Interessen der Beamten des Deutschen Reiches sowie aller unabhängig lebenden Personen bestehen. Einer „wirthschaft- lichen Vereinigung", welche die Actiengesellschast ins Leben zu rufen beabsichtigt, kann Jeder, ob Aktionär oder nicht, beitreten, sofern er jährlich 3 Mk. oder einmal 10 Mk. bezahlt. Diese „wirthschaftliche Vereinigung" errichtet in den genannten Städten für ihre Mitglieder Auskunstsbnreaux, ferner Wohnungsnachweise, Auskunftsstellen über Sommerfrischen 2C. Weiter soll die Vermittlung für den Ankauf und Bezug gewisser Maaren, namentlich auch von Brennmaterial und Kartoffeln, übernommen werden. Endlich ist die Errichtung eigener Werkstätten, eines eigenen Kaufhauses, sowie einer Darlehnskasse ins Auge gefaßt. Die Actionäre sollen bis zu 5pCt. Dividende erhalten und weitere Ueberschüsse zum Theil der wirthschastlichen Vereinigung zufließen. Die Geschäftsführung übernimmt Herr Oberstlieutenant a. D. Gad in Darmstadt, welcher den Prospekt gemeinsam mit den Herren Rentner Friedr. Abich und Contreadmiral a. D. B. v. Werner, beide zu Wiesbaden, unterzeichnet hat.
* Ucbcr die Preissteigerung, welche wohlfeile Metalle durch die Verarbeitung erfahren, und über den Preis der seltenen Metalle bringt die Fachzeitung „Prometheus" eine interessante Zusammenstellung. Bezeichnet man den Preis der Gewichtseinheit des Eisenerzes mit 1, so ergeben sich für verarbeitetes Eisen u. A. folgende Sätze: Draht 40 bis 42, Gußstahl 82, Messerklingen 5 bis 10 000 und feine und feinste Uhrfedern 20 bis 90 Millionen. Kostet danach z. B. ein Kilogramm Eisenerz einen halben Pfennig, so ist ein Kilogramm Stahl in Gestalt von Uhrfedern bei 450000 M. werth, während ein Kilogramm Gold höchstens 4000 Mark kostet. Wett kostbarer als Gold sind gleichfalls die sog. seltenen Metalle, welche nie in größeren Mengen, sondern meist nur grammweise dargestellt werden. So käme ein Kilogramm Baryum je nach dem Reinheitszustande auf 8000 bis 30000 M. zu stehen, Beryllium auf 27 000 bis 43000 M., Gallium auf 400000 bis 750 000 Mk., Germanium auf 140000 bis 175000 M., während die entsprechenden Zahlen für Silber, Gold und Platin 200 bis 250, 2500 bis 4000 und 4000 bis 5000 lauten. Iridium, welches in der Uhrmacherei und als Spitze für Schreibsedern Anwendung findet, kostet 5000 bis 6000 M. — Eine ähnliche Preissteigerung durch die Verarbeitung wie bei dem Eisen, kommt auch z. B. bei echten Spitzen vor. — Dieselben sind bisweilen 300 Millionen Mal mehr werth, als der Flachs oder die Seide, die zu ihrer Herstellung dienten.
* Der Anzug einer „heißen Luftwelle" ist aus Amerika ''gnalisirt — nach den kalten Tagen, die uns gegenwärtig .schieden sind, wäre das eine dankbar begrüßte Abwechslung. Die „heiße Luftwelle" schreitet langsam nach Osten vorwärts, <s dürfte noch eine volle Woche dauern, ehe sie das westliche Europa erreicht, allerdings wesentlich gemildert durch den Einfluß des Atlantischen Meeres. Gegenwärtig lagert die heiße Luftwelle noch immer über den Vereinigten Staaten. Dieselbe brachte einen großen Theil des geschäftlichen Verkehrs zum Süllstand und verursachte namentlich in den Städten schwere Leiden. In Burlington, Iowa, stieg die Hitze im Schatten auf 321/2 Grad Reaumur, im mittleren Mississippi- Thale aus 28—29 Grad, in Kalifornien und Georgia aus 32 Grad.
* Ueber die Entweichung eines Gefangenen in Dresden berichtet das „Leipz. Tagebl." Folgendes: Auf Requisition der Dresdener Staatsanwaltschaft hatte ein Gerichtsdiener den in Berlin verhafteten, wegen schweren Diebstahls steckbrieflich verfolgten Herrschastsdiener Adolph Gustav Kobus aus Spremberg (alias „von Ohlau") von Berlin nach Dresden zu bringen und im dortigen Gerichtsgesängniß aus der Mathildenstraße abzuliesern. Der Gerichtsdiener war mit dem Häftling aus der Berlin-Dresdener Eisenbahn Abends 6 Uhr 12 Minuten in Dresden eingetroffen. Aus dem Wege vom Bahnhofe nach der Stadt vermochte der Gefangene seinen Führer zu bestimmen, gemeinschaftlich einige Schankstätten zu besuchen. Abends um 7 Uhr erschienen beide im Hosbräuhaus-Reftaurant „Tivoli" in der Wettiner Straße. Hier ließ sich der Gefangene Papier, Tinte und Feder geben und schrieb einen Brief „an seine Braut", dessen Besorgung ein herbeigerusener Dienstmann übernahm. Alsbald erschien auch die angebliche Braut, „um von ihrem Gustav Abschied zu nehmen", und nun gab es eine fidele Kneiperei, wo der Wein in Strömen floß. Während dessen hatte sich auch noch ein Vierter, der angebliche zukünftige „Schwiegervater" des Gefangenen, zu dem Gelage eingefunden. Nachdem eine ansehnliche Zeche ausgelausen war, welche die „Braut" bezahlte, wurde endlich aufgebrochen und „Arm in Arm" der Weg nach dem Gerichtsgesängnisse aus der Mathildenstraße angetreten — voran der Gerichtsdiener mit dem „Schwiegervater", hinterdrein der Gefangene mit seiner „Braut". In der Nähe der Albrechtsstraße, in nächster Nähe des Gefängnisses, sah sich plötzlich der Gerichtsdiener von Allen verlassen. Der „Schwiegervater" hatte sich aus seinen Armen losgemacht und war mit sammt dem „Brautpaare" spurlos verduftet. Der ganze Hergang deutet darauf hin, daß der ausgekniffene Verbrecher mit seinen Complizen planmäßig gehandelt hat, um der Einlieferung in das Gesängniß zu ent-, gehen. Die ganze Geschichte klingt unglaublich, ist aber wahr! Von den Flüchtigen hat man bisher keine Spur zu entdecken vermocht.
* Originelle Einweihung einer Schwimmanstalt. In Newport, im westlichen England, wurde in voriger Woche ein mit einem Kostenauswande von 11000 Pfund Sterling von den Stadtvätern erbautes neues Schwimmbad von dem Bürgermeister der Stadt eröffnet, der zum Erstaunen der anwesenden Herren und Damen nach der Ceremonie Plötzlich seine purpurne, goldverbrämte Amtsrobe abwars und sich, nur mit einem dünnen Badeanzug bekleidet, ins Wasser stürzte, in dem er sich rüstig umhertummelte. Sein Beispiel schien ansteckend zu wirken, denn ohne auch nur Rock und Helm abzulegen, sprangen ihm die als Ehrenwache beigegebenen Schutzleute nach und einige Minuteu später wagten auch der
Stadtschreiber und die ehrenwürdigen Stadtväter den Sprung in das nasse Element, das bald so voll von Schwimmern war, daß der anwesende Photograph seine größte Camera nehmen mußte, um all die nassen Köpfe aus eine Platte zu bringen. Nachdem die Herren ihre Amtsroben wieder angelegt hatten, nahmen sie an einem solennen Frühstück theil, wo herzlich über den komischen Zwischenfall gelacht wurde.
Eingesandt.
Gießen, 8. Juli.
Am gestrigen Tage erfreute die Königliche Etsenbahn-Dtrection Hannover oas Publikum mit der Bekanntmachung, daß vom 15. Juli an eine neue Omnibus-Verbindung zwischen hier und Frankfurt a. M. eingelegt wird, eine Verkehrsverbesserung, welche gewiß freudig zu begrüßen ist.
Zu gleicher Zeit aber wird — sehr überraschender Weise — kurzer Hand der Wegfall der Omnibuszüge 409 und 410 zwischen Gießen, Lollar und Fronhausen decretirt, derjenigen Züge, welche wie ein Segen für die ganze Gegend wirkten.
Der überraschende Beschluß der betr. Eisenbahn-Direction ist bestimmt erfolgt, ohne daß das Publikum — für dessen Interessen die Bahnen doch schließlich geschaffen sind — irgend befragt worden ist.
Gerade die Züge 409 und 410, welche der Bürgerschaft die schöne Verbindung und Gelegenheit zu Ausflügen boten, wiesen auch in den Wochentagen eine recht erfreuliche Frequenz auf und man versteht wirklich nicht, wie es möglich ist, durch Die beabsichtigte neue Fahrordnung die stets bevorzugte Strecke Gießen—Frankfurt a. M. noch mehr zu bevorzugen und gleichzeitig die Verbindungen auf der nördlichen Theilstrecke unserer Linie — Gießen—Marburg — wieder zu vermindern; es wäre dies eine Ungerechtigkeit, welche um so größer ist, als gerade die wichtige Station Lollar Durch Personen- und Güter-Verkehr direct und indirect der Bahn so bedeutende Einnahmen zuführt; daß diese Station schon für sich allein hinsichtlich besserer Communication mit Gießen alle Berechtigung zu sogar weitergehenden Wünschen besitzt. Eine Nachfrage bei der Stationskasse würde Jedermann von der Höhe betr. Einnahmen überzeugen. Wir wollen wünschen, daß die Königliche Directton die seitherige Verbindung zwischen hier, Lollar und Fionhausen bestehen läßt und nicht glaubt, mit Anhängen eines Wagens 3. Klaffe an einen Güterzug zwei ganze für die Gegend sehr wichtige Züge ersetzen zu können.
Erwähnt muß noch werden, daß Die Verhältnisse der durch betr. Bahnverbindung berührten Gegend, einschließlich der ganzen Rabenau vorwärts und nicht rückwärts schreiten und deshalb vermehrte Aufmerksamkeit der Bahnoerwaltung und eher bessere als schlechtere Verbindung verdienen.
Erst kürzlich genehmigten die hessischen Kammern zur baldigsten Erbauung als für die Gegend dringend nöthig die Nebenbahnlinie Lollar—Londorf—Grünberg.
Eine schleunige Information ist für das Publikum in obiger Frage dringend erwünscht.
Aus der Persuchskrllerei.
Dem practischen Rathgeber für Obst-und Gartenbau entnehmen wir die nachstehenden Rathschläge von W. Bögler.
1. Johannisbeerwein.
Eine wichtige Frage bet der Bereitung des Johanntsbeerweincs ist: Sollen die Trauben entbeert werden oder nicht?
Etnestheils wird behauptet, daß der Wein, aus entbeerter Frucht bereitet, einen reineren lieblicheren Geschmack erhalte; andererseits wird hervorgehoben, daß bei Traubenweinbereitung Die Weintrauben auch nicht entbeert würden; es sei sogar wichtig, die Stiele mit zu quetschen und mit vergähren zu lassen, da diese dem Weine die nöthige Gerbsäure geben.
Um diese Frage klar zu stellen, wurden in der Versuchskellerei im vorigen Jahre erstens 50 Pfund weiße Johannisbeeren entbeert und zweitens 50 Pfund mit Stielen, gesondert auf der Obstmühle gemahlen und mit je 40 Liter Wafferzusatz gepreßt. In beiden Mengen wurden 50 Pfund Hutzucker (seine Raffinade) aufgelöst.
Die entbeerten Johannisbeeren ergaben 62 Liter Saft mit 112° Zucker und 12%o Säuregehalt, die nicht entbeerten Johannisbeeren 66 Liter Saft mit 105° Zucker und 13Vi°/oo Säuregehalt.
Der Unterschied, welcher sich schon bei Dem Safte zeigte, ist auch bei den fertigen Weinen bemerkbar. Die entbeerten Johannisbeeren gaben einen etwas milden, süßen Wein, die mit den Stielen gepreßt einen kräftigen, bitterlich herben Wein.
Da das Entbeeren nicht unerheblich die Kosten vermehrt, außerdem aber die Saflmenge verringert (1 Eentner Beeren 8 Liter Saft), spricht viel für das Nichtabbeeren, andererseits aber werden viele den milderen Wein aus den ohne Stiele gepreßten Johannisbeeren vorziehen. — Wir wollen abwarten, wie der Wein sich weiter entwickelt, auch noch wiederholte Versuche hierin anstellen.
Versucht wurde ferner, aus Johannisbeeren durch reichlicheren Wasser- und geringeren Zuckerzusatz einen leichteren, billigeren Wein (Haustrunk) herzusiellen. Dieser Versuch ist bis jetzt in befriedigender Weise noch nicht gelungen.
Recht gute Weine haben wir nach folgenden Recepten: 50 Pfund rothe Johannisbeeren, 50 Liter Wasser und 40 Pfund Zucker. Der Satt hatte 100® Zucker und 14 %o Säuregehalt. — 50 Pfund rothe Johannisbeeren, 6 Pfund schwarze Johannisbeeren, 50 Liter Wasser und 40 Pfund Zucker. Der Saft hatte 87« Zucker und 15o/gg Säuregehalt. Ein angenehm herber Beerenwein, oetn Rothwein ähnlich. — 25 Pfund rothe Johannisbeeren, 25 Pfund Stachelbeeren (rothe Himbeerstachelbeere), 40 Liter Wasser und 35 Pfund Zucker. Der Saft hatte 97° Zucker und 12°/0O Säuregehalt. Der Wein hat einen lieblichen Geschmack.
2. Stachelbeerwein.
Bei Bereitung von Stachelbeerwein war die Frage erörtert worden, ob die Früchte, wie dies in englischen Recepten empfohlen wird, noch hart oder in ganz reifem Zustand gepreßt werden sollen.
Es wurden daher an Stachelbeersträuchern (rothe Himbeer- stachelbeere), welche hierzu besonders bestimmt worden waren, die ausgebildetsten, aber noch harten Früchte theilweise ausgebrochen. 100 Pfund dieser Beeren wurden auf der Obstmühle gemahlen und mit 20 Liter Wasser ausgelaugt, drei Tage stehen gelassen und dann gepreßt. Dem Safte wurden noch 40 Liter Wasser und 60 Pfund Zucker zugesetzt. Der Saft hatte 90<> Zucker und 180w Säuregehalt. Von den gleichen Sträuchern wurden später 100 Pfund ganz reife Früchte gepflückt und gleichfalls, wie oben angegeben, gepreßt. Der erhaltene Saft hatte 92Va° Zucker und 15°/oo Säuregehalt. Das Ergebniß ist: Von nicht ganz reifen Früchten ein guter, herber Wein, dem edlen Weine ähnlicher. Von reifen Früchten ein mehr süßer Dessertwein.
Nach demselben Recepte wurden reife Beeren verschiedener großfrüchtiger Sorten gemischt gepreßt. Der Saft hatte 84V2° Zucker und 15Vi°/oo Säuregehalt. Der Wein hat ausgeprägten Stacheldeer- weingeschmack.
Ferner wurden folgende Beerenweine versucht:
3. Grdbeerwein.
Die Erdbeeren (König Albert von Sachsen) wurden von den Stielen befreit und gestampft. Auf je ein Liter Frucht wurde Vt Liter heißes Wasser gegossen. Die Masse blieb einen Tag stehen und wurde dann gepreßt. Zu 6 Liter Saft wurden 6 Pfund Zucker, auf welchem eine Eitrone adgerieben wurde, genommen. Der Wein ist gut gerathen. Die Erdbeere „König Albert von Sachsen" scheint für Erdbeerwein sehr geeignet. Andere Sorten konnten leider wegen der schlechten Erdbeer-Ernte nicht geprüft werden.
4. HeidelbeerweiN.
35 Pfund Heidelbeeren wurden in einem kupfernen Kessel mit 4 Liter Wasser erhitzt und dann auf der Obstmühle gemahlen. Bel
dem Pressen wurden noch 13Ve Liter Wasser und nach dem Pressen IOV2 Pfund Zucker, 4 Gramm Tannin und 26 Gramm Weinstein zugesetzt. Der Saft hatte 61° Zucker und 67t %i Säuregehalt.
35 Pfund Heidelbeeren wurden nicht erhitzt, aber sonst wie oben behandelt. Der Saft hatte 62° Zucker und 6o/w Säuregehalt. Der Wein ist noch süß und nicht ausgegohren. (Heldelbeerwein braucht drei Jahre, bis er vollständig ausgegohren ist). Ein Unterschied in beiden Proben ist nicht zu bemerken. — In diesem Jahre wollen wir die Heidelbeerweinbereitung nach dem Fromm'schen Recept, ohne Zucker, ohne Tannin, ohne Wafferzusatz, versuchen.
5. «berefchenwein.
25 Pfund Ebereschen entbeert und 28 Liter Waffer in einen kupfernen Kessel bis zum Sieden erhitzt, darauf auf der Obstmühle gemahlen und gepreßt. Dem Safte wurden 35 Pfund Zucker und 105 Gramm Weinstein zugegeben. Nach diesem Recept haben wir ein liqueurähnllches, stark nach Ebereschen schmeckendes Getränk gewonnen.
Citer atur uteö Ktmft
— Die Musikalische Jugendpost (Carl Grünlnger, Stuttgart). Der Jnhall des uns vorliegenden II. Quartalbandes stellt sich zusammen aus den Abtheilungen: Aus dem Leben bekannter Künstler, Erzählungen und Humoresken, belehrende Aufsätze, Märchen, Gedichte, Theaterstücke, Spiele u. a. Die Beigabe von Musikbeilagen, enthaltend Elavierftücke zu zwei und vier Händen, Lieder für eine und zwei Singstimmen, sowie Violinftücke mit Claoierbeglettung, hat den Zweck, dem Sinn für Musik und der Spielfreudigkcit Vorschub zu leisten und den Musikunterricht vortheilhatt zu beeinflussen. So möge denn die „Musikalische Jugendpoft", bei der sich unsere besten Jugendschriftsteller, Zeichner und Componisten zu reger und förderlicher Mitarbeiterschaft vereinigt haben, allen Eltern und Lehrern aufs Neue warm empfohlen sein.
— »Der Stein der Weisen", populär-wissenschaftliche Halb- monatschnft für Haus und Familie (A. Hartlebens Verlag, Wien), liegt mit seinem 12., reich iUuftrlrten Hefte vor. Aus dem diesmal besonders abwechslungsreichen Inhalt sind die nachfolgenden Beiträge heroorzuheben: „Die Naturwunder des Karst" von Regierungsrath Franz Kraus (14 Bilder); „Das Wachen", „Ueber Zimmerdecken" (8 Bilder), „Die Töpferkunst", „Straßenbahn mit senkrechter Spur" (10 Bilder), „Ein Wasserdreirad" (illustrirt); „Die Schutzglocken der Glühlampen" (5 Bilder); „Unsere Nachtvögel" von I. v. Pleyel; dem Hefte sind zwei Büchelchen beigegeben, welche in reizender Ausstattung über die Eigenart des „Stein der Welsen", seinen Inhalt und Jlluftrationsschmuck orientiren. Damit gibt die gehaltvolle populär-wissenschaftliche Zeitschrift gewissermaßen ihre Visitkarten an Leser und alle Diejenigen ab, denen es gewiß angenehm sein wird, die persönliche Bekanntschaft mit diesem Unicum in der deutschen periodischen Literatur zu machen. Da dieses Heft das erste Semester des laufenden Jahrganges abschließt, nimmt die Verlagshandlung Anlaß, in einem ausführlichen Programm die Bereicherungen des Inhaltes der Hefte, welche für das nächste Semester in Aussicht genommen sind, darzulegen. Damit ist wieder ein ausgiebiger Schritt nach vorwärts gethau, der die zahlreichen Freunde des Unternehmens sicher befriedigen wird.
— Soeben geht uns das II. Quartalheft der 9Unett Musik» Zeitung (C. Grünlnger, Stuttgart) zu. Bel Prüfung des Inhalts fällt ins Auge, daß zunächst für den practischen Gebrauch 12 Musikpiecen geboten werden, die zum Theil aus melodiösen Klavierstücken von Brassin, Fr. v. Wickede, C. Cooper, theils aus Liedern (mit Klavierbegleitung) von Heiser, Bohm, Ludw. Liebe und Franz Behr bestehen, wie man sieht, Komponlftennamen von bestem Klang. Der textliche Theil bringt belehrende und unterhaltende Aufsätze, spannende Novellen, Künstler-Reminiscenzen, humoristische Plaudereien, ein reiches Porträtmaterial, Winke und Besprechungen über neue Bücher, Musikalien rc. Wer Interesse an der Tonkunst nimmt und in deren weitem Bereiche eines zuverlässigen Führers und Berathers bedarf, dem empfehlen wir ein Abonnement auf die Neue Musik- Zeitung, welches vierteljährlich nur 80 Pf. kostet.
Das überraschende Resultat des deutsch-englische« Vertrages über die von den beiderseitigen Regierungen soeben vereinbarten Gebietsabgrenzungen in Afrika hat gegenwärtig die Blicke der civllisirten Welt wieder mehr als je auf den dunklen Erdthell gelenkt. In diesem Augenblick muß das Erscheinen einer neuen Auflage der von dem bekannten geographischen Institut von Carl Flemming in Glogau herausgegebenen Generalkarte von Asrika mit doppelter Freude willkommen geheißen werden. Die Nachfrage nach dieser nunmehr bereits in 50. Auflage vorliegenden Karte von Afrika ist eine fortdauernd so starke, daß in der Regel nach dem Erscheinen einer neuen Auflage auch schon der Druck der nächstfolgenden sofort wieder in Angriff genommen werden muß, — ein Umstand, der es ermöglicht, daß die Flemming'sche Generalkarte, auf welcher stets die Ergebnisse des politischen Entwickelungsganges, wie der wissenschaftlichen Erforschung bis auf den neuesten Stand berücksichtigt und mit einer anderwärts nicht zu findenden Gründlichkeit und Genauigkeit in vollendeter Technik zur Darstellung gebracht sind, mit der vorliegenden neuen Ausgabe wieder die erste ist, welche den englisch-deutschen Vereinbarungen auf dem Fuße zu folgen vermochte. Wir fönnen die Karte, welche für den billigen Preis von 1 Mark durch jede Buchhandlung zu beziehen ist, wegen ihrer wirklich vorzüglichen Brauchbarkeit bestens empfehlen.
Canö» ttttö i>olf»«virtbfcbaft.
— DaS Einsieigen von Richtmitreisenden in die Eisenbahnwagen bei Begleitung von Bekannten und Verwandten in der Absicht, die Plätze als besetzt erscheinen zu lassen, soll aus Anlaß eines jüngst vorgekommenen Falles, wobei ein Mann, der das Abfahrtssignal überhörte und Dann bei dem Versuche, abzusteigen, unter den abfahrenden Zug gerieth und getödtet wurde, nunmehr in allen Fällen damit bestraft werden, daß von jedem unbefugt int Zuge Betroffenen gemäß § 14 Abs. 3 des Eisenbahn-Betriebs-Reglements für die Eisenbahnen Deutschlands ein Strafbillet im Betrage von 5 Mk. zur Einziehung gelangt. Das Zugbegleitungspersonal hat dieserhalb streng zu befolgende Weisungen erhalten.
— Bon Raupen befallenes Jntter muß vor der Verabreichung gekocht oder gedämpft, mindestens aber ordentlich abgewaschen werden, denn es ruft, wie Thierarzt Dinter beobachtet hat, fieberhafte Zustände, wässerigen Durchfall, Appetitlosigkeit, Nachlassen in der Milchergiebigkeit hervor. Wo diese liebel bereits eingetreten sind, da gebe man schleimige, lösende Getränke.
— Wie erkennt man die Trächtigkeit einer Knhk (Nachdruck verboten) Man soll frisch gemolkene Milch der betreffenden Kuh in ein Glas Brunnenwasser tröpfeln. Zerfließen die Tropfen und vermischen sich mit dem Wasser, so ist sie nicht trächtig, fallen sie aber ganz und schnell zu Boden, so ist es ein Zeichen der Trächtigkeit. Auch beim Melken kann man einen Anhalt für die Trächtigkeit gewinnen, indem man einige Tropfen der Milch in die hohle Hand melkt und mit den Fingern reibt, ist dieselbe zähe, klebrig, so kann man auf die Trächtigkeit der Kuh rechnen und je klebriger die Milch ist, desto weiter ist die Trächtigkeit vorgeschritten. Ist die Milch dagegen wässerig und nicht zu zähe und klebrig, so ist das Thier nicht trächtig.
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Das üm säfte, K-rrttm büchsenemMis 1890. 8. Auflage. Buchhandlung.
Boraussichtli eingekochten Früch Schimmel. Darm ein sicheres, biUige Seite 2 und 3 do Haupt dieses Schrt empfehlen. In ei Finmacheliuist" fi Erklärung, daß jed Nutzen bedienen wt
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