß der Bürgermeisterei auch kein Seuchenausbruch in den Nachbarorten im Umkreise von 3 Stunden bekannt geworden ist.

Dieser Scheine bedarf der Viehhändler; der Landwirth, der selbstgezogenes Vieh ausführt, und der Metzger dagegen nicht.

Ueberhcmpt bedarf nur der Viehhändler, welcher Vieh verbringt (also auch zu oder von einem Markte), des Gesundhertsscheines eines hierzu ermächtigten Thier- arztes, durch welchen bescheinigt wird, daß das fragliche Vieh sich mindestens seit 7 Tagen in seuchensreiem Zustande am Orte der Untersuchung befunden habe. Diese Scheine müssen enthalten: Ort, Datum der Ausstellung, Namen des Besitzers der zu transportirendeu Thiere, jedes mitzuführende Stück Rindvieh nach Geschlecht, Alter, Farbe, Abzeichen, die Zahl der mitzuführenden Schafe, Schweine und Ziegen. Führt der Händler das Vieh von einem nichthessischen Orte ein, so muß in der von dem Thierarzte ausgestellten Bescheinigung noch weiter bescheinigt sein, daß die Ge­markung,' aus welcher das Vieh eingesührt wird, vollständig seuchensrei ist.

Alle hier einschlägigen Zeugnisse sind 5 Tage gültig, müssen datirt, unterzeichnet und mit dem Dienstsiegel der zuständigen Behörde versehen sein.

Schotten, den 2. August 1890.

Großherzogliches Kreisamt Schotten.

Schönfeld.

Gefunden: 1 Säbellasche, 1 Tabakspfeife, 2 Man­schettenknöpfe, 1 Handschuh, 1 Schürze, 1 Arbeitsbeutel, 1 Schirm, 1 Hut, 1 Feuerzeugbüchse, 1 Cigarrenetuis.^

Zugeflogen: 1 Kanarienvogel.

Gießen, den 9. August 1890.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

I. V-: Kraemer.

politische Uebevsicht.

Gießen, 9. August.

Von einem Unfall, der dem Kaiser am Donnerstag Nach­mittag, als er von der Besichtigung der Docks, Torpedolager u. s. w. in Portsmouth nach dem Admiralitätsgebäude zurück­kehrte, zustieß, berichtet eine offieiöse Meldung. Hiernach fuhr in dem Augenblick, als der Kaiser den Eisenbahnwagen verließ, die Equipage des Admirals Commerell zu nahe an den Wagen heran. Der Monarch sprang behend zur Seite, wodurch jede Collision vermieden wurde und der hohe Herr völlig unbe­schädigt blieb.

Von Schloß Osborne aus richtete Kaiser Wilhelm ein Glück- und Dankwunschtelegramm an den Sultan Said Chalifa von Zanzibar wegen des Erlasses dieses Herrschers gegen die Selaverei. Aus gleichem Anlaß ließ die Königin Victoria dem Sultan ihre Glückwünsche durch den englischen General- consul in Zanzibar ausdrücken.

Die formelle Uebergabe der Insel Helgoland an Deutsch­land hat sich am heutigen Samstag nach dem von der englischen Re­gierung vorgeschlagenen und deutscherseits angenommenen Cere- moniell vollzogen. Der Vertreter der deutschen Regierung, Staatssecretär und Staatsminister v. Bötticher, wurde von den vor Helgoland eingetroffenen britischen Kriegsschiffen mit einem Salut von 17 Schüssen empfangen, woran sich die Be­grüßung durch den bisherigen englische Gouverneur, Mr. Barkley, und die Einwohnerschaft der Insel schloß. Bei dem alsdann folgenden Uebergabeact verlas der Gouverneur die Artikel des deutsch-englischen Abkommens betreffs der Ueber­gabe von Helgoland, worauf die deutsche Flagge neben der­jenigen Englands unter dem Donner der Geschütze der eng­lische Kriegsschiffe und der Schiffe des deutschen Manöver­geschwaders gehißt wurde. Bei Sonnenuntergang wurden beide Flaggen wieder eingeholt, worauf am Sonntag die Wiederhissung der deutschen Flagge allein stattfindet. Noch am Samstag Abend verläßt der Gouverneur nebst den übrigen englischen Beamten unter den Salutschüssen des deutschen Geschwaders die Insel an Bord derEnchantreß". Die Verwaltung Helgolands wird vermuthlich einstweilen in den Händen des preußischen Regierungsrathes Wermuth und des Corvettencapitains Geißler ruhen, welche Herren bereits vor einigen Tagen auf Helgoland eingetroffen waren. Auch deutsche Postbeamte sind daselbst schon in Thätigkeit getreten. Der Ankunft des Kaisers auf Helgoland wurde für Sonntag Mittag entgegengesehen und waren zum Empfange des hohen Besuches von einem Comits Helgoländer Einwohner und Badegäste umfassende Vorbereitungen getroffen worden. Da osficiell kein Mitglied des englischen Königshauses bei dem Uebergabe- acte anwesend war, so konnte demselben aus Gründen der Etikette auch der Kaiser nicht beiwohnen.

Die persönlichen Streitigkeiten zwischen den socialistischen Führern nehmen ihren ungehinderten Fortgang. Der Abge- geordnete Bebel kanzelt in einer spaltenlangen Erklärung im Berl. Volksblatt" die frondirendeSächs. Arbeiterzeitung" und deren Gesinnungsgenossin, die MagdeburgerVolksstimme", resp. deren Redacteure und Hintermänner, ganz gehörig ab. Die fortgesetzten Angriffe der genannten Blätter auf die socialdemokratische Parteileitung werden von Herrn Bebel in den schärfsten Ausdrücken gerügt, der socialistische Parteiches spricht unter heftigen persönlichen Ausfällen gegen die Herren Dr. B. Wille und Hans Müller, die leitenden Redacteure der beiden Blätter, von nörgelnder Kritik, von unbefriedigtem Ehrgeiz und Demagogenwirthschaft, von kleinlichem Neid und privater Jnteressenwirthschaft, und fordert dann Beweise für die gegen die Parteileitung geschleuderten Anschuldigungen. Schließlich verweist Bebel aus den bevorstehenden socialdemo- kratischen Parteitag in Halle, wo er also unter die Genossen treten undfürchterliche Musterung" halten wird ob dann die unbotmäßigen Elemente der Partei zu Kreuze kriechen werden?

Der Gouverneur von Kamerun, Freiherr von Soden, welcher schon seit längerer Zeit zur Wiederherstellung seiner durch das Fieberklima von Kamerun erschütterten Gesundheit in Deutschland weilt, wird nicht mehr aus seinen Posten zurück­kehren. Wie es heißt, wäre der im westasrikanischen Colonial­dienste bewährte bayerische Landgerichtsrath Zimmerer, früher deutscher Commissar im Togo-Gebiet, als neuer Gouverneur

von Kamerun seitens des Auswärtigen Amtes in Aussicht genommen.

Das französisch-englische Abkommen wegen Afrikas wird von der französischen Presse noch ziemlich zurückhaltend be­sprochen, man will erst die für Montag angekündigte Ver­öffentlichung des Wortlautes des Vertrages abwarten. Doch meint derTemps", die öffentliche Meinung Frankreichs werde das Uebereinkommen, soweit es sich auf Madagscar beziehe, beifällig ausnehmen. Minister Ribot habe jedenfalls einen klaren Blick für Frankreichs Interessen bewiesen, was am besten aus der jüngsten Banketrede Lord Salisburys hervor­gehe. Von andern Pariser Blättern meint dieFrance", aus der Banketrede Salisburys sei zu entnehmen, daß noch nicht alle Streitpunkte zwischen Frankreich und England be­seitigt seien, undParis" bemerkt, das Abkommen sei zwar nicht als ein diplomatischer Triumph Frankreichs zu betrachten, aber doch nicht ungünstig für dasselbe. Der französische Ministerrath beschloß im Princip, in der nächsten Kammer­session einen Gesetzentwurf über den Bau einer Bahn durch die Sahara vorzulegen. Die Senatssession ist am Donners­tag geschlossen worden.

Nach Meldungen aus Mekka ist nicht nur die in dieser Stadt ausgebrochene Choleraepidemie im Zunehmen begriffen, sondern sie hat auch bereits den Hafenplatz Dschedda am Rothen Meere ergriffen. Letzterer Umstand ist namentlich deßhalb so bedenk­lich, weil sich in Dschedda die aus Egypten, der Levante und der europäischen Türkei stammenden Pilger bei Antritt der Heimreise einzuschiffen pflegen, die Gefahr einer Verschleppung der Cholera nach den Häfen des südöstlichen Europas liegt hiermit sehr nahe.

Deutsche» Reich.

][ Darmstadt, 8. August. Se. Königl. Hoheit der Großherzog sind mit dem bekannten Gefolge gestern Nach­mittag 3 Uhr wohlbehalten in Peterhos eingetroffen und auf dem dortigen Bahnhof vom russischen Kaiser und sämmtlichen Großfürsten empfangen worden. Ihre Kaiserl. Hoheiten der Großfürst und die Großfürstin Sergius, letztere bekanntlich eine geborene Prinzessin Elisabeth von Hessen, waren dem Großherzog bis Gatschina entgegengefahren. Heute begleitet der Großherzog das russische Kaiserpaar für drei Tage nach Krasnoje-Selo.

Darmstadt, 8. August. Das gestern ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 21) enthält':

1. Bekanntmachung, die von den stimmberechtigten adeligen Grundbesitzern vorzunehmende Wahl zweier Mitglieder der Ersten Kammer der Stände betr.

2. Üebersicht der bei Großherzoglichem Ministerium des Innern und der Justiz für das Jahr 189091 ge­nehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communalbedürf- nissen in den Gemeinden des Kreises Heppenheim.

3. Ordensverleihungen.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aller- gnädigst geruht: Am 25. Juli der Anna Maria Schum aus Momart, z. Z. im Dienst bei Landwirth Johannes Lutz V. zu Lengfeld, die Silberne Medaille des Ludewigsordens, am 28. Juli dem Geh. Regierungsrath Professor A. W. v. Hof­mann zu Berlin das Comthurkreuz 1. Klasse mit der Krone des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, an dems. Tage dem Bildhauer Professor Fritz Schaper zu Berlin die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft zu verleihen.

4. Namensveränderungen.

5. Dienstnachrichten.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aller- gnädigst geruht: Am 17. Juli dem Schulamtsaspiranten Ludwig Böcher aus Eichelsdors die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Stornsels zu übertragen; am 19. Juli wurde der von dem Herrn Fürsten von Löwenstein-Wertheim- Rosenberg und dem Herrn Grafen von Erbach - Schönberg auf die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rimborn präsentirte Schulamtsaspirant Johann Peter Dietz aus Schaaf­heim für diese Stelle bestätigt.

6. Concurrenzeröffnung.

Erledigt ist: Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Sprendlingen im Kr. Alzey mit einem Gehalte von 1000 Mk.

Neueste Nachrichten.

WolffS telegraphisches Torrcspondenz-Bureau.

Berlin, 8. August. Gegen fünfhundert geladene Gäste des Aerzte-Congresses folgten Nachmittags einer Ein­ladung des Kaisers, welcher durch den Prinzen Leopold ver-