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I" Barcelona sind 30,000 Personen an dieser Epidemie erkrankt.

Lissabon, 28. December. Hente fand die feierliche A u s- rusung des neuen Königs Don Carlos statt. Die Königin Amalie befindet sich heute besser, sie wohnte der Ceremonie bei. Das Königspaar begab sich im feierlichen Zuge, welchen der Herzog von Oporto eröffnete, nach dem Sitzungsgebäude der Cortes. Hier bestiegen der König und die Königin den Thron, worauf König Carlos die Hand auf das Evangelien- buch legte und den Schwur leistete, die Religion und die Integrität des Königreichs ausrechtzuerhalten, der Verfassung und den Gesetzen treu zu bleiben und für das allgemeine Wohl der Nation sorgen zu wollen. Der Präsident der Cortes proclamirte hierauf Carlos I. als König von Portugal. Der Zug begab sich darauf nach der Kirche San Domingo.

Lissabon, 28. December. In der reich geschmückten Kirche Sau Domingo wurde der ue.ue König von Portugal bei seinem Eintritt vom Patriarchen empfangen. Dem Tedeum wohnte das gesammte diplomatische Corps, die Minister und die officielleu Persönlichkeiten bei. Nach der Feier begaben sich der König und die Königin zum Stadthause, wo der Prä­sident des Municipalrathes dem Könige die Schlüssel der Stadt überreichte. Der König hielt eine Ansprache, in wel­cher er den Portugiesen für die ihm kundgegebene Königs­treue dankte. Der Präsident des Municipalraths verkündete der versammelten Volksmenge darauf, daß Don Carlos I. als König von Portugal ausgerufen worden sei. Die Bevöl­kerung begrüßte die Mittheilung mit langanhaltenden Jubel­rufen. Danach bewegte sich der Zug wieder zum Palais vou Belem zurück. Morgen findet eine Revue über die Truppen der Garnison statt.

Lissabon, 28. December. Die Kaiserin von Brasilien ist heute Nachmittag in Porto gestorbene Ein Herzübel soll die Ursache ihres plötzlichen Todes sein. Der Kaiser von Brasilien befand sich gerade im Museum der schönen Künste in Oporto, als der brasilianische Consul ihm den bedenklichen Zustand der Kaiserin meldete. Als der Kaiser in das Hotel zurückkehrte, war die Kaiserin bereits verschieden. Der Leich­nam wird ausgestellt und dann nach Lissabon gebracht, wo die Beisetzung im Pantheon Sant Vincent, der Begräbniß- stätte der Braganzas, erfolgt.

Zanzibar, 28. December. (Meldung des Reuter'schen Bureaus.) Der Zustand Emins hat sich wieder ver­schlimmert. Der fortdauernde Ausfluß aus dem Ohre beunruhigt die Aerzte, denn er gilt für ein ungünstiges Anzeichen.

Newyork, 28. December. Die Influenza ist in ver­schiedenen Theilen der Union aufgetreten. Hier sind mehrere hundert Erkrankungen milden Characters vorgekommen.

Newyork, 28. December. Aus Barnwell (Südcaro- lina) eingegangenen Nachrichten zufolge drang in der ver­gangenen Nacht eine große Anzahl von Weißen, die sich durch Masken unkenntlich gemacht hatten, nach Ueberwältigung der Gefängnißwärter in das dortige Gefängniß ein, wo acht wegen Mordes verhaftete Neger gefangen gehalten wurden. Die Weißen führten die Neger eine kurze Strecke vor die Stadt und schossen sie daselbst nieder. Aus der Stadt und deren Umgegend hatten sich infolge dessen die Neger in großer Anzahl zusammengerottet. Der Gouverneur war, da Ruhe­störungen befürchtet wurden, um die Absendung von Truppen ersucht worden. Meldungen aus San Salvador be­sagen, daß im Departement Cuscatlan unter der Führung des Generals Nivas, welchem eine beträchtliche Truppenzahl zu Gebote stehe, ein Aufstand ausgebrochen sei. Die Re­gierung habe 8000 Mann Militär zur Unterdrückung des Aufstandes abgesandt.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 29. December. Am Neujahrstage, Vormittags 11 Uhr, findet in der Capelle des Königlichen Schlosses Gottesdienst und daran anschließend im weißen Saale eine Gratulations-Cour bei dem Kaiserpaare statt. Außer den Prinzen und Prinzessinnen, den hier anwesenden fürstlichen Gästen nebst Gefolge, den Höfen der Kaiserinnen Friedrich und Augusta, sowie dem gesammten Hofstaat nehmen daran Theil das diplomatische Corps, die Bevollmächtigten des Bun­desraths, die Generalfeldmarschälle, die Ritter des Schwarzen Adlerordens, die Häupter der fürstlichen und der ehemals reichsständischen gräflichen Familien, die Generalität, die Chefs der Leibregimenter, die Staatsministcr, die Präsidien des Reichstags und der beiden Häuser des Landtages, die Wirk­lichen Geheimen und die Räthe 1. Klasse.

London, 29. December. Das Reuter'sche Bureau erklärt das Gerücht, das e n g l i s ch e G e s ch w a d e r habe Befehl er­halten, sich im Hinblick auf die Differenzen mit Portugal in Gibraltar zu versammeln, für unbegründet. Ebenso unbe­gründet sei das Gerücht von einem Einvernehmen Englands mit den Vereinigten Staaten von Nordamerika zum Zweck der Ausübung eines Druckes auf Portugal durch eine gemein­same Flottendemonstration. Der portugiesische Gesandte Mar­tins d'Antas überreichte Lord Salisbury gestern die Antwort Portugals auf die jüngste Note Englands. Wie es heißt, hätte Portugal einen Aufschub verlangt, um Erklärungen von Serpa Pinto einzuholen und sei dieser Aufschub bewilligt worden.

Cocaks rrnd provinzielles.

Gießen, 30. December.

20. Sitzung Großh. Handelskammer vom 19. December. Gegenwärtig waren die Herren Koch,Gail,Heichelheim, Homberger, Katz, Kraatz, Schirmer.

Zum nächsten Sommerfahrplan hat die Kammer folgende Anträge bei der Königl. Eisenbahn-Direction Hannover ein- Zureichen beschlossen, nämlich:

1. einen Anschluß des Vormittags 6 Uhr 29 Miu. via. Kassel in Frankfurt a. M. eintreffenden Berliner Schnellzuges an den Hanau (Ostbahnhof) 7 Uhr 7 Min. passirenden bayrischen Schnellzug Nr. 579 zu bewerkstelligen durch spätere Abfahrt des bayrischen Schnellzugs 579 von Hanau, sowie auch des die Verbindung mit ihm zwischen Hauptbahnhof Frank­furt a. M. und Hanau (Ostbahn) herstellenden Zuges Nr. 43 von Frankfurt a. M.,

2. einen sicheren Anschluß des an den Berliner Schnell­zug Nr. 308 in Friedberg anschließenden Zuges Nr. 412 au den erwähnten bayrischen Schnellzug in Hanau zu bewirken.

Auf unsere seiner Zeit bei Großh. Ministerium des Innern und der Justiz eingereichte, die Heranziehung der Consumvereine zur Gewerbesteuer bezweckende Eingabe wird uns Seitens Großh. Ministeriums mitgetheilt, daß es vorerst nicht in der Lage sei, zu einer Abänderung der bestehenden durch Art. 2, pos. 10 des Gesetzes, die gleichmäßige Be­steuerung der Gewerbe belr., vom 8. Juli 1884 festgesetzten Bestimmungen die Anregung zu geben, da eine Aussicht auf anderweite Regelung dieses Gegenstandes durch die Kammer der Stände zur Zeit nicht bestehe.

Ueber eine für den Sommer 1890 projectirte deutsche Ausstellung in London gehen uns Mittheilungen zu, welche geeignet sind, Bedenken zu erregen. Wir empfehlen deshalb Interessenten, welche diese Ausstellung zu beschicken beabsich­tigen, sich vorher um nähere Auskunft au uns zu wenden.

Herr Accessist Karl Süffert hier wurde durch Ent­schließung Großh. Ministeriums zum Regierungs-Assessor ernannt.

Die Sammlungen des Oberhesfischen Geschichtsvereins haben sich im Jahre 1889 nicht unwesentlich vermehrt. Vieles, namentlich an Waffen und Hausgeräthen verschiedener Art, ist gekauft worden. Auch die Ausgrabungen in Okarben und der Lindener Mark haben die Sammlung vou römischen und germanischen Alterthümern bereichert. Aber auch zahl­reichen Schenkern und solchen, die Gegenstände leihweise zur Ausstellung überließen, ist der Verein zu besonderem Danke verpflichtet. Unter diesen sind hervorzuhcben: Der Gemeinde­rath der Stadt Gießen und die Herren Fabrikant Wolff, Prof. v. d. Ropp, Dr. Klewitz, Prof. Pflug, Kaufmann Reusch in Ortenberg, Rechtsanwalt Curtman, Dr. Dietz in Frank­furt, Plock, Rentner Kofler in Darmstadt, Dr. Wilbrand in Bielefeld, Dr. v. Ritgen in Wiesbaden, die Familie v. Ritgen, Großh. Handelskammer, Kaufmann Frech, Gerber Lotz, Univ.- Buchdrucker v. Münchow, Maschinenmeister Querner, Gast- wirth Müller und Marchand in Großkarben, Kaufmann L. Rothenberger, Dr. Greim, stud. Ebel, Kaufmann Zülch, Dir. Heil, Bergmann C. Seipp in Leihgestern, Vereins­diener Schmall, Dr. Röschen in Laubach, Reallehrer Dietz, Prof. Bindewald, Oberpostsecretär Bernhard, Kaufmann Pistor, Oberfinanzrath Hörr, Bäcker Em. Noll, Buchbinder Sann, Brgm.-Ass. Plock, Frau Rahn und die Realschüler Barth, Egly, Heppner und L. Müller. Es sei ihnen und allen Förderern der Sammlungen herzlicher Dank gesagt.

* Für Wehrpflichtige. Alle diejenigen von Deutschlands Söhnen, welche in dem denkwürdigen Jahre 1870 das Licht der Welt erblickten', während viele ihrer Väter für das Vaterland kämpften, werden nunmehr daran erinnert, daß jetzt die Reihe an ihnen ist, das Waffenhaudwerk zu erlernen. Um würdig in die Fußstapfen ihrer Väter treten zu können, haben sie sich längstens bis zum 1. Februar 1890 zur Re- krutirungs-Stammrolle zu melden und zwar bei der Bürger­meisterei ihres Aufenthaltortes. Bei dieser Anmeldung ist, sofern dieselbe nicht am Geburtsorte selbst erfolgt, das Geburtszeugniß vorzulegen. Dasselbe wird von der betreffenden Taufbehörde kostenfrei ausgefertigt. Aber auch Diejenigen, welche vor 1870 geboren sind und nicht für einen bestimmten Zeitraum von der Ersatzbehörde ausdrücklich von der Meldung entbunden oder über das laufende Jahr hinaus zurückgestellt sind, unterliegen der gleichen Anmeldepflicht. Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst hat von allen 1870 geborenen jungen Leuten ebenfalls spätestens bis zum 1. Februar 1890 bei derjenigen Prüfungs-Com­mission zu erfolgen, in deren Bezirk man gestellungs­pflichtig ist.

k. Theater. Aehnlich wie in Calderons SchauspielDas Leben ein Traum" macht auch in Hugo Müllers Volksstück Von Stufe zu Stufe" die Darstellung eines Traumes den Hauptinhalt des Dramas aus. Das Stück, in welchem uns die Schicksale einer armen Putzmacherin vorgeführt wer­den, wie sie sich, verfiihrerischen Anerbieten folgend, von Glanz, Reichthum und Anbetern umgeben sieht, später von Stufe zu Stufe sinkt, und dann, als a uch der zuerst von ihr ge­liebte Mann sich von ihr wendet, ihrem Leben gewaltsam ein Ende macht, ist hier schon des öfteren aufgesührt worden und in seinen Handlungen bekannt. Gespielt wurde das interes­sante Stück trefflich. Vornehmlich verdient Herr v. Gallas uneingeschränktes Lob. Er characterisirte den tief angelegten Wohlgemut ganz vorzüglich und beherrschte seine Rolle mit großer Gewandtheit und Sicherheit. Namentlich war sein Spiel im zweiten Acte in der großen Scene mit Marie wahr­haft ergreifend. Recht gut, wenn auch nicht so gut, wie Herr v. Gallas, war die Repräsentantin der Putzmacherin Marie, Fräulein Maas. Auch sie hatte offenbar ein sorg­fältiges Studium aus ihre Rolle verwandt und war in der Lage, eine wirklich durchdachte, ernst aufgefaßte und ernst wirkende Darstellung ihrer interessanten Partie zu geben. Sehr nett war Fräulein Helene Pauli, die entschieden über eine große Gewandtheit und Anmuth in Spiel und Ge­sang verfügt. Die Rolle der ewig vergnügten Elise ent­spricht zudem in besonderem Maße dem fröhlichen Naturell ihrer freundlichen Darstellerin. Herr Adam Reiners entfaltete als Stubenmaler Lerche seine ost gerühmte große Begabung, comische Charactertypen zu schaffen. Er zeichnete auf's Trefflichste eine jener zweiselhaften hauptstädtischen Exi­

stenzen. Herr und Frau Jaskowski brachten mit der drastischen Wiedergabe ihrer kleinen Rollen einen äußerst comi- schen Effcct hervor. Wenig gefiel uns Herr Frank, dessen Maske zwar recht gut war, dessen Spiel aber meist nach der­selben Schablone gearbeitet ist. Die übrigen Nebenrollen waren befriedigend besetzt.

Am 28. December wurde an hiesigem Bahnhof einer' im Wartesaal III. Classe sitzenden Dame aus Gemünden das Portemonnaie, welches sie allerdings in unvorsichtiger Weise neben sich auf den Tisch gelegt, mit 30 Mark Inhalt ent­wendet. Es gelang den Schutzmännern Bommersheim und Weiß nach zweitägigem Suchen, in Heuchelheim den Dieb in. der Person des berüchtigten jugendlichen Spitzbuben Jakob Waldschmidt von dort zu ermitteln und zur Haft zu bringen.

Der Locomotivführer Biermann, stationirt zu Betz­dorf, ein bejahrter Mann mit 25 Dienstjahren, gerieth am 28. December beim Durchfahren des Tunnels zwischen Betz­dorf und Herdors unter den Zug, wobei ihm der Kopf ab­gefahren wurde.

Lollar, 28. December. Die in voriger Woche im Vereinslocal abgehaltene Generalversammlung des hiesigen Turnvereins hat einstimmig den Beschluß gefaßt, eine Turn­halle zu erbauen und hierzu ein kleines Capital ver­zinslich angelegt. Das noch fehlende Capital gedenkt der Verein durch Ueberschüfse bei Festlichkeiten, ferner durch Unterstützungen freiwilliger Beiträge rc. aufzubringen, wenn ihm der gute Sinn der hiesigen Bürgerschaft zum edlen Zweck erhalten bleibt und die Platzfrage nicht sehr durch die Gemeinde erschwert wird.

1- Im Jahre 1889 wurden in die Pfennigsparkasie zu Lich 9369.65 Mk. eingelegt und zwar im Januar 765.30 Mk., im Februar 757.10 Mk., im März 974.05 Mk., im April 597.80 Mk., im Mai 775.10 Mk., im Juni 766.30 Mk., im Juli 745.40 Mk., im August 758.60 Mk., im September 907.20 Mk., im October 741.50 Mk., im November 712.70M., im December 868.60 Mk. Die Zahl der Einleger beträgt ca. 600. Seit dem Bestehen der^Kasse 1883 sind etwa 60000 Mk. eingelegt worden.

Vermischtes.

NN. Darmstadt, 29. December. Die Gesellenprüfungen zu Darmstadt. Unter der Anwesenheit des Präsidenten der Großh. Centralstelle für die Gewerbe, Geheime Baurath Sonne, des Vorstandes des hiesigen Gewerbevereins, sowie zahlreicher Mitglieder des Vereins und sonstiger Interessenten, fand heute Nachmittag um 3 Uhr der Schluß bejr zum ersten­mal in Darmstadt eingesührten Gesellenprüfungen statt. Nach den Mittheilungen des Vorsitzenden der Prüsungs-Com- mission, Prof. Lincke, konnte nach Beseitigung mancher Schwie­rigkeiten und unter thatkräftiger Unterstützung der hiesigen Innungen, des Fabrikanten-Vereins, des technischen Vereins, sowie des Werkmeister-Vereins an den Erlaß eines Aufruss an die Lehrlinge herangetreten werden. Nach Erlaß desselben hatten sich bis zum Herbst d. I. 29 Prüflinge gemeldet, Don: denen heute 19 der Gesellenbrief zuerkannt und hinsicht­lich ihrer practischen Arbeiten die NoteGut" ertheilt werden konnte. Ausfällig muß es erscheinen, daß gerade die Fabrik­industrie zahlreich vertreten war, während aus dem Klein­gewerbe nur 5 Lehrlinge sich prüfen ließen. Hoffentlich wird die Bctheiligung von dieser Seite, da ja gerade für das Kleingewerbe diese Prüfungen eingerichtet wurden, bei den nächstjährigen. Prüfungen zahlreicher werden. Geheimer Baurath Sonne hob in feiner Rede hervor, daß bei den Verhandlungen, welche wegen Ein­führung dieser Gesellenprüfungen im Großherzogthüm Hessen stattgefunden hätten, wiederholt die Ansicht ausgetreten sei, als würden diese Gesellenprüfungen nurVersuche" bleiben, uiid für später keinen Bestand haben. Nachdem aber in der Schweiz, in Bayern, Württemberg und neuerdings in Berlin mit glänzenden Resultaten Gesellenprüfungen abgehalten wurden (in Württemberg allein weit über 1000), sei es keinem Zweifel mehr unterworfen, daß durch Einführung dieser Prüfungen einem längst gefühlten Bedürfniß zur Hebung und Belebung des Kleingewerbes entsprochen werde. Andererseits unterliege es keinem Zweifel, daß die glänzenden Resultate in Württemberg nur mit Hülfe des Staates und der Stände des Königreichs zu Stande ge­bracht werden konnten. Auch hoffe er, daß unsere Regierung und unsere Stände sich den Bestrebungen aus Einführung allgem. Gesellenprüfungen in Hessen geneigt zeigen und die fürs nächste Finanzbudget angeforderten Mittel bewilligen werden. Nachdem noch von Seiten des zweiten Vorsitzenden des Gewerbevereins, Stadtrath Rockel, der Commission für Gesellenprüfungen, insbesondere deren Vorsitzenden, Professor Lincke, Dank ausgesprochen wurde für die Mühe und Auf­opferung bei Durchführung der Prüfungen, richtete der Ober­meister der Weißbinder-Jnnung, Stadtrath Kinkel, noch Worte der Mahnung an die Junggesellen, treu und fest zum Handwerk zu halten zu Nutz und Frommen des Gewerbestandes und zum Segen des Staates und des Reiches.

A Mainz, 29. December. In den letzten Tagen hat sich hier die Zahl der Influenza-Erkrankungen merk­lich vermehrt und zwar will man bei einzelnen Fällen jetzt auch einen ernsteren Character der Krankheit beobachtet haben. Bei ängstlichen Gemüthern hat der plötzliche Todesfall eines hiesigen Kaufmanns ziemlich beunruhigt, der vor einigen Tagen an der Influenza erkrankt und bei welchem die Er­krankung schließlich in Lungenentzündung ausgeartet ist. In ärztlichen Kreisen saßt man dagegen die ganze Krankheits­erscheinung nach wie vor immer noch sehr ruhig auf, ohne indeß die Gefahr des ernsteren Characters der Krankheit zu verkennen. Bei den letzten Erkrankungen sind hauptsächlich zahlreiche Beamte der Hessischen Ludwigsbahn in Mitleiden«