Reichstagsabgeordneter Redactcur Stützet- Essen: Was er sagen werde, sage er im Interesse der Versöhnung. Es sei eine große Spannung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern vorhanden, welche gehoben werden müsse, wenn nicht unsere ganze wirthschaftliche Entwicklung zu Grunde gehen solle. Unsere Großindustrie befinde sich vielfach in den Händen von Gesellschaften. Bei diesen ständen den Arbeitern keine eigentlichen Arbeitgeber gegenüber. Der mit den Arbeitern verkehrende Beamte betrachte es als seine erste Aufgabe, das Capital fruchtbar zu machen, die Arbeiter seien ihm Nebensache. Ein Director habe ihm einmal gesagt, er könne in seiner Stellung nicht anders, als die Arbeiter als eine Waare zu betrachten. Wäre er der Eigenlhümer, so würde er, seinen persönlichen Empfindungen entsprechend, manche Rücksicht nehmen. Wenn der Arbeiter aus diesem Zustand heraus wolle, so könne man ihm das wahrlich nicht übel nehmen. Er befürchte nicht, wie Herr Bueck, daß durch die Arbeiterorganisation das Schädeleinschlagen legalisirt werde. Bergleute hätten ihm u. A. geklagt, daß die Zusammensetzung der Kameradschaften vielsach an Unglücken schuld seien. Junge unerfahrene Bergarbeiter würden an gefährliche Plätze gestellt und die alten Bergleute erklärten: wir werden dadurch mit in die Gefahr gezogen. Die Leute hätten feinen Einfluß auf die Zusammensetzung der Kameradschaft, sie wollten aber dagegen geschützt sein, durch Unerfahrene ins Unglück gezogen zu werden, auf die Ausbildung der jungen Leute wollten sie einen Einfluß gewinnen. Auch wolle der Bergmann dagegen geschützt sein, daß alte, tüchtige Arbeiter von jungen Beamten im Handumdrehen entlassen werden. Herr Bueck sei sehr im Jrrthum, wenn er glaube, die Gährung sei von Außen in die Bergarbeiter hineingetragen worden. Die Gährung, welche im vorigen Jahre zum Ausbruch kam, habe seit Jahren bestanden, und gegenwärtig sei die Gährung so groß wie nie Dorher. (Bewegung.) Selbst Arbeiter, welche im vorigen Jahre nicht gestrikt, höre man heute sagen: wenn es aber jetzt losgeht, machen wir mit und dann muß es biegen oder brechen. (Hört!) Wer mit den Arbeitern in Berührung komme, wisse das. Er kenne einen Fall, wo der Director befohlen habe, am Königs-Geburtstage Dynamitpatronen loö- zuknallen. Der Unterbeamte habe verlangt, die Patrone solle am Schmiedefeuer angezündet werden. Der betreffende Arbeiter habe sich geweigert und nun sei er vor die Alternative gestellt worden, zu gehorchen oder seine Entlassung zu erhalten. Er habe sich gefügt und die Dynamitpatrone am Schmiedefeuer angezündet, dabei aber sei ihm die rechte Hand zerschmettert worden. Als er Entschädigungsklage angestrengt, sei er abgewiesen worden, weil der Unfall nicht im Betriebe passirt sei. (Hört!) Durch solche Vorkommnisse gehe das Vertrauen beim Arbeiter verloren und das Vertrauen sei bis heute noch nicht zurückgekehrt. Es seien Arbeiter beim Berg- arbeiterstrike gemaßregelt worden, die fleißige, brave Menschen waren und den besten Willen gehabt hätten, aus die anderen Arbeiter günstig einzuwirken. Das Mißtrauen wachse dadurch. Die Organisationen sollten lediglich dem Arbeiter einen Einfluß auf den Arbeitsvertrag sichern. Suche man die Arbeiter an der Organisation zu hindern, so werde diese doch zu Stande kommen, dann aber keine Organisation der Versöhnung, sondern des Kampfes sein. Die Organisation sei keine Erfindung der Socialdemokratie und noch weniger sei jeder organisirte Arbeiter ein Socialdemokrat. In Versammlungen werde manchmal ein scharfes Wort gesprochen, aus dem man schließe, der Sprecher sei Socialdemokrat. Man dürfe nicht jedes Wort aus die Goldwage legen. Der Arbeiter fühle sich dem Capital gegenüber wehrlos, er wolle seinem Empfinden Ausdruck geben, finde aber nicht immer das rechte Wort. Vor allen Dingen ziehe man bei der Lösung der socialen Frage die Religion noch zu wenig in Betracht. Es sei bekannt, daß die Bergarbeiter sich von der Socialdemokratie abgewandt hätten. Wieso kam das? Es seien fast alles Männer — er spreche nicht nur von Katholiken —, die auf christlichem Standpunkt ständen, die eine streng religiöse Ueberzeugung hätten. Die brutale Behandlung der Arbeiter sei vielfach an den Mißständen schuld. Der Arbeiter wolle gerne sein Arbeitsquantum leisten, aber er wolle dafür nicht auch noch von oben herab behandelt werden. Für ein gutes, ruhiges Wort sei der Arbeiter stets zugänglich, das habe er in einer von 6000 Bergarbeitern besuchten Versammlung in Essen gesehen. Nur Vt Stunde habe er zu diesen 6000 erregten Männern gesprochen und sie vom Strike abgehalten. Die Arbeiter verlangen aber, daß das Recht, welches das Gesetz ihnen zuweist, ihnen auch in Wirklichkeit wird- wer offene Augen hat, weiß doch, daß sie das Coali- tionsrecht im Grunde genommen gar nicht besitzen, an vielen Stellen wird ihnen die Organisation einfach unmöglich gemacht. Da soll man sich aber auch nicht über den Contract- bruch beklagen. Beim großen Bergarbeiterstrike lag ein Contractbruch nicht vor, wenigstens kein rechtlicher. Die Arbeiter hatten den Zechen erklären lassen, sie würden die Arbeit niederlegen, wenn bis dahin ihre Forderungen nicht ersüllt seien. Das wußte man genau. Man steckte sich aber hinter den Vorwand, die Vertreter der Arbeiter nicht anerkennen zu können. Wenn d a s Recht ist, dann lag allerdings ein Contractbruch vor, aber fest steht doch, daß die Arbeiterdeputationen vorher ihre Absicht zu erkennen gegeben hatten. Die Schatten, die Heraufziehen, können gebannt, Friede und Versöhnung herbeigeführt werden, wenn man den Arbeitern entgegenkommt, wenn man ihnen giebt, was ihnen von Gott und Rechts wegen zukommt. Der Arbeitgeber vergiebt sich gar nichts, wenn er dem Arbeiter giebt, was das Gesetz ihm zubilligt. Aber man komme zeitig den Arbeitern entgegen, daun wird man ein gutes Werk thun, das dem Staat und der Gesellschaft zum Segen gereicht. (Lebhafter Beifall.)
Commerzienrath Freiherr v. Heyl-Worms spricht Herrn Bueck seinen besonderen Dank für seine Ausführungen aus. Der Arbeitsvertrag sei in seinen wesentlichen Theilen durch das Gesetz fixirt, es bleibe nur die Regelung der Arbeitszeit und des Lohnes übrig. Arbeiterausschüsse zn bilden ohne bestimmte Competenzen, halte er für sehr gefährlich. Das
Uebertrageu der englischen Trades Unions müsse er ent- ) schieden bekämpfen. Dieselbe würde jede Familienarbeit vernichten und die Großindustrie aus den Händen der Privaten in diejenigen von Abtiengesellschasten bringen, denn die Rücksichtslosigkeit, welche solchen Organisationen gegenüber nöthig sei, vermöge der Privatmann nicht an den Tag zu legen. Gerade, weil in England die Trades Unions bestanden, habe die deutsche Industrie der englischen so vielfach erfolgreich begegnen können. Das wüßten die Trades Unions auch ganz genau und deshalb strebten sie nach einem internationalen Verband. Er warne dringend davor, die Trades Unions auf deutsche Verhältnisse zu übertragen; er sei überzeugt, die Organisation der Arbeiter werde dann sehr bald in die Hände der Socialdemokratie fallen. Auch die internationale Arbeiter- schutz-Consercnz, an welcher er Theil genommen, habe die Trades Unions verworfen.
(Fortsetzung folgt.)
Cocolc» xtnt prot>ht$ieIU».
Gießen, 30. September.
— Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 2. October 1890, Nachmittags 4 Uhr:
1. Gesuch des PH. Bob zu Gießen um Ertheilung der Concession zum Wirthscbastsbetrieb. 2. Die Verwerthung von Grabengelände auf der Ostanlage. 3. Gesuch des Georg Koch um Erlaubniß zur Feststellung von Thonlagern im Gebiete des Gießener Stadtwaldes. 4. Reinigung der Straßen, hier Gesuch der drei Karrenführer um Lohnerhöhung und Bestimmung eines Lagerplatzes für den Kehricht. 5. Den Betrieb des Schlachthauses,- hier die Chaussirung des Warthweges bis zu dem städtischen Grundstück am Rodberg. 6. Die Stiftung des Friedrich Bücking von Gießen. 7. Die Ausübung der offenen Armenpflege. 8. Die Prüfung der Rechnung der Armenkasse Gießen für 1889/90. 9. Desgleichen der Plockischen Stiftung.
— Unter Hinweis aus das morgen (Mittwoch) im Saale der Loge stattfindende Wohlth'ätigkeits-Coucert zum Besten der Abgebrannten in Staufenberg bringen wir nachstehend aus den vielen uns vorliegenden durchaus günstigen Besprechungen über das Auftreten der bei diesem Concert mitwirkenden Frau Rath Ruppert aus Karlsruhe die nachfolgende zur Kenntniß unserer geehrten Leser. Der „Pforzheimer Beobachter" schreibt: „Die Dame besitzt eine wohlklingende hohe Sopranstimme, in deren Schulung man deutlich die ausgezeichnete Methode der berühmten Gesangslehrerin Frau Schnorr von Carolsf^ld wahrnimmt. Die Lieder von Hauser, Josephson, Lindblad, Hofmann, Raff, Meyerbeer, Adam, Eckert, sowie eine Zugabe, Jodlerlied, welche Frau Ruppert sang, waren durchweg effectvoll und ansprechend. Im Vortrage derselben bekundete sie eine bedeutende Gesangsroutine, namentlich verstand sie es meisterlich, in den Gesängen heiteren Genres den richtigen Ton ohne jegliche Uebertreibung zu treffen, der das Publikum begeistert und zu stürmischen Beifallsbezeugungen hinreißt, welche denn auch im reichlichen Maße Frau Ruppert zu Theil wurde. Wir können uns diesem Urtheil vollständig anschließen und nur den Wunsch aussprechen, Frau Ruppert möge in der mit der gestrigen Aufführung so glücklich begonnenen Concertsaison wieder einmal bei uns einkehren, sie kann sich der herzlichsten Aufnahme versichert halten, denn sie hat sich in unser Herz hineingesungen."
— Der mit dem morgigen Tage in Kraft tretende Winterfahrplan der die Station Gießen passirenden Personenzüge weicht im großen Ganzen wenig von dem seitherigen Fahrplan ab. Der auf der Strecke Gießen-Frankfurt im vorigen Sommerhalbjahr eingelegte Omnibuszug 2.—4. Klasse verkehrt auch im kommenden Winterhalbjahre (ab Gießen 950 Uhr Vorm., an Frankfurt 1157 Uhr) weiter, desgl. der Gegenzug (ab Frankfurt 4 Uhr, an Gießen 604 Uhr Nachmittags). Sonstige Veränderungen weist der Fahrplan der Main-Weserbahn nicht aus, nur der seither zwischen Fronhausen und Gießen verkehrende Localzug trifft von Friedberg Morgens 40 Minuten später (also 620 Uhr ein, der seither Abends 625 Uhr nach Fronhausen abgelassene Zug geht um 630 Uhr. — Der Morgens von Weilburg ankommende Zug (seither 640 Uhr) trifft vom 1. October ab um 6^ Uhr hier ein. Der seitherige Schnellzug 1244 Uhr Coblenz- Gießen trifft um 124i Uhr hier ein, der seitherige Personen- zug 330 Uhr trifft 4 Min. später hier ein. Der Personenzug, welcher seither 715 Uhr Abends nach Coblenz abging, geht vom I.Octvber ab 20 Min. später ab. — Aus den Ober- hessischen Eisenbahnen werden die seither bis Nidda verkehrenden Züge (von Gießen aus) bis Stockheim durchgeführt, die Fahrzeiten bleiben unverändert- die seither Sonntags Abends 855 Uhr von Gießen abgelassenen Züge, sowie die um 1117 Uhr hier ankommenden Züge fallen im Winterhalbjahre aus. — Die Perfonenzüge der Strecke Hanau-Friedberg werden beschleunigt und fahren durchweg etwas später von ihren Anfangspunkten ab, nur Zug 277 fährt früher, um 402 Uhr Nachts (statt 405 Uhr) von Hanau- Ost und kommt 502 Uhr Nachts (statt 510 Uhr) in Friedberg an. — Auf der Strecke Wabern-Wildungen fallen die Sommerzüge 425, 426, 429 und 430 aus.
— Errichtete und gelöschte Hypotheken. In den Provinzen Starkenburg und Oberhessen wurden in der Zeit vom 1. Juli 1888 bis zum 30. Juni 1889 freiwillige Hyphoteken 3609 im Betrage von 13 250 698 Mk. eingeschrieben und 3756 im Betrage von 13 404188 Mk. gelöscht. Mithin wurden mehr gelöscht als eingeschrieben 147 Hypotheken im Betrage von 153489 Mk. .Gesetzliche Hypotheken und Cautionen wurden 1355 mit 2465 448 Mk. eingeschrieben, 1303 mit 2 184115 Mk. gelöscht. Darnach sind mehr eingeschrieben als gelöscht worden 52 gesetzliche Hypotheken 2C. mit 281332 Mk.
* Eine erweiterte Prüfung für Oberlehrer und Lehrer an erweiterten Volksschulen soll im Lause des Monats No
vember in Darmstadt stattfinden. Lehrer, welche sich dieser Prüfung unterziehen wollen'', haben ihre mit den nöthigerr Anlagen versehenen, an die Ministerialabtheilung für Schulangelegenheiten zu richtenden Gesuche bis spätestens 15. October d. I. bei der betreffenden Kreis-Schul-Commission einzureichen. Die Examinanden erhallen besondere Verfügung darüber, ob sie zur Prüfung zugelassen werden, an welchem Tage und in welchem Locale dieselbe stattfindet, sowie welche Ausgabe sie zu behandeln haben.
* Ostheim, 27. September. Die durch ihre vorzüglichen Obstsorten und durch ihre gute O b st b a u mp sl e g e sich auszeichnende hiesige Gemeinde hat auch in diesem Jahre wieder eine schöne Einnahme aus ihren Gemeindeobstbaumanlagen erzielt. Die Gesammtobsternte des diesjährigen Gemeindeobstes ergab den Netto-Erlös von 3493 Mk. 95 Pf., hiervon erwarb ein Herr aus dem Großherzogthum Baden allein für 1110 Mk. Ein großer Theil unserer Gemeinde-Obst- bäume hatte in diesem Jahre Strike gemacht, sonst wäre unsere Obsteinnahme eine noch größere gewesen. Erwähnt fei noch, daß bei der am 24. September stattgehabten Obstversteigerung der Landwirth Joh. Georg Schneider VI. für einen einzigen Baum mit Honigbirnen die Summe von 100 Mk. erzielte.
□ Vom Vogelsberg, 29. September. Neber das schlechte Ergebniß der Hühner- und Hasenjagd haben wir zu Beginn dieses Monats berichtet- es hat sich inzwischen nicht gebessert und die Klagen der Waidmänner sind infolge dessen nicht verstummt. Dies schlechte Jagdresultat ist aber nicht bloß für den Vogelsberg allein zu verzeichnen, sondern trifft für das ganze Großherzogthum zu. Auch aus Schlesien und vom Rhein kommen die gleichen Nachrichten. Dessenungeachtet ist der Preis für Wildpret der frühere, normale geblieben- Das kommt daher, weil in anderen Gegenden der diesjährige Wildstand ein vortrefflicher ist. So berichtet man aus der Umgegend von Frankfurt a. M. die ergiebigste Jagd. Auch in Sachsen, wie in Baden um), namentlich in Oesterreich sind die Rebhühner gut ausgefallen und das Weniger gegen das Vorjahr ist bei weitem nicht so bedeutend, wie man anfänglich annahm. Die Fasanenjagd gibt reiche Ausbeute, namentlich in den Donaugegenden. Die Hasenjagd soll sich allerorten gut entwickeln, auch Rehe sind zahlreich, weniger Wildenten,, obwohl stellenweise sehr starke Ketten zu treffen sind. Der schlechte Ausfall der Jagd ist also kein allgemeiner, sondern nur ein theilweiser in besonderen Länderstrichen.
A Aus dem Ohmlhale, 29. September. Stände die Sonne nicht schon so schief und malte gigantische Schatten,, hätten die Tage nicht so erheblich sich schon gekürzt und zeigte nicht das Leben der Fauna und Flora den Herbst an, der Temperatur nach könnte man meinen, der Sommer stände vor der Thüre. In der That muß die Witterung des September eine höhere als die des Juni fein. Zwar haben wir keine meteorologische Statistik zur Hand, aber wir wagen doch diese Behauptung angesichts der wirklich sommerlichen Schwüle, die den Schweiß aus allen Knopflöchern treibt. Die Bauernregel: Wie der Hirsch um Aegidi in die Brunst geht, so geht er nach vier Wochen wieder heraus, hat Recht behalten. Behält die andere: Fällt das Laub frühe von den Blumen, so folgt ein gelinder Winter, ebenso Recht, dann braucht uns vor dem kommenden Winter nicht zu bangen, denn schon ist der Blattabfall ein allgemeiner und mancher Baum steht schon völlig kahl da. Der Wald allerdings hält sich noch tapfer, hat aber auch bereits jein grünes Kleid mit dem braun-roth'gelben vertauscht. Dieses frühe Abfallen der Blätter wird allein bedingt durch die ungewöhnliche Trockenheit des Bodens. Schon seit Monaten ist kein erheblicher Regen gefallen, dazu fast ununterbrochener Sonnenschein, so ist denn der Boden steinhart geworden. Welk werden in Folge dessen die späten Herbstblumen des Gartens und sterben ab, auch das Obst ist hierdurch früher reif geworden als gewöhnlich. Dem' Landmanne kommt dagegen diese Witterung sehr zu Statten, trockener Herbst ist stets von Segen, denn wie gewaschen komme" die Kartoffeln, die Rüben und andere Erdgewächsc in den Keller. Auch die mannigfachsten ländlichen Arbeiten, die sich stets im Herbste um so mehr steigern, als die Tage kürzer werden, gehen rasch und sauber ab. Allerdings zur Bereitung der Wintersaat, Korn und Weizen, ist der Erdboden viel zu hart und ausgetrocknet, so daß dieser- halb ein kurzer, durchweichender Regen sehr erwünscht wäre.
vermischtes.
* Bad Salzschlirf (bei Fulda). Die diesjährige Bade- srequenz hat trotz der ungünstigen Witterung im Frühjahre und Sommer die größten Erwartungen übertroffen. Nicht nur aus allen Gauen Deutschlands, sondern auch aus dem Auslande, aus Holland, Belgien, England, Rußland, Bulgarien, Nord- und Südamerika kamen Curgäste hierher, um Heilung zu suchen und zu finden. — Den Hauptruf verdankt Salzschlirf den außerordentlichen Heilwirkungen seiner Boni- faciusquelle. Es beruhen solche auf deren glücklichen chemischen Zusammensetzung, insbesondere aber aus dem hohen Lithiumgehalt derselben. Das Lithium ist bekanntlich der einzige Arzneistoff, welcher die Fähigkeit besitzt, die sich im Blute und Körpersästen bildenden und die Gicht, Rheumatismus, Harngries, Stein, Nieren- und Blasenleiden verursachenden harnsauren Salze wieder aufzulösen und aus dem Körper anszuscheiden. Wegen dieser erst in neuerer Zeit bekannt gewordenen Eigenschaft werden gegen jene Leiden die Lithium« wässer ärztlich jetzt fast allgemein verordnet. Die stärkste aller überhaupt existirenden Lithionquellen ist nun der Salz- schlirfcr Bonifacinsbrunuen- sein Lithiumgehalt übertrifft denjenigen der übrigen Quellen zehn- bis zwanzigfach. Auch in Folge seiner sonstigen medicinisch wichtigen Bestandtheile, wie Chlornatrium, Jodmagnesium, Kohlensäure rc. hat sich der Bonifaciusbrunnen als vorzügliches Heilmittel gegen Magen- und Leberleiden, Gallenstein, Hämorrhoiden, Verstopfung 2C-
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*A Mainz, 29. ' netenversammlung hat ■ Versorgung von um den Betrag von dem Kauf dieses Waf betreffenden stadttätl keineswegs eine dam Stadt geschaffen, for aus wenige Jahre i gleichzeitig weiter besc NNerjorgung aus heimMfferbach einer Bei dem ersten Besch Werkes enthielten sich Michel und der Tor Ersterer aus gefchästl M-tivirmg, d°tz mt Werk nach wenigen c , *8 Heidelberg, M der Schreiber 1 Lb-rhessm die eletti M logst w'wtyung einsühn «tat aus Ruppe, hnniachzm tut 011 i£'' 6“-s e/ecirii o^Wth-erbe, ™ Mn M i Mm am Mg
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