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Befriedigung hat es mich auch erfüllt, daß eS unter der vertrauensvollen Mitwirkung der Vertretung des Reiches ge­lungen ist, daS Gesetz über die Alters- und Invaliditäts- Versicherung zu Stande zu bringen und dadurch einen wesent­lichen Schritt auf dem mir besonders am Herzen liegenden Gebiete der Fürsorge für die arbeitende Bevölkerung vor­wärts zu thun. Ich weiß sehr wohl, welch reicher Antheil an diesen Erfolgen Ihrer aufopfernden, schaffensfreudigen Thatkrast gebührt und bitte Gott, er möge mir in meinem schweren verantwortungsvollen Herrscherberufe Ihren treuen erprobten Rath noch viele Jahre erhalten."

Berlin, 2. Januar. DerReichsanzeiger" veröffentlicht eine Verordnung über Einberufung des Landtages zum 15. Januar.

Berlin, 2. Januar. In der heutigen Stadtverord­netensitzung wurde nach der Einführung und Verpflichtung der neugewählten Stadtverordneten der bisherige Vorsteher Dr. Stryck mit 78 von 106 Stimmen wiedergewählt. Drei­zehn Stimmen erhielt Dr. Alexander Meyer, acht Singer. Der bisherige Stellvertreter des Vorstehers, Langerhans, wurde ebenfalls wiedergewählt.

Der hiesige Hof legt für die Kaiserin von Brasilien eine dreiwöchentliche Trauer an.

Aachen, 2. Januar. Heute Abend brach im städtischen Lagerhause eine Feuersbrunst aus, welche das ganze Gebäude, in dem alle Requisiten des Stadttheaters lagerten, bis aus die Mauern in Asche legte. Die nahe gelegene Michaelskirche mit dem Thurme stand in großer Gefahr- es gelang indeß den angestrengtesten Arbeiten, das Feuer von derselben abzuhalten und ein weiteres Umsichgreifen desselben zu verhüten. Der Brand blieb sonach auf seinen Herd be­schränkt. Die Entstehungsursache ist b'is zur Stunde noch nicht ermittelt.

Breslau, 2. Januar. Auf dem von der Oberschlesischen Eisenbahnbedars - Actiengesellschaft gepachteten Kohlenfelde Schmideschacht" hat die Belegschaft heute Morgen die Arbeit eingestellt- über die Forderungen der Arbeiter, achtstündige Arbeitszeit, freies Förderquantum und die be­stimmte Zusicherung einer Lohnerhöhung sind Verhandlungen im Gange. Ruhestörungen sind nirgends vorgekommen.

München, 2. Januar. Der vom Papste präconisirte Paffauer Bischof Ramps hat dem Papste ein ärztliches Zeugniß eingesandt, auf Grund dessen er die Belassung aus der Münchener Domprobststelle krankheitshalber nachsucht.

Prag, 2. Januar. Bei den heute in den städtischen Wahlbezirken vorgenommenen Ersatzwahlen zum böhmischen Landtage sind nach den bisherigen Nachrichten die früheren Abgeordneten wiedergewählt worden. Die Wahlbetheiligung der Deutschen war lebhaft.

Die Influenza nimmt an Ausdehnung zu. Zahl­reiche Professoren und Lehrer an den Universitäten und den Mittelschulen sind erkrankt.

Zürich, 2. Januar. Gestern Abend 10 Uhr brach im Foyer des Theaters Feuer aus, durch welches das ganze Gebäude zerstört wurde- vom Publikum ist Niemand verun­glückt, von den Decorationen nichts gerettet. Das anstoßende Staatsarchiv und das Regierungsgebäude blieben unversehrt.

Zürich, 2. Januar. Das gestrige Feuer im Theater entstand im Foyer durch die Unvorsichtigkeit zweier Mägde. Als der Regisseur auf der Bühne davon unterrichtet wurde, erklärte derselbe sofort dem Publikum, die Vorstellung könne nicht zu Ende geführt werden wegen Erkrankung eines Schauspielers. Der Zuschauerraum leerte sich infolge dessen ganz ruhig, während bereits die Hellen Flammen empor­stiegen.

Paris, 2. Januar. Die wegen des Auftretens der Influenza erfolgte Schließung der Militärschule zu Saint Cyr ist bis zum 12. d. M. verlängert worden. In Mont­pellier und Angers ist die Epidemie ebenfalls sehr heftig aus­getreten. In Angers sind alle Schulen und das Priester­seminar geschlossen.

Nom, 2. Januar. Die Kaiserin Friedrich mir ihren Töchtern wurde bei ihrer Ankunft von der ganzen königlichen Familie erwartet. Die Kaiserin fuhr mit der Königin in einem Wagen, dem der Prinz von Neapel mit den Prinzessinnen Victoria und Margarethe folgte. Der König und der Kronprinz geleiteten die Angekommenen in die Gemächer des Hotels Bristol. Die Begrüßung war eine herzliche. Aus dem Bahnhofe befanden sich auch der deutsche Botschafter Gras Solms, der englische Botschafter Lord Dufferin und der Präsect und Sindaco.

Rom, 2. Januar. (Wiederholt.) Gestern Nachmittag um 5i/2 Uhr, nach Beendigung des Empfanges im Quirinal, warf ein Individuum eine Büchse mit einer brennenden Lunte vor das Portal des Schlosses und flüchtete eiligst. Ein Gensdarm drückte die Lunte aus. Das Individuum wurde verhaftet und es stellte sich heraus, daß es ein 30jähriger Sicilianer, Namens Tancred Vita war, welcher früher Student in Pisa und dann Präsect des Instituts Macchiavell in Florenz war. Er nennt sich Professor der Pädagogik und behauptet, das Gesäß enthalte eine ungefährliche Mischung von Petro­leum und Firniß.

Brüssel, 2. Januar. Der Bürgermeister wies in der gestrigen Ansprache an den König aus die Festlichkeiten hin, womit man das sünsundzwanzigjährige RegierungS- jubiläum des Königs zu begehen beabsichtige. Der König erwiderte, es müsse Alles geschehen, um das Loos der In­validen der Arbeit zu verbessern. Er wolle vor Allem das Wohl des Vaterlandes und widme demselben sein Leben. Er hoffe, daß das Land gelegentlich der Jubelseier das Losungs­wort ausspreche und sage, was es hoffe und wünsche.

Lüttich, 2. Januar. In dem Kohlenbecken von Scraing ist in den Gruben Cockerills und der Gesellschaft Marihaye der Strike erklärt worden. Gegenwärtig haben 1200 Per­sonen die Arbeit eingestellt- dieselben verlangen eine Lohn­erhöhung, verhalten sich jedoch ruhig. In den Kohlengruben am linken Ufer der Maas wird weitergearbeitet. In Char- leroi ist die Lage unverändert.

Bukarest, 2. Januar. Bei der Berathuug der die aus­wärtigen Beziehungen betreffenden Paragraphen des Adreh­en twurss erklärte der Minister des Aeußern gegenüber den Abänderungsanträgen der Opposition, daß die Minister der kleinen Staaten bei der Beantwortung der Anfragen wegen der auswärtigen Lage sehr vorsichtig Vorgehen müßten, da auch die Minister der großen Staaten die Beantwortung derartiger Anfragen des Oefteren verweigerten. Alle Re­gierungen wünschen aber den Frieden. Sollte jedoch unglück­licher Weise ein Krieg ausbrechen, so würde das Land befragt und der bezügliche Beschluß einhellig gefaßt werden. Für die Unabhängigkeit des Landes sei es gut, Blut zu opfern. Selbst die Schweiz und Belgien, deren Neutralität garantirt ei, brächten Opfer für ihre Armeen. Der Minister wider- egte dann, daß der König persönliche Politik treibe- derselbe halte die Verfassung aus das Gewissenhafteste inne. Der Abänderungsantrag der Opposition wurde daraus abgelehnt und der Paragraph in der Fassung der Majorität angenommen. Im weiteren Verlaufe wurde dann mit 99 gegen 64 Stimmen die ganze Adresse angenommen. Dieselbe soll morgen dem König überreicht werden. Die Meldung von Unterhand­lungen zwischen Rumänien und Holland betreffend Ab­änderung der Bestimmung über die Einfuhrvergünstigung für in Holland naturalisirte Maaren ist unbegründet. Die Re­gierung hat sich noch nicht über diese Frage entschieden.

Cocakf r»nd protHttjicUc».

Gießen, 3. Januar.

* Die gestrige erste Sitzung der Stadtverordneten, in welcher die am 7. November v. I. neu gewählten Stadtverordneten ein­geführt wurden, wurde von Herrn Bürgermeister Gnauth mit einer Ansprache eröffnet: Einer schönen Sitte folgend, nach der die Herren Stadtverordneten an der Schwelle des Jahres begrüßt worden, und dem Wunsche Ausdruck gebend, daß der Erfolg der Arbeiten im neuen Jahre ein glücklicher sein möge, müsse er dieser Sitte und diesem Wunsche noch einige Worte hinzusügen, angesichts der neuen Zusammensetznng der Stadtverordneten-Versammlung, der vollzogenen gesetzlich vor­geschriebenen Drtttelerneuerung, der durch besondere Satzungen erfolgten Vermehrung der Mitglieder der Stadtverordneten- Versammlung und des Vorhandenseins von zwei Dritttheilen des alten Stammes derselben. Er begrüße die neuen Stadt­verordneten als aus verschiedenen Gebieten erprobte Männer und nun berufen zur Vertretung des Gemeinwesens, in deren Wahl die Wünsche der Bevölkerung sich wiederspiegelten, in der eine neue besondere Bedeutung für die Entwickelung der Stadt zu erblicken sei. Die Stadtverordneten-Versammlung werde sich in ihrer neuen Zusammensetzung den immer wachsenden Anforderungen der Gegenwart nicht entziehen können, bei Betrachtung derselben und der dadurch entstehenden Mehrforderungen beruhige ihn die Mitarbeit neuer Mit­glieder. Der städtische/Bebauungsplan würde der Verwirk­lichung entgegengesührt, ein geschlossener ZukunftSplan min­destens für die nächsten 10 Jahre geschaffen werden müssen. Der Ausbau der Wasserleitung, Anschluß neuer Quellen, Vermehrung der Häuseranschlüsse und Herabsetzung des Wasserpreises würden es ermöglichen, den Wasserbezug zum Gemeingut Aller zu machen. Die Frage der Canalisation, als im sanitären Interesse der Stadt liegend, dürfe nicht ungelöst bleiben- um die Erreichung des durch Umbau er­weiterten Güterbahnhofes zu erleichtern, bedarf es der An­lage besserer Zufuhrwege, in Verbindung damit der Errich­tung öffentlicher Lagerhäuser- auch die Errichtung eines Viehmarktplatzes, die Beschaffung eines geeigneten Markt­platzes inmitten der Stadt mit gedeckten Verkaufsständen würden Gegenstände kommender Berathungen sein - der Ring der städtischen Anlagen werde geschlossen, die Anlagen bereichert werden. Alle diese äußeren Aufgaben der Stadtvertretung erforderten aber auch eine innere Verbesserung der städtischen Verwaltung- es werde durch Umgestaltung des Octroi-Regle- ments eine Verbesserung in demselben herbeigesührt werden müssen, unter thunlichster Einschränkung der Zahl der octroi- pflichtigen Gegenstände, Erleichterung der Controle u. s. w. Mit der Sorge für die städtischen Beamten und deren Hinter­bliebene zur Schaffung eines tüchtigen Beamtenstandes, mir der offenen und geschlossenen Armenpflege, letztere in Verbin­dung mit einem zu errichtenden Bürgerhospital, werde sich die Stadtverordneten-Versammlung beschäftigen, desgleichen werde ihre Thätigkeit aus das Gebiet zur Ermöglichung gesunden Wohnens durch Erleichterung des Bauens kleiner Häuser sich erstrecken müssen. Bei all den gestellten Anforderungen werde es die Versammlung als ihre Ausgabe betrachten, sich im Rahmen der Leistungsfähigkeit zu halten und im Thatendrang nicht über daS Ziel zu schießen- auch unter möglichster Berück­sichtigung der Wünsche kleiner Theile werde man das Ge- sammtwohl der Stadt zu wahren wissen. Wenn so der Geist der Sachlichkeit und Versöhnlichkeit in der Versammlung walte, wie seither, könne getrost mit der Arbeit begonnen werden.

Den Bestimmungen der Städteordnung gemäß erfolgte nun die Vereidigung der neugewählten Stadtverordneten Herren Professor Dr. Thaer, Fabrikant Heyligenstaedt, Bäckermeister Löb er, Ingenieur Schiele, Bauunternehmer Adami, Ortsgerichtsmann Ke l l er, Fabrikant Schm all und Fabrikant Habenicht 8en. Der von diesen einzeln abgelegte Eid hat folgende Formel:Ich schwöre, daß ich das mir anvertraute Amt eines Stadtverordneten der Stadt Gießen treu und gewissenhaft verwalten und die mir ob­liegenden Amtsgeschäste den bestehenden Gesetzen entsprechend mit Unparteilichkeit besorgen will, so wahr mir Gott helfe." Die wiedergewählten Stadtverordneten Herren Hoch, Scheel, Homberger und Vogt erneuerten mittelst Handschlag den früher geleisteten Eid. Außer den hier angeführten neu- resp. wiedergewählten Stadtverordneten waren noch anwesend: Herr Beigeordneter Langsdorfs, die Herren Stadtver­ordneten Georgi, Grüneberg, Jughardt, Petri, Dr. Ploch, Schopbach, Simon und Wallenfels. Nach Beendigung der Einführungssormalitäten wurde in die

Berathuug der weiteren auf der Tagesordnung stehenden Gegenstände eingetreten.

Das im vorigen Jahre berathene Local-Reglement für die Stadt Gießen, betr. den Verkehr der Radfahrer auf öffentlichen Straßen und Plätzen nebst einer Verfügung Großh. Kreisamts ist an die Bürgermeisterei zu­rückgegeben worden, wonach Großh. Kreisamt ein entsprechen­des Reglement für den ganzen Kreis zu erlassen beabsichtigt und demgemäß Erklärung darüber verlangt, inwieweit die Stadt dann von dem Erlaß eines besonderen Reglements abzusehen gewillt ist. Da in dem vom Großh. Kreisamt vorgelegten Entwürfe eines solchen Reglements annähernd dasselbe ausgedrückt ist, wie in dem s. Z. von der Stadt­verordneten-Versammlung berathenen, so erklärt sich dieselbe mit Ausdehnung des für den ganzen Kreis entworfenen Reglements auf die Stadt Gießen einverstanden, unter Auf­rechterhaltung der Bestimmung, daß in den Anlagen das Fahren mittelst Velocipedes verboten wird. Herr Rechts­anwalt Labroisse beabsichtigt, an der Plockstraße, mit der Richtung nach der Schoor, einen Neubau zu errichten. Die Versammlung spricht sich, dem Anträge der.Baudeputation entsprechend, für Beanstandung des Gesuches aus. Für den Antrag der Baudeputation waren drei Gründe bestimmend, nämlich: erstens ist die Plockstraße nicht in den Bebauungs­plan ausgenommen und für sie keine Fluchtlinie festgesetzt, zweitens entspricht der Bau des projectirten Gebäudes nicht den Bestimmungen der Bauordnung, nach welchen von einem zu bebauenden Grundstück ein Fünftel als Hofraum rc. un­bebaut bleiben muß, und drittens beabsichtigt Gesuchsteller, den Neubau direct an den Schoorgraben zu stellen, während im Interesse der Grabenreinigung, überhaupt der Erleich­terung sonstiger am Graben städtischerseits vorzunehmenden Arbeiten die Freilassung eines 1 Meter breiten Streifens,, vom Grabenrande an gerechnet, festgesetzt wurde. Wie Herr Bürgermeister Gnauth ausführt, ist die Frage der Bebauung der Plockstraße gelegentlich eines Gesuches des Herrn I. Bach in Erwägung gezogen worden, und zwar nur für den nord­östlichen Theil - eine Bebauung beider Seiten widerspreche den Bestimmungen der allgemeinen Bauordnung, nach welcher neu anzulegende Straßen eine Breite von nicht unter 12,5 Meter haben müssen, die Plockstraße aber nur eine durchschnitt­liche Breite von 10,5 Meter habe. Eine Bebauung der Plock­straße käme auch insofern weniger in Betracht, als von einer Durchführung derselben zwecks Herstellung einer directen Ver­bindung des Seltersweges mit der Südanlage wohl für immer abgesehen werden könne, wenn die Verhandlungen über den Erwerb des ehemaligen Lazareths zu einem voraussichtlich günstigen Abschlüsse gelangt seien und damit, unter Benutzung des als Bauplatz für eine zweite evangelische Kirche bestimm­ten Schmidt'schen Gartens, die Möglichkeit zur Anlage einer Verbindungsstraße vom Seltersweg in der Richtung nach der Götheftraße gegeben sei. Ein Bedürfniß zur Eröffnung der Plockstraße und Aufnahme derselben in den Bauplan liege sonach nicht vor. Der dem Gefuchsteller bereits gewordene Baubescheid hat denselben, im Verein mit Herrn I. Bach, veranlaßt, in ausführlicher Darlegung der f. Z. bei Anlage der Plockstraße hervorgetretenen Gesichtspunkte die Gründe zu widerlegen, aus welchen die Baudeputation ihren Antrag auf Beanstandung des Baugesuches stellte - die Interessenten bitten schließlich, die Baufluchtlinie für die Plockstraße festzu­setzen. Da das Gesuch an Großh. Polizeiamt gerichtet ist, von diesem aber im Hinblick auf die Bestimmungen der Bau­ordnung abgelehnt werden soll, so liegt der Stadt bei jeden­falls erfolgendem Recurs an das Großh. Kreisamt resp. an Großh. Ministerium lediglich die Abgabe von Gutachten über das Gesuch ob- die Baudeputation hielt deshalb bis zur Ent­scheidung über den polizeilichen Bescheid in allen Instanzen die Beanstandung des Gesuches für zweckentsprechend. Herrn Bäckermeister Schomber soll ein Lagerplatz am Lmherberg pachtweise überlassen werden. Seither wurden diese Lagerplätze, unter gegenseitiger Einhaltung einer sechs­monatlichen Kündigung, zu einem Preise verpachtet, der als- sehr gering bezeichnet werden muß- es soll von jetzt ab der Pachtpreis auf 30 Pf. pro Quadratklafter festgesetzt, auch die bisher zu entrichtenden Pachtbeträge der gegenwärtigen Inhaber von Holzlagerplätzen dementsprechend erhöht werden. Das Gesuch des Predigers C. Reith um Ueberlassung des Rathhaussaales zur demnächsteu Abhaltung eines bibli­schen Vortrages wird abgelehnt. Derartige Gesuche wurden früher theils genehmigt, theils abgelehnt- letzteres erfolgte im Jahre 1878 deshalb, weil die Stadtverordneten-Ver­sammlung ein Bedürfniß zur Abhaltung besonderer religiöser Vorträge als nicht vorliegend erachtete. Herr Georgi be- bemerkte, daß ein solches Bedürfniß auch wohl im vorliegenden Falle nicht vorhanden sei, er spreche sich deshalb gegen das Gesuch aus. Herr Beig. Langsdorff spricht sich für freie Bewegung in religiösen Dingen aus und ist für Ueberlassung des Saales gegen entsprechende Vergütung für Heizung und Beleuchtung. Herr Scheel bemerkt, daß, im Falle ein Be­dürfniß zur Abhaltung religiöser Vorträge vorhanden, es Sache des Gesuchstellers sei, sich mit den hiesigen Geistlichen wegen Ueberlassung entsprechender Räume, vielleicht der Kirche, in's Benehmen zu setzen. Herr Postsecretär Mayer ersucht in seiner Eigenschaft als Vormund der Be­sitzer des Lenz'schen Felsenkellers um Entfernung der unter­halb dieses Besitzthums befindlichen Böschung an der Bahnhof­straße, Ausstellung eines Reverses, nach welchem die Stadt das Eigenthumsrecht daran den Lenz'schen Erben zuspricht, sowie um Herstellung einer besseren Einfriedigung. Es wird im Sinne des Gesuchstellers beschlossen, dagegen ein weiteres Gesuch desselben, die Stadt möge gegen eine entsprechende Vergütung das Bestreuen des längs des Lenz'schen Felsen- kellers lausenden Bürgersteigs übernehmen, abgelehnt. Er­fahrungsweise reichen, wie der Herr Bürgermeister anführt, die städtischen Arbeiter bei eintretendem Glatteis kaum auS, es könne deshalb nicht noch das Bestreuen solcher Straßen- theile, wozu die Anlieger verpflichtet seien, übernommen werden. Herr L. Kohlermann (Bleichstraße) beabsich-