Locales rinv prwinjiene».
Gießen, 2. September.
— Provinzialdirector Freiherr von Gagern ist von seiner Urlaubsreise hierher zurückgekehrt.
— Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 4. September 1890, Nachmittags 4 Uhr :
1) Mittheilungen. 2) Die Parzellenvermessung. 3) Gesuch des Johs. Schmidt IV. um Ertheilung der Concession zum Wirthschaftsbetrieb. 4) Desgleichen des Peter Jmmel. 5) Desgleichen des Ferdinand Hattenhauer. 6) Gesuch des F. Schott um Erlaubniß zum Verlaus von Branntwein über die Straße. 7) Die Uebersicht über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben der Vorschule des Gymnasiums für 1889/90. 8) Erkrankung der Elisabethe Riedel aus Frankenberg. 9) Gesuch des Allgemeinen Vereins für Armen- und Krankenpflege um Ueberlassung des Rathhaussaales. 10) Gesuch des Heizers Adolf Moog um Austausch von Gelände. 11) Räumung des Klingelbaches. 12) Baugesuch des Ludwig Kohler- martn; hier Festsetzung der Baufluchtlinie. 13) Die Festsetzung der Baufluchtlinie in der Sandgasse. 14) Verbesserung des Haupteinganges zum Bürgermeistereigebäude. 15) Die Anlagen'vor dem Friedhof. 16) Die Anbringung
Paris, 1. September. Die Blätter veröffentlichen einen BriefFreycinets, worin der Minister aus die betreffende Anfrage des Deputirten Bastissol erklärt, die Aushebung oder Verringerung der Garnisonen der kleineren Forts in den Ostpyrenäen werde durch die Nothwendigkeit veranlaßt, die Streitkräfte an der exponirteren Grenze zu vermehren, und durch die Möglichkeit, die Truppen dort besser ausbilden zu können.
Plymouth, 1. September. Der Hamburger Dampser „California" kehrte heute hierher zurück. Das Schiff hat am 25. August, Abends 6 Uhr, während eines nur mäßigen Windes, als es sich bereits auf dem 50. Breitegrade und 26. Längengrade befand, drei Schraubenblätter verloren.
Rom, 1. September. General Baldiss era, Chef- commandant in Afrika, und Major Pedrozzi begeben sich zu den großen Manövern nach Schlesien.
Madrid, 1. September. In den von der Cholera inficirten Provinzen sind gestern 43 Erkrankungen und 20 Todesfälle vorgekommen.
Lissabon, 1. September. Im Fieberzustande des K ö n i g s ist noch keine Aenderung eingetroffen, wohl aber hat sich das Allgemeinbefinden des Kranken gebessert. Die Krankheit des Königs wird als ein typhöses Fieber bezeichnet. Es liegen jedoch keinerlei beunruhigende Symptome vor.
Liverpool, 1. September. Der Congreß der Trade- Union wurde heute eröffnet. 460 Delegirte, welche li/2 Millionen Mitglieder vertreten, darunter viele von Frauen entsandte Delegirte, nahmen daran Theil.
Petersburg, 1. September. Die auswärts verbreiteten Gerüchte von einer Verstimmung zwischen den Kaisern Wilhelm und Alexander während der letzten Manövertage in Narwa werden von maßgebender Seite als vollständig aus der Lust gegriffen bezeichnet. Nach Mittheilung von Betheiligten liegt nicht der leiseste Anhalt zu derartigen Muth- maßungen vor.
Aschkabad, 1. September. Wie verlautet, hätte der Landescommandirende Kuropatkin mehreren in Aschkabad wohnhaften Juden den Befehl ertheilr, ihre Geschäfte abzuwickeln und binnen einem Monat Transkaspien zu verlassen.
Rischnij - Nowgorod, 1. September. Der Finanzminister erwiderte auf die Ansprache der Aeltesten der Kaufmannschaft, als neuer Beweis der Fürsorge des Kaisers für die Entwickelung des Handels und der Industrie könne die Erhöhung des Zolles aus ausländische Maaren dienen, ausgenommen solche, die nicht im Lande producirt würden. Die bisherigen Schutzzölle hätten mit dem steigenden Wechsel- cours ihre Bedeutung verloren. Die Erhöhung gelte bis zum 1. Juli 1891, bis wohin die allgemeine Revision des Zolltarifs hoffentlich beendet sei. Der revidirte Tarif werde bald dem Reichsrathe zugehen. Er hoffe, die Vertreter der Kaufmannschaft anläßlich der Generalrevision des Zolltarifs im Ministerium zu sehen.
Sofia, 1. September. Anläßlich des Jahrestages der Thronbesteigung des Sultans übermittelte Fürst Ferdinand dem Sultan telegraphisch seine Glückwünsche. Stambulow bat in einer Depesche den Großvezier, dem Sultan die Glückwünsche der bulgarischen Regierung zu unterbreiten.
Swansea, 1. September. Ein großes Meeting von Bergleuten beschloß heute eine Resolution zu Gunsten des achtstündigen Arbeitstages. Unter den Rednern waren Sir Charles Dilke und der Deputirte Francis Evans.
Kairo, 1. September. Nach einer Meldung aus El Tor in Arabien sind dort 48 Cholerafälle, darunter 18 tödt- lich verlaufene, vorgekommen. In Mekka wurde seit Dienstag kein neuer Fall festgestellt. Die Epidemie ist dort als erloschen anzusehen.
Rhein-Neberschwemmungen.
St. Margrethen, 30. August. Nachdem es am letzten Sonntag und Montag unaufhörlich unter erheblichen Gewittern geregnet hatte, trat Montag Abend kühle Witterung ein und die Berge wurden mit Schnee bedeckt, so daß die Gefahr einer Rheinüberschwemmung beseitigt schien. Doch leider stellte sich am Donnerstag Abend schon wieder heftiges Regenwetter ein, welches jetzt noch andauert und den Rhein derart anschwellen ließ, daß man bereits gestern in den Abendstunden große Besorgnisse hegte und alle möglichen Vorkehrungen traf, um sich in der Nacht nicht unvorbereitet finden zu lassen. Leider waren diese Besorgnisse nur zu begründet, denn bereits Nachts gegen 1 Uhr läuteten die Sturmglocken des benachbarten österreichischen Dorfes Höchst, wo ein Dammbruch zu befürchten war, der denn auch gegen 3 Uhr Morgens ca. 13 Meter breit eintrat und durch welchen der wild gewordene Strom seine trüben Fluthen in die blühende Ortschaft und deren Gärten und Felder wälzte. Das halbe Dors war bis gegen Morgen 9 Uhr unter Wasser, bis die emsig arbeitenden Wasserwehren von Höchst und St. Margarethen nothdürftige Ableitungen geschaffen hatten. Das Unglück ist weit größer als 1888, jedoch noch keineswegs zu übersehen und leider noch nicht zu Ende, denn eben, Mittags 12 Uhr, verkünden die Sturmglocken vom benachbarten Dorse Lustenau (Voralberg) einen weiteren Dammbruch. Derselbe soll ca. 300 Meter breit sein und mächtige Fluthen drängen sich durch denselben, das ganze liebliche Rheinthal auf österreichischer Seite unter Wasser setzend. Die blühenden Ortschaften: Brugg, Lustenau, Birkenfeld, Haard, Fußach, Hohenems, Koblach, Büren rc. stehen unter Wasser. Häuser sind eingestürzt oder dem Einsturz nahe, Brücken und Bahndämme zerstört, so daß der Verkehr auf der Bahnlinie Bregenz—St. Margrethen heute Vormittag eingestellt werden mußte. Seit heute Mittag 2 Uhr fällt der Rhein, doch hat der Regen noch nicht aufgehört. Ein neuer Rheinausbruch bei Altach wird soeben gemeldet. Auch von Schweizer Seite laufen Nachrichten von größeren Ueberschwemmungen durch Rheinstauwasser ein, wodurch theilweise der Postverkehr gehemmt ist. Besonders stark sollen die Strecken Ragatz- Sargans, Sennwald-Rüti u. A. betroffen sein- der Bahnhof Rüti ist kaum noch zugänglich. — Nachmittags 4^2 Uhr:
Soeben steigt dichter Rauch aus einem der Nebengebäude der der Firma Giese von Bregenz gehörigen zur Gemeinde Fußach zählenden Baumwollspinnerei auf, zu der Niemand gelangen kann, da selbige tief im Wasser steht und die starke Strömung keine Verbindung zuläßt. — Abends 9 Uhr: Die gesammte Spinnerei mit Nebengebäuden steht in Flammen. Arbeiter und Bewohner sind bereits heute Vormittag vor dem andringenden Wasser geflüchtet. — 31. August. Seit heute Vormittag regnet es wieder unaushörlich und befindet sich jetzt (5 Uhr) der Rhein bereits im Steigen, so daß abermals neue Durchbrüche zu befürchten sind. Trotz des strömenden Regens waren heute zahllose Fremde hier, um das Ueber- schwemmungsgebiet in Augenschein zu nehmen.
Aus Zürich, 1. September, wird der „Franks. Ztg." telegraphirt: In der Nacht auf Samstag begannen die regen' überfüllten Gewässer Graubündens ihre Verwüstungen. Pfäffers ist durch Erdrutsche vom Verkehr abgeschnitten, die Straße nach Nagatz mehrfach unterbrochen- von der Landquart bis nach Chur sind zunehmende Verheerungen zu melden. Vom Calanda, dem östlichen Bergstock der Glarner Alpen, sind Rusenen niedergegangen- bei Zizers ist Alles vom Schlamm überschüttet. Die Tardisbrücke bei dem Orte Landquart stürzte ein sammt zwei darauf befindlichen Personen, einer Mutter und ihrem Sohne. In Chur selbst ist das „Hotel Steinbock" wegen der nahe vorbeidonnernden Plesfur gefährdet. Die Wehre hielten jedoch noch, aber im benachbarten Schamfigg vernichtete die Plesfur eine mit großen Kosten aufgesührte Straße für längere Zeit, so daß die Poststraße von Arosa und über Fluela unbenutzbar sein wird. Der Cburer Stadtgarten ist theilweise weggeschwemmt. Schwere,Schädigungen werden auch aus dem nahen Bad Passug berichtet. Erdrutsche in der Umgebung des Ortes zerdrückten einige Häuser. Bei Zizers kam ebenfalls ein Brückeneinsturz vor, der zwei Personen das Leben kostete. In Domleschg, zwischen Reichenau und Thusis, wurde eine Brücke sortgeschwemmt, ebenso in Disentis. Zum Glück hat sich die Rheincorrection solid gehalten. Tiefer im Canton ist bis jetzt bekannt ein Unterbruch der Schyastraße an 17 Stellen, eine theilweise Zerstörung der Via Mala und der Oberländerstraße nach Engadin. Aus Lustenau wird der Tod durch Ertrinken von 8 Personen gemeldet. Sasall bei Chur ist von Rusenen bedroht. Alle Gewässer bringen Bäume und Häusersragmente mit. Aus Engadin, Bergell rc. erwartet man ebenso unheilvolle Berichte. Die Schädigungen sind schon jetzt nach Millionen zu beziffern. Außerdem ist zahlreiches Vieh in den Alpen eingeschneit. Viel schlimmer steht's noch im Rheinthal. Der Dammbruch ist an der gleichen Stelle wie 1888 bei dem österreichischen Ort Büren erfolgt und 300 Meter breit- die Bahnlinie St. Margrethen-Lindau ist zerstört. Drei weitere Einbruchstellen haben weite Gefilde in seeähnlichen Zustand versetzt, mit den Dörfern als Inseln darinnen. Im schweizerischen Rheinthal steht Montlingen mehrere Fuß tief im Wasser - bei Rebstein, Heerbrugg und St. Margrethen ist sämmtliches Kulturland eine Wasserwüste. Heber Menschenverluste dort liegt noch keine Nachricht vor. Der Depeschenverkehr ist allerorts gestört. Auf schweizer Gebiet ist kein Dammbruch eingetreten, nur Stauwafferschädigungen sind zu verzeichnen. Rheinabwärts steht Rorschach großenteils im Wasser- Arbon ist theilweise überschwemmt- in Höre drohen mehrere Häuser mit Einsturz. In Romanshorn wächst die Gefahr. Schon steht fußtiefes Wasser in den Kellern. Ueberall hatte man gehofft, es werde heute ein Rückgang erfolgen, doch begannen die Güsse Nachmittags von Neuem. Im Thurgau steht Frauenfeld unter Waffer. Die Thur macht die Straße unpassirbar. Der Walensee ist in zwei Tagen zwei Meter gestiegen, über den höchsten Stand von 1876- ähnlich auch der Zürichersee, an dessen Ausfluß die Limmat bei Wipkingen auszutreten ansängt. Aus Bern wird bedrohliches Anschwellen der Aare, die auch einen Menschen weggespült hat, gemeldet, doch hat man aus dem dortigen Oberland bislang keine Berichte, man hofft, der eingetretene ^Schneefall vermindere die Gefahr. In Glarus liegt bis in die Thalsohle hinab Schnee- dort sind deshalb Rutschungen zu erwarten.
Constanz, 1. September. Der heutige Pegelstand zeigt 5,65 Mtr. Damit ist der zweithöchste Mass er st and dieses Jahrhunderts erreicht.
Bern, 1. September. Die Rheinbrücken bei Dießenhofen, Stein und Constanz sind wegen des Hochwassers für Dampfschiffe nicht mehr passirbar, daher sind die Dampfschifffahrten zwischen Dießenhofen und Constanz eingestellt.
-e- Lich, 1. September. Der hiesige Vorschuß-Verein (eingetragene Genossenschaft) hat sich aufgelöst und die Mitglieder desselben haben eine Actien-Gesellschaft gegründet, welche die Firma „Licher Spar- und Credit-Actien-Gesellschaft" führt und in Lich ihren Sitz hat. Die Gesellschaft hat alle
eines Reserve-Einfallschachts in der Alicestraße. 17) Her- tellung einer Einfriedigung an der Westanlage. 18) Decretur von Kostenrechnungen. 19) Deutscher Verein für öffentliche Gesundheitspflege. 20) Die Rechnung der Armenkasse sür das Jahr 1889/90.
— Die zwanzigjährige Erinnerungsfeier an die Schlacht bei Sedan wurde, gestern Abend in einer der Bedeutung des Tages würdigen Weise eingeleitet. Nachdem auf Textors Hardt ein mächtiges, weit über das Lahnthal hin sichtbares Freudenseuer abgebrannt war, ordnete sich an der Lahnbrücke ein imposanter Lampionzug. Der Zug, in welchem fast sämmt- liche Vereine Gießens vertreten waren und der wohl an 1200 Lampions zählte, bewegte sich unter Mitwirkung zweier Musikcapellen durch die Neustadt, Bahnhofi und Liebigstraße, Seltersweg, Mäusburg, Markt und Wallthorstraßc nach dem ' Cafe Leib. Der geräumige Saal vermochte die Theilnehmer nicht alle zu fassen, es mußten daher viele auf die Theil- nahme an dem nun folgenden Banket verzichten. Nach Absingen des Liedes „Ich hab mich ergeben" ergriff Herr Post- secretär Mayer, der Vorsitzende des Krieger-Vereins, das Wort, um zunächst den Anwesenden den Dank für ihr zahlreiches Erscheinen auszusprechen, sodann aber in markigen Worten die Bedeutung des Sedantages für unser deutsches Vaterland darzulegen. Herr Mayer schloß seine Ansprache mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser, in welches die Versammlung dreimal begeistert einstimmte und stehend das „Heil Dir im Siegerkranz" sang. Hierauf theilte Herr Post- secretär Mayer mit, daß, die Zustimmung der Festversammlung vorausgesetzt, ein Telegramm an Se. Kgl. Hoheit den Großherzog abgesandt werden solle. Dasselbe lautete: „Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog, dem ruhmreichen Führer seiner Hessen im glorreichen Kriege 1870/71, bringen die zur Sedanfeier versammelten Vereine Gießens ein dreifach donnerndes Hurrah! Mayer, Präsident. Gnauth, Oberbürgermeister." Mit rauschendem Beifall wurde dem Telegramm zugestimmt und das Hoch auf Se. Königl. Hoheit den Großherzog jubelnd ausgenommen. Von überaus erhebender Wirkung war die mit den besten Citaten unserer deutschen Dichterheroen durchzogene Rede des Herrn Stadtverordneten Schm all, der den andächtigen Festtheilnehmern ein Bild unseres deutschen Vaterlandes von der Zeit seiner tiefsten Erniedrigung und Zerrissenheit bis zur schwer erkämpften Wiederausrichtung des Deutschen Reiches gab. Brausend erklang durch den Saal das vom Redner auf das deutsche Vaterland ausgebrachte Hoch. Herr Stadtverordneter Löb er brachte ein Hoch auf den Vorsitzenden des Krieger-Vereins, Herrn Post- secretär Mayer, aus, den eine gütige Vorsehung dem Verein noch lange erhalten möge. Herr Böck brachte ein weiteres Hoch auf das deutsche Vaterland aus, indem er der Zuversicht Ausdruck gab, daß die Jüngeren in gleichem Maße, wie die Aelteren dies gethan, eintreten würden für die Ehre und Freiheit des Vaterlandes. Das dritte, von Herrn Bender auf das deutsche Vaterland ausgebrachte Hoch schloß sich an die Auffordernng zum Festhalten an unseren höchsten Gütern, an deutscher Sitte und deutscher Frömmigkeit. Herr Verwalter Keller erklärte, indem er aus die Erziehung der Jugend zur Vaterlandsliebe, als unserer besonderen Pflicht, hinwies, nicht umhin zu können, dem deutschen Vaterland ebensalls ein Hoch auszubringen. Herr Flimm forderte die Anwesenden auf, zum Zeichen, daß auch Diejenigen nicht vergessen werden, die die wieder errungene deutsche Einheit mit ihrem Herzblut besiegelt, sich zu erheben und den Todten einen stillen Trunk zu weihen. Die ganze Feier nahm einen, von warmer Vaterlandsliebe der Theilnehmer zeugenden Verlauf, sie bildete eine weihevolle Einleitung zur heutigen, hoffentlich zu Aller Zufriedenheit verlaufenden officiellen Sedanfeier.
— Der Verein deutscher forstlicher Versuchsanstalten hielt seine diesjährige Jahresversammlung vom 30. August bis 1. September hier in Gießen ab. Als Vertreter zu derselben waren von Preußen Herr Oberforstmeister Dr. Danckelmann und Herr Professor Dr. Schwappach, von Bayern Herr Proseffor Dr. von Baur mit den Assistenten Privatdocent Dr. Freiherr von Tubeuf, Privatdocent Dr. Käst und Dr. Behringer, von Württemberg Herr Professor Dr. Lorey, von Baden Professor Forstrath Schuberg, von Elsaß-Lothringen Herr Forstmeister Carl, von Hessen die Herrn Professoren Dr. R. Heß und Dr. Wimmenauer mit dem Assistenten Forstassessor Hämmerle, von Braunschweig Herr Kammerrath Horn und von der Schweiz Herr Professor Dr. Bühler entsendet worden. — Die Versammlung begann ihre Thätigkeit am Samstag Morgen mit einer Sitzung in dem im Forstgarten befindlichen Hörsaal unter dem Vorsitz des Herrn Oberforstmeisters Dr. Danckelmann, nach deren Beendigung ein von der Großherzoglich Hessischen Stcatsregierung den Gästen gegebenes Frühstück in der festlich geschmückten Halle des Forstgartens eingenommen wurde. Am Nachmittage wurden die in der Nähe des Forstgartens gelegenen Probeflächen sowie dieser selbst einer eingehenden Besichtigung unterzogen und hier allgemein von den sachkundigen Beschauern die große Sorgfalt und Umsicht, mit der er geleitet wird, anerkennend bemerkt. Am Sonntag Morgen wurden die Sammlungen des akademischen Forstinstuts in Augenschein genommen, welche durch ihre Reichhaltigkeit namentlich aus den Gebieten des Waldbaus und Forstschutzes und durch ihre Schönheit und musterhafte Ordnung das Interesse der Herrn Professoren in hohem Maße fesselten. Nachdem am Montag Morgen die Verhandlungen im Universitätsgebäude zum Abschluß gebracht worden waren, begaben sich die Vertreter sehr befriedigt von dem Gebotenen und Gesehenen in den Vogelsberg zur Besichtigung der dort gelegenen Probeflächen.
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