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welche die Ausstellung gesunden und schloß mit einem drei­fachen Hoch auf den Kaiser.

Wien, 4. October. Nach Privatmeldungen brachte gestern Kaiser Wilhelm bei dem Diner in Mürzsteg anläßlich des heutigen Namensfestes des Kaisers Franz Josef in einem herzlichen und warmen Toast seine Glückwünsche dar. Das Namensfest ward in der ganzen Monarchie, in Bosnien und der Herzegowina durch Festgottesdienste begangen.

Wien, 4. October. DemFremdenblatt" zufolge bean­tragte der serbische Minister des Innern strenge Maß­nahmen gegen angebliche Jntriguen des Königs Milan. Die Regentschaft lehnte jedoch den Antrag ab.

Paris, 4. October. Der deutsche Botschafter Graf M ü n st e r ist heute hierher zurückgekehrt und hat die Leitung der Botschaftsgeschäste wieder übernommen.

Paris, 4. October. Laut Meldung hiesiger Blätter ordnete der Marineminister an, daß jedes Schiff mit De­mo lirun gsw erkzeugen, wie sie bei den Genietruppen gebräuchlich sind, zu versehen sei; die Schiffe des Mittelmeer­geschwaders sollen unverweilt mit diesem Material ausgerüstet werden.

London, 4. October. Vor dem Zuchtpolizeigericht in Bowstreet erschien der Schweizer Cast io ni unter der Anschuldigung, den Tessiner Staatsrath Rossi ermordet zu haben. Die Verhandlung wurde zunächst aus Nachmittags und dann nach erfolgter Wiederaufnahme derselben aus Antrag des Vertheidigers aus acht Tage vertagt, da derselbe geltend machte, eS würde vielleicht eine bedeutsame politische Frage aufgeworfen werden, da Castioni 17 Jahre als Bildhauer in England gewohnt habe.

London, 4. October. Der Abmarsch der Truppen von Chatham nach Woolwich ist sistirt, weil die Befürchtung von Ruhestörungen der Gasarbeiter grundlos war.

Tipperary, 3. October. In dem Proceß gegen die irischen Abgeordneten machte der Advokat derselben, Harrington, eine den Gerichtshof verletzende Bemerkung, und als ihm darauf das Wort entzogen wurde, legte Harrington die Ver- Iheidigung nieder und verließ unter dem Applaus der An­geklagten und des Publikums den Saal, der aus Befehl des Gerichtshofes geräumt wurde.

Newcastle, 4. October. 1000 Arbeiter der Armstrong- scheu Waffenfabrik in Elswick striken.

Queenstown, 3. October. Der CunarddampserBothnia" berichtet, daß er am 26. September aus dem 41. Breiten­grade und 41. Längengrade den Hamburger Dampfer Moravia", von Newyork nach Hamburg unterwegs, still- stehend gesehen habe. Die Luftpumpe war gebrochen und dieMoravia" signalisirte, daß die Ingenieure den Schaden ausbesserten.

Neapel, 4. October. Crispi empfing anläßlich seines Geburtstages unter anderen auch ein Glückwunsch-Tele­gramm Caprivis.

Belgrad, 4. October. Die Neubesetzung des Gesandt­schaftspostens in Berlin gilt als nahe bevorstehend.

Aden, 4. October. (Meldung des Bureau Reuter.) Die aus Paris verbreiteten Nachrichten über den Ausbruch der Cholera hierselbst sind völlig unbegründet. Es sind hier keine Cholerasälle vorgekommen.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correfpoudenz-Burcau.

Bremen, 5. October. Eine heute im Börsensaale tagende zahlreich besuchte Versammlung zur Förderung des Rhein- Weser-Elbe-Canals beschloß eine Abordnung an Seine Majestät den Kaiser zu senden, Allerhöchstderselbe wolle ge­statten, an die Regierung das Ersuchen zu richten, dem Aus- 4 schusse die Unterstützung der Staatsregierung gewähren zu wollen und auf Kosten des Ausschusses die Vorarbeiten vor­nehmen zu dürsen.

Bremen, 5. October. Die Rettungsstation Spikeroog telegraphirt: Am 5. October von dem in den Nordergründen gestrandeten SchiffeNeptun", Capitän Sjoelund, die ganze, aus 12 Personen bestehende Besatzung durch das Rettungs­bootAurich" der Station gerettet.

geragt hatten. Unwillkürlich sagte ich in dieser krampfhaften Position die Nadowessische Todtenklage vor mich hin:

Seht, da sitzt er auf der Matte,

Ausrecht sitzt er da,

Mit dem Anstand, den er hatte, Als er's Licht noch sah.

Es war eine heillose Nacht, das wird man mir aufs Wort glauben. Um 3 Uhr Morgens war ich schon auf den Beinen. Als ich aus den Gang trat, stand der Wirth in der Thür gegenüber.

Was war denn dös für a G'schroa in der Nacht?" hatte er noch die Stirn zu fragen.

Ich würdigte den Lümmel gar keiner Antwort, sondern verlangte meine Rechnung.

A Gulde fufzig is fürs Zimmer mit Bedienung."

Mit Bedienung! Ich hätte ihm die Nase dafür ab- beißen mögen!

Wirklich preiswürdig," begnügte ich mich ironisch zu erwidern. 0

A wär'n S' halt wohin gangen, wo ma' 's Sach'n g'schenkt fliegt," begann er zu raisonniren und schien noch ein paar saftige Grobheiten für mich auf der Pfanne ;u haben, welche ich aber nicht mehr abwartete. ö

Ich meine nun, daß andere Leute wohl ähnliche Er­fahrungen gemacht haben werden, und wenn dem so ist fordere ich diese schwer geprüften Mitbürger auf, sich zu einer Eidgenossenschaft zu verbinden, welche schwört, im nächsten Sommer Wien nicht mehr zu verlassen oder doch wenigstens von jenen Civilisationsgebieten, wo der Städter menschen­würdig behandelt wird, um kein noch so altes Schloß oder sonstige landschaftliche Vorspiegelungen abzuweichen.

Mürzzuschlag, 5. October. Die Abreise Ihrer Majestäten des Kaisers Wilhelm, des Kaisers Franz Josef und des Königs von Sachsen nach Radmer erfolgte nach dem ckiuer dinatoire programmmäßig um 1 Uhr unter brausenden Hochrufen des zahlreich versammelten Publikums. Der Ort prangte in festlichem Schmucke. Bei der Fahrt von Mürz- steg nach Neuberg brach in Folge des Scheuwerdens eines der Pferde die Stange des Wagens, in welchem sich Ihre Majestäten befanden, ohne baß ein weiterer Unfall statt­gefunden hätte. Ihre Majestäten bestiegen einen Reserve­wagen und setzten die Fahrt nach Neuberg fort. Nach amt­licher Feststellung lag keinerlei Verkehrshinderuiß vor.

Paris, 5. October. In einer Versammlung von 1200 Wählern wurde beschlossen, den boulangistischen Deputirten Laur aufzufordern, das Mandat niederzulegen.

Venedig, 5. October. Die Kaiserin Friedrich ist mit ihren Töchtern Victoria und Margarethe heute früh um 9 Uhr nach München abgereist.

Oran, 5. October. Zahlreiche Eingeborene, welche sich heimlich in Tanger einschiffen wollten, um nach Mekka zu pilgern, wurden hier verhaftet.

Newyork, 5. October. Der neue Zolltarif ist in vergangener Mitternacht in Kraft getreten.

Bern, 6. October. Die Volksabstimmung im Canton Tessin beschloß mit 11 928 gegen 11 834 Stimmen die Re­vision der CantonVerfassung.

Haag, 6. October. Nach Privatnachrichten aus Loo ist der König in den nächsten Tagen außer Stande, sich den Staatsgeschästen zu widmen. Es werden Negierungsmaß- regeln erwartet zur Sicherung der Staatsgeschäfte.

CoctiUs ««H pminsuUe».

Gießen, 6. October.

Mit dem Schnellzug 6 Uhr 58 Min. gestern Abend passirte Ihre König!. Hoheiten der Großherzog und der Erb- großherzog auf der Rückreise von Moskau nach Darmstadt die hiesige Station. Zum Empfang, der im Salonwagen der hohen Reisenden stattfand, hatten sich eingefunden: Herr Provinzialdirector Fr h r. v. G a g e r n, Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Polizeirath Fresenius und Herr Amt­mann Römh eld.

Stenographisches. Der Gabels berg er Steno­grap h en-Verein hat seine Thätigkeit wieder begonnen, indem er das Winter-Semester durch eine Monats-Sitzung am 2. October eröffnete. Dieselbe hätte in Anbetracht der interessanten Tagesordnung zahlreicher besucht sein dürfen. Der Vorsitzende, Herr Reallehrer Alb ach, eröffnete die Sitzung, brachte die während der Ferien eingelausenen Schrift­stücke zur Verlesung und theilte sodann mit, daß dem Verein, der 1891 sein 30jähriges Bestehen feiert, in demselben Jahr die Ehre zu Theil wird, den Stenographentag des Main- Rheingauverbandes in den Mauern der Stadt Gießen tagen zu sehen. Von den weiteren Punkten der Tagesordnung ist noch wichtig der Beschluß, daß der neue Ansangs- Cursus am 3. November eröffnet werden soll. Den Unterricht wird, wie in früheren Jahren, der 2. Vor­sitzende des Vereins, Herr cand. phil. Pfaff, leiten. So­dann ergriff Herr Gasdirector Bergen das Wort, um Be­richt zu erstatten über den IV. deutschen Stenographentag, welcher vom 6.13. August in München tagte. Zur größten Freude aller Anwesenden konnte Herr Director Bergen dem Verein hierbei die Mittheilung machen, daß ihm auf dem Steno- graphentag ein Ehrendiplom zu Theil geworden sei für seine Thätigkeit aus dem Gebiet der zeichenkünstlerischen Ver­wendung der Stenographie. Wir können uns nicht versagen, Herrn Bergen von Herzen für diese nene Auszeichnung zu beglückwünschen, wenn es für ihn ja auch dieser öffentlichen Anerkennung seiner Verdienste und seines Wirkens nicht be­darf, da sein Name ja unter den Stenographen der gesammten Welt einen guten Klang hat. Der Stenographen-Verein zu Gießen aber freut sich doppelt über diesen Erfolg seines ver­ehrten Ehrenmitgliedes, des Mitbegründers des Vereins, da von der Herrn Bergen widerfahrenen Ehre auch unserem Verein ein Theil zusällt. Wir hoffen, daß die Vereinsmit­glieder auch durch diese neue Auszeichnung unseres Ehren­mitgliedes immer mehr angespornt werden, nicht zu ermatten in der Thätigkeit für die Stenographie und daß'auch immer neue Jünger für unsere Kunst gewonnen werden, denn die Festtage in München haben wieder von Neuem gezeigt die ungeheuere Bedeutung, welche die Stenographie in den letzten Jahrzehnten für den Kaufmann, den Beamten, das Militär, überhaupt für jeden Berufszweig erlangt hat. Wir hoffen, daß auch immer mehr in unserer Stadt die Erkenntniß von der Bedeutung der Stenographie sich Bahn bricht, daß namentlich die jüngeren Einwohner die verhältnißmäßig ge­ringe Mühe der Erlernung der Stenographie nicht scheuen werden, da sich ihnen durch dieselbe ja so überaus große Vortheile für ihr weiteres Fortkommen bieten. Wir hoffen es um so mehr, als, wie oben erwähnt, dem Stenographen- Verein die Ehre widerfährt, festgebender Verein des Main- Rheingauverbandes zu sein und es dem Verein selbstverständ­lich große Freude bereiten würde, wenn er sagen könnte, daß der Stenographen-Verein zu Gießen, der für die Stenographie schon so viel hat thun können, auch auf dem Gebiet des Unterrichtswesens gleichen Schritt mit anderen Städten ge­halten hat.

+ Staufenberg, 5. October. Heute Morgen, noch vor Tagesanbruch, wurde ein hiesiger junger, noch lediger Mann wegen Verdachts, den neulich ausgebrochenen Brand verur­sacht zu haben, von der Gießener Gensdarmerie verhaftet und nach Gießen abgeführt.

Bad-Nauheim, 3. October. Wie wir vernehmen, ist unter den Hausbesitzern eine Eingabe an das Finanzministerium zur Unterschrift in Circulation, welche ihre Spitze gegen die Abgabe von Soole an das projectirte Actienunternehmen zur Erricht­ung eines Badehotels mit Wintercur richtet.

In Frcienseen ist ein 6 jähriger Knabe auf schreckliche Weise ums Leben gekommen. Der Knabe, welcher beauf­tragt war, das Vieh zu beaufsichtigen, band die Leine um seinen Hals, die zwei Kühe gingen Plötzlich durch und schleiften den Jungen nach. Als Hilfe kam, war es zu spät- in wenigen Minuten war das Kind eine Leiche.

Einen schrecklichen Tod erlitt ein kleines Mädchen in dem Dorse Leidenhofen in Oberhessen. Dasselbe, erst sechs Jahre alt, war mit feiner Großmutter aufs Feld gegangen. In einem unbewachten Augenblicke ging das Kind auf eilt Nachbargrundstück und machte sich an einem Kartoffel­feuer zu schaffen. Plötzlich stand das Kind lichterloh in Flammen- es schrie entsetzlich um Hilfe. Die Leute sprangen herzu und suchten die Flammen zu ersticken. Doch war es zu spät- das Mädchen gab unter den furchtbarsten Qualen alsbald seinen Geist aus.

«nd oft.

Grünberg, 4. October. (Frachtpreise). Weizen JL 19.20 Korn «AL 16.90, Gerste «AL 14.60, Hafer «AL 13.10, Erbsen «AL. 16' LinsenLein, Wicken , Samen 24.-, KartoffelnLL

Scbiff»nad?vid?teti.

Bremen, 4. Oclober. Mr transatlantischen Telegrapb.1 Der Schnelldampser Aller, (Sapt H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd tu Bremen, welcher am 24. September von Bremen und am von Southampton abgegangen war, ist gestern 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Coblenz, 5. October. Nach dem nunmehr vorliegenden Rechenschaftsbericht über das m i 11 e l r h e i n i s ch e T u r n s e st wurden vereinnahmt 39152.86 Mk., verausgabt 36334.56 Mk., so daß sich ein Baarüberschuß von 2818.30 Mk. ergeben hat.

Landwirthschaftliche Winke und Rathschläge.

A AuS Oberhesse«, Anfang October.

Mit Interesse habe ich die Eonlroverse bezüglich des Kartoffelfeuers, genauer Kartofselkrautseuers verfolgt und dürfte meine Stimme ebenfalls für Beseiiiguug desselben erheben, indem ich zugleich in der Lage bin, ein weiteres, recht practtsches Mittel zur Verhütung dieser qualmenden, lästigen Feuer namhaft machen zu können. In Nr. 230 d. Bl. vom 3. October bemerkt der Herr Ein­sender am Schluffe seines Referates: Man ackert die Kartoffelstrunke unter oder man bringt sie in kleine Gruben und läßt sie vermodern, oder bereitet durch Kalkzusatz ein vorzügliches Dungmittel. Alles dies ist richtig und das Kartoffelkraut läßt sich in dieser Weise zweck­mäßig verwerthen. Besser geschieht es, wenn man es dem Rindvieh als Streumaterial unterwirft. Die hohlen Stengel füllen sich mit Jauche und zersetzen sich während des Winters auf der Miststätte zu einem brauchbaren Dungmittel. In allen denjenigen Gegenden, wo das Streumaterial selten ist, wird der Bauer sein Kartoffelstroh niemals draußen auf dem Acker verbrennen, sondern er wird es nach Hause fahren und es in der angedeuteten Weise verwenden.

Noch besser und einfacher ist folgende Verwendung: Man fährt das Kartoffelkraut auf die abgeernteten Wiesen und breitet eS aus wie Dung. Auf den Wiesen bringt es eine zweifache Wirkung hervor einmal: Besitzen die Stengel eine verhältnißmäßig große Quantität von Nährstoffen, die den Graspflanzen sehr zusagen. Sie werden nach und nach über den Winter von Regen und Schnee ausgelauat und in den Boden, also zu den Wurzeln der Graspflanzen geleitet und machen sich hier voriheilhaft geltend. Bis zum Frühjahre ist. von den Kartoffelstrünken wenig mehr zu sehen, wie man sich bei dem Abrechen und Putzm der Wiesen leicht überzeugen kann. Die zweite Wirkung ist eine schützende: Das Kartoffelkraut bildet eine leichte Schutzdecke für die Wurzeln der Graspflanzen und verhütet bei ihnen das Auswintern.

Vergleichen wir die Verwendung des Kartoffelkrautes mit der­jenigen beim Verbrennen und beim Verbringen in Gruben mit Kalk- öusatz, so ergibt sich, daß die Verwendung als Wieserr-rrnarnittel weniger Arbeit macht, also billiger ist, als das Einfahren in Gruben rc. und doch viel günstiger wirkt Damit ist der geerntete Geruch und der erstickende Qualm, der besonders durch die noch grünen Stengel Hel vorgerufen wird ver­mieden. '

t .2" der Wetterau wird viel Stroh producirt, man braucht also auf das Kartoffelkraut als Streumaterial nicht zu reflcctiren Wer aber das Kartoffelstroh einmal als Wiesenschutz- und ^1^1^ ^rtal verwandt und dessen gute Wirkung beobachtet hat, wird nicht mehr so thoricht sein, es zu verbrennen, weil der Aschenrückstand f,m Verhaltniß zu den Pflanzennährstoffen in den Strünken, die durch das Verbrennen verloren gehen, ein zu ungünstiges ist.

Wenn man also das Kartoffelkraut in der Weise verwendet nnh M dann thut man seinen Mitmenschen

uni) sich selbst einen Gefallen mehr kann man nicht veltangen

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Samstag den 11. October: Hochzeit des Figaro. Große Preise.

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