Betreffend: Maul- und Klauenseuche zu Londorf und Keffelbach.
Bekanntmachung.
Nachdem der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh der «achter Bert u„b £<• ttf.i» , ...
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dieser Art aus den Gemarkungen Londorf und Keffelbach ist nur aus Grund eines kreisihierärztlichen Gelundheilssche n^ u^llm9m,rf?hD°n( ?^ren
Abschlachtenr nach zuvor einzuholender ortspolizetlicher Erlaubnitz gestattet. 1 6 yeusfcyeme» und zum Zwecke des sofortigen
Wir machen zugleich darauf aufmerksam, daß jeder weitere Seuchenausbruch bei Meidung der aeseblicken Strafe Wart mr
Gießen, am 27. September 1889. Großherzogliche» Kreiramt Gießen. 9,6 9 fofort Jut 3“ bringen >st.
_______________________________v. Gagern.
Betreffend: Die Aufstellung der Voranschläge für die Gemeindekrankenversicherungen pro 1890. ®,e$en' am 24‘ September 1889.
Das Großherzogliche Krcisamt Gießen
an dt- Großherzoglichen Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises
Unter Bezugnahme auf die Ihnen durch unser Amtsblatt Nr. 4 vom 21. April 1887 ertbeilte Instruction w m
sow-e unter Hinweis auf unser Ausschreiben vom 7. September 1887 - Anzeiger Nr. 211 - beaufttaaen nü? h C1fr-e\®0^n^tä9e
kronkenversicherungen alsbald auszustellen und mit den Gemeindevoranschlägen spätestens bi» lum 15 VXmWH •ur.ble Gemeinde-
durch den Gemeinderath in duplo zur Genehmigung an uns einzusenden. 1 15 November 1. I. nach vorgängiger Berathuug
________ v. Gagern.
Mär,ch L°Lpwa'pwa'^t' ‘,Ufftänbifd’en ^abcr und setzte dann ,einen
Unter den bisher den
im Hotel Kaiserhof abgestiegen.
Dresden, 26. September, des Ociober eine längere Reise
_ Berlin, 26. September, des Staalssecretärs Bismarck den audienz.
Berlin, 26. September, den Kaiser enlsandte Deputation
Der Kaiser empfing heute Nachmittag im Beisein neuen amerikanischen Gesandten Phelps in Antritts-
Die von dem Sultan von Zanzibar an Se. Majestät ist heute Vormittag 11'/. Uhr hier eingetroffen und
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Korrespondenz -Buream!
Lokales.
September. Ihre Majestät die Königin Elisabeth von Rumänien !cr ncb^ Gefolge und Dienerschaft traf gestern Mittag 1 Ubr hier (jP* ^ad) ^a^j^nbtflem Aufenthalt in den hiesigen Fürstenzimmern erfolgte bi? ©dkrrdfc per Wagen nach Laudach zum Besuche des Grafen von Solms-Laubach über^Gießen antrettm 8 " ^cute 2lbcnb rotrb bie hohe Frau die Rückreise wied?r
, * ?7, September. Eine für die Entwickelung unseres Gemeinwesens
wie die Wohlfahrt der minder bemittelten Einwohner Gießens gleich wichtige Angelegenheit berührte in der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten Herr Bürgermeister h11”!! ?^.chterstattung über die Verhandlungen des Deutschen Vereins
rO^^ntUche Gesundheitspflege zu Straßburg, denen er als Vertreter der Stadt Gießen beigewohnt hat. Es betrifft dies die Wohnungsfrage. Nach der von Herrn Oberbürgermeister v-. Miquel in Frankfurt a. M. übernommenen Sebanb" lung her »Frage gesunden Wohnens" hat sich der Verein die Aufgabe gestellt, nicht Sias11 m e ncÄ ba8r üesammte Wohnungsbauwesen regelnden Gesetzes für das Reichsgebiet hinzuwtrken, sondern auch für die Errichtung von Wohnungen für Arbeiter und kleine Beamte Mtig zu sein. Die in letzterer Hinsicht gemachten Erfahrungen lassen hoffen, daß auch andere-Städte, in denen die Wohnungsfrage anscheinend nicht so brennend ist, wie in den Großstädten, dem z. B. in Frankfurt a. M. gegebenen Beispiele folgen. Wie Herr Bürgermeister Gnauth ausführte, ist nach feinen Wahrnehmungen aus den Obliegenheiten der Armendeputation hier eine, wenn auch nicht mit bem Maßslabe größerer Städte zu messende, so doch sich mehr fühlbar machende Wohnungsnoth vorhanden. Leuten, deren Verhältnisse das Miethen einer Wohnung von vielleicht zwei Zimmern und einer Küche zulassen, falle eS schwer, eine solche Wohnung zu finden. Es mußten daher alle Bestrebungen, welche aus Verbesserung der Wohnui^sverhältnffse binausgingen, unterstützt werden. Wenn auch schon von her.Stadt der Wohnungsfrage nach dieser Richtung gebührende Beachtung ge- schenkt worden, so sei bisher doch ein weiteres Eingehen darauf nicht möglich gewesen, weil die zur Errichtung von kleinen Wohnungen geeigneten Bauquartiere innerhalb des Bebauungsplanes fehlten. Die Baudeputation werde deßhalb in nächster Reit der ©taMperorbnetcn - Versammlung einen Plan oorlegen, nach welchem bie Austhellung
2r^?öt Ctm n 5roiJ?cn ^olfstraße und Grünbergerftraße zu Bauvierteln erfolgen e Bauviertel, zu billigen Preisen abgegeben, rentirten immer noch besser als bei ihrer Verwendung zu landwirthschaftlichen Zwecken. Wenn der Plan ber Bau- bepuUÜon die Zustimmung unserer Stadtverordneten findet, woran wohl im Hinblick ?uf das bereits bekundete Interesse an der Sache nicht zu zweifeln ist, so wird damit in Gießen der Anfang gemacht zur Beschaffung von, den Verhältnissen der minder bemittelten Arbeiter und kleiner Beamten angepaßten, in der Hauptsache aber gesunden Wohnungen. Wahrscheinlich ist es, daß die Abgabe von Baugelände an der^ Kd)" rieten Stelle an Bedingungen geknüpft wird, die Speculationsbauten und Mieths- asernen von vornherein ausschließen. - Wie Herr Bürgermeister Gnauth im Verlaufe !Ä"E^brichtersta tung weiter mittheilte, boten die Verhandlungen des Vereins für offtntliche Gesundheitspflege werthvolles Material zur Schaffung von Wohlfahrts-Ein- i chtungen innerhalb der Gemeinden (z. B. Reconvalescenten-Anftalten, Desinfections- Anstalten rc.), wie auch für von Seiten des Staates und der Behörden zu ergreifende Schutzmaßregeln zur Verhütung und Einschränkung gefährlicher Krankheiten, im Speciellen der Tuberkulose. Was besonders die Einrichtung von Reconvalescenten-An- stalten betreffe, so gäben diese Wohlthätigkeitsoereinen, Stiftungen, Kassen, Genossen- schasten wie Privaten ein weites Feld zur Ausübung der Wohlthätigkeit, indem durch diese Anstalten den Unbemittelten Lbic Möglichkeit gegeben werben könne, nach übe£ ftanbener Krankheit ohne Gefahr für etwaige Rückfälle ihrer völligen, bie Wiederaufnahme ihres Berufs gestattenden Genesung entgegenzugehen.
1 Gießen, 27. September. jSchwurgericht.j Ein offenes Geftänbnitz leatc aeftern der wegen Verbrechens Im Amt und Unterschlagung von Mündelgeldern anae- klagte und seit AnfangJuUd.J. inhasttrte Gülerexpedtent Georg Friedrich Bauer von Gießen ab.
w 2l<50iria8tc,t.rocIcbcr J*011 fcit Anfang der sechziger Jahre in Diensten der Main-Weser-Bahn stand, war bis zu seiner im Jahre 1886 erfolgten Versetzung nach Lollar auf der Station Gießen beschäftigt und wurde dann als Gütererpedienl in fioüar mit einem Gehalt von 1800 JL nebst freier Dienstwohnung angestellt. In dieser L-tellung war es, wo Angeklagter sich in dem Zeiträume von 1886—89 eine Reihe von Unterschlagungen im Gefammtbetrage von 2826 JL zum Nachtbeil der Bahnoerwaltuna zu Schulden kommen ließ, welche Unterschleife er durch Fälschung der Eintragungen in seinen Dienstbüchern zu verdecken wußte, bis bei einer am 29. Juni d. I. durch den Verkehrs-Controleur Wolf von Cassel oorgenommenen Revision stä) ein Deficit im angegebenen Betrage herausstellte. Auch in seiner Eigenschaft als Vormund der Kinder des verstorbenen Landgerichtsdieners Gleißner von Gießen für diese vereinnahmte M« veruntreute Bauer, indem er seit dem Jahre 1884 die Summen von 33
und 137.80 JL in seinen stützen verwendete. Zur Ent- chuldiaung der von ihm begangenen Unterschlagungen führt Angeklagter an, daß seit feiner im Jahre 1866 erfolgten Verheiratung ihn ein eigenes Mißgeschick verfolge, denn ohne Vermögen und bei jahrelanger überaus schlechter Bezahlung habe sich schon !?. ersten Zeit seiner Ehe eine Schuldenlast angehäuft, von der sich zu befreien trotz Einschränkung seiner und seiner Familie Bedürfnisse auf daS bescheidenste Maß, ihm niemals ganz gelungen sei. AlS sich im Laufe der Zeit seine finanzielle Lage einigermaßen gebessert, habe ihn seine Versetzung nach Lollar um so empfindlicher betroffen, alS er nun eine Dienstcaution im Betrage von 1800 Jt habe leisten müssen, die er auS eigenen Mitteln zu beschaffen nicht in der Lage war. Dieser letztere Umstand ver- anlatzte ihn, bet seiner vorgesetzten Behörde um Belassung an seiner Stelle in Gießen vorstellig zu werben; trotzdem dieses Gesuch von dem Gutercxpeditionsvorstande besür-
8eftmbe^**Mm' 261 September. Der Herzog von Coimbra, Bruder des Königs, ist . . 26. September. Der „Nca EphirneriS" zufolge richiei ble Regierung
in der Angelegenheit wegen Kreta eine neue Note an die Mächte 0 0
m. iw.,/‘Cr6bKr6'.r26' S-Ptember. DaS „Journal be St. Petersburg" bezeichnet bl' ™'^"8en ber Sowefponbence be i'Est», betreffend zahlreiche Verhaftungen und KObessa, sowie bie angebliche Entdeckung einer habe nicht ft?ttgesün?em°°" b rUif,fd,C 9t,‘* 018 durchaus unbegründet: Derartiges k 26. September. Die Leiche bes Lufischiffers Lerour ist 7 Meier unter
der Meeresoberfläche heute au,gesunden worben. Untcr
«anflbar, 26. September. Der Reichseornmiffar Wihmann zerstörte bei einer iur Sicherung ber Karawanenstraße unternommenen ReeognoSeirung, vier Tagereisen
_ Bremen, 26. September. Die Rettungsstation Horumersiel telegraphirt: Am 26 September würben von der hier gestrandeten deutschen Tjalk „Gerhardine", mit Petroleum von Bremerhaven nach Leer beftlmmt, zwei Personen durch das Rettüngs- boot „Vegesack" gerettet. ö
, dern, 26 September. Wie von zuverlässiger Seite verlautet, ist für das Begehren einer Volksabstimmung über das Bundesgesetz, betreffend die Anstellung eines Bundesanu-alts, die oerfassungsgemäß erforderliche Zahl von 30,000 Unterfchristcn "'cht ziUammengerommen. Man rechnet auf höchstmS 25,000 Unterschriften.
h ^bpiember. Die „Polit. Corr." meldet, daß sich der dringende Ver
dacht der Verübung der Mubmorde gegen die zwei Officiere in Jaroslau auf den wegen Desertion verhafteten Unterkanonier Schwenk lenke, welcher am 4. September JS?,C0Cn De!^tton und Diebstahls verhafteten Ulanen Kiszczak toll- rHtfLbCm ?U^r Milt ararreste entsprang. Die Angaben Beider gegenüber
den russischen Militärbehörden seien höchst graotrend. Beide sind am 17. ds. Mts. auf telearaphische Requisition des Staatsanwalts in Lublin wegen dringenden Ver- dachts, die Jaroslauer Raubmorde verübt zu haben, an das Strafgericht in Lublin etngelteferl worden.
. „ Wie«, 26. September. Der König von Grtechenlanb in achte in Begleitung bes griechtichen Gesanbten Hern Grasen Kalnoky einen längeren Besuch
Wien, 26. September. Die Königin von Grtechenlanb ist mit be» jüngsten Pr'nzen heute Nachmittag hier eingetroffen unb am Bahnhose vom Könige mit Samihe empfangen worben. Kronprinzessin Stefanie trifft hier morgen früh ein ... oJ‘OTb‘rfl?1 26. September. Für bie Vermuthung, baß ben Attentaten gegen bie Osffeiere in Jaroslau politifche Motive zu Grunbe liegen könnten, ergab ble bis- 4 n « rnn Ct^^unß " den geringsten Anhaltspunkt; vielmehr wurden Umstände testgestellt, aus denen auf gemeine verbrecherische Motive zu schließen ist.
A September Ein Handschreiben des Kaisers an den Erzherzog Joseph
constatirt die Fortschritte der ungarischen Landwehrinfanterie, sowie die neuerdings glänzend bewahrte Geschicklichkeit der Landwehrcavallerie. Der Kaiser dankt dem Erz- herzoge und spricht den Commaudanten, sowie den Truppen und der ungarischen Landwehr seine vollste Zufriedenheit aus. w
. s 26. September. Die Polizei ermittelte mchrere Personen, welche jüngst
wiederholt Petarden anfertigten und Dieselben auch warfen. Die Polizei nahm eine Haussuchung in der Wohnung des Schriftsetzers Dominica Sacco aus Neapel vor verhaftete diesen, sowie den Handelsacademiker Clementini, den Handlungsgchülscn Jappi und den Gymnastalschuler Raskowick, sämmtlich im Alter von 19 bis 20 Jahren.
beiden Deutschen, die wegen Spionage in Tarascon verhaftet und Anfang« September gegen Caution freigelassen wurden, sind jetzt durch dcn Untersuchungsrichter vollständig außer Verfolgung gesetzt worden.
... . ^ariA, 26. September^ Die Wahlcommission für die Präfectur der Seine erklärte die für Boulanger in Montmartre abgegebenen 8367 Stimmzettel für ungültig n ^offrin, ber 5500 ©titnmen erhielt, als Deputaten für Ntonlmartre^ ungültig ^rSiir^ ^chefort abgegebenen 3841 Wahlzettel wurden gleichfalls für b -0. September. Von den durch den Haus-Einsturz Verschütteten
^b ^0 Leichen auSgegraden unb 17 noch nicht gesunden. Der König besuchte die Verwundeten und unterstützte die Familien der Verunglückten.
Sitrrfl 2(i l5irptc?rt,cr gestrige Ueberschwemmung wurde namentlich
durch Verstopfung der Canäle heroorgerufen. Der Balcon eines vom Wasser unterwaschenen Hauses stürzte herab und erschlug zwei Personen.
Belgrad, 26 September. Der Wahlakt hat im ganzen Lande 6 Uhr Morgens 3 V1 8 )um 21 Ki”? in 6^bßter Ordnung verlausen. Die Resultate in werden ^bür^en morgen, diejenigen in den ländlichen Bezirken übermorgen bekannt
Prinz Friedrich August tritt in der zweiten Hälfte , cm l - ' ~ nacb bcn Mittelmeerländern an, begibt sich über
Portugal, Madrid, Gibraltar, Tunis, Malta, Sicilien nach Egypten, wo er Mitte Januar ein trifft und zwei Monate verweilt, sodann über Beirut, Damaskus nach Jerusalem. Die Rückreise erfolgt gegen Mitte April über Smyrna, Athen und Konstantinopel. 9
Belgrad, 26. September. In den Städtewahlbezlrken sind nach den bisher "orzA" 18 Radikale und 11 Liberale gewählt worden,
(galten Radikalen befindet sich Nikola Paric. Die Liberalen verloren ötg in Vranja.


