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* Die Friedensliga in Genf besitzt einen Pflug, der aus den Säbeln der nordamerikanischen Offiziere verfertigt wurde. Als die Offiziere der Vereinigten Staaten den Aufstand der Sclavenbarone im Süden niedergeworfen hatten und in den bürgerlichen Stand zurückkehrten, ließen sie dem Spruche Jesaja 2, 4 gemäß ihre Säbel zu einer Pflugschar zusammenschmieden.

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Ä" ein= werden

Aus der Statistik der evangelischen Kirche im Großher^ogthum Hessen im Jahre 1888.

Die Zahl der von der evang. Landeskirche (formell) Getrennten betrug: Altlutheraner 1087 (1126), Dissi­denten 43, Baptisten ^c. 955, Methodisten 23, Freiprotestanten 3824, zusammen 5932.

Im Jahre 1888 sind zur evang. Landeskirche über» getreten: von der kathol. Kirche 70 (58), von anderen christlichen Confessionen 106 (65), sonstige 6 (15), zusammen 182 (138); aus der evang. Landeskirche ausgetreten: zur kathol. Kirche 12 (1), zu anderen christlichen Consessionen 1 (16), zu anderen Religionen 1, ohne Uebertritt 3 (0), zu­sammen 17 (17).

Die Zahl der Communicanten war: im öffentlichen Gottesdienst 350 108 (346 329), privatim 5954 (5707), zusammen 356 062 (352 036) oder 55,8 (54,7) auf 100 evang. Bewohner, in Starkenburg 36,6 (35,9), in Oberhessen 80,9 (81,1), in Rheinhessen 50,6 (46,5). Wird der Berechnung der Procentzahlen die Zahl der Erwachsenen zu Grunde gelegt, so erhöhen sich, da nach den Ergebnissen der Volkszählung von 1885 die Bevölkerung aus 33pCt. Kindern unter 14 Jahren und 67 pCt. Erwachsenen (Personen von 14 Jahren und darüber) bestand, die angegebenen Procentzahlen der Communicanten um beiläufig die-Hälfte.

Auf 100 bürgerliche Eheschließungen kamen 88,8(86,3) kirchliche Trauungen durch evang. Geistliche; in Starken­burg 89,3 (86,4), in Oberhessen 97,4 (98,4), in Rheinhessen 75,5 (70,4). Die Zahl der durch Geistliche anderer Con­sessionen vollzogenen Trauungen von Evangelischen, also namentlich von Mischehen, ist hierunter nicht begriffen und konnte in zuverlässiger Weise nicht angegeben werden. Ebenso war die Zahl der nur bürgerlich abgeschlossenen Ehen im Jahre 1888 nicht zu ermitteln.

Auf 100 Lebendgeborene kamen 89,7 (88,3) von evang. Geistlichen Getaufte; in Starkenburg 90,9 (89,0); in Oberhessen 97,2 (95,5), in Rheinhessen 78,2 (77,5). Auch hier fehlen die Angaben der von Geistlichen anderer Con­fessionen Getauften aus Mischehen. Ferner kommt hier in Betracht, daß die Verhältnißzahlen der Getauften zu den Geborenen höher sein würden, wenn die in den ersten Wochen nach der Geburt ungetauft gestorbenen Kinder außer Berechnung gelassen werden könnten.

Consirmirt wurden: aus rein evang. Ehen 13 492 (13 518), aus Mischehen 796 (860), zusammen 14 288 (14 378).

Von 13987 (13568) verstorbenen Evangelischen, worunter 5069 (5076) Kinder unter 6 Jahren und 8918 (8492) Personen über 6 Jahren, wurden unter Mitwirkung evang. Geistlicher 10835 (10 184), darunter 2327 (2112) Kinder unter 6 und 8508 (8072) Personen über 6 Jahren, ohne Mitwirkung 3152 (3384). darunter 2742 (2964) Kinder unter 6 und 410 (420) Personen über 6 Jahren, beerdigt. Von je 100 Beerdigungen über 6 Jahre alter Personen fanden also 4,6 (4,9) ohne Mitwirkung evangelischer Geist­licher statt.

Die Zahl der Ehescheidungen betrug 63 (50), von welchen 49 (35) auf rein evang. Ehen, 14 (15) auf Misch­ehen kamen und zwar 8 (7) auf solche, bei welchen der Mann und 6 (8), bei welchen die Frau evangelisch war.

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr: 1

bewährt. Von den berühmtesten Aerzten und medicinischen Schriftstellern des In- und Auslandes wird der Bonifacius- brunnen gegen vorerwähnte Krankheiten anempfohlen. Der Versandt desselben findet durch alle Mineralwasserhandlungen und Apotheken, sowie durch die hiesige Brunnenverwaltung statt, von welcher auch kostenfreie Zusendung von Analysen und Gebrauchsanweisungen erfolgt.

* Wetzlar, 29. September. Der Maurermeister Philipp H., welcher seit einigen Tagen verschwunden war, ist am Samstag unweit der Altenberger Schleuse in der Lahn ausgefunden worden.

* Mainz, 29. September. Behufs Wahl von Dele­gierten zum Parteitag in Halle fanden heute Nach­mittag und gestern Abend stark besuchte Versammlungen der socialdemokratischen Partei hier statt. In der gestrigen Ver­sammlung, in welcher der Reichs- und Landtagsabgcordnete Jöst und ein Herr Hoch von Frankfurt als Referenten aus­traten, wurden für die Stadt Mainz Abgeordneter Jöst und Schuhmacher Conrad als Delegirte gewählt. Die heutige Versammlung bestand aus Vertretern der Landbezirke des Wahlkreises Mainz und wurde in derselben Kaufmann Sprenger von hier zum Delegirten für Mainz-Land bestimmt. In bei­den Versammlungen befleißigten sich die Redner bei ihren Ausführungen großer Mäßigung.

Das Project einer directen Eisenbahnverbindung Mainz-Wiesbaden mit einer Ueberbrückung des Rheines oberhalb dem Forts auf der Petersaue tritt jetzt wieder in den Vordergrund und wird von einer Seite sehr befürwortet, die für die Ausführung wesentlich fördernd ist. Seitens des Gouvernements der hiesigen Festung soll man sich nämlich, wie verlautet, sehr für das Project interessiren, und letzthin verschiedentlich Unterhandlungen zwischen der Militär- und Eisenbahnbehörde stattgefunden haben. Insbesondere soll das Gouvernement der Festung dafür eingetreten sein, daß die zu erbauende Rheinbrücke nicht nur für den Eisenbahnverkehr, sondern gleichzeitig auch für den Fuhr- und Personenverkehr eingerichtet werde, ein Vorschlag, der die Billigung des Kriegs­ministeriums indeß nicht gefunden. Wie weit im Allgemeinen die Verhandlungen in der Sache unter den maßgebenden Factoren gediehen sind, darüber verlautet nichts.

* Mainz, 29. September. Die hiesige Stadtverord­netenversammlung hat heule Abend beschlossen, zur Wasser­versorgung von Mainz das Rautert'sche Wasserwerk um den Betrag von 600 000 Mk. käuflich zu erwerben. Mit dem Kauf dieses Wasserwerks ist, wie der Berichterstatter der betreffenden stadträthlichen Commission ausdrücklich betonte, keineswegs eine dauernde, ausreichende Wasserversorgung der Stadt geschaffen, sondern es sind damit nur die Bedürfnisse auf wenige Jahre gedeckt, weshalb die Stadtverordneten gleichzeitig weiter beschlossen haben, das Project einer Grund­wasserversorgung aus dem linken Mainusergelände bei Raun­heim-Kelsterbach einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Bei dem ersten Beschluß der Uebernahme des Rautert'schen Werkes enthielten sich zwei Stadtverordnete, Commerzienrath Michel und der Socialdemokrat Dörr, der Abstimmung. Ersterer aus geschäftlichen Gründen und Letzterer unter der Motivirung, daß nach seiner Ueberzeugung das Rautert'sche Werk nach wenigen Jahren zum alten Eisen zu wersen sei.

* 8 Heidelberg, 29. September. Mit großem Interesse hat der Schreiber dieser Zeilen vernommen, daß auch in Oberhessen die electrische Beleuchtung immer mehr Eingang findet und daß sogar ein Dorf in der Lage ist, die electrische Beleuchtung einführen zu können. Wenn aber der Bericht­erstatter aus Ruppertsburg die Vermuthung ausspricht, daß sein Heimathsort wahrscheinlich das erste Dorf in Deutsch­land sei, das electrische Beleuchtung einführt, so möge hier nur mitgetheilt werden, daß schon seit einiger Zeit die Dörfer Landa in Baden an der Eisenbahn Heidelberg-Würzburg und Lauffen am Neckar zwischen Heilbronn und Bietigheim elec- trisch beleuchtet werden. Doch nichts für ungut! Die Freude soll den Rupperlsburgern nicht genommen werden. In­teressant ist vielleicht die Mittheilung, daß Heidelberg in der Zeit vom 1. Mai bis 26. September dss. Js. von 80042 Fremden besucht wurde, d. h. von solchen Leuten, die in den Gasthöfen der Stadt übernachteten. Nächsten Freitag findet aus Anlaß der 13. Hauptversammlung des Vereins für das höhere Mädchenschulwesen eine Schloßbeleuchtung statt, die immer eine große Zahl von Fremden anlockt.

* Neurode (Schlesien), 28. September. Ein entsetzlicher Mord wurde in der Nacht zu Samstag auf dem Wols- schacht zu Mölke begangen. Der zum Feuern des Wetterosens bestellte Bergmann ist in die glühenden Flammen des Ofens geworfen worden und elendiglich verbrannt. Es liegt ein Racheact vor.

Anm. Die tn Klammern geletzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen

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Kartoffelfeuer!!!

In der gestrigen Nummer Ihres geschätzten Blattes wendet sich ein Einsender mit großem Eifer gegen die unschuldigen Kartoffelfeuerchen. Die empfindliche Nase macht in diesem Falle den Herrn Einsender unduldsam und etwas egoistisch. Man muß nicht gleich verbieten wollen, was andere bei ihrem Gewerbe oder ihrer Thätigkeit nicht oder schwer ent­behren können, weil man einmal unangenehm davon berührt wird. Die Feld- und Gartencultur macht es unbedingt nöthig, daß manche nicht verwendbare Rückstände, namentlich holzige Abfälle, verbrannt werden; man kann nicht harte Strünke, holzige Theile, Zweige und Reiser baldigst untergraben. Es müssen nicht nur Kohl- und Kartoffelstrünke beseitigt, sondern auch die dürren Theile aus den Bäumen entfernt werden, damit dieselben nicht Heerde von Ungeziefer werden und großen Schaden anrichten; es müssen Dornhecken be­schnitten werden, wobei ebenfalls holzige Acste in Mengen absallen, rc. rc. (und die Behörde hält mit Recht darauf, daß dieses geschieht). Es ist aber kaum möglich, alle diese nicht unterzugrabenden Abfälle aus entfernten Feldern oder Gärten nach Hause zu tragen und im Ofen zu ver­brennen, wie es ja schon äußerst schwierig und zeitraubend wäre, solche Abfälle (Dornreiser und dergl.) nur in eine Form zu bringen, daß man sie in einen Ofen stecken kann. Das gänzliche Hindern des Verbrennens dieser Theile wäre deshalb von den bedenklichsten Folgen für Feld und Garten. Wollte man aber nach der Idee des Herrn Einsenders alle Abfälle auf Haufen bringen und vermodern lassen, dann wäre es für empfindliche Nasen nicht nur zehnmal lästiger als die Kartoffelfeuer, wenn in fast jedem Felde und Garten ein modernder stinkender Hausen Brutstätte aller Ungeziefer läge, sondern dies wäre auch höchst gesundheitsschädlich, während ein Feuer, das bekanntlich als luftreinigend gilt, dies niemals ist.

Stände der Einsender der Landwirthschaft näher, dann würde er den unerträglichen Gestank eines modernden Haufens von Kartoffelstroh und Kohlstrunken kennen und gewiß nicht wünschen, daß ganz abgesehen von dem häßlichen An­blick man gezwungen wäre, das ganze Jahr über fast auf jedem Feld und in jedem Garten einem derartigen Compost- haufen zu begegnen, (denn schnell verwesen holzige Theile nicht) um einige Kartoffelfeuerchen zu vermeiden.

Es ist auch für Jedermann lästig, wenn er auf seinen Spaziergängen an frisch gepfuhlten Aeckern, an einem brennenden Backsteinhaufen, oder an einem heftig Staub machenden Wagen vorbei kommt, er muß es doch geduldig hinnehmen, denn wer in dieser Welt lebt, muß andere leben lassen, und es kann nicht alles nur für die Annehmlichkeit der Spazier­gänger eingerichtet werden.

Wohl ist strafbar, wer ohne Noth einen Anderen be­lästigt, aber kein Gesetz und keine Polizeiverordnung verbietet Jemanden, auf seinem Acker etwas zu verbrennen, es müssen nur Diejenigen, die solchen Verbrennens nicht entrathen können, die erforderliche Rücksicht auf Wind und Wetter nehmen und ihre zu verbrennenden Abfälle zuvor möglichst trocknen lassen, damit Andere so wenig wie möglich belästigt werden.

Möge der Einsender, wenn er wieder sogen. Kartoffel- seuerchcn sieht, solche mit freundlicheren Augen ansehen selbst wenn sie nur zum Vergnügen,von Kindern angezündet werden mögen sie ihm wie Dank- und Freudenseuerchen erscheinen, die nach einer gesegneten und mühevollen Ernte zum Himmel steigen, dann wird er duldsamer sein gegen einen alten Gebrauch, dessen Hebung Feld- und Gartenwirthschaft einmal nicht entbehren kann, der, wenn mit der nöthigen Vorsicht und Rücksicht auf Wind und Wetter geübt, gar nicht, ohne diese Vorsicht nur unbedeutend belästigt und der auch nicht ganz ohne Poesie ist.

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Freitag den 3. Oktober läßt die Bahnverwaltung der Main-Weser- Bahn zu Gießen circa 800 Stück ausrangirte Bahn-u. Weichenschwellen, sowie verschiedenes Brennholz und von Bauwerkengewonnene Materialien, als: große theilweise gut erhaltene Thore, Eingangsthüren, Zimmer- ihüren und Fenster in ver­schiedenen Größen [8085 öffentlich meistbietend verkaufen.

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Gießen, den 29. September 1890.

Königliche Bahnmeisterei XIV.

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ist eröffnet und laden zum Besuche derselben höflichst ein.

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r! Ueber das schlechte jagd hMn wir zu 1 M inzwischen nicht nnd infolge dessen sultat ist aber nichb ichnen, sondern trifft ch aus Schlesien und en. Dessenungeachtet i normale geblieben^ senden der diesjährige 'erichtet man aus der giebigste Jagd. Auch lich in Oesterreich sch ls Weniger gegen das id, wie man anfänglich Ausbeute, namentlich jb soll sich allerorten >, weniger Wildenten^ zu treffen find. Der . allgemeiner, sondern erstächen.

itember. Stände die- :e gigantische Schatten,, chon gekürzt und zeigte a ben Herbst an, der her Sommer stände

: Witterung beS ©ep- 3. Zwar haben wir , aber wir wcGN wirklich sommerlichen Knopflöchern treibt. Aegidi in die Brunst >x heraus, hat Recht vas Laub frühe von Sinter, ebens» R-cht, Sinter nicht zu bangen, meiner und mo*' Wald allerdings galt jein grünes Kleid mit es frühe AbM der ungewöhnliche Swfen- ist kein erheblicher ,encr ®(nin*in' 0 " ffielf werd« « ©artens und ft* js «worden al» 9l

J diese Witterung 9e9en denn von ®C9CU' .

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Summa : 10 (2) 7 (2)

Verkehr, Ltnrd- rrird Vottswirthschirft.

30. September. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochemnarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,850,90, Hühnereier 1 St. 7, 2 St. 13 H, Enteneier 1 St.--H, 2 St. H,

Käse pr. St. 58 A, Kasematte pr. St. 3 H, Erbsen pr. Liter 17 Linsen pr. Liter 28 Tauben pr. Paar Jt 0,500,60, Hühner pr. Stück «£ 0,851.00, Hahnen pr. St X 0,501,00, Enten pr. Stück JL 1,601,80, Ochsenfleisch pr. Pfd 7074 H, Kuh- und Rindfleisch 6064 Schweinefleisch 70-80 H, Hammelfleisch 5868 Kalb­fleisch 60 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 5,007,50, Weißkraut pr. St---Zwiebeln per Centner JL 6,000,00, Milch per

Liter 12-18 H.

Butzbach, 27. September. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund X 1,101,15, Käse per Pfund 4546 Eier zwei Stück 13

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Einwohnerzahl: 20 500 (incl. 1600 Mann Militär).

Sterblichkeitsztffer: 25,4 o/w

Kinder

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