stufen für die Beamtenbesoldungen. — Abg. Singer (Soc.) befürwortet die bereits mitgetheilte Resolution Auer. — Schatzsecretär v. Maltzahn: Die Resolution würde bedeutende Geldmittel nöthig machen und gehe über den Rahmen der Vorlage hinaus. — Abg. Richter (dfr.): Für die Pensionäre und Relicten sind in letzter Zeit mehrfach Bewilligungen gemacht. In einzelnen Klassen mögen ja die Ausbesserungen noch nöthig sein- aber nach Maßgabe des Antrags würde für diese Klasse nichts erreicht. Aenderungs- bedürstig ist das Militärpensionsgesetz für die unteren Klassen, wo namentlich unterschieden werden muß zwischen militärischer Invalidität und Erwerbsunfähigkeit. Solche Anträge sind, da sie nicht genau begrenzt sind, immer bedenklich. — Der Antrag Auer wird abgelehnt. — Die eingegangenen Petitionen werden durch diese Beschlußfassung für erledigt erachtet.
Der Bericht der Reichsschulden - Commission wird nach den Anträgen der Commission erledigt- ebenso wird die Etatsübersicht pro 1888/89 erledigt. — Es folgt die Be- rathung des Antrages der verbündeten Regierungen, betr. die Errichtung eines Nationaldenkmals für Kaiser Wilhelm I. — Abg. Frhr. v. Heereman (Ctr.): Ueber die Errichtung des Denkmals waren Alle im Hause einig, über den Platz gehen die Ansichten auseinander. Um eine Verständigung herbeizuführen, empfiehlt sich Erörterung der Sache in einer Vierzehner-Commission. Staatssecretär Dr. v. Bo etlicher ist damit einverstanden, bittet aber, daß die Commission ihre Arbeiten noch vor der Vertagung beginne. — Die Vorlage geht an eine Vierzehner-Commission. — Es folgt die Be- rathung des Antrages Rintelen (Ctr.), betr. das Zustellungswesen. Die Neuner-Commission schlägt eine Resolution vor: „Die Regierung wolle baldigst eine Vorlage machen, in welcher das Zustellungsversahren neu geregelt und die bisherigen Mängel, Kostspieligkeit und Weitläufigkeit, vermieden werden. — Die Resolution wird angenommen, uachdem der Abg. Rintelen (Ctr.) sich mit derselben einverstanden erklärt hatte. — Nächste Sitzung Dienstag 1 Uhr: Consulargerichtsbarkeit in Samoa, Nachtragsetats (Gehaltserhöhungen dritte Lesung und Militärforderungen zweite Lesung), Wahlprüfungen. — Schluß 5 Uhr.
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Netteste Nachrichten.
WolffS telegraphisches Torrespondenz-Bureau.
Darmstadt, 30. Juni. Die Wahl der Wahlmänner für Sen neuen Landtag findet am 23. Juli statt.
Berlin, 30. Juni. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht ein Handschreiben des GroßherzogsvonBaden an den Kaiser aus Karlsruhe vom 17. Juni, worin der Schreiber dem Kaiser für die der badischen Regierung und den Leistungen der badischen Ingenieure anläßlich der Ausführung der strategischen Bahnen ausgesprochenen wohlwollenden Aeußerun- gen, die den Großherzog und seine Regierung aufs Freudigste berührt hätten, aufrichtigsten Dank sagt, ebenso auch für den Beweis allerhöchsten Wohlwollens dankt, den der Kaiser durch Benennung der badischen Pionierkaserne in Kehl als „Großherzog Friedrich-Kaserne" gegeben habe.
Berlin, 30. Juni. Der Bundesrath stimmte dem Gesetzentwürfe zu, betreffend die Consulargerichtsbarkeit aus Samoa und übernahm die Bürgschaft Seitens des Reiches für die durch Einrichtung einer anderweiten Rechtspflege dortselbst erwachsenden antheilmäßigen Kosten. Der vom Reichstage angenommene Gesetzentwurf, betreffend die Feststellung des Nachtrags zum Reichshaushaltetat für 1890/91; wird zur allerhöchsten Vollziehung vorgelegt.
Köln, 30. Juni. Major v. Wißmann wird gesundheitshalber der deutschen Colonialversammlung in Köln nicht beiwohnen.
Saßnitz, 30. Juni. Die Kaiserin ist mit den Prinzen gegen sünf Uhr, vom Publikum begrüßt, unter Glockengeläute und Kanonensalut, welch letzteren das Schiff „Louise" abgab, hier eingetroffen.
Stralsund, 30. Juni. Die Kaiserin, die mit den Prinzen um l1/» Uhr im Stadtbahnhof eintraf, begab sich
Galten mit einem Seufzer der Erleichterung zu, als der joviale alte Herr aussteigt. „Das finde ich gar nicht!" erwiderte der Regierungsrath, der Thränen gelacht.
Die Familie des Sanitätsraths N. sitzt an dem schönen Sommerabend auf der Veranda. „Ich begreife gar nicht, daß Lisa nicht schreibt," sagt die Frau. „Ich bin so gespannt, ob die Poularde wohl recht frisch angekommen. Aber das denke ich doch, wiewohl es ein heißer Tag war. Jndeß, die feuchten Brennnesseln, mit denen ich sie umgeben und dann noch die Servietten ringsum, das viele dicke Papier, das alles hielt doch sicher die heiße Lust ab."
„Es ist mir nur unangenehm, daß Du Regierungsraths damit belästigt hast, liebe Frau."
„Ach, davon haben sie ja keine Last weiter gehabt, ich thu ihr mal wieder einen Gefallen. Es klingelt, wer kommt denn da noch? Gewiß ein Patient."
Nein, es ist — die Poularde! — In welchem Zustande sie jetzt aber dem sanitätsräthlichen Ehepaar vor die Augen und — unter die Nase kommt — es sträubt sich die Feder, dieses zu beschreiben!
„Erne solche Dummheit," jammerte die Sanitätsräthin, „das Packet nicht gleich auf die Post zu geben, da sie zufällig nicht über N. gefahren, wie sie da schreibt."
„Aber, liebe Frau, sie motivirt das ja mit den Servietten, die Lisa wohl noch nicht so nöthig brauchte. Siehst Du, weil sie Deine übertriebene Sparsamkeit kennt, hat sie Dir das Porto sparen wollen —"
„Ach nein, sie hat in ihrer Engherzigkeit gefürchtet, daß sie die fünfzig Pfennige nicht wieder bekäme. Und so etwas von mir zu denken, die ich so penibel in solchen Dingen bin — das ist doch abscheulich. Ach, welch eine blitzsaubere, delicate Poularde es war!"
sofort mit der Hafenbahn zum Trajectschiff. Eine große Zahl von Dampfern begleitete das Trajectschiff. Die Ankunft an der Küste von Rügen erfolgte um zwei Uhr.
Helstngoer, 30. Juni. Kaiser Wilhelm und der König kamen um lP/4 Uhr an, von den königlichen Prinzen und Prinzessinnen Waldemar und Anhalt begleitet. Nach herzlichem Gruße ging der Kaiser unter Kanonensaluten auf die Schaluppe. Der König kehrte in die Residenz Bernstorff zurück. Der König trug die preußische Ulanenuniform wie bei der Ankunft des Kaisers.
Fredensborg, 30. Juni. Bei der gestrigen Tafel verlieh Kaiser Wilhelm dem Prinzen Christian den Schwarzen Adlerorden.
Wien, 30. Juni. Der Kaiser besuchte gestern abermals Kalnoky. Heute nahm der Kaiser im Beisein des Cultusministers Gautsch den Eid des Fürsterzbischofs Gruscha entgegen. In der Hofburg-Pfarrkirche wurde dem neuernannten Cardinal Dunajewski durch den Kaiser der Cardinalshut ausgesetzt. Nach der Ceremonie empfing der Kaiser den Cardinal und den päpstlichen Nobelgardisten Matt ei in Audienz. Abends war zu Ehren des Cardinals Hostafel im Marmorsaale.
Wien, 30. Juni. Das Handelsministerium ordnete eine Beobachtungssperre den Schiffen und Frachten spanischer Provenienzen gegenüber an.
Pest, 30. Juni. Der Handelsminister ordnete eine siebentägige Observation für Schiffe aus Alicante, Taragona und allen dazwischen liegenden Häsen und den Balearen an.
Bern, 30. Juni. Die gestrige Volksabstimmung im (Santon Zürich nahm die Gesetzvorlage an, nach welcher die Kosten der Leichenbestattungen vom Staate bestritten werden, mit 34 699 gegen 16 484 Stimmen. — Morgen wird die Touri st enbahn Interlaken - Lauterbrunnen - Grindelwald dem Betrieb übergeben.
London, 30. Juni. Im Oberhaus erklärte Lord Salisbury, es sei ihm nichts davon bekannt, daß der Schatzkanzler die Geldmittel besitze, um die Bewohner Helgolands in anderen Theilen des britischen Reiches anzusiedeln- er besitze auch keine Information, daß eine solche Ansiedelung den Wünschen der Helgoländer entspreche. Ebensowenig habe er Nachricht davon, daß die Helgoländer mit der Abtretung ihrer Insel unzufrieden seien. Er sei überzeugt, daß die Deutschen Alles aufbieten würden, die Helgoländer mit dem Abkommen zu versöhnen, welches ohnedies gewisse Bestimmungen zum Schutze ihrer Rechte enthalten würde. Der deutsch - englische Vertrag werde in wenigen Tagen unterzeichnet und nach der Unterzeichnung mit einer Bill dem Parlamente vorgelegt werden. Bis dahin müsse jede weitere Erörterung der Angelegenheit unerwünscht sein.
Rom, 30. Juni. Stesani-Meldung aus Massaua: Die Derwische fielen in das italienische Schutzgebiet Beni-Amer ein. Der Commandant von Keren sandte ihnen einheimische Truppen entgegen, welche die Derwische überrumpelten und in die Flucht schlugen. Die Derwische verloren 150 Todte, 100 Gewehre und Fahnen - die einheimische Compagnie hatte 2 Todte und 4 Verwundete.
Madrid, 30. Juni. Aus Gandia werden von gestern drei Cholera-Erkrankungen und drei Todesfälle gemeldet.
Petersburg, 30. Juni. Das „Journal de St. Psters- bourg" bespricht die Hinrichtung Panitzas. Es bemerkt, Prinz Ferdinand verließ vor der Hinrichtung das Land, aus das ihm allein zustehende Begnadigungsrecht verzichtend. Der Prinz habe hierdurch bewiesen, daß er nicht allein nicht herrsche, sondern, daß er sogar nicht einmal in Bulgarien regiere, daß Stambulow dort zugleich Herrscher und Regent sei. Starn- bulow hätte wahrscheinlich nicht des neuen Actes der Grausamkeit bedurft, um die Art seiner Herrschaft kenntlich zu machen, die eine Schreckensherrschaft sei.
Sofia, 30. Juni. Vor der Hinrichtung Panitzas hielt der Lagerkommandant an die Truppen eine Ansprache, in welcher er das Verhalten Panitzas, der eine Verschwörung zum Umstürze der gegenwärtigen Regierung angezettelt habe, schilderte und aus die Gefahren hinwies, welche im Falle des Gelingens für das Vaterland entstanden wären- Panitza habe das Urtheil verdient und ein solches Ende erwarte alle Vater- landsverräther.
totales «nv provinzieller.
Gießen, 1. Juli.
— Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 3. Juli 1890, Nachmittags 4 Uhr:
1. Ausbau der Schillerstraße. 2. Trottoirpflasterung im Asterweg. 3. Gesuch des Garnisonlazareths um Ueber- lassung eines Raumes zur Lagerung von Steinkohlen. 4. Gesuch um Trottoirpflasterung in der Goethestraße. 5. Baugesuch des L. Hellmold, hier Geländeaustausch in der Steinstraße. 6. Uebertragung des Pachtverhältnisses von G. Franz auf Friedr. Seibel. 7. Kostendecretur. 8. Gesuch verschiedener Bewohner des Selterswegs um Wiederherstellung des Brunnens in dem Bürgerhospital. 9. Anbau des Hochbehälters. 10. Erbauung einer Kühlanlage im hiesigen Schlachthaus. 11. Erbauung einer TuAihalle für die Realschule. 12. Regulirung der Löhne der städtischen Arbeiter. 13. Den Wirthschastsplan der Stadt Gießen über deren Waldungen pro 1891/92. 14. Die Stiftung des Metzgers Philipp Schmidt zu Gunsten der Stadt.
— 18. Lahnthal-Sängerfest. Der gestrige zweite Festtag des Lahnthal-Sängerfestes hatte so unter der Ungunst der Witterung zu leiden, daß es aller Ausdauer und des guten Humors der Festtheilnehmer bedurfte, um es einigermaßen programmmäßig zum Abschluß zu bringen. Obwohl die für den Vormittag bestimmten Festlichkeiten, der Spaziergang nach Teators Terraffe, sowie das Concert auf dem Festplatze bei ziemlich heiterem Himmel stattfanden, konnte am Nachmittag nur der auf 3 Uhr anberaumte Festzug ohne Regen sich von
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der Alicestraße aus nach dem Oswaldsgarten bewegen- Selbstverständlich konnte bei diesem Festzuge nicht die Prachl entwickelt werden, wie bei dem am Sonntag stattgehabten, immerhin war die Zahl der Theilnehmer eine große. Das Reigenfahren des Radfahrvereins mußte infolge Erkrankung einiger Mitglieder eine Vereinfachung erfahren, fand aber trotzdem den Beifall des zahlreich anwesenden Publikums- Der gegen 4 Uhr sich einstellende Regen hielt bis in die Nacht hinein an, an dauernden Aufenthalt auf dem Festplatze war infolge dessen nicht mehr zu denken, immerhin war der Besuch noch ein reger, denn für die den Festplatz Verlassenden sand sich immer wieder Ersatz durch Neuankommende, die dem Wetter gern einmal trotzen wollten. Die Regimentsmusik that das Uebrige, um die Festbesucher zusammen zu halten und so waren namentlich die in der Nähe der Sängertribünen gelegenen Wirthschasten gut besetzt. Alles in Allem genommen,, können die Feststadt Gießen wie die Veranstalter und theil- nehmenden Vereine und wohl auch die Festwirthe mit dem Verlause des Festes zufrieden sein. Abgesehen von den zeitweilig eingetretenen Regenschauern, trat im Verlause des Festes keine Störung ein- alle Ausschüsse und alle Mitwirkenden hatten ihre Schuldigkeit gethan, um das Fest des Gesanges,, der Feststadt, der festgebenden und mitwirkenden Vereine würdig zur Ausführung zu bringen. Mögen künftige Feste in unseren Mauern dasselbe Entgegenkommen finden.
— Anläßlich des Jubiläums der Buchdruckerkunst ist m Marburg eine Ausstellung alter Hessischer Druck- und Kunstwerke veranstaltet worden, die sonst nicht allgemein zugänglich sind. Herr Archivrath Könnecke in Marburg hat sich erboten, die Mitglieder des hiesigen historischen Vereins selbst durch diese Ausstellung zu geleiten, und so hat der Vorstand des Vereins beschlossen, am Donnerstag den 3. d. M., Mittags um 12 Uhr 54 Min., einen Ausflug nach Marburg zu veranlassen. Ein Inserat in der heutigen Nummer des Blattes ladet die Mitglieder des Vereins zu dieser sehr interessanten Ausstellungs-Besichtigung ein. Auch Gäste sind willkommen.
— Der von der hiesigen Rudergesellschaft am vergangenen Sonntag durch ihren Sciffsahrer, Herrn Carl Krailing, auf der fünften Amateur-Ruder-Regatta zu Mainz errungene silberne Ehrenpreis ist in den Schaufenstern der Möbelfabrik des Herrn Wilhelm Reiber ausgestellt.
— Gestern Abend gegen 11 Uhr verursachte ein hinter dem Fi eßer'schen Neubau in den Eichgärten aus- gebrochener Brand Sturmläuten und Allarmirung der Feuerwehr. Ueber ungelöschten Kalk gedecktes Stroh war in Brand gerathen. Das Feuer konnte aber so frühzeitig gelöscht werden, daß die Feuerwehr nicht auszurücken brauchte. Der Ausbruch des Feuers hatte eine allgemeine Flucht ber Besucher des Sängerfestplatzes zur Folge.
-e- Lich, 30. Juki. Der hiesige Fußgendarm und Stationsführer Kern wurde zum unberittenen Wachtmeister und Sectionssührer in Grebenhain und zum Nachfolger Kerns (in hiesiger Stelle) der Fußgendarm Riebel von Lauterbach ernannt.
Bad-Nauheim,29.Juni. DerGr obherzog und Prinzessin Victoria von Battenberg haben je 100 Mk. zum Baufonds des Curhospitals gegeben, dessen Räume erweitert werden sollen. Zugleich hat Prinzessin Victoria das Protectorat über das Curhospital übernommen.
Bad-Nauheim, 29. Juni. In der vergangenen Woche trafen 396 neue Curgäste ein, im Ganzen nunmehr 3630. Eine erhebliche Anzahl von Fremden, welche ihre Cur beendet hatten, reifte in letzter Woche ab. Es wird viel über leerstehende Wohnungen geklagt. Auch die Geschäftsleute klagen über den schlechten Gang der Geschäfte in diesem Sommer.
E. Friedberg, 30. Juni. Die Mitglieder des hiesigen Bezirks-Lehrervereins haben beschlossen, in Zukunft bei vorkommenden Trauerfällen, namentlich wenn vorausgesetzt werden darf, daß Blumenspenden reichlich eintreffen werden, keine Blumengebinde mehr zu spenden, sondern sich der vom Vereine ausgegebenen Karten zu bedienen, um ihr Beileid auszudrücken.
dt Neu - Ulrichstein, 1. Juli. Monatsbericht pro Juni 1890 der Arbeiter - Colonie. Ende Juni 1890 sind in der Colonie stellen- resp, arbeitslos 59 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Groß- herzogthum Hessen 20, .Regierungsbezirk Cassel 3, Regierungsbezirk Wiesbaden 1 , Provinz Brandenburg 2, Provinz Hannover 5, Provinz Sachsen 3, Provinz Rheinland 3, Provinz Posen 1, Provinz Schlesien 1, Provinz Westfalen 3, Provinz Ostpreußen 1. Königreich Bayern 4, Königreich Württemberg 1. Großherzogthum Baden 2, Großherzogthum Mecklenburg 1. Herzogthum Lauenburg 1. Thüringische Staaten 6. Kaiserthurn Oesterreich 1.
Hiervon waren: Arbeiter 21, Bäcker 4, Brauer 2, Barbier 1, Bautechniker 1, Büchsenmacher 1, Conditor 1, Färber 3, Gärtner 1, Handschuhmacher 1, Kaufleute 4, Kaminfeger 1, Kellner 1, Maschinenschlosser 1, Metzger 1, Schirmmacher 1, Schlosser 1, Schneider 5, Schreiber 1, Schuhmacher 2, Stuhlmacher 1, Tischler 1, Tuchmacher 1, Tuchscherer 1, Zimmermann 1.
Seit Bestehen der Colonie sind ausgenommen 1457. Abgegangen sind 1398. Im Juni sind entlassen 8 unfe zwar auf eigenen Wunsch 5, in die Familie zurück 2, in Arbeit durch eigenes Bemühen 1.
Verpflegungstage im Juni 1890: 1633. Gearbeitet wurde an 1379 Tagen, hierunter 346 Tage für fremde Rechnung.
Vermischtes.
Darmstadt, 29. Juni. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Steinhauer Peter Ehret V. in Wald-Michelbach in Anerkennung der von demselben am 24. Januar l. I. mit eigner Gefahr bewirkten Rettung des 4 Jahre alten Söhnchens des Maurers Christian Hering III.


