Ausgabe 
2.3.1890 Erstes Blatt
 
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Gemeinde Dr. Gutfieisch

Dr. Böekel

Ettingshausen......

Garbenteich.......

46

53

Gellshausen......

19

77

Gießen mit Schiffenberg . .

2287

292

Göbelnrod.......

Großen-Buseck......

209

125

Großen-Linden.....

107

100

Grünberg.......

276

54

Grüningen.......

Harbach........

73 *

Hattenrod.......

38

56

Hausen........

Heuchelheim.......

280

17

Holzheim.......

18

209

Hungen........

107

98

Inheiden.......

13

65

Kesselbach.......

12

61

Klein-Linden ......

87

76

Langd........

3

137

Lang-Göns.......

15

248

Langsdorf .......

124

78

Lauter........

28

38

Lechgestern.......

95

113

Lich mit Hof Albach, Colnhaufen

und Mühlfachfen....

201

159

Lindenstruth......

Lollar ........

41

270

Londorf........

46

105

Lumda........

25

40

Mainzlar.......

13

83

Münster........

6

45

Mufchenheim mit Hof-Güll. .

70

37

Nieder-Bessingen.....

32

46

Nonnenroth.......

26

34

Obbornhofen......

55

64

Oder-Bessingen.....

12

62

Ober-Hörgern......

1

85

Ovenhausen mit Appenborn .

63

Oppenrod.......

4

57

Queckborn.......

98

11

Rabertshausen mit Ringelshausen

1

41

Reinhardshain......

18

41

Relskirchen.......

77

21

Rodheim mit Hof-Graß - . .

74

Rödgen........

59

31

Röthges........

2

51

Rüddmgshausen.....

10

109

Ruttershausen mit Kirchberg .

Saasen mit Bollnbach, Veitsberg

und Wirrberg.....

33

39

Stangenrod .......

37

24

Staufenberg mit Friedelhausen

5

102

Steindach.......

35

136

Steinheim.......

9

101

Stockhausen.......

21

13

Trais-Horloff......

15

35

Treis a. d. Lda......

44

141

Trohe........

16

7

Utphe........

67

12

Vtllmgen........

42

115

Watzenborn mit Steinberg . .

157

69

Welckardshain......

39

16

Weitersham.......

8

72

Wiefeck........

435

4

2) Kreis Alsfeld.

Atzenhain.......

17

55

Bernsfeld.......

3

62

Ermenrod.......

5

70

Flensungen.......

37

25

Ilsdorf........

12

12

Lehnheim.......

10

32

Merlau mit Kirschgarten . .

30

23

Nleder-Ohmen ......

31

136

Ober-Ohmen......

98

10

Ruppertenrod......

32

108

Wettjaasen.......

Zellbach........

3) Kreis Schotten.

Eichelsdors.......

67

31

Gedern........

298

53

Glashütten.......

14

52

Groß-Eichen......

58

67

Klein-Eichen......

19

7

Mittel-Seemen......

30

11

Rlever-Seemen......

16

15

Ober-Lais.......

Ober-Seemen......

144

3

Oder-Schmitten.....

74

4

Stemberg.......

Unter-Seibertenrod ....

Volkartsham......

22

11

4) Kreis Büdingen.

Bellmuth.......

32

1

Bergheim.......

69

6

Berstadt........

101

62

Bingenheim.......

27

55

Bisses mit Berstädter Markwald

15

48

Blerchenbach.......

101

36

Blos ld.......

Bobenhausen I......

39

7

Borsdorf mit Harbwald . .

101

Dauernheim mit Dauernh. Hof

118

48

Echzell mit Echzeller Markwald

76

206

Eckardtzborn......

49

1

Effolderbach......

70

1

Fauerbach.......

45

44

Gecs-Nidda.......

47

83

Gelnhaar sJsenb. u. Doman )

28

51

Gesammtergebniß: 8719

7798

Gemeinde Dr.

Gutfleisch Dr.

Böcf

Gettenau .......

46

25

Heuchelheim......

.

Hirzenhain.......

20

79

Kohden........

46

57

Leidhecken.......

30

11

Lißberg ........

47

16

Michelnau.......

5

39

Nidda........

162

193

Ober Widdersheim ....

16

74

Ortenberg.......

112

45

Ranstadt........

124

1

Schwickartshausen.....

11

48

Selters mit Conradsdorf . .

45

27

Unter-Schmitten.....

Unter-Wtddersheim mit Grund-

72

12

Schwalheim.....

1

53

Usenborn .......

59

23

Wallernhausen......

Wippenbach ......

Stichwahl-Resultate.

Friedberg (Hessen). Gutfleisch (Dfr.) ist gegen Gras Oriola (Nl.) gewählt.

Darmstadt. Osann (Nl.) ist mit 12,141 Stimmen gegen Müller (Soc.), welcher 8897 Stimmen erhielt, gewühlt.

Offenbach. Ulrich (Soc.) mit etwa 1800 Stimmen Majori­tät gegen Böhm (Nl.) gewählt. Einige Landorte aus dem Kreise Dieburg flehen noch aus, sie werden aber das Resultat wesentlich nicht ändern.

Frankfurt a. M. Schmidt (Soc) 18,085, Oswald (Nl.) 10,565 Stimmen. Schmidt ist sonach gewählt.

Lüde». Schwarz (Soc.) 7253, Brehmer (Nl.) 6988 Stim­men. Scvwarz gewählt.

Leipzig. Götz (Nl.) 17,465, Bebel (Soc.) 14,681 Stimmen. Götz pewahlr.

Pirna. Gewählt Eysoldt (Dfr.) gegen Grumdt (K.).

Plauen (Votgtland). Die Wahl Hartmanns (K.) gegen Kaden (Soc.) tchelnt gesichert zu sein.

Reichenbach. Kurz (Dfr.) gewählt.

Eaffel. Weyrauch (Eons.) gewählt.

Homburg. Funk (Dsr.) gewählt.

Stuttgart. Das Endresultat des Stuttgarter Wahlkreises stellt sich u)x< folgt: Siegle (Nl) 16 247, Kloß (Soc.) 13,459 Stim­men. Im Eßlinger Bezirk ist bis jetzt Ehni (Dem.) im Vorsprung, ebenso in Ludwigsburg Cannstadt Schnaidt.

Heilbronn. Härle (Dem.) ist mit ca. 2000 Stimmen Mehr­heit geaen EUrrchshausen (K) gewählt.

Balingen (Württ.) Hausmann (Dem.) gegen Eble (Nl.) ge­wählt.

Ulm a. d. D. Hähnle (Dem.) hat mit etwa 1100 Stimmen Mehrheit über o. Fischer (Nl.) gesiegt.

Göppingen. In Gmünd Göppingen ist der Steg Speisers (Dem.) gegkn Bareiß (Nl.) gesichert.

«arlbruhe. Pflüger (Dfr.) ist mit 2-3000 Stimmen Mehr­heit gewävlt.

Mannheim. Dreesbach (Soc.) ist mit circa 3000 Stimmen Mehrheit gegen Dtffenö (Nl.) gewählt.

München. Birk (Soc.) 10,427, Sedlmayr (Nl.) 9204 Stim­men. Btrk gewählt.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Torrespondenz-Bureau.

Berlin, 28. Februar. Aus Allerhöchsten Befehl sind die Botschafter in London, Paris, Rom und Wien, sowie die Gesandten in Bern, Brüssel, Haag, Kopenhagen und Stockholm angewiesen, die Regierungen, bei welchem sie beglaubigt sind, zu einer Conserenz Behufs Regelung der Arbeit in industriellen Anlagen und Bergwerken einzu­laden.

Die den betreffenden Ministern der Auswärtigen An­gelegenheiten übergebenen Schriftstücke haben folgenden Inhalt:

den Februar 1890.

Auf Befehl seiner Regierung beehrt sich der Unterzeichnete re., unter Bezugnahme auf die mündliche Mittheilung vom......

zur Kenntniß seiner Excellenzrc. zu bringen, daß Se. Majestät der Kaiser vorschlägt, es solle eine Versammlung statt- sinden von Vertretern der Regierungen, welche sich dafür interessiren, das Loos der Fabrik- und Minenarbeiter zu ver­bessern, damit diese Delegirten über die Fragen von inter­nationaler Bedeutung berathen können, welche auf der Anlage verzeichnet sind.

Da jene Fragen ohne politische Tragweite sind, so er­scheinen dieselben geeignet, in erster Linie der Prüfung von Fachmännern unterworfen zu werden.

Um die Eröffnung und den weiteren Verlauf der Be- rathungen zu erleichtern, hat die Kaiserliche Regierung ein Programm entwerfen lassen, dessen Text dieser Note bei- gesügt ist.

Der Unterzeichnete beehrt sich, Se. Excellenz 2c. zu bitten, ihn wissen lassen zu wollen, ob die.......Regierung

geneigt ist, an der in Aussicht genommenen Conferenz theil- zunehmen, welche in Berlin am 15. März 1890 zusammen­treten wird. Der Unterzeichnete gestattet sich hinzuzufügen, daß eine gleichlautende Einladung gleichzeitig abgegangen ist an die Regierungen Ihrer Majestäten des Kaisers von Oesterreich-Ungarn, des Königs der Belgier, des Königs von Dänemark, der Französischen Republik, Ihrer Majestät der Königin von Großbritannien, der Schweizerischen Eid­genossenschaft, Ihrer Majestäten des Königs von Italien, des Königs der Niederlande und des Königs von Schweden und Norwegen.

Der Unterzeichnete ergreift re."

Programm

für die Beratungen der internationalen Conferenz, betr. Regelung der Arbeit in industriellen Anlagen und Bergwerken.

I. Regelung der Arbeit in Bergwerken.

1) Ist die Beschäftigung unter Tage zu verbieten:

a. für Kinder unter einem bestimmten Lebensalter? b. für weibliche Personen?

2) Ist für Bergwerke, in denen die Arbeit mit beson­deren Gefahren für die Gesundheit verbunden ist, eine Bc schränkung der Schichtdauer vorzusehen?

3) Ist es im allgemeinen Interesse möglich, um die Regelmäßigkeit der Kohlenförderung zu sichern, die Arbeit in den Kohlengruben einer internationalen Regelung zu unter­stellen ?

II. Regelung der Sonntagsarbeit.

1) Ist die Arbeit an Sonntagen der Regel nach, und Nothsälle Vorbehalten, zu verbieten?

2) Welche Ausnahmen sind im Falle des Erlasses eines solchen Verbots zu gestatten?

3) Sind diese Ausnahmen durch internationales Ab­kommen , durch Gesetz oder im Verwaltungswege zu be­stimmen ?

III. Regelung der Kinderarbeit.

1)'Sollen Kinder bis zu einem gewissen Lebensalter von der industriellen Arbeit ausgeschlossen werden?

2) Wie ist das Lebensalter, bis zu welchem die Aus­schließung stattfinden soll, zu bestimmen?

Gleich für alle Industriezweige oder verschieden?

3) Welche Beschränkungen der Arbeitszeit und der Be­schäftigungsart sind für die zur industriellen Arbeit zugelaffenen Kinder vorzusehen?

IV. Regelung der Arbeit junger Leute.

1) Soll die industrielle Arbeit jugendlicher Personen, welche das Kindesalter überschritten haben (I 2), Beschränk­ungen unterworfen werden?

2) Bis zu welchem Lebensalter sollen die Beschränkungen eintreten?

3) Welche Beschränkungen sind vorzuschreiben?

4) Sind für einzelne Industriezweige Abweichungen von den allgemeinen Bestimmungen vorzusehen?

V. Regelung der Arbeit weiblicher Personen.

1) Soll die Arbeit verheiratheter Frauen bei Tage oder bei Nacht eingeschränkt werden?

2) Soll die industrielle Arbeit aller weiblichen Personen (Frauen und Mädchen) gewissen Beschränkungen unterworfen werden?

3) Welche Beschränkungen empfehlen sich in dem'Falle?

4) Sind für einzelne Industriezweige Abweichungen von den allgemeinen Bestimmungen vorzusehen und für welche? VI. Ausführung der vereinbarten Bestimmungen.

1) Sollen Bestimmungen über die Ausführung der zu vereinbarenden Vorschriften und deren Ueberwachung getroffen werden?

2) Sollen wiederholte Conferenzen von Vertretern der betheiligten Regierungen abgehalten werden und welche Auf­gaben sollen ihnen gestellt werden?

Wien, 28. Februar. In dem Ausschüsse des Abgeord­netenhauses für das Anarchisten-Gesetz erklärte Ministerprä­sident Graf Taaffe, die Regierung behalte sich angesichts des ruhigen Charakters der socialdemokratischen Bewegung die theilweise Aufhebung der Ausnahmsversügungen vor, in­dem sie voraussetzte, daß das Anarchistengesetz zu Stande komme. Die gänzliche Aufhebung sei derzeit unmöglich, da die fortdauernde socialistische Bewegung immerhin die Gefahr eines Ausschreitens in anarchistischer Richtung befürchten lasse.

Bern, 28. Februar. Der Bundesrath hat zu Delegirten bei der internationalen Conferenz in Berlin den Landamman Blümer in Schwanden und Dr. Kaufmann, ersten Se- cretär des schweizerischen Jndustriedepartements, ernannt.

Paris, 28. Februar. Einer Blättermeldung zufolge wurde in Nizza angeblich ein höherer Offizier, Della- : er o ce, unter dem Verdacht der Spionage verhaftet.

Paris, 28. Februar. DemTemps" zufolge wird in der Angelegenheit des Actendiebstahls beim Sraats- gerichtshof dem Anklageantrage gegen Warrion, Kerviche und Merneix Folge gegeben. Die Angeklagten sollen vor das Schwurgericht kommen.

Aus Lille und Dünkirchen werden Stürme und starker Schneefall signalisirt.

Paris, 28. Februar. Wie verlautet, würden dex De- putirte Burdeau, Generalberichterstatter des Budgets pro 1889 und der Botschafter Herbette die Vertreter Frankreichs bei der Berliner Conferenz sein. Als der dritte Delegirte werde der Deputirte Charmes, der ehemalige Director der politischen Angelegenheiten im Auswärtigen Amte, bezeichnet.

London, 28. Februar. DieTimes" meldet aus Zanzibar vom gestrigen: Gerüchtweise verlautet, Banaheri wolle mit Deutschland Frieden schließen.

London, 28. Februar. Im Unterhause fragte Graham heute an, ob es richtig sei, daß die britischen Dele­girten zu der Berliner Arbeiterschutzconferenz angewiesen worden seien, über die internationale Beschränkung der Arbeitszeit der erwachsenen Arbeiter nicht zu discutiren, während andere Vertreter des Auslandes dazu ermächtigt worden sein. Fergusson erklärte, ein Abkommen, wie es Graham vermuthe, gebe es nicht. Der Inhalt der Antwort Englands auf den vorläufigen Vorschlag Deutschlands sei bereits mitgetheilt. Nunmehr sei auch das detaillirte Pro­gramm der deutschen Regierung eingelaufen. Sobald dasselbe erwogen sei, werde der gesammte Schriftwechsel vorgelegt werden. Bei der Berathung des Ausgabebudgets beantragte Labouchere die Herabsetzung der darin enthaltenen Credite, um eine Action gegen diejenigen Behörden behufs eines Tadelsvotums einzuleiten, welche angeblich die jüngsten Scandale in der Westendstreet dadurch begünstigten, daß sie den Schuldigen zur Flucht verhalfen. Redner klagte Salis­bury der Mitschuld an dem Complot zur Vereitelung der Justiz an. Webster widerlegte die vorgebrachten Anschul­digungen. Labouchere erklärte, er schenke Salisbury keinen Glauben. Der Präsident verlangte die Widerrufung dieser Aussage. Labouchäre verweigerte diese und wurde mit 177 gegen 96 Stimmen suspendirt.

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