Jahren gestorben. Die Nachkommen (Kinder, Enkel und Urenkel), welche noch nm Vebcn sind, beziffern sich aus k 44 Personen.
Schotten, 28. Januar. Die Generalversammlung der hiesigen Sparkasse in 1889 hat auch wieder beschlossen, diejenigen eine Volksbibliothek unterhaltenden Vereine im Sparkassenbezirk zu unterstützen, welche sich der Bestimmung unterwerfen, daß ihre Bibliothek weder verkauft , noch unter die Mitglieder des Vereins vertheilt werden darf und im Falle der Auflösung des Vereins unter der Aufsicht deö Ortsgeisl- lichen und deö Bürgermeisters zum Nutzen der Gemeinde dauernd erhalten bleibt. Vereine, welche sich um eine Unterstützung bewerben, können bis zum 15. Februar d. Js. ihre deffsallsigen Gesuche an die Directwn der Sparkasse zu Schotten einreichen. Sodann hat die Generalversammlung der Sparkasse auch wieder beschlossen, aus den etwaigen Uebcr- schüssen, welche sich aus dem für Volksbibliotheten verwilligten Betrage ergeben sollten, auch solche Schülerbibliotheken innerhalb des Sparkassenbezirks zu unterstützen, welche im abge- lausenen Jahre innerhalb ihrer Gemeinde von Schülern, öffentlichen Kassen oder privaten Personen einmalige oder- dauernde Beiträge erhielten.
Flensungen, ‘28. Januar. Heute Abend gegen 6 Uhr wurde der hiesige Lehrer auf dem Rückwege von Weickartshain zwischen Stockhäuser Hof und Flensungen von zwei ihm unbekannten Menschen angefallen. Indem der eine sich vor, der andere hinter ihn poslirte, wurde er zum Stillstehen gezwungen und mit Jnswasserwerfen und dergleichen Liebenswürdigkeiten bedroht. Unter vielem Zureden gelang es ihm, mit den Beiden in die Nähe Flensungens zu gelangen und sich dort von seinen ausdringlichen Begleitern zu verabschieden. Bei einer alsbald vorgenommenen Streife wurden dieselben in der Neitz'schen Wirthschaft in Flensungen vorge sunden und als zwei in Stangenrod ansässige Flensunger namhaft gemacht. Sollten die Zwei es aus einige Zeit freies Logis nebst Kost abgesehen gehabt haben, dann werden ihre Wünsche sicher das nöthige Entgegenkommen finden. (Gr. A.)
* Darmstadt, 29. Januar. Nach dem Vorgänge von Offenbach veranstaltete kürzlich der Localgewerbeverein dahier unter Mithilfe von Vorständen einer Reihe hiesiger Innungen, des Fabrikantenvereins und des Vereins der Werkmeister die erste G e s e l l e n p r ü f u n g. Außer Fertigung von Gesellenstücken fand eine Prüfung in gewissen Fächern statt. Ziemlich zahlreich war die Betheiligung und wurden schließlich Gesellenbriefe eitheilt. Die mühevolle Arbeit solcher ersten , freiwilligen Gesellenprüfungen soll im Interesse eines tüch- | tigen Gesellen- und Meisterstandes fortgesetzt werden und 1 findet sich hoffentlich immer regere Betheiligung dafür in dem Gewerbestand. Am nächsten Freitag wird über diesen < Gegenstand im Localgewerbeverein dahier von dem Vor- i sitzenden dieser Prüfungs-Commission, Herrn Prof. Lincke, ; Bericht erstattet und erörtert, wie die Prüfungen womöglich 1 regelmäßig einzurichten sind und sind Interessenten zu der ' Sitzung des Localgewerbvereins eingeladen.
* Mainz, 29. Januar. Eine Abtheilung des hier | garnisonirenden Infanterie-Regiments Nr. 117 sollte gestern ; Mittag unter Führung eines Feldwebels nach dem Casteler i Schießplätze marschiren. Hierbei ist die „Lache" bei Castel i zu überschreiten. Da die darüber führende Brücke wegen ! Hochwasser und Uebersluthung des Mains abgeführt war, wollte der Feldwebel seine Mannschaften — etwa 25 an ( Zahl — in einem Ponton übersetzen. Letzteres schlug aber - um und sämmtliche Insassen fielen ins Wasser. Glücklicher ! Weise konnten sich sämmtliche Soldaten, zum Theil ohne Hilfe, zum Theil mit Hilfe herbeieilender Schiffer auf das nahe Ufer retten. Eine Anzahl Gewehre wurden von der starken Strömung fortgerissen.
* Berlin, 27. Januar. Eine sclbstthätige nächtliche ! Treppenbeleuchtung, welche nach 10 Uhr in Wirk- I samkeit tritt, wird aus electrischem Wege geplant. Man |
braucht nicht mehr mit schnell verlöschendem Zündholz die | Treppeii hinauszutasten, wobei man doch nur immer cmc j kurze Strecke übersehen kann, sondern eS wird dem nächtlichen Wanderer über kurz oder lang von selbst „heimgeleuchtet" werden und zwar so: Wenn er die Hausthür geöffnet hat, so stammt plötzlich durch das Dunkel im Parterre eine Glühlampe auf, die so lange leuchtet, als Zeit gebraucht wird, ! nm die Thür zu verschließen und den Flur bequem zu durch- ; schreiten. Alsdann verlöscht die Lampe im Parterre und i sosort entzündet sich eine zweite, welche Treppe und Flur des ersten Stockwerkes beleuchtet. In gleicher Weise wird der Weg durch das ganze Haus erhellt. Der Apparat, welcher keinen größeren Raum einnimmt als ein Telephon mit Batterieschrank ist hier schon hie und da eingeführt. Es ist kein Zweifel, daß auch diese neue, bequeme und nützliche Anwendung des clectrischen Lichtes, zumal die Kosten überaus gering sein sollen, sehr bald Gemeingut werden wird.
* In militärischen Kreisen wird erzählt, der Kaiser wolle dem Unwesen des Duells in der Armee allmählig ein Ende machen. Osfiziere, die Kameraden zu einem Zweikampf mit tödtlichem Ausgang herausgefordert haben, sollen streng bestraft, ja sogar, wenn die Forderung in frivoler Weife erfolgt sei, aus der Armee entfernt werden. Eine derartige Anordnung würde, so hofft man, auch einen heilsamen Einfluß auf die studentischen Duelle ausüben.
* Das Technikum Mittweida (Königreich Sachsen) zählt im laufenden 23. Schuljahre 886 Schüler, welche die Abtheilung für Maschineu-Jngenieure und Electrotechniker, bez. die für Werkmeister besuchen. Unter den Geburtsländern bemerken wir: Deutschland, Oesterreich, Ungarn, Rußland, Schweiz, Großbritannien, Dänemark, Holland, Italien, Rumänien, Schweden, Norwegen, Bulgarien, Spanien rc., aus Asien besonders Java, Sumatra, Ostindien, aus Afrika: Kapland, ferner Nord- und Südamerika und Australien. Die Eltern der Schüler gehören hauptsächlich dem Stande der Fabrikanten, Ingenieure, Mühlen- und Brauereibesitzer, Schlosser, Mechaniker, Baugewerke, Staats- und Commuual- beamten und Kaufleute an. Die Aufnahmen für das.nächste Sommerhalbjahr beginnen am 14. April. Programm und Jahresbericht erhält man unentgeltlich von der Directiou des Technikum Mittweida (Sachsen).
* Furchtbare Stürme wüthen auf dem Atlantischen Odean. 30 Dampfer sind bereits seit mehreren Tagen fällig und ist ernster Grund zu der Besorgniß vorhanden, daß dieselben untergegangen. Der Dampfer „Erin", mit einer großen Viehladung von New-Uork nach London unterwegs, mit 72 Köpfen starker Mannschaft und 15 Viehtrcibern an Bord, ist gänzlich untergegangen.
* Was man auf Maskenbällen sehen kann. Auf einem Maskenbälle im östlichen Berlin har die Frau eines Schlächtermeisters, der „es hat", folgenden Aufzug vollführt. Punkt 11 Uhr öffnete sich die Thür des Saales für vier handfeste Männer, welche einen Sarg trugen, den sie mit- sammt der Bahre mitten im Saale unter dem Kronleuchter niedersetzlen. Der Sarg hatte einen Glasdeckel und unter demselben lag „malerisch hingegossen" die besagte „Madam Schlächtermeesteru" in einem kurzgeschürzten, pelzverbrämten Atlasklcide, mit einem Myrthenkrcmz im Haar und einer weißen Maske vor dem Gesicht. Eine volle Stunde verharrte so, von Allen angestaunt und bewundert, die schöne „Maske" in dem Sarge, dem sie um Mitternacht schweißtriefend entstieg, nachdem das Zeichen zur Demaskirung gegeben worden war. Die heldenmüthige Dame wollte „Schneewittchen" darstellen.
* Paris, 28. Januar. Während Deutschland 19 476 Postämter, England 17 587 besitzt, hat Frankreich nur 7 346. In Deutschland wurden letztes Jahr 65 Mill. Anweisungen im Betrag von 4800 Mill. Frc., dagegen in Frankreich 21 Mill. Anweisungen im Betrage von 658 Mill. Franken befördert. Die Postbehörde hat das t)ied)t, in Frankreich jährlich 25 neue Poststellen zu errichten, während ihr 1800 Forderungen auf Errichtung von Postämtern vorliegen. In
Paris langt eine Rohrpostkarte erst nach 1—11/2 Stunden an den Adressaten, während in Turin bei 16—18 Leerungen der Briefkästen ein Brief schon in einer Stunde in Händen des Empfängers ist.
* Der Stern von Bethlehem, welcher nach den Berechnungen des Astronomen Tycho de Brahe alle 315 Jahre im Gesichtsseide der Erde erscheint, wird in diesem Jahre und zwar im Monat November innerhalb des Sternbildes der Cassiopeia sichtbar werden. Seit der Geburt Christi ist es also das sechste Mal, daß dieser Stern, der von vielen Astronomen als Komet betrachtet wird, erscheint. Das letzte Mal, im Jahre 1575, wurde derselbe in der gleichen Nacht sichtbar, in welcher der Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg geboren wurde. Damals legte man ihm den Namen „Stern des Hauses Brandenburg" bei.
Ititioerfitäts - Nachrichten.
— Der bisherige Prtoatdocent Dr. Konrad Dtetertct zu Berlin und der bisherige Syndicus der Handelskammer in Bremen, Dr. Warner e>ombart, sind zu außerordentlichen Professoren in der philosophischen Facultät der Universität Breslau ernannt worden.
— Die Königliche Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig hat die ordentlichen Professoren der Mathematik am Königlichen sächsischen Polytechnikum zu Dresden, Dr. phil Martin Krause und Dr. phil. Karl Rohn zu Mitgliedern erwählt.
— Die medicinische Facultät der Universität Jena hat den Großh. sächsischen Staatsmnuster Dr. Stichling zu ihrem Ehren- boctor ernannt. Derselbe ist nunmehr Ehrendoctor aller vier Faculiäten.
Literatur und Nunst.
— DaS Lexikon -er feinen Sitte. Practisches Hand- und Nachschlagevuch für alle Fälle des gesellschaftlichen Verkehrs. Von Kurt Adeltels (Verfasser des „Lexikons des Lebensglücks"). Broschirt 3.60 Mk. Eleg. geb. 4 50 Mk. Verlag von Levy L Müller in Stuttgart. — Wer wäre nicht schon in die Lage gekommen, in irgend einer gesellschastltchen Frage — sei es gelegentlich eines Besuches, sei es aus Anlaß eines Balles, einer Einladung, einer Hochzeit u. s. w. sich Raths erholen zu müssen! Hunderte von Fällen «xtstiren, in denen selbst der in den gesellschaftlichen Formen Bestbewanderte eines Führers bedarf. Der Verfasser hält sich fern von allem kleinlichen Formelwesen, stellt vielmehr nur die Regeln auf, welche in dem gesellschaftlichen Verkehr sich herausgebtldet und allgemeine Anerkennung gefunden haben. Es ist eine practische Ledensphilosophie, welche in den Kreis ihrer Betrachtung ebenso die Ethik wie den sogenannten guten Ton zieht. Gerade dadurch erhält das Buch aber einen erziehlichen Character, bei es weit über den Rahmen erhebt, den der Titel desselben anzudeuten scheint. Das prächtig ausgestattete Buch wollen wir als ein fürs Leben nützliches und gewiß auch bei Jung und Alt willkommenes Festgeschenk angelegentlich empfehlen.
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst
Sonntag Septuagesimä, 2 Februar.
Vormittags 91/» Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser.
Bibelstunde am Mittwoch den 5. Februar, Abends 8Uhr, in der Kleinkinderschule, Offenbarung Joh. Cap. 2, von Vers 1 an, Sendschreiben des Herrn für die Gemeinde zu Ephesus- Pfarrer Dr. Naumann.
Am Sonntag den 9. Februar: Beichte und heiliges Abendmahl im Vormittagsgottesdienst.
Die Pfarrgefchäfr»' in der Woche vom 2. bis 8. Februar besorgt Pfarrer Dingeldey.
Katholische Gemeinde.
Sonntag Septuagesimä, 2. Februar.
Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um V28 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.
Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um * */?7 Uhr Austheilung der hl. Communion; um Vr8 Uhr Frühmesse; um 3/<10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um W Uhr Christenlehre und Andacht.
Gottesdienst in der Synagoge.
1. Februar.
Freitag Abend 43° Uhr, Samstag Morgen 850 Uhr, Samstag Mittag 300 Uhr, Samstag Abend 540 Uhr.
Thüringer Kunstfärberei Königsee und chemische Wäscherei. - KStenwiaKen
WB- Anerkannt vorzügl. Leistungen. -MN Kein Portozuschlag. (loQrLur llppr? Giesten, sofort zu verkaufen bei
33^- Eiliges zum Reinigen in wenigen Tagen. "W Annahme und Muster bei uüoumw. LLvvL 6, Nebenweg 7. j. Pfeffer, Marktplatz 6.
H. NESTLt'S KINDERMEHL
ÄOjäSüriger JErfo8g.
Fabrik-Marke
32 Auszeichnungen,
worunter
12 Ehrendiplome
und
14 Gold. Medaillen.
Zahlreiche ÄEtiesivassE der ersten medicinischen Autoritäten.
Vollständiges Nahrungsmittel für kleine Kinder.
Ersatz bei Mangel an Muttermilch, erleichtert das Entwöhnen, leicht und vollständig verdaulich, desshalb auch ERWACflSEBJE^ bei M[AGE]¥“ LEIDEN bestens empfohlen.
Zum Schutz gegen die zahlreichen Nachahmungen führt jede Büchse die Unterschrift des Erfinders Henri Nestle.
Verkauf in allen Apotheken und Droguen-Handlungen. 66
Das Haus Nestle hat an der Pariser Weltaus
stellung 1889 die höchsten Auszeichnungen, einen GROSSEN PREIS und eine GOLDENE MEDAILLE erhalten.
Das feinste englische hohlgeschliffene Silber. stahl.Rastrmester verkaufe m.Garantie ä^L 2.15. Dasselbe nimmt den stärksten Bart mit Leichtigkeit. Umtausch innerhalb 8 Tagen gestattet.
Elastische Abzieher 2 Mk. 15 Pfg. [867 €. Er. Conrad, Friseur, (Sieben.
Medicinal-Tokayer
in 1/2 Literflaschen 2 Mark, u V 4 „ 1 »
1. V& „ 50 Pfg.
Aechten friw^öf. Cognac in Vt und i/r Flaschen in verschiedenen Preislagen empfiehlt 521
Daniel Oeil, Lindenplatz 3.
Salz
von der Großherzogl. Saline Bad-Nauhelm aus gradirter Soole dargestellt, ausgezeichnet durch seine Schärfe und Leichtlöslichkeit, Kochsalz, Viehsalz, Badesalz, Eissalz, Mutterlauge, letztere in Salinenkannen, alles bester Qualität, wie allgemein anerkannt, ist stets vorräthig und zu den billigsten Preisen zu beziehen bei Herrn Kaufmann Carl Kieler auf dem Kreuz in Gießen.
Grossh. Salinen- und Bergamt Bad-Nauheim.
Jäger. [
11—12000
auf gute erste Hypothek baldigst zu leihen gesucht.
Offerten sub A. E. 100 an die Exped.
d. Bl. erbeten______________________[876
5ii9]| Größeres Dercin-wcal av- zugeben- Ltadt Casiet.
Waiünich koHtmsaures Mineral-Wasser.
Labetrunk für Gesunde und Kranke.
Empfohlen von vielen ärztlichen Autoritäten sowohl in In- wie Ausland.
Zu haben in Gießen bei Frau L. Kalkhof Wwe., Seltersberg.
Genannte Firma wird jederzeit in der Lage sein, dem vorhandenen Bedarf zu entsprechen.
833 Füsstliche Brunnen-Verwaltung.
Gegen Baar oder Raten.
Piaumos MZr. IZO.—- an. |
Flügel von Mk. 1000.— an, Harmoniums von Mk. 70.— an. B
2C9 Alle berühmten Fabrikate.
Gespielte Klaviere von Mk. 50.— an. — Umtausch alter Klaviere.
Bedeutende Auswahl. Langjährige Garantie. Freie Lieferung. B
Willi. Rudolph, Pianomagazin, Neuenweg 9. B
M1hau8 zum weißen Jlojj
iÄW" Neuenweg k
hält sich dem reisenden Publikum bestens empfohlen.
Gute Betten! - Billige Preise! 693
Wö von 30, 50 Pfg. und Mark 1.—.


