in Wald-Michelbach vom Tode des Ertrinkens eine Geldprämie zu verleihen geruht.
Darmstadt, 30. Juni. Folgende Lehrerstellen sind erledigt: Die mit einem ev. Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstckle an der Gemeindeschule zu Rimbach mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalte von 900—1000 Mk. Dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg steht das Präsen- tationsrecht zu dieser Stelle zu. Eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Hirschhorn mit einem Gehalte von 900 Mk.
* Frankfurt, 29. Juni. Der Frankfurter Wahlverein hatte die Genossen der nationalliberalen Partei aus den benachbarten Städten auf heute Nachmittag zu einem Sommerfeste eingeladen und zahlreich waren dieselben von nah und fern der Einladung gefolgt. Der große Park der Günthersburg im Nordende der Stadt, einst das Besitz- thum des Frhrn. v. Rothschild, war zu einem Festplatze umgewandelt worden, auf welchem sich nun ein Volksfest im besten Sinne des Wortes entwickelte. Unter den nach Tausenden zählenden Theilnehmern erblickte man mehrere hessische Abgeordnete, die Vertreter Frankfurts im Landtage und zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten der Stadt und Nachbarschaft. Eine Reihe gediegener und zündender Ansprachen versetzte und erhielt die Anwesenden in gehobener Stimmung, welche auch einige kurze Regenschauer nicht zu trüben vermochten. Zunächst gedachte der Vorsitzende des Frankfurter Wahlvereins Dr. Fester des jugendlichen Hüters des Reiches, des Schirmers des Friedckis und Beschützers der Armen, unseres Kaisers,- dann brachte Professor Dr. Grimm (Wiesbaden) ein Hoch auf das Vaterland und Abg. Dr. Osann (Darmstadt) ein Hoch auf das deutsche Heer aus. Classisch nach Form und Inhalt war die Ansprache von Professor Dr. Oncken (Gießen), welcher die Beziehungen des Fürsten Bismarck zur nationalliberalen Partei beleuchtete: „Dik Mitarbeit an dem Werke des Fürsten Bismarck", sagte er/ „ist unser Verbrechen gewesen in den Augen der Sieger vom 20. Februar - aber sie ist unser Verdienst vor dem Richterstuhle der Geschichte. Diese Arbeit muß gethan werden, wenn das Reich nicht zu Grunde gehen soll, die Politik unserer Partei muß fortgesetzt werden, wenn nicht durch uns, dann durch Andere, und diese mögen sich ein Beispiel nehmen an der Selbstlosigkeit der nationalliberalen Partei." Rechtsanwalt Dr. Oswalt von hier feierte den neuen Finanzministssr Dr. Miquel, den die nationalliberale Partei verliere, weil er als Minister mit Recht keine Parteipolitik mehr treiben wolle; aber er bleibt der Unserige und wir wollen die ©einigen bleiben. Abg. v. Hergenhahn (Frankfurt) "gedachte der Jugend, welche in unserem Kaiser ein leuchtendes Vorbild habe, und der letzte Trinkspruch galt den Frauen und Jungfrauen, die sich ebenfalls in großer Zahl eingefunden hatten. Im Anschluß an Professor Onckens Rede wurde folgendes Telegramm an den Fürsten Bismarck nach Friedrichsruh gesandt: „Angehörige der nationalliberalen Partei, die sich in großer Zahl aus Mittel- und Süddeutschland in der Stadt des Frankfurter Friedens zusammengefunden haben, gedenken in
Dankbarkeit des Mannes, welcher Deutschland zur Einheit, Größe und zum Frieden geführt hat." „Köln. Ztg."
ilnitxrfitofs -
Bonn. 27. Juni. Der Oberlehrer am Lyceum zu Straßburg, Professor Dr. Hermann Lorberg, ist zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Facultät hiesiger Universität «rnannt worden.
verkehr, Land» unö volkswirthschaft.
Gießen, 1. Juli. (Marktbericht). Auf dem heurigen Wochenmartt kostete: Butter pr. Pfd. ,* 0,80—0,90, Hühnereier 1 St. 5-6, 2 St. — H, Enteneier 1 St. 6— H, 2 St. — H, Käse pr- St. 5—7 Ä, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 17 4» Linsen pr. Liter 28 H, Tauben pr. Paar X 0,60—0,90, Hühner pr. Stück X 0,90—1.30, Hahnen pr. St. X 0,70—1,20, Enten pr. Stück X 1,50—1,80, Ochsenfleisch pr. Pfd. 68—72 H, Kuh- und Rindfleisch 60—62 H, Schweinefleisch 60-70 H, Hammelfleisch 56—68 H, Kalbfleisch 52—60 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 5,00—5,50, Weißkraut pr St. 6—8 Zwiebeln per Centner X 12,00—00,00, Milch per Liter 12—18 L, Ärschen per Pfd. 25 H
Grünberg, 28. Juni. (Fruchtpreise). Weizen X — —, Korn X 19.20, Gerste X —.—, Hafer X 18.—, Erbsen X 19.—, Linsen ——, Lein — —, Wicken —, Samen —, Kartoffeln 4.50.
Herborn (an der Köln-Greßener Eisenbahn), 30. Juni. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 492 Ochsen, Kühe und Rinder, und 767 Schweine. Der nächste Markt ist am 24. Juli l. I.
— Der Norddeutsche Lloyd erläßt an seine Agenten das folgende Eirculair, dessen Inhalt auch jeder andere Reisende, welcher Hannover berührt, beherzigen dürste:
„Auswanderer, die über Hannover reisen, sind zu warnen, sich während des Aufenthaltes, den sie auf dem dortigen Bahnhof haben, von irgend Jemand verleiten zu lassen, mit in die Stadt zu gehen und ganz besonders sich auf irgend welches Kartenspiel einzulassen. Es sind in Hannover in letzter Zeit wiederholt eine größere Anzahl Auswanderer von Bauernfängern arg mit- genommen worden.
Bremen, 28. Juni 1890. Norddeutscher Lloyd."
— Arbeiterwohnungen. Der Verein Concordia (zur Förderung des Wohles der Arbeiter) in Mainz hat für die von ihm herausgegebene 74 Blätter umfassende Sammlung bewährter Arbeiter- wohnungsscizzen nach der ihm seither von höchsten Stellen zu Theil gewordenen Anerkennung (u. A. von Seiner Majestät dem deutschen Kaiser, Ihrer Majestät der Königin Olga von Württemberg, Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin von Baden, dem Königlich Preußischen Minister für Handel und Gewerbe u. s. w.) neuerdings auf der in Köln stattgehabten Ausstellung die höchste Auszeichnung erhalten. Es wurde ihm bei dieser Ausstellung („Wettstreit zur Verbesserung der Lage der Arbeiter in Köln 1890) das Ehr en- diplom der goldenen Medaille verliehen. Die Sammlung, welche zum Selbstkostenpreis von 22,72 Mk. abgegeben wird, versendet der Vorstand des genannten Vereins in Mainz franco.
London, 9. Juni. Soeben wird ein großer Triumph des so häufig angegriffenen Pcoductes „Saccharin" bekannt. Rach eingehenden Versuchen hat eine aus den hervorragendsten medicinischen Autoritäten des ganzen Reiches zusammengesetzte Commission die Aufnahme des „Saccharin" in die „British Pharmacopoea" beschlossen, in welches es nunmehr als osfictnell aufgeführt wird; damit sind, wenigstens in Großbritannien, die französischen Berichte endgtltig l zurückgewiesen worden.
— Aufbewahrung und Verbrauch des Fleisches im Sommer. (Nachdruck verboten.) Die Art der Aufbewahrung des Fleisches ist durchaus nicht gleichgültig für die Brauchbarkeit desselben, namentlich im Sommer kann dasselbe durch eine unachtsame Aufbewahrung ungedeilich, ja gesundheitsgefährltch werden, indem es einen geeigneten Nährboden für Pilzwucherungen abgeben kann, durch welche geradezu giftige Stoffe erzeugt werden. Namentlich bei Würsten, Hackfleisch, aber auch bet gekochtem und frischem roden Fletsch ist die Entstehung des Giftes beobachtet, und Manchem bat dasselbe das Leben gekostet. Da besonders eine hohe Temperatur und Feuchtigkeit an der Oberfläche des Fleisches der schnellen Entwickelung der Pilze günstig ist, so ist namentlich Gewicht auf einen kühlen Aufbewahrungsort zu legen und darauf zu achten, daß die Fleischstücke so hingebangt werden, daß sie von allen Setten mit der Lust, welche sie oberflächlich antrocknet, in Berührung kommen. Auf Beschaffung möglichst trockener Luft ist zu achten, daher alle Gegenstände trocken zu halten und wenn möglich, keine Wasser verdunstenden Flüssigkeiten mit in den Aufbewahrungsort zu setzen. Das Zusammenpacken von frischen sowohl wie gekochten Fleischstücken ist verwerflich. Hackfleisch, welches schon der großen Oberfläche halber den Pilzen am meisten Angriffsfläche bietet, ist am allergefährlichsten und sollte im Sommer nur unmittelbar vor dem Verbrauch hergestellt werden.
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Gesammt-Gastspiel der „Münchener", Mitglieder des König!. Theaters am Gärtnerplatz in München, unter Leitung des König!, bayr. Hofschausptelers Max Hofpauer.
Mittwoch den 2.Juli: Der Fleck auf der Ehre. Gewöhnliche Preise. Außer Abonnement.
Donnerstag den 3. Juli: Im Austragsstüberl. Außer Abonnement. Gewöhnliche Preise.
Freitag den 4. Juli: Der Herrgottschnitzer von Ammergau. Außer Abonnement. Gewöhnliche Preise.
Samstag den 5. Juli: Der Fleck auf der Ehre. Außer Abonnement. Gewöhnliche Preise.
Sonntag den 6. Juli: Zum ersten Male: Ahnenrausch und Edelweiß. Oberbayrisches Charactergemälde mit Gesang in 5 Auszügen von Dr. Hermann Schmid. Gewöhnliche Preise. Außer Abonnement.
Amtliche Prüfung der Lichtstärke des Leuchtgases.
Vorschriftsmäßige Lichtstärke bei 150 Liter stündlichem Gasverbrauch 13 bis 15 deutsche Vereins-Parasfinkerzen.
Monat Juni 1890: 14i/2 Kerzen.
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Temperatur der Lahn und der Lust
am 1. Juli, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr:
Wasser 15, Lust 121/2 Gr.
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Bekanntmachung.
Montag den 7. Jrrli, Nachmittags 1 Uhr anfangend, sollen im Bettenhäuser Markwald, District Vorderwald, versteigert werden:
1) circa 8 Festm. Eichen-Grubenholz, 2) „15 „ langes Hainbuchen
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Zusammenkunft im Ort.
Bettenhausen, 30. Juni 1890.
Großh. Bürgermeisterei Bettenhausen.
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Mittwoch, 2. Zuli l I.,
Nachmittags 2 Uhr, werden im „Adler" gegen Baarzahlung verst.igert:
verschiedene Möbel, 1 Spiegelschrank, 1 Tafelklavier, 1 Nähmaschine, 3 Wagen, 1 Pferd, 1 Stoßkarren u. a.
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Mittwoch den 2. Juli, von Nachmittags 2 Uhr an, werden im Hause der Frau ©taufet Wwe., Wallthorstraße 11 I, feie zum Nachlaß feer Ludwig Reh Eheleute gehörigen Mobilien versteigert. Es befinden sich dabei:
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