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Neueste Nachrichten

Wolff- telegraphische- Lorrespondenz-Burcau.

Berlin, 30. Januar. Ein kaiserlicher Erlaß vom 29. Januar an den Reichskanzler besagt:Im Schmerze um den Verlust der erst vor Kurzem zur ewigen Ruhe ein­gegangenen geliebten Großmutter und unter dem ergreisenden Eindrücke des so schnellen Hinscheidens mehrerer meinem Herzen nahestehenden Fürstlichkeiten, konnte ich meinem dies­jährigen Geburtstage nur mit wehmüthigcn Empfindungen entgegengehen. Wenn jedoch etwas geeignet ist, mich an diesem Tage freudiger zu stimmen, so war es die herzliche Theilnahme und die treue Anhänglichkeit, welche mir wiederum aus dem engeren und weiteren Vaterlande, sowie von außer­halb lebenden Deutschen in mannigfaltigster Art ausgedrückt ward. Es sind mir von Gemeinden, Vereinen, Festgesell- schasten, einzelnen Personen Glückwünsche, theilweise in poetischer Form, und Spenden in Fülle zugegangen, so daß es nicht möglich ist, alle diese Kundgebungen einzeln zu beant­worten. Ich wünsche Allen, welche mir so liebevolle Auf­merksamkeiten erwiesen, den innigsten Dank erkennen zu geben und ersuche Sie daher, diesen Erlaß zur öffentlichen Kenntniß zu bringen."

Der Kaiser verlieh dem Oberhosprediger Kögel 'den Stern der Comthure des Hansordens der Hohenzollern. Ferner empfing er den Feuerwehrmann Eichgrün und über­reichte demselben persönlich das allgemeine Ehrenzeichen.

Berlin, 30. Januar. Der Bundesrath nahm heute Kenntniß von den Beschlüssen des Reichstags zu dem Socialistengesetz und stimmte der veränderten Fassung der ostasrikanischen Postdampfervorlage zu.

Berlin, 30. Januar. Abgeordnetenhaus. Bei der zweiten Etatsberathung erklärt der Landwirthschaftsminister v. Lucius, die Regierung würde den berechtigten Wünschen der Forst­beamten, betreffend Gehaltsaufbesserung, möglichst entgegen­kommen. Zu Deichanlagen gegen Ucberfluthungen durch Regenmassen werde der Fiscus die Mittel nicht vorenthalten. Die Colonisation der Moore sei in vollem Gange. Dem landwirthschaftlichen Unterrichtswesen widme die Regierung eifrige Fürsorge. Im weiteren Verlaufe der Debatte erklärt der Minister sich nicht einverstanden mit dem Wunsche Som­barts, für das Studium der Thierarzneikunde das Reise- zeugniß eines Gymnasiums oder eines Realgymnasiums zu verlangen, das ganze Schulwesen leide unter dem Berechti­gungswesen. Der Minister erkennt die Nothwendigkeit eines Neubaues der thierärztlichen Hochschule in Hannover an, hält eine größere Decentralisirung des Rennwesens nicht für rath- sam und erklärt, er werde einer unsachgemäßen Verwendung des Totalisators energisch begegnen. Die Etats der Land- wirthschaftsverwaltung und der Gestütsverwaltung werden angenommen. Nächste Sitzung Montag 11 Uhr. Etat.

Berlin, 30. Januar. Wie dieGermania" berichtet, sandte Cardinal Rampolla anläßlich des Todes des Freiherrn v. Franckenstein das folgende Telegramm:Der hl. Vater, dem ich die Trauernachricht mittheilte, bekundete darüber lebhaftes Beileid. Derselbe betet für den hochverdienten Ver­storbenen und drückt Ihnen und Ihrer Familie seine Theil­nahme aus. Zugleich gebe auch ich hierdurch meiner Betrübniß besonders lebhaften Ausdruck."

Straßburg, 30. Januar. Bei der heutigen Eröffnung des Landesausschusses hielt der Statthalter folgende Ansprache: Mit Befriedigung darf zunächst aus die günstige Finanzlage des Landes hingewiesen werden. Das Etatsjahr 1888/89 ergab einen namhaften Ueberschuß- das laufende Etatsjahr wird voraussichtlich mit noch erheblicherem Ueber- schuß abschließen. Der Ihnen zur Berathung zugehende Landeshaushaltsetat für 1890/91 weist in allen Verwaltungs­zweigen reichliche Mittel zur Förderung des öffentlichen Wohles aus, namentlich für das Schulwesen, Vervollständigung des Eisenbahnnetzes, öffentliche Bauten und Landesmelioration. Dabei nimmt die Schuldentilgung aus den ordentlichen Ein­nahmen den gesetzlich geregelten Fortgang. Die sür die Schuldentilgung und die Verbesserung sowie den Ausbau des Canalnetzes zurückgelegten Fonds bleiben zur Verfügung. Angekündigt werden Gesetzentwürfe im Interesse der Land- wirthschaft, insbesondere betreffend die öffentlichen Genossen­schaften, ferner zwecks Anlage von Feldwegen, Bewässerungen und Entwässerungen, schließlich Gewährung von Entschädigung für Viehverlust infolge Milzbrand und Rauschbrand, Haltung von Zuchtstieren, Ausübung des Husbeschlaggewerbes, ferner einen Gesetzentwurf über die Viehverstellungsverträge, um der wucherlichen Ausbeutung der ländlichen Bevölkerung durch diese Art von Rechtsgeschäften entgegenzuwirken, endlich Ent­würfe betreffend Zwangserziehung verwahrloster Kinder, Verjährung von Fischereifrevel und Ausführung des Reichs- gesetzes vom 22. März 1888 über den Vogelschutz. Voraus­sichtlich werden noch zur Vorlage kommen Gesetzentwürfe über die Rechtsverhältnisse der Professoren der Kaiser-Wilhelms- Universität, über die Einführung von Grundbüchern und die Versicherung des Rindviehbestandes.

Wien, 30. Januar. Der Kaiser begab sich früh in die Capuzinerkirche und verweilte längere Zeit am Sarge Rudolfs, während gleichzeitig die Kaiserin und Erzherzogin Valerie m der Josefscapelle der Hofburg einer stillen Messe, die übrigen Mitglieder des Kaiserhauses einem Traueramte in der Hosburgpfarrkirche beiwohnten. Gegen 10 Uhr Vor­wittags begaben sich, der Kaiser und die Kaiserin und Erz­herzogin Valerie nach Mayerling und wohnten in der Capelle einer Seelenmesse bei. Zahlreiche Kränze wurden niedergelegt, namentlich von der Kronprinzessin und deren Tochter, der Erz­herzogin Elisabeth. Die Kaisergruft in der Capuzinerkirche ist in Trauer gehüllt. Aus Ungarn und den Provinzen werden Kundgebungen der Trauer gemeldet. Fast sämmt- liche ungarische Blätter, sowie die Blätter der Provinz bringen anläßlich des Trauertages patriotische Kundgebungen, worin die Seelenstärke des Kaisers gepriesen wird.

I , Pans, 30. Januar. In einer gestern stattgefundenen Wählerversammlung in Boulogne wurde der anti­semitische Boulangist Laur von dem Gegencandidaten Lissa- garay geohrseigt. Die Versammlung endete mit einem all­gemeinen Handgemenge. Laguerre, Laisant und Millevoye sind gestern zu einer Conferenz mit Boulanger nach Jersey abgereist. Eine Stellungnahme des Nationalcomitvs zum Antisemitismus wurde aufgeschoben.

Paris^ 30. Januar. DerTemps" bestätigt, daß der Zar das Schiedsrichter amt in der Streitfrage zwischen Holland und Frankreich abgelehnt hat. Dieses Er- gebniß sei nicht durch Frankreich verschuldet, das sich dem Schiedssprüche des Kaisers absolut unterwerfen wollte, während Holland gewisse für den Zaren unannehmbare Vorbehalte gemacht habe.

DerTemps" sieht die gestrige republikanische Plenarversammlung als eine von der republikanischen Mehrheit gelegte Schlinge an und hofft, daß dieselbe ihren Zweck verfehlen werde. DasJournal des Debats" spricht sich im gleichen Sinne aus. Die meisten Blätter bezeichnen die gestrige Versammlung als mißglückt. x

Rom, 30. Januar. Zufolge demCapitan Fracassa" circulirt in vaticanischen Kreisen das Gerücht, der Papst beabsichtige, Monsignore Meceuni in einer Mission an den König von Portugal zu entsenden und ihm ein eigenhändiges Schreiben mitzugeben. In den letzten Tagen habe ein leb­hafter Notenaustausch zwischen dem Nuntius von Lissabon und der päpstlichen Staatskanzlei stattgefunden.

Bukarest, 30. Januar. Die gestrige Kammer- srtzung wurde vollständig mit der Verlesung des Berichts, betreffend den Antrag, das Cabinet Bratiano in Anklage- zustand zu versetzen, ausgefüllt. Heute beginnt sofort die Debatte.

Sofia, 30. Januar. DieAgence Balcanique" erklärt das Gerücht der serbischen Presse über die Mobilisirung der bulgarischen Armee und die Befestigung der bul­garischen Grenze sür durchaus erfunden. Diese Gerüchte seien wahrscheinlich verbreitet worden, weil die serbische Regierung demnächst von der Skupschtina einen Militärcredit verlangen wolle.

Die Verhandlungen über einen serbisch-bulga- rischen Handelsvertrag dauern fort, obgleich über gewisse Punkte des Tarifs Schwierigkeiten entstanden sind.

Der von derCorr, de l'Est" veröffentlichte Wort­laut der bulgarischen Note auf das russische Rund­schreiben über die bulgarische Anleihe, von ' welchem der Großvezier dem bulgarischen Vertreter in Konstantinopel Vulkowic eine Copie übergab, enthält mehrere Unrichtigkeiten.

Washington, 30. Januar. Harrison empfing gestern den brasilianischen Gesandten Valente und den Special­gesandten Mendonca. Dadurch hat Seitens der Vereinigten Staaten die formelle Anerkennung der Republik Brasilien stattgefunden. Die Begegnungen waren sehr freundschaftlich. Harrison gab auf die Ansprache Valentes der Genugthuung über den friedlichen Character des Regierungswechsels Aus­druck und fügte hinzu, er werde stets bemüht sein, die freund­schaftlichsten Beziehungen zu der Regierung Brasiliens auf­rechtzuerhalten.

Darmstadt, 31. Januar. Seine Königliche Hoheit der Großherzog, sowie die Prinzessin Alix reisen heute Abend nach Malta ab.

Locales und provinzielles.

Gießen, 31. Januar.

Die gestrige Sitzung der Stadtverordneten behandelte als ersten Gegenstand der Tagesordnung und bevor zu den sonst üblichen Mittheilungen übergegangen wurde, in An­wesenheit des Herrn Steuerrath Süffert die Wahl der Mit­glieder und Ersatzmänner der E i n s ch ä tz u n g s c o m m i s s i o n für die erste und zweite Abthcilung der Einkommensteuer sür die Periode 1890/92. Es wurden, nach Anhörung der Vor­schläge des Herrn Steuerraths Süffert wie des Herrn Stadt­verordneten Grüneberg mittelst Stimmzettel die folgenden Herren in die Einschätzungscommission der ersten Abtheiluug gewählt: Stadtverordneter Homberger, Stadtverordneter Vogt, Kaufmann E. Pistor II., Ad. Zinßer, Wilh. Mosler und Chr. Wallenfels III. Dieselben gehörten, mit Ausnahme des Herrn Wilh. Mosler, schon seither der Einschätzungs­commission an. Zu Ersatzmännern wurden gewählt die Herren Georgi, Wortmann und Liebrich. Nach dem Ein­kommensteuergesetz müssen zwei Mitglieder der Einschätzungs- Commission für die erste Abthcilung auch Mitglieder der Stadtverordneten-Veriammlung sein. In die Einschätzungs- Commission für die zweite Abthcilung, welche seiner aus den Herren Schopbach, Simon, ®auf, Jughardt, Carl Loos, H. Flick, H. Adami, Ferd. Hofmann und Andreas Keller als Mitglieder, den Herren Scheel, Mann, I. Krailing und L. Plank als Ersatzmänner bestand und in welcher sechs Mit­glieder Stadtverordnete sein können, eins aber Stadtverord­neter sein muß, wurden gewählt die Herren Simon, Jughardt, Adami, Keller, Habenicht, Schmall, Carl Loos, H. Flick und Ferd. Hofmann, zu Ersatzmännern die Herren Scheel, Mann, L. Plank und Wilh. Löber. Der nach Erledigung des Wahl- geschästes von Herrn Scheel gestellte Antrag, den Einschätzungs- Commissions-Mitgliedern der zweiten Abtheilung ebenfalls (wie den Mitgliedern der ersten Abtheilung) keine Diäten mehr zu bewilligen, wird angenommen. Herr Bürger­meister Gnauth theilt hieraus mit, daß Herr Ferd. v. Eber­lei n der städtischen Bibliothek ein Exemplar seines Geschichrs- werkes über die Familie von Eberstein überreicht habe. Ein Angehöriger dieser Familie war der General-Feldmarschall öon Eberstein, der z. Z. des dreißigjährigen Krieges das Commando über tie Festung Gießen führte. Dem Spender dieses Werkes, der auch schon durch andere Werke die Biblio­thek bereicherte, soll der Dank des Stadtvorstandes abgestattet

werden. Wie bereits mitgetheilt, wird im Laufe des Jahres 1891 das Liebig-Denkmal sertiggestellt toeiQeiu SUS Standort für dasselbe war ursprünglich der Platz vor dem Universitätsgebäude in der Lüdwigstraße in Aussicht genommen. Dieser Platz wurde indeß von dem ausführenden Künstler, Professor Schaper in Berlin, unter Hinweis auf den un­geeigneten Hintergrund für das aus weißem Marmor aus- zusührende Denkmal als weder ausreichend noch paffend bezeichnet, weshalb zunächst ein Platz in der Süd-Anlage, gegenüber dem Gymnasium, in Aussicht genommen wurde. Den von Professor Schaper geäußerten Bedenken hinsichtlich des Platzes vor der Aula in der Ludwigsstraße hatte sich auch das Central-Comits in Berlin angeschlossen und das Local-Comite in Gießen ersucht, hiervon abzusehen, obgleich nicht zu verkennen, daß bei den Verdiensten Liebigs um die Universität dessen Standbild ein Platz vor dem Universitäts­gebäude gebühre. In einem Schreiben an das Central- Comitö in Berlin legt Professor Schaper nochmals die Gründe dar, aus welchen er für Auswahl eines anderen Platzes sich äußern müsse. So könne es dem ausführenden Künstler nicht gleichgültig sein, ob ein Denkmal, dessen Herstellung er mehrere Jahre seines Lebens gewidmet, einen geeigneten Standpunkt erhalte oder nicht. Der Platz vor dem Uni­versitätsgebäude sei durch andere Bauten so eingeschränkt^ daß das (nahezu fertiggestellte) Denkmal wenig §ur Geltung fomme; selbiges müsse einen grünen Hintergrund haben, dessen Anlage mittelst Buschwerk des beschränkten Raumes vor dem Universitätsgebäude wegen nicht ausführbar sei; fo habe man z. B. in Berlin durch Anlage von Busch­werk das Schiller-Denkmal verschönern wollen, damit aber nur die Ansicht des Schauspielhauses verdeckt, Gießen könne unmöglich eine Art der Aufstellung eines Denk­mals wünschen, die man in Berlin für verfehlt erachtete. Professor Schaper bittet das Central-Comite, nochmals in diesem Sinne auf das Local-Comite wirken zu wollen. Das Local-Comite, zu welchem Herr Bürgermeister Gnauth zu­gezogen worden, hat in seiner Sitzung vom 25. d. M. die gegen die Aufstellung des Liebig-Denkmals vor der Universität gerichteten Ausführungen Professor Schapers als berechtigt anerkannt und dementsprechend die Wahl eines anderen Platzes, zunächst in der Anlage, ins Auge gefaßt. Das Comite ist hierbei von der Wahl des Platzes vor dem Gymnasium in der Süd-Anlage abgegangen und hat sich für die Ost-Anlage ausgesprochen. In der Süd-Anlage müßten, wenn das Liebig- Denkmal dort zur Aufstellung kommen sollte, bedeutende Um­bauten ausgcsührt, namentlich umfangreiche Auffüllungen vor­genommen werden, wogegen die Ost-Anlage, etwa der Platz vor der Villa des Herrn Commerzieurath Noll, ohne Gefahr für die erst in der Entwickelung begriffenen Anpflanzungen geeigneter sei, nicht durch Bauten beengt werden könne und des dauernden grünen Hintergrundes des botanischen Gartens sicher sei. Herr Bürgermeister Gnauth machte der Stadt- verordneten-Versammlung über die hier dargelegten Ansichten des Local-Comites Mittheilung mit dem Anfügen, daß eine Entscheidung über die Platzsrage erst zu treffen fein werde, wenn Professor Schaper sich selbst über den Vorschlag betr. der Ost-Anlage geäußert habe- derselbe werde bchuss Be­sichtigung des Platzes selbst nach Gießen kommen. Nach einer Verfügung Großh. Ministeriums in Betreff der seit 9. December v. I. in Gießen cingesührten freiwilligen Trichinenschau hat die Anstellung und Verpflichtung der Trichinenschauer in derselben Art zu erfolgen wie die der Fleischbeschauer. Die neulich beschlossene Einsriedigung längs der Lenz'schen Besitzung an der Bahnhofstraße ist auf Mk. 410 veranschlagt. Die Einfriedigung wird in einer Länge von 61 Metern aus gehobelten Latten hergestellt werden. 'Herrn Architect Stein wnrde der Bau eines Wohnhauses in der sog. Scheppeneck, zwischen den Häusern des Herrn G. K. Simon an der Bahnhofstraße, s. Z. unter der Bedingung gestattet, daß Gesuchsteller sich zum Ausbau, Unterhaltung, Reinigung und Beleuchtung der Straße auf seine Kosten verpflichtet, daß die Verpflichtung zur Reinigung und Instandhaltung der Straße sowie deren Beleuchtung auf die Stadt erst übergeht, wenn zwei Dritttheile der Straße bebaut sind. In einer neuerlichen Eingabe bittet Herr Architect Stein im Verein mit einigen Interessenten, die Gas- und Wasserleitungsrohrlegung in genannter Straße chon jetzt vornehmen zu lassen, da das zuerst erbaute Wohn­haus demnächst zum Beziehen sertiggestellt werde, außerdem noch einige auf Errichtung weiterer Wohnhäuser, durch welche das vorgeschriebene Zweidrittel des bebauten Theiles der Straße erreicht werde, gerichtete Gesuche vorlägen, somit die in den früher gestellten Bedingungen der Stadt erwachsenden Verpflichtungen als vorhanden zu betrachten seien. Gleich­zeitig ersuchen die Interessenten wegen Katastrirung ihrer Häuser um Benennung der Straße, für welche sie sich die Namen Badestraße, Gerinnstraße, Fischerstraße oder Graben- traße in Vorschlag zu bringen erlaubten. Die Baudeputa­tion hat beantragt, die Gasrohrleitung ausführen zu lassen, obald die Straße aufgefüllt ist, die Wasserleitung nach den irojectirten Neubauten ebenfalls Herstellen zu lassen, wenn von den Interessenten ein Wasserbezug garantirt wird, dessen Ertrag 10°/0 der Anlagekosten entspricht, der Straße aber die BezeichnungGrabenstraße" zu geben. Es wird nach dem Anträge der Baudeputation beschlossen. Die Berathung über die Satzungen, betr. die Ausübung der offenen Armenpflege, wird auf Antrag des Herrn Scheel ausgesetzt.

Wie dexKöln. Ztg." von hier berichtet wird, wurde in der am 29. d. Mts. abgehaltenen conservativen Partei- Versammlung beschlossen, bei der bevorstehenden Reichstagswahl für Herrn Gutsbesitzer Schlenke einzutretcn.

M. Alsfeld, 30. Januar. Am 1. Februar feiert Philipp Kömpf in Elpenrod (Kreis Alsfeld) seinen 99. Geburtstag und freut sich noch der besten Gesundheit. Seine Frau erreichte das Alter von 84 Jahren und ist vor einigen