nach Plötzensee, von Schutzleuten bis zum Norduser begleitet. — Am Rosenthaler Thor sammelten sich Mittags gegen 1 Uhr etwa 2000 Arbeiter und zogen durch die Münzstraße nach dem Alexanderplatz. Die Menge verhielt sich ruhig. Die Polizei hatte keine Veranlassung zum Einschreiten. Bisher ist polizeilicherseits nirgends etwas von ernstlichen Ausschreitungen bekannt geworden.
Kiel, 1. Mai. Aus allen Wersten, sowie in allen Fabriken und Werkstätten wird ausnahmslos während des ganzen Tages gearbeitet. Irgendwelche Störung der Ruhe ist nicht zu befürchten.
Köln, 1. Mai. Bis jetzt ist hier nichts von der Feier der Arbeiter zu bemerken.
Dortmund, 1. Mai. In dem hiesigen Revier ist von einer Arbeiterfeier nichts zu bemerken- überall wird wie gewöhnlich gearbeitet.
Neunkirchen, 1. Mai. Die Arbeiter des hiesigen Eisenwerks (Gebr. Stumm), sind heute Morgen vollständig eingefahren und arbeiten wie gewöhnlich.
Munster i. W., 1. Mai. Es wird in allen Betrieben der Stadt ruhig gearbeitet.
Stettin, 1. Mai. Die Physiognomie der Stadt ist vollständig ruhig. Die Betheiligung an der Arbeiterseier ist anscheinend sehr schwach.
Posen, 1. Mai. Die hiesigen Arbeiter sind heute überall in Thätigkeit. Von den Behörden sind die umfassendsten Vorsichtsmaßregeln getroffen.
Breslau, 1. Mai. Die allgemeine Physiognomie des heutigen Tages zeigt einen friedlichen Charakter. Nur für den Mittag und den Abend ist je eine Arbeiterversammlung einberufen, um die Forderung des Achtstundentages zu besprechen.
Waldenburg i. Schl., 1. Mai. Im Niederschlesischen Revier herrscht Ruhe- die Arbeiter sind an gefahren.
Spandau, 1. Mai. In allen hiesigen Königlichen Fabriken wird in vollem Umfange gearbeitet- daselbst ist eine Bekanntmachung angeschlagen, in welcher allen Arbeitern, die am Abend Belästigungen befürchten, Schutz zugesagt und außerdem auf § 110 des Strafgesetzes hingewiesen wird. Auf den Bauplätzen wird mit Ausnahme von dreien gearbeitet. Die Berliner Arbeiterzüge sind vollbesetzt hier eingetroffen.
Dresden, 1. Mai. Bis jetzt haben sich die Arbeiter völlig ruhig verhalten, die meisten arbeiten. In Siegs Sälen fand eine Volksversammlung von 400 Personen, an welcher der Abgeordnete Bebel theilnahm, und im „Trianon" eine solche von 700 Personen, bei welcher der Abgeordnete Singer zugegen war, statt.
Leipzig, 1. Mai. In der Stadt ist Alles ruhig. Gegen 1500 Personen machten Morgens einen Spaziergang nach Oetsch. In den großen Spinnereien sind die Arbeiter vollzählig erschienen. Die Fabriken sind sämmtlich in Thätigkeit, an den Neubauten wird überall gearbeitet.
Chemnitz, 1. Mai. Das gemeinschaftliche Vorgehen der Arbeitgeber ist von vollständigem Erfolg begleitet. Bis jetzt liegen aus 30 größeren Fabriken Berichte vor, daß die Arbeiter überall pünktlich und vollzählig zur Arbeit angetreten sind- auch in der Stadt herrscht vollkommene Ruhe.
Zwickau, 1. Mai. In den hiesigen Fabriken, auf den Bauplätzen und in den Kohlenbergwerken der Umgegend wird heute ruhig fortgearbeitet- auch hat eine Störung ber öffentlichen Ordnung nirgends stattgesunden.
Danzig, 1. Mai. Aus den meisten Arbeitsplätzen und in fast allen Fabriken wird ungestört iortgearbeitet, nur eine Oelmühle mußte den Betrieb einstellen, weil die Arbeiter feiern. Auf einigen Battplätzen verließen heute Vormittag die Maurer und Handlanger und bei einem Festungsbau die Erdarbeiter, welche durch junge Burschen aufgestachelt waren, ihre Arbeit. Vier Rädelsführer wurden verhaftet und eine Arbeiter-Ansammlung auf einem Marktplatz durch die Polizei zerstreut. Die für heute Nachmittag geplanten Volksversammlungen im Freien sind verboten worden, die Plätze werden scharf beobachtet.
Nürnberg, 1. Mai. Die Stadt hat ihr gewöhnliches Aussehen- in den Werkstätten wird voll gearbeitet.
Weimar, 1. Mai. Der Kaiser traf um 10% Uhr mit dem Großherzog und Erbgroßherzog ein und wurde auf dem Bahnhof von dem preußischen Gesandten Derenthal, dem Staatsminister Groß und den Hoschargen empfangen. Bei der Auffahrt nach dem Schlosse wurde er stürmisch begrüßt. Nach Begrüßung der Großherzogin fand das Frühstück bei dem Grafen Görtz statt.
Bremen, l.Mai. Die Stadt ist vollständig ruhig. Bis jetzt sind keinerlei Ansammlungen oder Ausschreitungen bei der Polizei gemeldet worden. Es sind alle Vorkehrungen zur Aufrechthaltung der Ordnung getroffen.
Straßburg i. E., 1. Mai. In den hiesigen Werkstätten wird allgemein gearbeitet. Die Erlaubniß für eine auf heute Abend angesetzte Versammlung, in welcher der Socialdemokrat Dr. Ruedt aus Heidelberg sprechen sollte, ist aus Grund des Landesgesetzes nicht ertheilt worden.
Mülhausen i. E., 1. Mai. • Von der Feier der Arbeiter ist hier Nichts bemerkbar, es arbeitet Altes.
Metz, 1. Mai. In Ars, Moyeuv're, Hayingen, Rösseln, Forbach und Saargemünd wird nicht gefeiert.
Wien, 1. Mai. Die Stadt hat im Ganzen ihr alltägliches Aussehen, es ist keinerlei Stockung des Verkehrs wahrnehmbar. Sämmtliche Läden und Magazine, mit wenigen Ausnahmen, sind offen, die öffentlichen Märkte werden wie immer abgehalten. Kleine Gruppen von Arbeitern in Festtagskleidern begeben sich zu den Versammlungen, deren etwa 40 Vormittags stattfinden, behuss Berathung der von dem Pariser Socialisten-Congreß im vorigen Jahre beschlossenen Programmpunkte. Die dienstsreien Polizei-Mannschaften sind consignirt, das Militär wird in den Kasernen in Bereitschaft gehalten. Auf den Straßen und Plätzen befindet sich nirgends militärisches Aufgebot, nur in den aus
den letzten Excessen bekannten Stadttheilen Neu - Lerchenfeld, Ottakring und Hernals patroulliren kleine Cavallerie - Ab- theilungen- der Prater ist durch Infanterie und Cavallerie in voller Feldausrüstung besetzt. Morgens erschienen die Erzherzöge Albrecht, Rainer und Wilhelm, um sich über die Vorkehrungen zu informiren. Das herkömmliche Praterleben am 1. Mai beginnt sich wie in früheren Jahren zu entwickeln. Bisher sind in dem hiesigen Polizeirayon nirgends Störungen der Ruhe signalisirt, alle Arbeiterversammlungen sind ruhig verlaufen. Das Wetter ist prachtvoll.
Bern, 1. Mai. Nach den neuesten Nachrichten wird in allen gewerblichen Cantonen der Schweiz heute ausnahmslos gearbeitet. In Bern und Zürich soll Nachmittags von einer kleinen Anzahl feiernder Arbeiter eine Feier in bescheidenem Rahmen abgehalten werden. Sonst beschränkt sich in allen gewerbereichen Cantonen, Basel, Bern, Zürich, Genf, Soluthurn, St. Gallen, Glarus, Thurgau, Aargau und Neuenburg die Arbeiterfeier auf abendliche Versammlungen zu Gunsten der achtstündigen Arbeitszeit. Ueberall wird nur über alltägliche Dinge gesprochen, und jede Unruhe scheint in der Schweiz ausgeschlossen.
Haag, 1. Mai. Gestern Abend fand hier eine Versammlung von 4000 Arbeitern statt, in welcher Resolutionen zu Gunsten des achtstündigen Arbeitstages angenommen wurden. Als die Versammlung auseinander gegangen toarz kam ein Arbeitertrupp in Confliet mit der Polizei. Letztere war gezwungen, von ihrem Stabe Gebrauch zu machen. Mehrere Personen wurden verletzt, darunter auch ein Polizist. Im Lause des Rencontres wurden zwei Schüsse abgefeuert. Die Ordnung war bald wieder hergestellt.
Paris, 1. Mai. Anläßlich des Philipp-Festes sandten viele Orleanisten Blumenspenden an den Herzog von Orleans nach Clairvaux.
Paris, 1. Mai. Heute sind 20 weitere Verhaftungen vorgenommen worden. Augenblicklich sammeln sich die Manifestanten auf dem Platze vor dem Stadthause, um eine Abordnung mit ihrer Petition nach der Deputirten- kammer zu entsenden. In vielen Fabriken und Werkstätten wird gearbeitet. Man nimmt an, daß der Tag ruhig verläuft.
Paris, 1. Mai. In den äußern Boulevards herrscht Ruhe. Die inneren Stadtviertel bieten den Anblick der gewöhnlichen Bewegung. Die großen Läden sind offen. Die Schanfenster jedoch leer. Die Läden der Waffenschmiede sind geschloffen.
Paris, 1. Mai. Wie die Blätter melden, würde heute die Bank von Frankreich von Mittag an die B u r e a u x g e- schlassen halten. In den kleineren Theatern werden keine Vorstellungen statrfinden. Die Bureaux für Stellenvermittelung, sowie die großen Bankhäuser stehen unter besonderer Ueberwachung. In den Vororten ist überall Gendarmerie consignirt. In den großen Städten der Provinz sind ähnliche Vorkehrungen getroffen.
Paris, 1. Mai. Wie der Temps aus Toulon meldet, erhielten 2 Compagnien Infanterie den Befehl, nach dem Senegal abzugehen. — Viele Kutscher haben erklärt, heute striken zu wollen.
Paris, 1. Mai. Alle Ministerien sind militärisch besetzt. In den Straßen sind 10 Cavallerie-Regi meuter ver- theilt ausgestellt. Die übrigen Truppen sind seit gestern Abend in den Kasernen consignirt. Der Concordien- und der Magdalenen-Platz sind mit Polizei und Infanterie gesperrt. Es sind einige weitere Verhaftungen vorgenommen werden.
Paris, 1. Mai. Paris erscheint fast im Kriegszustand. Die ganze Nacht durchzogen ein rücken de Truppen die Stadt. Alle öffentlichen Gebäude und Monumente, die Hauptstraßen, Plätze und Thore sind militärisch besetzt. Das Militär läßt nur einzelne Personen in die Stadt. Während der ganzen Nacht wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Fast sämmtliche Führer der Socialisten sind im Gefängniß.
London, 1. Mai. Hinsichtlich der soeialistischen Demonstration beschloß gestern ein Meeting, die Polizei- versügung, betreffend die Einhaltung einer bestimmten Marschroute nach Hyde-Park, strikte einzuhalten. Von einer Con- signation von Truppen ist abgesehen worden, da Grund zu Befürchtungen nicht vorhanden ist. — Der Ausbruch einer Revolution in Paraguay wird bestätigt.
Brüssel, 1. Mai. Ueberall wird gearbeitet. Der Zug am Abend verspricht den friedlichsten Verlaus- er geht ohne Fahnen und ist ohne politischen Character, nur Socialisten nehmen Theil. In Borinage ist der Ausstand allgemein. Die Hauptpunkte sind durch Cavallerie und Jäger besetzt - die Gendarmerie patrouillirt fortwährend. Zwei Bahnzüge für das Militär sind geheizt, um, wenn nöthig, Hilfstruppen zu bringen. In Mons ist Gendarmerie con- centrirt. Die Manifestanten zogen um 10 Uhr Morgens aus in der Richtung nach den nichtstrikenden Orten - doch strikt im gesummten Becken fast Alles.
Rom, 1. Mai. Die Stadt ist vollkommen ruhig, die Geschäfte zum Theil geschloffen. Der Vatikan hat ebenfalls Sicherheitsmaßregeln getroffen. Capitan Fracassa dementirte die Verhaftung von Anarchisten, sowie die Gerüchte über Einkerkerung einiger Militärs wegen aufrührerischer Reden.
Madrid, 30. April. Für morgen sind Demonstratio n e n in Madrid, Barcelona, Valencia, Saragossa und anderen Städten zu gewärtigen, doch nimmt man an, daß Alles ruhig verlausen werde.
Locale» «nd provinzielle».
Gießen, 2. Mai.
— Se. Königl. Hoheit der Erbgroßherzog wird im kommenden Herbst die hiesige Universität beziehen - das laufende Sommer-Semester wird der Erbgroßherzog noch in Leipzig ftudiren, wohin er sich gestern begeben hat.
— Sitzung der Stadtverordneten vom 1. Mai. Anwesend : Herr Bürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Langsdorff, Seitens der Stadtverordneten die Herren Georgi, Grüneberg, Habenicht, Heyligenstaedt, Hoch, Homberger, Jughardt, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schmall, Schopbach, Simon, Pros. Dr. Thaer.
Von den zuerst verhandelten 5 Gegenständen der Tagesordnung, betr. Gesuche um Erlaubniß zum Branntwein- Verkauf, Branntwein-Ausschank und Wirthschastsbetrieb führte dasjenige des Herrn W. Kinzenbach, welcher in seinem Hause Wetzsteinsgasse Nr. 15 Specereihandel verbunden mit Branntwein-Verkauf über die Straße betreiben will, zu einer eingehenden Debatte. Dem seither allgemein bei Behandlung derartiger Gesuche in der Stadtverordnetenversammlung befolgten Grundsätze, daß die Erlaubniß zum Verkauf von Branntwein über die Straße Inhabern von Specereigeschästen zu gestatten sei, um dem Publikum die Möglichkeit zu geben, einen Bedarf an Branntwein da zu decken, wo es seine Specereiwaaren zu beziehen pflegt und nach welchem die für Behandlung derartiger Fragen eingesetzte Commission auch das Gesuch Kinzenbachs zu befürworten empfahl, wurde von Herrn Heyligenstaedt entgegengetreten. Herr Heyligenstaedt bemerkte u. A., daß er gerade den Verkauf von Branntwein in kleinen von Arbeitern frequentirten Specereilädcn für bedenklich, als dem Branntweingenuß Vorschub leistend, erachte und sich deshalb gegen Bejahung der Bedürfnißsrage aussprechen müsse. Herr Heyligenstaedt bemerkte auf den Einwand des Herrn Bürgermeisters, daß es sich hier nicht um Ausschank, sondern um den Verkauf von Branntwein über die Straße handele, die Stadtverordnetenversammlung auch nicht zu prüfen habe, ob die Gestattung des Branntweinverkaufs nur im Interesse des Käufers liege, sondern lediglich das Bedürfuiß für das Publikum ausschlaggebend für die Stadtverordnetenbeschlüfse sei: dieser Einwand könne ihn (Herrn Heyligenstaedt) nicht bestimmen, sich anders als gegen das Gesuch auszusprechen. Die Gelegenheit zum Schuaps- genuß werde durch die vielen Specereiläden, die meistens ihre Gründung nur der Aussicht auf die Gestattung des Branntweinverkaufs verdankten, Vorschub geleistet. Das Verbot, Branntwein im Laden auszuschänken, werde vielfach, trotz polizeilicher Ueberwachung, übertreten, da man nicht jeden Laden besonders bewachen könne. Da naturgemäß die Arbeiter wegen ihrer Beschäftigung die Hauptconsumenten von Branntwein seien, so würde ihre Lage infolge der durch die Läden besonders leicht gebotenen Gelegenheit zu vermehrtem Schnapsgenuß verschlechtert, diesem Umstande aber müsse gerade in der Jetztzeit besondere Beachtung geschenkt werden. Man solle durch Vermehrung der Trinkgelegenheit nicht dem Arbeiter das entziehen, was man ihm sonst zur Verbesserung seiner Lage zu bewilligen bestrebt sei. Herr Hornberger spricht sich für Beibehaltung des seither beobachteten Grundsatzes aus, man solle Jemandem, der sich eine Erwerbsquelle schaffen wolle, nicht hindernd in den Weg treten. Herr Schmall spricht sich ebenfalls für Gestattung des Branntweinverkaufs aus, schon in Rücksicht auf die infolge der seitherigen Praxis anderen ähnlichen Gesuchen zu Theil gewordene Befürwortung, was dem Einen recht, fei dem Andern billig, das Bedürfniß des Arbeiters zu einem Schnäpschen sei einmal da und fei in den Verhältnissen begründet, für den Arbeiter sei der Branntwein dasselbe, was für einen Anderen der Wein. Herr Löber bemerkt, daß er in der betr. Commissions- sitzung nicht anwesend gewesen, aber gewissermaßen im Sinne des Herrn Heyligenstaedt für Beschränkung des Branntwein- Kleinhandels bei Gelegenheit eintreten würde. Herr Beig. Langsdorff bemerkt, daß der Grundsatz, was dem Einen recht, dem Andern billig sei, auch dann noch aufrechterhalten werden könne, nachdem die seither bei Concessionsgesuchen geübte Praxis als nicht richtig erkannt worden sei - er erkläre sich ganz mit den Ausführungen des Herrn Heyligenstaedt einverstanden. Herr Habenicht spricht sich für Genehmigung des Gesuchs aus. Herr Petri bemerkt, daß er seither sich auch nicht für die bisherige Praxis habe besonders erwärmen können und nur ungern für die Bejahung derartiger Gesuche gestimmt habe- er werde gegen das vorliegende Gesuch stimmen. Die hierauf vorgenommene Abstimmung ergibt, entgegen dem auch von Großh. Polizeiamte eingenommenen verneinden Standpunkte, Befürwortung des Kinzenbach'schen Gesuches. — Anders gestaltete sich die Abstimmung über das wiederholte Gesuch des Herrn Fr. Stooß um Erlaubniß zum Ausschank von Liqueuren in seinem Cigarrenladen in den Neuen Bäuen. Dasselbe wird, trotzdem Gesuchsteller geltend zu machen sucht die zwischen dem Zeitpunkt des ersten Gesuches und dem erneuerten eingetretene Veränderung in den Bedüifnißverhältnisfen (es ist in unmittelbarer Nähe des Gesuchstellers ein mit Concession zum Ausschank von Liqueuren versehenes Spccereigeschäft verlegt worden), sowie eine Liste Derjenigen vorgelegt, denen der Genuß eines Liqueurs im Laden des Gesuchstellers Bedürfniß sei, abgelehnt, da ein Bedürfniß in dieser Straße als vorhanden nicht anzuerkennen ist. — Das Gesuch des Herrn Wilh. Nagel um Übertragung der Concession zum Wirthschastsbetrieb in der „Germania" wird debattelos befürwortet. Auch bezüglich des M. Weiner'schen Gesuches um Erlaubniß zum Ausschank von Branntwein in seiner Wirth schäft (verlängerte Flügelsgasse) wird die Bedürfnißfrage bejaht, zwar weniger aus dem Grunde, weil Herr Weiner ebenfalls ein Verzeichniß von Personen vorgelegt, die ihr Bedürfniß an Branntwein in der Wciner'schen Wirtschaft zu befriedigen gedenken, als vielmehr im Einklang mit der seither vertretenen Ansicht, daß das Bedürfniß zum Ausschank von Branntwein als vorhanden anzuerkennen sei, wo Wirthschasts-Concession überhaupt ertheilt ist. — Das Gesuch des Herrn Ph. Benner von Heuchelheim um Erlaubniß zum Wirthschastsbetrieb im „Taunus" (Brandgasse) wird befürwortet. — Mit Beginn des Schuljahres hat im Realgymnasium die Schülerzahl so zu- ■ genommen, daß die vorhandenen Sitzplätze für dieselben nicht ausreichend sind (die Schülerzahl hat sich z. B. in der Realschule von 206 im Jahre 1889 auf 222 im laufenden Jahre,


