Neueste Nachrichten.
Wolfis telegraphisches Correspondcnz-Bureau.
Berlin, 3. Juni. Der „Norbb. Allgem. Ztg." zufolge sind der Landesdirector der Provinz Brandenburg, v. Levetzow, der Rittergutsbesitzer v. Helldorf auf Breda, der Kloster- probst Gras Reventlow zu Preetz und der Kammergerichtspräsident D^enkmann in das Herrenhaus berufen worden, letzterer unter Bestellung als Kronsyndicus.
— Die Meldung, der Kaiser habe sich in Königsberg dahin ausgesprochen, er plane, in nicht langer Zeit mit dem Kaiser von Rußland in Königsberg zusammenzutreffen, wird von der „Rvrdd. Allg. Ztg." als vollständig aus der Luft gegriffen bezeichnet.
Berlin, 3. Juni. Der Jnnungstag beschäftigte sich heute mit den -Organisationsaufgaben. Die Jnnungsausschüffe der vereinigten Innungen nahmen daraus den Bericht der Deputation entgegen, welche dem Kaiser heute das Immediatgesuch des Jnnungstages überreichen. Der- Kaiser habe die Deputation huldvollst empfangen und erklärt, er und seine Regierung hätten wiederholt ihre Sympathie für den Handwerkerstand kundgegeben. Er verfolgte mit Interesse die Bewegungen des Handwerkerstandes und es sei sein innigster Wunsch, daß das Handwerk wieder aus den Boden gelange, den es im vierzehnten Jahrhundert eingenommen. Der Bericht wurde mit dem lebhaftesten Beifall ausgenommen. Mit einem Hoch auf den Kaiser wurde daraus der Jnnungstag geschlossen.
Posen, 3. Juni. Die feierliche Beisetzung des verstorbenen Erzbischofs Br. Dinder fand heute im Dome statt. Die Trauerfeierlichkeiten wurden vom Bischof Br. Redner aus Kulm und vom Bischof Litowski abgehalten, die ge- sammle hohe Geistlichkeit von Gnesen und Posen, Oberpräsident v. Zedtlitz, Regierungspräsident Tiedemann (Bromberg), die Spitzen der Civil-, Militär- und Communalbehörden wohnten dem Acte bei. Der Kaiser übermittelte dem Domcapitel sein Beileid telegraphisch.
Posen, 3. Juni. Das Domcapitel wählte Weihbischos Br. Litowski zum Administrator der Diözese Posen.
Freienwalde, 3. Juni. Bei der heutigen Reichstagsersatzwahl für Oberbarnim erhielt Bethmann-Hollweg (frei- conservativ) 6536, Althaus-Berlin (deutschfreisinnig) 5972, der socialdemokratische Candidat 835 Stimmen. Somit ist eine Stichwahl nothwendig.
Hamburg, 3. Juni. Gemäß Beschlusses des Vereins der Ewerführer ist der Strike beendigt. Den Forderungen der Prinzipale wurde entsprochen. Zahlreiche Ewerführer sind wieder thätig.
Straßburg, 3. Juni. Der vierte Verbandstag der deutschen Berussgenossenschäften trat hier heute unter dem Vorsitz des Commerzienraths Richard Rösicke (Berlin) zusammen und wurde Namens der Stadt durch den Bürgermeister Back begrüßt. Als Vertreter des Reichsversicherungsamts ist Präsident Br. Bödiker, als Regierungsvertreter Bezrrkspräsident Freyberg und Freiherr Reichlin- Meldegg erschienen. Nach Erstattung des Geschäftsberichts durch den Vorsitzenden wurde auf Antrag des geschästsführen- den Ausschusses die Errichtung einer Ceutralstelle zur Arbeitsvermittelung für invalide Arbeiter beschlossen. Director Wenzel-Berlin reserirte über die Durchführung einer Lohnstatistik Seitens der Berufsgenossenschasten. Bödiker stimmte dem Vorschläge warm zu, glaubte aber, den Berussgenossen- schaften das Vorgehen hierzu selbstständig überlassen zu müssen. Director Max Schlesinger-Berlin reserirte über die Errichtung von Unsallkrankenhäusern und Reconvalescentenhäusern sür verletzte Arbeiter. Der Ausschuß wurde zu weiteren Schritten sür die Errichtung einer Pensionskasse für die Beamten der Berufsgenossenschaften ermächtigt. Zum Ort des nächsten Verbandstages wurde München gewählt.
Wien, 3. Juni. Der Kaiser traf Morgens in Bruck a. d. Leitha ein zur Jnspicirung der Truppen der zweiten
bare Annäherung, welche sich feit dem Besuche Kaiser Wilhelms II. in Kopenhagen zwischen Deutschland und Dänemark vollzogen hat, wird nur dazu dienen, die „nordschleswigsche Frage" sich immer weiter verflachen zu lassen.
Was endlich die deutschen Reichsangehörigen romanischer Rasse anbelangt, so sind dies die in der Rheinprovinz wohnenden Wallonen und dann die Franzosen in Elsaß- Lothringen. Die Wallonen stammen von den alten gallischen Belgiern ab und noch heute bilden sie den Hauptstamm der Bevölkerung von Brabant und der südlich davon gelegenen Theile Belgiens, ferner finden sie sich im nordwestlichen Frankreich und im westlichen Luxemburg. In Deutschland wohnen die Wallonen zumeist in der Stadt Malmedy und deren Umgegend in der Stärke von etwa 12,000 Köpfen, während sie in ganz unbedeutenden Resten noch in einigen anderen Orten der Rheinprovinz vorkommen. Ihre Sprache, das Wallonische, ist im Grundstock ächt romanisch, enthält jedoch noch viele keltische Ausdrücke und hat daneben vieles aus dem Norddeutschen ausgenommen- eine literarische Bedeutung kann man dem wallonischen Idiom schwerlich zu- erkennen. — Die Franzosen im Reichslande bilden in Lothringen, speciell im Stadt- und Landkreise Metz, ein noch ziemlich dichtes Sprachgebiet, das sich aber durch Abnahme des französischen Elements und Zunahme des deutschen Elements mehr und mehr verringert- bedeutend schwächer ist die französisch redende Bevölkerung im Ober-Elsaß und am schwächsten im Unter-Elsaß. 1871 belief sich die Gesammc- zahl der französisch redenden Einwohner des Reichslandes auf circa 250,000, deren Zahl aber in Folge der starken Auswanderung, die sich namentlich in den ersten Jahren seit der Annexion Elsaß-Lothringens aus den sranzösisch sprechenden Bezirken des Reichslandes nach Frankreich vollzog, eine erhebliche Herabminderung erfahren haben dürfte.
Lagcrpcriode. Zn der Begleitung des Kaisers bcsandcu sich Erzherzog Wilhelm, die Militärattaches Deutschlands, Englands, Frankreichs, Italiens, Rußlands und der Unionsstaaten.
Paris, 3. Juni. Carnot unterzeichnete heute das Decret betreffs Begnadigung des Prinzen von Orleans- derselbe wird in dieser Nacht an die Grenze gebracht.
London, 3. Juni. Im Unterhause erklärte Fergusson heute, daß die Regierung keine Information besäße, betr. Stanleys Behauptung, daß die Deutschen in Afrika unbehindert den Eingeborenen des botischen Gebietes 10000 Ochsen weg- genommen hätten, und daß gegen eine solche Wegnahme kein Protest erfolgt sei - auch habe England kein Gebiet an Deutschland abgetreten.
London, 3. Juni. Gestern Abend wurde zu Ehren Stanleys in der Fishmongers Hall ein Diner gegeben. Stanley mißbilligte entschieden das Aufgeben des britischen Handels in Ostafrika- in den beiden letzten Wochen habe er zahlreiche Anfragen von jungen Leuten erhalten, welche sofort nach Afrika abreisen wollten. Stanley machte den Vorschlag, eine Deputation der City von London solle bei Lord Salisbury auf bie* * Aufrechterhaltung der Rechte des britischen Volkes im britischen Gebiete Afrikas dringen.
Sofia, 3. Juni. Sämmtliche im Panitza-Processe Freigesprvchenen, mit Ausnahme von Mathew, nämlich Demeter Rizow, Abalansky, Stameuow, Nojarow und Pantalei Kessimow sind aus Bulgarien ausgewiesen und durch die Polizei an die serbische Grenze gebracht worden.
Petersburg, 3. Juni. Ein neuerdings 'veröffentlichtes Gesetz sührt für Palm- und Nutzholz einen Ausfuhrzoll i von 30 Kopeken pro Pud ein.
— Der Kronprinz von Italien empfing heute Nachmittag das diplomatische Corps. Es waren sämmtliche Botschafter und Gesandten erschienen.
totales und provinzielle».
Gießen, 4. Juni.
— Die Stadtfernsprecheinrichtung hat durch fünf neue Anschlüsse eine Erweiterung erfahren, so daß jetzt die Zahl der Theilnehmer 60 beträgt. Neu angeschlossen sind: das Justizgebäude (Landgericht, Staatsanwaltschaft, Amtsgericht, Amtsanwalt) an der Ostanlage, die Güter-Expe- dition der Ober hessischen Eisenbahnen am Bahnhos, Kaufmann Aug. Balser, Südanlage, Kaufmann A. Katz, Südanlage und Bauunternehmer und Decorationsmaler Louis Petri HI., Asterweg.
— Ein Sinken der Kohlenpreise wird von Handelsblättern angekündigt. Auf den oberschlesischen Kohlengruben sollen sich nämlich die Bestände in Folge Rückganges des Absatzes in so erheblicher Weise häufen, daß die Gruben beabsichtigen wöchentlich einen Tag feiern zu lassen. Dies werde aber, besonders in den Sommermonaten, nicht genügen, die Bestände zu vermindern, wenn nicht ein wesentliches Herabgehen der Kohlenpreise erfolge. Ein solches sei demnach mit Sicherheit zu erwarten- die Käufer von Kohlen möchten sich deßhalb mit ihren Einkäufen beschränken. Eine Herabsetzung der hohen für den armen Mann fast unerschwinglichen Preise wäre gewiß zu wünschen.
— Zu dem uns gestern überbrachten 245 cm langen Kornhalm hat sich heute ein weiterer in der Gemarkung Grobenlinden gewachsener gesellt, der die respectable Länge von 255 cm hat.
R. Wieseck, 3. Juni. Der Turnverein Wieseck feiert sein 28jähriges Stiftungsfest am Sonntag den 6. Juli, verbunden mit der Einweihung des von den Frauen und Jungfrauen des Vereins gewidmeten Banners.
§ Winnerod, 3. Juni. Gestern wurde unter einem großen Zug Leidtragender, worunter an 15 Geistliche, die Gattin des Pfarrers Röschen zu Grabe getragen. Herr Pfarrer Traut von Laubach hielt die zu Herzen gehende Grabrede, darin er die Verdienste der Heimgegangenen als Gattin und Mutter in beredter Weise feierte. Die Verstorbene, die sich allseitiger Liebe und Verehrung in ihrem Leben zu erfreuen hatte, stand im 55. Lebensjahre.
Butzbach, 3. Juni. Auch die Viehzucht hiesiger Gegend wird würdig auf der deutschen landwirthschastlichen Ausstellung in Straßburg vertreten sein. Die Herren Gebrüder Hoffmann von Hos-Gill haben gestern Mttag auf hiesigem Bahnhof nicht weniger als 30 Stück echt englischer Zuchteber und Mutterschweine, darunter solche mit 7 Centner und mehr Gewicht, sowie 5 prachtvolle Hengst-Fohlen im Alter von 2^2 — 31/2 Jahren verladen lassen, um dieselben zu der genannten Ausstellung zu verbringen. Wie uns mitgetheilt, wurde bereits eines dieser schönen Fohlen, ein Schimmelhengst, zum Preise von 3500 Mk. von der Großherzoglichen Gestütsverwaltung in Darmstadt angekaust. (W. B.)
Ulrichstein, 28. Mai. Gestern hat sich dahier eine zweite Sparkasse unter der Firma „Spar- und Darlehns- kasse Ulrichstein" gegründet. Als Director wurde Herr Dlstrictseinnehmer Keutzer von hier einstimmig gewählt. *
t Stockheim, 3. Juni. In der hiesigen Zuckerfabrik werden die Feuerungen gegenwärtig vollständig umgearbeitet, seither waren sie für Steinkohlen eingerichtet. Nachdem dieses Brennmaterial in Folge der Strikes eine ungewöhnliche Preishöhe erreicht hat, lag der Gedanke nahe, die vorzügliche Wette rauer Braunkohle, die so zu sagen vor der Thüre liegt, zu verwenden. Es wurden sorgfältige Heizungs- Versuche mit der Rinderbügener Braunkohle (Zeche Hedwig) gemacht und die Versuche fielen so günstig aus, daß Aufsichtsrath uni) Vorstand sogleich beschlossen, in Zukunft die Braunkohlen zu verwenden. Die Veränderung der Feuerungsanlagen für die Braunkohlenfeuerung wird nun freilich die namhafte Summe von 10 000 —12 000 Mk. beanspruchen- allein die Feuerung mit Braunkohlen ist um so viel billiger gegenüber der Steinkohle, daß dieser Betrag schon in einem
einzigen Betriebsjahre wieder vollständig erspart wird, so daß: in den solgenden Jahren ein bedeutender Ueberschuß gegen, früher zu erwarten steht. Wird aber die Steinkohle billiger, so muß auch die Braunkohle im Preise sinken. Der Bedarf der Fabrik ist ca. 1000 bis 1200 Doppelwaggons oder 200000 bis 240000 Centner pro Campagne. Bei solchen Zahlen macht daher ein einziger Pfennig schon etwas aus.
□ Vom Vogelsberg, 3. Juni. Der Schaden, den die vergangenen kalten Nächte verursacht, erweist sich größer, als man anfänglich annahm: ganze Aecker mit Kartoffeln sind zu Grunde gegangen. Auch dürfte das bereits in der Blüthc stehende Korn durch die Kälte gelitten haben.
** Vom Vogelsberg, 3. Juni. Aus allen Orten unseres Gebirges kommen Klagen über Frostwetter. Im Oberwald sind die jungen Waldpflanzen, wie Lärchen, Fichten, Buchen, Ahorn u. s. w. erfroren - der Schaden für den Fiscus^würde ein sehr bedeutender sein, wenn diese jungen Pflanzen sich nicht wieder erholten. Merkwürdig ist es, daß gerade in dem 700 m hoch gelegenen Herchenhaim der Frost auch nicht den geringsten Schaden angerichtet hat- glücklicher Weise hatte das Korn noch nicht geblüht, sonst wären wir um unsere Korn-Ernte gekommen. Sollte diese rauhe Witterung noch lange anhalten, so dürste dies für unsere Vogelsberger Landwirthe schlimm werden. Eigenthümlich berührt es, die Landwirthe Morgens beim Feldsahren mit dicken. Wollhandschuhen, Pelzkappen und Wintermänteln bekleidet zu sehen.
V Bermuthshain, 2. Juni. Ein hiesiger Landwirth brachte gestern einen Kör nhalm ans der Gegend von Stockheim mit, welcher 2 m 40 cm mißt.
+ Brauerschwend b. Alsseld, 2. Juni. Hier ist das Korn, welches in voller Blüthe stand, saft ganz erfroren.
B. Eckartshausen, 3. Ium. Die Eisheiligen, welche ihr Scepter dieses Jahr um drei Wochen später als gewöhnlich schwangen, haben auch unsere Fluren nicht verschont. Glücklicherweise ist der Schrecken anfangs größer gewesen, als der wirklich angerichtete Schaden. In tiefen, feuchten Lagen, in der Nähe des Baches und der Wiesen haben Kartofseln und Bohnen besonders gelitten. Letztere sind meistens verloren. Die Kartoffeln werden aber nach einer Pause von 8—10 Tagen weiter wachsen, so daß also bei ihnen nur eine Verspätung in der Reise eintritt. — Die übrigen Feld- srüchte stehen ausgezeichnet, fast noch besser, als im vorigen Jahre. Das Korn ist 8—9 Fuß hoch, hat beinahe abgeblüht und obgleich es mastig ist, findet man doch keine Lager- srucht. Dasselbe ist vom Weizen und den Sommerfrüchten zu melden. — Man hat jetzt bei uns mit dem Dickwurzelsetzen begonnen. Das Wetter hierfür ist günstig, weil die frisch gesetzten Pflanzen bei kühlem Wetter und bedecktem Himmel nicht so leicht verdorren. Doch wäre ein ausgiebiger, durchweichender Regen sehr zu wünschen. — In unserer Gemeinde ist die Feldbereinigun g und Zusammenlegung der Grundstücke beschlossen worden und es wird mit den Arbeiten sobald als thunlich begonnen werden. Die Leute haben eingesehen, daß der Vortheil, den eine solche Zusammenlegung mit sich bringt: Gute, bequeme Feldwege, Ersparung an Zugkraft, Zeit, Schiff und Geschirr ein ganz bedeutender ist.
* Darmstadt, 3. Juni. Das mündliche Examen der Aspiranten für das Finanzfach erster Kategorie wurde am Samstag im Collegiengebäude abgehalten. Am schriftlichen Examen, das vom 24. März bis 1. April im neuen Hörsaale der technischen Hochschule stattsand, hatten fick 56 Aspiranten betheiligt. Davon harrten nur 37 bis zum Schluffe aus und von diesen sanden sich nur 20 zum mündlichen Examen ein. Erst die nächsten Tage werden Gewißheit darüber bringen, wer von den Aspiranten die Prüfung bestanden hat.
* Frankfurt a. M., 3. Juni. Herr Oberbürgermeister Br. Miquel hat bei dem gestrigen Festbanket im Zoologischen Garten, welches die Stadtverordnetenversammlung den Senatoren Br. von Oven und Br. Jäger gab, eine. Rede gehalten, die auch für weitere Kreise, wenigstens zum Theil, von Interesse ist. Br. Wilhelm Jordan brachte nämlich' dem Oberbürgermeister ein Hoch, rühmte seine Verdienste und knüpfte den Wunsch daran, er möge wie Cäsarsagen: Ich will lieber der Erste in Tarent als der Zweite in Rom sein und denken: „Lieber der Erste in Frankfurt, als der Dritte oder Vierte anderswo." Darauf erwiderte Br. Miquel nach der „Fr. Z." in der Hauptsache Folgendes: „Man müsse nicht Alles glauben, was in der Presse stehe. Er lese jeden Tag von sich Dinge, von denen er selber keine Ahnung habe. Er habe auch längst darauf verzichtet, sie zu dementiren, denn der Presse gegenüber ziehe man stets den Kürzern. Er denke, die Dinge laufen sich alle tobt unb er tröste sich mit ber raschen Bewegung der Zeit, die in acht Tagen schier Alles vergessen lasse. Man solle sich nicht sür alle Zukunft verschwören. „Niemals" zu sagen, sei eine Vermessenheit, aber das könne er unter allen Umständen erklären, wenn es nach seinem inneren Wunsch und seiner Passion gehe, möchte er bis zu seinem Lebensende in Frankfurt bleiben. Er könne sich gar nicht denken, daß er irgendwo glücklicher sein könne. Den Wunsch, mehr zu werden, habe er gar nicht - er wünsche zu bleiben, was er sei, nämlich — wie er hoffe — der Vertrauensmann der Frankfurter Bürgerschaft. Höre er auf das zu sein, so sei die innere Besriedigung für ihn dahin. Die Bürgerschaft sei repräfentirt durch Männer aller politischen Parteien, in der Mehrheit von solchen, die nicht mit ihm auf demselben politischen Boden ständen. Aber alle politischen Gegensätze seien gottlob aus « ber Gemeinbeverwaltung herausgebracht. Sie wollten blos in Gemeinschaft für das Wohl der Stadt arbeiten unb bas fei ihnen seit 10 Jahren gelungen. Freunbe glaube er in allen politischen Parteien zu haben- man traue ihm zu, baß


