webhalb in der nächsten Woche eine weitere Sitzung stattfinden soll. ______________________
Neueste Nachrichten.
WolffS telegraphisches Torrespondenz-Bureau.
Berlin, 5. Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Genehmigung des Reichskanzlers zur Einfuhr von Schweinen, Schweinefleisch einschl. Speckseiten und Würsten aller Art aus Dänemark bis Weiteres. Lebende Thiere würden unter der Bedingung eines Gesundheitsattestes eines dänischen Thierarztes und nach nochmaliger Untersuchung an der Grenze durch einen deutschen Thierarzt zugelassen werden.
Berlin, 5. Juli. Vormittags, Mittags und Nachmittags trafen von allen Seiten Extrazüge ein, die Festgäste zum deutschen Bundesschieben hersührten. Alle wurden an den Bahnhöfen vom Empfangsausschusse empfangen und vom Publikum lebhaft begrüßt. Die Schützen marschirten in geordneten Zügen nach dem Rathhaus, wo sie die Fahnen abgaben und den Ehrentrunk einnahmen. Unter den Angekommenen sind 600 Bayern und Tyroler und etwa 300 Oesterreicher und Ungarn.
Danzig, 5. Juli. Oberbürgermeister v. Winter erbat in einem Schreiben an die Stadtverordnetenversammlung seine schleunige Entlassung, da sein Gesundheitszustand, der durch längeren Urlaub nicht gekräftigt worden sei, ihm die Fortführung der Geschäfte verbiete.
Dresden, 6. Juli. Das dem Bildhauer Ernst Friedrich August Ri et sch e l in seinem Geburtsorte Pulnitz errichtete Denkmal wurde heute unter äutzerst zahlreicher Betheiligung feierlich enthüllt. Professor Adolf Stern aus Dresden hielt die Festrede.
Wien, 6. Juli. Das „Fremdenblatt" sagt unter Hinweis auf die gegen die Schweineeinfuhr aus Serbien ergriffenen Maßregeln, dieselben hätten durchaus keinen politischen Character/ auch handle es sich dabei nicht um eine allgemeine Ausschließung der Schweineeinfuhr aus Serbien, sondern lediglich um veterinärpolizeiliche Maßregeln gegenüber einer Einfuhr von kranken und seucheverdächtigen Schweinen.
Christiania, 5. Juli. Bei der gestrigen Rückfahrt von Hönesos hielt Kaiser Wilhelm in Drammen und nahm die Begrüßung der Behörden und einer Deputation der Deutschen entgegen. Trotz dem heftigen Regen war die Bevölkerung von allen Stationen zusammengeströmt und begrüßte den Kaiser jubelnd mit Hurrahrusen. Nach dem Eintreffen in Christiania war Familiensouper und Marschallstafel. Der König hat sämmtlichen Herren des kaiserlichen Gefolges seine Photographie mit eigenhändiger Unterschrift geschenkt. Heute Vormittag begaben sich der Kaiser, der König, der Kronprinz und Prinz Eugen zur kaiserlichen Flotte und werden „Baden", „Oldenburg" und „Irene" besichtigen. Auf dem „Hohen- zollern" wird das Frühstück eingenommen. Um 3 Uhr Nachmittags erfolgt die Abfahrt des Kaisers, zunächst nach Bergen.
Christiania, 5. Juli. Der Kaiser schiffte sich heute um 11 Vs Uhr zur Weiterfahrt ein. Die Verabschiedung war sehr herzlich und die Bevölkerung veranstaltete die wärmsten Kundgebungen der Sympathie.
Paris, 5. Juli. Aus der Rhede von Brest fand gestern ein Zusammenstoß der vom Manöver zurückkehrenden Torpedoboote 66 und 72 statt. Die Beschädigungen sind nur leichte. Das Boot 66 war schon vorher beschädigt.
Madrid, 5. Juli. Das neugebildete Ministerium ist folgendermaßen zusammengesetzt: Canovas del Castillo- Ministerpräsident, Herzog von Tetuan-Auswärtiges, Cosgayon- Finanzen- Silvema-Jnneres, Villaverde-Justiz, Jsasa-Handel, Azcurruga-Krieg, Beranger-Marine und Fabic Colonien.
Valencia, 5. Juli. Den letzten Nachrichten aus dem Choleragebiet zufolge sind in den zehn Orten des Gebietes von Valencia insgesammt 21 Cholerasälle vorgekommen, von denen 13 tödtlich Verliesen.
London, 7. Juli. Aus der Bowstreetstation versagten am Samstag 130 Schutzleute den Gehorsam wegen Versetzung eines Kameraden, welcher die Agitation geleitet. Es wurden sür den Nachtdienst Ersatzconstabler herangezogen. Die Delegirtenversammlung aller Polizeibezirke beschloß, daß Montag Abend die ganze Polizei ausstehe, wenn der Minister des Innern nicht aus das Gesuch um Solderhöhung befriedigende Antwort ertheilt.
totales rrnd provhtjieUw*
Gießen, 7. Juli.
— Landlagswahl. Den in der Gemeinde Gießen zur Wahlmännerwahl stimmberechtigten wie den wahlberechtigten Staatsbürgern theilen wir mit, daß der nächsten Nummer des „Gießener Anzeigers" die amtliche Liste der stimmberechtigten und wählbaren Staatsbürger beigelegt werden wird. Wer also nicht in der Lage ist, die Liste auf der Bürgermeisterei selbst einzusehen, kann sich aus der dem Anzeiger beigelegten darüber vergewissern, ob sein Name in derselben steht.
— Zur Landtagswahl. (Berichtigung der Localnotiz in Nr. 154, 2. Blatt). Wer ist bei den Urwahlen stimm - be.rechtigt? Stimmberechtigt bei den Urwahlen zur Wahl für die Wahlmänner sind alle Staatsbürger, welche: a. das 2H. Lebensjahr zurückgelegt haben, b. seit Anfang des Rechnungsjahres, in welchem die Wahl vorgenommen wird, zp £iner dir ecten Staats st euer herangezogen oder, wenn dies nicht der Fall ist, communalsteuerpflichtig sind und Mar an dem Orte, an welchem sie wohnen und nftliA mit der Entrichtung ihrer directen Staatssteuer bezw. ihf:er CöÄÄÜnalsteuer zur Zeit der Wahl sich nicht länger als" ^ Monate im Rückstände befinden, c. nicht durch die in OTt,. 8 pofe? 'V—3 des Gesetzes vom 8. November 18 7 auMsÜhMi Mängel von der Stimmberechtigung aus- Mchtvffen Md?'^ÄSer kann als W a h l m a n n gewählt werden? Wählbar zum Wahlmann ist jeder stimmberechtigte Urwähler, welcher in der Wahlgemeinde seinen Sitz hat und seit Anfang
des Rechnungsjahres, in welchem die Wahl stattfindet, I an directen Steuern mindestens den einem Normalsteuercapital von 80 Mk. entsprechenden Betrag für eigenthümliches oder nutznießliches Vermögen entrichtet. Wer ist wählbar als I Abgeordneter zur Zweiten Kammer? Wählbar zum I Abgeordneten der Städte und Wahlbezirke sind alle stimm- I berechtigten Urwähler, gleichviel wo sie zur Zeit ihren Wohnsitz haben, jedoch mit den in Art. 13ff. des Gesetzes vom 8. November 1872 angegebenen Beschränkungen. Wie wird die Hessische Staatsangehörigkeit durch Aus- I nähme erworben? Jedem Deutschen, der in einem Bundesstaate um Aufnahme in die Staatsangehörigkeit nachsucht und I nachweist, daß er in dem Bundesstaate, in welchem er die I Aufnahme nachsucht, sich niedergelassen habe und keine sonstigen I Gründe gegen denselben vorliegen, welche nach den §§ 2—5 I des Reichsgesetzes über die Freizügigkeit vom 1. November 1867 eine Versagung seines Ansuchens rechtfertigen, wird durch eine von der höheren Verwaltungsbehörde auszusertigende I Aufnahme-Urkunde die Staatsangehörigkeit ertheilt.
— Concertverein. Das sechste und letzte Concert für I 1889/90 wird am Mittwoch den 16. d. Mts., 5 Uhr I Nachmittags, in der Stadtkirche Hierselbst stattfinden und in seinem ersten Theile die Ouvertüre, sowie Arien und Chöre aus dem ersten Theile des Oratoriums „Der Messias" von Händel, in seinem zweiten Theile den „Lobgesang", eine Symphonie-Cantate nach Worten der heiligen Schrift, von Felix Mendelssohn-Bartholdy bringen. — Namhafte Solisten sind für diese Aufführung in Frau Frieda Hoeck- Lechnec aus Karlsruhe (Sopran) und Herrn Julius Zarneckow aus Berlin (Tenor) gewonnen. Den Chor | stellt der akademische Gesangverein und das Orchester ist wie 1 gewöhnlich durch auswärtige Künstler verstärkt, so daß ein würdiger Abschluß dieses Concertjahres zu erwarten ist.
— Dem wiederholt geltend gemachten Mangel eines in den Vormittagsstunden zwischen den Zügen 8 Uhr 4 Min. und 11 Uhr 41 Min. zwischen Gießen und Frankfurt verkehrenden Personenzugs abzuhelsen, hat die König!. Eisenbahn- Direction Hannover einen neuen, 2. bis 4. Wagenklasse führenden Ömnibuszug eingelegt, der 9 Uhr 50 Min. Vormittags hier abgeht und 12 Uhr 5 Min. in Frankfurt eintrifft. Ebenso wurde zwischen den 2 Uhr 30 Min. und 5 Uhr 15 Min. Nachmittags von Frankfurt abgelassenen Zügen ein neuer Zug eingelegt, der um 3 Uhr 58 Min. in Frankfurt abgeht und um 6 Uhr 15 Min. Abends hier eintrifft. Dagegen fallen die zwischen Gießen und Fronhausen fahrenden Localzüge (ab Gießen 2 Uhr 54 Min. Nachmittags, ab Fronhausen 2 Uhr 17 Min. Nachmittags) aus. Es werden indessen mit dem um 1 Uhr 50 Min. in Gießen abführenden Güterzuge an Wochentagen Personen nach Lollar und Fronhausen befördert. Diese Fahrplanänderung tritt am 15. Juli in Kraft. (S. diesbezügliche Bekanntmachung).
— Die zweite dramatische Vorlesung von Fräulein Natalie Köhler am letzten Freitag hatte zum Gegenstand „den Fechter von Ravenna" von Halm. Bekanntlich ist diese beste Tragödie des österreichischen Dramatikers, im Unterschied von seinen sonstigen Dichtungen, wie „Griseldis", „Wildseuer", „Sohn der Wildniß", mit ihren ausgetüstelten und zudem unzureichend durchgesührten psychologischen Problemen, gerade dadurch noch heute auch aus der Bühne wirksam, daß sie einen einfachen, großen und menschlich wahren Conflict behandelt. Für den Recitator bietet aber dieses wie alle Halm'schen Stücke die Schwierigkeit, daß seine allerdings wunderbar abgeglätteten und wohllautenden Jamben wie in einem Gusse dahinzugleiten scheinen und die treffende Charac- teristik der einzelnen Personen ganz erheblich erschweren. Diese Gefahr der Uniformirung wußte Frl. Köhler durch überaus kraftvolle, scharfe Nuancirung und Abtönung ihrer reichen Stimmmittel in geradezu frappirender Weise zu überwinden. Wer das Halm'sche Stück seither nur durch Lectüre kannte, war überrascht über das Leben und die scharf ausgeprägte Eigenart, das die handelnden Personen durch die meisterhafte Darstellung der Vortragenden gewannen. Als Glanzpunkt von Allem dürste die Characterisirung des heiseren, schwindsüchtigen Tyrannen Caligula zu bezeichnen sein. Wir können allen Kunstfreunden den Besuch der letzten Vorlesung Frl. Köhlers, „Oedipus auf Kolonos", aufs Wärmste empfehlen, denn die seitherigen Darbietungen der Künstlerin bieten volle Gewähr dafür, daß sie diese großartigste Tragödie des Alter- thums in vollendetster Weise zum Vortrag bringen wird.
-b. Die hiesige Rudergesellschaft ist gestern wiederum siegreich, und zwar von der Regatta zu Heilbronn a. Neckar zurückgekehrt. Von den vier gemeldeten Concurrenten: Mannheimer, Mainzer, Stuttgarter und Heilbronner Ruder- gesellschast, die alle erschienen waren stellte sich nur der Heilbronner Sciffsahrer am Start, den aber Krailing bereits nach 500 Meter aussichtslos niedergerudert hatte. Der gewonnene, von den passiven Mitgliedern der Heilbronner Rudergesellschaft „Schwaben" gestiftete silberne Pokal ist in dem Schaufenster des Herrn W. Reiher ausgestellt.
— Die gestern von einigen Festwirthen des Lahnthal- Sängersestes veranstaltete Nachfeier aus dem Festplatze war in Anbetracht des kühlen Wetters sehr gut besucht. Der billige Eintrittspreis und die vorzügliche Musik (13er Husaren), die Gelegenheit zum Tanzen und sonstige gebotene Belustigungen verfehlten die erwartete Anziehungskraft nicht, so daß die Veranstalter mit dem Verlaus der Nachfeier zufrieden sein werden. Es geht nunmehr energisch ans Nieoerlegen der Festbauten, und Oswalds Garten wird bald wieder sein gewöhnliches Aussehen haben.
Romrod, 7. Juli. Der Gro ßh erzo g wird am Dienstag von Romrod nach Schloß Wolfsgarten übersiedeln.
Butzbach, 5. Juli. Wie der „W. B." erfährt, beabsichtigen die Dreschmaschinenbesitzer der Provinz Oberhessen einen kleinen Preisausschlag sür das Dreschen eintreten zu lassen und soll dieser Aufschlag schon bei der demnächst beginnenden Dresch-Periode erfolgen. Wünschten wir auch einerseits, daß
diese Preissteigerung im Interesse unserer Landwirthe unterbliebe, so müssen wir doch anderseits die Forderung der Dreschmaschinenbesitzer in Anbetracht der gesteigerten Arbeitslöhne und Kohlenpreise als gerechtfertigt anerkennen.
)( Aus dem südlichen Vogelsberge, 4. Juli. Daß die Mutterliebe selbst furchtsame Geschöpfe zu muthigen Thaten treibt, davon bemerkte Einsender dieses heute früh, kurz nach Sonnenaufgang, ein hoch interessantes Beispiel. Zwischen zwei waldigen Hügeln zieht sich ein schmaler Wiesenstreif hinauf. Dort in einer Entfernung von 250—300 Gängen stand eine Reihgeis mit zwei Jungen und äste. Die Kitzchen, wohl Spätlinge, waren noch sehr zart, höchstens 10 bis 14 Tage alt. Die drei Thiere auf der Waldwiese, dazu Amsel-, Drossel- und Finkenschlag, gewährten einen Genuß, von dem der langschlasende Städter entfernt keine Ahnung hat. Aber der Kamps ums Dasein ruht auch hier nicht und das Verderben lauert in den Klüften. Aus dem jenseitigen Gebüsche bricht ein Fuchs hervor und rückt auf die Kitzchen los. Ich fasse meinen Stock und will mit Schreien und Rusen den Gauner verjagen. Doch ist mir die Rehmutter schon zuvor gekommen. Sie wirst sich dem Räuber entgegen, macht einen großen Sprung und' trifft den Feind mit ihren vier scharfen Läufen so gut, daß er drei- bis viermal ein Rad schlägt. Trotzdem versucht er zum zweitenmale vorzudringen und zum zweiten- male stößt ihm die Rehmutter — diesmal mehr schräg — in die Flanken, daß er mindestens 8—10 Schritte hinwegkugelt und die Haare davonfliegen. Nun schlägt sich Meister Reineke wie ein begossener Pudel schleunigst in die Büsche. Ich hätte Bravo rufen mögen, wenn ich nicht gefürchtet hätte, daß die Thierchen erschreckt würden. Während des Kampfes, der nicht länger Zeit in Anspruch nahm, als ich brauche, um die Sache zu schildern, standen die beiden Kitzchen aneinander gedrückt und schauten ängstlich zu. Nachdem aber Reineke abgeschlagen war, zog auch die Rehmutter mit den Jungen in entgegengesetzter Richtung waldwärts.
-e- Von der Rabenau, 6. Juli. Mit Freuden ist in hiesiger Gegend die Nachricht begrüßt worden, daß unser seitheriger, langjähriger Landtagsabgeordneter, Herr Freiherr ! Adalbert von Rabenau zu Friedelhausen, ein Mandat zum Landtag wieder annehmen wird. Wir können dem Herrn v. Rabenau nur dankbar sein, daß er sich trotz seines Alters hierzu bereit erklärt hat, und hoffen, daß alle zur Wahl Berufenen in Anerkennung der unstreitigen Verdienste dieses Herrn um das Wohl des Volkes, besonders um die Landwirthschaft, ihre Stimmen auf diesen bewährten Candidaren vereinigen werden.
D ermif d?te».
* Darmstadt, 5. Juli. Militärdienst Nachricht en. Welter, Intendantur-Rath, Vorstand der Intendantur der Großh. Hess. (25). Division, zu der Corps-Intendantur des 10. Armeecorps, Lange, JntendanturMath, Vorstand der Intendantur der 29. Division, zu der Corps-Intendantur des 4. Armeecorps, Hartung, Intendantur-Assessor von der Corps-Intendantur des 4. Armeecorps, als Vorstand der Intendantur der Großh. Hess. (25.) Division, zum 11. Armeecorps versetzt.
*△ Mainz, 5. Juli. Für die Ende dieses Monats stattfindenden Neuwahlen zu dem hessischen Landtag entwickeln die Socialdemokraten im Gegensatz zu allen übrigen Parteien bereits eine sehr rührige Agitation. In weiteren und engeren Ausschüssen werden die Verhältnisse der einzelnen Wahlbezirke erörtert, die Candidatensragen besprochen und Flugblätter und Druckschriften vorbereitet. Man gibt sich im socialdemokratischen Lager der Hoffnung hin, nicht nur die seither innegehabten zwei Sitze von Mainz in der Kammer wieder zu erhalten, sondern auch noch einige ländliche Wahlbezirke neu zu erobern. Große Hoffnung macht man sich auf den Wahlkreis Offenbach-Dieburg, der seit 12 Jahren von dem der Centrumsfraction angehörigen redegewandten Schriftsteller Wasserburg von Mainz vertreten ist. Genannter Wahlkreis hat eine sehr starke Arbeiterbevölkerung und glaubt man doch, daß dorten der Buchdruckereibesitzer Ullrich, der neben seinem Gesinnungsgenossen, dem jüngst in den Reichstag gewählten Holzschneider Jöst von hier, Mainz bisher in der Kammer vertreten hat, sicher aus der Wahlurne hervorgehen wird. Mit Rücksicht hierauf soll auch Ullrich hier nicht mehr ausgestellt werden und außer Jöst der im verflossenen Jahr in die Stadtverordnetenversammlung gekommene socialistische Schriftsetzer Dörr als Candidat sür Mainz ausersehen sein.
*△ Aus dem Rheingau, 6. Juli. Die großen Hoffnungen, die man sich in Anbetracht der ungewöhnlich großen Zahl der Gescheine auf ein gutes Weinjahr vor einigen Wochen machte, sind jetzt bedeutend geschwunden. Das kalte Wetter hat die Fruchtansätze zu keiner gesunden Entwickelung kommen lassen. Die Blüthenzeit war nichts weniger wie günstig,' viele Gescheine sind in den Berglagen durchgesallen i und dazu tritt, daß der Heuwurm die Weinstöcke vielfach übel zugerichtet hat. Die Gescheine waren indeß so massenhaft vorhanden, daß ungeachtet der erwähnten mißlichen Umstände immer noch eine befriedigende Ernte zu erwarten ist, besonders wenn die heißen Tage nicht mehr allzulang auf sich warten lassen.
* Kein Impfzwang in Frankfurt mehr. Unter dieser Spitzmarke schreibt das „Franks. Journ." vom 4. Juli: Der Strassenat des Oberlandesgerichts in Frankfurt a. M. verhandelte heute eine Frage von weittragender Bedeutung, ob nämlich Jemand, der sein Kind trotz erfolgter amtlicher Aufforderung und ohne gesetzlichen Grund der Impfung oder der ihr folgenden Gestellung entzogen hat, wiederholt in Strafe genommen werden könne, wenn er einer erneuten amtlichen Aufforderung nicht Folge leistet. Das Schöffengericht in Homburg hatte diese Frage bejaht, die Strafkammer sprach I den Beklagten frei, weil nach ihrer Ansicht der § 14a des Jmpfgesetzes nur eine einmalige Bestrafung zulasse, demgemäß durch die Vorstrafen des Angeklagten wegen Übertretung des Jmpfgesetzes dessen Zuwiderhandeln ein- für allemal hin- I reichend gesühnt sei / hält der Gesetzgeber durch diese Straf-
uach bt
Herich
- Eheschuld beiden EheMm Sti Zwecken coniiabi l ftreitung der ehelich Gewerbes oder jur jchaft erwachsen stnl>. ßlwerbsgesellschast a Schulden zunächst a hilssweise, soweit da |u tilgen, cf. Mr, recht, Bd. U. $ 118, der Ehemann zum - die Familie ernährte, Dom Ehemann einsei trahirte Schuld anzr die Wau in der
U W nich Salmler Landrecht nach der EheauW Ehesrau auch scha und zwar im Fal
£e™er wird 4,
(Ost) ab bstheim b. 'Wb Mt-Kaichen bie Züge 409 ber Grüterzug ; Wochentagen j
Rannoye
s>btt Nm,
>es i*
[. jfl ide® '
b18. ( Staats«"" kötilgl' K
-S ?;S *«• •* ü«cifi“
W«
eine tim*81 nicht vorhandenem
Vom 15. / flirt 3 M. die na klasse).
Zu


