Einzelbild herunterladen

Wir or Ebieder-Jmpfung sind unter 6 die Namen derjenigen Schüler aufzunehmen, welche im Laufe dieses Jahres das 12. Lebens»

fahr erreichen, emerlet, welcher Klaffe sie angehoren, und haben diese Einträge nach dem debitier txetieicbiiiffe bet einieliien Älnfftn nfipr wf** b-m Kirchenbuche zu geschehen. Di- Gestorbenen und Weggezogenen, sowie Binder. w7che nicht?nZ°rHeim°th, Lern a" an!" m Orten SchZ! Reihenfolgeauszufiihren S Se,mot^orte «nzuschrelben. In größeren Schulen empfiehlt es fich, die Namen der Knaben und Mädchen in getrennter

Die Unterzeichnung dieser Listen geschieht durch den Schulvorstand unter Beifügung des Datums der Ausfertigung

anzufügen c" Zugepg°n ° Niemand. Eintrag der Zugezogenen zu erfolgen, oder es ist, wenn solche nicht vorhanden, di- Bescheinigung

Die Spalte 28 ist frei zu lasten oder er find Bemerkungen in dieselbe nur mit Bleistift einzutragen

Sie werden ersucht, die Listen bis längsten» 31. März an un» einzusenden.

_____ ___________ _______ Dr- Köhler._______

Politische Rundschau

Gießen, 26. Februar.

Ueber den Tag des WiederzusarrrmentritteS des Reichstages ist in parla­mentarischen Kreisen noch nichts Bestimmtes bekannt. Es dürfte dieser Zeitpunkt von der Erledigung des Nachtragsetats über die Artillerie-Vermehrung im Bundesrathe abhängen und soll die bezügliche Vorlage in der laufenden Woche in genannter Körper­schaft eingebracht werden; die Nachricht von ihrer schon erfolgten Vorlegung im Bundesrathe war verfrüht. Wenn indessen ursprünglich verlautete, die Reichstags­verhandlungen würden wahrscheinlich in den ersten Tagen des März wieder beginnen, so erweist sich jetzt diese Annahme als nicht mehr zutreffend, da die Vorbereitung des weiteren Arbeitsstoffes, also in erster Linie der Arttllerievorlage und des Genossen­schaftsgesetzes, zu dem gedachten Zeitpunkte noch nicht abgeschlossen sein wird; vermuth- lich tritt deshalb das Reichstag^plenum erst in der zweiten Märzwoche wieder zusammen. Uebrigens heißt es jetzt, das Altersoersorgungsgesetz solle doch in der gegenwärtigen Sesüon definitiv zur Verabschiedung gelangen, freilich müßte dann der Entwurf in der zweiten und dritten Lesung im Plenum förmlich durchgepeitscht werden, wenn man nicht will, daß das Retchsparlament bis weit in den Frühling hinein beisammen bleibt. Jedenfalls geben sich aber im Reichstage mehr und mehr Anzeichen kund, die darauf hindeuten, daß das Haus auf den Schluß der Session hindrängt und daß der Reichs­tag in einer solchenSchlußstimmung" an die schwierige und zeitraubende Einzel- berathung eines der bedeutungsvollsten Gesetzentwürfe, die wir seit Jahren im Reiche gehabt haben, Herangehen soll, ist immerhin bedenklich.

Kürst BiSmarck hat sich bei seinem am vorigen Freitag einer Anzahl von Mitgliedern des preußischen Landtages gegebenen parlamentarischen Diner u. A. auch über die Samoa-Angelegenheit ausgelassen. Der Kanzler betonte wiederholt, daß er eine Störung des alten freundschaftlichen Verhältnisses zwischen Deutschland rmd der stammverwandten nordamerikanischen Union durch die Samoafrage für gänzlich ausgeschlossen halte. Bei der Entlegenheit der Samoa-Inseln und ihren schlechten telegraphischen Verbindungen erachte er es für sehr schwer, die Verantwortlichkeit für jeden einzelnen Schritt der Vertreter an Ort und Stelle zu übernehmen, doch sei kein Zweifel, daß die vorhandenen deutschen Handelsinteressen bestens gewahrt würden. Inzwischen soll bekanntlich das deutsche Schulgeschwader aus den italienischen Ge- wäffern nach Samoa beordert worden sein, eine officielle Bestätigung dieser Meldung liegt indessen noch nicht vor. Nur soviel ist sicher, daß das Geschwader den Befehl er­halten hat, nach Port Said, dem nördlichen Ausgangspunkte des Suez-Eanals, zu segeln; ob alsdann das Geschwader wirklich nach Samoa oder aber nach Zanzibar zur Ablösung der deutschen Blokadeflotte geht, wie anderseits angenommen wird, bleibt noch abzuwarten.

In Eisleithanien wendet man neuerdings der Arbeiterfrage eine größere Aufmerksamkeit zu. Hiervon zeugt auch der Vorschlag, Arbeiterkammern zu errichten und hat das österreichische Abgeordnetenhaus einen eigenen Ausschuß zur Prüfung dieser Frage niedergesetzt. Letzterer empfing nun am Samstag 25 Arbeiter - Sach­verständige aller Nationalitäten des Kaiserstaates und legte ihnen zunächst die Frage vor, ob die Arbeiterkammern in der oorgeschlagenen Form überhaupt die richtige und wünfchenswerthe Vertretung der Interessen des Arbeiterstandes seien. Die Minderheit der erschienenen Arbeiter-Vertreter verneinte, die Mehrheit bejahte, doch unter Voraus- setzung, daß sich die Arbeiterkammern an den Abgeordnetenwahlen betheiligen könnten. Fast sämmtliche Redner forderten außerdem das allgemeine Stimmrecht, da das ^Wahlrecht der Arbeiterkammern doch nur ein Nothbehelf sein würde, in Anbetracht beö in Oesterreich tatsächlich bestehenden Systems der Interessenvertretung. Die parlamentarische Enquete über die Frage der Arbeiterkammern dauert fort.

_ Das politische Programm, mit dem sich das neue französische Cabinet Lirard am Samstag im Parlament etnführte, hat seitens der Deputlrtenkammer eine ziemlich frostige Aufnahme gefunden; nur die Opportunisten und die mehr rechts stehenden Radicalen klatschten an einigen Stellen mäßigen Beifall. Frellich ist auch die mini­sterielle Erklärung mit ihrem Phrasengeklingel kaum geeignet, besondere Begeisterung zu erwecken und wenn Herr Tirard eineenergische und entscheidende" Action verheißt, welche dieHerrschaft des Friedens, der Gerechtigkeit und des Fortschritts" vertheidtgen und befestigen solle, so scheint das neue Ministerium seinem ganzen Eharakter nach das Zeug hierzu gerade nicht zu haben. Vorläufig werden aber die dem Ministerium Tirard feindlichen Parteien dasselbe wohl noch in Ruhe lassen, damit es sich erst ein bischen eingewöhnen kann, eine Gelegenheit zum Sturze des Ministeriums findet sich noch immer früh genug. Merkwürdiger Weise fällt das Jnslebentreten des neuen französischen Ministeriums gerade mit einer neuen Arbeiterbewegung in Frankreich zu­sammen. Arbeiterdelegationen begaben sich am Sonntag in Paris, Lyon, Marseille, Lille und Bordeaux zu den Präfecten, um sich die Antwort auf die von den Delegirten am 10. Februar aufgestellten Forderungen hinsichtlich Festsetzung einer Minimallohngrenze, des Normalarbeitstages u. s. w. zu holen. Der Bescheid der Präfecten lautete Überall ablehnend, doch kam es deshalb doch nirgends zu Kundgebungen.

Die Gefangennahme und zwangsweise Verschiffung nach Suez der Expedition des »freien* Kosaken Atschinoff durch die Franzosen am Rothen Meere läßt die französisch-russischen Beziehungen vollständig unberührt. Wenigstens erklärt dies un­umwunden der hochamtliche PetersburgerRegierungsbote" am Schlüsse einer längeren Darstellung desFalles Atschinoff" und betont das russische Regierungsblatt, daß Atschinoff sich das Einschreiten der Franzosen gegen ihn durch sein Auftreten selber zugezogen habe. Von Suez aus wird die Expedition Atschinoffs durch einen russischen Marine-Offizier in Empfang genommen und nach Odessa weiter geleitet werden; was dann die Russen mit Atschinoff und seinen Leuten anfangen werden, bleibt abzuwarten. An den Hals wird es aber den freibeuterischen Kosaken schwerlich gehen, denn At­schinoff hätte sein nun verunglücktes abenteuerliches Unternehmen am Rothen Meere sicherlich nicht begonnen, wenn ihm die stillschweigende Zustimmung der russischen Re­gierung nicht gewiß gewesen wäre; jetzt freilich, nachdem die Sache schief gegangen ist, beeilt man sich in Petersburg, Meister Atschinoff zu verleugnen!

König Milan von Serbien reiste am Sonntag Morgen, begleitet vom Kron­prinzen Alexander, dem deutschen Gesandten Grafen Bray, dem Gesandten Rußlands Perstani und dem österreichischen Militärattache, Freiherrn v. Steinsberg, nach Kragujevatz im südlichen Serbien ab, um in dortiger Gegend größeren Jagden obzu­liegen. Nach der Rückkehr des Königs nach Belgrad soll die Entscheidung in der Mi- nistercrisis erfolgen und glaubt man jetzt allgemein, daß Mijatooic, der Minister des Auswärtigen, mit der Neubildung des serbischen Cabinets betraut werden wird.

Darmsiadt, 25. Februar. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben Aller- gnabtgst geruht:

m . ,2lm _5: Februar den Lehrer an dem Gymnasium zu Mainz Prof. Dr. Ludwig ytotre auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen mit Treue und Eifer geleisteten Dienste, bis zur Wiederherstellung seiner Gesundhett mit Wirkung vom 1. April 1889 an, in den Ruhestand zu versetzen.

Darmsiadt, 25 Februar Wie dieNeuen Hess Volksbl." aus zuverlässiger Quelle erfahren, hat sich Fürst Alexander am 6. Februar lfd. Js. zu Mentone mit Fräulein Johanna Lotsinger vermahlt und beabsichtigt, sich unter dem Namen Grafen Hartenau im Auslande niederzulassen. (Wie uns telegraphtrt wird, enthalt auch dieDarmst. Zeitung" eine die Vermählung des Prinzen Alexander bestätigende Localnotiz.)

Telegraphische Depeschen.

Wolffs telegr. Correspondenz-Bureau.

Berlin, 25. Februar. Der Kaiser nahm gestern Abend bei Moltke am Thee und Wbistsvtel Thetl und fuhr heute zum Diner zu Bismarck.

Berlin, 25. Februar. Dem heutigen Diner beim Reichskanzler wohnten bei der Kaiser, sämmtliche Minister, der Hausminister Lucanus und Generallieutenant Hahnke.

. Der Nachtragsetat, welcher die Vorlage über die Vermehrung der Artillerie

und über Ostafrika enthält, ist jetzt fertiggestellt.

Heute Nachmittag fand eine Sitzung des Staatsminislertums unter dem Vorsitz des Fürsten Bismarck statt.

Berlin, 25. Februar. Der vom Professor Gneist in der Streitsache der Pforte mit dem Baron Hirsch gefällte Schiedsspruch wurde heute Nachmittag zwei Vertretern der beiden Rhette in der türkischen Botschaft mitgetheilt. Gutem Vernehmen nach sind vom Professor Gneist die zur Entscheidung unterbreiteten sechs Streitpunkte drei zu Gunsten des Baron Hirsch und drei zu Gunsten der Pforte entschieden worden. Ersterer wird an die Pforte etwa 25 Millionen Francs herauszuzahlen haben, die Pforte hatte 50 Millionen gefordert, Baron Hirsch 20 Millionen angeboten.

DieNordd. Allg. Ztg." bezeichnet auf Grund competenter Mittheilunaen aus Konstantinopel die Meldung der Frankfurter und der Kreuzzeitung von angeb­lichen Aufstandsoersuchen der Sostas in Konstantinopel für unbegründet. Es ist da­selbst absolut nichts vorgekommen, was den fraglichen Gerüchten eine Grundlage geben könnte.

London, 25. Februar. Gutem Vernehmen nach wird die Zuckerprämien- conferenz am 1. Mai hier wieder zusammentreten.

Haag, 25. Februar. Das Befinden des Königs ist ein weniger zufrieden­stellendes, die Besserung macht nur geringe Fortschritte, namentlich hat sich der Kräfte­zustand noch nicht gehoben.

< Belgrad, 25. Februar. Der zurückgekehrte bulgarische Delegirte Zwetkow erklärte dem Minister des Aeußeren, die bulgarische Regierung könne die von Serbien gestellte Bedingung betreffs der Viehetnfuhr erst annehmen, wenn die Vetertnärverhältnisse Bul­gariens geregelt seien. Der serbische Minister Mijatowic nahm von dieser Entscheidung Kenntniß und bedauerte lebhaft, daß die im beiderseitigen Jntereffe hochwichtige Regelung der Handelsbeziehungen aufgeschoben sei.

Athen, 25. Februar. Die Kammer ist auf den 10. März zu einer außer­ordentlichen Session einberufen worden.

Alexandrien, 25. Februar. Der Hauptmann Wißmann ist hier ein­getroffen.

Lokales.

Bietzen, 26. Februar. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag de« 28. Februar 1889, Nachmittags 4 Uhr.

1. Gesuch des Wtlh. Schomb er um Erlaubniß zum Verkauf von Branntwein über die Straße.

2 Gesuch des Gastwirths Karl Rühl von Wieseck um Octroirückvergütung.

3. Desgl. der E. Friedberger Söhne dahier.

4. Anschaffung von Subsellien für die Stadtschulen.

5. Stellung der Rechnung der Stadt Gießen für 1888/89.

6. Voranschlag über die sachlichen Bedürfnisse der höheren und erweiterten Mädchenschule pro 1889/90.

7. Reform der polizeilichen Milchcontrole.

8. Herstellung einer unterirdischen Telegraphenleitung.

9. Vermiethung der angekauften Ehr. Wagner'schen Häuser.

10. Die Landesflagge auf öffentlichen Gebäuden.

11. Herftellungsarbeilen am Friedhof.

12. Die sogen. Wodestraße.

13. Pflasterung einer Zufahrt nach der Dampfmolkerei.

14. Baugesuch des Metzgers Georg Möhl.

15. Ausbau der Wiesenstraße, hier Rohrlegung.

Gietzen, 25. Februar. Die Gießener Glasergesellschaft feierte gestern auf Lony's Bierkeller ihr 2. Stiftungsfest, zu dessen Verherrlichung insbesondere die Gießener Civtlkapelle und das Gießener Zither-Quartett, sowie Mitglieder des Gesang­vereins Harmonie beitrugen und bis 11 Uhr Abends abwechselnd concertirten; namentlich erntete der Dirigent des Zither-Quartetts, welcher sich als wirklicher Künstler auf der Zither bewies, stürmischen Beifall. Auch die Lieder der Harmonie-Mitglieder mürben sehr beifällig ausgenommen. Ein zum Schluff arrangirtes Tanzkränzchen hielt die Tbeilnehmer bis zum frühen Morgen versammelt.

Vermischtes.

* * In letzter Zeit treibt sich in der Umgegend ein gut gekleideter Bettler herum. Er besucht besonders die Pfarrhäuser und gibt vor, im Hause bekannt zu fein, da er in demselben als hessischer Soldat in Quartier gelegen habe und aufgefordert worden - ! sei, wenn er wieder in die Gegend komme, zuzusprechen. Er komme nun aus dem ! Spital in Darmstadt und habe kein Geld zur Heimkehr. Er bitte sich etwas Reisegeld \ aus, wolle aber jolches wieder zurückzahlen. Möge auch die Polizei auf solchen Betrüger aufmerksam fein.

: /X Mainz, 25. Februar. Zu der Jubiläumsausstellung des hiesigen Garten­

bauvereins hat neben der Kaiserin-Wittwe Augusta auch der Großherzog von Hessw einen Preis zugesagt.

Aus Starkenburg, 25. Februar. Bei der am Samstag erfolgten Ver­steigerung der Mobilien des wegen des Aschaffenburger Postdiebstahls im Zuchthause befindlichen Rüsselsheimer Herbergswirths fanden sich, unter einem Strohsack versteckt, noch Briefmarken und Reichsstempelmarken im annähernden Werthe von 1000 vor.

Aus Rheinhessen, 25. Februar. Sehr unerfreuliche Nachrichten über Frostschäden in den Weinbergen, welche durch die abnorme Kälte der jüngsten Tage hervorgerufen wurden, laufen von einer großen Anzahl der rheinhessischen Weinorte ein. Besonders haben die Weinberge in den Gemeinden Hahnheim, Sörgenloch, Niederolm,,