Gefährlich aber ist die Versorgung der Schlachthöfe durch Landtransporte. Die Viehseuchen müssen wir energisch bekämpfen, denn England hat bereits die deutsche Einfuhr gesperrt und dadurch eine wahre Calamität in Schleswig-Holstein hervorgerusen. Ich bitte es aber bei dem Einfuhrverbot zu belassen.
Abg. Dr. Windthorst (Ctr.): Es kann sich nur darum handeln, ob im Auslande gesährliche Ansteckungsherde vorhanden sind. Ist dies der Fall, dann muß die Einfuhr verboten werden, ist es nicht der Fall, dann hebe man das Verbot auf. Graf Mirbach hat gestern sehr wenig glücklich für seine Zwecke gesprochen. Er that, als ob das Verbot für alle Zeit bestehen bleiben soll. Davon ist keine Rede. Die Sache ist übrigens wichtiger, als die Herren vielleicht denken- ich bekomme alle Tage Briefe, in denen Mage geführt wird über die Preiserhöhung für Lebensmittel. Das Verbot muß so bald als möglich aufgehoben werden. Traurig ist es, daß die Speculation sich der Sache bemächtigt hat und aus diesem Nothstande Vortheil zu ziehen sucht. (Ruf: Das thun die Agrarier!) Dann ist es von ihnen ebenso unrecht. Die Regierung muß durch ihre Consularagcnten sich genau über den Stand der Seuche im Auslande unterrichten und sobald als möglich die Sperre aufheben.
Minister Dr. Lucius v. Ballhausen vertheidigt als Chef der preußischen Veterinärpolizei die prophylactischen Maßregeln gegen die in Dänemark ausgebrochene Seuche. Diese Maßregeln haben auch den gewünschten Erfolg gehabt, die Seuche ist bei uns nicht zum Ausbruch gekommen. So oft man den Versuch machte, die dänische Grenze zu öffnen, brach dort die Seuche von Neuem los. Selbst wenn England die Sperre ausgehoben hätte, so könnte das uns nicht nöthigen, die gleiche Maßregel zu treffen. Die Seuche hat aber in den östlichen Grenzdistricten erschreckende Ausdehnungen angenommen. Die österreichische Regierung hat selbst die Sperre auf dem von ihr so vorzüglich organisirten Zuchtorte Steinbruch angeordnet- Beweis genug, daß auch die unsererseits verhängte Sperre gerechtfertigt war. Aehnlich liegen die Dinge Rußland gegenüber, wo die Einschleppung der Seuche in Oberschlesien nachgewiesen ist. Dem Antrag Websky kann erst stattgegeben werden, wenn die Verhältnisse dies gestatten, keinen Tag früher, aber auch keinen Tag später.
Abg. Dr. Websky (nt.): Die Zollfrage kann mit dem Einfuhrverbot in keinen Zusammenhang gebracht werden. Der Antrag Barth würde doch nur sehr partiell sein und nur zu Gunsten Schleswig-Holsteins wirken. Viel schwerer als der Norden werde aber Schlesien von der Sperre betroffen, dort würde, wenn die Sperre streng durchgesührt würde, direct eine Hungersnot!) eintreten.
Abg. v. Wedell-Malchow (cons.) tritt Buddeberg entgegen, der nur eine Wahlrede gehalten habe. 1886 vor der Sperre und vor dem Zolle waren die Preise so hoch wie die heutigen. Schon längst bemühen sich die landwirthschaftlichen Vereine, ein Gesetz zum Schutze gegen Einschleppung von Seuchen zu erreichen, so lange das fehlt, ist die Sperre dringend nöthig. Der Antrag Websky ist gefährlich, denn auch nach diesem sind Einschleppungen nicht zu vermeiden.
Abg. B r ö m e l (dfr.): Die Schweinefleisch-Preise haben eine Höhe erreicht, wie seit Jahrzehnten nicht, ja wie vielleicht noch niemals. Die Preissteigerung in Holland ist lediglich eine Folge der Preissteigerung bei uns, denn die rheinischen Provinzen müssen auf Holland zurückgreifen, um ihren Bedarf zu decken. Es sei nicht zutreffend, daß die veterinären Verhältnisse in Dänemark die Aushebung der Sperre nicht gestatteten. Thatsächlich wird dänisches Schweinefleisch nach England in großen Mengen ausgeführt. Die Sperre ist zu dem von der Regierung angegebenen Zwecke weder nöthig noch günstig.
Abg. Sedlmayr (nl.) befürwortet den Antrag Websky. Für eine gesunde Preisbildung und um der Speculation einigermaßen Schranken zu ziehen, sei eine Zusuhr vom Auslande nöthig. Redner wünscht namentlich zu wissen, ob die Regierung geneigt sei, dem Wunsche der Münchener Handelskammer stattzugeben und Erleichterungen für die Rindvieh- Einfuhr aus Oesterreich eintreten zu lassen.
Staatssecretär Dr. v. Boetticher: Anträge liegen dem Bundesrathe noch nicht vor- sie können aber auf eine wohlwollende Erwägung berechtigter Interessen rechnen.
Abg. Gras Hoensbroech (Ctr.) hält dem Abg. Broemel gegenüber die Behauptung aufrecht, daß in Holland das Fleisch ebenfalls theuer sei. Es lasse sich aus Einzelheiten erkennen, daß diese Preise nicht abhängig sind von dem Fleischbedarf in Deutschland.
Abg. Frhr. v. Friesen (cons.) erklärt sich gegen die Anträge- auch in Sachsen lägen die Verhältnisse nicht so schlimm, da 3/4 des Bedarfs im Lande producirt werden.
Abg. Gras von Holstein (cons.): In Schleswig-Holstein sind alle Kreise der Bevölkerung mit den strengsten Ab- sperrmaßregetn einverstanden. Für diese ganze Provinz ist die Aussuhr nach England eine Lebensfrage und diese kann nur wieder erreicht werden, wenn die Provinz seuchenfrei bleibt. Das ist aber nur möglich, wenn die Sperrmaßregeln streng aufrecht erhalten bleiben, so lange die Seuche in Dänemark nicht sicher erloschen ist.
Abg. Kröber (Volksp.) befürwortet den Antrag Barth gegenüber den Ausführungen Sedlmayrs.
Abg. Dr. Engler (nl.) wünscht die Einsührung eines Staatsexamens für Chemiker. Die Industriellen legten hierauf besonderen Werth.
Staatssecretär Dr. v.Boetticher: Die Sache ist Unterrichtsangelegenheit und als solche Sache der Einzelstaaten- das schließt nicht aus, sie von Reichs wegen anzuregen. Für Nahrungs-Chemiker sind die Grundzüge einer Prüfungsordnung ausgearbeitet.
Abg. Goldschmidt (dsr.) betont die Nothwendigkeit einer Prüfung der Nahrungsmittel-Chemiker, aus deren Gutachten hin die weitgehendsten gerichtlichen Anklagen erhoben werden.
Abg. Grub (nl.) wünscht Erweiterung der Rechte der Realgymnasien und namentlich Zulassung ihrer Zöglinge zum Universitäts-Studium.
Staatssecretär Dr. v. Boetti eher: Die Frage ist erwogen, doch sei die Regierung nicht zu einem bejahenden Resultate gekommen.
Die Debatte wird geschlossen, das Capitel Reichsgesundheitsamt wird genehmigt. — Der Antrag Barth (Aufhebung der dänischen Schweinesperre) wird abgelehnt, ebenso der Antrag Websky (Erleichterung der Zufuhr nach inländischen Schlachthöfcn).
Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr: Fortsetzung der Etat- berathung. — Schluß 5^ Uhr.
Netteste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 19. November. Der Magistrat erhielt aus seine Eingabe an den Reichskanzler wegen Zulassung der Steinbrucher Schweine in Berlin und anderen Städten mit ähnlichen Schlachteinrichtungen, vom Minister der Land- wirthschast den Bescheid, daß /da die ungarische Regierung die Schweineaussuhr aus Steinbruch nach Deutschland sistirt habe, die Ausdehnung der für die Montanbevölkerung Ober- 'chlesiens gewährten Dispensation nicht erfolgen könne, da die Einsührung verdächtiger Schweine aus veterinärpolizeilichen Gründen unstatthaft sei.
Berlin, 19. November. In der Budgetcommission begründete heute der Kriegsminister die Vorlage betr. Organi- ation zweier neuer Armeecorps und führte aus, dieselbe sei aus einem inneren Bedürfniß der Armee erwachsen und stehe in keinerlei Verbindung mit dem neuen französischen Wehrgesetz. Die vorgeschlagene Organisation sei als eine Art Abschluß anzusehen. Nachdem noch die Abgeordneten Hüne und Graf Ballestrem für das Gesetz eingetreten, wurde die Vorlage einstimmig angenommen.
München, 19. November. Die Kammer der Abgeordneten berieth heute den Militäretat. Der Kriegsminister erwiderte aus zahlreiche Anfragen, daß Mißhandlungen von Soldaten sehr streng bestrast würden, doch seien trotz aller Controle Ausschreitungen schwer ganz zu beseitigen. An Sonntagen sei das Militär grundsätzlich dienstfrei, jedoch nicht an zwei Feiertagen hinter einander. Die Militärgeistlichkeit fände auch weiter das Wohlwollen der vorgesetzten Behörden - eigene Militärkirchen kenne jedoch Bayern nicht. Die diesbezügliche in dem Etat des Deutschen Reiches enthaltene Quote gelte für das gesummte Reich, ohne daß Einzelwünsche dabei Berücksichtigung fänden. Der directe freihändige Ankauf von Lebensmitteln und Fourage werde thunlichst bevorzugt und bei den vom Militär ausgeschriebenen Submissionen würden alle billigen Wünsche berücksichtigt. Morgen Fortsetzung frei- Berathung.
Bremerhaven, 19. November. Im neuen Hasen ist der Baumwolle löschende englische Dampfer „Ocean King" heute früh 6 Uhr in Brand gerathen. Der Vorderraum wurde unter Wasser gesetzt- die Löscharbeiten werden fortgesetzt. Der Schaden ist noch unbekannt.
Rakel a. d. Netze, 19. November. Landtagsersatz- w a h l. An Stelle des Gutsbesitzers Schultz-Karolewo wurde der Gutsbesitzer Born-Fallois-Sienno (conservativ) gewählt. Die Liberalen und Polen enthielten sich der Abstimmung.
Wien, 19. November. Der Botschafter Szechenyi ist heute nach Berlin, der Bischof Kopp, welcher an der Conferenz der Bischöfe theilnahm, nach Breslau abgereist.
Pola, 19. November. Prinz Heinrich von Preußen ist Morgens 8 Uhr mit der „Irene" nach Korfu abgereist. Die österreichischen Schiffe hißten die großen Flaggen und leisteten von den Raaen Salut. Der „Habsburg" gab 21 Kanonenschüsse ab.
Paris, 19. November. Deputirtenkammer. Nach vollständiger Constituirung des Bureaus hielt heute der Kammerpräsident Floquet eine Ansprache an die Abgeordneten, in welcher er sagte, er werde sich bemühen, das Vertrauen feiner Collegen zu verdienen. Er werde ohne Rücksicht aus seine persönlichen Neigungen Allen die Freiheit der Tribüne sichern. Er constatire, daß das republikanische Frankreich den Willen geäußert habe, seine Mandatare in Einigkeit zu sehen. (Beifall.) Schließlich richtete Floquet den Appell an die Abgeordneten, daß sich die gesummten Kräfte der Demokratie einmüthig um die Regierung der Republik schaaren mögen. Hierauf verlas der Ministerpräsident Tirard die Erklärung der Negierung.
London, 19. November. Aus Brasilien sind heute in der City Privatnachrichten eingegangen, denen zufolge sich das Geschäft von der durch die Revolution verursachten Lähmung zu erholen beginnt.
London, 19. November. Der Brauereibesitzer Edward Guiuueß in Dublin stiftete für die Errichtung und den Bau von Arbeiter Wohnungen 250 000 Pfd. Sterl. (5 Mill. Mark), welche sich mit 200000 aus London und 50000 auf Dublin vertheilen.
Rom, 19. November. Der in außerordentlicher Mission hier anwesende englische Abgesandte Simons ist gestern vom Papste behufs Überreichung seiner Creditive empfangen worden.
Brüffel, 19. November. Auf dem Antisclaverei- congreß legten mehrere Mitglieder die allgemeinen Anschauungen ihrer Regierungen dar, andere überreichten schriftliche Erklärungen. Sodann wurde die Geschäftsordnung sestgestellt und eine Commission zur Prüfung der zur Unterdrückung des Sclavenhandels zu ergreifenden Maßnahmen ernannt. Die Commission wird morgen zusammentreten.
Athen, 19. November. Das dänische Königspaar ist heute abgereist.
j Sofia, 19. November. Anläßlich des Jahrestages der »Schlacht bei S l i v n i tz a wurde in der Kathedrale ein I Requiem abgehalten, welchem Fürst Ferdinand und die Spitzen I der Behörden beiwohnten. In der Kaserne des 1. Jnsauterie-
Regimcnts, welches in der Schlacht mitgekämpft, fand ein Tedeum statt - an dem darauf in der Kaserne veranstalteten Dejeuner nahmen Fürst Ferdinand und die Minister Theil. — Aus die erste Rate von 6 Millionen der neuen Anleihe ind bereits 2 Millionen ausgezahlt.
Konstantinopel, 19. November. Eine officielle Kundgebung beklagt, daß ein Theil der französischen Presse fortfährt, den dem deutschen Kaiserpaare durch den Sultan und die Bevölkerung bereiteten Empfang in durchaus falschem Lichte erscheinen zu lassen. Der Verdruß, welcher gerade diesen über die Verhältnisse im Orient offenbar schlecht unterrichteten Theil der französischen Presse durchdringt, beweist nur, daß sich derselbe durch den Besuch in eine salsche Stimmung versetzen läßt, indem er einem reinen Akt der Höflichkeit einen politischen Charakter und Folgen beimißt, die er nicht haben kann.
Rewyork, 19. November. Nach den letzten Nachrichten aus Rio de Janeiro sind die von der provisorischen Regierung ernannten Gouverneure sämmtlich Militärpersonen. Die ersten fünf Punkte der Proclamation, welche die neue Ordnung der Dinge verkündet, besagen Folgendes: 1) die Republik wird proclamirt - 2) die Provinzen Brasiliens bilden durch eine Föderation die „Vereinigten Staaten Brasiliens"- 3) jeder einzelne Staat bildet eine eigene Localverwaltung- 4) jeder Staat entsendet einen Vorsteher zu dem demnächst zu berufenden Congreß, dessen endgiltigen Beschluß die provisorische Regierung erwartet, während inzwischen die Gouverneure Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung und zum Schutze der bürgerlichen Rechte treffen- 5) einstweilen vertritt die provisorische Regierung die inneren und auswärtigen Beziehungen.
Localer nnö provinzielles.
Gießen, 20. November.
* Aus unserem herrlich gelegenen, namentlich im Sommer mit Vorliebe gern besuchten Schiffenberge muß es in früheren Zeiten mitunter recht „gemüthlich" hergegangen sein. Wer z. B. glaubt oder von den „Alten" uns weiß zu machen sucht, daß die Menschen in früherer Zeit sittsamer und solider gewesen als heutigen Tags, und daß namentlich die früheren Ausflügler nach dem Schiffenberge dort ganz versteckt ihr Butterbrod gegessen und dazu nur ein ganz kleines Gläschen Bier damaliger Brauart, oder Apfelwein oder Milch getrunken, dann wieder in aller Stille sich nach Hause getrollt und eingeredet haben, daß sie die Besten ihrer Zeit und der Zukunft waren, der irrt sich gewaltig. Mehr wie Radau muß es gegeben haben und heute noch geben, ehe ein Wirth sich dazu entschließen würde, öffentlich sich den Besuch kra- kehlender Gäste zu verbitten. Der im Jahre 1814 auf dem Schiffenberge wirthschaftende Pächter erließ nämlich im „Gieser Anzeigungs-Blättchen" folgende Anzeige: „Um jedem Miß- verständniß in Hinsicht des Grunds der Verabreichung einiger Erfrischungen gegen eine billigmäßige Vergütung auf der herrschaftlichen Domaine Schiffenberg vorzubeugen, finde ich mich veranlasset, hiermit öffentlich bekannt zu machen,^ daß, so angenehm es mir jederzeit seyn wird, Personen von Stand und guten Sitten mich gefällig zu bezeigen, und ihnen dergleichen Erfrischungen zukommen zu lassen, dies jedoch keineswegs als eine jede andere öffentliche Wirthschast, wo nur leider zu oft in der Idee, daß man in einem Wirthshaus sey, für sein Geld toben und lärmen dürfe, wie man wolle, der öffentliche Anstand beleidiget wird, zu betrachten — und daß daher ein Jeder, der wider Verhoffen den guten Zweck hierbey verkennen und durch ein unanständiges Betragen der eingeführten Ordnung und den geselligen Vergnügungen Anderer hinderlich zu werden befürchten lassen sollte, sich es selbst zuzuschreiben habe, wenn er nicht nur keine Erfrischungen erhält, sondern auch diesen Ort überhaupt mit seinen Besuchen zu verschonen hiermit gebeten wird. Schiffenberg, den 25. Mar 1814. A. Weber."
— Neber die am 24. und 25. November in Steins Garten austretenden Leipziger Quartett- und Concertsänger schreiben die „Leipziger Nachr." unterm 19. October d. I.: Es ist und bleibt eine bekannte Thatsache, daß die fröhliche und urkomische Sängerschaar, die altrenommirten „Leipziger Quartett- und Concertsänger", die Herren Eyle, Pint her, H 0 s f m a n n, K ü st e r , Frische, Maaß und Hanke, sich nach wie vor der regsten Theilnahme und Beliebtheit seitens des hiesigen und auswärtigen Publikums erfreuen. Bestrebt, nur das Neueste, was auf diesem Gebiete geleistet werden kann, zu bieten, suchen sich die fidelen Sänger immer mehr neue Freunde und Bekannte zu erwerben, denn jeden Abend kann man dieses klar und deutlich an den stets sehr gut besuchten Soireen merken. Mit Stolz blickt die ganze Gesellschaft auf die Vergangenheit zurück und muß den Namen Leipzig hochhalten.
m. Theater. „So d 0 m und Gomorrha", Schwank in 4 Acten von Fr. v. Schönthan. In Bezug auf die Vorführung von hervorragenderen Novitäten auf dem Gebiete des Lustspiels entwickelt die Direction unseres Neuen Theaters eine Rührigkeit, um die uns die Theaterbesucher mancher großen Stadt, und gewiß diejenigen der Darmstädter und Berliner Hofbühne, auf denen Neuheiten nach den Klagen der Kritiker Halbwegs ausgeschloffen erscheinen, beneiden könnten. Verdienten diese jedenfalls mit beträchtlichen Geldopfern verbundenen Anstrengungen der Direction schon an sich alle Anerkennung und eine dankbare Aufnahme, so wird es einem vollends bei einem so lustigen und amüsanten Stück wie dem neuen Schönthan'scheu Schwank leicht, solche Herrn Director Reiners in vollem Umsange widerfahren zu lassen. Die Vorstellung zeigte denn auch eine ganz andere, weit vergnügtere Physiognomie, als diejenige vom Sonntage, vor Allem natürlich Dank der hinreißenden Komik des Schwankes und dann infolge des wirklich flotten Ensembles. Wir können heute angesichts des Umstandes, daß der fidele Schwank „Sodom und Gomorrha", der hoffentlich recht bald _ eine Wiederholung erlebt, in der That durchgehends höchst beifalls-


