Ausgabe 
2.3.1890 Erstes Blatt
 
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1890

Sonntag den 2. Mär

Nr. 52

Erstes Blatt

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Kenerat-Mnzeiger

Anits- und Anzeigeblatt für den Atrris Grefzen

Gratisbeilage: Gießener Aamikienötätter.

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Die Gießener

AKmikiesStätter »erden dem Anzeiger mSchentlich dreimal beigelegt.

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Der

KKHener Anzeiger «scheint täglich, mit AuSnahnie deS Montag-.

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Appell Vormittags 9 Uhr 30 Minuten: Reservisten und Wehrleute I. Aufgebots, sowie die zur Disposition der Truppentheile und der Ersatzbehörden entlaffenen Mannschaften aller Waffen.

Gefunden: 1 Paar Handschuhe, 3 Portemonnaies, 1 Wagenkapsel, 1 Knabenhose, 1 gold. Kreuz, 1 silberner Ring, 1 Armstauchen, 1 Peitsche, 1 Fingerhut, 1 Brille, mehrere Schlüssel.

Zugelaufen: 1 Pudelhund.

Gießen, am 1 März 1890.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.

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Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den fslgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.

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Gießen, den 27. Februar 1890.

Betreffend: Frühjahr-Controlversammlungen des Haupt­meldeamts Gießen.

Das Großherzogliche KreisamL Gießen

an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises»

Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentichen Kenntniß bringen.

von Gagern.

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Todt,

Canäle verbunden war, führte nach nur unerheblicher Dis- cussion zu dem Beschlüsse, auch die zweite Lesung der ge­nannten Gegenstände im Plenum vorzunehmen. In erster und zweiter Lesung wurde sodann die Vorlage über die Kirchen­gemeindeordnung für einige evangelische Kirchengemeinden im Regierungsbezirke Wiesbaden cm eine besondere Commission verwiesen und schließlich erledigte das Haus debattelos noch einige kleinere Entwürfe.

Auch die französische Regierung hat nunmehr, wie die neuesten Meldungen aus Paris bekunden, die Einladung Deutschlands zur Berliner Arbeiterschuhconferenz in aller Form angenommen und somit steht dem Zusammentritte derselben nichts mehr im Wege. Von verschiedenen Seiten wird denn auch übereinstimmend gemeldet, die Confereuz werde am 15. März zusammentretcn und sollen die officiellen Einlad­ungen für diesen Tag an die Negierungen Oesterreich-Ungarns^ Frankreichs, Italiens, Englands, der Schweiz, Belgiens, Hollands, und der scaudinavischen Reiche bereits abgegangen sein. Die Verhandlungen der Confereuz werden in franzö­sischer Sprache und unter Vorsitz des preußischen Handels­ministers v. Berlepsch geführt werden. Da die Conferenz keinen diplomatischen, sondern nur einen wirthschaftlichen Charakter tragen soll, so werden die einzelnen Staaten neben Mitgliedern ihrer Arbeitsministerien lediglich Sachverständige nach Berlin entsenden, wie hervorragende Industrielle, Kauf­leute und sonstige Männer der Praxis. In der Sitzung der französischen Deputirtenkammer am 4. März wird von boulangistischer Seite eine Interpellation über die Absen­dung der französischen Delegirten zur Berliner Conferenz eingebracht werden.

Die kleinen Häkeleien zwischen Bulgarien und Serbien scheinen einstweilen wieder beigelegt zu sein, da die bulgarische Regierung erklären läßt, es sei ihr weder eine Beschwerde Serbiens über den bulgarischen Vertreter in Belgrad zuge­gangen, noch sei dessen Abberufung begehrt worden. Immer­hin ist eine gewisse Spannung zwischen Belgrad und Sosia kaum zu verkennen, sie hat sich in letzter Zeit in verschiedenen Fragen gezeigt und es muß als ziemlich wahrscheinlich be­zeichnet werden, daß Rußland seinen Einfluß in Belgrad dazu benutzt, fortgesetzt gegen Bulgarien zu intriguiren und Serbien gegen seinen bulgarischen Nachbar aufzuhetzen.

lieber die Lage auf Kreta sind kürzlich im englischen Unterhause vom Unterstaatsseeretär Fergusson Mittheilungen gemacht worden, aus denen erhellt, daß die namentlich in denDaily News", dem Organe Gladstones, colportirten Gerüchte über den angeblich bedenklichen Zustand der Dinge auf Kreta bedeutend übertrieben sind. Nach den 'Erklärungen Fergussons, die sich auf Berichte englischer Beamte auf Kreta stützen, herrscht daselbst im Allgemeinen Ruhe und scheinen Gewalttstaten und Plünderungen nur noch vereinzelt vorzu­kommen. Speeiell wird in den Mittheilungen Fergussons hervorgehoben, daß den politischen Flüchtlingen die unbehelligte Rückkehr nach Kreta freistehe, mit Ausnahme von 16, die von dem Amnestie-Firman des Sultans ausdrücklich bezeichnet worden sind. Immerhin wird die christliche Bevölkerung der Insel noch durch politische Agitatoren aufgereizt und dürfte die türkische Negierung gut rhun, durch loyale Durchführung der Versprechungen des großherrlichen Firmans diesen Wüh­lereien den Boden zu entziehen.

Leihgestern, Watzenborn und Steinberg, Hausen.

B. Zu Lollar

April 1890 neben dem neuen Bahnhossgcbäude Bewohner von Allendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Beuern, Climbach, Däubringen mit Heibertshausen,

politifd?e Ueberftcht.

Gießen, 1. März.

Der Kaiser präsidirte am Donnerstag wiederum der Abtheilungs-Sitzung des Staatsrathes im Neichsamte des Innern. Die Sitzung währte mit einigen kleinen Pausen von 10 Uhr Vormittags bis in die siebende Abendstunde, erst dann begab sich der Kaiser nach dem Residenzschlosse zurück. Ueber die vom Staatsrath gefaßten Beschlüsse ist noch nichts Zuverlässiges bekannt.

Die Frage des Rücktritts des Fürsten Bismarck vom Vorsitz im preußischen Staatsministerium ist, falls sie wirklich bestanden haben sollte, jetzt vertagt worden. Wenigstens wird von verschiedenen Seiten bestätigt, daß von einem derartigen Rücktritt keine Rede mehr sei und darf man wohl annehmen, daß Fürst Bismarck, sollte er sich in der That mit der Ab­sicht getragen haben, die Leitung der preußischen Angelegen­heiten abzugeben, sich angesichts der durch den Wahlaussall drohenden inneren Schwierigkeiten zum Bleiben entschlossen hat. Von dem staatsmännischen Genie und dem oft erprobten Patriotismus des Kanzlers steht zuversichtlich zu hoffen, daß er auch ferner allen etwaigen ernsten Verwickelungen, welche sich aus der gegenwärtigen inneren Lage im Reiche und in Preußen ergeben könnten, zu begegnen wissen wird.

Das preußische Abgeordnetenhaus vertagte sich am Schluffe der Donnerstagssitzung wegen der Stichwahlen zum Reichs­tage bis diesen Montag, nachdem es in genannter Sitzung eine ziemlich reichhaltige Tagesordnung erledigt hatte. Zu­nächst wurde die Vorlage, betr. die Unterhaltung der nicht schiffbaren Flüsse in Schlesien, nach längerer Debatte, die meist von technischen Gesichtspunkten beherrscht war, einer besonderen Commission von 21 Mitgliedern zur Vorberathung überwiesen. Die sich hieran schließende erstmalige Lesung des Entwurfes über die Abänderung des Gesetzes vom 6. Juni 1888, betr. die Verbesserung der Oder und Spree, mit welcher die erste Berathung eines hierauf bezüglichen Antrages des Abgeordneten Letocha, sowie des Entwurfes, betr. die Ab­änderung des Gesetzes vom 9. Juli 1886 über den Bau neuer Schiffsahrtscanäle und über die Verbesserung vorhandener

, Job. Brak ff» el von Blüthner ist a errn W Rudolph, zu JL 2.50 (Sperrt leite zu 10 4 dlong des Herrn Ernst phs Nacht) n haben.

rvtg.

Beide Compagnien bilden zusammen das den ganzen Kreis Gießen umfassende

Hauptmeldeamt Gießen".

Bei den diesmaligen Frühjahr-Controlversammlungen des Hauptmeldeamts Gießen haben zu erscheinen:

1) Alle Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots.

2) Alle Reservisten, sowie die zur Disposition des Truppen- theils und der Ersatzbehörden Entlassenen.

3) Alle Wehrleute I. Aufgebots, die vom 1. October 1877 ab eingestellt worden.

4) Alle Ersatz-Reservisten, geübte und nicht geübte.

Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zeit die Eontrolpflichtigen anzutreten haben:

A. Zu Gießen

am 9. April 1890 im Oswald'schen Garten für dieBewohner von Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrn- wald, Heuchelheim, Kleinlinden, Oppenrod.

1. Appell Vormittags 9 Uhr: Reservisten der Infanterie, sowie sämmtliche zur Disposition der Truppentheile und der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen.

2. Appell Vormittags 10 Uhr: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve und Landwehr I. Auf­gebots sowie die Wehrleute 1. Aufgebots der Infanterie.

8. Appell Nachmittags 2 Uhr: Reservisten und Wehrleute 1. Aufgebots der übrigen Waffen.

4. Appell Nachmittags 3 Uhr: Ersatz-Reservisten.

5. Appell Nachmittags 4 Uhr und zwar für die Bewohner von Allendorf a. d. Lahn, Großen-Linden, Langgöns,

Vierteljähriger ASon«eme«tspretA» 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.

Redaction, Expedition und Druckerei:

SchntstraKe HU.1. Fernsprecher 5L

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Harz 1890,5 Uhr Abea^ les Gesellschaftsvereii! ihrende:

M Frau Hahn (Ai;

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s Frankfurt a, M.

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Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Trohe, Wieseck.

1. Appell Vormittags 8 Uhr 30 Minuten: Reservisten so­wie die zur Disposition der Truppentheile und der Ersatzbehörden entlaffenen Mannschaften allerWaffen.

2. Appell Vormittags 9 Uhr 15 Minuten: Wehrleute I. Auf­gebots aller Waffen.

3. Appell Vormittags 10 Uhr: Ersatz-Reservisten.

C. Zu Grünberg

em 10. April 1890 an dem Bahnhofe für die Bewohner von Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Keffelbach mit der Icibenau'schen Papiermühle, Lauter mit der Arztmühle, Bing­mühle, Georgenhammer, Strelles-Mühle und Walk-Mühle, Lmdenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Lchmidtmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß- md Klein), Odenhausen mit Appenbörnerhof, Queckborn, Ziemhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Lollenbach, Veitsberg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen', ZZeikartshain, Weitershain mit dem Hainerhof, Winnerod. 1. Appell Mittags 12 Uhr 30 Minuten: Reservisten, sowie die zur Dispositon der Truppentheile und der Ersatz- behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen.

Appell Nachmittags 1 Uhr 30 Uhr: Wehrleute I. Auf­gebots aller Waffen und Ersatz-Reservisten.

D. Zu Hungen

am 11. Apnl 1890 am Friedhof für die Bewohner von Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langs­dorf, Muschenheim mit Hof-Güll, Nonnenroth, Obbornhofen, Habertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof-Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen.

Neichstagswahl.

Resultat der Stichwahl am 28. Februar 1890.

Aus den noch fehlenden Orten lag das Ergebniß bis heute (1. März) Mittags 2 Uhr, noch nicht vor.

1) Kreis Gießen.

Bekanntmachung.

Mit dem 1. April fällt die Bezeichnung

1. Compagnie Gießen

2. Lich

| 2. Appell Vormittags 10 Uhr 30 Minuten: Ersatz-Reservisten.

E. Zu Lich

am 11. April 1890 am Bahnhose für die Bewohner von Albach, Birklar, Dorf-Güll, Eberstadt mit Arnsburg, Ettings­hausen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacher- Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Nieder»Bessingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach.

1. Appell Nachmittags 3 Uhr: Reservisten, sowie die zur Dis­position der Truppentheile und der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen.

2. Appell Nachmittags 4 Uhr: Wehrleute I. Aufgebots aller Waffen sowie Ersatz-Reservisten.

Besreiungsgesuche sind bis längstens 8 Tage vorm Appell auf dem Dienstwege durch das Hauptnieldeamt einzu­reichen und müssen durch die Bürgermeisterei beglaubigt sein werden aber nur im dringendsten Nothfalle genehmigt.

Die Leute treten in bürgerlicher Kleidung an: Stöcke, Schirme, Pfeifen und Cigarren sind vorher abzulegen.

Die Militärpapiere (Paß und Führungsattest) müssen zur Stelle sein.

Sämmtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Controltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgesetz.

Gießen, den 26. Februar 1890.

Cas pari), Oberstlieutenant z. D. und Bezirks-Commandeur.

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Allendorf a. d. Lahn . . .

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Bersrod mit Winnerod . . .

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Climbach .......

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