Ausgabe 
2.10.1890
 
Einzelbild herunterladen

Muerzsteg, 30. September. Außer den beiden Kaisern, Sem König von Sachsen, dem Großherzog von Toscana und dem Prinzen Leopold von Bayern nehmen an den Hos- jagden Oberhofmeister Hohenlohe, Hofmarschall Pückler, Gras Meran, Feldzeugmeister Beck, Generaladjutant Paar, General Wedel, Leibarzt Dr. Leuthold und drei Adjutanten Theil.

Bern, 30. September. Der Ständerath nahm mit 19 gegen eine Stimme das Auslieferungsgesetz in der vom Bundesrathe vorgeschlagenen Fassung an.

Kopenhagen, 30. September. Bei den heutigen Wahlen zum Landsthing wurden auch zwei Socialdemokraten gewählt. Hierdurch erhalten die Socialisten zum ersten Male Sitze in der ersten Kammer.

London, 30. September. Heute sand unter den Arbeiter- sührern Tom Mann und John Burns der erste Dockar beite r- und allgemeine Arbeiter-Jahrescongreß statt. Mann hebt hervor, daß der Congreß die Errichtung von Fabriken unter Municipalcontrole, die Vereinigung aller Arbeitervereine zur Errichtung von Schiedsspruchämlern be­zwecke, die aus Männern zusammengesetzt wären, die die Arbeiterfragen wirklich verstehen, und nicht aus Politikern. Der Congreß solle zugleich die Möglichkeit erwägen, die Dock­arbeit in London aus kooperativer Basis zu übernehmen.

Lissabon, 30. September. Der König machte heute im Parke des Schlosses Cintra einen Spaziergang und empfing später Martens Ferrao, welcher auch zum Diner geladen wurde.

Belgrad, 30. September. Die Könige Alexander und Milan siedelten gestern in das Militärlager nach Bel­grad über.

Konstantinopel, 30. September. Die Meldung der Times", daß der berüchtigte Kurdenchef Mussa Bey nach Medina transportirt sei, ist unrichtig. Mussa Bey ist vor sechs Wochen aus administrativem Wege nach Medina verbannt worden und auf dem Transport entflohen. Er wurde jedoch wieder verhaftet und befindet sich augenblicklich im Iildiz- Palais, wo er strenge bewacht wird.

Newyort, 30. September. Die Delegirten des deutschen metallurgischen Vereins, welche an den Sitzungen des amerikanischen Instituts der Bergbau-Ingenieure und an dem internationalen Congresse des englischen Jron and Steel-Jn- ftitute theilnehmen sollen, sind hier eingetroffen.

Geueralversammlnug des Vereins für Zocialpolitik. IV.

Frankfurt a. M., 27. September.

D ö b l i n - Berlin, Vorsitzender des deutschen Buchdrucker- Unterstützungsvereins, giebt zunächst seiner Freude darüber Ausdruck, daß auch die Männer der Wissenschaft die Be­strebungen der Arbeiter einmal unterstützten. Sodann spricht er über den Buchdrucker-Verband und coustarirt, daß, im ^Gegensatz zu den Aeußerungcn des Herrn Bueck, die Buch­drucker von arbeiterfreundlichen Zeitungsartikeln nichts wüßten. Im Gegentheil, man nehme nicht einmal von den Kaffen­ergebnissen und den Erfolgen des Verbandes Rücksicht, ob­wohl nicht zu leugnen sei, daß die Communen vielfach durch die geschaffenen Unterstützungskassen entlastet und dem Staat sowie der Gesellschaft Dienste geleistet würden. Der Verein sei sogar noch angefochten worden- man habe gesagt, er ser eine Versicherungsgesellschaft und ihn gezwungen-, die staatliche Genehmigung nachzusuchen. Die Beaufsichtigung würde man sich aber schon gefallen lassen, wenn man auch einen Rückhalt am Staat habe. Redner beklagt sich sodann über das ge­ringe Verständniß und Entgegenkommen der Prinzipale. Seit 17 Jahren beriethen die Buchdrucker nun schon mit den Prinzipalen den Lohntaris, man verständigte sich auch, aber die Prinzipale gingen daun heim und hätten nicht den Muth, den Lohntaris öffentlich anzuerkennen. Die Prinzipale hätten bekanntlich auch einen Verein gebildet und der Gehülsenverein habe ein Zusammengehen mit diesem Verein angestrebt, die Prinzipale auch ein solches angekündigt, aber in Straßburg seien die Zusagen desavouirt worden. Durch solche Vorgänge wachse der Mitzmuth und das Mißtrauen bei dem Arbeiter und es werde noch dahin kommen, daß eine Probe daraus gemacht werde, wer der Stärkere sei. Keineswegs trügen immer die Arbeiter Schuld, wenn ein friedliches Vorgehen unmöglich werde, sondern vielfach das mangelnde Verständniß der Arbeitgeber. Der Buchdrucker-Verband habe es verstanden, jede politische Discussion zu verbannen, aber wenn das auch nicht so wäre, könne etwa ein Prinzipal etwas mehr ver­langen als die Arbeitsleistung? Habe er auch noch zu be­stimmen, was der Mann außerhalb treibe, selbst wohin er gefye ? Wenn man nun einmal einen Arbeitgeber frage, welcher Partei er angehöre und dann, wenn die Antwort nicht gefalle, erkläre, dann arbeite ich nicht bei Ihnen? Liege es umgekehrt wohl anders? Die Gewerkvereine und als einen solchen müsse man gewiß den seit Jahrzehnten bestehen­den, 17 000 Mitglieder zählenden Buchdrucker-Verband an­sehen förderten nicht die Disciplinslosigkeit, sie feien im Gegentheil ein mächtiger Hebel, diese zu zügeln. Wenn der Herr Bueck als Beweis für die Begehrlichkeit der Arbeiter berichte, daß ein englischer Gewerkverein sechs Mal Lohn­erhöhung gefordert und erhalten habe, so beweise das ledig­lich, daß die Löhne recht erbärmliche waren und der Auf­besserung so oft dringend bedurften. Sage man von den englischen Gewerkvereinen, die Socialdemokratie bekämpfe sie so resultire hieraus, daß die Gewerkvereine ein Bollwerk gegen die Socialdemokratie seien. Den Kampf um Ver­kürzung der Arbeitszeit habe man einen Kamps gegen die Beschäftigungslosen genannt, er sei jedoch in der That ein Kampf für dieselben, denn je kürzer die Arbeitszeit sei, desto mehr Leute müßten thätig sein, um dasselbe zu leisten. Sehr viel sei über England und Australien gesagt worden, er habe gewünscht, mau hätte sich mehr mit Deutschland, mit unseren Zuständen besaßet. Huldige man erst dem Spruchleben und

leben lassen", daun würden Arbeiterorganisationen segensreich wirken.

Professor Neumann-Tübingen verbreitet sich in erster Linie über die Bedeutung des Wortes Gleichberechtigung. Es komme darauf an, was man unter Gleichberechtigung ver­stehe. Der Lieutenant sei als Offizier dem Hauptmann gleich­berechtigt und doch werde der letztere den ersteren verwundert ansehen, wenn er die gleichen Rechte beanspruchen wolle. In langer, mehr in den Hörsaal für Philosophie als in die Ver­sammlung gehörender Rede spricht Prof. Neumann sodann über die Macht und Machtverhältnisse, über Gerechtigkeit und Nothwendigkeit, Wohlthätigkeitseinrichtungen rc. Er empfiehlt schließlich ein Arbeitsministerium und Arbeiterkammern, er ist gegen Arbeiterausschüsse, wenn sie nicht aus den Verhältnissen herausgewachsen sind, sozusagen zur Festhaltung alter tradi­tioneller Zustände dienen. Die Fabrikreglements will er amt­lich bestätigt wissen, wie in der Schweiz, nicht aber den Ar­beitern eine Mitbestimmung an denselben zuerkennen. Die Gewerkvereine hält er für eine Nothwendigkeit, aber für eine sehr traurige. Der bureaukratifche Socialismus ist nach seiner Ansicht nichts weniger als überflüssig, denn für Diejenigen, welche keiner Vereinigung angehörten, bleibe immer noch genug zu thun.

Professor Munroe-Manchester, welcher in englischer Sprache redet, wendet sich gegen die falschen Vorstellungen über die Trades Unions. Mit Ueberraschung habe er ge­hört, daß England vor der socialen Revolution stehe. Vor 10 Tagen sei er erst von England abgereift und habe Alles im tiefsten Frieden zurückgelafsen. In Deutschland lägen be­züglich der in Rede stehenden Organisationen schon insofern die Verhältnisse ganz anders, als man hier gewohnt sei, nach oben zu schauen, während man in England die Dinge erst von unten betrachte und zusehe, wie die Entwicklung von unten heraus vor sich gehe. Der Erfolg der Einigungsämter fei in England so groß, daß Handelskammern verschiedenster Bezirke im Begriffe ständen, solche einzurichten. Die Frage, ob die Socialdemokratie in England Fortschritte gemacht habe, müsse er für London bejahen, für die nördlichen Gebiete, die großen Jndustriebezirke, verneinen, und das sei nach seiner Ansicht eine Wirkung der Trades Unions, welche Abend­schulen und sonstige den Arbeiter fördernde Einrichtungen schüfen. Daß auch die Trades Unions Mißgriffe gemacht hätten und noch machten, sei richtig, das liege aber in der menschlichen Schwäche. Man müsse aber das große dauernde Gute ins Auge fassen und über die kleinen Fehler hinweg- sehen. Vor 20 Jahren habe Deutschland einen schweren Krieg geführt. Eine reiche Ernte ser ihm daraus erwachsen. So sei es auch mit den Trades Unions. Auch für sie existire eine Zeit des Elends, aber deshalb werde doch ihre segensreiche Wirkung eine bleibende fein. Er lade den Ver­ein für Socialpolitik ein, nach Manchester zu kommen und sich zu überzeugen. (Stürmischer Beifall.)

Professor Schm oller dankt dem Redner und schließt bann kurz vor 3 Uhr die Sitzung. Zweite Sitzung 5 Uhr.

(Fortsetzung folgt.)

Cscales und Provinzielles.

Gießen, 1. October.

In letzter Zeit wurde mehrfach darüber Klage geführt, daß in verschlossene Gärten übergestiegen, in andere wieder ohne Weiteres eingebrungen und Obst, sowie Gemüse ent­wendet werde. Gestern Nachmittag nun wurden mehrere Personen bei dem Entwenden von Obst in fremden Gärten betroffen und von Schutzleuten festgenommen.

Theater. Nachdem das Personal nun vollständig eingetroffen ist, haben gestern bereits die Proben imNeuen Theater" begonnen. Als erste Aufführung geht Sonntag den 5. October auf einen schon in voriger Saison vielfach aus­gesprochenen Wunsch das allgemein beliebte VolksstückDie beiden Reichenmüller" in Scene.

dt. Neu Ulrichstein, 1. October. M o n ats b ericht der Arbeiter-Colonie pro September 1890. Ende September 1890 sind in der,Colonie stellen- resp. arbeitslos 48 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Groß- herzogthum Hessen 16, Königreich Preußen: Berlin 1, Regie­rungsbezirk Cassel 1, Regierungsbezirk Wiesbaden 7, Pro­vinz Rheinland 6, Provinz Westfalen 1, Provinz Hannover 5, Provinz Sachsen 1, Provinz Posen 1. Königreich Bayern 4. Großherzogthum Baden 2. Thüringische Staaten 3.

Hiervon waren: Arbeiter 14, Anstreicher 1, Bäcker 1, Barbier 1, Buchbinder 1, Färber 1, Graveur 1, Haus- bursche 1, Holzbildhauer 1, Kaufleute 3, Kellner 2, Kessel­schmied 1, Kupferschmied 1, Maschinenbauer 1, Maschinen­schlosser 2, Metzger 1, Sandformer 1, Schneider 3, Schreiber 2, Schreiner 1, Schuhmacher 5, Uhrmacher 1, Weber 1, Zimmer­mann 1.

Im Monat September wurden entlasten 18 und zwar in Stellung durch eigenes Bemühen 2, auf eigenen Wunsch 15, auf Requisition der Behörde 1.

Verpflegungstage im September 1890: 1554. Gearbeitet wurde an 1387 Tagen, hierunter 267 Tage für fremde Rechnung.

X X Stockheim, 30. September. Heute Morgen 7 Uhr begann die hiesige Zuckerfabrik ihre Campagne für das laufende Jahr. Seit einigen Tagen schon erfolgte die Zufuhr der Rüben von allen Seiten. Der ausgezeichnete September hat Wunder an den Rüben bewirkt, denn die vorgenommenen Proben zeigen 14pCt. Zuckergehalt. Mit großem Interesse sieht man in allen Kreisen dem Resultate über Einrichtung der neuen Feuerungsanlagen entgegen. Ich habe an Ort und Stelle Erkundigung eingezogen und kann mittheilen, daß Alles vortrefflich geht. Das Brenn­material ist jetzt nicht mehr die theure Steinkohle, sondern die gewöhnlichste Sorte Braunkohle von der Zeche Hedwig bei Rinderbügen. Das Obstgeschäft fängt an in Gang zu kommen. Einige Handelsleute haben Aufkäufe gemacht. In

Effolderbach wurden 7 Mk. für den Doppelcentner Most­obst und 81/2 bis 9 Mk. für den Doppelcentner Brechobst! gezahlt.' Hier ist der Preis um eine Kleinigkeit, ca. 0.25 Mk., geringer. Es ist recht schade, daß sich die Leute nicht ver­anlaßt sehen, das Obst bei dem ausgezeichneten Wetter noch einige Tage hängen zu lassen, es würde bedeutend an Qualität gewinnen.

G. Lauterbach, 28. September. Es ist in unserer Gegend' wieder ein Baummörder aufgetaucht, denn an der Staats­straße von hier nach dem benachbarten Maar sind nicht weniger wie elf Stück im besten Wachsen begriffene Linden- bäumchen abgebrochen worden. Wir erinnern uns, daß, vor einigen Jahren ein Baummörder sich das Vergnügen machte, hiesigen Bürgern in den Gärten des Nachts Edel- stämm? abzusägen. Trotz ausgeschriebener Belohnung wurde- der Thäter nicht ermittelt.

§§ Aus Oberhesseu, 29. September. Vor einigen Monaten brachte Ihre Zeitung Nachrichten über die Verwendung, des Stahlrosses im praetischen Leben und im Staats­dienste. Unterdessen hat das Velociped Fortschritte gemacht, für die sich Ihre Leser sicher interessiren. Zunächst ist es bei dem Katasteramte als ossicielles Transportmittel, anerkannt worden, denn diejenigen Geometer, welche das Velociped auf ihren Diensttouren benutzen, dürfen dafür die Kosten in Anrechnung bringen, welche durch Benutzung der Post oder der Eisenbahn entstehen würden. Im Aufsichts­bezirk Gedern durchfährt der dortige Steueraufseher seinen. Bezirk per Velociped, während der Psandmeistervicar im Bezirke Büdingen desgleichen thut. Daß Aerzte, Verwaltung^ beamte und Geistliche sich des Stahlroffes bedienen, ist schon früher berichtet worden. Auch Jäger und Jagdfreunde, mit Flinte und Jagdtasche versehen, haben wir per Velociped nach ihren Jagdbezirken eilen sehen und die dabei erzielte Ge­schwindigkeit ist eine so bedeutende, daß die Jagdhunde Mühe­haben, gleichen Schritt zu halten. Man sieht hieraus, wie aus einer Liebhaberei oder Spielerei oft Einrichtungen von hohem praetischen Werthe hervorgehen.

Vermifcfcte».

* Halle a. d. S., 29. September. Der Staatssecretär des Reichspostamts Dr. v. Stephan ist an Stelle des ver­storbenen Regierungspräsidenten v. Wurmb zum Domherrn von Merseburg ernannt worden.

* Düsseldorf, 30. September. Gestern begann vor dem Schwurgerichte die Verhandlung gegen den zu Gohr geborenen Tagelöhner Franz Kohlbecher, 42 Jahre alt und schon wiederholt mit Gefängniß und Zuchthaus vorbestraft. Aus dem Soldatenstande wurde Kohlbecher wegen ehrenrühriger Handlungen ausgestoßen. Erst am 19. Mai dieses Jahres ist er aus dem Zuchthause zu Werden entlassen worden. Kohlbecher steht unter der Anklage, am Abend des 5. Juli zwischen Düsseldorf und Volmerswerth die zwölf Jahre alte Katharina Lethen ermordet zu haben. Der Angeklagte gibt klare, laute und verständige Antworten und ist der That geständig. Es waren 31 Zeugen und 2 sachverständige Aerzte geladen. Die Verhandlung fand mit Ausschluß der Oeffent- lichkeit statt. Kohlbecher wurde zum Tode verurtheilt.

* Restaurateur:Hier draußen unter den Linden ists recht kühl- ich lasse Ihnen den Sessel hinausbringen, dann können Sie draußen Ihr Mittagsschläfchen halten." Cur- gast:Nee, kleener Schäker, da soll mich wohl so een Land­streicher beim hellen Tag 's Geld aus der Tasche stehlen?" Restaurateur:Aber ich bitte Sie, mein Herr, dafür bin ich doch d a !"

* Galgenhumor. In einem Magdeburger ßocalblatt findet sich eine zeitgemäße Jeremiade. Sie lautet:

Steuerschraube erster Güte, Schwarzbrod nicht zwei Kilo schwer, Neben einer Heidenmiethe, Magdeburg was willst du mehr?

Theure Schweins- und Kälberkeule, Sammellisten wie ein Heer, Außerdem Kartoffelfäule, Magdeburg was willst du mehr?

Obst und Gurken kaum zu kriegen, Coaksmann theurer denn seither, Selbst die Elbe ist gestiegen, Magdeburg was willst du mehr?

Untoerfitäb - nad?rid>teti J

Bei der diesjährigen erstmaligen Vertheilung von Preise« aus Der Pettenkofer-Stlftung (gegründet von deutschen Städten zum 70. Geburtsfest von Pettenkofers) wurden bedacht mit dem ersten Preise vr. Max Rubner, Professor der Hygiene in Marburg, für leine Arbeiten über die Wärmeöconomie des menschlichen Körpers, und mit dem zweiten Preise Stabsarzt vr. Hans Buchner, Privat- docent der Hygiene in München, für seine Untersuchungen über die bacterienfeindlichen Wirkungen des Blutes und Blutserums.

Citerotu* und Kunft

Welche Zeitschriften wurden im neunzehnten Jahrhundert am meisten bevorzugt? Wenn tigmb ein müßiger Kopf Ende des zwanzigsten Säculums diese Preisfrage stellen wollte wir glauben,, die Antwort würde nicht leicht sein. Die periodische Literatur hat in unseren Tagen so colossal an Verbreitung gewonnen und ift dadurch, daß jeder Zweig der positiven und der schönen Wissenschaft^ jeder Beruf, ja jede Branche durch ein eigenes Organ vertreten ist, so vielgestaltig geworden, daß es sich schwer verfolgen läßt, welcher Zeitschrift die Leserwelt von achtzehnhundertundneunzig den Vorzug gegeben hat. Wenn Zahlen sprechen, und im Buchhandel sprechen sie gewaltig mit so sind die Modenvlätter als die glücklichen anzusehen, die den weitesten Leserkreis fanden. Allerdings hat die Literatur der Moden-Zeiischriften auch erst seit der Mitte der sechziger Jahre einen bedeutenden Aufschwung genommen. Bis dahin erschienen nur zwei Damen-Journale, die sich größerer Beachtung zu erfreuen hatten: der noch heule existirendeBazar" und die inzwischen ein­gegangeneVictoria". Da trat am 1. October 1865 ein neues Unternehmen auf den Plan, die in Berlin gegründeteModenwelt", die binnen Kurzem wie fein anderes Zeitungs-Unternehmen der Welt Verbreitung über den ganzen Erdball fand und heute in dreizehn verschiedenen Sprachen und in einer Auflage von gegen 450000 Exemplaren erscheint. Bei Gelegenheit des ersten Jubiläums dieser Zeitschrift hat die Verlagsfirma für den Kreis ihrer Freunde und MiMr beiter ein stattliches Werk: ,Zum fünfurrdzwanzigjLhrigert Bestehe« der Modenwelt. 1865-1890* erscheinen lassen, das

Emtrö

5Hobenn>eU< beti

W"iien bet »°» für unb Wisen-^

i»«

sfftSÄ SM®»

Aür Haussr« totten bas erste H-«be siü in (einem »

»®14 wcb 5 Hatte elften W8 8n prhait neue

str-eM-

Monte ju "werden.__

Dtrfcbt,

- Die RtW»«» iml-chdM für Serie Schuldverschreibungen des GM gegen Verpsandun 6pCt. erhöht.

in das Haudelsreg Amtsgerichts

am 30. Septem

1. August Frensdorf r betreibt daselbst seit

Pserdehandel, Han prodncten, Spem mären unter der

Frensdorf."

2. Georg Repp in treibt dasM feit echMMsMali öer ffinna Feorg

3. üibwig M in U betreibt daselbst seit mit Ellen«, Specere Wollenrvaaren untt -Ludwig Mu, Georg Reidlinger n wer der Finna, m Greßen eine Zrv » in HM Hauptgeschäftes, b> Detailhandel mit y ZubchSr, pwatuwertftät

29 Mtei! *i£S!

*

'M'

'H. W.

***£

ftL ä.l'ljWittiin ÄaV'

o 3- s> Sw 15 m"80 UbeS,

»ei

&e. W