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Deutscher Reichstag.

38. Plenarsitzung. Mittwoch den 8. Januar 1890, 1 Uhr.

Präsident v. L e v e tz o w eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Min. mit folgender Ansprache:

Meine Herren!

Wir nehmen unsere Berathungen wieder auf unter dem schmerzlichen Eindrücke eines schweren Trauerfalles, der Se. Majestät den Kaiser und das Vaterland betroffen hat. Die allgeliebte Großmutter unseres Kaiserlichen Herrn, die treue Mutter Sr. Majestät des verstorbeuen Kaisers Friedrich, die fast 60 Jahre hindurch treue Ehegattin des großen Königs und ersten Kaisers Wilhelm, die erste deutsche Kaiserin ist gestern Nachmittag 4 Uhr aus dem Leben geschieden. Als Kaiserin und als Frau hat die Heimgegangene, ein leuchtendes Vorbild auf dem Throue, in unwandelbarer Treue ihrer Pflicht gelebt- nicht körperliches Leiden, nicht kummervolle Tage, nicht sorgenvolle Zeiten haben sie verhindern können, wo Wunden zu verbinden waren, wo es galt, Noth zu lindern, wo thätige Liebe und Humanität, wo ideales Bestreben eine Gelegenheit zur Thätigkeit faud, einzugreifen. Das zum Gemeiugut der Nation gewordeneRothe Kreuz" mit seinen Werken gemeinnütziger Liebe ist ihr eigenstes, bis zur letzten Stunde gefördertes Werk- wie ihr Name eng mit diesen Bestrebungen verbunden war, so wird ihr Andenken unver­geßlich sein für alle Zeiten. Sie ruhe in Frieden!

Der Reichstag hat sicherlich das Verlangen, Sr. Majestät dem Kaiser von diesen Empfindungen Ausdruck zu geben. Ich nehme an, daß das Haus seiu Präsidium beauftragt, das Erforderliche zu veranlassen. Ich glaube, es ist heute kein Tag zur Erledigung weiterer Geschäfte- ich schlage vor, die nächste Sitzung zu halten Donnerstag 1 Uhr mit der Tages­ordnung von heute und schließe die Sitzung.

Schluß 1 Uhr 25 Minuten. _____________

Cecates rin- KrsvinzLettes.

Gießen, 9. Januar.

DemFrkf. Journ." wird über den bevorstehenden Besuch der hiesigen Universität durch Se. König!. Hoheit den Erbgroßherzog von hier geschrieben:Der Erbgroßherzog von Hessen wird, wie wir bereits meldeten, seine Studien auf der Universität Gießen beenden. Da die Ankunft des Erbgrofi- herzogs in Bälde erwartet wird, ist man eifrig beschäftigt, das Schloß Staufenberg zum Empfange und zum Wohnsitz herzurichten. Das Schloß liegt in der Nähe Gießens malerisch nn Berggelände. Es ist von dem Großherzog von Hessen renovirt worden, wurde aber nur wenig von der Großherzog- lichen Familie benutzt. Die Zimmer, welche der Erbgroßherzog

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Freitag den Vormittags 11 U memde Traischor ung Ttato'&orlon auf weitere 6 3^re dabier verpachtet v

Traischorloff, bei Großh. Bürgermeiste 327 Raa

geordnet.

Konstantinopel, 8. Januar. DieAgence Konstantinopel" meldet, der Vertreter Bulgariens, Vulko witsch, erklärte der Pforte, seine Regierung habe weder beabsichtigt, noch beabsichtige sie jetzt, Eisenbahnen, welche zu den Bahnen des Baron Hirsch gehören, zu sequestriren. Die Pforte erklärte sich hierdurch vollkommen befriedigt, -damit als abgeschlossen betrachtet.

Pascha als Special-Commissar und) Sofia zu senden, wurde

Schwitzcur mußte ich trotzdem bis zum Aeußersten tragen, I denn Mama hielt an den Diätvorschristen des nichtsnutzigen Pseudo-Doctors energisch fest. Demgemäß mußte ich, nach­dem ich Mittags zwar richtig mein Täubchen empfangen, den ganzen übrigen Tag im Bette stecken bleiben und o Hohn des Schicksals draußen war so prächtiges Wetter, und für den Nachmittag war eine Kahnfahrt der Langobarden nach I Grimmelsdorn, Abends aber der Anstich des neuen köstlichen Mummelshainer Bieres auf der Verbindungskneipe projeetirt und ich mußte hier in meinem Schwitzkasten ausharren es war empörend! And dazu diese abscheuliche Limonade, die mich Mama gewissenhaft schlürfen ließ Limonade auf | meinenausgepichten" Biermagen entsetzlich! Vergeblich : suchte ich aber Mama nur aus ein Stündchen wegzugraulen, um dann von Hannchen einen Krug Bier einschmuggeln zu lassen, Mama blieb standhaft auf ihrem Posten und erst in den Abendstunden verließ sie mich, um Nachtquartier im Grauen Wolf" zu beziehen, da glücklicher Weise bei meinem Wirthe nicht der geringste überflüssige Platz vor­handen war. ,

Natürlich mußte mir Hannchen sofort verschiedene Kannen Bier besorgen da ich es doch nicht riskiren mochte, mich in denFuchsbau" zu begeben die ich mit einem Behagen leerte, als ob ich dem Verschmachten nahe gewesen sei - ebenso delectirte ich mich an einem mächtigen Stück Schinkenwurst, denn das armselige Täubchen vom Mittag und das bischen Bouillon, welches ich gegen Abend, genau entsprechend den Vorschriften des liebenswürdigen Schellhorn, bekommen hatte, konnten natürlich nicht im Entferntesten vorhalten. Leider hatte der reichlich genossene Gerstensaft mein Vorhaben, am nächsten Morgen frühzeitig aufznstehen und dadurch Mama bei ihrem Kommen ad oculos zu demonstriren, daß ich mich

ausgesprochene Verbot des Vereins für volksthümliche Wahlen in Lüneburg au f g e h o b en morden.

Stuttgart, 8. Januar. DerStaatsanzeiger" widmet der Kaiserin Augusta einen sympathischen Necrolog, worin er die hohe, dem württembergischen Königshause nahe Ver­wandte betrauert, mit welcher das Köuigspaar, die Prinzen und Prinzessinnen des Königshauses durch Bande der Liebe und Verehrung aufs Innigste verknüpft waren. _

Stuttgart, 8. Januar. Vom Personal der Staats­eisenbahnen sind 240 Beamte infolge der Influenza dienst­unfähig, weshalb eine Anzahl Güterzüge nicht befördert werden konnte.

DerStaatsanzeiger" meldet: Der König ordnete an, daß am Todestage, sowie dem Beisetzungstage der Kaiserin Augusta jede öffentliche Lustbarkeit und Musik unterbleibe. Das Befinden des Königs ist ein befriedigendes, die Königin ühlt sich entschieden gekräftigt.

Wien, 8. Januar. Sämmtliche Wiener Blätter widmen der Kaiserin Augusta Nachrufe wärmster uud rühmender Anerkennung des edlen Wirkens sowie der halfen menschlichen und fürstlichen Tugenden der Verblichenen. vyi der ganzen Welt, sagt dieWiener Zeitung", wird man sich der Trauer des deutschen Volkes theilnahmsvoll anschließend die Kaiserin war ihrem Hause und Volke bei jeglichem An­lasse ein Vorbild häuslicher und fürstlicher Tugenden. Das Fremdenblatt" schildert das Leben und Wirken der Ver­ewigten nnd sagt:Wenn die Fürstin nicht zu den grauen gehört, die selbst Geschichte gemacht haben, so gehört sie doch jenen an, die mitten in der Geschichte gestanden haben, wo sie am bewegtesten war und ihre weibliche Aufgabe reichlich erfüllten, dem Helden die Sorgenlast mittragen zu helfen und in düsteren Stunden ihm tröstend zur Seite zu stehen." Die Deutsche Zeitung", dieNeue freie Presse" und dasNeue Wiener Tagblatt" sprechen sich ähnlich aus.

Pest, 8. Januar. Sämmtliche Morgenblätter bringen der Kaiserin Augusta warmempsundeue ehrende Nachrufe, rühmen die hohen Tugenden der Verblichenen und gedenken dankbar der innigen Theilnahme, welche die Kaiserin anläßlich der Szegediner Katastrophe der ungarischen Nation bethätigte.

Pest, 8. Januar. Der Unterrichtsminister ermächtigte die hauptstädtischen Behörden, alle Unterrichtsanstalten wegen der Influenza-Epidemie eventuell für längere Zeit zu schließen.

Paris, 8. Januar. Deu hiesige» Abendblättern zufolge hat Präsident Carnot den französischen Botschafter beim Ber­liner Hofe, Herbette, beauftragt, dem Kaiser Wilhelm fein Beileid und dasjenige der französischen Regierung anläßlich des Todes der Kaiserin Augusta auszusprechen.

Der Präseet von Grenoble ist an der Influenza g e st o r b e u.

London, 8. Januar. DieLondon Gaz." veröffentlicht die Verordnung einer vierwöchentlichen Hoftrauer für die Kaiserin Augusta.

London, 8. Januar. Alle Morgeublätter bringen an­läßlich des Hinscheidens der Kaiserin Au g u st a sympathische Leitartikel- sie heben deren große Wohlthätigkeit und ihre Verdienste um die Krankenpflege im Kriege hervor. Die Morning Post" bemerkt, daß das Gefühl des mit Deutsch­land eng verbundenen Hofes und Landes bei diesem wie bet jedem anderen Anlaß von nationaler Bedeutung in natür­lichem Einklang stehe mit den Gefühlen des deutschen Volkes.

Rom, 8. Januar. Der König übersandte dem Kaiser- Wilhelm anläßlich des Ablebens der Kaiserin ein überaus herzliches Beileidstelegramm. Crispi übermittelte dem Kaiser eine Kundgebung der Theilnahme Namens der Regierung.

Madrid, 8. Januar. Sagasta hat bei der Schwierig­keit, ein Ministerium der Versöhnung zu bilden, ebenfalls demifsionirt. Wie es heißt, würde, bis die Kammern die nanzvorlage erledigt haben, ein reines Geschäftvministerium gebildet werden. Die Präsidenten beider Kammern sind zur Königin entboten, um ihre Ansicht dazulegen.

Madrid, 8. Januar. DerGaceta" zufolge verbrachte der König den gestrigen Tag ruhig- das Fieber ist beträcht­lich zurückgegangen.

Kopenhagen, 8. Januar. Heute wurde eine drei­wöchentliche Hof trauer für die Kaiserin Augusta au-

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Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 8. Januar. Heute Morgen besuchten das kaiser­liche Paar und die anwesenden Prinzen das Sterbezimmer der Kaiserin-Wittwe, wo heute und morgen Abend i/410 Uhr Trauerandachten stattfinden. Nach der morgigen Andacht tragen Kammerdiener und Lakaien den Sarg bis zum Portal des Palais, worauf Unteroffiziere des 4. Garde-Gren.- Regiments (Königin) ihn unter Eskorte nach der Schloßeapelle überbringen. ,

Berlin, 8. Januar. DerReichsanzeiger" meldet: Durch Entscheidung der Reichscommission ist das von dem Regierungspräsidenten in Lüneburg vom 24. September 1889

aufgegeben.

Eine Minister crise, welche aus Differenzen zwischen dem Großvezier und dem Finanzminister entstanden, ist in Folge beiderseitiger Annäherung als beigelegt an- zusehen.

Rewyork, 8. Januar. Die Zahl der Todesfälle stieg gestern hier auf 235 gegen 140 am Montag- hiervon kommen 130 auf die Influenza und daraus hervorgehende Krankheiten. _____

Mark alljährlich ausländischen Lotterie Collccturen und ; mittelbar ausländischen Staatskassen zufließen, immer werde diese Summe weit unter derjenigen bleiben, die den Inländern , aus der Tasche genommen werden würde, sobald erst der Staat selbst wieder anfangen wollte, eine Lotterie für seine Rechnung zu betreiben. Der von den Vertheidigern der staat­lichen Lotterie namentlich in öffentlichen Blättern betonte Hinweis auf die kostspieligen Ausgaben, an welche der hessische Staat in der nächsten Zeit werde herantreten müssen, wie z. B. für Nebenbahnen, Damm- und Wasserbauten re., könne nicht durchschlagend sein. Entweder handele es sich hier um I nothweudige oder zweckmäßige mid darum productive Aus­gaben, dann sei der Staat in der Lage und müsse er in der Lage sein, ihnen, wenn auch vielleicht nur nach und nach, zu genügen, ohne aus einen Gewinn aus Lotteriegeldern warten zu müssen. Entsprächen aber jene Ausgaben nicht den bezeichneten Voraussetzungen, dann sollte der Staat sie I richtigerweise überhaupt unterlassen, selbst wenn er die Geld­mittel dazu übrig hätte. Aus diesen Gründen könne der Ausschuß nur beantragen, die Kammer wolle dem vorliegenden Gesuche der Firma S. Merzbach in Offenbach keine Folge geben. Tgl. Anz.

Darmstadt, 8. Januar. Wie jetzt officiell festgestellt ist, tritt die Zweite Kammer am 21. Januar zusammen. Der Bericht des Sonderausschusses über die Ergebnisse der landwirthschaftlichen Enquere ist jetzt fertiggestellt und wird zunächst dem Druck übergeben. Die Abgg. Schröder, Möhn und Michel haben bei Großh. Ministerium des Innern und der Justiz folgende Anfrage eingebracht:Ist auf unseren Antrag vom 26. November 1887, die Herabsetzung I der Stempel und Gebühren aus Immobilien, Jnventarien und Hypotheken betr. (Großh. Verordnung vom 18. Januar ! 1882), nicht eine weitere Entschließung Großh. Staats­regierung bald zu erwarten, so daß noch aus diesem Landtage I eine besriedigende Erledigung des lange anhängigen Gegen- I standes ermöglicht wird? Die Vorlage Großh. Finanz- I Ministeriums, betr. Verwendung eines Betrages von 35100 Mk. zur Erbauung eines Küchenanbaues rc. zu Bad-Nauhcim, wird vom Finanzausschuß befürwortet- ebenso die Vorlage desselben Ministeriums betr. den Personaletat für die Oberhessischeu Eisenbahnen.

Evangelische Landessynode. Nach^ vor­herigem Gottesdienst in der Stadtcapelle, bei welchem Super­intendent Dr. Sell die Predigt hielt, trat die vierte ordentliche evangelische Landessynode im Saale der Zweiten Kammer der Stände gestern zusammen. Die Landessynode hat in ihrer I heutigen Sitzung nach Vornahme der notwendigen Wahlen ein Ersuchen an das Oberconsistorium beschlossen, inhaltlich I dessen die genannte Behörde darauf hinwirken soll, daß die hessische Regierung sich im Bundesrathe dafür verwende, daß I die Studirenden der Theologie hinsichtlich ihrer Militäiver- I hältniffe gleichmäßig wie andere Berufsbranchen auch fernerhin behandelt werden, mit anderen Worten, die evangelischen Theologen wollen ihrer Militärpflicht genügen. Die Synode, welche noch ihre Ausschüsse constituirt und eine Reihe anderer Wahlen vorgenommen hat, vertagte sich alsdann auf uube- I stimmte Zeit.

Darmstadt, 8. Januar. Wegen des Ablebens Ihrer Majestät der verwittweten Kaiserin Augusta, K ö n i g i u von Preußen, ist aus Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer vom Heurigen bis einschließlich den 4. Februar l. I. ver­ordnet worden.

Die Damen tragen:

Vom Heutigen bis einschließlich den 21. l. M. schwarze seidene Kleider mit schwarzem Kopfputz und schwarzen Hand­schuhen. . _ ,

Boni 22. l. M. bis einschließlich den 4. Februar dieselbe Kleidung mit weißem Kopfputz und weißen Hand­schuhen.

Die Herren tragen:

Die Uniform nach den in dem Reglement vom 14. Juni 1880 unter C. Absatz 2 enthaltenen Bestimmungen.

Berlin, 8. Januar. Für den Kaiserlichen Hof wurde eine dreimonatliche Hoftrauer angeordnet.

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x. Theater, daß die Direciion Trotz den anerkenn

wieder des besten Wohlseins erfreute, vereitelt. Denn als ick- nach einem langen Schlaf erwachte, saß Mama bereits an meinemKrankenlager" und protestirte energisch gegen jeden Versuch meinerseits, mich aus den drückenden Federn zu schwingen, in denen ich doch andere Male so gerne in stiller Beschaulichkeit liegen blieb. Erst am Nachmittag war es mir gestattet, meinem Schwitzbade zu entsteigen, und ich fühlte mich jetzt wahrhaftig etwas angegriffen. Gegen Abend machte ich mit Mama einen kleinen Spaziergang, wobei wir in einem Gartenlocale einkehrten, aber selbst jetzt noch durfte ich nichts als ein Glas der entsetzlichen Limonade, die Mama auch hier schleunigst für mich beorderte, zu mir nehmen - ich war, ohne daß Mama natürüd) eine Ahnung davon hatte, für meinen Streich wirklich und wahrhaftig schwer genug bestraft.

Am dritten Tage fuhr dieFrau Occonomieräthin" endlich, nachdem sie sich überzeugt, daß ihr theurer Sproß- ! [tng vollkommen genesen, per Post wieder heim gen N. ; Kaum brauche ich wohl zu sagen, daß am Abend dibsts ^age» - auf dem Verbindungszimmer der Langobarden imFuchsbau , eine solenne Kneiperei, mir, dem quasi von den Todten ; Wiederauferstandenen, zu Ehren in Scene ging, und fehlten hierbei auch die dreitheilnehmenden" Vandalen nicht- die ganze Longobardia fall sich am Ausgange der Kneiperei in einem höchst bedenklichen Zustande befunden haben. Mir aber Hai diese Schwitzcur das kann ich betheuern noch lange in den Gliedern gelegen und ist sie mir auch sehr lebhaft in der Erinnerung geblieben, wie sich der geneigte Leser wohl vorstellen mag.

Die vomReichsguzeigcr" pnblicirtc königliche Ver­ordnung über die sech s wöche nt lich e Landestrauer lautet:

Ick) bestimme hierdurch, daß die Landestrauer um Ihre hochselige Majestät die Kaiserin und Königin Augusta auf sechs Wochen eintritt. Oeffcntliche Musiken, Lustbarkeiten und Schauspielvorstellungen sind bis zum Tage der Beisetzungs­feier einschließlick- verboten. Die Landestrauer beginnt mit dem heutigen Tage. Das Staatsministerium hat hieruach das Weitere zu veranlassen.

Berlin, den 8. Januar 1890.

Wilhelm K.

Für den Präsidenten des Staatsministeriums:

von M a y b a ch.

An das Staatsministerium.

Berlin, 8. Januar. Die heute im Reichstag anwesenden Socialdemokraten hielten sich während der Trauer- kundgebung für die verstorbene Kaiserin Augusta außerhalb des Sitzungssaales auf.'

Von der A u f h c b u u g ' d e s Einfuhrverbots lebender Schweine aus Ungarn ist, wie dieAllg. Fleischer-Ztg." erfährt, im landwirthschaftlichen Ministerium noch nichts bekannt. Dagegen wird dem Blatte mit- getheilt, daß der Regierungs-Präsident in Oppeln die Er­mächtigung erhalten hat, nach seinem Ermessen die Einfuhr lebender Schweine aus Ungarn zu gestatten.